Der Finanzausschuss der Kammer "der NYY- ordneten genehmigte die - FWU zur Herstellung einer elephonlinie Franksxzrt, a. M.,-
Oldenburg.
Das Staats-Ministerium veröffentlicht nachstehenden E rlaß Seiner Köni lichen Hoheit des Gro her
Durch Go die s wer ngen
abgerufen
immliscbe Vater Uns die Kraft Er uns auferlegte. Die zahlreichen Tbeilnabme, die Mit und den Meinigen in dieser schweren Zeit aus allen Theilen des Großberzogtbums, in _ worden sind, und die sicb besonders bei der Weise ungsfeter in so Weise kundgethan haben, Waren eine Quelle des Trostes. und drängt es Mich, allen
ergreifender
kindern Meinen uiid der Wir werden die Erinnerung
erhebenden Trost im Gedächtnis; bewahren; Ich beauftrage das
Staats-Ministerium, diesen
Oldenburg, den 9. Februar 1896.
Sachsen-Coburg-Gotha. E on von Ratibor und Corvey,
Prin HOfmarscha _ gestern Abend in erlegen.
einer K
Der Landtag ist auf den 24. Februar nach Dessau ein-
berufen worden.
o S: ck uner orscblicben Raths luß it üJer Mich und Mein us eine neue, ste, Yrüfnng verbangt worden durch den 'mgan Meiner tbeuren emablm, der Großherzogin. Nach chweren Leiden, die die nun
ebung in Gottes Willen ertra en ?eimatb worden. ir
Gotha einer heftigen Lungenentzündung
eforderten 240000 :“ „als
Verklärte mit „gläubiger Er- bat ist Je m die ewige . ho en, aß der gnadige eben wird, das zu tragen, was eweise der Liebe, der treuesten
Stadt und Land zu tbcil ge-
Mir un den Meinigen
eliebten Landes- Meini en innigsteri Dan ausiiusprecben. an dieize crgreifende'Tbeilnabme als, einen
Dank öffentlich bekannt zu machen.
Peter.
Ober- öniglichen Hoheit des Herzogs, ist
Anhalt.
Oesterreich-Ungarn.
Jm böhmischen Landtag erging sich Generaldebatie iiber den Laddesvorans cze ische Abgeordnete ])r. Baxa
_ari en gegen den Adel,
Staiihalter; als er die Dynastie in die Debatte zu ziehen ver: su te und sich über den dsterreichiLchen Patriotrswus ab-
äußern wollte,
fä ig Srufe aus dem
rüstun Land-
unter allgemeinem Beifall zur Ordnung gerufen.
Großgrundbefißes beéw. quuoy und Schle den VatrioiiSmus nerkennung verleugnung zum Wohl
Der der böhMischen Partei,
einer Kampfesversammlung auf edriickt habe, und schloß, unter stürmischem Beifall der Deutsg Denischen in Böhmen seien stolz auf _ mit dem großen deutschen Volk, aber sie seien ebenso immer gute Oesterreicher gewesen und würden es auch immer bleiben. In der gestrigen Sißung des ungarischen Unter: der Abg. Graf Ypponyi die Angelegenheit Pulszki) zur Sprache, bei der es sick) um die Verwendung von handle, die vom Lande nicht bewillitt worden seien.
hauses brachte
Geldern Auch sei der Verdacht dabei gcichädigt worden suchung der
durchaus
neuen Skandalen zu forschen; etwas der Kontrole des Landes zu entziehen.
anlassung, irgend Der Kultus:Minister 1)
An elegenheit alle erforderlichen Verfügungen getroffen, und die Ein eßung einer parlamentarischen Untersuchungskommisfion sei durchaus nicht nothwendig. erklärte, er Habe mit Riicksith darauf, daß von der von ihm eingeseßten Kommission festgct
thtungen vorhanden seien, Strafanzeige gegen
stattet und Schritte zur Staats gethan.
Haufe vorlegen werthlos zu bezeichnen der an ekauften über
Charakter dürfe er nicht anzweifeln.
parlamentartschen Kommission könne er nicht zutimmen, die angebliche Budgetverleßung biete hierzu keinen Anlaß. Es Angelegenheit höchstens um Defrauda- tionen eines irrsinnigen unter cordneten Beamten, dafür brauche man aber keine parlamentari?che Kommission.
handle sich bei dieser
“' Großbritannien und Irland.
Sir Cecil Rhodes hat gestern London wieder verlassen und ist nach dem Kontinent ab ercist. Bureau“ erfährt, bcgiebt fi mit der Ausführung seiner Eisenbahn bis Maschona:Land und der wirths
wickelung nach Énglan
stattfinden werde.
Die Deyutirienk'a mm er nahm gestern die Besprechun des Berichts uber die Eisenbahnkonventionen Wieder an.
Unter Beifallsbezeugun
häufigen Unterbrechungexi der äu ersten Linken fU)r der De- putirte Raynal'fort, die Vortheile der Abkommen darzulegen, und schloß mit einer Verwahrung Ehrenhaftigkeit und geqen die Ver eumdung un rein dastehender Politik
D In I _ , erfährt, ein italieni Posten des Konsuls ist
arschall Fürsten L o b ko wiß nach wiederholter Ermahnung
ing er s olche bisher im böhmischen Landtag nicht gehorten Worte, wie sie der Abg. Dr. Baxg gebraucht habe, energisch zurück und betonten untcr langanhaltendcm Beifall des böhmischen Zerrstherhause. Beide Redner gedachten in Worten wärmster
des scheidenden Statthalters Grafen Thun, der sein hohes und schwieriges Amt mit Pflichtircue und Selbst-
Abg. Schlesinger
Angelegenheit eine aus 15 stehende parlamentarische Untersuchun skommission cinzuseßcn. Der Minister-Präsident Baron Bani?
