1896 / 39 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 13 Feb 1896 18:00:01 GMT) scan diff

Gefahren für die Sittlichkeit und könnte vielleicht dahin in Aussicht genommen werden, daß Personen, gegen welche Thatsachen vorliegen, welche sie in sittlicher Beziehung zur Annahme oder Beaufsichtigung oder zur Vermittlung der Beschäftigung von Arbeiterinnen ungeeignet erscheinen lassen, die Befugniß zu dieser Thätigkeit zu entziehen ist. Es würde das im Anschluß an den § 106 der Gewerbeordnung ge- scbeöen können., Die Ausdehnung der Vorschriften über die Arbeits- zeit auf die Werkstätten nach § 154 kann durch Kaiserliche Ver- ordnung schon 1th jederzeit in Angriff genommen werden, und in dieser Beziehung sind auch bereits kommissarische Verhandlungen zwischen dem Reichsamt des Innern und dem Handels-Ministerium

eingeleitei. Meine Herrren, ich glaube für sämmtliche verbündeten Regie-

rungen versichern“ zu können, daß sie bemüht sein werden, und zwar eifrig bemüht, an der Hebung der schweren Mißstände, die auf diesem Gebiet vorliegen, mitzuwirken; aber ich darf auch ihre Ueberzeugung aussprechen, daß die volle Beseitigung dieser Mißstände nur dann zu erhoffen ist, wenn auch der Arbeitgeber sich der Pflicht bewußt wird, die er dem Arbeitnéhmer gegenüber zu erfüiien hat. (Sehr richtig! auf alien Seiten.) Nur bei einer Mitwirkung aller derjenigen, Welche Arbeiter in diesen Branchen beschäftigen, läßt fich die Her- stellung menschenwürdiger Zustände erhoffen. (Lebhafter Beifall.)

WZ Antrag des Abg. Dr. Hiße (Zentr) tritt das Haus in die * esprechung der Interpellation em. ,

Präsident Freiherr von Buol demerkt, daß der inzwischen ver- tbeilte, vom JnsteZpelianten angekündigte Antrag als solcher nicht mtt ur Disku on te 6. ' ,

z Angr. Hitze ( entr.): Der Au enblixk für .die Interpeüatiqn ist, wenn auch viellei t unbewußt, se r Zlucklich gewahlt. ch din dankbar weil die Interpellation die Erklarizng des "Stqatsiekretars veranlaßt hat. Namentlich dankbar aber bm ich fur die program- matische Einleitung der Rede des Juterpeligntenz _ich denke dabei an die Zeit, wv Herr Oechelhäuser unsere sozialpolitisckZen Bestrebungen unterstü te. Es hat sich gezeigt, daß das Gefuhl, als wenn der Ei er für Sozialpolitik im Erkalten ist, „em falsches war. Der Jnterpeüant bemängelt die Langsamkeit, Mit der man vdr- geht und fährt fort: es könnte alierdingix mehr, geschehen, namentlich auch bezüglich der Ausdehnung der Fabrikinspaektioiz. Es besteht wohl Einstimmigkeit, daß die Erhebungen fur diese Branche vor- genommen werden müssen. Ich habe das schon bx: meinem Agtrage erörtert, und auch Abg. Bebel hat das'verlangt bei dem Etat fur die Kommission für Arbeiterstatistik. Dre Bestimmung der Gewerb'e- ordnung, daß die Aufsicht sich nicht „erstreckt auf Werkstatten,_ 'in denen nur die Familienangebörigen beschafti§zt „werden, mußte beseitigt werden. Es besteht in dieser HauSmduirie nicht ein Arbeits- vertrag zwischen Mann und Frau odcr den Eltern urid den Kindern, sondern zwischen dem Arbeitgebexr der Konfektionsmdusirie und den zusammenarbeitenden Familienmüglisdern. Es müßte hier- bei die Fabrikauificbt nicht bloß den Bxamisn anwerxrayt Werden, sondern für alle Jndustriezentren wie Berlin ir. f._w. wußten „Privat- personen herangezogen werden, es mußten ,s1ch fur_ die Bezirke, be- sondere Schuscomités bilden; es würde em ArbLÜSUÜÖWLls emzu- richten sein, es müßte für entsprechende Wohnungen gesorgi werden. Es iebt gewiß Damrn grnu , welche,s1'ch ,dies'em gememnußtgen DierLt widmen werden. Die Zauptscbwrerrgkert „liegt in dem Ueber- angebot der Kräfte, welches zu den niedrigen Löhnen geführt Hat. Die Aufgabe wird darin liegen, vor Zuzug zu warnezi und ihn zurückzuhalten. Personen, die in Berlin keine Bescbciittgung finden können in der Konfektion, sollten in anderen Arbeiten, nament- lich in der Haushaltun aus ehildet und im Gefindedienst untergebracht werden. De voillitandige Beseitigung der Haus-

indusirie hat der Staatssekretär für unmöglich gebalxen; das würde doch wohl zu weit gebexz. Daß aiich Frauen und Tochter der Beamten und der höheren Stande sich diesem Gewerbe als Nehru- Zewerbe zuwenden, brdaure ich. Aber es giebt auch viele

