1896 / 39 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 13 Feb 1896 18:00:01 GMT) scan diff

- eliefert, wie es in gleichem Umfan sonst in Deutschland kaum vor- Zgnden sein dürfte. Neben diesen Zauptarbeiten werden auch noch "SpezialstaÉen untersucht. so ist jekt u. a. besonders die Untersuchung über den influß des Blauwerdens des Holzes auf dessen Güte zu WMLY welche durch den großen Windbrucb von 1894 veranlaßt wor 1 .

, Die Ausstellung der Neu-Erwerbungen des König- 11chen KunstgeWerbe-Museums ist neuerdings um sehr wichtige Stücke vermxbrt worden. In dem ,Schlüterzrmmer“ im ersten _Stockwerk (hmter dem Goldsaal) wird jetzt eine ganze Wand von alteren französischen Möbeln ersten Ranges eingenommen. Die Fauteuils, Stühle und ein Kaminschirm, von kdelster Schnitzarbeit, vergoldet und mit den alten geklickten Bezügen versehen, bahen einen bemerkenEkvertben Ursprung. Sie stammen, wie die alten, ihnen noch anhaftenden Jnventanenzetiel er eben, aus dem Boudoir der Königin Marie Antoinette in Versai es und sind von dem berühmten Hoftischler ©. Jacob um 1780 gefertigt. Nach der Revolution wurden fie nach Pyrmont verkauft, wo für den Bade- Au enthalt des Königs Friedrich Wilhelm 11. im Jahre 1797 immer liert werden mußten. Im Jahre 1806 dienten sie der önigin Luise. Sie blieben dann im Besiß der Familie des damaligen Oekonomen und sind 18131 durch güttge Vermittelung des Herrn Pro- fessors Dr. Haupt in Hannover durch Kauf an das Museum gelangt. Die wenigen Aenderungen, welche das Polster erfahren hatte, konntc-n leicht beseitigt werden. Nur der Divan. War so weit zerstört, daß lediglich der Bezug „übrig geblieben ist. Neben diesen ganz einzigen Stücken _ in arts ist nichts Gleiches erhalten _ ist zugleich eine Kommode mit arbigen Holzeinlagen und Bronz8n ausgesteüt 8111 Meisterstück des berühmten Ebenisten Ri8s8n8r in atis aus der Zeit um 1770' ferner eine Standuhr und ein Konsoltisch von Lütticher Arbrit (um 17-20), auf der Auktion Hi guet in Lüttich erworben. _ Unter den neuen Er- werbungen der unsttöpferei befinden sick) große Prachtstücke dcr Fayence-Werksiätten von Rouen und Moustiers; ferner eine in porzellanartiger Masse ausgeführte Figur eines Violinspielers, waHr- sch8inlich italienische Arbeit, yon meisterhafter Modeliicrung (Geschenk des Nr. P. von Licb8rmann). Die bisher bier auLgesteÜt gew8s8n8n Porzellane und Fayencen sind bereits in die betreffenden Abtheilungen des Museums einrangiert. _ In dem Schrank für Metaüarbciren sieht man zwei prächtige Kannen und Gußbecken von verg01d8t8m Silber,_ ariser Arbeit, eine goldene Stockkrücke, Berliner Arbeit d8s )(KTU. ahrbunderts, nebst einigen erlesenen italienischen Bronzen des )(71. Jaörbunderts.

_ Seine Königliche Hoheit der Großh8rzog 11011 Olden- burg hat, wie „W. T. B.“ aus Geestemünde 1n81d8t, dem Marschen- Dicbter Hermann Allmers bei (5381898115811 des 75. Grburtstags desselben die gold8n8 Medaille für Kunst und Wissenschaft Verlieben. , , _

_ In der gestrigen Styung der „Royal Academy OsArts“ warde Adolf Menzel laut Telegramm aus London zum aus- wärtigen Ehrenmitgliede ernannt.

Theater und Musik.

Berliner Theater. Henrik Jbskn's Schauspiel „Nora oder ein Pappenheim“ aelanate gestern Abend un18r der 11811811 Direktion zur ersten Aufführung. Eine einheitliche Wirkung kann Von di8sem

der großen Zahl von Verehrern dcs nordischen Dichters stets auch viele Widerstrebende, welcbe, die Entwickelunß des Seelenlebens dkr Helden nicht mit des Dichters Augen zu etracbten vermögen, und die das, was man für tiefe Gedanken auSzugeben pflegt, kaum als. unterhaltende Einfälle anerkennen wollen. Auch gestern lag eine leicht schwankende Stimmung über den', ubörern, die anerdkngs zum tbeil dadurch verschuldet wurde, daß der ialog wegen uintimer Ton- gebung zuweilen unverstanden werbaUt8.' Die scheuen eelenregungen, welche in diesem Familiengemälde dre handelnden Personen nur andeutungsweise zum Außdruck bringen, gelangen so bei der Weite und Größe des Tbeaterraums nicht immer Voll zur Wirkung. Die Gestalt der Nora, wie fie Frau Prasch-Grevenberg verkörperte, übte aus diesem Grunde bejonders im leßten Akt nicht die ergreifende Wirkung aus, die ihr eigentlich innewvhnt. Die Künstlerin verfügt übst ein starkes Charakteristerungédermögcn, und fie béwährt8 dies auch in den beiden 8rst8n Akten: den leichten fröhlichen Sinn und die steigende Herzenßangft Nora's drückte die Darstellerin überzeugend aus. Fräulein Bruckmüller aus Meiningen spielte die RolLe der Frau Linden, deren Leben ein einziger Arbeitstag ist; die Künstlerin faßte die Gestalt ernst und klar auf; dem Organ haftet aber noch eine, wohl zum tbcil durch dialektische E1genart h8dingt8, Schwere an. Hm: Kraußnéck trug als Rob8rt Helmer im letzten Akt di8 ZFUW" zu stark auf, sodaß kaum noch etwas Von des Addo aten auWWrägtem Schönheitsxzefübl erkennbar blieb. Die Rolle des kranksn Hausfreunds Rank wurde von H&M Bassermann mit Virtuosität durchgeführt. Die Gestalt Günther's, der mit allen Mitteln ver- zweiflungSvoll für seine Wiederaufnahme in die ehrbare Gesellschaft kämpft, gab Herr Dr. Pohl ergreifend wieder. Nach allen drei Akt- schlüssen wurden die Darstesler durch den Beifall wiederholt vor d8n Vorhang gerufen. . Konzerte.