nicht im Interesse des Landes, Tag für
Redner warnte davor, Kunstschäße, deren Liste sammt werd . 'Der Minister besprach dann einige Kunstwerke und erklärte, er sei Pulszki) gcgen- etS auf das strengste vorgegangen, aber Pulszky's
dem er die Sache in (Gang gebracht, zeitweilig
R odesia's zu beginnen. Sir Cecil sodann na
zurückkehren, um dem Prozeß beizuwohnen, der wahrscheinlich nicht vor
ohannesburg wird, wie „W. T. B.“ aus Rom
gestern bei dcr chlag der ]ung- in überaus heftigen An: die deutschliberale Partei und den
wurde er urch stürmische Ent- ganzcn Hause unterbrochen und vom
Namens des der Deutschen wiesen die Abgq. Graf
Volks und seine Treue zum
ganzen Landes verwaltet Habe. kritisierte das Verhalten dem Landtag das Siegel
des welche
chen, mii der Erklärung: Die ihren Zusammenhang
aufgetaucht, daß das iaatsvermögen sci. Redner beantra te, zur Unter- itglicdcrn be-
r) erwiderte: es liege Tag nach die Regierung habe keine Vcr-
abe in der zur Sprache gebrachten
Der Kultus-Minister W l a s s 'i (: s
eilt worden sei, daß nicht alle ulszkr) cr- Sicherstellung etwaiger An prüche des die angekauften reixcn er übrigens dem
e, im auch und Bogen als
Der Einxeßung einer
Wie das „Reuter'sche dcr elbe nach Maschona:Land, um läne zur Verlängerun der Beira- aFlichen Ent-
odcs werde
gegen Jameson em Monat Juni
Frankreich.
gen des Zentrums und helftigen und
chen die An ÜF auf seine erlästerung er.
Italien.
Wie die „Kölnische Volkszeitung“ meldet, ist in der gestrigen Si ung der Kongregation der Kro *aga-nda m Rom'die rri tun einer apostolischen x_ä ezktur izt Neui-"Guinea be cklo en worden, welcher sämmtlrcheauftralz- schen“ Befißungen Deutschlands unterstehen sollen. Die Pra- fektur werde deutschen Missionaren übergeben werden.
Spanien. Die Königin-Regentin hielt mit dem König gestern Nachmitta in Madrid eine Revue über drei nach Cuba abgebende ataillone ab. “ Türkei. Der bul arische Minister-Präsident Stoilow hat sich vor seiner getern ersol ten Abreise von Konstantmoxel voz: dem Sultan *verabs ie et und erhielt bei dieser Ge egenheit ein Geschenk für den rinzen Ferdinand. Als Abgesaxidte zur Feier des Uebertritts des Prinzen BUMI Lind der DWMMSZ eneral Muzaafer Pascha und Kosta i Karatheodori
delegiert worden. . , Mahmud, der Sohn Ghazi-Mukhiar Paschas ist, wie „W. T. B.“ aus Konstantinopel berichtet, verhaftet worden. Außerdem wurden gestern in Konstantinopel zahl- reiche Verhaftungen von Jungtürken vorgenommen. Auch em Adjutant des KriegE-Ministers befindet sick) Unter den Ver- a teten. hf Die von der Pforte auf essteiltenBedingungeti für die friedlicheBeilegun des Au landes iti Zeitun smd von ihr dahin ab eän ert worden, daß die Angele enhalten dcs Wiederauf aues der Kaserne und der ge orderten Steuernachläffc Zwisehen der Pforte und den Auf- ständischen ereget werden sollen. Hingegen hat die Pforte zur rnennung eines chr1st1ichen Kaimakéims ohne Em- mifchrmg der Mächte sich bereit erklärt und auch 6000. nach eitun Gcflüchteten freie und geschüßte Heimkehr zugesichert. ie Botschafter, welche vorgestern eine neuerliche Besprechu'nxg abhieiten, haben die von der Pforte gemachten Zugeständmße den mit der Vermittlimg betrauten Konsuln'mitgctheilt.
Griechenland. Der griechische Gcsandic in Paris Dclyqnyis ist 51111! Führer der ricchischcn Ge1andtschaft 31: den Kronungsfeier: lichkeiten in, oskaii ernannt worden.
Serbien.
In der Skupschtina wurde, dem „W. T. B.“ zufolge, gestern ein UkaS verlesen, welcher die Regierung er: mächtigt, eine Vorlage, betre “end dic Revisiori der Verfassung, eiuzubringen. Der lntraa auf Konzessidnierung des Baues der neuen Eisenbahnlinien Nisch-Timokihal zur Donau und Belgrad-Valjevo zur boSUisckicii Grenzenwuxde angenommen. Der Staat Übernimmt die Garantie fur eine Sprozcntige Verzinsung. Bulgarien.
Anläßlich der bevorstehenden Festlichkeiten ist der un- gefähr 2 km lange Weg vom Bahnhof zum Fiirftlichcn Palais in Sofia mii rothdrapierten thnenmastcn enigcfaßt, weiche abwechselnleahncn in den bulgarischen und russischen Lanchfarben tragen, Der russische General (Graf (Holcnistschew:Kuiusow wird im alais Wohnung nehmen. - Das Eintreffen des bulgarischen Exarchen in Sofia wird heute Nachmittag erwartet. „W. T. B.“ berichtet aus Sofia:
daß ein Wechsel im Ministerium bevorstehc. _ werde den osten cines diplomatischen Agenten in Wien Stancidf das Ministerium des Aeußcren übernehmen.
Montenegro.
Der Fürst Nikolaus befindet sich, wie „W. T B.“ and Cetinjc erfährt, auf dem Wege der Besjcrimg: die Ent: zülndzmg der Füße ist gcschwunden, die Schmerzen haben nach: gc a ien.
ek; verlaute daselbst, Natschcwitsch und
Amerika.
Der Präsident Cleveland hat dem Senat die Er: nennung des stellvertretendcn Sekretärs im StaatsD artemcnt Uhl zum Botschafter in Berlin mitgetheilt. Dcr " enat hat die Ernennung bestätigt.
Afrika. egypiische geseßqcbcnde Körperschaft ist in Kairo von dem Kliedivc eröffnet worden. In drückte der thdive die Hoffnung aud, daß
ach thun werde, um das Wohl des Landes werde dabei von ihm und der
Die estern Leiner Ansprache ie Körperschaft und des Volks zu fördern; fie Regierung unterstüßt werden. Wie dem „Ncutcr'schcn Bureau“ aus Suez gemeldet wird , ist das Truppen_- Traandrischiff „Victdria“ mit Jameson und seinen Offizieren an Bord gestern Nachmittag in den Kanal eingelaufen; die Durchfahrt aher ist zur Zcit durch ein auf Grund gerathencs Pctrolcumschiff gesperrt. Aus §liréitoria von gestern erfährt dasselbe Bureau: der räfident Krüßcr habe den Gouverneur der Kapkolonie Sir ercules Ro insdn davon verständigt, daß er bereit sei, ngland u besuchen, vorausgeseßt, daß die Angelegenheiten, iibcr wel c Verhandlungen mit der englischen Regierung statt- finden sollten, im voraus definitiv festgescßt wiirden.