rauen, die auf diese Arbeit angewiesrn 'filid; „diesen ann man die Hausarbeit nicbt _Nrbietrn. Em schriftlicher Arbeitswertrag ist in England schon iiblich. JM'BLkWLsLiZ ist auch ein schriftlicher Vertrag Vorgesckyriebrn. Die Arbeitgeber, ni€lche sich Unsittlichkeiien gegen Arbeitsrinnen zu Schuidrn kommrn lassen, müssen unter dicielbe Strafe gestellt werden, wie der Vormund, drr ck egen sein Mündel dergebt. Bei den Untersuchiingen, welcbe m us cht genommen sind, mu das Material mögltchst pertiest und ergänzt Werden durch mündli ? Vernehmungen“ welch€" immer neue Anke ungen geben. Ich möchte hoffen, daß die Erwagungen bald zum bschluß kommen. ' ' , Ab. Schall (dkons.): Wir sind erfreut, daß „wir Gclegenbeit haben, unsere warme Theilnabixie zu bezeugcn „fur die schlechte Lage der Arbeiterinnen in der Waschfr- und Konfektionsbrgnckye. Daß die Interpellation zusammenfällt mri der Bewegung„ die durch die Arbeiterinnen bindurcbgebt, ist Von Bedsutsamkeit. DieArbcttexinnen werden daraus dis Urberzcugung gewinnen, daß bier die warmste Tbeilnahme für die Sozialreform besteht; anch wir "von drr kon- servatiVen Seite wolien alles thun, um zuibefferrn Zustanden zu ge- langen. Es sind gewisse Zweifel an unserrr Liebe und unserem Eifer für die Sozialreform auf etaucht, das ist aber durchaus un: bercchtigt. Seit drci Jahren 98 (ire ich dem, Hause an und habe, bei den Konserdatiden immer die warmste Tbetlnabme fiir diese Dinge efunden. Die Enquöte yon 1887 hat Schlaglicbicr quf' die Jebelstände falien lassen, namrnllicb auch 'auf die sittlichc'n Mißstände; wir können nicht allein die LobnerÜlfnisie dafur verantwortlich machen, aber die Hauptursache bilden 8 doch, daß dis Arbeiterinnen drn Versncbungen unter- iegen, die nicht bloß außcrhalb, sondern auch in den Wrrkstäticn an sie herantreten. Soll doch der Inhaber cinrr bekannten Kon- fektionsfirma seinen Arbeiterinxien griagt babsi], fie srirn, jung und hübsch und könnten ja auf die Straße gehen. Der Strixe ist aus- ebrochen in Berlin und hat sich angedebnt auf andere Studie. Drr trike ist immer ein Krisgßzusiand; die armen Arbeitsrinrisn werden die Opfer der Agitatorrn und Verführer sein, wrlch€ sich in die Be- WLgung einmischen und ihnen die paar erwarten Groschen abnchen. Wir stehen auf dem Boden praktischer Sozialreform und freuen rms, daß die Regierungen in dieser musterbaftrn WcisxYorgegangen smd, sodaß wir moch yon keinem aiidcren Stagi der zimlisisrtcn Writ über- troffen sind. Auf welchem Wege sich eine Verbcffrriing hrrbriführen lassen wird, das wird Weiisrer Untersuchung drdürien. Wir Allez Werden, soviel an uns ist, dafür sorgen, 'das; die CUYii'tL zu xinem Ergebnis; führt, welches sich zu geirßgebsrtscben Mafiiza men vcrdickytet. Aber damit wird nicht alles erreicht Werden. Dll? Nothiagr „drr Arbeiterinnen ist eine Folge drr Gssrygchng drr icyten drcißtg Jahre, der unbeschränkten Gewsrbrfceibkit, Mick)? dic Schlrud9r- und Ramschbazare berdorgcrustn hat. DMU wer iaßt die billige Waare machen? Die Bazare, dir sich noch mit eincm ,goldencn“ Namen schmückén, obgleich fie die Ueberschriit haben ten: Billig und schlecht. Wir müßten wirdcr zum Beiähigungs- na weis_zurückkebrcn und Ordnung in das Schnridcrgcwerbc Hinein- brin en. Nicht bloß dir staatlichsn Fabrikiniprktoren, vielleicht auch Weib iche, sondern auch Privatpersonen Werden mithelfen müffen, damit eine wirkliche Putronage staitfindct. Es müÜrn überakl christliche und sittliche Gruudsä e walten. Wenn im .JorwärtS“ Liebt, daß die Sittlichkeit und ioral nicht auf religiösem Grunde erubt so ist das eine Umkehrung der Weltordnung. Wir woiirn das Lrben auf- bauen auf dem Boden des_Cbristenthums. Wir können schon gute Früchte aufweisen, die Sozialdemokraten nicbt. Einer der Herren Von jener Seite hat fich lustig gemacht und gesagt„ickp hätte eine Nach- mittagspredigt gehalten. Dasschadet Ihnen Zarnichts, Sie hören wok)! ohnehin selten eine Predigt. , Wenn [Zs [NJW in den Kram paßt, dann zitieren Sie auch einmal ein Bibelwort. Wenn ein evangelischer Geistlicher ein Bibelwort gebraucht, dann gerathen

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Sie aus dem Häuschen und dann heißt es im VoWärts', man bättezieine Kapu inade des .Duellpfqffen' Schall im ReichstW zu hören bekommen; „uch_ das an anderer Siellx Wfprocbtne ort „morjburj ts 5a1uiani“, das aus dem Zusammenbaiig gerissen wurde, wurde mißdeutet obgleich es doch nur bedeutet, daß diejenthn, die fur Kaiser und Reick zu sterben bereit d, den,.Kaiser begrußen. Ob es “schmackvoll war von dem Abg. ueb, bei derselben Gelegxnheit aucßemicb und meine Rede zu Flora as; in Beziehung zu bringen, überlasse ich dem Urtbeil des Hauses. Was wurdxn Sie saFen, wenn ich Ihnen den Genosien Maurer anbängte, der mit der Geno fin Friedrich, der Mutter von ünf kleinen „Findern- slch qus dem Stanke emacht hat, und der, als im .VoWartG' nach seiner Adresse ge- ?ragt wurde, sich darüber beschwerte, da er “doch die Genyssin Érwdrtch nur von dem Ebejoch befreit habe, das zit tragen einer enossin unwürdig sei, und der die Genossen schlie lich Spießburger nannte, Weil sie sich darüber entrüsteten, daß er ozialdemokratische Grund- iäize m die Praxis übersetzt habe. Wir freuen,-uns, das;, wir aufs neue vor eine praktische Frage gestelit sind. Wir haben ein Warmes Herz für die Nothleidenden. Wir wollen alies thun, was auf geses- eberischem Wege geschehen kann, um diesen jungen Madchen zu einer efferen Zukunft zu verbeifen. . ' _ - '

Abg. Fischer (Soz.): Die sozialpolitische Vergangenheit drr Nationalliberalen ist doch eigentlich „kein Befahtgungönachweis fur die Stellung einer solchen Jnterpeüation. Wenn eine "solche thn- bewegung entsteht, dann fließt das Bürgertbuzn vor Ruhrung uber, und es erscheint auch ein Kommissar „dcr Regierung; es wird sogar eine EnquSte veranstaltet. Aber schließlicin bleibt ailes beim Alt'erz, höchstens kommt die Polizei und löst die ohnkoxnmtssioii ais politi- schen Verein auf. Um die quuöte in'der Waschxfabrikatwn und Konfektion hat sich neun Jahre lang niemand gekummert, troßdem die Verhältnisse doch bekannt genug sind; xeßt kdmmt man auf diese Dinge zurück. Alle Bestimmungen, welcbe jetzt ein Vorgehen hindern zu Gunsten der Arbeiter, sind gegen unsere Stimmen „angenomr'nen worden. Mir kommt es so vor, als ob der Fuchs Tbrairen vergießt über die sozialen Gefahren für die armen (Hanse,. Die Fabrikinsprktoren führen an, daß die Konfektionsarbeiterinnen Vielfach zur Prostitution