Am Dienstag erschien in der Si 11 g - Aka de 111 i 8 der Großherzoglich mecklenburgts 8 Kammersanger HerrKarl Mayer in einem Li8der- a5811d zum er ixn Mal vor dem hiesigen Publikum. Das nachträglich theclwe'tse ab eanderte Programm bot Gesänge von Löwe, Bertbovw, Swumann, '«chu58r1,_J8ns8n, Bruch und And818n, in denen der K*unstler, semc ausgiebige und gut g8schult8 Baritonsiimme aufs wirkungsvdllsw Verwendete, auch war die Vortragswrise sowohl der L18d8r érnstkn wie brit8rcn Inhalts zu loben. Besonders gelangen ihm .Der EinsaM8“ und „Wohin“ Von Schubert, 111 MW das 11111110 sehr schön klang, LöwKs BaÜad8 „Archi- bald Douglas“, die der Sänger mit dramatischer Lebendi keit wi8d8r- 51111), und B8etboven's „Gottes Ehre aus der Natur“. i8 R8inbrit d8r Jntonattorr und die Deutlichkeit der Aussprache ließen 811811111115 n1ch1§ zu wunschen. Nach dem l8bbaf18n Applaus des zahlreich ersch18n8n8n Pudlikums «währte d8r Künstler noch einige Zugaben.

Der schott1sch8 Klaviervirhwfe Herr Fr8d8ric Lamond, dcr Vor einigen quren 118181113 hier konzertierte, gab gest8rn im Saal B?chstetn 8111811 Kladterabend, den er mit d811 Variatiorwn Von Brahms _ über ein Thema Von Paganini srösfnetc'. In der Ausfuhrung di8ses W8rk8s wie? in dcr schwikrigen Sonaté 01). 110 Von 'BLLÉÖVVCU . und in mehr8r8n 1181181811 Pié188n von SchUb8rt-L1szt„ Freld. Chopin, Schumann und Rubinste'in [*k- kund818 derselbe , 81118 große S1ch8rbcit im T8ck1nisch8n und Ti8f8 dcr Auffassung., Seine cmirxente Kraft 1813 Anschlags kam besond8rs in Schubcrt-Ltsztzs „Erlkömg“ und in Scknrmann's 0-6111--Pl)antafi8 zur Geltung. WWW und wohlverdienter Beifall folgt:“ «11811 Vorträgen dieses Abends.

Im Köni lichen Opernbause findet mo'r . . , Zvabätnidy "?fentLicZer Königlbiechezrkr KapelLTUstFrtZsiUeLkitethx BoteIrrr. BHFlei Ti? eSFuptxro . arten zu 2 und 1 „45 bei

111 " g 811 an pielbau e wid Skowronnek's vieraktiges Lustspiel .Die krarxke Zeit" MMYÉW SÖWMM- PVPPL, VM Mavbura. Häuéiner und den Herren Boum"! Molenar, Hartmann und Heine in den Hauptrollen gegeben, mkk-

Ambroise Thomas, weit bekannt als Kom onisi .Mignon', der bedcuiendsie Vertretcr der älteren franxösifckyexerSkar ist gestern Abend 111 Par1s gestorben. Er war am 5.August181e]' zu Meß als Sohn eines Mufiklehrers geboren. „. musikaltsch8 , Ausbtldung genoß er am Konservatorium zu

arts, 81111811 1832, den großen Rompreis und ging als

ttpendiat der Regxerung nach Italien und Wien. 1836 kehrte er nach Paris zurück und besann zu komponieren. Außer den Opern „Mignon“, .Hamlei", .Frangoise de Rimini" 2c. schuf er aycb ein Reagiem rmd and8r8 Kircbsnmusik, vicl8 ein- und Mehr- s11n1m1g8_G8sange, 8111 Streichquartett, ein Klaviertrio und mehrers Stuci'e fur Kludi?!) allem, Er war längere Zeit Dozent der K . vofitionslebre am Konservatorium zu Paris und wurde Nach Auber's Tode 1871 zum Direktor disses Instituts erhoben.

Nach Schluß der Redaktion eingegangene Depeschen.

Konstantinopcl, 12. Februar. (W.T.B.) Die Pforte war, noch vorder Abreise des bulgarischen MinisM-Präfidenten Storkow verständigt worden, daß seitens der russischen Rc: „arcrrxng gegen die Anerkennung des Prinzen F8rd1nand keine Einwendung vorliege. Nach dem gestrigen Ministerrat!) erging an die türkischen Vertreter bei d8n (Großmächten der Auftran Schritte bezüglich der ZW st_1mmung dcr Mächte zu der nkrkcnnung des Prinzen Fer: dmand 3111111111. Der zur Fcicr dcs Uebertritts dcs Prin 811 Boris na'ck) Sofia eUtsandte DivisionS-Gwcral Muzafer Pa cha über: bringt dem Prinzen Fcrdinand ein auf die Anerkennrmg be- z11_?l1chcs Handschrcibcn des Sultans. _ Die Aufstän: d1 ch811von thtrtn haben dem Sultan für die ihnen ge»- machtcn Zugeständnissc und den Mächten für ihre Vermittelung

cdavkt. Der Dank (111 den Sultan wurde gestern durch die * otscbafter der Pforte mijgctbeilt.

Safra, 13. , ebruar. (W. TB.) Der russische General Graf (Holcnrsts rw-Kutusow ist [181118 111/2 Uhr Vor: mittags hicr clngctroffcn und von dcm Prinzen Ferdinand, dcn Spiycn der Behörden und hohen Osfitcrxn am Balmbqs empfangen worden. Bei der Fahrt, dur dic prachtchll g81chmiicktcn Straßen der Stadt nach dcm Prmzl1chcn Pa_la1s saß Graf (Holcnistschew-Kutus0w znr Rechtcn dcs Prmzcn.

(Fortseßung des Nich1a111tlichen in dcr Ersten und Zweiten

Jbsen'schen Werk kaum ausgehen. Jm Publikum finden sich 118ben

Beilage.)

Vom 13. Februar, spiel

Morgens.

Wetter

ck :::-** WZ' "*.-o-

7811711113 59 C. = 41) R.

in 9 Q?-

Staticncn. Wind. Weich.

ment 13.

Bar. auf 0 Gr. M 11. d. Mceressp. red. in MiÜim.

Temperatur

bedeckt wokkig Schnee rin. wolkenlos wolkenlos beiter

bedeckt

WSW N ONO NNO WNW NW

774 Anfang 7 2“ Uhr. 775 768 768 761 748

747

Velmullet. , Aberdeen . . Cbristiansund Kopenhagen . Stockholm .

Mranda . oskau . . . Cork,Que8ns- 1911911 . . . 775 Cherbourg . 73 [der . . . . 771 ylt ..... 770 mburg . . 778 winemünde 765 Neufahrwasscr 759 Memel 754 Mis . . . . 772 'nfter. . . KarlSrube . .

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Anfang 711 Uhr. heiter wolkenlos wolkenlos wolkig bciter1) halb b8d. bedeckt?) bedeck13)

bedeckt bedeckt 4) bedeckt bedeckt bedeckt 'bedeckt -bed8ckt5) wolkig bedeckt

Anfang 7 Uhr.