Parlamentarische Nachrickteu.
Die Berichte über die gestrigen Sißungen des Re1ichs- tags und des Hauses der Abgeordneten befinden sich in der Dritten Beilage.
- In der heutigen (37.) Sitzung des Reichstags, welckéer der Reichskanzler Fürst u Hohenlohe-S chillinJZ- für t, der Staatssekretär des nnern, Staats-Minister k. von Boctticher, der Staatssekretär des Auswärtigen Amts, Staabs-Minister Freiherr Marschall von Bicberstein und der Staatssekretär des Reichs-Schaßamts Or. GKZ :) on P of a: dowsky-Wehnerbeiwohnten,standzunächstdie esprechung derErklärungdesRcichskanzlcrsiibcrdieWährungs: frage auf der Tagesordnung. '
Das Wort nahm zuerst der Ab . Graf von Mirbach (dkonw, dessen Rede bei Schluß des lattes noch fortdaucrte.
- In der heutiqen (17.) Sißun des Hauses der Abgeordneten, wechcr der Justiz-Üinister Schönstedt beiwohnie, wurde die zweite Bcrathung“ dcs StaatshaußJ-
Beiden Aus aben für die Landgerichte wünschte Abg. de Witthentr.) eine Vermehrung der Amtörichter in der
“Rheinprovinz.
-- Abg., -M_unckel (ft. Volksp.) wies darauf hin daß die Land. ri ter und Akvtsrickyter, die é«nit im Range, gleichfteben, in Bezug au die Zuwe fung von Arb “Sräumen verschieden behandelt werden, Während die AmtSrichter eigene Arbeitözimmer im Gerichthebäude baden, müssen die Landricbter ihre Arbeiten zu Hause abmachen. Ein Richter hat mir eklagt, daß er nach seinem Avancement zum Landricbter genöt igt gewesen ei, sicb häuslich etwas großarti er einzurichten; er bek agte sich weiter darüber, daß d eser Arbeitsraum" bei seiner Steuererklaryng nicht einmal für abzugsfähig erklart werden sei, daß er sogar diesen Mel):- aufwand dem Staat zu versteuern genötbigt gewesen sei. Irre ich nicht, so hat beim Kammergericht der Senats-Präsident noch kein ibm eigentdümliches, von. ibnx allein zu benußendesArbeitSzimmer. Es müßte dadurch Abhilfe . geschehen, daß die Landricbter eine GebaliSerböhung oder eine Wohnungßzulage erhielten; Zum ersien Mal seit langen Jahren stehen wir vor einem Justiz. Etat, über den man vielleicht nicht eine esteigerte Zufrieden- heit, aber eine Verminderte Unzufrieden eit haben kann. Vielleicht berücksichtigt“ man auch die Wünsche der Landrichter bei dem pro ektierten Bau eines großartigen, viele Räume umfassenden Justiz. geb udes. Ick) hatte gestern einen Augenblick lang gehofft, „daß auch der err Finanz-Minister unseren kleinen Wünschen Mit einem gewi en Interesse folgen würde, denn ich sah ihn am Ministertiscb ersckoeinen; aber es War ein kurzer, vorübergehender Sonnenschein. Vielleicht gelingt es dem Justiz-Minister, seinen Kollegen für die Zukunft etwas günstiger zu stimmen.
Justiz-Mimster Schönstedt erklärte, er lege Gewicht darauf, daß die AmtSricbter ihre Arbeiten, namentlich die Akte der freiwilligen Ge- richtsbarkeit, grundsäßlich an der Gerichtsstelle erledigen. Leider lassen sich die AmtSrichter in der Regel die Akten nach Hause bringen und nehmen nur die Termine im Gerichts Zbäude wahr. Die Landrichter können tch der Erledigung ihrer (Gef affe, namentlich der Abfgffung der Urt eile, am besten in ihrer PriVatonnung unFstört widmen. Die Landrichter werden in der Regel kaum mehr eigung haben, ihre Ge chäfte in einem amtlichen Arbeitszimmer zu erledigen, als die Amtsri ter. Die Frage, ob die Mieibe für ihr häusliches Arbeits- zimmer bei der Steuercinschäßung in Abzug zu bringen, ist eine rein steuertechnische und entzieht sich meiner Einwirkung.
' ZAbg.S€er (nl,) befürwortete die Errichtung eines Amtherichis 111 nm.
Iiistiz-Minister Schönstedt sagte die demnäcbitige Erfüllung dieses Wunsches zu. Ab.]. reiherr von Heereman (Zentr.) machte auf die schlechten baulichen_ erbältniffe der Gerichtsgebäude in Münster aufmerksam; dort Beiseruug in dieser Beziehung zu schaffen, sei dringend noth-
Wendig.
Abg. Jansen (Zentr.) konnte den dom Justiz-Minister auige- stellten Grundsatz, daß Amtßrichter prinzipaliter ihre Arbeiten im Anitszimmer Verrichten sollten, nicht anerkennen; das möchte vielleicht dort sicb empfehlen, im) nur ein einziger Richter sich befindet, nicbt ?tbctrfiddort, ivo unter mehreren Richtern eine Tbeilung dcr Geschafte
at n €. Ab . Kirsch (Zentr) schloß sii!) dem Wunsche des Abg.Munc_kelauf Bescha ung besonderer Arbeitszimmer für die Landrichter an; bei Neubauten möge man auf die Herstellung solcher Rücksicht nehmen. Bei den Besoldungen dcr anothekcnbewahrer in der Rheinprovinz erklärte Justiz-MinisterSck)önstedt,daß es nicbtangängigsci, die Hypo- thekenbewabrer in der Rheinprovinz zu Grundbvchrichtern zu ernennen, Hoffentlich würden sich aber die Wünsche dieser Herrn iidch m zu- friedenstellender Weise auf anderem WeZe erfüllen [.iiixii.
Abg. Kirsch (Zenit) schloß fich diesem Wunsche aii.
Bci den AUEgabcn für die Gcrichts1chreibcr: gehilfen bemängelte
Abkz. Freiherr Von Vuddenbrock (kimi) die Berechnung des DiCisitsta ters dieser Beamten beim Eintritt in den Gericht§doilzieber- dien .