reifen müssen, um [eben zu können; denn sic sind nur 4_5 Monate im Jahr beschäftigt. Gegen diese Mißstande hrlfxn dic Red'ensarien von den Warmen Herzen u. s. w. nicht. Wir mussen dahin wirken_durch die Gcscßgebung, daß die Arbeiter gestgrkt werden in ihrem Koalitions- recbt; aber die ganze Gesetzgebung isi ngr darauf ausgegangen, die Arbeitgeber gegenüber den Arbeitern zu starken. Es wird direkt be- hauptet, daß die Berliner Konfektion nur deéhalb so stark konkurrierc'n kann, weil fie die billige Arbeit der Prostituierten denutze. Die Beamten, namentlicbdie unteren Eisenbahnbeamirn, find,nicht genügend bezahlt, sodaß ihre Kinder und Frauen sich der Konfektion zuwenden. Der Staat sollte seine soziale Pflicht criiilien und dafür sorgen, daß die Beamten ein moralisch gutes Familienleben fühnrrn können. Als der Fall Heinße bekannt wurde, als die Heintze erklart batie, daß sie zur Dirne werden mußte, weil fie trotz der größten Anstrengangen nur 4_5 «M wöchenilich Verdienen konnte, da kJm man mit Einem Gesetz, welches für die armen Opfer der Verbaltniffx: Prügel und Latienarrest brachte. Auch Herr von Hammerstein ist xm Odier der sozialen Verhältnisse rworden; sri" Fall ,sfiZMbk nicht

egen mich. Die Bkau sichtigung der Wrrkiatfsn und kLißokwungen ist dringend nothwendig, aber auch auf dein platten Lande; die Pfarrer Wagner und Wittenberg habe'n 1a fesigestrllt, wie tief die Sittlichkeit drr Arbeiter auf dem Lande gesu'nken ist! Wenn die Jntrrpelianien mit ihren Anträgen etwas „erreichen Wollrn, dann müssen fie dafür sorgen, daß der Bundc'sratb' em Land- webriempo aufgiebt; Er läßt ja alle Anregungrri, die wir bk: der Etatsberatbung Vordringen, unberücksichtigt. Mit gutem Gruyde; denn gerade die Fraktion der Jnterprllanten war es, welche_dor Cini cn Jahren rief: Nur etwas mehr Ruhe! Ich brdaure, daß „Herr er nicht mehr im Hause ist; er würde der drrufenx Vertreter der Inier- pellation gewesen sein. Das Märchen Von der *),)arm'ome der Arbeiter und Arbeitgeber in der Eifenindustrie ist auch wieder porgétragen

Wordsn. Man braucht nur die Wablprotcste aus dem Koblenredtrr zu lescn, um die Wirklichkeit zu erkrnnen. Iii England wrrden dic: deutschen, in Deutschland die englischen Arbeiter als Master_angc- führt; immer sind dic fremden Arbcitér dir, guten und die ein- beimischrn Arbeiter die frrchrn und unboimaßigcn. Daß lll den sozialdrmokratischen Druckerrirn u. s. w, Nackytarbrit, Akkord- arbrit u. s. w. vorkommt, ist richtigzs aber innerhalb dss Rahmens drr bürgerlichen *Grfeilichaft iii cs nicht anders mögitck), Deshalb Wollen wir den Rahmen der bürgcrlickyéiiGsselliciyaft zrrbrccbcn und in sozialem (Geist umgcstaltcn. Alle Antragawrlche SLL Wk sisllen, können nicht durchgeführt werden, wrnn Sir nicht den Arbritrrn das freie Koalitionsrccht geben. Im Kanton Zürich, in dcm Stani New- York find Gesrße gegen die Hausinduitrir erlassen„ die „hier in

eutschland Entseizen hrrvorrufen würden. Die Hausindustric-Werk- stättcn find die Brutstäitcn für anstrckcndr Krankheiten und übrr- fraßen sich durch dir gcfkriigikn Kleidungsstücke auf „andere Krrise, d€d_)alb sollte die bürgcrlickck€ Grselischaft in ihr?") rigenrn Jntcrcsie einichreiten. Aber die wird nicht dagegen rinichrmtrn, wcil fie fich nach dem Wort dss Fürsten Bisinarck richtet, da[; die Hauptsache sci, Miliionärc zu züchten. Dazu ist die Konfcktwn besonders geeignet. Ein Untrrnrbmcrberz mus; sich ja erUM iiber den Aufschwung, den der Export gcnommen hat, lediglich infolgr drr schrankrnlosen Ausbcutung der Arbritcrinnen, die so groß ist, das; alle Partcicn dagrgcn guitreten; nur diejenigen, weich? sonst (111€ bösen Dinge auf dcn'Emffuß des Judenibums zurückführen, Verhalten sich wie der stcmrrne Gast. Das liegt daran, daß die Zwischenmeistér keine Judrn, sondrrn meist Christen, ja zu 90 0/0 ausiiesprocbene Antisemiten find. Man sollte dir vier Fordcrimgen dcr Arbeiter erfüllkn. Wenn wir uns aufs das cinlassen, war; Herr von Bocitichr als Progrzmim auf- gr ielit hat, dann werden wir alt und grau, ehe etwas grfchtciit. Dem Bundrörati) find doch die in der quuétc frstgcsieiltcn Tbatiachrn auch schon seit 9 Jahren bckamii, und Er hat nicht;; gctban, troizdem cr ziim Einschreitrn aufgefordrrt wurde: Im dortgcn Jahre bqun die Konfc'ktiondarbcitrr nicht einmal eine Antwvrt crhaitcn. Freilich bei Liedcsgabcn für die Junker bekommen die Hrrren vomBundeß- ratk) flink-Lre Bcine, als wrnn ('s sich um dir armen Näherinncn und dir schwindsüchtigen Schneider bandrlt. 'lesé Hübkii ja auch keine Griegenheit, bei Jagdparticn ihre soztalrn Juicrrsirn zu der- treten. Wenn die bürgerlich? GescÜschaft 'drn Arbz'iterxi nicht hilft, dann werden fir eben warten müssrn, bis sie: hier einc ausschlag- gebende Noilr spirien. .

Abg. Rickert (fr. Va.): Jeb w-Ziß 'ntcht, Warum drr Vor- redner so zornig geworden ist; e_s handelt sich darum, das; etwas ge- schirbt, was eigentlich im Jntcrcsie der Arbrticr lirgt. Da sollte der Vorredner sich doch frcurn. Die Uebclstandc v_€rk§iirisii wir ebenso- wenig wie die chirrung; wir _smd brrsit zur Mitwirkung bei Gxsrßrn, welch? den Urbeiständcn abhelscn. Jeb baitc gewiinscht, dds; die De- batte nicht so den Eindruck gemacht dätic, als ob die „Verhaltnisse aii- gc'mein so schlrcbt fricn. Ein Vorstand einrs Vrrcms, drsirn Mit- glieder 20 000 Arbeiterinnen bcichäftigen, brhauptrt, daf; dl? Schii- derungen nicht übkrall zutrcffknd find, natiicntlich in Brzng auf" die ')öi)? der Löhne". Wir babi-n doch keine Ursachx, unscrs Zustande chwärzrr zu malen, als sie wirklich find. Ick) wxmscbe, daß xiidiici) einmal der auch heute wieder ange'rrgte Brfähigungsnackzwcis gc- geben würde. Die Handwcrkrr wären die Ersten, Welche seinr Ab- schaffung fordern würden. Eine Verdolikommnung der tc'chmscben Ausbildung ist dringend wünschenswerxb, adrr “fir kann auch auf andere Weise srreicht werden. Qualitatsarbeitermncn erbaiicn guck) bessere Löhne; die Jammerlöbnc erhalten die, welche nicht vir! [ersten können. Der Vorredner hat auf das Werk des Pastors, Wittenberg hin ewiesen. Sollte auch nur ein Theil der Anklagxn dieses Buches WalIr sein, so müßte eingeschriiten Werden. Ich wunsche, daß eine Enquéte aemacbt wird. Drr Ab . Schail hat von seinem warmen