Sonntag,

x_Op-m-mp-«x-

768 770 779 769 7 66 765 764 760

774 766 765 stil] bedeckt

1 Gestern Regen. 7) Nachts Sturm. 3) Nachts S nee. 4) Nachts Regen. 5) Abends und Nachts

Regen. Uebersicht der Witterung.

Ein 770 mm übersteigendes Hochdruckgebiet liegt über Westeuropa gegenüber „einer umfangreichen Depresfion im Osten, deren Kern unter 746 mm über dem nördlichen Rußland lagerte. In Süd- skandinavien ist seit dem Abend das Barometer außer- ordentlich stark gestiegen, um 1711111111 zu Kopen- bagen. Der LuftdruckVertbeilung entsprechend, Weben im Nord- und Ostseegebiet nördliche Winde, unter deren Ein uf; die Temperatur erheblich herab- gegangen ist. *- ei durchschnittlich frischen nördlichen bis westlichen Winden ist das Wetter in Deutsch- land trübe, im Osten kalter, im Westen, außer an der Küste, wärmer; an der ostpreußischen Küste weben,stürm1sch8 nordwestliche Winde. In Nord- und Mitteldxutschland find allenthalben Niederschläge Zefallen. Kalteres, theilweise heiteres Wetter wahr-

cheinlich. Deutsche Seewarte. 11 Theater. Ze

Rän1g11che §chauspiele. Freitag: Opern- haus. “7. Symphonie-Abeud der Königlithen Kapelle. Dirigent: rr Felix Weingartner. Ge. dächtnißfeier für Ri ard Wagner. Programm: 11 .OrvbeuS“, symphonische Dichtung von Liszt. 2 Ouvertüre .Der flir ende HoÜander' von Wa ner. 3) Ouvertüre „Tannh user“ von Wagner. 4) or-

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seiner Väter.

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lichen Preisen :

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hafen.

reitag : Ko iümen, Hnugerleider.

Freitag :

err Direktor ustsviel in 3 Fabrice Carré.

.Lobengrin' 1141111 don Beethoven. Mittags 12 Uhr: Oeffentliche Hauptprobe.

8. Symphonie-Abend am 9. März 1896. ,Faust's Verdammnis?“ von Berlioz.

Schauspi€lhaus. 45. Vorsteüung. Sondkr-Abonne- 7. Vorstsllung. Lustspicl in 71 Aufzügen von Richard Skowronnkk. Jn SCENE 9818131 Vom Obrr-Rrgiff8ur Max Grube.

Sonnabend: Opernhaus. 40.Vor1'181111ng. Lohen- Roma111isch8 Oper in 3 Akten von Richard gn8r. _ (Lohengrin: Hr. Emil GSM, Königlicher Kammersanger, als Gast.) Anfang 7 Uhr. Schauspielhaus. 46. Vorstellung, 1812. Schau- spiel 111 5 Aufzügen von Otto Von der Pfordten.

Deutsches Thralrr.

Sonna end: Weh dem, der lügt! Nachmittags 21 Uhr: von Toledo. _ Abends 711 Uhr: Vorher: Der zerbrochene Krug.

Verlmer Theater. Freitag (22. Abonnements- Vorstellunq): Nora. Sonnabend: König Heinrich.

Sonntag, Nachmittags 211 Uhr: von Kirchfeld.

- Theater. Anfang 7? Uhr,

Sonnabend: Ersjcs Gastspiel 11:11 Hedwig Nie- Madame Sans-Génc. Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Heimat!). _

Comtesse Gucker].

Residenz - Theater. Laufenburg. Freitag:

in 3 Akten von (Georges Feydeau, übersetzt und bearbeitet Von Benno Jacobson. Sonnabend und folgende Tage: Hotel zum Frei-

Friedriax - Wilhelmßädtisthex- Theater. YY?auffeeftraße 25_26. Dekorationm und Requ-rsiten: Der

und„BaUet in 10 Bildern von Julius Keller und Loma Herrmann, mit theilweiser Benußung einer Idee des Mark Twain. Musik von Louis Roth. Scene gesrßt von Julius rr Kapellmeister Winné. An ang 7x Uhr. Sonnabend: Der Hungerleider.

Neue; Theater. Gastspiel des rrn au Tewele vom K. u. K. priv. Carl-TFater F1? LÉien. Der

Sckne 1181 etzt _ Vorher : Feuern.

von Wagner. 5) Symphonic In Anfang 71T Uhr.

Die kranke Zeit.

Feuern.

Liebe.

Julius Fritzsche.

Freitag : Petterson = Nortje.

Die

Offknbach. Diriqe'nt: mann. _ Hierauf: Großes Ballabile, I.R81singer.

Freitag: Hamlet.

Anfang “KZ Uhr.

Die Jüdin Liebclci. _

Norrie.

vom Balietmcistcr J. Rcifinger. Sonntag, Nachmittags 3

yon F. Zell und R. (5381168. Anfang 71 Uhr.

Der Pfarrer _ Abends 71 Uhr: König

Fetterson : Norrie. i8rauf: Musikalische Scherze.

Saison.

reita : Der F 9 Thron !cy's Tante.

Brandon.

u volksthüm- Vorher: Die Bajazzi-

A nds 75“ Uhr: Benno Jacobson.

71? Uhr.

Dirkktion: Sigmund Hotel zum Freihafen. 1,1er 124211111159.) Schwank

Freitag: Nacht. Tanz Julius Freund.

Anfang 711 Uhr.

lach. Arfana 71- Uhr.

grOHartiger Aus" Sonnabend: Eine tolle Nacht.

don Sigmund Laufenburg. Ein Ziindhölzcheu zwischen zwei Schwank 111 1 Aufzug nacb dcm F RfisY-n dcs H. Honvic von Georg H'cktl. Anfang 2 r

Somiabcnd und Sonntag: Der Herr Direktor. _ Vorher: Ein Züudhölzkhen zwischen zwei

Sonntag, Nach1nittags 23.- Uhr:

Theater Unter den Linden. Direktion:

Gastspiel der Frau schöne * (1111 Komische Overctte in 3 Akten von Meil ac und

Halédv, deutsch von J. Hopp. Mufik Von Jacqucs PLT! Kapcllmeister Feder- Musikalische arrangie'rt vom Ballettn8iter

Sonnabrnd: Gastspiel der Frau Peiterson- Die schöne Helena. Musikalische Schcrze. Großes Baüabilc, arrangiert

Uhr: Preisen: Der Bettelftudcut. Operette in 3 Akten . Mufik von Carl M1l]öck81.- Abends U Uhr: Gastspiel der Frau Die schöne Helena. _

Diensta . den 18. Februar: Letzter Ball in dirser roszcr Fastnachts-Maskcuball.

Adolph Cernli-Thratrr. Freitag: Char: _ Schwank in 3 Akten Von Thomas R8pkrtoircstück des Globe-Tbeaters in London. Ju Sc8n8 gesevt yon Adolph Ernst. _ Parodistiscbe Posse mit Gesang und Tanz in 1 Akt von Ed. Jacobson und Musik von F. Roth.

