1896 / 34 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 07 Feb 1896 18:00:01 GMT) scan diff

Vorzvärts“. vom 17. Januar 1896 hat Anlaß zur Éinlettung einer DiSctplinaruntersuchung ge eben. Nach dem _Ergebniß derselben ist ein Be] ulden .eines Angehorrgen des Kriegs - Ministeriums an der Ver- öffentlichung “im „Vorwärts“ anageschloffen. Zu der leßteren ist em Exemplar der Nr. 8 des „ArmexVer- ordnun Sblgttes“ vom 18. Januar 1896, in welchem der A erhochste Gnadenerlaß amtlich veröffentlicht worden ist, benu t „worden. Dieses Exemplar ist am 16. Januar 1896 Na mata s in die Redaktton des „Vorwärts“ gebra t, na dem es ankcheinend in der Druckerei von E. S. Mitt er u. ohn entmen et worden ist. Es ist deshalb die Disciplinar: untersuchung geschlosLen und wegen Einleitung des Straf- verfahrens das Erfor erliche veranlaßt worden.

Berlin, den 6. Februar 1896. Der Kriegs-Minister. Bronsart von Schcllend orff.

Justiz:Ministerium.

Der bishrrige RechtSanwalf Hahn aus Düsseldorf ist zum Notar für den Bezirk des Ober=Lanchgerichts zu Köln, mit Anmrisung seines Wdhnfißes m Treis, ernannt worden.

In der Ersten Beilage zur heutigen Nummer des ,Reichs: und StaatS-aneigers“ wird ein Privile iam wegen ÜusfertiÉung auf den Inhaber lautender Anlei escheine drr Stadt t. Johann a. d. Saar im Betrage von 200000096 veröffentlicht.

Yichtamtkiches. Deutsches Reich.

Preußen. Vrrlin, 7. Februar.

Seine Majestär der Kaiser und König begabrn Sich gestern Abend 11 Uhr vom Lehrter Bahnhof mittels Sonderzrxgs Über Stendal, Uelzen und Bremen nach Olden- burg, um der feierlichen Beisehung dcr sterblichen Hülle Ihrer Königlichrn Hoheit dcr Hochscligcn Großherzogin Elisabeth von Oldenburg beizuwohnen. Die Ankunft daselbst war für heute Morgcn 91/2 Uhr in Anssicku genommen. Nachmittags 121/2 Uhr gedachten Seine Majestät wieder abzureisen und heute Abend 71/9 Uhr hikrhcr zurückzukehren.

Ihre Majestät die Kaiserin und Königin besuchten gestern Vormittag mit Ihren Hoheiten dem Her og und der Herzogin Friedrich Ferdinand zu Schleswig-Hdlfztcin-Sdndrr- burg-Glücksburg die Zcichcn- und Malschule des Vereins der Künstlerinnen und Kunstfreundinncn, Potsdamcrstr. 39. Am Nachmittag besichtigten Ihre Majestät mit Ihrer Hoheit der Herzogin die Japanische AusstcUung in dcr Kunsthandlung von Vlmslcr und Ruthardt.

Heute Vormittag besuchten Ihre Majostät mit Ihrer er: lauchtcn Schwester die Hanshaltungs- Und Kochschulr dcs Vaterländischen Frauenvcrcitts, Ackerstraße 1732.

Seine Majestät der Kaiser haben 311 bcfrhlcn gcruht, daß zur Erleichternng ch Wiedrraufbaucs des durch sine , euersbrunst im vorigen Jahre zerstörton Marktflecken?-

rottcrddc im Kreise Schnmlkaldrn durch die Eisenbahn: Brigade einc Feldbahn aus Armee:Fcldbahnmatcrial als: bald hergestellt wcrden soll.

DWKlebÜhU soll crmöglichrn, dds zum Wicdcraufbau nöthige aterial, welches (mf 2400 Doppelmagrnladungcn geschä t wird, so schnell als angängig heranzuführcn. Schon jest md die nach Brotterddr führenden Wrgc durch die schweren Lasjfuhrcn derartig zerstört, sie kaum noch bctmht werden können und die Transddrjkostcn zu einer fiir die ganz arme Ortschaft fast uncrschminglichcn Höhe an: Wachsen sind. Dic Fcldbahn wird also auch in finanzieller

eziehung der durch das Unglück schwer hrjmgcsuchtcn T'rt: Xchaft eine wesentlich“: Erlrichtcrung bieten.

Nach der im amtlichen Theil der heutigen Nummcr des Blattes veröffentlichten Kundgebung des Herrn Kriegö-Ministers ist die von demselben eingeleitete DisziplinaruntcrsuchUng wegen der vorzeitigen Veröffentlichung des Gnaden: erlasses für die Armee durch den „Vorwärts“ nunmehr

eschlossen morden. Ueber die Ergebnisse dcr Untersuchung Lind wir in der Lags, noch die folgenden Einzelnhcitcn aus durchaus sicherer Qucüe vcröffcntlichcn zu können.

Der Gnadcncrlaß kam am 15. Januar Nachmittags aus dem Kriegs-Ministcrium in die Hof-Buchdruckerci von E. S. Mittler u. Sohn, in welchcr das „Armsc-Verdrdnungsblatt“

edruckt wird. Bis zu diesem Zeitpunkt bestanden nur einige

ekto raphierte Exemplare dcssclben bei dem Kriegs-Ministrrium. Die ruckerei wurde angewiesen, die Sache bis zum 18. Ja: nuar, an' welchem Tage der Erlaß durch die Nr. 53 des „Armee-Verordnungsblatts“ veröffentlicht wcrdensollte, geheim zu behandeln.

Am Morgen des 16. Januar gegen 9 Uhr wurde ein Korrekturabzug der Nr. 3 des „Armcc-Vrrordnungsblattes“ in daS Kriegs-Ministerium gcl'trfert und alsbald, nachdem die Korrektur gelesen war, verschlossen der Druckerei zurückcheben. Nachmittags gegen 3 Uhr begann der Druck dcr 8uflage, welcher bis gegen 8 Uhr beendet war. Von der gesammten Auflage "kamen im Laufe des Nachmittags des 16. Januar nur 12 Exemplare in das Kricgß-Ministerium, deren Verbleib bestimmt nach ewicsen ist,

Am 17. anuar früh veröffentlichte der „Vorwärts“ den Erlaß, den er also im Laufe des Nachmittaqs des 16. Januar erhalten habcn mußte. Es bestand die Möglichkeit, daß der „Vorwärts“ entweder aus einem der im Krich-Ministerium vorhandenen hrktographierten Umdrucke, oder aus einem Exemplar der ins zum 18. Januar geheim zu haltenden Auf: lage des „Armec-Vcrordnungsblatts“ Nr.3 nachgedruckt hatte. ZKM ersteren Fall konnte nur ein Angehöriger ch Kriegs-

inisteriums der Ucbermiltler fein, im zweiten Fall konnte das Blatt nur aus der Druckerei kommen.