erzen gesprochen. Das kostet nicht Viel; (1er es gilt, praktische

orschiäge zu machen. Wenn der Antrag Heyl und Genossen be- rarben wird, dann können wir die einzelnen Fragen besprechen. Bei dem nächsten Gegenstand der TageSordnung haben Sie eine Gelrgen-

beit, Ihr Warmes Herz zu bethätigrn, Herr Schall, da können .

Sie den Arbeiterinnen das Recht geben, ihre Intere in

zu vertreten. Ich möchte an den preußischen nde ZMiquxekeYu Fra e richten. In Hessen Zint) weibliche Fabri inspektoren angestell? wor en. Das ist von gro er Bedeutung. Wäre es nicht [; daß, der Handels-Minister sich dies-xm Vorgang und dem Bei vieé des Auslandes anschließt und sich zur Anstellung weiblicher Fabrik- inspektoren bequemt?

Minister für Handel und Gewerbe Freiherr v o n B erl epsch -

Die Interpellation" richtete die7 Frage an die verbündeten Re; gierungen,

welche geseßgeberischen Maßnahmen dieselben zum Schuß für Ge-

sundheit und Sittlichkeit und gegen Ausbeutung dieser Arbeiterinnen

durch das Trucksystem zu ergreifen beabsichtigen. Die Begründung, welche dieser Interpellation zu ibeil geworden ist, und die Reden, die aus diesem Hause zu dieser Interpellation gehalten sind, haben weit über den Rahmen der hier gesteiiien Frage hinaus sich beWegt, und ich darf wobl annehmen, daß der eigentlickoe Zweck der Inter- pellation darin gesucht und auch gefunden wvrdrn ist, daß ein Verdikt des Reichstags über die Situation der in den Konfektions- und Wäsche. geschäfien Berlins beschäftigten Arbeiterinnen abgegeben und ein Appel] an das Gewissen derjenigen gerichtet "werden solitS, die doch, zum größten Theil wenigstens _ nicht durchaus, aber zum großen Theil _, in der Lage sind, diesen Zuständen Abhilfe zu verschaffen, Ich meine, auch von diesem Standpunkt aus kann die Regierung nur dankbar dafür sein, daß die Interpellation hier eingebracht worden ist.

Nun, meine Herren, liegi meiner Auffassung nach die Sache so, daß die Gesetzgebung auf diesem Gebiet allerdings noch manches thun kann; aber sie wird schWLrlicb in der Lage sein, den tiefsten Gründen der Lage der genannten Arbeiterinnen beizukommen. WEnn man das alles abstreift, was an wenigen wichtigen, an nebensächlicben, auch Von politischen Momenten heute zu dieser Frage gesagt wordsn ist, so, glaube ich, wird man die Gründe, die für die Zustände, die wir be- sprechen, vorliegen, finden: erstens in einem überreichen Angebot weib. licher Arbeitskräfte, zweitens in dcm System der Zwischenmeister und drittens in dem Umstande, daß es fick) wesentlich um HauSarbeit und nicht um Fabrikarbeit handclt. Nun kann man durch die Gesetz. gaining, wie sie augenblicklich liegt, ja auch manches Erreichen, aber Wesentlich doch nur da, wo Fabrikarbeit stattfindet. Wir babrn die,„Bcsiimmungcn d€s§ 1203 und folgende, die bestimmte Vorschriften übrr die (Einrichtungen geben, die die Unternehmer ver- Pflicbtet sind, in den Brtrirben im Interesse der Gesundheit, des Lebens und der Sittlichkeit ihrer Arbeiter zu treffen. Diese Bestim- mungrn können AnMndung finden, sobald es sich um Vorhandene Betriebsstätten handelt. Es kann weiter, wic der Herr Staatssekrrtär Von Boetticiyer bereits bcmcrktizat _ und das soil dcmnächst geéschehcn- der§ 154 der Gewerbcordnung in Anwendung gebracht werden, der die Ausdehnung der Britimmungen übrr die Arbeitözeit der jugendlichen Ardeiicr und Frauen auf die Wsrksiättrn vorsieht _ da müffrn aber Werkstätten Vorhanden skin! Hier aber, wo die Sache so liegt, daß eine grrfze Zahl Von weiblichrn Arbeitern nicht in Werkstätten, sondern in der Hausindustrie beschäftigt sind, kann die Gesrßgebung, wie sie augenblickiicb liegt, diesen Uebclständcn nicht zu Hilfe kommrn. Es wird sich also fragen, ob dié Gesetzgebung noch weiter gehen kann, ob sie Vorschriften auf Einbaltung der Arbeitßzeit bei der HauSarbeit trsffcn kann, und ob fie in der Lage ist, diese edentuelie geseleiche Bestimmung auch zu kontrolicren. Das find Fragen, die zunächst jedenfalls einer sehr gründliiyc'n Untcrsuchung unterzogen Werden miiffcn. Ich bedaure auch, daß dicse Unirrsuchung nicht früher gcicheben ist. ZU rutschai- digen ist 88 nur durch drn Umstand, daß die? Kommission für Arbeitsr- statistik bis jsizt mit sehr dringenden sonstigcn Arbciicn io beschäftigt war, daß fie dazu noch nicht hat gelangen könnrn, und die Behörden imd Ministerirn nicht in der Lage? find, mit ihren Arbcitdkrästcn dir Aufgaben zu bewältigen, dic die Gewrrbkordnring ihnen zn erledigrii giebt. Es war das ja auch der chck, dsr mit der Brgründnug de'r Arbeitrrsiatiftiks - Komriiission erreicht werden sollte, da[; cine Stelle ausschließlich mit den Erhebungen beauftragt würdk, dir zu rrirdigcn dic Kräftr der Behörden nicht außrcichen, für die sir viel1€icht auch nicht immsr die greigncten Organs zur Srité haben,