Abg. Stephan-Bc'utlien (Zentr.) besprach die Neuordnung der Gehaltéderhältniffe der Gericth-Sekretäre, Deren Anfan Lgebaltbe- trug bisher 2100 „46, fie erreichten nach 18 Jahren das Aöcdstgebait Von 3300 „;(-„ nach der Ni'uordnung soll das Anfangdgebalt nur 150€) „xc. betragen und das Höchstgebalt Erst nach 21 Jahren erreieht wer en.
Geheimer Ober-Jusiiz-Nail) Vie rbauö erwiderte, daß die Tesammte Neuordnung der Gebaltßvcrhältniffe nur den Beamten ziim Vortheil gereiche. Es solle auch keine Schädigung einzelner Beamten eintreten, sie sollen sämmtlich die nä ste Gehaltszulage zu derselben Zeit erhalten, zu welcher sie sie na der alten Ordnung erhalten hätten. Jm Ober-Landksgerichtsbezirk Breslau werden allerdings die Assistenten das AnfangSgebalt von 2100 „& einzas spater erhalten, aber das ganze System kann nicht zu Gunsten Einzelner Weniger Beamten durchbrochen Werden. Eine Schädigung der zu den Geiichißddliziehern übertretenden Beamten wird nicht ein- treten. In den zahlreichen Beamtenpetitionen Werden häufig einzeln? Fälle generalisiert, und viele Petitionen beschweren sich, daß andere Beamten bester gestellt sind. Diese Petitionen können nicht berii-
ichtigt werden. Die Neuordnunq liegt im allgemeinen Interesse ie: Yeamten. Dieser Etatstitel allein weist eine MehrauSgabe von 139100 „16 auf.
Abg. Bandelow (kons.) wünschte eine andere Berechnung „W Dicnstaiiers der Gerichtßdollzieber, welche in den Bureaudienst zuruck- getretcn sind.
Abg. de Witt (Jenin) trat für eine materielle Befferstcüung der Afiuare im Obcr-Landesgeiicht§bezirl Köln ein und beklagte be- sonders, daß bei der Anstellung dieser“ Beamten die Militäranwariec Vor den Zivilanwärtern bevorzugt Werden. In der Rheinprovinz sxicn 141 Asfistcntenstellen mit Miiiiäranwärtern und nur 16 mit ZLVll' anwärtern beseßt. _
Geheimer Ober-Justiz-Raib Bierhaus erwiderte, daß die traurige Lage der Aktuare in der Rbcinprovinz an dem jahrelangen Andrang zur Gerichtsfchrciberlaufbabn liege; deshalb sei 1891 auf ?!; Jahre eine Vollständige Sperre verhängt worden, wodurch, wenn der letzte Aktuar untergebracht sei, plößlicb eine Verbefferun'wdek Anciennität um 2x Jahre eintrete. Die Anzahl der etatßmaßiaexi Stellen sei gerade bei diesen Beamten besouders günstig. „Dl? Konkurrenz der Z).)kilitäranwärter [affe sicb nicht vollständig vermeidexi- Die Neuordnung der Gehaltsverbältniffe werde aber auch hierin Befferung schaffen. ,
Abg. Sattler (ul.) sprach den Wunsch aus, daß in der Auf- besserung der Gehälter der Unterbeamtcn und mittlerexi Beamten fortgeiabren Werde, und bemangeltc', daß die Gerichts-Sekretare schlechter gestellt seien als die Kreissekretäke. Eine größere Gleichstellun 11,11?“ den Beamten mit gleichmäßiger Vorbildung und gleichmäßiger ballcß“ keitdmüffe zunächst durch Aufbesserung der schlechter gestellten crrkr k ive: en.
Bei dcn Nemuneravtionen der Gefängnißbeavmten aus dem ArbeitSUerdienst der Gefangenen 1121111111111?lte
Abg. yon Dallwiß (kons.) die Art der Vertberlizng „des Arbeitéverdicnstes der Gefangenen und wünschte, daß ein Then! dies“?s Verdienstes zur Untersiüßung der Familien der Gefangenen ver- wendet werde, da die Familien jest den Gemeinden zur Last fallen-
Gcbeimer Ober-Justiz-Ratl) Starke tbeilte mit, daß Verband" lungen hierüber zwischen den betbeiligten Ministerien,stattßefundé" haben. Die Aushändigung des Arbeitsverdienstcs an die Ge angxnkxi selbst habe bäufi zu mißbräucblicber VerWLndun des Geldes gxiuhk- es werde daher Étellen überwiesen, unter deren ' ufsicht eine i_mßllcb? Verwendung siattßnde. Zur Ueberweisung an die Armenverbands sk!
man noch nicht übergegangen. . 1 Ab . m Walle entr. bemerkte, daß es sich darum mä) J I (Z Z Familien der Geiangsnk"
s es Konsulat eingerichtet; fiir den §Kayhaudi bestimmt.
halts-Etats für 1896/97 und zwar des Etats der Justizverwaltung fortgescßt.
handle, sondern um die Untertüßung der . während Verbüßung der Strafe. Ein geWisses Recht auf den Arbeits
'Durchbiidung
.
* «dienst des Gefangenen habe ja der Staat, weil er für die Ge. fangene" Aufwendungen mache, aber der dem Staat nicht zu allende 51?ka müffe anders . _als je?; verwendet werden, er könne z. . Ver- ein'exi "iar_Un„terstuvung der .amilien der Gefangenen übergeben werden- 311 ßjeser Hmficbtlei aber noch nichts geschehen. Abg. von Heydebrand und der Lasa (kons.) schloß sich den Wünschen des Abg. von Dallwiß an. Geheimer Ober-Iustiz-Rai Starke erklärte , da? der Ge- ngene einen Anspruch auf den ArbeitSverdienst nicht ba e, das sei nur eine auf Wohlwollen beruhende Einrichtung. Demnächst sollen neue Erwäaungen stattfinden. Justiz-Mimster S önstedt: Wenn ein Theil des dem Staat „ghörigen Betrags zur nterstützung der Familien verwandt werden konte, so ware das nur eine Verschiebung der Armenunterstüßung von den Gemeinden auf den Staat. Dazu hätte der Staat keine Ver- a ung- ,anl Eidg. Jm Walle bemerkte, daß es sich nicht um die Verwendung des dem Staat zufalleiiden Theils handle, sondern um die Verwen- [dung des anderen Tbecks. Abg. Bock (kons.) schloß sich ebenfalls den geäußerten Wünschen an.
