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Sanskrit ammaiik für Anfän er, ])r. Qaimmer. _ Bretoniscbe Grammatik, ers. - *Altiriscbe ebungen, Der_s. _ *Erklärung der Päin bä ()uawgs (Forjsehung , Ders. _ “Erklarung altwäscher Ge- dichte aus dem 1-11'371- än, Der .
Erklärung der ortik des Aristoteles, Or. Susemibl. _ *Ein- leitung in das Stud um des Aristoteles, Der. _ Lateinische Gram- matik, 1)r. Norden. _ Umbrisch und Oskif , Ders. _ *Aescbylos' Prometheus, im Seminar, Ders. _ Jroseminar, Ders. _ Geschichte der griechischen Beredsamkeit, Or. ercke. _ Juvenal, Ders. _ *Cicero's Paradoxa, im Seminar, Ders.
Deutsche Grammatik, 1)r. Reifferscheid. _ *Derxtsche" Sprach- proben aus dem 4.-16. Jahrhundert, ers. _ **Mtnnesangerwes 13. Jahrhunderts, Ders. _ Grundzüge der deutschrn SyntJ, 1)1-. ,Srebs. _ Goethe's Leben und Werke H1. Theil), Ders. _ horzetik und Orthoepic', Ders. _ Altisländi che Grammatik, ])r. Brumier. _ ZYWF (sJnterpretation), Ders. _ *Das deutsch8 Volkslied 1806 bis
, er .
Historische Grammatik der französischen Sprache„ 1)r. Sirngel. *Im romanischen Seminar: UebunÉen, tZememsam Mit dem noch zu ernennenden Lektor der französischen pra _k, Ders. _ Palaogrgphtsche Uebungen für Romanisten, Ders. _ (Geschichte der eng11schen Literatur pon Cbaucer bis Spenser, Dr.Konratb. _ *Im englischen Seminar: Cbaucer's Canterbury Talks, DLLs. _ *Nenengliscbe Uebungen: Oliver Goldsmith, aus Tyackeray's 1-601361'65 011 1110 ]?!)Ziszii UUW0111'15138, DLrs.
*Rusfisck): &. für Anfängcr, 1). für Fortgeschrittene, Or. Rost._ *Russische Litrraturgeschichte im 19. Jahrhundert, Ders. _
Erklärung der UOF'Qciäxriijjkri), Or. Ahlwardt. _ Das 1791111 117711119, Ders. _ *leachri, Geschichte der islamischenReiche, Ders. _ *Erklärung ausgewählter Abschnitte der Mischnab, 1)1'. Keßler. _ Iüdifch-Aramäisch (Cbaidäiscb), Drrs. _ Arabisch 11. Kursus, Ders. _ Persisch 1: Firdaust's Schabnameb, mit Abriß der_Gratnmattk, Ders. _ Arabisch für Anfänger, ])r. Jacob. _ *Arabt_sche Dichter, Ders. _ *Türkisch 11. Kursus, Ders. _ *Affyrisch, 1113 Rost. _ *Aetbiopiscb, Ders. _ Keilinschriftent und Altes Testament, Ders.
Kun c',
*Tbeoretiscb-Praktiscber Unterricht im [iiur ischen Kirchengesang, Drömwvlf. _ *JnterbaÜen-, Harmonir- und ccordlehrr, Ders. _ *Kurfus im anatomischkn Zeicbnen, bon Dewitz. __ *Anlxitung_zum perspektivischrn Zeichnen und Malén, Ders. _ Rrrtunterrtcbt, .Prcbt. _ Turn: und Freht-Unirrricbt, ])r. thliß.
Greifswald, 1. Februar 1896. _
Der Rektor Victor Schulße'.
Deutscher Reichstag.
33. Sißnng vom 6. Februar, 1 Uhr.
Ueber den Anfang der Sißung wurde in dcr gestrigen Nummer berichtet.
Tagesordnung: Fortsrßun der ersten Verathung dcs Entwurfs eines BürgerliZen Gcscßbuchs.
Abg. Dr. Enneccrrus (nl,): Es wird nötbig sein, die Haupt- fragen in einer Vorn Reichstage niedrrgkskßten und dcshalb einrr böhsrkn Autorität théilbaftigcn Kommisfion Vorzubrratbrn, jvrnn wir im
lenum eins rasche Behandiung überhaupt erhoffen sollen. Wir timmen dLÖhajb dcm Antrags von Buchka und Schröder zu. Wir find damit einberstanden, daß die Kommission gewisse Abschnitts, ij1ch€ zu schwierigen Erörterungen keinen Anlaß gcbcn, durch Majoritat obne Diskussion annimmt. DieKommissioncn haben ohnehin von jeher ihre Geschäftsordnun selbst grordnet, über. die Zahl der Lesungen, dre
orm der 3 erichtcrstattung u. 1. w. Beschlüsse gefaßt; es ist nicht unwichtig, daß der Reichstag das fxsistrllt, und es wird vielicicht wünschknsMrtb sein, noch Weitere grsckwftsordnun s- mäßige Maßnabmen im Interesse einer erleichterten Vsrbessrrtcn €- schlußfaffung zu treffkn. Wenn ich auf einige Hauptfragrn des EntWUrfs eingebe, so darf ich daran erinnern, welchc? gewichtigen, schwerwiegenden Fortschritte das Vereinsrecht des Entwurfs Zegenübrr dem je? geltenden Rxcht bedeutet. Währrnd jrkt fast ü aral] in Deuts and Vsreine nur dann die juristische Pkt" önlichk€it erhalten, Wenn 18 ihnen staatlicherseits besonders Verliebkn wird und damit nur zögernd und sparsam borgegangen wird, ist nun den Vereinen ein ge- sicherter Weg eröffnet, auf welchrm, in der Regel obne bébördiichr
;
GenehmiZUUJ, das Recht der juristischen Prrsönlichkeit und Vér-
mögensfä igkeit erlangt wird. Dabsi ist dir Rschtsfiuhrrbrit Vol]- kommsn genügend géwabrt durch dis Anlegung der Vercinsrkgister. So Haben Verkinr für Kunst und WiffLUiÖÜst, für Gesclligkrit, wohl- thätige und gemsinnüßigr chcké, fiir die Vértrrtnng brstimmtér ?€- werblicher odrr Bsrufsintkresskn, kurz die ungrbeuere Mébkbkit alsr überhaupt besiehendsn Vrreine dis Möglichkeit, die juristische Psrsön- lichkeit zu erlangen. Bezüglich der politischen, sozialpolitiscben und religiösrn Vereins ist aUerdings ein Einspruchsrkcht des_Staats statuirt; ich mein?, das; disscs auf die politischrn und rrlicziöyen Ver- eine beschränkt werden könnts, denn die sozialpolitixcben Ver- eiys, sowsit sie nicht nach poiitischer Macht streben, bringen keine Gefährdung des Grmeinwyhls oder des öffentlichrn Friedens mit s1ch. Die Vereinigungen für Erzi€bung und Unterricht sind durch andere Gebiete der Grsrygrbung genügend gcrrgclt, sir bedürfen keincs besonderen Schußrs. Aber auch den politischen und religiösem Vereinen wäre eine stärkere Garantie schr wohl zu geben gegen eine willkürliche oder tendénziöse Benußung des Cixspruch§rrchtch ohne das nothwrndige Rechi des Staats zu brscbränken, gemeingcfahrlichcn oder den öffentlichen Frieden gcfäbrdenden Vrreinen wirksam rntgrgrn- zutreten. Der sozialdemokratiscbr Redner hat gemeint, daß rin Fabrik- berr diéjenigen Arbeiter, Welche ihrrn Pflichten nicht nachkommen, ohne weiteres in der Fabrik einschließen, sie der rriheit berauben könne, Das ist vollkommen unrichtig. Die Selbsthilfe wird nur ewährt, wenn obrigkeitliche Hilfe nicht zu erlanYn ist. EinFabrik err, der so bapdelte, wurde einfach nach dcm trafgeseizbuck) wc'gen widrr- rechtlicher Fretbettsberaubung bestraft werden. Gerade der kleine und arme Mann braucht den Schuß drr Selbsthilfe _ dsr rcichc Mgnn kann sich brsfer schüßen. Auch die Bestimmungen über die Mietbe find scharf angegriffen. Ich wil] auch die Besserstellung drs Mietb_ers, der metstsns drn minder Wohlhabendrn Bevölkerungsklassen angebort. Der Abg. Stadthagen fordertc die Bescitigung drs fand- und Retentionsrechts dcs Vermietbers; geschähe dies, so