Also, mcinc Herrcn, die Ardkiien der Kommission ivcrden Uns Auskunft darüber Verschaffen, ob und in welcher Form die Gesetz- gebung anf dic Hausindustrie übcrtragsn wcrdrn kann; auch üdrr iir Frag? drr Bcirirbswerkstätten. Ich stsbe nicht an, in disse! Veziebung, mcinc .Hrrren, dock) Linen wcsrntlich abweichenden Standpunkt Von drm zu nehmrn, de'n dcr sozialdemokraiiscbe .Orrr Vorredner eingcnommrn hat, nach dcsskn Auffassung dic HauSarbsit in diesen Branch?" unbedingt untrrsagt und aus dcr Welk grschafft wrrdcn muß. Ich bin drr Meinung, daß, wrmi man zu diesem Schritt übrrgingc, man auf cincr Skit? nicht viel brlfrn, auf der cmdrrn Seite ganz außcrordrntlici) viel schadsn würden Ich glaube nicbt, das; Es richtig und zutreffend ist, daßman icde'r Frau, die einige iibrigenStundrn hat, es untersagen soll, Arbriirn zu machen, die einen Beitrag zum Lkbcns- untcrbalt ihrer Familie erbringen. Mir scheint das einc grundsätzlich unmögiichr Forderung zu sein, die nebenbei _ wie ich überzeugt bin _ auch an den Tbatsachrn absolut scheitern wird.

Nun, meine Herrrn, möchte ich, da dsr Hsrr Abg. Rickert mich ganz brsondrrs darauf hingewiesen hat, noch einige Worte übrr die Koniroirn sagcn, dic dri der uns bcschäftigenden Frage recht wichtig sind: über die Frage drr Inspektion durch staatliche Organe. Man hat geglaubt, das I)ioment der Einführung wciblichcr Fabrikinipckwren für dkn Vorließendrn Fail für besrnders wichtig haltrn zu soll?"- Man kann hierüber Vrrschied€ncr Meinung skin; da[“; abkk- wcnn wir weiblichr Insprktorcn an Stelie der männlichen hätten , in dsrselben Zahl, mit denselbrn Fuaitionen- dann an den bestehenden Verhältnissen Vermuthlich auch nicht ki"? Swur anders wärs, daddn bin ich. ganz überzeugt. Ich glaube, man drsindet sich in Einem ertbum, wenn man meint, das; die Frau als Fabrikinspckwr unisr gewissen Verhältnissen besser wirken kann (1,15 ein Mann. Mrines Erachtcns ist das eine Frage der Zweckmäßißkklt- Grundsäylicl) Verbaitr ich mich gegen keine Maßregel abweisend, VZ)" der ich glaube, daß sie dem Arbeiterschuiz zu gute kommt. Für mich ist die Frage, ob ein Mann oder eine Frau das Amt eines Fabrik- inspekwrs versehen soil, wesentlich eine Frage der Zweckmäßigkeit.

Nun hat man mich auf die Erfahrungen Verwiesen, die man anderwärts gemacht hat. Meine Herren, in unserem MSM," Vaterland hat man bisher noch gar keine Erfahrungen m'lt wciblichen Fabrikinspektoren gemacht, sondern bis jetzt sind, soviel "„Ur brkannt ist, erst in einem Bundesstaat, ich glaube, zwei Steüen war:?»- licher Fabrikinspektoren in Aussicht genommen. Man wird also dort

!

“| seine Erfahrungen machen müssen. Es ist mir auch nicht be- Fannk- ob die Großherzoglich hessische Regierung und der hessische Landtag die Absicht haben, dieserr weiblichen Fabrikinspektoren dieselben Aufgaben zu geben, wie sie in der Gewerbe-Ordnung den Fabrik-

znspektoren übertragen find.

Meine Herren, die Erfahrungen, die man im Auslande mit der Sack)? gemacht hat„ sprechen doch nicht ganz unbedingt für die Ein- führung von weiblichen Fabrikinspektoren. Die amerikanischen Ver- hältnis? bin ich nicht in der Lage genügend zu übersehen, aber aus der Thatsache, daß es bis jeßt nicht mehr als 28 solcher weiblicher Fabrikinspektoren _ ich glaube, diese Zahl ist enannt worden _ giebt, gebt meiner Meinung nach nicht deutlich hervor, daß man in Amerika bereits gute Er- fahrungen damit gemacht habe. In England, meine Herren, bin ich j„ der Lage, die Verhältnisse besser zu übersehen. Ich habe gerade zum Studium dieser Frage und anderer Fragen der Fabrikinspektion eine Kommission nach England geschickt, bestehend aus einem Beamten meines Ressorts und zwei Gewerbe-Auffichtsbeamien, welche die Auf- gabe hatten, sie gründlich zu studieren, und ich bin nach einem mir vorlisgenden Bericht doch zu der Anficht gekommen, daß drr Ver- such als ein geglückter nicht angesehen werden kann. Ich will mich darüber in Einzelheiten nicbt verlieren, aber eins kann ich ohne weiteres auch England gegenüber als schlagendes Argument versichern, In der englischen Textilindustrie Werden vielleicht 4- bis 500 000 weibliche Arbeiter beschäftigt. Vier Weibliche Fabrikinspekwren erfüÜen die Aufgabe, und Von deren Thätigkeit sind Sie überzeugt, daß fie eine Besserung der Verhältnisse der einzelnen Trxtilarbeiterinnen herbeiführen könnte. Vier Weibliche Fabrikinspckioren gegen etwa ZMillion Arbeiterinnen! Da kann doch von einer Wirkung nicht die Rede sein. Also von einer guten Erfahrung, die man in England auf diesem Gebiete gemacht haben soi], kann man sicherlici) nicht sprechen, und ich bin auch auf Grund anderer Thatsachen, die zu meiner Kenntnis; gekommrn sind, der Meinung, daß der Erfolg nicht sehr groß ist.

Aber auch abgesehen Von den Erfahrungen in anderen Ländern, glaube ich, daß Verschiedene Momente dagegen sprechen, weibliche Fabrikinspektoren mit denselben Funktionen zu betrauen, wie fie in drr Gewerbeordnung Vorgesrhen sind. Der Gewerbeaufsickytsbeamie hat erstens die Aufgabe, den technischen Beztrirb zu beobachtcn, zu beurthrilen, ob die Einrichtungen, die zum Schuß der Arbritrr im technischen Sinn in der Fabrik gctroffkn sind, hinreichen oder nicht. Weiblichc Fabrikinsprktoren beute zu finden, die diese Verhältnisse richtig be- urtheilrn können, ist schwsr; wir haben sie nicht. Man müßte also doch Mnigstens jahrelang Warten, bis man rinrn Stamm weiblicher Fabrikinsprkioren oder Aspirantinnen heranbildetk, und dann Hätte man noch nicht einmal die Sichrrbsit, ob man fie? im cinzslnen Falle

