Von den Vetrieböunfällen ereigneten sI: „ WZE; den Staatsbahnen bei einer etriebslän e . von 786kxu...........21Fälle, auf den Privatbahnen bei einer Betriebslänge vonWö1km.......... Je ein Unfall kommt auf
„
Kilometer
Tausend Betriebslänge
Zugkilometer
bei den Staatsbahnen . . | 171 118 bei den Privatbahnen 342 153
Wenn die Verwaltungen nach bem geometrischen Mittel aus den Betriebslängcn und den gelxisteten Zugkilometern ge- ordnet werden, so treten an die ungunstigste Stelle:
bei den Staatsbahnen:
die Main-Neckar-Eisbnbahn und die Verwaltungsbezirke der_ Königlichen Eisenbahn: Direktionen in Effet; und in Elberfeld, bei den Privatbahnen: die Pri nißer Eisenbahn und die Hes ische LüdwigSLisenbahn.
Im Monat Januar d, I. haben 304 Schiffe mit einem Netto-Raumgehalt von 51 769 Neg.:Wnnen den Kaiser Wilhelm - Kanal benußt und an Gebübrkn zusaMMLn 37158 „W. entrichtet.
Der Wirkliche Gkhcime Obcr-Vauratl) im Reichs-Eisen- bahn-Amt Sircckert hat cine Dienstreise angetreten.
Hannover, 11. Februar. Dcr Provinzial-Landtag erklärte fich in seiner heutigen Sitzung mit dem Antrage des rovinzial:Ausschusses auf Errich1ung eincr vierten Provinzial: rrenansialt einverstanden, mit der Maßgabe, daß die Plänc und Kostenanschlägc dem nächsten Provinzial-Landtag zur Genehmigung vorgelegt werden sollen. Das Fischcrcigescß wurde sodann in zweiter Lesung nach dcn Vorschlägen der Kommission angenommen.
Bavern.
In der Kammer der Abgeordneten betonte gcstsrn, dem „W. T. B.“ znfolge, bei der allgemeinen Bcrathung dcs Zustiz-Eiats der Vlbg. Berno (Zentr.)_, daß in der Zen- trumSpartci keiner sei, der nicht das Zustandekommen des Vürgxrlicbsn Gcscßbuchs lebhaft wünsche; aber man babc gewisie Bedenken wegen der Stellung der Kirche nnd wegen der, allzuleichtcn Mobilisicrung des (Hrnndbesi cs. Zur Beseitigung dieser BLdekn sei eine Kommissions: c: rathung nothwendig gewesen. Er boffo, daß die Kommission diese Bebenkcn beseitigen werde, glaube aber niét, daß die Kommissionsarbeitcn sich noch in dicser Nei )Siagsscfsion würden erledigen lassen. [)1'. Orierer (chtr.) trat dieser Erklärung bei. Der Justi :Minister Freiherr von Leonrod dankte dem Abgeordneten erno fiir eine Ausffihrungen nnd vertheidigtc die von den Sozialdemokraten angegriffene Reichs: Iustiznovelle'.
Sachsen.
Die Erste Kammer bkiviiligtc gestern die' Kap. 73 bis mit 87, mit AUSnahme des Kap. 77 3, des Siaatsbaushalts- Etats für 1896/97, welche das Departement dcr Finanzen nebst dessen unmittclbaren Dcpendenzen betreffen.
Hessen.
In der gestrigen Sißung der Zweiten Kammer gc- langte der Antrag dsr Abgg. Osann und (Genossen auf Neuorganisation der höheren Staatsbchördcn zur Beraihung. Der erste Ausschuß wil] diesem Antrag:: statt: JZJWM „wissen und beantragt dkmgcmäszx das Staats:
misterium zn. ersuchen, die Frage der Neuorgani- sation der höheren Staatbbshbrden in Erwägung zu zikhcn, demnächst einc Kommission ziir Beratbung darüber zu berufen und zu einer cnisprcchcndcn Neu: organisation der Höheren Staatsbehördcn zu schreiten. Das Staats-Ministerium hat sich, der „Darmst. Ztg.“ zufolge, zu dem Anfrage Osann dahin geäußert, daß es die Zeit für die Verwirklichung solcher Pläne noch nicht für gekommen erachte, wenn cs anch zugebe, daß man eine Neuorganisation wünschen und im Auge behalten müsse. Der Staats=Minister Finger begründete die Stellnngnabmc der Regierung im einzelnen und sagic zu,dic Frage der Reorganisation der höheren Staatsbchörden sobald als irgend möglich in Bearbeitung nehmen zu wollen. Dsr Verlauf der weitcrcn “Debatte zeigte das; man im Hause Überall mit dem Antrags Osann einverstanden ei; mix wurde seitens der Abgg. Wasscr: burg und Ulrich au die niianziille Seite der Frage betont. Der Antrag des Aus chusses gelangte hierauf einstimmig zur Annahme.
Metklenburg-Schweriu.
In dem Befinden Seiner Königlichen Hoheit des Groß- herzogs ist, nach einem den „Meckl. Nachr.“ zugegangenen Telegramm ans Cannes von gestern, eine wesentliche Aende- rung nicht eingetreten. Die Erholung schreitet langsam fort.
Sathseu-Weimar-Eisenach.
Seine Königliche Hoheit der Großherzog hat am ver- gangenen Sqnntag den neu ernannten österreichisch:ungarischen außerordentlichen Gesandten und bevoUmächtigten Minister Grafen pon Luqu empfangen und aus dessen Händen das Beglaubigungsschrciben jcincS Souveräns entgegengenommen. Der Gesandte, wurde hierauf Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin vorgestellt und zur Großherzoglichen Tafel gezogen.
Metklenburg - Streliß.
' Der neuernannte preußische Gesandte Graf von Wall- Wiß ist am 8. d. M. von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherkoq behufs Entgegennahme des Beglaubigunqs: schreibens n Audienz empfangen wurden. Später wurde der Gesandte auch von Ihren K*omgl1chen Hoheilen der Groß: lier ogin und der ,Erbgroßherzogin empfangen und zur Grtherzoglichen Tafel geladenz ; „„
Schwarzburg-Sonbershausen.