Sonnabend: Dieselbe Vorstellung.

Zentral-Theattr. Alte Jakobstraße N:. 30

Emil Thomas a. E. Eine tolle

Großc Auskrattungspo e mit Gesang und in 5 Bildern 5011 Wi . Mannstädt und Musik von Julius Einödsbofer. n Scene 9818th vom Direktor Richard Sämlß. ie Tanz-Arrangements vom BaUetmcisier Gund-

Ztrkms Mraz. Karlstraße. Frciiag, Abends 7.1 11111: Wiederholung der am Mitnvoch ftattgehabten Komiker-Vorsiellung zum Benefiz fiir den beliebten Clotvn und OrtßiualsAugust Mr.,Lavatcr Lee. Mchrmaliges Auftreten des Mr. Ladatcr 888 111 seinen wirfungßvollsten Entrées und Jatcrimzzi, Außexrdem: Auftr8tcn von nur Kü11stlcr-Svrzialifät811 allererstrn Randes. Vor- führung der berühmten Original-Dressnreu des Direktors Fr. Renz. (Hroßarti er Erfolg! Ein Künstlerfcft. Auf das Glänzend 18 insceniert vom Dirrktor Fr. Renz. Mr. Lavaier LLL stell! eine Flasche mit (5581d im Schaufenster der Zigarren- l)a11d11111g de's Hcrrn Lond.? Krafft, Friedrichstraße 116, Oranirnburger Thyr, aus. Dkk Inhalt der Flasckze' wird demjrnigen Besucher Nr Vorste'lluug ud8rli8fert werdrn, welcher den Werth des (53810113 am g8naues1811 rrrätd. Es wird gébétén, dir 111- srbäiztc Summe auf 81118111 Zettcl Verzeichnet, 11111 Narnensuntcrsäxrift und Wohnungsangade bei Mr- zcigung des BMW QÖZUMÖEU. ,

Sonnabcnd: Auf virlscitiges V8riangrn: Ar"- fübrung d8s großen militärischen Ausftattungssiärié 1870/71.

Sonntag: Ztvci Vorstellungen: NachmiWÉ 4 Uhr (e*rmäßixitc Preis." und 1 Kind unter 10 Inl1111 ;rcsit): 1870/71. Abends 7x Ubr: Ein Künsxlcr- e .

Familien - Nachrichten.

V8rlobi: Louise“ Freiin don Rotenban mit “1111. Prem -L1€111'. Erich von Warburg (Buchwald 1.31.)- Frl. Martha KU8gl8r mit Hrn. Tbicrarz1 August Ja8ck8l (Waldau-Goldberg). Ver8118licht: Hr. Oberst-Lieut. Gebhard 13011211- 118nd'lrben mit Beate Verw. E er, geb. Psxtffkk (Berlin). _ Hr. R8gi8run s - aumeisier _lebk“ mit Frl. Johanna Beyer ( ci_pzig_Cl)emn1P)- Geboren: Ein Sohn: Hrn. Landratb UM Schwerin (Sensbura). _ Eine Tochter: Hrn. Prem. -Lieu1. Günther Frbrn. _von Berlevsch (Drrsdkn). _ Zwei Töchter: Hrn. Oberlehrcx Victor Pcyoldt (Breslau). _ Gestorben: Frl Dora von Mauritius (Rühn i. M.). _ Fr. Hauptmann Tb8res8 Von Gaaern- 1185. Gräfin von Brühl (Liegnitz). _ Hr. Lieut- der Schu truppe Henry Graf von Pervoncbkk (Tabora, Afrika). _ Hr. Geheimer Obér-Finäné' Rath a. D. Wolfaang 11011 Korncn (Berltn). “- Fr. Major Rudolpbine von Buffxk, gkb- V0" Witowski, Verw. acw. Rittergutébxstßer Mctbnet auf Simmelwiß (Neisse). _ Fr. Rittme1ster 0- D- Friedrich Ehrenreich Von Mu cbwiß (Cobuigx ““ Hr. Obersi-Lieut. a. D. Oldwn; von Natz!!!“

ran-

Kabalc und

elena.

Scher c.

_ Hirrauf:

Bci 111115811

Anfang

Ausstattungs-Komödie mit Gesang Konzerte

Üonzert-Üaus. nyschß Dirigent: Dienstag, den 18. skriptions-Ball. Hauses.

Schiffbauerdamm 4a./5.

Konzert der Violinvirtuosin unter gütZer Mitwirkung der

nlouojenr lo otteoteur)- Martha ornig

ften von Alexandre Bi on und. Deuisch von Ferdinan Groß.

Freitag: Gedächtni feier für Richard Wagner. ebruar: Fastua ts - Sub- Karten €* 3 „ja im 5 ureau des

Iing-Akadcmie. Freitag, Anfang 8 Uhr:

Maric Barnitz, Pianistin Fräulein

(Charlottenburg). _ Verw. Fr. Hauptmank- Ottilie Hentke, geb. Priebus (Breslau1.'_ Hk- Major z. D. Hermann Rogaüa VOn B1ebcrstein

& 1

Karl Mehder- Konzert. Z)“?äKweidniv). _ Hr- Hauptmann a- D- HMS

eyer (Krotoschin).

Verantwortlicher Redakteur: Siemenroil) l;“. B e r l i 11, Verlag der Expedition (Scholz) in- Berlin-

D ck 1) Norddeutschen Buchdruckerei und Verlag“ ruAnstcTrlt Berlin ZW., Wilhelmstraße Nr. 32-

Sieben Beilagen (einschließlich Börsen-Beilage).

Erste Beilage

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

Berlin, Donnerstag, den 13. Februar

„15 39.

“!?!-“___

Deutscher Reichstag. 38. Sißung vom 12. Februar, 1 Uhr.

TageSordnung: Jnterpeilatron der Abgg.Fr81herr yon H81)l(nl.) und Gen os1en: . Jm Verfolg des Beschlussts dcs ,Reiciystagxz Vom 11. Mar