Verwendrn kann. Man näbme die Verantwortung auf sich, auf- :. zumuntrrn zum Ergreifen eines Bérufs, ohne die nöthige Sich€rheit geben zu können, daß nachhsr die Verwendung folgt. Bei , den männlichen Fabrikinspektorrn liegt die Sache anders. Die nehmen wir aus den Baameisirrn, aus drn Maschineningcnieurcn, aus den Cbémikern oder anderén Berufßarten, wo sie Be. schäftigung finden, auch wenn sie nichi Fabrikinspekwren Werden. Auch dir zweite Seite drr Aufgaben der Gewerbcinspsktorcn, nämlich ) dir, eine Vermittelungsicllung zwischen dem Arbeitgrber und dem

Arbeitnehmer einzunehmen, ist meines Erachtens ein Mann besser zu erfülien in der Lage als eins Frau. Eins gebe ich Ihnen zu: ich glaube auch, daß es Fälle gikbt, wo in Fabriken beschäftigte Frauen ihre Nngelrgenbeiten und dis sie brdrückrnden Sorgen, namentlich, wenn iir sittlicher Art sind, lirber Cinrr Frau als Einem Mann an- verircmen. (Schr richtig! links.)

Drrartigr Mittbcilungen irkrdcn sii? viel lcicbtcr und vici [)Lffcr außerhalb als innerhalb dcr Fabrikräiimr bekommen. Wenn der Inspektor zum Jnspizirrrn in dir Fabrik kommt und dort herum-

;, gebt, iii es gar nicht zn crwart-In, daß die cinzrlue Ardsiierin zu dcm z' Midiicben Jnsprkwr, den Sie ins Augr gcfaßi babcn, brraustriti und idm sagt: dies und jCiiCI ist ein Mißstand und muß adgcsteiit werds". Nein, meine Herren, das kann wirklich nach mrinrr *.;7 Auffaffung nur außerhalb drr Fabrik gcschehen, nur in déi Wohnung oder auf drm Wrgs Von drr Fabrik in die Wohnung. Und ive'nn zn dicsrm Zivrkk, in xicschickt€r Weiss , deurn berangezogén und zu Vcrtraurndprrsoncn, zu Vcrmitilrrinncn * zwiichen dcn Aufficbtsbcamten und den Arbéiikrinnkn gemacht werden-

Lkscheint mir die Forderung Verniinftig, und ich bin zn dem Versuch bereit, in diesem Sinne Ihre Wünsche zu erfülirn. ' Das ist aber etwas ganz Anderes, ais wrnn tnaiiwribliciyrFadrik- knipektorcn anstellt. Ich glaube, aus manchen Ausführnngcn der Hirrrn, namentlich auch aus drn Ausführungen des Hrrrn Profcsiors HWS, beraußgebört zu Habrn, daß rr fich dicsem Gedankcn auch zu- ULiJ't- Er hat fich ja auch virl Von der freiwiliigc'n Hilfe in dicsrr Beziehung versprochen. Und ich glaube in der That, das; in dicser B'eiié'iiung dic freiwiliige Hilfc séhr Viki [Listen kann, frriwiÜigc Hilfe, die sich dem Fabrikinspckior mit ibrcn Mittheiimtgrn znr Vcrfügung Wld ihn aufmerksam macht auf dieses und jcncs, was nicht richtig, nicbt LUX tft, und was geändert werden muß. Mrinc Herren, ich habe _Ubiolut keins Abneigung gcgcn einc Mitwirkung weiblichc'r Elemente "_1 dikskn Fragen; ich halte es absr für unrichtig, sic in die Stellung Links Fabrikinspektvrs zu bringi'n. , Ick will in diescr Bczishung nur daranf auftnrrksam machcn, daf; MZ dann in vielen Fabriken zwei GLiverbc-Auffichtsbcatirte haben TURM; drnndvir [)aden ksine Fabrik, ivenigstcns nur schr wsnige- ao ausicbiirßltch Jrattkn tbätig find, in drn meisten Fällcn ivrrdrn "ck Mannrr beschaftigt sein. Wir wrrdrn immer Männer branchen le'Fkäg? dcr Beurtheilung dcr Maschincn, ihrer Grfäbrlickykcit und a" lck21: Dinge; also enibebrén könncn wir sic nir. Mir ersckocint cs Uli) bedenklich, den vielen inspiziércnden Bcamtrn einan neuen hinzu- Ffugcn: dem männlichen Gewerbcinspckwr, dem Brauftragtrn der akßkusiigenossenyschaft, dcm Kcffclrcvisor. Ick bin übcrzeugt davdn, Wennww nichi im Jntrreffe unsrrrr Weiblichen Arbeitsr handeln würdkn, Frau wir die Fabrikaufficht, wie sie die Gewerbeordnung will, mäßjen 'ubertragen wurden. „Wohl aber gebe ich zu, daß es sehr zweck- Litergj ist, We'nn der Fabrtkmspcktor in seiner Fürsorge für die Ar- bedie YUM- die “er haben soll und muß, sich des weiblichen Eicments " , namentlich außerhalb der Fabrik; dort kann es wirklich nüiz- sein und helfen. PrinziIiYiaeJlst, wie bereits gesagt, von meinem Standpunkt aus keine gefaßt *? FMI? _ von anderer Steile wird sie vielleicht so auf- Frau als, Von „meinem Standpunkt ist die Frage," ob Mann oder ' Fabrikmspektor besser sei, keine prinzipielle Frage, sondern

eine Frage der Zweckmäßigkeit, und wenn man mir die Beweise führt, daß trieine Auffassungen unrichtig find, wenn man mir beweist, daß sich die Einrichtung Weiblicher Fabrikinspektoren doch empfiehlt, und ich'mtch diesen Beweisen fügen muß, dann bin ich gern bereit, von meinem Standpunkte zurückzutreten, sonst aber nicht.

Nun, meine Herren, komme ich nochmals kurz auf die Haupt- frage zurück, die die Debatte stellt. Ich glaube, wie gesagt, nicht, daß die Geseßgebung uns aus der Kalamität, wie sie hier Vorliegt, wenn sie 'auch Manches beffern kann, wird retten können. Es ist von alien Seiten betont morden, daß wesentlich die Großunternehmer diejenigen sind, die mitwirken müssen, um die Verhältnisse zu verbessern.