Der LandtagSau-sscbuß ist zurWiederau ahme seiner verLaffungSmäßigen Thäti keit unter dem Vorfi xs Landtags- Pr ftdenten Hartmann: rnftadt am 10. d. . m Sonders- hausen zusammengetreten.
Oesterreich-Ungarn.
Der rußische General:Major Graf Golenistschew- Kuiusow i gestern Nachmiitag in Wien eingetroffen und wird heute die Reise nach Sofia fortseßen. . “
Der böhmische Landta'g |ka gestern die Debatte uber das Bud et fort. Der Abg. ramar Zungczeche) ent: wickelte da ei die materieÜen VWtheile, wel e die Deutschen von einem Staatsrecht habcn würden; nur sollten fie nicht die Erhaltung ihrer Sonderrechte verlangen. Die Jung: czechen würden mit „dem Großgrnndbesiß zusammengehen, wenn derselbe wirklich bereit sei, die staatsrechtlickjen Grundsäße dc'r Jungczechen zu verwirklichen. Sodann trat K*ramar energisch den Bemerkungen des Abg. Baxa Über die Krone und die Dynastie entgegen und sagte, es gehöre zum staatSrechtlichcn Programm der Jungczechen, fiir die Erhöhung des (Glanzcs der Krone zu wirken. Redner fuhr fort: während in Rußland und Frank: reich die Reaktion förmliche Triumphe (feiere, sche man in Deutschland und Oesterreich durch Vermittlung der Kronen, mit Hilfe der Farteicn Fortschritt und soziale Reformen gedeihen.
er Abg. rin_zFriedrich bon Schwarzenberg wies auf die wirthschaftlrehßn Verhältnisse Böhmens hin und erklärte, die „Großgrundbesißer Böhmens ständen auf der historischen Basis des Staatsrecht2 wenn cs auch nothwendig sei, Kon- zessionen zu machen. Redner hielt es für das Beste, zur Basis die andamcntalartikci zn nehmen, wclche als einer der glücklichsten Vcrsuche zur Liiinng der böhmischen Frage er: schienen. _Die Großgrundbesißer, sagte der Redner, strebten somit an, daß der Kaiscr, sobald es ihm gut erschcine, das StaatSrccht durch seine Krönnng zmn König bcsicgele. Der Streit zwischen den beiden Stämmen des Landes crlöfche aber vor der crhabcncn Person des Kaisers. „Wir werdcn,“ schlosz dcr Rcdncr, „dic maicricUanntcresscn und das Staats- recht Böhmens verthcidigen, ebenso [1er die Znicroffen des deutschen Volkes malircn, in Treue für den Kaiskr nnd das Vaterland.“ Dor Vlbg. Kaizl (Jungczcchc) crklärtc, er sei durch die Rede ch Prinzcn Schwarzenbsrg stimpathisck) berührt worden. Nach längerer Debatte wurde zum (Hencralrcdnkr fiir das Babel di'r Abg. Dr. Fournicr und zum (Gcncralrcdncr gcgen das?elbe dcr Abg. Dr. Herold gewählt.
Das ungarische Unterhaus b€schäftigte sick) gcstcrn ausschließlich mit der AngelcgcnbcitPulSzkn. Dcr Abg. Graf Julius Szapart) befürwortete den Antrag auf Einscßung cincr parlamentarischen Untcrsuchungskommission und reichte fiir di'n Fall, daß dieser Antrag nicht angenommcn we'rdc, einen Antrag Lin, wonach das UntkklMUI das in der An- Ylegenhcit dcs Museums fiir die _scböncn „Künste bcfolgtc - orgchcn der friibc'rM und der ]cßigcn Regierung miß- billigen und die Vorlage dsr Akten fordern solle. Zur Bc: gründung“ seines ersteren Antrags fiihrte dcr Redner aus, die Regierung hab? dnrck) Anweisung cincr größsrcn Summe für bis Erwerbung von Kunstwerken fiir dns Museum ihre Befugnisic iibi'rschriiti'n. Unter gespannter Aufmerksam: keit dss Hansqs erklärte hierauf dcr Abgc'ordnstc, sl)cmaligc Ministerräsibcnt [ck11 Wekcrlc,_ das; er die volle Verant- wortung fiir das, Was er gctlian, iibcrnehmc und die politische“ Solidarität mit seinen friiheren Kollkgi'n anfrccht: erhaltc'. Er Erörtert? sbdmin dic Frage, ob die frühsre Regie: rung bcrscbtigt gcwssxn sci, die in Rede stehenden Summen achzugcbcn. Dic ;Ziiytiinmnng ziim Ankauf von Bildern im Wcrti) von 107 000 Fl. habe er erst gsgcbcn, als das Haus den Vorschlag znr Errichtung eines Museums dor fck)öncn Künste bcrcits (in_acnommcn gehabt habe. Die Vcrausgabung der für Gc- mäidc bestimmtcn Gcldcr vor Vcrständigung mit dem Parlamente sci deshalb erfolgt, weil die Gelsgcnbcit zn Bildcrankäufen infolge des Kurssiandcs einc aiifzcrorbcntlici) günstige gcwsfcn sei und die AnkäUfc durch eine vorberigc parlamentarische Erörtkrung sichcrlick) veribcucrt worden wären. Schon in scincm Bericht, den er im Oktobcr 1891 der Landcskommissibn fiir die Millenniumsfcici' iibcrrcichtc', habe er erklärt, daß die Kasson für das Museum der schönen Künste von 1896 bis 1899 flüssig zu machcn sein niiirdcn, obwohl die cntsprechcndc Vorlage erst im Jabrc1894; werde eingebracht werden. Das Haus sei aber von der Sachlage untcrrichtst gewesen. Die Regierung Habe zwar ohne Rechtsbasis, aber im Bewußtsein ihrer Vor- aniivortnng gchnnbclf und habs, obne wichtigc Jntcrcffcn zi: vcrlcizcn, nicht andcrs handeln können. Einen Ligciitlichcn Schaden habe der Siagtsschaxz auch nicht crlittcn, da die an: geschnfftcn Kunstgegenstände mehr worth seien, als sie grkoiici hätten. Im Übrigen wies der Redner darauf bin, das; der Minister die (Gemälde durch Sachverständige liabe untcrsnchcn [affen und auch Strafanzeige erstattet babe. Redner bat den Minister, die fiir das Museum für schöns Künste bcstimmtcn Kunstwcrke auch durch einen ausländischen Fachmann untersuchen zu lassen, und bekämpfte sodann noch den Antrag des Grafen Szapari), der mit den gewohnten parlamentarischcn Formen unvereinbar sei. Eine materielle Verantwortung könne nur eine Versc'ßung *in Anklagezusiand Zur Folge, haben, und eine politische Tragweite habe diYcr Antrag nicht. Der Abg. Graf Szaparn sah sick) einsr ' e- mcrknng dcs Vorredncrs gcgcnüber zu einer kurzen Entgegnung veranlaßt, worin er darauf Hinwics, daß die unter seiner Vcr- waltung vorgekommencn MahrauSgabcn in dcn Schluß: rcchnungcn nachgewiesen worden seien, was man von den in Rede stehenden Unpräliminierten Aiisgaben nicht behaupten könne. Er Habe die Unpräliminicrten und die MehrauSgabcn stets verurthcilt, und da diejenigen seiner Kochen, welche diese Beträge verausgabten, nicht die Konscqucnzcn gezogen hätten, so habe er es gethan. Den ihm gemachten Vorwurf weise er also entschiedkn zurück. Die Verhandlung wurde sodann auf heute vertagt.