Bei dem Kapitel „Besondere Gefängnisse“ bat
Aba. Träg er (Fr. Vclkép.) iim ein' besonderes Wohlwollen 'für die Berliner Gefangniß-Jnspekttdns-Assisteyten. Diese Beamten seien sämmtlich Militäranwärter, haften bereits eine längere Dienst- zeit hinter sicxy und ständen in vorgeschrittexiem Lebensalter; sie kämen erst sehr spat,zum Maximalgebalt. Die Anforderungen an diese Beamtenkategorie seien besonders groß.
Geheimer Ober-Justiz-Natb Vierbau »3 erwiderte, daß eine ein- zelne Beamtenklaffe nicht vorweg ausgebessert werden könnte. Die Yusfichten der Inspektions-Asfistenten seien ja sehr ungleich, und es schwebten deshalb Verhandlungen darüber, daß diese Beamten nicht innerhalb ihres Bezirks, sondern der ganzen Monarckpie aufrücken können.
Der Rest der dauernden Achgabcn wird bewilligt.
(Schluß des Blattes.)
- Die Kommission des Hauses der Abgeordneten zur Vorberaibung des Antrags ,des Abg. Hobrecht auf Annahme eines Geseyeniwuris_, betreffend die Herabminderung der aus guts- berrlich - bauerlicben Re ulierungen herrührenden AmortisatioiiSrenteU, „bat Lich konstituiert. Vorsißender ist der Abg. Dr. Krauqse „(Kömgß'berg)-_ dessen Stelldertreter der Abg. Lamprecht; Schriftfuhrer mid die Abgg. Von Brockhausen, Reinecke und Jansen.
- Die Kommission des Hauses der Abgeordneten zur Vorberatbnng des Antrags der Abgg. Roeren und Genossen auf Annahme eines Geseßentwurfd, betreffend Abänderung des Ge- scxzes über gemeinschaftliche Holzungen, Vom 14. März 1881 und des "Antrags des Abg. Knebel auf Annahme eines GesetZ- entwurfs uber gemeinschaftliche Holz-ungen Hat sich konstituiert und den Abg. Schreiber zum Vorsitzenden, den Abg. Knebcl zum Stellvertreter des Vorsißendcn und die Abgg. Or. Schnaubcrt und ©:“. Gia ttfclter zu Schrififührern gewählt.
- Bci der gestern in Köln vor enommencn Ersaßwahl zum Hause der Vibßgedrdxicten ?Ür den 1. Wahlbezirk des Regierungsbezirks' Koln (Koln Stadt) wurden ,nach der amt: [ichen Zahlung mSgesammt 595 Stimmen abgegeben von denen 599 auf den Rechtsanwalt Carl Trimborn (Zentr) in Köln fielen.
Nr. 6 des „„Zentralblatts der Bauderwaltun “, beraUSJegcbe-U tm Ministerium der öffentlichen Arbeiten, vom 8. Fe- bruar, b'at folgerzden Inhalt: Amtliches: Dicnst-Nackorichten. - ;)iicixtaxntlichcs: Die Tbatigkeit unserer Feld-(Eisenbahn-Abtheilungen im Kriege 1870/71. - Wettbewerb für die Rbein-StrWenbrücke bei Worxns. _111. ( ortseizung.) - Der Verkehr auf den asserstraßcn Berlins im Ja _re 1895. - Die Koblenstaubfeuerung im Dampf- ieffelbause" des__KOiiiglicheii Opernhauses in Berlin. *- Wettbewerb Uw Cntnmrfe fur 6111? Stadthalle in Elberfeld. _ Die Plananordnun mittlerer iind kl_cmcxcr Stationsgebäude. - Vermischtes: Wettbewerß iam Cytwurfefnr eme edangcl.-lutber. Kirche in Kiel. _- Wetlbcwerb um eme Thetlnebmeriarte und eine Fcstmabl-Speisckarte des Ver- bandes dcutscherYrchttekten- Mid JniZenieur-Vereine. Wahl des Siodidauratbs fur den Hochbau von Berlin. _ Architektur auf der boDUÜÖYU, Lapdeßauésteüun in Nürnberg. - Errichtung eines Eisen- iabn-Mintsteriums und Neuordnung der Eisenbahnwerwaiiung in Oksié'kki'ick). - Bücherschau.
Kunst und Wissenschaft.
„__ Seine Majestät der König von Württemberg hat, wie der ,xzt-A. f. W." meltct, der Porträtmaleiin Frau Vilma Parlagbv ?tersclbst die goldene Medaille fiir Kunst und Wissenschaft am Bande des Ordens der Württembergiickycn Krone Verliehen.
„ „41- In Schultes Salon wurde am 26. Januar die dies- iabrtge Ausstellung des ,Künstler-West-Klubs“ eröffnet. Das Bestreben, 'die Errungenschaften mdderner Technik sicb anzueignen, ßekunden 'die meisten Werke der Klubmitglieder, das Ergebnis; ist aberxbegreiflicherweise je nach der Bcgabung der Einzelnen sebr Ver- schie=en. Glucklich bai sicb P. Höniger in die pikante und flotte asteUtechnik ,der Pariser Schule „eingearbeitet; auch sein Berliner tra'enbild im riibjabrsnebel 32th gegen ältere, Von Scarbina's Jordild allzuabbangtge Werke des Malers erfreuliche Fortschritte. iudwig Deilmann schildert lebendig das Flimmern des Sonnen- llchts in einem zarten Aquarell, und die Ansicht einer kleinen vom'TWksMn Stadt, deren rothe Ziegeldäcber nach einem erquickendcn ewitterrcgcn in der Sonne blinken, zählt zu seinen liebenswürdigsten övfungen. Uebcrzieriicl) smd die Aquarelle und Gouache" von Max Ut b, der, sonst, wie auch sein .Mondaufgang in der Mail“ be- WUst. sich in brettercm Vortrag gefiel. Uebcrzeugcnd in ihrer schlichten Wabrbeitdlfebe ivirkcn die Nordlandbilder Norman's, wie das „auf-
“ikebende Gewitter“ und die „Sommernacht am Fjord“ mit ihrer krystall-