,Ich darf es doch nicht unterlassen, zu bemerken, daß sie allein wenig erreichen können. Der Herr Abg. Rickert hat gesagt, er glaube drich, man müffe sehr vorsichtig bei der Veurtheiiung dieser Dinge sein; es liege nicht Alles so klar, wie man glaube, und darin bat er wohl Recht. Wenn er aber Bemerkungen einig-Ir Fabrikanten hier vorgetragen hat, nach denrn die Arbritslöhne der bei ihnen beschäftigten Arbeiter nicht so gering seien, wie man sie aligemeinichildere, so glaube ich, daß das die Sache nicht trifft, denn diese Arbeiterinnen sind Fabrikarbeiterinnen. (Zwischenruf links.) Ja, ich glaube doch, man kann nicht sagen „zum tbeil'; denn er hat Uns gesagt, die be- treffenden Herren ihrilen mit, daß die bei ihnen beschäftigten Näherinnen so viel, der Bügler so viel und andere so viel bekommen. Da muß ich an- nehmen, daß es sich hier nur um die von den betreffenden Unter- nehmrrn in ihren eigenen Betriebsstätten beschästigten Arbeiterinnen handelt. Das ist ja das Leidige an der Frage, daß der größere und der schlimmere Theil der uns hier beschäftigenden Frage die Arbeitrrinnen betrifft, die nicht in dén großen Betriebsstätten der Unternehmer, sondern in den kleineren Werkstätten der Zwischenmeister und in der Hausindustrie beschäftigt find. Jeßt liegt die Sache ja doch so, daß drr Zwiscbcnmeister eine ganz bedeutsnde Nokia spielt. Ich glaube, man wird die Zahl drr in Bsrlin und den Vororten vorhandenen Zwischenmeister nicht zu hoch mit etwa 9- bis 10000 veranschlagen. Das sind dirienigrn Pcrsonen, die den großen Konfektionären die Ge- schäfte Vermittein, und ich bin nach Lage der Entwickelung dieser Industrie zweifelhaft, ob es möglich sein wird, dirs System des Zwischennuternehmers zu derlaffsn _ die Untersuchung, die angestellt wrrden soil, wird ja mehr Licht Verbreiten. Ein Uebelstand liegt jedenfaiis in dissem Zwischenmeistersystem, daß nämlich der Großunternehmer sagt: ja, Was wollt ihr dsnn von mir“.) Ich zahls mcincm Zwischenmeistcr ganz ansiändigr Löhne; wie drr nun die Andern, die er beschäftigt, bezahlt, das geht mich gar nichts an. Ich kontrahirre überhaupt nur mit diesem Zwisch€ntneister. Dem Zwischen- meistkr ist nun nicht beizukommen. Der Großuntsrnehmer kümmert sich nicht darum, in welchem VrrHältniß er dir Lrute lohnt, und so schiebt ciner dis Schuld dcr Situation auf den andern, und es ist schr schwer, die Steile ausfindig zu machen, Von der man sagen kann, daß sie: in ungerechtfertigtcr Wrise die Löhne der Arbriter drückt. Es giebt ja zweifellos eins ganze Anzahl Großunternehmer, die sofort dcreit find, höhere Löhne zu zahlen, als sie heute zahlen; es giebt ja gewiß auch eins ganze Anzahl Zwischenmrister, die dazu bereit sind, (1er der Uedelstand liegt bier daran, daß es gar nicht hilft, wenn drei, vier oder fünf fich drreit er- crklären, die Löhne zu erhöhen, wenn die anderkn nicht mitibun, Grradc so ist es mit dsn Zwischenmeistern. Nack) meiner vorläufigen Meinung _ ich muß mir ein definitides Urtbeil Vorbehalten _ giebt es in der Sach€ kein anderes Mittrl, als daß die Großunternehmer s1ch untcrcinandrr bei hohen Kondrntionalstrafen vérpflichten, keinem Zwisckxnmkistcr Arbrit zu grbcn, der sich sc'inersrits nicht Verpflichtrt, Linen brstimmten Prozcntsaiz des ihm gszablfen PrLiscs als Lohn scinrn Arbciiern zu geben. Ob das ausführbar ist und wir, kann ich Heute nicht iagrn. Bis jetzt abcr glaube ich, ist das der Sinzig? Wrg, dcr na Lago dcr Dings grgrnüber dcr Lobnfrage überhaupt gangbar ist. Und wrnn man zu der Usberzrugung kommt, daß diesrr WSJ richtig und ausführbar ist, dann alierdings muß mrincs Erachisns mit Vollrm Druck darauf hingrarbeitet wrrdrn, das; dir Großuntrrnrbmcr und Zwisckyrnméisier fich cincr s0ichcn Bcrrinbarung fÜxiM, _ nicht bloß die wrnigen gui Griimiicn, sondrrn die groß? Mcbrbcit. Ein geseylichcs Mittel, das 311 Erzirlcn, strHt uns zur Zeit nicht zur Hand. Librr ich bin drr An- ficht, daß, wenn dir öffsntliche *.).iiriiirxng, rbcnso wic heutr drr Rrichs- tag, iich iibcr die! Frage ausspricht, cin soich8r Druck auf die Unter- ncdmer nicht 0icknc Wirkung blcibt. Wir Habrn LI schon oft erlrbi, das; lcdiglici; die Stimmung drr öffentlickycn Meinung dcm Strikr zum Sicgr vcrbolsrn [Mi, in Fälle'n, wo dc'r Strike ebrns bcgründci war, wir cr rs in dicscm Falls mrincs Erachtens ist. Deshalb glaubs ich, daß die' [)eutigr Bci'prcchung dc'r Interpellation, dic die Hrrrrn uns gsdracht habsn, don außerordentlichrm Nußen sein wird. Ich meine, das; die Aussprache drs Reichstags in ailcn feinen Partricn dazu fiibron wird, auch außerhalb dirscs Hausrs dic öffrnt- liche Meinung dahin zu gcstalicn, daß sie auf das cntscbiedensir dafür eintritt, daß die lintcrnebmcr fich brrrit crklärrn, Mittc'l und Wege zu suchrn und fich gcgrnscitig zu solchcn Mitteln und chrn zu der- pflichtrn, um den Nothständcn, die so kraß zu Tage liegen, abzuhelfen, Und ich ziehe nicht nur aus meiner Stkllung überhaupt, sondern auch aus dcr Bcbandlung, dic dicse Frage im Rcichstag gefunden bat, die Legitimation, cinen moralischcn Druck, soweit ich dazu in der Lage? bin, in der Von mir geschildertcn Richtung auszuüben. (Brady!)