Die zeu eneidliche Vernehmung dcr Redakteure dcs „Vorwärts“ at nun ergeben, daß am 16. Januar, Abends

Ygen 7 Uhr, ein z„Unbekannter“ ein Exemplar des „Armee- erordnuanblattes

Nr. 3 in der Redaktion des „Vorwärts“ abgegeben at; Aus diesern Blatt it der Erlaß n'a edruck-t worden. tft also nach Lage der ache nur mögi , daß dieses Blatt aus der Druckers" entwendet war.

Am 17. Januar kam der „Unbekannje“ wieder in die Redaktion des ,Vorwärts“ und bat, ihn nicht zu verrathen, da in der Dru erei von E. S. Mittler u. Sohn eine strenge Untersuchung einJeleitet sei. Aus diesem Umstand folgt, daß der Ueberbringer es entwendeten Blattes ein bei der Firma Beschäftigter gewesen sein muß, denn ssonst hätte er von der dort eingeleiteten Untersuchung nichts wi sen bezw. nicht von ihr betro en sein können. Hiernach ist also der Sachverhalt - dank en Aussagen der Redakteure des „Vorwärts“ - bis Mt dahin klargesteUt, daß die Angehörigen des Kriegs:

inisteriums von jeder Schuld entlastet sind und daß ferner ein Dirbstahl bei der Firma E. S. Mittler U. Sohn vor: gekommen ist. *

Wer diesen Dicbstahl begangen hat, soll durch die weitere

Untersuchung festgestcllt werden.

In der am 6. d. M. unker dcm Vorsiß drs Vize-Präsi: denten des Staats:Ministeriums, Staatssekretärs des Innern ])r. vonBoetticher ab ehaltenen Plenarsihung dcsVundc-Z- raths wurde die Ausde nung drr Unfallverfickxrung auf die große Heringsfrscherei beYchloffen und den Vorlagen, betreffend dreErganzung und Abän erung der Bestimmungendcr Anlach zur Verkehröordnung für die Eisenbahnen Deutschlands in Bezug auf die Beförderung von flüsfigem Acetylen und Calcium:Carbid sorbic von Roburit [., Westfalit U. s. m. die Zustimmung er- thetlt. Den znständigen Ausschüssen wurden überwiesen dic Gcschcntwürfe für Elsaß-Lothringcn Über dir (Gewerbesteuer und die Wandrrgewcrbesteuer, und Über die Wahlen der Mitglieder drr Bezirks- und der Kreisvcrtretungen, sowie drr Reichstagsbcschluß, bctrcffend die Sicherung der Bauhand- werker und Bauarbeiter für ihre aus Arbeiten und Liefe- rungcn in Neu: und Umbanten erwachsenden Forderunch. Dem Antragr des Königreichs Sachsen, bctrcffcnd dic Bc- freiung der mit Pensiorrsbcrcch1igung angestellten kirchlichen Untrrbramten bci dcn römisch-kathdlischcn Kirchcn dcr Erblande des Königreichs Sachsen von der Juvuliditäts- und Alters- versiche'rung, wnrde staltgodrbcn. Außerdrm wurdc iibcr dic ReichStag§-erdlutidn, brtrcffcnd Erhebungrn Übcr dic Arbcits: zeit der Arbeiterinnen u. s. w., Und “L'tbrr verschieden? Ein- gabcn, Boschluß grfaßt.

„LautUtclrgraphischcr Mcldung an das Ober-Kdmmandd dcr Marthe Ut S. M. S. „Conddr“, Kommgndant Korvetten- Kapttau Fol [enr1t-Z, am 5. Fcbrrmr in Sannbar angckdmmcn,

Hannover, 6. Februar. Dcr Provinzial-Landtag Übcrwirs heute den von drm Abg. La11dcs:Forstrath Quart: faslem eingebrachten, von 14 Mitgliedern des Hauses Unter: stühtcn Urantrag, bctrcffrnd den Erlaß cines (Hesehcs 1":er die Fischerei der Ufcrcigenthüme'r nnd die Koppel: fischcrri in 'der Provinz Hannover, einer Kommission von 7 Mitgliedern. Der Titel )(K'lll dcs AWgabc- Etats (Chaussrcn, Landstraßon und (ercindrwcgr) WUrdr nach längcrcr Drbattc mit 49 _ gcgcn _42 Stimmrn eincr NUL 14 Mitglicdcrtx bcstchcndrn Kommisjion Überwicsrn.

Sigmaringrn, 7. Frbruar. Ihre Königliche: Hohcit dir Fürstin-Mnttcr von .LöobLtlszllLrU ist hcntc nach Vrüsscé abgereist, um dort der VcrmäUnng Zhrrr Königlichsn .Hdhrit drr Prinzcssin Henriette" don Belgim: brizmdohncn.

Sachsen.

Die Erste Kammcr bewilligte gcstcrn auf Antrag drr zmcitrn Deputation dir Titrl 14, 15, 16, 18, 81 und 87 des außerordentlickWn Staatshaushalts-Etats für die Finanzprriddr 1896/97, welchc sämmtlich bgrtlichc Vcrämdc- rnngcn an Eiscnbnhnanlagcn bctrcffcn. In der Zweiten Knmmcr gelangte die Vorlagc Über dcn Ncuban cines Ständchausrs und dir an die Königliche "'Zidillistc für Verzicht auf das Bcnuhungleccht am Brühl'sck)cn5 alais zu crstattendc Abfindungssummc zur allgemeinen Vorberathrmg. Dic Vorlagr wurde der Finanzdcpatation .*1 übrrwirscn. „Hierauf trat die Kamnwr in die Sck)lußbcrathung drr Kap. 1 bis 7 Und 71 ;1 drs Etats, Fdrstcn, Domänen, Kalkmcrkc, Weinberge, Hof: Apothrkc, Elsterbad, „Lcipziqer Zeitung“ und „Dresdnrr Journal“ bctrcffcnd, kin, Sämmtliche Kapitel wurdcn bc: wiÜigt.

Mecklenburg-Schwcrin.