klakßn Luft, während eine Berliner Siraßensccne dem Maler Mm e-r gelunlgen ist., Feldmann'd .Land1chaft bci aufgebendem M spieget den tiefen Eindruck wider, den die Werke der schotti- (ben Schule auf unsere Landschaftsinaler gemacht haben; Lang- VJaner da egen schließt „sich mit feinem Rachtbild mehr der jüngeren a nchener R cbtung an; _en_1e Röthelstudie bezeugt, daß dieser Künstler " vbne gewagte kolorisitfche (Töperimcnte die Aufmerksamkeit der Laed auer zu fesseln vermag. P ilipp Frank's dekorativ breite a " chaften und Frenzel's Vtehstücke smd solide, wenn bUch etwas nuchterne Leistun en, die den Anspruch auf dYMdM .Modernität“ nicht er eben. Unter den Bildnißmalern Keck Wesi-Klubs sucht Max Schlichtin es den Amerikanern an wäbbeit der Motive gleich zu thun, errci t aber deren Grazie nicbt, nel) rend (55. Me yn in bekannter otter, wenn auch nicht immer vor- aMklk Weise seine Porträtköp e auf die Leinwand setzt und ark? öslus in seiner Kindergruppe vorzugsweise auf geschmackvolles 'rühenarrangement im, Sinne F. A.Kau1bach's binarbeitet- Von rucksken Aus teilungen tft bereits „E. Hauömann's ernste und aus- vVÜe ruppe „Mutter und Kind" bekannt, deren fein nnige vortheilhaft gegen den derben .Spaziergang' Po sin's
absticbt. Von H. endrich, deffen bantasie immer wieder
und wieder _ zur gen- und „Mär welt der deutschen
Vorzeit zuruckkekzrt , sind emtge eheimnißvoll leuchtende
ZYdsaéZsfzteY MirfkigurlicbeétaxZgF aus??“? thiet-l) ne dÉese vielleicht an an n en r en, a " '
der Gestalten selten 9glücklich ist. er uns er in er Zeichnung
Neben der Sonderaussteilung des West-Klubs verdienen die a [- reiclyerz Arbeiten aus dem Naxhlaß des Münchener Malers LinZelii- schmidst, einige dexbbumoristtsche Bilder von dem bekannten Zeichner der_„Fltegerzdexi Blatter“ Hengler, eine Illustration aus G. Keiler's f?;iinmeenärich' Zenßéacha undd- 1:3? 110? 1Sk351; - A. Böck-
. ue nymp e" in en vor eren äum i e't d - schen Kunsthandlung) Beachtung. ck ien er Schulte
Bauten.
„ Der EnTWUrf für eine edangelisch-lutberiscbe Kir e in Kiel ist zum Gegenstand eines allgemeinenWettbeiverbeSunéer den deuischxn Architekten ciemacht wordcn. Es sind drei Preise (2500-16, 1500 „M und 1000 „FC) aqueseßt; der Ankauf weiterer zEntinurfe wxrd vorbedaiten. Preißrichter sind die Herren Geheimer Kegrerunas-Natl) Professor Otzen und Baurat!) Schwecbten in Berlin, Regierungß- und, Bauratk) Beisiaer in Schleswig und zwei Nickyttechntker in Kiel. Die'Entwürfe sind bis zum 15. Mai d. J. an den KirchenWrstand errizureichen, die Wettberverbs-Unterlagen donß der „Kirehenkaffe' in Kiel“, Flämische Straße 2, zu beziehen. - Herner ist ein Kreisausschrei en fürdenEntwurf zu einem Yathhciuse in , eisau an die deutschen Architekten ergangen. Die Tur den in drei bis vier Geschossen am kleinen Markt zu errichtenden Bau außgeworfene Summe beläuft fich auf 600000 «lä Die drei außgeseßten Preise beirn en 5000, 2500 und 1500 W; den Ankauf weiterer Arbeiten zum §F?reise von je 500 „% behält sich die Stadt- gemeinde Vor. Das Prengericbt besteht aus den Herren Geheimer Regterungß-Raiht Yrofeß'or Ende und Geheimer Regierungs-Rath Professor Och in Berlin, Geheimer Bauratk) Profeffor [)x-. Wallot tn Dresden, Hos-Bauratl) Boettger und Stadt-Baumeister Engel in YeffthhsowieDczWÉettn P?ier-Füdrgexrxneister ULD §Zern Stadtverordneten-
or' er., ie nwure 111 :S zum . uutd.J. an den Magistrat in Dessau einzureichen. g s
Lgnd- und Forstwirthsehaft.
Wie das Direktorium der Deutschen Landwirtbskhafts- Gesellschaft n1ittbeilt,_ sind die Vorbereitungen für die diedjäbrige Wanderausstellung m Stuttgart-Cannstatt sowohl seitens der Leitung derselben, wie seitens der Aussteuer in Vollem Gange. Am 17. Dezember v. J. fand in Stuttgart eine Versammlung des Orts- aussclyiiffes stait, in welcher von Herrn Geheimen Hofrath Evtl) den zahlreich erschienenen Herred aus dem Lande und aus den Städten Stuttgart und Cannstatt Einrichtung und Plan der Ausstellung im allgemeinen und inxbeionderen dargelegt wurden. Es zeigte sich in dieser Versammlung, daß srZwobl seitens der Ausstellungsstädte, wie auch des ganzen Landes Wuritemberg ein lebhaftes Interesse für die Aus- stellung vorhanden is. Zur Zeit werden die Bauten Vorbereitet, so- daß mit Eintritt der be eren Wijierung an die Aufsteliung derselben auf dem „Cannstatter asen“'am rechten Neckarufer berangegangen werden karin; Ebenso Werden ,in den Kreisen der Aussteller die Vor- arbeiten eifrigst gefördert. Die Beschickung mit Pferdcn wird in Wurftemberg von der dorii en Landgestüts - Kommission Vorbe- reitet. Das Laud-Oberftallmeißteramt Marburg beabsichtigt, sechzehn Hengste aus dem Landx-xcstüt ,und dem Remontendepot zur Vor- fubrung zu bringen, das Königlich württembergische Kriegß-Minisierium 20_ KadaUerie- und 6 Artilleriepferde. Sclbsiderständlich bleiben dxeie Vdrfuhrungen außer Preißbeiverb. Außerdem rüsten sicb Baden, die Rheinprovinz, Schleswig-Holstein und die Yrovinz Sachsen, um die Ausstellung mit Pferden zu beschiclen. * ie Rinderabtheilung Wird, wie von Vornherein angenommen Wurde, den Glanzpunkt der Thierausstelluxig bilden“ _es kommt dies auch schon dadurch zum Aus- druck, daß Seme'Majesltat' der König von Württemberg einen Ehrenpreis fur diese thheilung gestiftet hat. Selbstderständlich rüstet sich in erster StrlieWurttemberg selbst, die Ausstellung möglichst zahlreich wit „Rindern zu, bcscbickexi, tvelchc an Veranlaffung der württem- bergtschen landwirtbscbaftlichen Zentralstelle auf besonderen Vorschauen