Großbritannien und Irland.
Das Parlament ist gestern mit einer vön dcm Lord- Eroßkanzler Earl of Salisbur verlescnen Thronrede er- offnet worden, in der es, dem „ . T. B.“ zufolY, heißt:
„Ich empiange fortgesetzt Von den anderen Mächten ersicherungen freundicbaftlicber Gcsinnungen. Zwischen meiner Regierung und der der französischen Republik ist ein Abkommen getroffen worden, welches den
weck bat, die Unabhängigkeit des Königreichs Siam noch mehr zu ichexn. Die Kommissare- für die Feststellung der Grenze zwischen Indien und Afghanistan einerseits und dsn Ländern des Kaisers von Rußland andererseits haben sich über die Grenzlinie geeinigt; diese
Linie ist sowohl von mir als auch von dem Kaiser von Rußland nebmiat worden,. _Die Regierung der Vereinigten Staaten hat da;? Wunsch auögedrückt, an der Beile ung der Streitigkeiten, welche seit langen Jahren zwis en meiner egierung und Venezuela bezüglich der Grenze zwischen € terem Lande und dem en lischen Guyana be- stehen, mitzuwirken. habe dem Wunsche, da eine biliige RLM; lung stattfinde, beigepfli tet und hoffe, daß die weiteren Verhandlungen zu einer befriedigenden egelung führen werden. Der Sultan der Türkei hat die bauplsächliebsten Reformen in Armenien genehmigt, auf die ge. meinschaftlich mit dem Kaiser von Rußland und dem Prä denten der französichen Republik zu bestehen ich für meine Pflicht ge alten habe Ich bedauere lebhaft, daß der fanatische Aufruhr eines Theils der" türkischen Bevölkerung in jénen Frobinzen zu einer Reihe von Greuel- thaten geführt hat, welche in un erem Lande tiefsten Unwilien beiwor- riefen. Der plösliche Einbruch einer bewaffneten Armee aus den unter der Kontrole der englischen Süd-Afrika-Kompagnie stehenden Gebieten in die Südafrikanische Republik hat zu Einem be- dauernswertben Zusammenstoß mit den Sireiikräfien der Burgberg geführt “ Nach Liner Darle ung der bekannt-zn Vorgänge und der Von der englischen Lgierung und dem Präsidenten Krüger unternommenkn Schritte heißt es in der Rede Weiter: „Nach der von dem Präsidenten Krüger bei dieser Gelegenheit beobachteten Haltung und nach seinen freiwiliig abgegebenen VLkfichk- rungen darf ich annebmßn, daß er erkennt, wie wichtig es sei, den be- rs tigten Beschwerden abzuhelfen, welche die Mehrzahl der Ein. im) ner Transvxials Vorbringt.“ In der Rede wird dann darauf hin. gewiessn, daß die Expedition gegen die Aschantis nothwendig JLWLsen und glücklich verlaufen ski; bedaucrnswerti) sei aber der Verlust tbeurer Menschenleben, darunter das des Prinzen Von Battenbkrg, der freiwillig seine Dienste zur Verfügung der Königin und seines Abobtiv. vaterlandes gesikllt habe. Die Königin spricht in der Tbronrede dann ihren Dank aus für die ihr und der Prinzlssin bon Battenberg be, wiesene ailgemeine Theilnabme. Ferner wird in dcr Rebe der von der Tschitral-Expedition errungene Erfolg festgesteüt, Als wichtigsten Berathungsiegcnsiand des Parlaments m'nnt bie Thronrede die Vermehrung und Verbkffsrung di'r Skestreitkräfte. Dann werden in der Rede Maßregeln angekündigt zur Milderung des unikr der landwiribschaftlichcn Bkvölkerung infolge der unglücklichen Lage der Landwirtbsehaft herrschendkn Noihstanis; Ferm-r werdkn angekündigt eine Gesetzesvorlags, betreffknd die Vsrantworilichkeit der Arbeitiieber bei Unfällen dsr Arbeiter, sowie eins Vorlage, welcbe dieEinscbränkunZ der Einwanderung von auöiändischkn Armsn bczweckt, und endlich Sin Geseß, bktreffend die agrarischkn Verhältnisse in Irland.
Beide «Häuser traten sofort in die Bcratbimg dsr Adresse ein.