Aus Cannes von gestern wird drn „Meckl. Nachr.“ gcmcldrt, daß die Bcffcrnng in dem Vrfmden Seiner Köni - lichen Hoheit dcs Großherzogs langsam fortschreite. HöchZ- dcrselbc habe in den lehten Tagrn begonnen, das Bett auf kurze Zeit 311 derlaxsen.

Oesterreich-Ungarn,

In dem Gcmcindc- und Vcrfaffungsausschus; dcs nieder: österrcichischen Landtags crklärtr gcstrrn dcr Statthalter Graf Kielmanscgg, daß die Wahlen für dcn Wiener Gcmrinderath vorauEfirhtlich cini eTage vor dem 8. März, at) dwclchcm Tage die gcschliche Frist ablaufc, stattfinden wur en.

Dcr tiroler Landtag hat mit 330 gcgen 12 Stimmen die Vorlage, betreffend die Einführung des Grundbuchs in Tirol, angenommen.

Großbritannien und Irland.

Das „Rcutcr'sche Bureau“ theilt mit, der Staatssekretär für die Kolonien Chamberlain 11de an den Gouverneur der Kapkolonie Sir Hercules Robin) dn behufs Mittheilung an den Präsidenten der SÜd-Afrikanischrn Rrpublik Krü er eine umfangreiche Depesche abgesandt, wclche fich auf die e- schwerden der in Transvaal ansäsfigcn brit1chenv Staatß- angehörigen bcziehe. Dic Dcpesche werde wa rschemlich m kurzem veröffentlicht werdcn. _ Dcr ehema ige Premier: Minister der Kapkolonie Cecil Rhodes hatte gestern Nach: mittag im Kolonialamt eine Unterredung mit dem Staate“: sekretär für die Kolonien Chamberlain.

Frankreich.

In dem estern abgehaltenen Ministerrath wurden, wi W". T. B.“9 beriehtet, verschiedene Vorlaqen des KriegsT

Ministers, namentlich die Vorlage über Schaffung einer Kolonial:Nrmee und über Reorganisation des )(]IC. Armee-Korps, angenommen. . Zu dem Bericht des Deputirten Darlan wurde gestern m der Dcputirtenkammer ein Nachtrag vertheilt, welcher die Namen der Journalisten und der Blätter enthält, welche tm Iahre_1883 von den Eisenbahngesellschaften die Summe von 2 Mtüionen Francs erhalten hatten, damit sie sich für die Verträge aussprächen. Die Liste enthält keinen Namen el_ner pol1tischen Persönlichkeit. Die Kammer nahm sodann dte Berajhung des Berichts über die Verträge mir den Eisenbahn-Gesellschaften wieder auf. Der Bc- richtcrstatter _Darlan erklärte, die Kommission habe 11th13 unterlahcn, um die Wahrheit festzustellen. Die Unter: su )ung habe ergeben, daß die Ehrenbaftigkeit Nahnal's in keiner Weise gclttten habe. Rahnal habe keine (Helder von den Eisenbahngesellschaften erhalten; er habe auf das beste die Interessen des Staats wahrgenommen.

Die Zolleinnahmrn im Monat Januar betrugen 6411000 Fr, mehr als im Budgetvoranschlag und zeigten eine Erhöhung von 7 796 700 Fr. gegenüber den Zollci1111ahmen im Januar 1895.

Rußland,

Der Oberst-Lieutcvant im (Zc11era1stab Strelbißkt) is: zum militärischcn Agcntcn in Söul (Korea) Ernannt morden.

Belgien.

Die Repräsrntantenkammcr seßte gestern die Be: rathung der "Interpellation Defnet über die Ernennung drr Bürgermeister fort. Ndch einer sehr bcwrgtcn Sißung brachtc drr sozialistische Abgeordnete Vanderveldc Line Tachordmmg rin, welche ein Tadrlsvdtum gcgrn den Minister des Jnnc'rn rnthält: dirse Tagcsvrdnung wurde mit 53 gcgen 28Stin1mcn abgclchnt. „Hierauf wurde dir von dem Ab. Hdhdis (Katholik) vorgeschlagene einfache “Tagcsdrdmmg mrt 53 grgrn 23 Stimmrn angenommen.

Italien.

Dir „Rifdrnm“ erfährt, das; dis Entsendung drs vor. dem Obersten Pittalnga befehligtcn Bataillons nach Assab keinen addrrrn Zweck“ habe, als dcn, diesen in italicnischcm Bcsis bcßndltchcn Plak, grgrn cinen evcntucUrx: Angriff der Schoam'r zu sichrrn.

Eine Gruppe von srchs dcr sozialistischrn Partei UU: gcböriarn Tcputirtrn hat, nach cinrr Meldung des „.W T. B.“, brfchldffcxx, chrn dir afrikanischExpedition und dir Vcrtagrtng dcr K'annnrr Stimmung zu machen.

Die „Voce dclla Vcritéx“ vrrdffentlicht unter der Ueberschrift „Fsrdinandd Apdftata“ cinen schr heftigst: Artikrl gegen d.11 Prinzrn Fcrdinand Udn Sachsen-Cobnrg. Zn drm Artikrl wird ansgcfi'lhrt, daf; drr Uchcrtritt drs Prinzsu Boris zur orthoddxcthirchc nns nationalcn 031i'111dc77, Wir dcr Prinz““«rdinand be-handtc, nicht nothwendig r*;cwrsensci, da unter den 5 kiten dcr katholischrn Kirche a11chdrrgricchischr 11110 drr bulgarisch? scirn, und der Urbcrtritt vom latsinischrn zum bUlgarischcn Ritns drm Prinzcm Ferdinand Und seiner gcmzct: Familie frrigcstandrn hab?. Er hätte also dcn (Vianden nich?. zu opfern brauchcn, UM sich den rcligiösrn Gewohnheiten scinch Landes anznpasscn. Dic katholisch Kirche kenne nur Einen (Gott, Einen (Aanbcn, Eimc ;Tdnfc, Disse" habs dcr Prinz Ferdinand vrrlcht, wic Longinas, als er Christus dic Lanzc inc.; .Hrrz gcstdßrn habe: nur mit dcm Unterschied, raf; Prinz Ferdinand sich der Bodenburg srincr Handlungsweise völlig b-JWUßt gcwcsrn sci. Für ihr. „arbc kcinc Entschnldignng Umd keine thtnua, als drmüthigc Reus; cr sri schon jrht nns drr (Yrmcitischaft drr (Hlänbigcn angrstdszrn. Ucbrr dcr Srrlc drs Prit1zen Boris words “3117. Engel wachcn: jsdcnfalls blcibe drr Prinz Boris trdh de:" orthodoxen Taufe Katholik, bis er als Erwachscnrr dcn Urbrr: tritt frcimillig gebilligt haben wcrde'.