. önnten die Arbeiter nur sagen: Gott behüte uns vor den Sozial- demokraten; denn die Beseitigung würde lediglich drn Miether und besonders dcp kleinen Mann unter den Mietbern treffen. Das würde der] Ve_rm:etbern die einzig brauchbare Sich€rung nebmen. Sie wurden nothwendig den Arbeitern die Mietbe ver- tbeuern und würden dem Vermietber zwingen, in (11an Fällen Vorausbezablung zu verlangen. (Zuruf bei den Sozialdemokraten: Das wird in Berlin jest schon Verlangt!) Ia, Berlin ist doch nicht dte let, und die hier geltenden schlechten Besiimmun en kann man doch nicht auf das ganze Land ausdehnen. Ein bi ig denkender Mann wird dre Bestimmungen des Entwurfs nur gutheißen. Auch nd die Scuben der Ehefrau und der Kindrr dcs Mietbers dem fandrecht des Vertxtiethers entzogen. Auch das fandrecbt des Ver- pächters an dem Wirtbscbaftsgerätl), an dem Vie - und Feldinventar und an desn landwirtbscbaftlrchen Erzeugniffen tadelt err Stadt- baxen. Erne Einschränkung dieses Rechts wäre dem ntereffe des Ichters zuwider, aus denselben Gründen, die ich schon bei der ietbe außemandergeseßt habe. In“ den Berliner Mtetbsverträ en Findet sich folgende eradezu balsabschneiderische Bestimmung nicbt alten. Der Vermiet er bedingt sich aus bei einmaliger Nichtzablung des pxaouuwsrauäo zu_entrichtenden Mietbözinkes, den MetZer exmittteren zu können, wahrend dieser doch für ie ganze Miet s- dauer den Zins zu entrichten hat. Wird jedoch ein Mietber exmittiert, so qualifiziert ck der noc? für die MietbSdauer zu entrichtende Zins nicht me r a s Mietbe, ondern als Konventionalstrafe, und diese kann nach dem Entwurf der Richter mindern, ja sogar vollständig kas eren. Ist nun zwar auf diese Weise sc?on für den Schuß des Methers esorgt so möchte sich doch vielle cht noch die Einfugung einer beson eren Bestimmung empfehlen. Heute kann der Mietber
nur auözieben, wann er den Mangel dxr Wohnung nicht gekannt bat, jedenfalls aber dann nicht, wenn er aur dtetGeltendmacbung dessxlben yerzi tet bat. Das Gefe?bucb will aiich m, diesem Fall die Losng des ietbsverbältniffes ge takten; das ist kein Nebnxen, sondern ern Geben von neuen Rechten. Was Herr Stadthagen uber den Dienst- vertrag gesa t hat, sieht im Mi Verhältxnß zu dem Inhalt des be- freffenden ??bschnitts. Was so es beißen, daß der Dienstvertrag auf dem Sklavereivertrag des alten Rom beruhe“? Das kann Herr Stadthagen selbst nicht ?[aubem Das römrscbe Rxcht unter- scheidet zwischen den S lavendiensten und den Diensten der reien. Aber nur die ersteren fteÜt es unter den „Dienstbertrag, ber der Entwurf acceptiert diese erscbredetxbett nicht, er beseitigt sie. Die Gefindeverbältnisse sind in Deutjchland' sebr yer- schieden, im Osten anders als im Westen. Da kann mgn dre Gesinde- ordnung nicht einheitlich rrgeln. Es ,müß'ten dre Verschieden- beiten berücksichtiZt werden, und wenn wir em solches einbertktches Gesinderecbt hineinarbeiten wollten, so würde das die Arbertsxi ber- zögern. Es war daher woleethan, diesen'Punkt isßt nicbt m das Geseß aufzunehmen. Ich ha 8 diese Angriffe auf das Mietbsreckpt und den Dienstbertrag widerlegen zu müssen geglaubt, damxt fie nicht unwiderlkgt in weiten Kreisen des Volkrs Glauben finden. Wenn die Sozialdemokraten nicht mehr Vorbringen konnten, als ichs Herr Stadtbagcn vorgebracht hat, so ist ,das ein schönes Zeugnis; für den Cnthrf. Troß mancher syinpathtscben Wendung der Rede des Hrrrn Spahn ist mcht zu bezweifeln, daß der Kgmpf gegrri die obligatorische Zivilehe wirder eröffnet Werden soll. ,EML Brseiitgung der Obligatoriscben Zivilebe haben wir allerdings nach den Erklärungen aller Parteikn außer dem Zentrum nicht zu befürchten. In einem konfessionell getni1chten Staat, in dem einc Konfession vor der kirchlichkn Trauung gr- wisse Zugeständnisse und bindendr Erkiarungrn verlangt über dir Religion dsr KindSr, ist die obltggtoriscbs Zivilebe im Interesse d-és religiösem Friedens ein unabwmsbarrs Erforderniß, da genügt auch die fakultatide Zivilebr iiicht, weil eine unduldsams Gesinnung die Zivilehe nicht als eigkntltche Ehe anerkrnnt. Dic Erfahrungen mit dem bestehendcn Zivilebrgeses soÜtkn doch auch das Zrntrum brlebrsn, daß seine Forderung eine unberechrigte ist. Die katholiicbe wie die protestantische Kirche hat es sehr wohl verstanden, ibrr Mit- glicder zur kirchlichen Ebsschließung, neben der standrsamtlichen, zu kaLJEn. Aus diesen Erfahrungen kann das Zentrum also keinen Grund entnehtm'n, sich schließlich dem ganzen Entwurf fkindlici) grgenübcrzu- teÜen. Der warme Ton, in wrlchem der Abg. Spahn über den Geseßrniwurs gesprockysn hat, hat mich in dem Glauben bcstärkt, daß das antrnm mitwirkt, Wir WÜUsÖSU nicht, das; das Gessi;- buch zu stande kommt grgcn die Stimmen drs Zrnirnms; nur als einen Notbfal! würden wir es bstracbten, wenn das Zrntrum sicb yon der Zustimmung ausscbließen würde; aber daI" Zrntrum hat noch viel weniger Grund zu wünschen, daß dieses Gesrßeswrrk grgen skine Stimmen angsnommcn würde. Ich kann dic schweren Brdcnken und Befürchtnnacn der Zentrnmsrrdner 11icht tbeilrn. Fast noch sYwieriger als dieKLebre don dsr Eheschlicßung wird dic bon drr (Ebr- s )kidnng für die Kommission werdsn. DLL" (Entwurf cntbält rim) br- dcutcnde Einschränkung der Ebkschc'idung; das Landrccbt gebt iveéitcr, ebenso der 0060, das Badische Landrrcbt und das sächsische Gcssizbucb. Die zwangsweise Aufrrckyterlmltung rtix[)€i[bar zerrütteier Ebrn stärkt die Achtung Vor der Ehe nicht; ste i1t fördrrlick) den Bestrebungen, Welche die Ehe iiberhaupt untergrabrn WOÜLU. Wrnn di? Gcistcs- störung jcde geistige kacinschaft dcr