Im Oberbause kritisii'rtc Lord Rofebcrii dic Tbron: rcdc und sprach sein Bedauern darüber aus, daß die Be: Ziehungen mit Deutschland gsfährdct gewesen seien. Der Premier: Minister Lord Salisbury erklärte: Präsident Krüger sei von dem Wunsch? der Regierung, daß er nach England komme, lange vor der Veröffentlichung des Wunsches in Zeitungbn uniérrichiet gewesen; iibcr seins Absichten sei die Regierung nicht Unterrichtet. Bei der Vcrthcidigung des Vertrags mit Frankreich, betreffend Siam, führte Lord Salisburn aus: Der Vertrag cmsprccbc den Wünschen bir indischen chicrung; dic (Befahr, gcgen die England nch verwahren wolle, soi klar, denn zwischen Frank- reich und Siam hätten Diffcrenzcn entstehen können, bis zu einem Konflikt zwischen beiden und zum Verschwinden des Königreichs Siam Hätten fiihren könncn; lcßtcrcs miirdc sine ernsti' Frage für England geworden scin. Di? Besorgnis? seicn chi bestitigt, donn der Vertrag schiißc cinen wcssntiicknn Theil Siams gcgen dicMöglichkeii cincs Angriffs. Zn cinigci: Gesichtspunkten stimme cr (Lord Salisbnrn) mitLord Roskbcrii iiberein, nämlich darin, das; die Einmischung dkr Vereinigten Staaten in die Angclcgcnbeit Venezuelas bcfricdigcndc Resul- tate für England schncli-xr bsrbcifiihrcn kiinnc, als 63 ohne die Einmischung Ilmsrikas möglich gewesen scin wiirdc. An: gi'sichts dcr gcograbbisckxcn Lago Vcnyzuclas müsse dassclbc fiir Ame'rika cbcnsolchcs Interesse babcn, wic Holland und legicn fiir England. Ueber den Stand dcr Unter- handlungen sei Es nicht crmii11scht, Näheres zu sagcn, aber wiihrend der chien Wocbcn ssi die „Hoffnung gi'stirgcn, dnß man cine bcfricdigcnd-c Lösung finden mcrdc, und Ons; jede Gefahr eines Bruches abgcwandt sci. Damit wolle er nicbt jagen, das; ein Einverständnis;bereits erzielt sci. Amerika s(iii'likk cinem Schicdögcrichi zur chelung non Streitfragen mslir Wertb, als England bios bisher gsthan habs, England könne cincr: Vorschlag, dkl." mittc'ls Schicdbsprnchs 40000 britische Unici- tbansn cm Venezuela iibcrtragcn könnte, nicht anncbmcn: aber es glaubs, cs könnten Mittcl gcfundsn werden, um duni Verbindimg von Unterbandlungcn mit dem Schiedsspruch ('i-'ki' bcfricdigcndc Lösung bcrbcizufsihrcn. Auf die armcniibe Frage iibcrgcbsnd, erklärte" Lord Salisburn, in keinem Vertrag, den England iintbrzcichnct babe, sei die Zusage zu findsn, dax, England dcm Sultan den Krieg Erklären werde, wenn er sein Land nicht bcffsr vcrwaltc, aucb habe er in seinen Rcdon nie mit einer englifchcn Krichorklärnng gedroht, sondern mir den Sultan vor den Folgen gewarnt, die (*inirctcn würden, wenn der Sultan die Ansichten Europas außer Acht lasse; cr (Lord Salisbury) sei bereit, dicWarnungzuwicdcrl)olcn, daßinfolckxcm “Falle nichts die Zerstörung des Reich;?- des Sultans verhindern könne. Er behaupte nicbt, daß dick- sofort eintreten WCM, cr alaubc vielmehr, die Mächte würden eine dcrartichatastroph? so weit als möglich hinausschicbcn: wenn aber das bisbcrigc Verwaltiingssysicm foridaucrc, könne die Katastrophe nichicimg verschoben werden. Zur Unterdrückung cines Bürgerkrieges, wie er jeizt entstanden sei, seien Reformen nicht gern] end, da: zu bedürfe es einer militärischen Vkseßung. Der Schriftwechscl werde sigen, daß die anderen Mächte keineswegs geneigt ge- wesen szcicn, eine militärische Bcfcßung durch En land zu e_r: muthigcn, u unterstützen oder zu dulden. Ru land habe in bestimmten . orten erklärt daß der Kaiser die Anwendung von Gewalt von seiten Rußlands beanstandet habe und aroßen Widerwillen dagegen sowic gcgen die Anwendung von Gewalt seitens einer andern Macht hege. Lord Salisbury wies den Gedanken zurück, da[; England die Armenier aufchebcn _und daß das europäische .Konzert keinen Vortheil für ie Christi?" in der Türkei erreicht habe; selbst die Mächte, welchc geg?" einc Einmischung mit materiellen Mitteln seien, hätten keincs- wcgs die Hoffnung anchgcbcn, daß durch einen Druck auf YM Sultan eine bessere Verwaltung in Klein-Aficn geschlxsskx1 werden könne; dieselben glaubten, das;, falls dem Sultan Zeri gelaffcn werde, eine Bcsterung zn gewärtigen sei. Hierauf wurde die Adresse angenommen. _
Jm Unterbau e erklärte der Erste Lord des'Schaßxs Balfour: in Betre dcr Absichten der Regierung hinsichtlixh dcr Südafrikanischen Kompagnie werde der Staatsfekretar fur die Kolonien Chamberlain im Laufe der Besprechung eine Erklärung abgeben. Die bcwa nete Gewalt werde anstatt der Kompagnie einem Beamten ii ertragen werden. Nack) der richterlichen Untersuchung werde norh eme crschopfende UW“; Luchung der Thätigkeit un der SteÜung der Kompa me ek? olgen, falls die erstere ni t genügt haben solite. Die sbs")
dauerte bis Mitternacht und wurde dann vertagt.
,mbr
Féankreicb.
Der Senator Monis brachte, wie_ „W. T. B.“ berichtet, in der gestrigen Sisung des Senats eine Interpellation in über den Wechsel dex Person des Untersnchungs- “LichterS, der mit der Sudbabn-Yngelegenlzeit betraut FM und behauptete, dieser Wechsel sei ungejeßma ig gxrnesen. Dek, ustixMinister Ricard rechtfertigie die (Heseßmaßigkxit des Zechsew. Monis bracht? darauf eme T_Üagesbrdnung em, jn bedauert wird, daß „eine Ungeseßmaßigkeit begangen sei Der Minister-Präsrdent Bourgems beantragte dié einfache TageSordnung, denn die TageSordnung Monis könnte im Lande den Glauben erwechen,_ der Senat wolle die Aufhellung der Sache verhindern. Die einfache, Tachordnung wurde- mit 158 gegen 85 Stimmen abgelehnt und eine solche mit 161 gegen 57 angenommen, worm die; volie Aufhellung der Sacha: gefordert, abcr aucb bedauert wxrd,„daß,Unregel: mäßigkeiten begangen seien. Darauf wurde die Sißung ge-
9 cn. .