Türkei.

Dcr bnlgarisrhc Ministrr-Präsidcnt Stdildm wird, der.: „W. T. B.“ znfolge, hcntc nach dem Sclamltk vom Sultan rmpfangrn wcrden. (Mste'rn fand zu Ehren Stoilow's ritt Diner bci dcm Großvczisr statt.

Drr bUlgarischc Exarch, dcm Storkow dic offizicüs Einladumg zUr Vollziehung der Aufnahme des Prinzrn Boris in dir orthodoxe Kirche Übrrbrachtc, gcchkt dm Sonnabend von Konstantindprl abznrriscn.

Nach einer Mc-ldnng dcr „Adcnzia Stefani“ hat der italicnischr Botschafter in Konstantindpcl Ponsa bei der Pforte wegen drr Ermordung dcs Vaters Salvator? dc Capadocc, cines 8Lfm'rcté- bci Zcitrm, reklamirrt. Dcr: selbe soll im November vdrjgcn Jahres von dcr ihm durch don Mntcffarif bcigcgcbcnrn Eskorte ermordet mdrdcn sein. Gleichzeitig hat der italisnischc Botschafter den nach Zcitun entsandten italienischen Konsul in Aleppo beauftragt, Nack)- forschungcn Über die Mdrdthat anzusteUcn.

Die „Times“ meldet aus Konstantinopel, daß die Ein- wohner Zcituns die Konsuln in Kenntnis; geseZt hätten, sw seien gcwiUt, dic Kriegswaffen auszuliefern, dic Jer dwaffcn abcr zurückzubchaltrn. Sic forderten cinen chri tlichc:; Gouverneur und cine christliche Verwaltungsbehördc, antwortctcn abcr ausweichend auf das Verlangen, ihre Führer außzulicfcrn.

Serbien.

cines Pamphlcts Über drn Kaiser von Rußland Und dessen bevortchendc Krönung, welches in cinrm Belgrader sozialdemokratischcn Blatts veröffentlicht wurde, interpellicrte in dcr estrigen Sißung dcr Skupschtina dcr Abg. Michael 5ÉxaMowic dicRegicrung, ob sie einer solchen Art von Zeitungsschrciberci nicht Einhalt grdietrn woklc. Dcr Ministchräsidcnf Novakowic drückxc sein Bcdanrrn Über den Vorfa aus und erklärte, das; die Behördrn die zur Bestrafung dcr Schuldigen führenden Schritte angsordnct hätten. Der Jntcrpcllant erklärte si mit der Antwort der Regierurg ;.nfricdrn und schlu der “kupschtma vor, sie möge Über eine derartige Prcßäu erung ihre Ert; rüstung aussprechen. Der Präsident der Skupschtma (Haraschanin cntsprach dem Anfrage, indem er dem Hays? eine entsprechende Resolution in Vorschlag brachte, welche em: stimmig angenommen wurde. Darauf wurde die Berathung des Budgets fortgesexzt. Die Etats dcs Finanz-Ministeriums, dcr Monopole und des Kriegs-Minifterinms wurden mit un- bedeutenden Aenderungen genehmigt.

Anläßlich

'daß . . .Sobranxe m (301' 0r€ empfangen werds, um den Dank der:

“( hrlltge niemand. T6! normales Aussehcn an.

Bulgarien.

Die Agence „Balcanique“ meldet: Da die Aerzte der xjnzess n Mqrta Luise, deren Gesundheit seit mehreren Monaten angegriffen sei, emyfohlen hätten, sich nach der Riviera zu begeben, so werde dieselbe heute nach Südfrankreich

„abreisen-

Das Vurrau der Sobranje ist dahin verständigtwordcn, der Prtnz Ferdinand morgen die Mitglieder der

selben für semen nischluß, den Prinzen Boris orthodox taufen zu lassen, entgegenzunehmen. ,

In Gcmaßhett des bererts genrhmigtcn Budgets werden in diesem Jahre drei“ neue Gebirgsbatterien formiert

wrrden. Schweden und Norwegen. „Stockholms Dagblad“ erklärt: Der Ministrrwcckysel sei

„7,zjcht unerwartet gekommen, da man seit mehreren Wochen

gewußt habe, daß zwischen dem Staatswjh Oestergren und dem Staats-Minister Bdst röm wegen Erweiterung des Stimm: xcchts bei den Wahlen zur Zwritrn Kammer einc Meinungs: Verschiedenheit bestehe. Orjrcrgren habe „an abgestuftes Stimmrecht, wie es in Yelgirn cingeféihrtkse gewünscht, während Boström die Anticht vertrete, daß ein Stimmrecht jeder Person zustehen solle, x_vrlchc während einer _qrwissen Zeitdauer cine Steucr von emem bestimmten Mindrstbetrage

gezahlt habe.

Amerika.

Der Senat hat, wie „W. T. B.“ aus Washington rrfährt, einen Antrag angenommen, durch welchen der Staats: sekretär Olnet) beauftragt wird, Abschriften der in Deutschland, Frankreich, Belgien und Dänemdrk bestrhonden (Hrsrhr, Ver: ordnungen und Dekrete, wclche srch gcgcn dir Einfuhr von amerikanischem Vieh richten, zu bcsrhaffcn UNd dicsclben dcm Kongreß vorzulegen.

Nach einer Mrldung (mcs Hadamna WU gcstrrn wurden die Aufständischen bci Majuari in der Provinz Mdtanzas grschlagcn und vcrlorrn 82 Tddtr». Eine andrre Schaar dcr A::fsiändischcn wurde bei Carmen geschlagen Und hattr 20 Todtc sowir zahlreiche Vcrwnndrtc.

Afrika. Nach einer Meldung ch „Rcutrr'schcn Burrcms“ aas

BLUnthre vom 25. Januar hättc11_ dcr Lirutrnant Alstom und der .Hcruptmann Ste'wart mrt xhrcr StkhtrUPPc zwci Bänzrnde Stege über Araber errungen, wclche in Britisch:

Zentral-Nfrika Sklavenhandel tricbmt. Tir Araber srirn doll: händig geschlagen und 14 Hänptlinge grfangcn gcndmmrn *;vordrn. Durch dicse Erfolge sei die .Handclsstraßc Nach drm Innern Afrikas wirdrr frei gemacht.