“1885" sind dem Reichstag am 29. April 1887 1118 Ergebgisse d8r Hon d8n Vunde-Sregierungen angesieÜt-sn Erkntttrl'ungxn 115-zr d1e aghnwrhältniffe der Arbeiterinnen d8r Waschefabrxkatidn und der Yonfektionsbranche, sowie über 17811 _Verkauf oder d1_8 Tteferung 110.11 11111181113111atrrial (Näbfaden 28.) 181t81is der Arbettgexber „an dte Ärbeiterinnen und über die Höhe 'd8r dabet ,b8r8chneten'Pr81s8 zuge- ang8n. Nachdem sich die Lage d1818r Arbert8r1n118n fett 1811ka Z8it Isch 11ngüt1stiger 9811111181 bat, rtcht8n d18 Unterz81chneten d18 An- 111311? an die verbündeten Regieruxgen, W81ch8 ges8ßg8b8rischen „Maß- „xth811 dieselben zum Schutz, Fur'GesnndbUt und (S_Usltxhkklt und gkgén Ausveutung dies8r Arbeiterinnen durch das »xruckwstem zu

crgreifrn beabfichtig8n ?“

51 * . reiberr von H8yl(11[.):_W8nn 11181118 P011111ch8n “Freund8 -'hxe?1[1[11?111?rksamkeit auf die V8rba11111ffc 811181 bLsOtUÖLTLU Kat8gor18 !()le Hausindustriechn 18111811, so s1tzd wir [1118 wohl „181111151, daß das bo e . aus in aÜen seinen Parteien 81nstnnrmg b8schlos18n hat„ daß die Tlrbciterschu13g8s8138 in einem g8w1ff8n Maße auf die Haustnru- strieilcn ausgedsbnt Werden möchtrn. Wenn „11111: 11118 grstaxtcn, [1,8ute uf 5811 wvndesien Punkt in dcr bau§111dustr18118n Arbeit hinzuweisen, 70 beabsichtigen wir nicht, 8i118„E11„1schrankung' 111 der Fyrsorge für die Fabrikarbeiter dadurch Herbetzufuhren. Wir sind b?r€ls,Pdl€ Verbesserung der V8rs1ch8rung8g8sLY8 zu, 111118rsiu13'811,'a119ch d18 «zer- s1cherui1g 1189611 Arbeitslofigkmt in ab[811[)ar8r Zett 111 „lussicht zu Nehmen. Nachdem die KnappschaftEVcrbzmde dcr, Aussangspunkt der chsjcherung g8w8s8n sind, müssen wtr'anf' d18s8n YUSJangspunkt Frücékonnncn für die w8iter8 Organisatiqp d8r ,Y8rfich8ru1xgs- verbände. Obligatorische Berufswerenw mußten, fUr „dre In- dustrie in Ausficbt g8nommen w8rd811, "WLW wir 1118111811, daa? der 811glisch8 WEZ sich nicht bewqbrt ' hat, ,da 11111 die Enfwickelung der WkäLlS-UUiON'Z stcb d18 ?lrd81f8rvcrdand8 so 1711111 811twick8lt Haben, daß die Arbcttnxbmer Ukiiéxlleßöli" mussm). Da die Versicherung in D811tschl§111d 9818131181) 1181811811 isi, 111111118111118 TNZMZ in Dsntschland schließlich zmr S1r1k€d8rband8 bild8n. «511 Marschland bak man 2318188 für d18 A158118r gethan und manchen gefährlich Weg vcrmicden. Nicht nur 111 DeutsciZland, sorxdern darüber Hinaus wird di8 Tbäfiak8it dc's 'V'CÜUÜLUWUIUO [51161 drr Bor- beratburm und Durchführung der 65818138" 111 1101181n 111111138911181k811111111g 61111811. In d8r Schnwiz, wo die Grutlt-Vcr8m8 d18 .lr11581181s"ch111«- 111111811111181811 förd8ru, ist fast 11ich1s gesckzcbcn durch das a11f1111drc111L81; der Arb8it8r gkschaffmie Arb8iter18kr81artat, [d11d8111 (111_8_§ 1st (1818118 durch die Beamten, namentlich durcb dcn Fabrikrnswrfwr «11111181. Ww 117111811 111anchmal ein schnellrres Tempx) gcwrmjcht, 1131118161115 bczug; 11111 d8r Ha11dwerk8r; 85 wird fich sragcn, 01)" das .)„Tcichsamt dk); «1111.11: kräftig genug ist, 11111 die Aufgaden zn 101811, d18_a11 178181818 681111111818". In England hat man 8111Arb8rts111ntge'1ciyaff811, 61-11 solcbss könnte auch bei uns errichtet wdrdcn, 111 111818138111 auch d18 Artfgab811 d8r sozialen Ges? ngung '[Zéakbelfét _werdwi konnten. Die deu11ch8 Industrie hat mit einer g81111s1811'F18ud1gkeit d1811r0ß811 Lasten der sozialpolitischen Geseßc, wie fie 111 181118111 and8r811 (791818118 Curdpas krl'assen sind, anf fich 98nomn1811Z, fie wird auch 58r81t 18111, 1v81t8r8 21111811 auf s1ch zu nehmen, w8nn die and8r811Staa18n 111 LUTUZLCÜCUÖU Wrise 111118113111 Beispi8le gefolgt find." In der d8_ut1ch8n Industrte war 81118 große Anzahl 11011Pion18rentbattg, w81ch8 d18 G8s8y87prait1sch vorg8arb8itct had811. Dic Engländer, w8lch8 D8utsch1a11d b8r811t 111111811, 11111 di8 Ciscni11dustri8 kennen zu [2711811, babxn «kann?, daß d18 Löhne der deutschen Arbciter höher smd als d18 d8r 8111111185811, dax; a11ch das Vrrba11811d8r Arb8itgeber 8111 aiisg8z81ch11818s ist. In'dcr Wäsckzebranche find solche Pioniere nicht aufgetret811,_ das Sw8a1111g- svsiem dient nicht zum Vorthril d8r Arbetter. Wir 11815811 die .in- frage 111-111 anfac'griffc'n, 111811811 dcr j8ßt ,ÜUftke"thd€n Bewegung u§11t8r den'Arbcitern, sondern wir knüpfen an 81118 'fr11b818 Enqnwtc a11._1531r fwd der 2111811111119, daf; die Arbei18rim1811 1118111 s18x18111118rd811, 111811 718 im Tiefsje'n (8,1811d 185811. Der Strik8 richtet srck) nicht 11811811 d18 Arbsiigxber, so11d8r11 gegen die? Sweatcr, .wrlche d18Ar58118r a11/Jbent811, si8s1nd 8111K'rrbsscbaden des wirtbschaftl1ch811 LSÖC!1§.R D1cs8 ©1118at8r smd nicht Sachwerständige, sondern LMM (11181 .er: Droschk811- 7111111181, Avotbeker, Gärtner u. s. w., welchc das Elend auszubchcn sUMll- Es ist natürlich, daß die dcutsckpcn Franen Sywpatdxcn 5811811 mit dem Elend d8r ArbEiterinncn; 1718188 M11181d wtrd allseitig (181118111. Di8 Enquöie, WCLchL drm *.)181ch81ag rorgel8t Wards, bestätigt, daß das Elend in großcm Maß8 Vorba§11d811,1t. Dic Ardciterinnen Verlangen ibr811 Vollen Lobir, fie VerlangcnUBetrwbs- wkrfstätien bei den Arbeitgebern, wöchentlich zahlbare'n “„Ob" und 81118 sch118118rc Abstrtigung. Diese FordcrungM habe;)n 81118 VVÜL Likréäytiguna. Das Fabrikmädcben stebk 111118r d8111 .lrbruticrs'chu13- 1181815, genießt die Wohlfahrts8inrichtun9811, a11 d1_8__581 den ?kwbermnen ar nicht zu denken ist. Die Näherinnen 1111111811 W8rrstattc und &rodukfionskofien, Garn, Knöpfe 28. selbst 511811118115, und Nr Sw8crt8r nimmt 1101!) Einen Antbeil an d8m Lohn dc'r Nabkrmnc'xr an Fick). Aus d811 B8richte11 der Fabrikinspekwrcn' ebt herdor, „daß 1318 WWW- schungesey8 und Vcrsicherungögeseß; ge1y1s78nlcxs8 2115811138581: veranlaßt [WSU- ibre Arb8iterinne11 in die Hausmdustrte zu drangen, sodaß die SchUZJEsLtZ8 für diese Arbeiterinnen zuin Verd8r11811„98wo,rd811 Lud. Die Lasten, welche den Näherinnrn aufgeburdct werden firr Mietbxe, „Qe- 16Uchtu11g, Arb8itsg8rätk) u. s. w. beztffern s1ch auf 36 0/0 drs karg- sich6n Lohnes. Alle gesundheitlichen Vorscb'rtften feblxn 'blkk; das