schl ?Die Depuiirtenkarnmer seizte die Beraihung des Be- richis iiber die Eisenbahnkonveniionen fort." Der „Depu- tirte Pelletan griff Raynal hefti an und 'druckte sem Er: staunen darüber aus, daß der Veri t kein einziges Tadelswort für Rannal, der das Land getäuscht hab?, enthalte. Raynal „gm sich darauf in Angriffen Wider Peilstein. Dcr Minther der öffentlichen Arbeiten Guyot-Defsaigne" cr- k[ärie, wenn die Zinsgarantie noch _im Jahre 1914 bestande, so könnte das Parlament diefelbc 1a aufheben. Damrt war die Beratbung geschlossen. Bei dsr Schlußabstimnmng wurbc der erste Theil des Berichts, in welchem es, heißZUdaß die Kammer sich über die Abkommen von 1883 nicht außfcre und alle Rechte des Staats sicli vorbehalie, m1i Stimmenembeiiig- ki'ii bei 850 Abstimmcndcn angenommen. Der zweite Theil, in welchem erklärt wird, es liege kein (Hrnnb vor, Nannal in den Anklagczustand zu vsrsexzen, wurbc_ mri 370 gegen 73 Stimmsn genehmigt. Der ganze Bericht wurde alsdann diikch Aufbebsn der Hände angenommen. .
Dic MinisterBourgeois, Dou_1ner, Ricard, Citybi- Dissaiqnc und Lockror) hielten gsytcrn nach_den_S1ßnngen in dcr Dcputirtenkammer nnd im Senqt eine Konferenz“ im Palais Bourbon ab. Von der “Demission Links der, Minister kbar keine Rode. Wahrschcinlich wird die gestern M1 Senat verhandelte Frage in dcr Sißung der Dcputrrtenkammcr am Donnchtag zur Sprache kommen. _ _ _ "
Der Minister für die Kbiymcn'_ (Yureysiex cmpnng gestern eine Depesche dss franzbsnchcn chdcnten M Tgnq: iiarivo vom 28, Januar, wonach die Lags dort voliimndig bcfricdigcnd ist,
Spanien.
Ein Bataillon Infanterie ist gcstcrn bon Madrid irack) Cadix abgegangen, um sich von dort nach Onba zu be: gcben. Dasselbe wurde mit ]nbclnden Zurufen begrüßt.
Belgien.
Zn Brüssel fand gestern im Palais „des (Hrafcn von Flandern (Haiatafcl statt, an wclchcr der Konig, der Graf und die Gräfin vonFlandcrn, der Herzog von VendéYmc imd seine Braut, die Prinzessin Henriette, dcr Pxinz Albert von Belgien, die Fürstlichen Gäste ionne sämmtliche in Brüssel bcglaubigtcn Gesandten dcr frenxdxn Mächte mit ihren Gcmablinnen tbrilnahmen. Dxr Konig fiihrte die Königin von Sacbsxn, dsr Prinz Albert die Gräfin Montholon, (Hemahlin des französischen Gisandtcn. Nach dem Diner wnrde Cercle abgehalten.
Türkei.
Dcr französische Botschafter Cambbn Erschien am Mon: iig zum crstsn Male nach dem ihm vor Olf Monaten zngc: itoßciien Unfalls im Y))ildizWalaiS zum Diner sowie zur Audiknz bei dem Sultan, dem cr ein den leizicn Boiicbiifts- wechsel bstrcffcndcs Schreiben des Präsidenten Faux? iibcr: iiichtk. Nach dem Abschluß der Zcitnn-Angclcgcnbeii Wird iich der Botschafter nnch Egnpicn bsgcbcn. „
Wie „W. T. B.“ aus Konstantinopel erfährt, sinken dn- ssibst Nachrichten ans Zeitun Lingetwffcn, dcncn zufolee bie Vcrmiitclungsvorschlägc zu einem giinstigcn Abscl) uiic geführt hätten. Nack) dcr „Agenzia Stefani“ baticn die Führer der Aufständischen folgcnde Bedingungen „zur Ucbcr- Lahe angenommen: 1) Auslicfcrung sämmtlicher Kriegsrnancn, ie indessen gleichzeitig auch dcn Mobammcdancrn, die M dxr Umgegend wobncn, abgenommen werden sollen. Im Privatbcsiß bifindlichc Machu !ollcn dcn Eigenthiimcrn belassen bikibcn. 2) Allgemeine 5linnc tic fiir die Einbcimifchcn mit der ailcnngcn ?iusnahme, daf; cin gerichtliches Vorgobcn auf dem Kingcnicg flir gemeine Vergehen möglich ist. Einige nicht cinh0i11t1schc Agitaiorcn sollen ausgewiesen werden. 3) Der (“:Ultklii'erd die Forderungen der Einwohncrschafi in Erwägung zicbxn, wonach gewisse Stsuern und Steuerriickstände zu erlassen sind und die zctstörlc Kaserne nichi wicdcr aiifgebant werdcn sVll. 4) Es wird in Grmäßheit der bereits beschlossenen Reformen cin christlichcr Kaimakéim cingcscßt werdcn, _D_ie Botschafter sollten die Pforte kksUÖLU, zu erklären bai; ne die Sicherheit der Pcrson und des Eigenthums dcr *[Usktati'dl- schkn formell araniierc. Dic Konsiiln sollten in (Gemein: schaft mit dcn chördcn die .Heimsendung der Aufständischen ordnen und an Ort und Stelle überwachen.
Serbien.
Der Minislcr-Präsident Novakovic erklärte gcstcxn in dei“ Skupschtina, die rumänische Regierung habe ihr? Eintviliigung zu dem Bahnanschlnß an die' Timok-Bahn gc:
«eben.
Bulgarien. Wie die „Agcncs Valeanique“ meldet, habe die Regierung aus Konstantinopel die offizielle Mittheilung erhalten, daß der Sultan den Prinzen Ferdinand als ouverän
“von Bulgarien anerkannt und den türkischen Botschaftern
bet Hen Großmächten den Auftrag gegeben habe, die betreffenden Regierungen um ihre Zustimmung zu bitten.