Dom Korrespdndrntrn drs „RrUtcr'schcn Bureaus“ in Prätdria ist eine offiziöse Mittheilrcng Über die» Lago in Johannesburg zngrganqrn, worin dic Bohauptnngrn dcs :mgrblicb von britischen Einwohnern cm die „Times“ gc: “sandten Tclkgramms für durchaus unwahr crklärt wcrdrn. Ein dorariigcs Telegramm sci bci krim'm Telcgraphenamt Trans: vadls aufgrgc'bcn wordc'n. Von cinrrUntcrdrÜcknng ker Rodr- frrr'hcét und des VrrsammlunaErcchts könne keine Rode sein. Dir Lchrrntruppe bxfinde sick) 6 Msilcn von der Stadt :ntsrrnk: sie habe Befehl, die Stadt nicht zu brtretcn, und bc: ' Die (Geschäftslage nehme allmählich wieder Die RegirrUng sri bemüht, dcm Arbeitcrmangcl abzuhelfen, und es seien bcrrits mehrere Ab: thrilungen von Arbeitern nach drm Rand gesandt wordcn.

, Dic ddlitischen Aussichten hättcn sich grbcsscrt.

Dasselbe Burcdu mrldrt, daß sich unter den von der

Tranchaal-chicrung cntworfcnrn Rcformgcschrn aUch cin

Entwrxrf, bctrcffend dic Errichtnng cincs Stadtrath für

, Johannesburg mit einem Major cm der Spihc und die Ucbrr:

trggrmg dcr gesammtc'n städtischrn Vrrwalfung cm dic Burghcrs,

chsmdk.

Bci dcr Untersuchung gcgcn där unlcr dor An: Tchuldignng dcr Erregung rings Anfstandcs xmd ch Hochverraths stchcndrn Gefangenen stellte der die Untersuchung führendc Beamte in Johannesburg fast: 923 habe dort nicmals eine Gefahr für chen und Eigenthnm brstaudcn und es habe keine Veranlassung zu kriegerischcn

Vorbereitungen sritcns cines Thrils der Einwohner vorgelegen.

Der Geschäftsführer der „Standard Bank“" erklärt?, es seien

* 70 000 Pfund als Hilfsfonds hinterlegt acmascn. Dcr Landdrost

:Uichz Vrirfc vor, wclche cin? Liste der Waffen und Manitidn rnthtcltcn, die von drm erorerdmité geliefert worden warcn. Der Geschäftsführer der „Argns“, Buchdruckerei: Gesellschaft, erklärte“: er habe zur Zcit, als Jameson erwartet wurdc, von dem chorm-Comité die deis cincr Proklamation Erhalten, worin behauptet worden sei, daß, da sich Unruhen ?rctgnrn könnten, die Einschung ciner provisorische'n chirrung nothwendig sei. Die Proklamation sei zwar gescßt, abcr nicht chruckt worden.

Parlamentarische Nachrirhtcn.

*, __ Dcrchricbt über die gestrige Sißung dcsNeichstngs MMW sich in der Erstsn Beilage,

*- Jn der heutigen (Z4.) Sißrmg des Reichstags, Yklchcr der Reichskanzler Fürst zu Hohenlohc, dcr *Qtaatssckretär des Innern, Staats-Ministcr ])1'. von Yvetttchrr und der Staatssekrcjär dcs Rcichs- Schqßamts O1“. (Graf von Posaddwskt) brimdhrxtcn, kxlcdtgtc das „Haus zunächst in dritter Bcrmhrmg M thsaßcrktärungcn zu dem intcrnationalcn Ueberejn: kommen über den Eisenbahnfrachtverkchr vom 14. Oktober 1890 _und den (Hesehentmurf, betreffend die Kon- lrole dcs Reichshaushalts, drs Landeshaushalts vorrC-lsaß-Lothringcn und des aushalts der Schuh: Jebtctc für das Etatsjahr 1895 96.

Darauf kam folgende Jnterprllation zur Verlosung: .Welxbe- Anordnun rn hat der Hkrr Reichskanzler infolge der am 14. Marz 1894 vom cichstag hesch1ossrnen Resolution, betreffend „dl? UUfbebun der gemischtln Privat-Tranfitlager und drs denselben !owie den In abern von Mühlen gewährten Zollkcedits, getroffsn?"

P Dkk Staatssekretär des Reichs-Schaßamts ])1'.Graf von chLZFoszky erklärte sich bereit, die “Interpellation sofort zu en.

Zur Begründung derselben erhielt das Wort der Ab. Gra von Schwerin-Löwiß (kons.), dessen Rede bei Schlu des lattes noch fortdauerte.

- In der heutiqen (14.) _Sißung des Hauses der Abgeordneten, welcher der Mintster für Landwirthschaft 2c. Frcxherr von . ammerstein bciwohnte, wurde die zweite Verathung drs taatshaushalts-Etats für 1896/97 bei dem Extraordinarium des Etats der landwirth: fcha/ftlrchZn Verwaltung fortgeseßt.

_Zur orderunq der Land- und Forstwirthschaft im Eifel: gebtexe md 200000 «76, zur Forderung der Land- und Forstwrrtbschast m den dstlichen Provinzen 650000 «% NuSgcworfen.

Berichterstatter Abg. Freiherr Von Erffa (fons.) theilte mit, daßZn Aussicht gknommen ssi, den seit 13 Jabrrn für das Eifelgrbiet grwahrtkn Zuschuß noch Writere fünf Jahre lang zu geben. Die bis- hrrigen Mrlioratjdncn im Eifrlgebiet srikn von Erfolg gervesen.

_ Abg. Mooren (Zrntr) dankte der Regierung für diese Unter- stußunx1 der Landwirtwchast und empfahl besondsrs die systemakische Anlcgzmg von Wallhrckcn im Eifrlgkbiet zu beffsrem Abschluß dsr Tcrratns [md Förderung der Kultur dkrselben.

_ „Abg. bon Détten (Zentr) fragte an, ob die Negiérung nicbt abnltchc Fonds für dke Landwirthschast im Hunsrück, Hochwald, Westrrwald, bergischen Land und Saurrland Einstellrn wolle. Die Behauptung, daß dreNothlaa€_dcrLandwirtbscbaft im Wrften weniger cmdfunden ,werde als im Ortsn, sei für die génannten Landestbeile absolut unrtchttg. Das Klima dieser 1-400 m über dem Msrre gs- legenrn Gebirgdgrgrndrn ski nicht beffcr als das im Osten; die Ar- bettervrrhaltmße [21811 ungünstig, Arbeitskräfte schMr zu rrlangrn. Nednrr srhildrrte eingehend die traurige: Lage der Waldkultur in dissen (“BEHÖRDEN welche durch die Einfuhr drs Qurbrachoholzrs brnachthriligt wrr ('.