Ebegntten aufhrbt, ist cs da grrecht, einem kleinen Mann, drr srinen Kindern keine Pflegerin für Grld geben kann, dir zweite EHE zu Verbietcn? Mit drm Sicchtbum und der körperliche'n Grbrrtblichkéit ist ein solchrr unbcilbarrr Wabn- sinn nicht zu Vcrgleichén. Dir: Ebéscheidung wrgen böswilliger „Ver- laffung will Herr von Buchka noch mehr beschränkrn, aber dadurch würde cbrr Schadrn als Nnßrn gestiftrt. Herr don Stumm hat dir Gütertrennung als Grundkage fiir das Eherecht vorgeschlagcn. Wo dic (Hütkrtrennung bkstrbt, übergiebt die Frau ibrkm Maxin freiwillig ibr Vrrmögen zur Verwaltung und Nut,;niefzung, soda“* dic: Rccbtslcbrcr sch0n erklärt habrn, daß die Güiertrcnnung gar nicht meJr Existiert. Diese praktisch gewordrnrn Verhältniss“: sollte man auch drr R€chtsg€stalnm zu Grunde lkgcn. chn die: Frau ihr Vkrmögen wirdc'r sklbt an sich nimmt, nachdem sis dcm Yiann die Verwaliung Übertragrn battk, so entsirhen damit dir Erstrn erwürfnisw in dcr Ehe. Die Frau soÜ da chn Jeschüßt wrrdcn, daf; dcr I)iann ibr Gilt Verpraßt. Absr daizür gik 1 es Kautelrn, nnd wrnn sic? nicht genügrn, könnrn fir Verstärkt wkrdkn. Abrr man darf nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Dis Ernwiierung drs Crbrrckyts dcr Ehr- gattcn untcrsinandrr kann ich nur als (“1116 bcdsnisndc Vérbcssrrrmg ankrkcnnen im Grgcnsaßr zn *chrn von Stumm. Es mag in dcn woblbgbendcn 'Klirsse'n, bci drn größkren Grundbcfi rrn, dic ibrrn Famcktenbesiß in der FÜMlliE Erhalten wvllrn, cin „ misch bcstebrn nacb Bssxhrawkung dss Crbrrchts drr Ebkgatte'n; das kann in drr Form des Testamrnts g€schebrn_. Di; Erbrechts sind durch die staat- liche Zersplrttrrung, durch die erwürislung der Rrckyisgkbictr so der- wrrrt wwrdrn, daf; jrdrr Jurist ngr in sxinem RKchtSZLÖilt Bcsckyrid wußfte. Dcr gklc'brtc Jurist beschaftigt 1ich jetzt vici mehr mit ali tstoriscbcn Rrchisaltertbümcrn als mit dcm praktischcn chbf. Dre dunkelsten Partien des Nachts find oft mrbr bebandrlt, als die bochwichtigrn Fragen des nwdrrnen chhts. Dirsrs Gcskßbuck) schafftdir Grundlage für dcn „Richter und_dc'n Rcchisgclebrt€n. Wichtigxr abrr [ß norb, dqf; das Volk Kenntnix; Von seinem Viccbt crbält. cht ist fur rm Drittel Drdtschlands das Recht selbst für die Gsichrtcn, mit Yusnabmr drr Jurtstrn, unzugänglicky, wcil Ls latcinisch gcscbrirbcn tst. Frzr em zivcites Drittel gilt das französisebc Recht. Für drn Rrsi gilt das Prcnßischc' Landrrcht mit seinen 17500 Paragrapbrn. Man Verlan'gt 'Von drm Entwurf eine W1kstbümlich€ Sprackyr. Ist drnn das mügirch, Wenn das BOLk söin Récht selbst nicht kennt? Gkbt drm Volke €r1t_€m Recht, daß es sich eingewöbni; erst dann kann sich xinedolkstbümltche Sprache herausbilden. Diescs GSW grrift jcßt tn dier Rxchts rbie'te ein; es ist schwi€rig, abzuwä 611, wie die' einzrinrn Rechtsgebiete crübrtwerdcn. Deswegrn ist dir eicbsgcscizgebung auf drm Gkblet'dés Zivilrechts so unfruchtbar, so fruchtbar fix: auch sonst lft- Wcr dlksks Geseß annimmt, dcr fördexrt die Reform des Nichts; Wer dsr Entwicklung Vertraut, der fördcrt seine Sache, auch wcnn sie nicht vrrwirklicbt wird, durch die Annahme des Entwurfs. AUf Gratiditesrr Grsevgebung werden die Sozialdemokraten z. B. einr €U1b€11llch0 Gcfindrordnunß viel eher errin en können, als ohne fir. Das einhertltchc Recht starkt das BewußtZCin drr Zugehörigkeit" ks Vermehrt die Ebrr drs deutschrn Namens. Nicht in [8 ter Linir beruht Frankreichs Kraft auf seinem cinhritlicben Recht. „ln uns ist es,1_nitzuwirkxn, daß das Band einbcitlicbcn Rechts bald auch die drut1chen Stamme umschlingt. _
„ Abg. Freiherr vo n Ma n tr u_ffel(d.-kons.): Ms MiiFlisd der Kom- mtsswn fiir das Bürgerliche Gejrßbucb hatte ich die A sicht, auch zu Zprechen. Aber eine bockygradi e Heiserkeit hindert mich, eine lange
Dede zu halten. Einige Ausfü run en des Abg. Spahn zwingen mich dazu. Herr Spahn bat den Versucl? grmacht, mi?) in Gegensa zu seßen gegen meine Freunde. Hrrr Spa n fragte errn von Bu ka, ob das eine konservatiye Mitglied, wel es in der Kommission gegen die Einführung der Zivilebe gestimmt hat, anderer Meinung geworden ist. _Jä) übernehme an Stelle des Herrn von Buchka die Antwort und erklare, daß ich nicht anderer Meinung geworden bin. Ich bin rin Gegner der Zivilebe Jewcsen; nachdem die Zivilebe einmal geseßlich eingeführt war, habe cb mich fügen müssen, und es ist meine Freude und mein Stolz, daß ich persönli früher geheiratbet habe, als die Zivilehe eingeführt war. Wo si aber eine Gelegenheit darbot, ge en die Zivilebe zu kämpfen, babe ich es mit voÜer Ueberzeu ung
et an, und ich bin überzeugt, die große Mehrzahl meiner politiizchen Freunde haben mir in diesem Kampfe eder Zeit zur Seite gestanden.
ine olcheGelegenbeit bot chinderbetreffenden Si ung derKommisYon des ärgerlichen Geseßbu s, und da habe ich ni t einen Augen lick gezaudert und gegen die betreffende Bestimmung gest m_mt. Sollte uns diese Angelegenheit noch einmal im Plenum beschaftigen, so werde ich genau Lo wie damals mit den Herren von der katholischen Kirche zusqmmens immen, und ich glaube, daß ein Troßer Theil meiner politischen Freunde meinem Beispiele folgen wir . Aber wir werden,
,.
auch wenn wir unsere Wünsche nicht durchgeseßt sehen, d och für "z, _
das Bürgerliche Geseßbucb stimmen, und ich glaube, da das
das Zentrum thun wird; Wenigstens klangen die Erlerun en ai,!“ Abg. Spahn wesentlich sanfter als die Ausführungen des Abg. intelex, die mich einigermaßen besorgt machten hinsichtlich des ustandekommené des Geseßbuches. Herr von Buchka hat zwar in ebereinsiimmun mit uns den Antra gesteUt: die Materie einer Kommission von 21Mitgliedern zu ü erweisen. Nachdem aber die Ausführun en des Herrn von Stumm mich überzeugt haben, daß das Zustandeßommen des Entwurfs am bestrn durch die Prüfung einer freien Kommission gewährleistet wird, so nehme ich keinen Anstand zu erklären, daß meine Freunde und ich in erster Linie dem Vorschlage des Abg. von Stumm zustimmen werden.