_Der Minister:Yräsident-Stoilow ist esicrn aus Kon- stantinopel nach So a zurückgckcbrt und an dem Bahnhof VM sammtliéen Ministern empfangen worden. Ein _zahl- MMS Publi um brachte ihm bei seinem Eintreffen Ovationen dauxDer bulgarische Exarch traf gestern Nachmittag ein. De„rselbe _ wurde von sämmtlichen Ministern, cinem
lUMl-Adwtanten sowie der holen (Geistlichkeit empfangen UUd von ciner zahlreichen enge begeistert _bxgrußt. Deerarck) begab sich zunächst mit dem Ministcr-Prasidentcn Stoilow in einer Hofequipagc zu kincm kurzen Gottesdienst
in die Kirche, dann in das Palais des Metropoliten und von
dort znr Audienz nach dem Palais des Prinzen. “DU: Session der Sobranje ist bis zum 4.06. Februar verlangert worden.
Amerika.
Der General Weyler hielt gestern bei seiner Ankunft in Havanna Ansprachen an die Behörden, worin er ausführte, daß er, solan e der Krieg dauere, keinerlei politische Unter: scheidung ma en werde; für ihn gebe es nur Spanier und Separatisten.
Asien.
Li-FunÉ:Tschang und SHaonu-Lien werden, wie das „Reuter'che ureau“ aus Peking berichtet, als außerordent- liche Gesandte des Kaiser?» von China der Krönung des Kaisers von Rußland in Moskau beiwohnen. - Tschang:Yin-Huan ist zur Fortführung der Unterhand: lungen behufs Abscblnffes des Handelsvertraqs mit Japan bestimmt worden. Das Abkommen, betreffend die Eröffnung des West Riverfür den Hundebmelchem China bereits bcdingungömeisc zugestimmt hat, ist nunmehr definitiv abgeschlossen worden.
Afrika.
Die „Agenzia Stefani“ meldet aus EntiScio vom Montag: Der General Varatieri habe eine RekognoScierung bis in die Linie der äußersten Vorposten unternommen. Die Stellung des Feindes sei immer noch dieselbe, in zwei Lager getbeilte. Man bemerke die zahlreichen Zelt? dex“; ersten Lagers auf einer weiten Fläche zwischen zwei Börgén. „ Ungefähr 4 km rückwärts sehe man das andere Lager, basienige M9: nclik's, durck) „Hügel gedeckt. Der Feind unternehme Streis- züge bis in die Nähe von Adna.
Dis Grenzen der Niederlassung Diézgo Snarcz'“, welche durch die , estseßungcn des am 1. Oktober 1897). zu Tananarivo abgcf losskncn Friedens erweitert worden sind, werden, der „France Militaire“ zufolge, gegenwärtig durch eine von den béiden Beitrags-mächten zu diesem Zweck an Ort und Stelle cnisendeie Abordnung gsnau bcsiimmt. Diégo Suarez wird bis 31: 12,45 Grad südlicher Breiis reichen und der Scheidelinic zwischen dsm französischc-n und dem mada- gassischcn Staat, in der Umgegend von Port__Luqucz an der Ostküste beginnend, dem Laufe des Luky-Fluiiss folgen, das Ambregcbirge einschließcn und den Mananjeba:Fiuß entlang und der Insel Rossi Miisin gegeniiber dic Westküste erreichen.
Parlamentarische Nachrichten.
Die Berichte iiber die gestrigen Sißungen bes Reich?; : tags und des Hauses der Abgoordnetcn befinden fick) in dsr Erstcn Beilagc.
- In der hcntigcn (ZZ.) SißunÉ des Reichstags, welcher der Staaissckrctär dcs Innern, „ iaais-Minister [)r. von Bocitichcr bcirvohntc, stand zunachst auf der Tages- ordnung folgende Jntcrpcllaiion der Abgg. Freiherr von Hsnl (nl,) und Genosien: _ „Jm Verfolg dez Beschlusses des Rsi'cbstags boni 11. Mar 1885 sind dem Reichstag am 29. April 1887 die Erzgeb- niffe der von dkn Bundesreqikxyngén angésteliten Ermxtté- lungen Übkk dis Lobnvkrbältniiie dEr Arbeiterinnen "der Wäschefabrikation und der Konfektionsbranckpe, soww nber ben Vsrkauf odkr die Liefsrung bon Arbkitsmaisrial (Nab- faden Ic) seitens dsr Arbeitgkbér an dic Arbxitkrinnkn und Über di? HOHE der dabei börccbnste'n Pkéisé zngsgangsn, Nachbsm siéb diE Lags dikskk Arkkitcrinnen scit jcni'r Ze'it noch iingün'iitgc'r gsstalikt bat, richten die Unterzeickznstsn die? Aufm»? an Öli: berbündcten ngicrungsn, Welcbc ge'seßgebkriscbi'n Maßnnbmkn diCsLWLU „ziim SCHUTZ für Gésundbcit und Sittlicbkcit und gxgen Ausbeuinng dicykr Arbsiiirinncn durch das Trucksystem zU ergreifen bkabjichiigcn?“ Der Staaisickrciär des Innern, _Staats-Mimstcr 131: von Boetticin'r crklärtc fick) ziir sofortigen Beantwortung bereit. Dns Wort nahm zucxit dsr Abg. Freiherr von .chl (ni), dcffcn Rcdc bci Schluß des Biattcs noci) foridancrie.
- In der beiiiigkn (18) Sißiing ch Hanics der Ab, eordneicn wnrden znnächit dic “Abgg. Biesenbach, Fel)?isch, „Hauptmann, von .Pcnbcbrcck, „Porn, bon Knapp, Krings, Langer, Liitiicz und Schuichrlm, ibclchc ben, ver- fassungbmäßigcn Eid noch nicht gclcirtct balicn, in dcr ublichsn, feierlichen Form VLklelgt.