_ Minister für Landwüchchaft :e. Freiherr vsn Hammrrstein: Aus Grund d€r_Brrichte der Obrr-Präsidsntrn von Hannobrr, West- falen und SackMn ",das dem Rheinlande und Hessen-Naffan strhrn fie,noch aus _ bat drr landwirtbrchxftlickoc Vérwaltung drm Finanz- Mmistrr nahrgklegt, auch für die- dortigkn hilfsbrdürftigrn Gebirtr eme außerordentliche Veihilfr in 17811 Etat Linzusteklen, der ähnlich behandelt und Verwaltet wsrden sOÜsé wir dsr Eifrlfonds. Der Finanz-Ministrr hat dirscs Ersuchrn mit Rücksi-Tot auf dic Finanz- lage abgrlcbnt und sogär dir Frage aufgrwrrfén, Ob nicht der Eifrlfonds grstrichrn und durch erhöhte- aklzemsiUS Z-Z'kittrl zur Förderdng drr Landwirthschaft erscht wrrdsn könnte. Das hätte a[l€rdings ÖM Vorthril grhabt, daß dir landwirth- sahaftlichr Vrrwaltung disse M*itté'l da hätte vrrwckndrn können, wo die Noth am größtcn ist. Dkk Finanz-Minister hat dk" Eifklfonds noch auf ein waar Jahrs bewilligt im Hinblick darauf, daß rr in dérscm bon dsr Natur stirfmi'tttcrlick) behandrltrn Gebiet außerordent- l1ch günstig?, Erfolge rrzjklt hat. 'Ich hoffe, daß der Finanz-Ministsr dir Von mir für die erwähntsn Gébirtk mit Ausschluß drs (?ifel'gebirts rrbrtsnrn crtradrdinärrn Mittel zur Förderung- der Drainage u. 1". w. im nächst€n Jabrr bk'willigen wird. AUS dsn Mitteln, welche mir znr Vrrfügung stehrn , hat drr"W€strrrraLd 418179 „16, dé?!" »Önnsrürk 87000 „ck erhaltrn, denkt! als Brihilfen aus drm Prodinzialsonds 384 784 W bezw. 68 000 „16 gcgenübrrstshsn. Dcr dehwald hat 66000 .“: bezw. 17000 ck rrhaltcn. AUE drci Gebirtr haben, wie der Ministér nachwrist, adßerdrm nicht Unrrhchickye Bcihilfrn zu den Kostrn dcr Zusammen- [rgung von Grundstürkrn rrhaltrn. Aus drm Sauerlande und drm Eickrsfrldr liegt das Matrrial, wie Erwähnt, noch nicht bor. Die landwirthscbafrlickpe Verwaltung wird nach wie vor bemüht skin, größch Fonds zur Vrrfü ung zu brkommrn spezicÜ für diéjrnigrn (HL- birte, indem dic landwirtßschaftliäyr Nothlagr am größt?" ist.

Abg. Kurbsl (ul.): Zu msincerrcudr stkhf nach dirscr Er- klärung der Minister dr" bcdrängtrn Landssthsiken im Wrsten mit Wdhlwoljrn grgrnübrr. In der Eifel ist drr Nothstand allrrdings besonders groß, die Vrrhältniffe der anderen Grbimsgrgenkrn liegen abrr rbrnsd, und fir brdürfrn drrsrlbrx: Fürsorgk. Ein SUstSM drr rrinrn Untrrstühnm: wärs bkrdkrblicb, dir „Hilfe- mnf; nach andrrrn Richtungrn erfolgrn. (75 fehlt drr klcim'n bäurrlichrn Brrölksrnnq an drr nötbigkn Aus- bildung, ferrrr ist es zu schwierig und zu thrnrr, Darlrhe'n zn Erhaltsn, Jnfdlgc manmrlndrr Arbritökräfre zur Anshilfr karm der Mine Land- wirtb oft nkcbt rrchfzk'itig sein Land brstrllrn, rr i!“! auf di? Arbrits- kraft s€i11rr Familir angrwirskn. Für Yibstrllung dic'scr Urbslslände muß dsr Staat sorgen durch Erlrichtrrnng d&"; Krrdits, (?'rlricbtcrung drs Vrtrirbs dnrch Znsammenlegungrn sc., bdkfentiicb «[in-„1T ('s drm Lat1d1virthschasts-Minister Mä), das hard? «Ökrz drs Finanz-Ministrrs zr: rrwcickyrn.

Abg. J 111 WC- llc (Z?Utk.): Drr Widrrstand drs Finahz-Ministrrs ist um 10 brdaurrlicbe'r, alk; die Finanzlagr im ganzcn rigrnTIi-Ö ('in? 91170 ist. Nnck) für bis Prdbinz Sackosrn ist ('in? bÖh-Frr Fürsdrzxr nötbid, natm'ntlich muß dcr klrinrn Landwirths-„hgéx 06-5 Exkhsfeldrs durch K'rrdit und Mrlioratidnrn (rehdlfrn wrrdsn.

Abg. Irrnsalem (Zéntr.) schildrrt€ an der Hand «inks Vortrags rinrs Mitglied» drr Gkncral-Kdmmisfion „in Dühc'ldorf dic Vsrhält- nisse drr Exfel als ärmlichk'r als dir im Wrstc'rwald.

Abg. Schnaubert (kr-ns.) dankte drr Rr,1i€rung für di? Er- höhung drs Fonds Vdn 500000 ;46 auf 6-30 “100 „14; zur Förderung der Landrsmrlirrationén Zn Ostbrrußsxr

Abg. K*nsbrl brstcitt dcm Abg. Irrusalrm, daß die Verhältniss in drr Eifel schlechter scien, als in dM andcrrn Grbirgsgcgrndcn: die Eifel jvrrde allerdings immxr brxwrzngt.

Nachdcm noch Abg. Dasbach (Zr-ntr.) für die Eifel ein: gctrrtcn war, wurdcn die Fonds bcthrgt.

an cxtraordinärrn Vrrstärkuyg dcs Dtöpdsrtidnsfdnds znr Förderung der Zucht landmtrthschaftNcher Thier: gattungcn und zur Förderung des Molkererwcsens werden 90 000 «46 gefordert.