angesUckZt werden. Das Hauptaufgebot des württembergiscbcn Rind- vichs wrrd zweifellos den Charakter des Fieckoiebs aufweisen, des- gleichen die AuLsteÜdngcn, welche der Verband oberbadischer Zucht- genoffenscbaftcn, siZiVie der Zuchtverband für oberbayerisches Alpenflcckdiek) Veranstalten. Algauer werden durch das .Algäuer Herdbuch“ zur Aus- stellung gebracht; ferner erscheinen Pinzgauer und Voigtländer aus B9ycrn,_ Glan-anncrsberger aus der Pfalz, Vogelsberger aus Hessen, Ste_aerlandcr aus Westfalen, Vogesenviek) aus Eisaß-Lotbringen, Ost- frlfk'Mxi aus HirnnoNr, Breitendurger aus Schleswig-Holstein und nieder- rbcciniiclyks Vicki aiiZ drm Rheinlaiid. Die Rheinländer glauben,zwcck§ EinFubrung tbreö Schlages nach dem Elsaß gerade in Stuttgart er- schcmen zu sollen. Schwäne werden besonders aus Norddeutschland zahlreich auf der Audstellnng erscheinen; so liegen Vorläufige Anmel- dungen vdr audWcitfalen, Pommern, Brandenburg, Hannover und Yrovmz Sczcbseiz. Die Ziegenabthcilung wird, soweit" es sich bisjeyt iibersehen laßt, in größerer Zahl auf der Ausstellung Vertreten sein als die der Schafe. „Für die Geflügelaudsteliung, deren PrciSauéickpreiben demnachst erscheint, zeigt sich vielfaches Interesse, besonders auch m den Reichßlanden. - In der Abtheilung der todten Gegenstände laneti die landwirthsckwftlicben Samenzüchier eine größere gemein- chaftliche Ausstellung. Von den auf der Berliner Gersten- und Hopfen -Ausstellmi Vor eprobten Gersten und Hopfen Werden 73 Proben Vraugethe, 3 sZroben Brauweizen und 110 Proben Hopfen zur Stelle sein. Ferner ist noch anderweitig Hopfen außer Preis- bewerb in Aussicht gestelit. ,Für die Moorkultur stebixi bis cht n9ch wenig Anmeldungen tn Adsficht, doch wird sich auch hier „eine zwar vielleicht nicht umfang-, aber doch lehrreiche Beschickung einstellen. Der Württembergische Landes-Obstbauverein bereitet schon jetzt die Pflanzungen auf dem Ausstellungsplaß Vor, durcb wel e er seine Arbeit zur Darstellung bringen will. Die Beschickung der eidenWeinkostballen wird in dem gewohnten Umfange stattfinden, ngrend die.Dauerwaaren-Ausstellung für Obst nur mit 52 (Gegen- ;tanden'bescbtckt ivetden wird, die fich augenblicklich auf einer Prü- u'ngsreise nach Australien befinden. Die Einrichtung der milch- wtrtbschaftliciycn Audsteüung ist in den betreffenden Kreisen Süddeutsch- lands in der leßten Zeit Gegenstand manni facher (Erwägungen gewesen. Vor „kurzem ist nun das endgültige reisausscbreiben, in welchem alle geaußerten Wünsche, soweit angängig, Berücksichtigung gefunden haben, „zur Vertheilunlx); gekommen. Wie es scheint, Wird die milchwxrtbécbaftlicbe A theilung einen sehr beachtens- Wtrtben Umfan (UML men. Ein gleiches Interesse zeigt fich auch für die Jischereiathcilung, in der außer Süd- auch Norddeutschland ver- treien sein wird. Der Würitember ische Landeßverein für. Bienenzucht Plant cine zahlreiche Vertretung Leiner Mitglieder in der Bienen- abtbeilung. Zum Wettbewerb in der StaÜdüngerwirthschast wurden acht_ Bewerbungen zu klaffen. Bekanntlich ist die auf ein Jahr be- mesiene Prüfun bierJÜr bereits seit dem 1. April v. I. im Betrieb. Ob die Ans teilung der Kalke von Süddeutschlaud so be- miizt werden wird, wie dies in der Absicht der Veranstalter dieser Abtheilung liegt, scheint noch zweifelhaft zu sein. Im übrigen aber werden Dünger-_ uiid Futtermittel in aUSrcichender Menge neben einer Anzahl anderer Hilfsmittel der Landwirjbschaft zur Aus- steUung kommen. Der Maschinenplaiz ist schon zum theil belegt, ebenso besteht Aussicht, daß die Hauptprüfungen von Trockenappataten für Getreide, von Futterdämpfern, Wemfiltern, sdwie von Garbkn- bändern Von den Fabrikanten in entsprechender Weise werden denn t werden, um ihre Leistungsfähigkcit zur Darstellung zu bringen., - s möge noch daran erinnert Werden, daS die Anmeldefrist Mit dem Schlusse dieses Monats abläuft, und da es demnach an der Zeit ist,
die Vorbereitungen für die Anmeldung zu beschleunigen.
:- eitsw , ierkr * " - Gesine [; esen MMaßregMeln. en und “"wenn“-
Italien.
„ Das König'li italienische Ministerium des Innern hat bezu-Flick) der Ein uhr von Vieh, gesalzenen Häuten, unge- gerbien Feller), ro er Wolle, ömern, Klauen, Knochen und., anderen thierischen Bestandtheilen auf dem Seewege nach Italien unter dem 1. Dezember folgende Bestimmungen
getroffen: "* Artikel 1.
Das Verdot der Einfgxyr bleibt aufrecht erhalten bezüglich: &. der Rinder und Schafe aus den folgenden Staaten und
Ländern: der europäischen und afiatischen Türkei, der Insel Cypern, Egypten, Bombay, den russischen Häfen des Sehwarzen und Asowschen Meeres, Bulgarien, ' Griechenland, Somaliland und Sansibar"
13. des Rindviehs von der Insel Malta; die Einfuhr von Sckiasen von dieser Insel ist unter der Bedingung gestattet, daß die- selberi axn Bestimmungsbafen auf Kosten der Interessenten einer thierarztlichen Untersuchung unterworfen werden;
0. der Schweine aus der europäischen und asiatiscben Türkei, aus (Zypern, Egypten und den VerÄirYthanStaaten von Amerika.
r 1 e .