amilienleben wird gestört, die Wobqu'ng wird'bceintrachtt t, sodaß ck die Schwindsucht in diesen Farmltert €11t1V1ZkCTt. Pte _ndustrte arbeitet immer auf Lager; der Konfekttonar'lat sa11_onmaß1g 1m Galopp arbeiten. Das Modegeschäft und die onfcnktton, erfordert eine JLWiffe Intelligenz; die französische Mode muß fur 'die anderen “Länder umgewandelt werden, und der Deutsche „hat die besondere Aufgabe, diese Umwandlung Vorzunebmen. Ich will zugeberi, das; die LWL disser Industrie eine schwierigere gewyrden ist, weil die Meist- beJÜUstigungsländer ihre YIM so wesentl1ch erhoht haben, daß d8r ExPOrt zurück ebt, nach rgentinien z. B'u'm 1119/13; nach d8n Vereinigten Étaaten sind 1891 für 12 Pkt'llwnen, 1894 nur fur I'MiÜionen Mark Konfektionswaaren exporttert worden. Aber'troy dieser Verschlechterun der Lage kann man doch annebmcn- der Nr Ausstattun der Ges äfte und bei der ?roßen Reklanxe, daß dre Lage "Wimmer in so ist, daß die Unternehmer elbst das Bedarfniß empfinden Lüsen, diesem Sweatertbum entgegenzutretcn. Der Kamp gegen das Sweatingsvftem ist in allen Kulturstaaten aufgenommen; es soll überall ausgerottet werden. In England hat die 'Geseßgedun sich dieser Aufgabe gewidmet“ die Fürsorge der Aufsicht wird MF 1118 us- tndustrie auSgedehnt. Von sachderständiger Seite wird mir ve_rs1chert, daß eine wirksame Einschränkung des Sweaterthums herbetgefuhrt ist.

ck Interpellanten haben einen Antrag, Von „meiner gesammten Fraktion untersiü t, eingebracht, welcher die verbundeien R8 terungen ersucht, ibre Bekugnisse auf die jugendlichen und weiblt en Ar- ."kk auszudelonen' auch die sanitären Einrichtungen des F 12011. und d“ AnzeigepfliFt ivllen auf die Hausindustrie „ausgedx nt werden, Und für diese rbeiter soll eine Fabrikinspektton m1t weiblichen

e il enMeziell eing'eriäytet werden. Ich bedauere, daß der'preußi che

ndels- inisier ein Ge ner der weiblichen Inspektoren ist. n

be" in Hessen die Antellung solcher weiblichen Inspektoren be-

schlossen. Die Zagbastigkeit gegen eine solckpe Maßrégel ist nicht recht erklärlicb nach den Erfahrungen, die man in England gemacht hax; auch die Schweiz ist mit einem solch8n Gkseß vorgegangen für die Ladnerinnrn und K811n8rinnen, für drren Interessen wir auch noch thätig sein müssen. Für die wsiblichen Arbeiter der Tabacksindustrie bat die Reichs eseßgebung das Sweatertbum ausdrücklich verboten. In der WäscheFabrtkation wird nach der Enqukxtk 15911 den Direktricen Garn, Nadeln, Oel 11. s. w. Verkauft mit einem Aufsch1ag8 von 10_120/g; das Garn, W81ch8s di8_Arbeiterin118n [18f8r11 „müssen, macht 10 0/0 des Lohns aus. In Bcrlin wurden (18181le fur 81118n Herrenüberzieber 1,25_2,00 „16. Am schlimmsten find d1e Berliner Mäntelnäberinnen daran; sie verdienen 4_5, bei besserer Leixun'gs- fähigkeit 8-9-48 wöchentlich; aber s18 sind 7_8 Monate undes afttgt. Bei der Knabenkonfektion W8rd811 für dr8i Anzüge nur 50-60 «5 bezahlt. Wenn die Arbeiterinnen d811n0ch einigermaßen. Verdtenxn. so ist das die FolJJe davon, daß sie Lebrmädcben uncntgeltl1ch beschafttgen. Gegen solch8 iißstände muß energisch yorg8gang8n 1.18rden. „SoUten die Sozialdrmokraten behaupten, daß zu dieser Reform Umwdlzurzgen der G8s8llschaftSOrdnung nötbig sind, so möchte ich dqrauF hinwets8n, daß in den sozialistisch811 Betrieben sick) dieselbxxx MißstasndZ geze1gt haben. Di8 Mehrheit 1:85 Kongresses 5838181111818 diese Mtßstande'als Bestandtheile der j8131118n G818ÜschaftSOrdnung.. Wenri man 8111811 solch8n Zukunfisstaat schaffen wi[l, dann müßten die Soziald8mokrat8n auf diesem Gebiet der bürg8rlich811Ges811schaft mix 81118111 besseren Beispiel vorangehen. Jn Bern ist man aufkeinem Sozialistenkngreß zu der M8inung quommen, daß die Verstaat1ichung der Produktions- mittel undurchführbar f8i. M81118 vo1itisch8n Freunde gestatten sich an die werbi'111d81811 R8gi8rung811 die Anfrage, ob 71? 118118191 smd, die Gescßgrbung in d8r Richtung, 1V8lch8 wir hier angedeutet haben, zu ordn8n. Soüte di8 Frach mit 8i118n1 Ja beantwqrtézt w8rd811„so kann ich erklären, daß wir die Verbündeten R891erungen 81fr1gst 111118rst1'113811 werdcn.