Abg. Frobmr (Soz.) erklärt, daß er ebenso wie der Abg. Stadt, hagen im uftrage seiner Partei spreche: Man will ein nationales Recht und konstruiert die Phrase: (Ein Reich, Ein Herr, Ein Recht! Da mischt fich doch eine starke Dosis nationaler Ciwlkeit hinein. Man glaubt dem Reichsjubiläum durch eins solche Vorlage eine rechte Weihe grben zu soUrn. Dir Masse der Nation Wrbält fich sehr kühl gegen, über der Vorlage, weil sie davon nichts weiß. Die Grundlage fehlt, dir einheitliche Recbisidce. Wir srbrn nur die Interessen des mobilen und des imnwbilen Kapitals, die Interessen der Liberalen und KM. sLrVaiiVen. Usbkr die Thatsache der Uneinigkeit der Interessen hilft kxin nationaler Tamtam hinweg. Die Jnterssscn der berrschrnden Klassen strhrn im Vordergrund, das nationcxle Jntereffr drr Massey ist davon weit entfernt. Dis Berufung auf den Gkrmanismus ist Pbraseologie. Wenn man ernstlich znr gcrmanischen Rechts. auffassung zurückkrbren Wollte, dann_würde man manches nicht haben, was die Herren (rechts) bswnders wünschen, z. B. die erbliche Königsberrscbaft. Gegenüber dsn sachlichen Ausführungcn dcs Profrssors Planck machten die: Ausführungen des ProfessorsSdhm eincn eigentbümlicben Eindruck, nicht bloß bic'r im Hanss. (Hrstem rühmte er, daß das Rccht des Volkes sich sslbst entwickrlk. Aber in skiner Schrift spricht er von dem Entwurf als von einer Arbeit der Studirrstube', rr brzeichnct ihn als fabrikmäßi aixx'Vorratk) gearbeitet; Er meinte: diE Pflicht giébt das Amt und das* mt giebt dc'n Vsrsiand, 21er Profrssor Sohm hat für di€_srr1 Satz gcstrrn nicht drn Beweis erbracht. Man Hat ja sch0n vielfach erlebt, das: das_ProfessdrtHum von der Arbriirrfragc nichts Nrstrbt. Dir erbcitcrxragr ist nicht von Agitatorcn odrr 13011 RWolutionärrn aufgeivorsen wordcn, sie ist einc Folge der wirtbschafilichen Verhältnissr. Hrrr Profrffor Sohm hielt die agrarische Fragr für wichtiger als dic soziale. Wäre ich boshafter als ich bin, dann wiirdc ich nur wünsch?" können, daß diese Auffassung aligxmeincr wiirde, dann würde die Unzufricdsnbeii immrr stärkrr wrrdcn. Das; wir die) kiiecbtsordnung iiicht ankrkrnnkn, hätts «Hrrr Sohm nicbt behauptri, WSU" er den Stand der Arbeiterbrwrgung kLUULU würdk. Es ist rinr Thorbeit zu sagrn, daß wir gesckyworcne Gkgncr_ dkr_bcstc?1)rndcn Liikchisordnnng sind; wir findrn uns mit ihr ab, wril 1i€ historisch gcwvrdrn ist. Wir rrklärcn nur: dicse Rechtsordmmg bcdéutrt nicbt die HÖHE drr kiiltychcn und sittlicbrn Entwickrlung. Möchte man sich doch endlich an 1ogknannier maßgrbrndrr StrÜL abgrwöbncn, immcr zn brharwtrn, cs komme drr Sozialdemokratie auf drr: gewaltsamrn Umsturz an. Wir wollrn die Entwickélung im 9186191 und dabri bi'fiiidén wir 11116 in guter GTsSÜ- schaft. chrixig brzeicbnrt als QUcUc dcs positidrn Rscbts dic Machi, die? drm Bcsiegirn das Rrchi airfzwingt. Bcdkutc't dsr Entwurf Cincn Fortschritt im Rscht oder zur Grrrchtix11chii9 Cr Enthält nicbt ('imnal dic Anbahnung zur _Rschtrglcicbbkit. Das Verciiisrrckzt z. B. ist Cin ganz e'rbcblicbrr Rückjchritt gsgkn die in rinzrlxien Bundrsjiaatmi giiltigrn Bésiimmrmgcn. _Profcssor Giéfk? bczkirbnet das Vsreinsrsäxt als cin Ausnathrssy jcblimmsicr Ari, deim die' Politischen Vrrrink würden für bogclfrri Erklärt. Der Entwurf soil eincn T*rlxpfrn sozialistisch Oris Enthalten; abcr das _Orl war ranzig, und ich glaubs nicht, daß dadurch das Wörk Lin wziairs «worden ist. De'r Eniwnrf but in drr vrrschicdrnar1igch11 Briiandlung dri" rbrlichsn imd unrkxclicbcr: Kinder eine Ungcrrcbtigksii bcgangrn; rr hat das Cbrisirntbmn drr- leygnri; e'r bcstrriict sogar dic Ve'rwandtkckyafi zwisch-xn einrm uncbrlichcn Kinds Und srinrm Vatrr. chn dir unehelich Mutter s1ch vir- betratbrt, hat fie kritik mütte'rlicb? (*»Mwult übrr das Kind, sie» darf rs nicbt vertrrtcn; abcr fir. muß für das Kind sorgen. Dcr Vater kgnn fick) mit Grid abfinde'n und im übrig?" soins väfkrlichrix Pklicht€n mit Füßrn irrten. Und das nennt man Sittlichkcit Uni Hebizng dcr Sittlichkkii. Man hat frnst die' Sozialdcmdkxairn aii- Anbiingrr drr frrien Lirbr bkzcickynét; dir- frrir Lirbs im schlimmrn Sinn? ist Sach€ drr bürgrriichcn Gcsriisckyast, welch? dic biirgrr- lichrn Partxirn zu drrtrrtrn dic Cbrr haben:. In diesc" bürgrr- 1ich931 K'rciikn ist die' (Efie oft wcitrr nichts, als dir rrcbtlicb bmnaniriir Prostitntion. Als dcr („11110 (zir'jl rinxikiübrt wurdc, bsiand sich die bürgerliche" (HkslÜiÖäst im Aixsstrcbrn, in drr (Entwicklurig. Dtssrs Göseybixck) trifft sine (Hrscljscbaft, Wi'lchi' in drr Abwirii- schaffung bcgrim'n ist, und schon de'shalb kann es nicht dic Historisch Bcdruiung grwinnrn wir 7“. Z. das Preußische Landrecht. Dichs (He'srßbucb btldrt nicht dir (»Zirundlaxw Liner gksunden Rccbts- c'ntwicklung, denn _26 drtschlicßi fich din b9r€chtigtcn sozialrn Fordkrungcn dcr (éikgrnwart. Dicics Gcschnck) soll auch dir Bafis “abgcbcn für die Entwicklnng einrs Völkc'rrrckyts, Links" tntsrnaiionalcn Rcchts. Nun wobl, wir Werden Sie", spätsr auf ifi Probe sirllc'n nnd wolirn dann sebr", ob Sic sicb wicdrr bin*.) Ausflücbtmt Vérstcckcn, wir ('s drr Abg. Ennrcckrus be'züglich r,". (ijindrordimng griban bat. kHas Volk, das Volksbrwußtsrin ist r',; Qurllc dcs chbts Und, bsrlamc'n Sir sich daraixf, mit dcm Augcn- blicke', wo dis Ucbrrzrugung don di'r Unhaltbari'rit dcr bsstrbcnicn chckytsordnung in die brritt'n Massrn de's Volkcs ringcdrunch iii, Wi.) dic böbrre Rschtsidsr dic Massrn bibrrrscht, da wird es aus skiU mit dirskm Rkcht und diescr Rechtsordnnng. Aiso schaffcn Sir kö" nur: drsto [richter und Einfachrr wird der Ucbcrgang in dir böbch Rcchtsich werden.
Abg. 1)r. Ennxccrrus (nl,) weist darauf bin, das; aiifdem Juristrntagr Profcßor Gicrke sicb grgrn drn (Entwurf dcs Vercins- rrchts erklärt bättc, wiihrend Justiz-Rati) Levy aus Brrlin fick) fÜk dcnsclben erklärte. Er selbst bab? damals gleich dcn Vermittelung» Vorschlag gktnackyt, den Er brutr' vrrtrctrn habe: dir Auffie-[lung bor- Normattvbcstimmungcn. Das Strcbi-n drr Sozialdemokraten gch ebcnfalis dabin, aber sie ivoUtkn keine Ausnahme zula cn. Aus scmcr (desd Rcdncrs) Stkllungnabme könne ihm doch kein Vorwurf grmakbk Wer cn.