Zn dritter Bcratbimg wurdc daranf ber Gescßcntwurf, be'trcffcnd eine Ermäßigung dei (beulU'cn'bei der crstenAnlegung dcr Register fur Binnenschiffe, obne Debatte angenommen. _
Sodann wurde die Wahl dns Abg. Dnr1ach_(3. Luneburg) bsm Anirag dsr Wablprüiungbkommiifion gemaß für “9111119 „Exklart.
iiebér die' Pktitioncn dss Dcstillateurß Radziexewski _in Ocls um Rückzahlung Lines Stcmpeibctmgs, sonne dcs Waldwarters n. D. Casper in Wiksbaden um kaäbrung ctnkr Pknfion oder um WlZÖLk- aufnahme in den Forstdicnst ging. bas Haus ziir Tagesordnung uber.
Dic Petition dess Kanzleigebilsi'n Hanscn m Schlcsmg um Azi- sicÜung irn Justizdienst wurde, entgrgknvdcm Antrachde'r Justiz- Kommission, auf Vorschlag des Abg. Christophersen (sk. kons,) dEr ngierung zur Erwägung übermiesen. '
Uebsr die Petition dcs Hbbesißers Grote in_Hobeanameln imd Andkrer um Aknderung dsr KreiSordnun fur die Yrovinz Zannovsr dabin, daft die Scheidung zw1s en den Vkrbandz-n der
roßgrundbcfißsr und Landgemeinden bci d'er Wab'l bcr Kreis'tags- abgeordncien aufgehoben wcrbe, beantragte die Gemsmde-Kommrssion zur Tagcsordnung überzugehen. _ _, _
Abg. Langerbans (fr. Bg.): Schon bet der_ Einfuhrung ber KreiSordnung in den neueren Provinzen wünschten Wir, der] Untexschikd zwischen Groß- und Klkingrundbefiß gufziibeben. Es ware vitxlletcbt jeizt bie Zsif, diss zu beantragen, wer! die Großgrundbesiyer *immer bebauptcn, sis verträtcn die Interéffen der, Kleinbesi er. Wir „sind heute noch derselben Meinung wie früher, ich stehe a cr bon Einem Anfrage ab. _
Das Haus bc1chloß den Uebergang zur Tagesordnung.
Darauf wurde die zweite Berathung dcs Staatshaus- halts:Etats fur 1890/97 fortgescßt.
Die Etats der Lotterievexwaltung, dcs Sce-
andlungsinstituts, der „Munz'verwaltung, des ureaus des Staats - Ministeriums wurden ohne
Debatte bewilliqt. ' „
Bei dem Etat der Staats-Nrchive wuns te,
Abg. Freiherr von Hecremgn (Zenta), daß die rcbvaeauiten nicht so häufig nach anderen Stationen bi'rseßt werden, Weil sie ihre Thätigkeit nur förderlich ausüben konnten, wenn fie durch lange Erfahrung enaue Kenntnis; bon Land und Leuten in den Landestbeilen hätten, wo c angesielit seren; er bitte die Archivwerwaltung, nament- lich die Vorsteher der einzelnen Staatsarch1Ve in; deni Provinzen dauernd an ihren Stellen zu lassen. ,„___„„„. „„U-«„. W
- "Berichterstatter Abg. von Bockekbérg machte nähere Mii-
“tbeilungen über die Neuregelung der Gehälter der Archivbeamten.
Ab . Graf zu Limbura-Stirum empfablxin e Aenderungax in den öberen Stellen der Archivbeamten und wuns te eine weitere Aufbe erung der Assistenten.
bg.1)r.Friedberg (nl,) begrüßte die Besserstellung der Archiv- beamten mit Freuden bedauerte aber, da sie noch immer nicht mit den Bibliotbeksbeamten- leichgeste t sind _und daß durch die geplante neue Organifat on die alte bewahrte Or- anisation der StaatSarcbive umgestoßen werde. Man solle der nre ung des Abg. Grafen Limburg Folge leisten. Die Rangver- bältnxiffe der Archwbeamten seien noch m keiner Wxise geregelt. Das Maximalgebalt erreichen die Archivaamten erst mit dem 62. Lebens- jahre. Den Assistenten müsse die Dienstzeit als Aisistent bei Berech- nung des Dienstalters mit angerechnet werden. , .
Geheimer Ober-Regierungs-Ratb von_R[Zeinbaben erforderte, daß die neue Regelung der GebaltSVerbgltmffe ber Archivbe'amten dicsen zum Vortheil gereiche. Eine völlige Gleichsteliung m der ganzen Monarchie ist nicht möglich. Den Wunschen der Beamten werde hoffentlich im nächsten Jahre noch weiter Rechnung getragen Werden können. _
Abg. Gotbßin (fr. Bg.): Die Archivbeamien haben keine Yetitionen einJlesandt, haben aber darum auch langer als anbere
samten auf ufbeffkrung warten müfien und auch jktzt noch nicht viel mehr erreicht. Sie müffen so lange auf Anstellung Warten, da fie erst mit 62 Jahren das Höchstgebalt erreichen. Redner empfah deshalb eine Y_ermehrung der etatSmä igen Stellen. .
Nach einigen weiteren Berner ungen der Abgg. ])1'. Fried- berg und Sattler (nl,) forme des Geheimen Ober: Kinanz-Raths Lehnert und des Geheimen Ober-Negierungs: 5 aths von Rheinbaben wurde der Etat der StaatSarchive bewilligt.
Die Etats der General-Ordenskommission, des
Geheimen Zivilkabincts und der Ober-Rechnungs: kammer wurden ohne Debatte bewilligt. _ Beim Etat der Prüfungskommission für höhere Verwaltungsbeamte chzrack) _ Abg. Freiberr bon Ri thofen (kons.) das geplante neue ngkment für den Vorbereitungsdienst der böberxn Verwaltungs- bixamten. Er bali? es für nbtbig, daß sich die Asiefforen auch mit den Zweigen des Praktiich€n Lebens, wie Landwirtbskbaft, Bankwesen Und Genossenschaftswéscn, „beschäftigen.