Staatssekrctär des Innern, Staats-Minister Dr. von Boettichcr:

M81118 Herren! D8r Herr Juierpellant bat Miner B8gründ11ng eincn sebr 11181 ivriter8n Rahmen géngLn, als wie 813 durch den In- balt d8r Jntrrp8llaiion 98501811 ist. Ick) 131111158 aber nicht, daß er Von mir Srwartei, das; ich auf (1118 die Einz8lheiten, die 8r vorgebracht Hat, cinJCHL, und daß ich nameéntlich 1118181119811 Punkte, die & außerhalb des eig811tlich811 Themas der Jn18rpekla1ion besprochen [)at, a11ch meinerseits 8111er Erört8rung 111118rzi8118. Ich werde mich 111811118111: in dcm Rahmen d8r Int8rp8klation 111111811. (811113 aber kann ich mir jedoch nicht versagen, besond8rs zu 581011811, Weil es auf mich 8111811 a11g811811111811Ci11dr11ck g8n1acht Hat, das ist das, daß d8r Hrrr J11t81p811ani die Thätigkeit unsercs Beamtenthums in GesWgcbung und Verwaltung auf dcm (515811181 des ArbeiterschutzW dankbar aner- kannt nnd dab8i auch insbesondere dem Reichsamt d8s Innern di8se An8rkcnnu11g1richt vorenthalten hat. Wenn 81 WM darauf binge- wiesen hat, daf; cs virlleicht den Vorzug Verdienr', neben dem Reichs- amt des Innern noch cin besond8r8s Arbeitsamt, wi8 ein solches in England [WWW, zu errichten (Zuruf links), _ im Reichsamt des Innern? Dcr Wunsch ist ja vi8lb8sch8ider18r, er ist sogar bereits erfüllt, d811n di8 2. 5215158611111] des ReichSamts des Innern ist als 8111 Arb8it€7amt a11zus8bc11.

WCM! ich nun zum Gcgenstand drr Jntwpellaiion k0111M8, mcine Herr811, so sisde ich Janz und 11011 auf dem Boden, auf den fich d8r Ökrr Jnte'rp8ilant JCstLi-[k hat; ich balt8 dafür, daß er den Finger in 81118 dcr schlimmsten Wunden unseres wiribfcbaftlichmi 538118118 gelegt hat (Bravo! und s8l)r richtig! links und rechts), und ich halte fcr118r dafür, das; LG nicht ailein Aufgab8 der R8gieru11g8n und “Mr Volks- deriretungru. sondern 51811118hr alicr Vaicrlandsfrcundc ist, dahin zn str811811, daß der Kr8bdschad8n, der auf dies81n Gebiet bcstLHt, aus der W811geschafft wird. (S8hr richtig! links und rechts.) Und, meme Herren, 111 MW: Beziehung smd auch die Verbünd8t811Regierung8n nicbt 111115111111 JLWLsc'U. W81111 ich auch (11117 dic Frag8 des Herrn J11t8rp8ilan1811 nicht sagen kann, daß di8 Verbündeten Regierunßcn auf dicsem Gebict bersifs 8i118 bostimmt8 Absicht, di8 fick) geseßgebertsck) schon konzentriert Hätte', verfolgcén, oder 81118 solche Abfichi aquc- sprochsn haben, so mache ich ifm doch einmal darauf aufmerkjam, daß schon d8r bisb8rigc (Hang dcr Gcstßgebung erkennen läßt, daß man seit d8r dcm HÜUsE im Jabrc 1887 Vorg8legten quuöte nicht dbgelaffen hat, auf 81118 Vcrb8ffcrung dcr Zustände binzuwirkcn. (W1d8rspr11ch bei den Sozialdemokraten.) D8r H8rr Vorrcdn8r selbst hat dxcs anerkannt. Ick) mach8 ibn (11181: auch darauf aufmerksam, daß es fich bei Wer Enquötc in Nr Hauptsache darum 'band81t8, das Trucksystem zu bescitigrn, untcr d8m die Arbciter111118n m der Konf8ktions- und Wäschebranche zu leiden hatten. Dre Frucht der Erwägungen, die damals auf Grund der Eriwbungen angesteüt worden sind, ist die Verändert8Faffung ch „8 115 der Gew8rbeordnu11gsn'ovel18 vom Jahre 1891 gcwcskn. Was die Regelung der Arbettszett fur die Arbeiterinnen anlangt, so Hat der § 137 der Noche eine Vorsorge getroffen, die freilich auf dem 11116 jrßt beschäkftigend8nfGebiet 111851 s8br fruchtbar geworden ist (sehr richtig), w81l auf diesem, G8b18t für dem größeren Th8il der hier in Frage kommenden Betriebe die Bestimmung des § 137 noch nicht anwendbar ist.

Weiter ist in den §§ 12011 fg. 8in8 Erweiterung der Verpflich- tungen d8r Arbeitgeber zum Schuße der Arbeiter 988811 Gefahren für 285811, Grsundbeit und Sittlichk8it Vorgesehen, aber d18s8r §],)ar'a- graph stößt leider bezüglich seiner Anwendung auf gewisse, Schwierig- keiten, die gerade in dcr Entwickelung der ArbeitSverbaltntsse 'auf) dem Gebiet der Konfektions- und Wäschebrancbe bestehen. Endlich 1st F 154 zu erwähnen, der die Befugniß vorsteht, die Bestimm'ungen der §§ 135_1391) über den Bezirk der eigentlichen Fabr1k hinaus auf die Werkstätten außzudebnen.

Die Entwickelung der Arbeitswerbältniffe in der Konfektions- und Wäschebranche hat der Herr Vorredner in der .H-aupts'ache richtig geschildert. Wir haben es hier bezüglich der That'igkeit der Ar- beiterinnen mit drei verschiedenen Formen des Geschaftsbetriebes' zu thun. Wir haben Geschäfte, in denen die Arbeiterinnen in Fabrrker beschäftigt werden. Wo solche Fabriken bestehen, ge11ieße11 die Arbeiterinnen den Schuß der eben erwäbriten Besirmmu_ngen, aucb rücksichtlich der Arbeitözeit, der Bejchaffenbett der ArdeitSraume, und auch rücksicbtlich der Lohnverbältntffe find sie verbaltnißmäßig

am günstigsten gestellt. Die zweite Form, in der die Beschäftigung

1896.

der Arbeiterinnen in den bez8ichn8ten Branchen vor sich geht, ist die der Beschäftigung in Werkstätten _ diese Werkstätten, die in der Regel von den Zwischenmeistern geleitet werden, die zwischen dem eigentlichen Arbeitgeber und der Arbeiterin stehen. Diese Form der Thätigkeit hat nur zu häufig alle die Uebelstände im Gefolge, die der Herr Vorredner hervorgehoben hat: Druck auf die Arbeiterinnen, auf Löhne und Arbeitszeit, und mangelnden Schutz der Gesetzgebung da, wo ihn die Fabrikarbeiterin bereits genießt.

Das ist aber noch nicht die schlimmste Form der Thätigkeit. Die Form der Thätigkeit, Welche die meisten Bedenken gegen sich hat, ist vielmehr die, wenn die Arbeit sich darstellt als reine Heimarbeit, wo fie gl8ichzeitig durch den Zwischenmeister vermittelt wird, und Wo die Thätigkeit der Arbeiterinnen und die Bedingungen, unter denen sie beschäftigt sind, sich der Konrole entzieht.