Abg. Stadtibagen (Soz.) wendkt fich rgcn die Ausführungen des Profrssors Sohm, der cs für gut befundrn abc, ihn pcrsönlich an- zugrrifrn. Er babs ihn in Vergleich cstellt mit dem Geheimen Ratb Planck und gefragt, wer der dkllt?ch8 Mann sei. Bedaycrltcks sei es, daß ein Vertreter der Rrgicrung, cin Vcrtrcter dcr grbtldetcn Stände Herrn Gcheimen Raik) Planck für diesen Ausfall babe bx- nu en können. Aus Welchen Thatsachen, fährt drr Redner fort, MÜ er tieinc Zweifel über meine Wabrbaftigksit und Treue begründrn? er dazu nicht im stande, so übcrlasse ich das Urtbeil darüber dcr Oeffentlichkeit. Herr Professor Sohm hat cmeint: dcr VFW“ vertreter Werde geboren; ich dachte bisher: (1 6 Menschen wurden cboren. Sollte damit etwas Anderes gesagt sein, so mag er cs [* M agen, damit ich ihm die Antwort nicht schuldig zu blklbkn brauch?- Er hat mir das Recht abgesprochen, das Volk zu vertreten; nacbxdkr Verfaffung vertritt jeder Abgeordnete das deutsche Volk, und troß des Widerspruchs eines Professors. Die B?“ amten und Gelehrten sollen die 98 % Arbeiter bertreten haben. Eine Betheiligung an den Kommissionsarbeiten bqtte ich wohl dankend ablehnen müssen, weil ich außerhalb des Nexcbstags meistens in Räumen weile, in denen Kommissionen ritcht tagen- Kein einziger Vertreter der organisierten Arbeiterschaft tst zu d'? Beratbungen herangezogen worden. Es Liebt ja an Beamte, Ge werberichter u. s. w. welcbe mehr Verst ndniÉ ür ie RLÖWM“ hältnisse der Arbeiter haben als Professor o m. Da?p M11?“ An riffe gegen die Vorlage bere tigt waren, wür e au rofessok So m zugeben müssen, wenn ni t eine tiefe Kluft die rbeiter von den Besißenden scheiden würde. enn man blo ein einheitliches Recht machen wollte, wozu die Éveiundzwanxigdiä rige Arbeit“ dann könnte man ja das sächsische eseßbuch n ern und einiübkkn-
Ak“ man fpricbt ja von einer Verbesserung des Rechts, von einer Ausgestalnmg desselben in sozialem Sinne, und da sind die Arbkktkk- welcbx hauptsächlich betroffen werden, unvertreten iu drr vorbereitenden Kommisfibn. „Das, bestehende Recht beruht [edi lich, auf Mackplverhältntffen, es ist der Niederschlag der Wirths aFtltchezi Kampfe. _Man hat ganz vergessen, daß der Arbeiter fre ist, nicht mehr hörtg oder SkléWS; er kann verlangen, daß auch sei;) Arbeitsbertrag einheitlich geregelt wird. Der Abg. Enneccerus bali etwas für unmöglich, was im 0066 01711 und in anderen Rechten geordnet ist seit Anfang drs Jahrhunderts, nämlich eine Ordnung des Gesinderrchts. Und Professor Sohm hat in seiner Schrift auch erk1ärt, daß für die eigentlichrn Arbeiter mebr hätte qe- schehen können. Der Diknstvertrag soll ganz allgemein gelten; soilte er gemeint habsn, daß auch dis Bramten darunter failcn? Dann wurde daraus folgen, das; die Arbkitcr LbLUsl) wie die Bramten PM- sionen Erhalten miißtcn. Meine Ausleguxigen der Vorschrift über drn lebenslänglichen Vertrag hat Prdfkffor Sohm als unsixinig bezeichnef, wäbrcnd Professor Dsrnburg diesribe Auslegung hat wie ich, ja sogar glaubt, daß die Vorschrift nicht 'bloß für, ländliche Verhält- njffe, sondrrn auch für gewrrbltcbe BStrtrbe benutzt werden könnt?. Eine solche“ Vorschrift hatt? ber Anwésenbsit auch nur eines Arbeitt-rs nicht in dé" Entwurf hineitxkommen können. Wir können uns als Fraktion, die ein Gefühl für ihre Verantwortlichkrit bat,nicht gsfaüen [assemdaß der Arbeitsbertrag nacb drm Entwurf grrkgelt wird, ohne daß wir drn Vrrsuch machen, eine Arnderung herbeizuführen, namentlich da die anderrn Parteirn auch Acnderungrn zu machen becabjicbtigen. Es müsse'n die Verschic-drnen Arten der Arbeitswerträgk bérjtcksichtigt Wrrden. Es muß gezeigt werden, daß die herrschenden Klasssn grben soilen, was notbnwndtg ist, um die wiribscbafilich Schwächeren zu stärken. In die Kom- mission soÜten die: Regirrungsn Horrem schick€n, wrlcbe diL/Klugbeit und den Scharfsiim des Herrn Planck [*,aben. Jeb bitt? dir Reuierung ferner, den Gedankrn auszugsbrn, daß man durch jUrisiische Zwirns- fäden Linen WaU grgrn dir Sozialdrmokraiie aufführen kann. Wir wurzrln in der gefeklscl)aftlichen Entwickinng; solltc'n unssre Ansckpauungln unrichtig skin, so werdkn wir nicht zum Sikch gelangen. Wir dcr- langkn bis jet noch nicht ein Atom sprzieli Sozialdrmokratischks. Absr mögrn is Rrgikrimgrn nicht glaube)", daß, dies im Volk die Ansrbaunng kiWLCkEU kann, daß drr Reichstag; mcbi im stande? ssi, das seit 22 Jahren bcarbriiric Wrrk umzugcsiaitkn. DST Reichstag muß es VLk[)ÜtM, daß near Y_lusnabmrmasznabmrn gsschaffrn Werdkn.
Damit schlirßt die Diskussion. '
Gcgen die Stimmen der RcichsParici Und drr Kon- serrmiiVLn, mii AUSnnhmc dcr Abgg. ])1'. von Bu_chka und Jacobskötter, wird dcr Antrag auf lchcrwri1ung drr ganze'n Vorlage an eine Kommission von 21 Mitgliedern cin: gmwmmcn, ebenso drr Vorsck) ag, chr Kommission die Er- mächtigung zU crtheilcti, durch MehrbetthcschlUß ohne Debatte einzelm' Abschnitte drs Entwurfs zu erledigcii. (Hagen. lcßtcrcn stimmen das ;Zentrum, dtc Polcn Und ctmgc Mitglicder der deutscbsozialcn cformparisi. '
Darauf wird die Vcrtagnng beschlossen. Der Präsidcnt Freibcrr von Buol mill auf die Tagesordnung dcr nächsten Sißung außer drr Jntrrprilation auch dir erste BkMthnng dcr Nove'llc zur Gcwcrbrordmmq setzen.
Abk. Singer bittet, dir Writcrbrraiiwng des Antrages bktl'kffén das VcrcinSrecht vorzunehmen. "
Präsident Freiherr von Buol crklärt, das; er fUr SMW- abcnd cinen „Schwerinstagk in Aussicht gcnommcn hab?.
Das Haus schließt ilck) drm Vorschlage dcs Präsi- dcnten an.
Schluß 43/4 Uhr. Nächste Sißung Frcimg 1 Uhr. (Jnierpcllation, bctrcfsrnd dic Tranyrtlägcr und Novclle zur Gcwsrbcordmmg.)
Statistik und Volkswirthschaft.
Zur Arbeitc'rbrwcgung.
Zn Brcslau fandcn am Mittwoch zwischcn sinrm Von den Konfc'ftionärcn grwäbltrn Comiiö und drr Lobnkdmmisswn drr aus- ständig?" Sch11Lidkr nnd Schuridcrinnrn Auk-"glrickysdrrbandln"gsm statt, dir indrfs, wie dir „Sibi. Zig.“ bcricbirt, noch zu ksincm brstimmtrn Craebnif; führtrn. Vim drn Vrrirrtkrn dcr Untrrncbmsr wnrde rrklärt, das; man börbstcns riiisn Lolmzuscblag von 10 0/0 zu ds_n bis- bcrigcn Prriscn werds zixgcsirbkn könnrn. Ein Haupt- k-indcrnis; der Aufbcssrrimg sci 61116 Anzahl don Kon- fektionsfirme'n, dir sicb drn in drr Konirrrnz bcrtrktenc'n lintérnebmkrn nicht anschlirsxrn Wollten und bei denrn grradk diE niedrigiirn Löhne gcznblt wiirdcn. Dir Schnridrr müßtcn dafür sor rn, daß dirsc Firnis" nicbt dnrch ihre Vcrwrigrrung jcdér Auf- bksiirimg einc crböbir Lcistungsfälsgkrit €rla11gtcn.s Daraus Wurde vom Vorsixzcndcn drr vankmnmissiM rrwidcrt, daf; rmr Lohnerhöhung don nur 10% bsi dkn jetzigkn Preisen unakmc'bmdar sei. Die Fords- rung der Betrirbswerkstätte'n solle cinstwc'ilrn zurückgrsiellt wsrdrn. Dir Parteikn Vereinbartc'n, daß muh neuen Versammlunqkn dcr Arbeitgrbrr und ArbÜtnrbmrr zwiscbe'n dcn beidrmsitigrn Comités Miterbcrbandcif werdcn solle“.
Aus Bcrlin bcricbtct dir „Post“: Eins allgemeinr Wbrits- Einstellung babcn dic Mal-Irmristcr, laut Bericht drr Ausstands- kommisfion dcr Malcrgebilfcn, in cincr Versammlung (1111 Z).)kitt- Worb, die? Von etwa 2000 Arbciincbmcrn besucht war, in Aussicht gc- stcüt für den Fall, das; dir Gkbilfc'n auch nur übcr kinc' Wrrksiätte Wegrn Lobustrcits den Ausstand dcrbängen würden. Die Fordernngen dkr Gehilfen smd: 1) Mindest-Stnndrnlvbn Von 53 „„5 für
alsr und Ansircichcr (dis Anstreicher crbiclirn bisher 35 „_1); 2) Arbkitsdauer von neun Stunden; 3) Auslieferung des Arbeitsnacbwciscs in dic Händé der Albritér. Falis bis zum 15. d. keine brfriedigende Antwvrt dsr Mcistrr riiigclausrn sei, sol], nach einer gegen vier Stimmyn angcnommsnen Entschlicßung, in dem all- Mmeinen Strike ringctrctcn werdcn. _ Einen aÜgcmkinsn Ausstand babrn aueh die S a t tie r drr Milijärcffcktcn-B rancbc in einrr Vkrsamm- lun am Mittwoch in Aussicht grnommen, falls die Firmrn Lob S5 ne und Guddé, in welch lcUtrrr-r bercits 50 Mann die Arbeit ntedergrlc t haben, die ortsüblichen Löbnc nicbt bewilligen sollten. _
n eine ohnbenwgung sind fcrnc'r dik: Korbtnacher eingetreten.