„ Fiir alle diejenigen Länder, egen welche das Einfuhrderbot von Rmddick) und Schafen besteht, ii? auch, mit AuBnabme von Malta, die Einfuhr don gesalzenen Häuten verboten.
. , Artikel 3. , Mil Bezug auf die asiatische Türkei, das Somaliland und San- sibar bleibt das Verbot der Einfuhr von ungegerbten Feilen, tober Wolle,„Knochen, Hörnern, Klauen 2c. sowie von sonstigen Ueberreften von Rindern und Schafen in Geltung. _ . Artikel 4, W7M
Bezugltck) der andern St_aaten bleibt die Erlaubnis: der infubr doxi Vie!) undder oben erwahnten Ueberreste an die Bedingun ge- knupft, daß dieselben von einem sanitären Ursprungßattest begéeitet sind, das yon der kompetenten Lokalbehörde auszustellen und von dem italienischen Konsul oder Konsularagenten zu beglaubigen ist, zu dessen Ilmtsbezirk der Ort gehört, Von welchem das genannte Vieh oder die Ueberreste derstammen und abgesandt werden,
„ " Artikel 5.
Geialzene Darme, gewaschene oder kalzinierte Wolle können,
woher fie auch kommen mögen, frei nach Italien eingeführt werden.
Spanien.
Durch Königliche Verordnung vom 27. v.M. find die ge en Rabat (Mdquko) und Umgebung angeordneten Quarantänemaßnathen _ unter den ublichen Bedingunaen aufgehoben worden. (Vergl. „Reichs-
Anzeiger' Nr. 292 Vom 7. Dezember v. J,).
Handel und Gewerbe.
Iii dem vom ].. v. M. ab gültigen amtlichen Waaren: verzeichnis; zumZolltarif findet sich auf Seite 251 bei „KurzquarcrÉ em Druckfehler. Der zweiten Zeile von unten iii die Ziffer „2,“ vorzuseßcn.
Verkehrs-Austalten.
_,Laizt Teiegrawm aus Goch ist die erste enxlische Pon uber Vliysingen vom 10. Februar ausgeliehen. Grund: Starker Nebel auf See.
! Karlsruhe,10.Februa_r. (W. T. B.,) Zu dem KarlÉruber Jidernkanalo “roxeft erfahrt der „Bad. Ldb.“ don authentischer Seite: Vekangt 1ch Hat das Staats-Ministerium die Erbauung des „Kanals, don Staatswegeti abgelehnt und nur einen Zuschuß von 3 Millionen Mark bewilligt. Andererseits waren die Vertreter der Stadt der Ansicht, daß dteStadt an die Ausführung eines so umfang- reichen Projekts nicht gleich herantreten könne. Es hat sich nun ix_isdfern emAusweF mis diefemDilemma gefunden, als eine leistungs- fahtge Firma sick) ereit erklärt hat, nicht nur den Kanal gegen Zah- lung einer festexi Summe (4 Millionen Mark) zu bauen, sondern ihn aucblauf eiiie RUHE Vor] Jahren in eigene Regie zu nehmen. Das Weitere wird dem Beichluß der städtischen Kollegien vor- behalZTn sem. F 13 .
* temen, 11. e ruar. (W.T.B.) Norddeutscher Llo d. TZer Postdampfer „H. H. Visier“ ist am 9. Februar Morgensyin IiSZY- York angekommen. Der Postdampfer .Pfalz“ ist am 8. Februar in Moniedrdeo angekommen. Der Reichs-Postdampfer
„Saal)sen' hat am 9. Februar Vormittags Gibraltar passiert. Der REWE - Postdauwfer „Preußen ' ist am 9. Februar Abends in Genua angekommen.
Theater und Musik.
Schiller-Tbeater.
, _Der bekannte Schwank „Ein toller Einfall“, mit dem der
Verfasser Carl Laufs vor Jahren seinen Namen zuerst bekannt machte,_erlebte gestern eine erfolgreiche Wiederaufnahme an derselben Kunststatte, Von _der er ausgegangen war. Der tolle Einfall des Schwarikheldcn, eines jungen Studenten der Medizin, der die ihm don seinem Onkel während einer Reise anvertraute Wohnung zimmerxvcxsc vcrmietbct, um fick) aus einer Geldderlcgenbeit zu helfen, gelangte gestern mit allen Verlegenheiten, Ver- wirrungen und Ueberraschungen, die fich daraus ergeben, bei einer frischen und lebendigen Darstellung trefflich und erdeiternd zur Wir- kung, da alle geistvollen Wendungen und wißigen Pointen des Dialogs darstellerisch fein herausgearbeitci WdeM- Die beiden lustigen Ge- sellen, die Urheber aller komischen Drangsale und Wirrniffe, der junge Student und sein getreuer Diener Birnstiel, wurden durch die' Herren Pablau und Schmasow mit übermütbiger guter Laune reich ausgestattet. Herr Walden spielte den nervösen Musik- Dirckwr Krönlein sehr ergöyltclo und rau Werner fand in der Episodwrolleder Ziyimcrvermretberin üller lauten Beifall. Die jugendlichen Liebhabertnnen des Stücks Wurden von den Damen Lever- mann Uiid Grete Meyer anmutbig wiedergegeben.
Adolph Ernst-Tbeater. Der als dauernd zugkxäftig bewährte englische Schwank „Char- ley's Tante“ ist nach langerer Unterbrechung am Sonnabend dem Repertoire mtt reichem Erfolg wieder ein efügt worden. Der wank bat aufs neue die ihm inne wohnende Uerrünglichkeit und Fris eder Stimmung bewiesen, Welche die ergößlicbe und doch harmlose Be- lustigung der Zuschauer zur natiirlichen Folge hat. Man kann daher nur „berichten, daß auch bei dieser Wiederaufnahme viel und herzlich gelacht wurde, _ und daß die Darstellung im Einzelnen und Ganzen unverandert lobenswert!) war. Unter den Darstellern gewann wie früher, err Guido Tielscber in der Titelrolle durch die erbeiternde Charakter! tik und seinen wirkungsvollen amor den' meisten Beifall. Fraulein Albrecht und err Eiben, Wel ihre kleineren Nollen zum ersten" Mal spielten, lö ten ihre Aufgaben er- freulich und fugten _sich gefallig dem Ensemble ein. -- Dem Schwank
voran, welche mit neuen Einlagen Versehen war und gleichfalls
ging, wie auch fruher, die parodiftiscbe Posse ,Die Bajazßk' e' baglicba Heiterkeit verbreitete. . ,