Abg. Lamprrcht (kons.) lcnktr wje'dé'rum dic? Auftnkrksamkcit auf dis Einscblchuna Von Seuchrn aus «Qoüand und wünschte höhere Summen zur “ördrrun dcs ck).)Zolksreiwcs8nß. Ebcnso müsse die chirrung die Schweincßalfung in jeder Wehe förde-rn, namentlick) durch Gründung Von Schweinemastanstaltcn. Redner Lmdfabl fsrncr dic Hsbxma der Zicgknzuckyt im Jntm'csse der kleincn Landwirtbe.

Abg von Mendcl-Steinfels (kdnf.): Dkk Milzbrand macht die Züchtung der Schweine in manchkn Grgrnden nahrzu unmö,_zlich. Man hat erst dageqkn das Impfen mit Lymphe Von Pasteur ange- wrndrt, spätcr hat fich die Lymphe von Professor Lorenz aus Magdc- bnrg als ebrnso gut bewährt. Lorenz hat aber, ntcht grnüßrxxde Mittxl znr Miteren Fördrrnnq drr Sache Dir Rrgtcrung 10168 daher,:mt [*exden Lhmpdrn Versuche anstellrn und dic'rnmr, wclche» fich am mctstcn bewährt, der Landwirthsckpaft billig zur “* rrfügung stsklrn.

Der Titel wurde hierauf bewiÜigt, ebenso ohne erhebltche Dcdarte der Rest des Extraordinariums.

Es folgte dcr Etat drr (Hestütverwaltung.

Bei den Einnahmen bedauerte _ ,

Abg. Graf von Strachwiß (Zenta), daß aÜjabrltä) 60 bis 80 MiÜionkn Mark für drn Ankauf don Pferden i'm“; YuéJland_geben. Di? Regierung Wende nur der Pferdezucht soweit die nothtge Furforge zu, als es sich um die Remontirrnng für dre Armee hande_lt; xs gebe aber noch andere wichtige chi e der Yslrdezucht," &. B. dre erchtung schwerer Arbeitspferdc. Jn dieFLr Brztehung mußtsn namentltch dke Provinzen, Welche nicht Romontcprovinch sind, mrhr „thun. Dre MaFregel der Vertheilung schwerer kaltblutrgcr, rassercmer Hengst? im andr werde allrrdings erst in Jahren Erfolge zritigeq, fie set aber um so nothwendiger, als es immer schzvcrcr werde, tm Aus. lande das geeignete sehwere Pfxrdrxnatrrtal" 'zu finden, Die Regierung soUe entweder ein Hauptgcstnt fur kaltbluttgc Pferde errichten

und selbst diesen Pferdeschlag _zücbten, was allerdin 5 große Mittel er- fordere, oder der Staax muffe kaltblütige Stu en im Ausland an- kgufen, und an Privatzuchter abgeben mit strengen Bedingungen für dre wertete Züchtung. _

Ober-Landstahmetstxr Graf bon Lebndorff hielt es nicbt für nbthwendtg- staaxltchexsetts den kaltblütigen Yferdeschlag zu züchten, da dre Zucht axxch fur PrtVate da,.wo günstige orbedingungrn vorhanden seren, möglich und renxabel set und es bisher keine Schwierigkeiten gemacht habe,'kaltblüttge Veschäler zu kaufen.

Abg. Freiherr von Dobeneck (kons.) erachtete die Anzahl der Mutterstuten tm GestÜtNrustadt trotz der Vermehrung noch nicht für genügend und bestritt, daß Private die Zucht allein mit Erfolg über- nehmen könnten. Die Kreuzung des kaltblütigen Hengstes mit unseren warmblütigen Stuten empfrhle fich aÜerdings nicht; wir brauchen einen starkknocbigen, Warmblütigén Hrngst mit guter Gan art, rationel] bon guten Eltern gezogen, als Drckmaterial. Mit drm, lnkauf kaltblütiger Stuten im Auslande seitcns des Staats könne er mcht einberstanden sein. Das Gestüt Neustadt solle sich besonders die Zucht bon Landbrschälern für die Provinz Brandenburg angelexxen sein lasset); daßfür mühe kin jüchtiger Züchter, dem die Verhältniss und BkdurfnUÖe der Provinz brkannt seirn, als Gestürs-Direktor angesteÜt wsrdcn. Tednrr sbracb schlirßlich den in Weiten landwirthscbaftlichen Kretkscn gehegtrn Wunsch aus, das Drckgeld zu “ermäßigen oder wsnmstens für die Stuten, welche nicht tragend rvrrden, zurückzuerstatten.

' Obker-Ldndstallmeistrr Graf von Lrhndorff bemerkte, daß zuerst die Bédurfntffr'unsrrer Kaballerie brfriedigt Werden müßten, und daß nach Bedarf kme Bermrbrung des Stutenmatrrials stattfinde. In qustth w'olle mrm die Arabérzucbt Versucbsn für Zwecke der Armee. J'ur drs wettch Emstellung ron MUttrrstuxrn habe der Finanz-Minister nicht drs: Mittél bewilligt.

„_ Abg. don Mende1-Steinfels (kons) beklagt? ebrnfasls, daß fUr dsn Ankauf 7chwrrcr, kalkblütigrr Pfrrde jährlich 60 Millionen Mark nabRußTand, Belgikn, Dänemark, Frankrrick) und England gehrn. Dre Kenntniß, ob wir in den Verschiedenen Landrs- thrtlrd Sin? kaltblütigs Zucht noch 'nicht gs:xug_ brrbreitrt, bor allrm absr müffrn wic da§_ m _der Pssrdrzuckyt Vermriden; die Kreuzung kalt- blnttgcr 2Hengste mit Wartnblütigsn Stufsn hat nur Yéißerfolge grhabt. Zzür die Gründung eines Staaxsgrstüts für kaltblütige Pfrrdr kann ich nnch nicht bkgristem, wir solchn lieber den Yrcbatbrfihrrn bon Jréignrtrn Stuten Beihilfen für die Zrcht JEM.- Daß wir noch 10 weit zurück sind in der Pferde- zrxcht ltrgt nicht an “dcn Staathrstütrn, sondern an unserrn Züchtern, dxr oft drn Frhlér m_dchrn, abarbramchte, nicht mehr brnuybare Stuten zu bcrwrndrn und 11? 511 sshr zu strabazierén. Rc'dner erbat die Vrrmrhrung dcr .Ornxgstr in drr Provinz Sachsrn und wünschte eine (Erhöhnrxa drr Gkbä[trr dsr Gestütsbéamtrn, sowir Vcrmrhrung der Pserdckvartßer.