Ans Bern meldet „W. T. B.“: Das Jnitiatchomité drr Be- amten dcr schweizerischem Zentralbahn sagt in einem Rund- schreiben Vom 5. Fsbruar, dcr neue Grbalts-Eiat der Verwaltung sei tm Ganzen annehmbar. Die Vkrklausrlung desselben biete jedoch keine Gewähr, daß das bisherige System nicht wieder Play greifr. Das Comité) kabc daher einstimmig beschlossen, die Gehaltsordnung nur bmit den dom Comité fcstgescßten Zusätzen und Aenderungen an- iune men.
Land- und Forfttvirthsckxaft.
Im weiteren Verlauf der gestrigen , leßten Sißung der FFW. Plenarversammlung des Deutschen Landwirths afts- ratbs zo 1)r. Wien seinen Antrag, nach welchem die Einze staaten oder das Iixeicb die Getreidefilos erbauen soliten und in denselben dauernd auf Kosten und Rechnun des Reichs ernbcimiscbes Getreide unter Verbot des börsentechnisZoen Terminbandels gelagert werden sollte, Zurück na dem verschiedene Redner diese Frage als heute noch nicht Prucßreif ezeichnet batten. Dagegen gelangte die bereits mit- ejbe lte, von dem Landes-Oekonomie-Ratb von Mendel-Steinfels
lle) und dem General-Sekretär 1)1'. Müller ?Berlin) beantra te ,esolution, betreffend die Stellung der Landwirtb chaét zu dem Er aß eines Warrantgeseves mit besonderer Rü cht auf d e genoffenschaft- [i(be Verwmbung des Getreides, einstimm 9 zur An.1ahme.
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Den leßten Gegenstand der TageSordnung bildeten die Maß- nabmxn zur Schuldentlaftung bezw. S ulderleicbterung des. landli en Grundbesißes. Der Ne erent, Professor Dr. Sermg(Ber1n),_ führte etwa Folgendes aus: Die deutsche Land- wirthschaft babe eme Gesammtschuldenlast von 10 Milliarden Mark. Die fich_vvn Jahr zu Jahr siei ernde in Preußen um 200Millionen Mark aÜxabrlicb zunehmende S uldeniast sei die Hauptursache des land- wirtbichaftlichen Nothstandes. Die Lösung dieser Frage sei nicht nur der wichtigste Theil der Agrarfrage, sondern der Sozialpolitik über- baupt. Dreimertel aller baueriichen Schuldrn entsiändcn durch Ankauf und Erbabfindurzg., Dadurch vollziebe Lich in dem bäuerlicher: Besitz eme dollstandtge Umwälzung. Der äuerlicbe Mittelstand ver- schwmde immer mehr, und der bäuerliche Besiß konzentriere fich in den Handsn des Kapitals. Der Umstand jedoch, daß noch zahlreicher [andixcbkr Grundbesitz in Deutschland undsrichuldöt odkr nur mäßig
vrrschuldet sei, liefere den Beweis, daß es noch möglich sei, dem Zer-_
setzungsprozeß rni'gegenzuireten, ehe es zu spät sri. Die Hauptursache der Verschuldung liege in'dem hobenZinssaiZ. Cs würden von bäurrlichen Griindbesiizernsür Erste Hypotbrkén 4 bis 4, bis 5, ja bis 60/0 gezahlt, Spatrre Hvyoibrken würden bon Hypothekenbank?" und Privatrn be- lisbcn. Essrt ibm bekannt, daß eine jrbr große Hyyotbekcnbank in Berlin emen Géwmn von 910/0erzirlthabe. In Lkstkk Reihe könne der großen VLrsckUtidung durck) Herabsrßung des Ziusfuße's entgegengewirkt werden. Etna Herabsrixung dss Zinsiußcs Von nur 10/0 würde (mf die' Erwähnte Grfammtschuldenlast Von 10 MiÜiarden Mark 100 MiÜiOtikn Viark betragen. So [cm 6 allerdings der Staat axs Schuldner emeri so kwhrn Yrozentiiaiz zahls, könne der stfaß fur Bsierbung dss bauer1ich€n Grundbesißes nicht berabchen; Es sei dabei“ nothwendig, einc Konberfion der Staatspaptere Vorzunéhmrn und zwar dérgestalt, daß nach geschclckcn€r Konderswn" nur der niedrigstr [andrsüblicbe Zinsfuß, etwa 3% gkzahlt wurdrn. Allrrdings wiirdrn dadrtrcb k[€in€ Rkntner bétroffkn Werdrn; dirsc könnts man abcr, wie dirs auch in aydrrn Landern geschche, schadlos ba1t6n. Durch das Sinkrn des Zinsiußes wgrs schon Viel geschehrn. Aliéin vi€1fach bcfändcn sich die Baucrn m ertirr sol rn Lage:, das; die bloßr Hcrabsrtznng des Zins- fujßrs ihnen nicht m€x zu brlfcsn Vermöge. Es müsse also zu drr Zinsbrrabssizung ems gründliche Organisation der Brléihungsart [x-mzukommen. Drr Zirdner schlug Vor, die chtenbanksn bon Staats- wrgsnfmrhr dem bczurrlichrn Brfits zugänglich zu machen und zwar dcrarirg, daß diese nur dann Darlrbkn gewäbrrn, wrnn rs s1ch um danarnde Erbalirmg drs Grundbcsi rs handclt. Jm weitrrsn Vsrlauf bezrichnete der Redner den AusYau, bezw. diE Erwriirrmxg der Prkußtschen Jsxtral-Grtwffenschaftskaffe zUr Déat- sch€_n Zrntral-(HrndssknsWftskaise als das Mittel, das am ebrsten grkxgnrt skin werds, dem Untergang? drs Mittklsiandrs zu steuern. [T_m die antrai-(Hendffcnschaftskaffr, dem gciammti'n gewsrblicbrn und b0l!€r[1ch(11_ Mittrlftqnde zugänglich zu machen, bcfürworteie rr €me staatliche? Beihilfe in Form donGarantikfonds. Endlich empfahl der ernrr innere Kolonisation, d. 1). dir Urbrrlassumg des Grund und Bodcns zur Bebauung gegen LiMn giwiffrn Zinssaiz und den Ansban'dé'r landwirtbsrbaftli rn Grtwffenscbaftcn. Nur dadurch werds rs möglich srin, dcr immer fortfcbrcitrndc'n landwirtbscbaftlichen Krisis Einbali zuibim. MitRücksicbtauf die schwierige Z).)iaterir babe Lk, in Urbrrsiijstimmimg mit dern Vorstands, don drr Einbringung don Tbrsrn Abstand ßrnommrn und sich auf folgrndkn Antrag bc- schränkt: „Dcr Drutschs Landwirtbscbafisratl) wolle cine Kommisfion zur Prüfung drr Vorschläge, brireffsnd Schuldrrlrichtérung und Ent- lastung des landwirtbschaftlicbcn Grundbrsiyrs, einseßrn.“ _ Ocko- nomis-Raik) K*raaz (Osmarsirbrn, _Anbalt) stimmte dem Referrntkn bei. Wenn nicht sebr bald gcgrn dic? überbandnehmrndr Vérschrildung drs bänsrliuhen Grundbrsißrs etwas Durcharcifrnd€s grscbrbc, dann würdrn die drutschcn Landwirtbe schr bald sämmtiich bankcrutt sein. Der denkr empfahl in längrrcr Nrdr dir Viidung staatlicher .swpdtbekenbanksn, dic aucb zwsite waoibrken "zum nirdrigsten JinÖfUß zu bsiéibén bätirn. - Landesältcsisr bon anat (CbmieÜo- wiiZ bsi Oppeln) führic aus, daß dic Lat1dschaftskas16n beim besten Willkn nicht im stands srien, dkn Baurrn mcbr als bisbrr knigkgen- zukdmmrn. Er brgrüßr dabrr die V5rschläxir drr Vdrrcdner mit Frrudcn, cr crsuch€ aber, daß dir zn wäblrndr Kommikfion auch die) Ohg" Kommunal- und Schullastrn, die' ans den Landbrwobncrn ruhen, in BcirackÜ ziehen und für kinc Vkrriiindcrung dsrsrlbrn wirkrn wolie. _ Ockonomir-Ratb Winkklmann(Wksisalkn) rrklärtc sich mit det Antrag dcs Rcfsrcnien glcichfails kinderstandrn, brzrirbnstr absr (115 die «Hanptsachs Sins grskßlichr Brgrcnzung drr Bericbuldmxg. Ein Anerbknrscht in dirsér Form sci in crsikr 9180)? im stands, drm landivirtbsckyaftlickpén Notbsiand zn struc'rn. _ Nach eincm knrzc'n Schlnßwwrt dcs errrrntrn 9810111116 dcr Antrag dcssrlbrn mit drm ZusatZ zur An- nahme, daf; dic zU bildLndc Kommissidn don drm Aussckynß gc- wäiylt wrrdr.