Die Etats desDisciplinarhofs, dSS Gerichtshofs zur Entscheidung der Kompetknzkonflikte, des Ge: RNSammlrtnqS-Amis in Berlin, des Deutschen
*eichs - und Preußischen Stgais-Anzeigers, der Landcßvcrmessung uni) des Ha Uies der Abgeordneten wnrden ohne Debatte bewrlli t. '
Beim Etat des Herren?) auseS bemsrkte
Abg. 1)1'.Friedberg(nl.): Die Zeitungsnachricht, daß dem Familienbirbands ber Puttkamer _ein Sin im Herre'nbausc Verliehen fei, bat Erstaunen in bürgsrlichen Kreisen hervorgerufen; man meint, daß der (Großgrundbsfiß dort genügend Vertreten ist, während korpo- ratibx Vsrbände und das bürgerliche Leben keine _gknügende Ver- tretung haben. Ick) wiil dsn Wsrtb Lines Oberbauics nicht unter- schäßen, ich halte dicses fiir wertbvoll für das politisch Lbben; aber wsnn eine solche erste Kammer ibrsn wack erfüllen soll, muß fie in sich Entbalwn alle herborragendsn wirtbschaftlicben und geistigen Kräfte des Volks und ferner dis Vertreter hervorragender korpbrativc'r Vkrbände. Darin liegt der Worik) eines von der Volkßwabl Unabhängigcn Hauses. _Die j-Zizigc Zusamnzen- Yung dcs Herrsnbauses entspricht dieien Anforderungen nicht.
ir haben darin eine übertriebsnk Vertretung des Großgrundbefißes, eine Vkrtreiung k-Fr Städte in unbonommenem und unzureichendem Z).)kaße nach der Bedeutung der Städte, einx FüÜe bon ehemaligen Beamten, cine Vertretung Von Universitatea, aber Wir haben beispiklsweiie gar nicht Ein? Vertretung von Handel und Industrie, die in Bc'zug_ auf dic Bedeutung des Erwerbslebsns dsr Landwirtbslhast nicbt nachstebt; der Groß- handel ist arnicht be'rtre'tkn im Herrknbause, die Industrie lkdiglicb durcb dl?" Freibxrrn bon Stumm, der_aber vielleicht «bens? als (Hrnndbkfiyér in Frage kommt, und auch wichtige sittliche und getstige Vkrbände und Korporation?" unscrqs Vatkrlandes sind unzulänglick) ver- irkten; Lins diesCr bccvorragcnden Korporationen, die katholische Kirche, ist lsdiglich durch SMM Bischof, di? protestantische Kirche » das ist auch bin Beitrag zur Paritätsfraqs - iibcrbaupt 11ichtb€rtrctem Die Städte sind langs nicht in) Verhältniß zu ibrixr Bedeutung im Obstbaufk bo,*rtr€t€n. Dic Vkrsaffung giébt Uns das Mittei an bis Band, diese? Zustände zu bkrücksikbtigxn, obne daf; Cine Reform des Iérfaffungsisbcns in Aussicht zu nehmen ist. Wir Haben in anderm Ländern Link Oberbausbkwegung, bei uns noch nicht. Die Uebel: stände lassen sich aiisgleichen innerhalb der Verfassung durch die Be- rufung von Vertreten! von Handcl und Industrie und dkr korporatibkn Verbändk. Es könnte mir vic'Ueicbt' der Einwand gsmacht werden, daß diese Frage zu den Prärogattbcn dEr Kxone gcböri und dabkr michi zu crörtcrn ist. Ich würde einer wichen Auffassung auf das alierentscbicdknstb widersprcchen. Die Bcrnfung in bak; Herrenhaus ist Ein rkin yolrtischcr Akt, der '.Mték dcr Bcranttvortlickokeit des Staats-Ministeriums erfolgt. Des- halb ist 96 gkrechtfertigt, wenn ich das Staats-Ministkrium ersuche, bsi der Krone eine gkkigncti' Vertretung im Hkrrcnbause „anzuregen,
Abg. Graf zu Limbur =Stirum (kons.): Ich mil] dem Abg. Frisbberg nicht das Rxcht threiten, hier den Wunsch auszusprechen, dax“; Berufungen ins Pkrrenbaus eintrete'n möchtenin der Weise, daß mcbr Industrislle binkingelangten; Es ist 1.1 nicht zu ver: kennen, das; die Berufung ins Herrcnbaus unter Kontrgsignatur dsr Minister Erfolgt und das; deshalb Hier auch „daruber ge- sbrocben werbkn kann. Abkk wsnn ich das voraußgcscbickx hab?, ,so muß ich doch darauf das Gswilht legkn, daf; es Cnxschtcden eine
rärogatch di'r Krone ist, in [LBM Instanz daruber zu ent- ch€idkn, wc'n der Souverän in das O_errenbaUY berufen will und wen nicht. Die Wünsche konnbn 1a borge- tragsn werdcn, und ich kann m_ir_ den _Fall denken, das; Von seiicn dss Ministeriums is_wunscbt wird, daß“ xemand berufen wird, daß aber Skins Majeitgt bin threffenden nichi haben will, und umgekehrt. Wie die Verhaltnisss bei uns sind, wird doch dsr vcrsönlicbe Wille des Souveräns der „allein „maßgebendk bleiben. Nachdem ich das festgcstcllt habe, glaube" ich weiteres nicbt bemerken zu müffen. _ '
Dcr Etat des Herrenhauses wurbe bemilligt.
Schluß 11/4 Uhr. Nächste Sitzung Freitag 11 Uhr. (Etats der direkten Steuern, der Bergverwaltung n.)
Kunst und Wiffenséhaft.
Dcr Univerfitäts- Professor Salvioni in Perugia bat, wie „W. T. B." meldet, ein Instrument erfunden welches die Röntgen'fchen Strahlen für das menschliche Äugewabrnebmbar macht. Dasselbe bat den Namen „Kryptosxoxs erhalten. Man soi] mit Hilfe desselben im stande sein, in den Geweben des menschlichen Körpers befindliche Fremdkörper unmittelbar, an ohne Anwenduna von Photographien, deutlich wahrzunehmen, _ leich- eitig fei hierbei mitgetheilt, daß eine wohlgelungene chirurgische 2Einwendung Röntgen's er Strahlen in voriger Woche in Berlin stattgefunden hat. ine Frau hatte ck) vor zwei Monaten eine Nähnadcl in die rechte Hand (Kleinfinger lien) Lestoßen. Die- selbe brach beim Stoß ab und war Nrßbmunden. Ur prünÉiÖ waren die Beschwerden gering, dann (1 er stellten mer ein, die bis in den rechten Oberarm ausstrahlten, von M Heftigkeit waren und dringend Hilfe erbeifcbten. m