ObrrZLandstallmristC-r Graf Von Lshndorfs thriltc mit, daß AUCH? 3 angstr Ein Mann grrrÖnst Werde, daß abrr in der Provinz Sa [en

warmblütige odrr brauchen, ist

wrgrn Mangrls an Persdhal I).)kirthzwärtrr genommen Wsrdrn tnüsztcxx.

_ Die Absg. Fréihrrr 0011 Plettenbérg : Mrhrnm (kons.) und YFZFWU (Zrnkrß) änßsrtm: Einige Wünsckyr fiir das rhrinische Land- gr u.

Abg. Schnanbert (kons.) wünschtr eine Ermäßigung dEr Deck- g-cldrr und Vérmchrung drr Drckhengstr in Litthauen.

Obrr-Landstahmrister (75er Von Lrbndorff rrwidrrtr, da" Es sebrsch1vcr sei, die', nöthige Anzahl Hengste 1. Klasss zu bcscha kn; dir Einstrüung bon Hrngstcn 11. und 111. Klasse könnr die Zuchr ehrt schädiaen alsdfördcrn.

Die Etnnahmrn wurdru bewilligt.

(Schluß des Blattes.)

_, -- ZU dsr brukigen Sihung dcr BudgetkbmmissiOU drs Rsichstags kalärfk, drm „W. T. B.“ zuf01gr, bci “drr Berathung drs Etats drs A uswärtigrn Amts auf rinr Anfragc dcs Abg. Or. L i ebr r dchtaatIsckretär drs Auswärtigrn Amts, Staats-Minister Frei- hkrr bon Marschall: Drm Rsichstag werde in dicser Scsfidn Line übrr drn grgenwärtigcn Etat hinausgrbkndé Forderung für Marine- zn*€rkr11ichtbdrchrgtwerds". Schon seit grraumer Zeit bilde die Fmar ciner stärkchn Vrrmchruna drr Flotte". drn (HrgLnstand der Erwägungen drr bsthciligrrn Rrffrrts. Der Zritpunkt, wann dirxrlbrn zmm Abschldß grlangrn würdrn, ski noch nicht br- skimmbar. Ihr Er,.xrl'nis; werds srincr Zsit dcn bsrbündrten Rc- girrungrn und srdanxt dem Rrickpstag und zwar in eincr Form untrr- brrirrt _wsrdrn, wrlrbr VVÜL Klarheit gcwährk sowohl über die Be- dürfniszsragr und die angsstrebtcn Zirlc', wir Übrr die finanzicüen Mittel, welchc für dir Grgrnwart und die Zukunft an einmaligen und fortdaurrndrn Alxsguben erfordert würdrn. Vom Standpunkt drs artswärtigxn Dicnstrs kömxr Vorläufig nur bctont das Brkürfnik; nach Vérmchrung Unskkkk Flotte", mr Krruzcrn, fich ski! rorigmn Jahr.: nicht xjur mindrrs, sdndrrn im Gcgrnthéil (*rhc'dlich bermrhrt bcrrxbs méckyt ctwa auf rim'r Acndsrung unfrrrr Über- skrischrm Odcr Übrrhaubt unsrrer answärtigrn Poliiik: Eine solche sei wrdrr ringefrrtrn noch brabficbtigt; virlmehr scie'n die im borigen Jahre cnjwiä'rltcn und vom Rcichstag gsbilligtancfichtSpunktk maß- gebend qcblirbcn: Es handle sich um Sichrrm1g Unscrrr Kolonirn, um Erhaltung und Brfrstigung dsr deutschen Autorität daselbst und dann darum, dir DcUtschen im Ausland und unsere übrrsceischen Jntc'r- rfsrm, VONWÖMlick) unserrn Handel und unsere Schiffahrt nach Maß- gabe drr Vrrträgr und des Völkc'rrrchtö wirksam zu Mühen. Die“ Stcixxrnng Wes Bedürfniffrs rntsbrings auch nicht rinzrhWn Vorgängrn drr jüngstsn Zeit, sk? habe fich virlmcbr organisch Enthikk'EU aus der strtigrn Zunahme unserer übc'rsrkisckpcn Interessen, insbrfondere auch der Ausfuhr drutschcr Produkt? nach fcrnrn Ländkrn, ivclchr' im bergangknen Jahrs Linen besondkrcn Aufschwung Ucnommen habs. Daß die dkutschc Flottr mit drr Zunahme jrnrr Jmteresfkn gleichen Schritt haltr, sci Cine? Fordrrung, welchrr das Rrérh sich nicht cntziehrn könnr. Die näbrrr Darlrgung dicser Gefickytsvunktr werde für di? Vrrathuxtg dss Pkarinr-(Utats Vorzubrhaltcn fein.

werden, daß insbesondere nicht Vcr- babk. Dixs

Kunst und inffenfchaft.

In dcn soeben vrrsandtcn Monatsschriften der Comenius- Grscllsrhaft wird das Ergebniß dcr Pr('_isbewerbung für 1895 mitgesthrilt und brka11r1t_ gcgebxn, daß Herr 1)r. G. Koh- feldt, Kustos an der Unircrjitaks-Bibliothck zu Rostock, den Preis der Gesellschaft für seins Arbrit über drn Untcrricbt in der Sitten- lcbre nacb Comcnius rrbaltrn hat; eine zrveite Arbeit don Herm G. Közle in Cannstatt erhielt die Gesellsckyaftsdenkmünze in Silber. - Der von seiten der C.-G. in Deutschland zuerst aageregte Gedanke dcr Begründung Von „Volkshochschulen“, d. h. don planmäßigen Vortragskursen zur Weiterbildung der erwachsenen Jugend, beginnt, wie- in den nruesten Heften drr Gesellschaft mitgetheilt wird. immer mehr Boden zu fassen, und ebenso findkt der im Zusammenhang damit befürwortete Plan der Lesehallen nach Art der [mbljd Librarjds immer zablreichere Freunde. Mitglirder und Frkundc der C-G. sind es gewesen, die neuerdings in Jena, Straßburg, Marburg und ande'rcn Orten die ersten praktischcn Vkrsucbe in dieser Richtung ge- macht haben. Dée Geschäftéstelle der C-G. befindrt fick) jest in Berlin W. Charlottenburg, Berlinerstr. 22.

Verdinguugen im Auölande.

Rumänien.

Kriegs-Ministrrium in Bukarest: Lieferung von

2. März. 40000 großen und

485000 Stück Verschiedener Uniformknöpfe, 10 000 kleinen Rosetten.