Damit war di? Tagrsordnmm erledigt. Dcr Vorsißrndc, Lamdrs-Hanptixiann don ?)Tödsr schloß di:" )(le'. Pirnardrrsammlimg des Dsritschsn Laiidn*irtbschaftsrati)s mit eitic'm drciiachru Hoch anf Skin? Majrstäf dcn Kaisrr, die deutsch8n Bimdrsxürstsn nnd die freien dcntscbcxi Städte.
Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperrungs- Maßregeln.
Sirrblichkrits- und Gc'sundbriisMrbältnisjc? wäbrcnd dss Monats Dczxmbcr 1895.
Glmä drn Vrröffc'ntlicLUingmi drs Kaikkrlichrn Grsnndbkitsamts sind im - onat Dcirmbcr :1, ])1'. Von jr 1000 Einwobncrn, (1qu Jahr bcrcckynrt, als grstwrbcn grmcidrt: in Brrlizi 18,0, in Brcslau 24,1, in Altona 16,8, in Frankf11rta.Yi. 15,5, 111.1)(111110591'147 in Caßcl 16,2, in Köln 19,9, in Königsber] 24,0, itt Magdrbnrg 16,9, in Stckiin 24,5, in Wirsbadrn 15,9, in 5). sinchrn 22,1, in Nürnberg 16,9, in Augsburg 22,6, in Drcsdrn 19,6, in Lripzig*17,4, in Stuttgart 14,8, in Karlsrniw 14,2, in Brmmsck)wrig 17,2, in Hainburg16,4_, in Straß- burg 16,2, in MLB 17,6, in Amsterdqm 17,0, 111 Brüncl 21,5, in Budapcst 24,4, in Cbristiania 13,5, in Dublin 22,8, in Edmburg 16,4, in Glasgow 19,7, in Kopc'angcn 14,0, in Krakau 28,4, in Liberrpool 26,5, in London 17,6, in Lyon 18,3, in Moskau 30,1, in Odcffa 21,8, in Paris 19,5, in St. Plirrsburg 32,2, in Prag 22,6, in Rom (Nobembcr) 19,3, in Stockholm 16,4, in Triest 27,5, ixi anin (Norwmbcr) 17,2, in Venedig 25,0, in Warschau 23,9, in Wtcn21,3, in Ncw-York 20,8. (Für die nichtdeutscher: Orte ist dsr Zeitraum von 4 Wochen, vom 1. bis einschl. 28. Dezember, zusammengefaßt worden.) In der iiberwicgrndkn Mehrzabbder drutschen wieder iiicht- deutscben Orte blic-b der Gesundheitspzustqnd aucb m dtxsem Monat ein günstiger und die Sterblt'chkétt eine niedrige, wenn auch vielfach etwas Höhere. Sterblichkeitsziffern als aus dem Nobember mitgetheilt werden. Die Zahl der deuiscben Orte mit sehr geringer Sterblichkeit (Sterblichkeitsziffcr unter 15,0 pro MiUe) war wohl eine große 41, doch im Vergleich zum Vor- monat, wo sie 67 betrug, cine- erhe lieb kleinere und nennen wiraus der Zahlderselben Hier nur Beuthen O.-S„ lensburg, Hannover, H1rschbcr , Kolibris,Minden,NeumünsterOsnabrÜ ,Potsdam,Spandalz,Trier,Wr - belmsbaven,Wandsbeck, Kaisrrslautern, Döbeln, Mei en, Zittau,'Cann- statt,Ludwigsburg,Stuttgart,KarlSrube, Darmstadt, iSmar Exfeziacb, Wolfenbüttel, Hagenau und von nicht,deutschenKStädten Ébrtsttcznta und Kopenhagkn. Eine hohe Sterblichkeit (uber 35,0 pro Mille) wurde aus deutschen Orten nur aus Rixdorf_(Voror_t Berlins) und aus Werdau gemeldet. Das SterblichkeitSmaxtmum fur die deutschen Orte, das im Vormonat 34,0 betqu, erreichte im Dezember Werdau mit 37,9 pro Mille. _ Die Za [ der deutschen Orte rnit günstiger Sterblichkeit (Sterblichkeitsziffer unter 20,0 pro Mille) war eine noch größere als im November und stieg auf 107 (ge en 104 im Vormonat) und wollen wir aus der roßen abl derselben hier nur Altoncx, Barmen, „Viels- izeld, Bockxum Celle, Cbarlottenbur , Dußfeldorf, Dutsburg, Elberfeld, rfurt, E en, Frankfurt a. ., Fran urt a. O., Glo au, Graudenz, Halle, arburg Cassel, Kiel, Koblenz, Köln, Kre eld, Magdeburg, MünsteZß Nordbausen, Yaderborn, Quedlinburg, RFYdt,
Thorn, Wiesbaden, amberg, Ingo tadt, Nürnberg, Speyer, urs-
burg, Annaber , Dresden, Glauchau, Leipzig, Plauen, Reichen Gmünd, Heil ronn, Ulm, Freiburg i. V., Konstanz, MannbheciltY,“
forzheim, Mainz, Offenbach, Worms, Güstrow werin i. M.,
elmar, Braunscbwétg, Gotha, BernburÉ, Desiau, reiz, Lübeck, Bremen, Hambuxg, Me , Mülhausen i. ., Straßburg, und von mchtdeutschen Stadien: msterdam, Antwerpen, Edinburg, Glas ow, Lo_ndon, Lyon, Paris, Rom (November), Stockholm, Turin (November er- wahnen. „_ Die Zahl der_deutschen Orte mit mäßig hober Sterblichkeit (Sterblichkeitsziffer unter 23,0 pro Mille war gleich- faUs eine größere, als im Vormonat 53 (ge en 44) und eien aus der Zahl derselbewhter iiur Aachen, Elbing, leiwiß, Görliß, Halber- stadt, Hildesheim, LiegniF, Merseburg, Schleswig, Tilsit, Augsburg, Bayreuth, urtk), «Hof, andsbu't, Ludwigshafen, München, Vaußen, Freiberg, Z)) éerane, Zwrckau, Eßlingen, Göppingen,Heidelber , Apolda, Oldknbura, thenburg, Coburg, Colmar und von ni tdeutschen Stil::dten Brümel, Dublin, Odessa, Prag, Wien, New-York Erwähnung ge an.