Eine große Schwierigkeit,nament[ich auch bezüglich einer besseren Gestaltung der häufig so überaus traurigen Lohnverbältniffe, besteht nun aber darin, daß gerade in dieser Branche ein außerordentlicßer Andrang Von Arbeitskräften herrwrtritt, und zwar insbesondere auch Von Zsolchen Arbeitskräften, welcbe lediglich zum Zweck eines Néven. erwerbs in die Thätigkeit dieser Branchen treten.

Meike Herren, in den großen Städten, vorab in Berlin, zählen die weiblichen Person8n, die als Frauen oder Töchter von kleinen Beamten, Von Ha11dw8rkern, Von kleinen Kaufleuten u. s. w. in der Konfektions- und Wäschebrancbe beschäftigt werd8n, nach Tau- send811. (Sehr richtig! und Hört, Hört! bei den Soziald8mokrat8n.) Und, mein8 Herren, die Neigung, solche Beschäftigung zu übernehmen, geht Mit hinaus über die Kreise, die ich soeben bezeichnet habé, sie geht auch in die höheren Schichten der Gesellschaft hinein (s8hr richtig! bei d8n Sozialdemokraten), indem auch hier und da ein, wenn auch nur geringer N858118r1v8rb wiÜkommen ist, und da ist es außerordentlich schwer, gcgenübrxr diesern Andrängen, gegen- über dieser Konkurrenz so Vielcr, welche nicht ausschließlich auf den Verdienst a11g8wies8n sind, denen er vielmehr nur ein Zuschuß zu sonstigen Einnahmen, zur V8rb8ss8rung der Lebenshaltung sein so!!, ein einigermaßen menschenwürdiges Preißnideau zu halten.

Ab8r, 11181118 Herr8n, so groß die Schwierigkeiten s8in mögen, sie müssen überWUnden werden, und ich freue mich, sowohl berichten zu können, daß die Verwaltung gegenüber der jeßigen Bewegung, 11a1118ntlich in Preußen unter der Leitung des Herrn Handels-Ministers, mit (Eifer bestrebt ist, bessere Verhältnisse herbeizuführen, als auch, daß die Reichswerwaitung beschlossen bak, die Sache in Angriff zu nehmen und zunächst die Kommission für Arbeiterstatistik mit einer Unter- suchung und Erwägung über die Mißstände und über die Mittel zur Abhilfe zu beauftragen, und zwar wird dieser Auftrag vorab zur Erledigung kommen, Vor der Erledigung der Aufgaben, die sonst noch der Kommission ertheilt sind.

In welcher Weise ich mir etwa denke, daß dis Kommission für Arbeißrstatistik die? Sache in Angriff nehmen fol], werde ich mir er- lauben, den Herr8n dorzutragen. Der erste Punkt, auf den das Augen- M8rk gcricht8t werden muß, wird sich auf die Frage 1388 Trucksystems binehen. Wenn auch der § 115 in dieser Beziehung schon wesentlich günstig g8wirkt hat, so übersehen wir doch nicht, ob die Wirkung 8in8 Vollständige ist, und ob nicht auf dem G8biet der Ueberlaffung und Anrechnung von Arbeitömaterial (Zuruf bei d8n Sozialdemokraten) _ wir kommen ja immer erst später zur Erkenntniß, wie Sie (sehr gut! _ Heiterkeit) _, ob nicht auf diesem Gebiet noch andere Be- stimmnngun zu erlassen sein möchten, die einen noch wirksameren Schutz gewähren, als es der Z' 115 thut.

Cin zweii8r Punkt wird die Frag8 sein, ob die Klagen über dic Ausbeutung des AbhängigkeitEderl)ältniffes der Arbeiterinnen zu unsittlicben Zw8ck8n begründet sind. Das ist ein r8cht bedenklicher Punkt. (Sehr Wahr! rechts.) Die Enquöte von 1887 gab über diesrn Punkt keinen voUständigen Aufschluß, obwohl fich aus derselben bereits Andeutungen entnehmen lassen, daß die Dinge nicht überall in Ordnung smd, und daß thatsäcblicb das Abhängigkeitsverbältniß, in dem die Arbeiterinnen zu ihren Auftraggebern stehen, bi8r und da zu nicht sauberen Zwecken auSgebeutet worden ist. (Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Hierüber wird man Versuchen müssen, größere Klarheit zu schaffen, und es muß dann an der Hand des Ergebnisses untersucht werden, ob nicht auch dagegen ein wirksamer Schuß gefunden werden kann. Ich komme auf diese Frage nachher noch zurück.

Dann kommt als dritter Punkt die Frage nach der ArbeitSzeit in den Werkstätten und bei den Heimarbeit8rn. In dieser Beziehung giebt zWar schon die Enquérte von 1887 einige Aufschlüff8, es wird aber zweckmäßig sein, diese Aufschlüffe zu einem voüständigeren Bild zu gestalten.

Eine sehr wichtige Frage, die, wenn fie bejaht werden könwte, die Zustände radikal Verbessern würd8, ist die Frage, ob die bisherige Produktionsweise auf dem Gebiet der Konfektionsbrancbe geändert werden kann, ob es eWa möglich wäre, die Thätigkeit der Haus- industrie auf diesem Gebiet völlig auszuschließen und die Vor- nahme der Arbeiten ausschließlich in Werkstätten vorzusehen. Ich halte es Vorläufig 11ichtwohl für möglich; ich glaube kaum, daß man so weit wird gehen können, aber jedenfaüs muß die Frage eingehend erörtert werden, und wenn man nicht so weit gehen kann, wird es geboten sein, darüber nachzudenken, ob nicht andere Mittel und Wege gefunden werden können, die Uebelstände zu beseitigen, die in der Beschäftigung der Arbeiter in dieser Branche zu Tage getreten sind. In dieser Hinficbt wäre 11. a. zu prüfen, ob man nicht eine gesetzliche Ermächtigung für den Bundeöratb vorsehen soll, wonach der Abschluß der Arbeitsverträge für gewiffe Industriezweige, und zu solchen Industriezweigen würde ich die Konfektionsbranche vorzugs- weise rechnen, schriftlich erfolgen muß: eine Vorschrift, die, wennfieer- laffen wird, den Arbeitgeber verpflichtet, ganz genau das Maß der ge- forderten Arbeitsleistung und das Maß des Entgelts schriftlich zu fixieren und namentlich, was für die in Frage kommende Brauche außer“ ordentlich wichtig ist, auch zu fixieren, zu Welchen Preisen die Materialien, die dem Arbeiter übergeben werden, ibm anzurecbnen skUd- Eine dive“?

geseßliche Vorschrift, die zu prüfen wäre, betrifft den Schuß segen