Die'Theilnabme BTS Säuglingsalters an der Gesammt- sierblicbketr war eine kleine, nur weni größere als im November. Von'je 10 000 Lebendrn starben, aufs abr berechnet, in Stuttgart 35, 11) Hßmburg 46, in Bsrlin 49, in Dresden 55, in München 81 Saugimgs. Auch in diesem Monat beruhte die geringe Säuglings- sierbltchkext auf das im qkigemeinen seltene Vorkommen von akuten Darmkraykhétteii rnit töd11ichenAusgäng€m Welche meist weniger, nur m wenigen Orten (Breslau, Drrsden, Hamburg, St. Petersburg, Prag, Stockholm) eiwas mrbr Opfer als im vorangegan enen Monat iordertrn. „Dagechn kamep akute Entzündungen der tbmungs- organe vxrlfach 1:1 g€strtg€ricr Zahl als Todesursachen zur Meldun , und zwar insbesdnderr ams Aachen, Altona, Barmen,Ber1in, Nixdori, Bréslau, Danzig, Ddximund, Düsseldorf, Elberfeld, Essen, Frank- furt a., M., Koln, _ .Ziöxiigsbkrg, Magdéburg, Stettin, München, Chemmß, DWSOM, Lstpzig, Hamburg, Amstrrdam, Brüssel, Budapest, Koprnbagen, Lyon, Pioskau, Paris, St. Petrcsburg, Pra , Stockholm, Triest, Venedig, Warschau, Wien, New-York. AUF) Erkrankungen an Grippe wurdkn zahlreicher gkmeldet, dreh War der Verlguf „überwtrgknd ein giinstigrr, nur in wrnigen O'kÉLP stieg dre Zabks der an Grippe erfolgten Todesfäüe auf 3, wie in Brrmsn und Crimmitschau; in Paris Lrlagkn der Gripps 4, in Hamburg, Mdskau, New-York je 5, in Berlin 20, in London 49 Per- sonrn. Voq diesen akutkr) Erkrankungen der Atbmungsorgane wurden 1111“ allgrmelnrn mrbr die böhkrrn Altérsklassen betroffen, wcsbalb dtexegzucb CML großere Yrtheiligung cm drr Gesammtstarblichkeit aufthn. Yuch Ste'rbcfallr an Lungrnschwindsucht waren xtwas gestmgrrt. , _ .Das Vorkommen bon Cholera 111 Europa blieb cm be'schränktcs. Aus Oostrrrkicky- Ga lizicn kommi in dir Zé'it Vom 3. bis 30. Drzember 0.3)1'. 40 Erkrankimgcn mit 27 Trdssfälien zur Anzsige, die sich aus, die Brztrke Czortkow, Husiatyn, Trcmbowla und Przcmysl ver- tbetiien. ZU Ends des Monats War die Zak)! drr wöchentlichen Er- krankungewnur noch 5. In Rußland zeigte sich die Cholera im Drzember m drn Goudkrnemrnts Wolhynien und Kiew in größkrer Ansxébmm'g. Jm GOUVLrnkmrnt St. Petersburg war sie Line be- schranktc; m drr Stadt St. Pstsrsburg criagrn derse'lbrn in der Zeit vom 30. Novrmbrr bis 28. Drzembrr 182 Pcrsonen bei 316 fest- gsstklltc'n Erkrankuxigen. Auch im Goubsrnrment Orlow kamen An- fang Drzrmbrr cinigk Erkratikungrn und Todesfälic zur Anzeigr. Aus drr Türkri iind kéine wriirren Yiittbeilungen über Cholera ein- gégangen. JnsEgyPtc-n bat die Epidkmir, bksonders zu Ende des Monats crbcblich abgrnommen. Mebrfach6 Cholerafälle Wurden aus Damietir, araskOUr, Borarbia, Sananisk), Matrrirh, Zagazig, ?atka, Mansurab, Kast eleattikl), Kafr Galailah, Abu el-Cbaku, ge- meldct, Vereinzelte FÜÜS kamrn in Alkxandrien, Kairo und Hkbya zur FrststeUung. Jn Marokko war die Sruche in Rabat Und Fez, be- rnders um die_Miti€„des Monats, in der Abnahmr; ebsnso in
ekinrz und Saw", Witnur und Sailre. Dagegen wurden cinigk Fällt? in Casa Blanca und Masagan bsobachtet. _ In Kalkutta starbcn im Nerber (3. bis 30,-) 210 Personen an Cholera. _ Das Gelbfirber bat im Nobsmbrr in Cienfusgos, Santjagx (Cuba), Hadanna und Rio de Janciro mehr, in Vrra Cruz und San Juan (Pyrwrico) wrnigkr prsr als im Vormonat gefordc'rt.
Von drn anderen infkéktionskrankbritcn kamen Todesfälle" an Mascrn, Dipbtbrric und K*Luchbustrn mehr, an Scharlach, Typhus und Pocksn wenimrr als im Novrmbrr znr Mittheilung. So war die Zahl drr Sicrbrfälik an Maxsern in Allenstcin, Barmen, Brrlin, Nixdorf, Brandenburg, Gncksn, Gör1i1;, St. Johann, Münchkn, ME!;- Mülbaiisrn i. E., Glasgow, London ,_ St. Petkrsburg, Vrnsdig, Wirn, Ncw-York gestsigert, in, Lkipzig, Lidrrpool Odsfsa, Paris, Warschau vermindrri, in Budapest die gleics große wir im Novrmbcr; Erkrankungrn zeigtsn sich in Berlin, Miinckyrn, Budadcst, Wien, St, thersburg und in _dcn Re- gicrimgsbrzirken Arnsberg, Düs1eldors, Hildrsbeim, Königsbrrg, Marisnwcrdsr, Posen, Stetiin Und Schicswig in zahlreichen Fällen. _ Das Scharlachsiebcr raffte in Frankfurt a. M., Lcipzig, ?oudon, St. Pktcrsbuxg- Nrw-York mcsbr, in Berlin, Buda- Pssi, Glas,]dw, Lidcrpool, Moskau, Odessa, Paris, Warschau weniger, in Brrslan, Drrsdcn, Hamburß, Wirn die gleich? Zahl bon Kindern wie im Novrmbsr binweg. Er rankungcn katnkn aus Be'rlin, Breslau, Edinbura, Lyndon, Paris, St. Pctrrsburß- Wicn und drm Regierungs- bczirk Mindrn in großer Zahl zur Anzrige. _ Dir Strrblichkeit an Diphtherie und Croup hat in Aarhkn, Barmrn,_Düren, Düssel- dorf, Halli, Köln, Yiersrburg, Münchrn, Hof, (Fbemniß, Zwickau, .Hsilbrorm, Amsterdam, Budapcst, Edinburg- Glasgow, Moskau, 31atis, St. Pctc'rsbizrg, Wien, New-York zugenommen, dagrgrn naim sic: in Breslau, Hördk, Königsberg, Niirnbcrg, Dresden, Lcipzig, Mannheim, Straßburg i. E., L_ondon, Odcsm, Prag, Triest, Warschau ab und blicb in Berlin, Hamburg, Magdeburg fast die glsichc wir im Novrmber. Erkrankungen kamcn aus fast ausn Be- richtsorien, dic Erkrankungan mittbrilen, in zabTreickxkn Fällrn zur An- zkigr. _ Dic Zabl dsr Todrsfällc an Untcrlsibstypbus war mrist cine? klrinerr, wic in Budapkft, Librrpool, London, Odessa, S1. Pstersburg, Prag, Warscbau, Nrw-York; nur in Moskau und Kris war dicsrlbk grsteigcrt. An Flecktypbus kamen Las
arscbau und St. PrtersburF jk 1 Todesfall, aus Kopenhagen, St. Prirrsburg, dyn Rrgierungs czirkc'n Posrn und Wiesbaden ver- einzelte Erkrankungrn zur Anzeige. Stcrbksälic an Gknick= starre wurdcn aus St. Petersburg 2, aus Mosiau 3, Erkrankun en aus den Régieritngsbc'zirkc'n Poscn und Düsskldorf m vereinzelten Fä en mitgrtbeilt. _ An Milzbrand kamen aus Berlin, Moskau, St. Petrrsburg, Rom (Rodrmbcr) vcrcinzelt Todesfallr zur Kcnntniß. _ An Pocken wurdén Vercinzelte TodeSfälik aus Danzig, Moskau, ?llkxandrien, 2 ans Bromberg, je 3 aus Dublin, London, Odessa, 6 aus Warschau, 17 aus St. Prtersburg mit?etbeilt; Erkrankungen gelanLten aus Budapest und dem Regierungs ezirk Hildesheim je 2, aus St. Petersburg 30, aus London 43, aus Paris 66 zur Anzeige.
Handel und Gewerbe.
Tägliche Wagengesiellung für Kohlen und Koks
an der Ruhr und in Oberschlesien.
An der Ruhr sind am 6. d.M. gestellt 12 046, nicht rechtzeitig gesteÜt keine Wagen.
In Oberschlesien sind am 5. d. M. gesteat 4344, nicht recht- zeitig gestellt keine Wagen.
_ Der Aufsichtßratb der Maklerbanbin Berlin hat be- schlo en, der Generalversammlun die Vertheilung einer Dividende vond U/F vdorzuschlagen, 1z0/9 meßr, als für das Vorjahr vertbeilt wor en .
_ Nach dem Geschäftsbericht der Sudenburger Maschinen- fabrik und Eisengießerei Aktiengesellschaft zu Magde- burg für das Jahr 1895 betrugder Bruttogewinn im Ganzen nur 26 048 .“ Es ergiebt sich ein Reingewinn für das ver angene abr von 2921 «ck Zur Vertheilung an die Aktionäre verbleben 268 .“ Um eine Dividende von 10 0/9 an die Aktionäre vertbeilen zu können, soll nach Vors lag des Aufsichtöratbs ein Betrag von 81313 .“ demjDividenden- rgänzunasfonds entnommen werden.