„_ Abg. Zimmerman 11 (iiicf.-P.): Befrcmdlicl) ist es, daß Herr Fiichcr dcn Nationalliberalen Vorwürfe machte; cs sollte doch übrr cinrn) brkcbrten Sünder mehr Frrudr herrschen, als iiber einen G6- rccbtrn. Dic Nationallibrralcn gehörcn doch 14 den Bckehrten. Die manchcstcrlichcn Nationalliberalen find die »ebrmeisier der Sozial- drmokratcn grwesrn. Die mancbrsirrlichsn Jdcen hätten aber keinrn Eindruck gemacht, wcnn wir nicht mitten im deutschrn Lande einen fremden Stamm hätten, der im Widerspruch steht zum dcutschrn Geiste; diefer Stamm bat die Freiheit mißbraucht. Die iiebrn Mitbürgcr Éüdischrr Konfession ba en die schimmsten Uebclstiinde auf dem cbict der Konfektion berbcigefübrt. Aus Dresdcn [csc ich, das; die Firmen Levy. Saurier, Levysohn aÜr Vrrcinbarungcn abgelrbnt haben. Wie kommt es denn, daß die svzialdcmokratistbc Prxffe so wimmelt von Anzrigen der billigcn Bazare? Die billigrn Laden wcrden den Arbeitern empfohlen; aber diese Geschäfte sind cs, die derYLobn drücken. Diese Geschäfte leben in guten Beziehungen zu drr Sozialdemokratie. Da muß man ck erinnern an Engels, der gemeint bat: Wenn der Kapitalismus den reaktionären Mittelstand vvrnichtci, dann thut er sein? PfliÖt, mag er nun beschnitten sein oder nicht, mag er icmiiisck) oder arisck) sein. AllgParteien sind einig, das; etwas geschehen muß, aber Von den Sozialdemokraten hat man krinen Vorschlag gehört, als den Umsturz drr Gesclls aftsordnung, und dabei hat die Partei einen genauen Kenner der onfektion in Hrrrn Singer. Mit den Betrieböwerkstätten

in ihre Hände zu bekommen. Der Kampf gegen die wi meister wird nicht vermieden werden kömzen. Der größte Tbeildies er wi weiß:: ist allerdinÖs Anhänger der Sozialdemokratie. Die Hausindusttie muß mit m den _ ereicb der Arberterschußgeseßgebung ezogen werden. Das um tx lan am und schonend geschehen, amit es nicht mehr Un eil, als u en schafft. Allerdings werden die Unter- nehmer dabei ihre P icht thun en; aber an die jüdischen Unterqehmer wird die „Mahnung wob vergeblich ergehen; sie wer- den kem „christliches Gefuhi baden. Ich möchte dabei Verwahrung dagegen einlegen, daß _allem die Sozialdemokratie die be ten Arbeits- bedmgungen szbaffen wrll. Was geschaffen worden, it ohne oder Ygen die Stimmen der Sozialdemokraten geschaffen. Wenn die

rbeitermnen sjsich bloß auf die Sozialdemokraten verlassen, dann sind sie verla en. Das Judentbum ist eine Zerseßung der seibsistandigen, Elemente, deshalb besteht ein Zusammenhang mit der Sdziaidemokratie. Durch die Zersetzung wird ihnen ja das Material „fur ihre Massenbewegung zugeführt. Deshalb Wollen sie keine Versobnyng, sondern die Revolution.

Abg. reiberr von Zeyl: Ich könnte mich damit begnü en, was ,der mister von *„erlepsch dar elegt hat: daß die weibliZen Fabrikmspektoren zbre Tbattgkeit außerßalb der Fabrik ausüben so en. Unser Antrag sinicht mehr gls unsere Interpellation dafür, daß die beklagten "Mißstande durch die Geseßgebung beseitigt werden können. Im Namen _der Jnterpellanten danke ich dem Staatssekretär, daß er ihr; VorschlaJe so wohlwoliend aufgenommen hat. Wir sind darüber etxng, daß smc neue quuSte nicht mehr nothwendig ist; davon wird sich auch Herr Rickert üderzeugen. Wir müssen geseßgeberische Maßregein „sofort rrgretfen. Durch die Betriebswerkstättten werden die Ardeiterinnen nicht erst der Sozialdemokratie zu eführt werden, das wins; Jsder, der sich uber die sozialdemokratischen ersammlungen iinterrxcbtet hat. Aus .der En7u0ie geht hervor, daß die Damenarbeit m Dusseldorf so stark gewe en ist, daß die Löhne um 20-30 %; heruntergegangen sind, und zwar ist die Arbeit nicht an enommen, um den Lebensunterlzalt zu gewinnen, sondern um dem u us und der Pußsucht zu frohnen. Die Damen, Welche unsere erhand- lungen [Zsen,_ soklten daran denken, daß fie durch diese Arbeit den armen Nahermnen Konkurrenz machen. Die Unterbeamten der Privat- babnrn werden, so schlrcht bezahlt, daß ihre Frauen und Kinder sich an dieser Arbeit betheftligen. Wir wollen die Enqukzte nicht anregen, weil ww das Material genügend haben. Wir wünschen, daß der A_nirag thuniicbsdbald «ngenommen wird. Wenn Herr Fischer sicb rubmts, daß er,dte Arbertersrbußgeseßgebun ab elebnt hat, so hat er dergeffrn, daß diese „Geskße' mcht gedient ha en ?ür die Hausindustrie. Auf_ diese, sollen die Bestimmungen nicht ausgedehnt werden. Der Strike Wird. den'Arbeiiern nichts helfen; dadur kann dem Arbeit- gebersta'nd nicht imponiert werden. Ueber das cbweizer Arbeiter- sekreiariat Habs ich mrch unterrichtet durch Mittheilungen eines Schweizer Gelehrten. Auf dem sozialistischen Kongreß in Bern isi die Verstaatlichung der Pryduktronßmitiel in einem Antrage Verworfen worden, und *es _tst daher festgestellt worden, daß 80 0/0 der S weizer Sozialisten'Kapi'talisten sind, weichk ihre eigenen Genossen aus enten, besonders dte'Backer u. s. w.

Abg. F1s„cher (Soz.) suchi die Vorwürfe egen diE Sozial- drmokraiie zuruckzuweisen ,und stellt wieder die Be auptung auf, daß die Soztalrrform ohne die Sozialdemokratie nicht gekommen wäre. Es sci komiich, daß man jrxzt wieder dis soziale Fahne schwin e, nachdem nian mehrere Jahre hinter einander zur Ruhe emabnt haße. Die „iveiblichen Jnipektoren Hätten fich bewährt, und e würden sich auch in Berlin bewahren, woxes sich um sittliche Beziehungen handele.

Abg. Dr. «Hitze (Zentr.):' Die Sozialdemokrairn Haben recht oft gereist, aher warum Haben Sie denn nicht auf die Enquöte Von 1887 zuriickgegriffen? Mit dern allein ist es nicht gemacht.

'Nach einigen persönlichen Bemerkungen wird die Dis- kussion gejchiyffen.

Damri ist die Interpellation erledigt. Schluß 51/4"U_[)r. Nächste Sißung Donnerstag 1 Uhr. (Etat des Auswartigen Amts.)

würde es den Sozialdemokraten erleichtert werden, die OYise-üm

_ Nr.? dsr,VeröffentlichungendesKaiserlicbenGesund- l)ch1tsamts*, vom 1?-. Zrbruar, hat folgrnden Inhalt: Gesund- hritsstand und Gang der„57 olkskrankbeitcn. _ ritweilige Maßregeln gcgrn ansteckrndc Krankbmtcn. _ Drsxgl. gegen rst. _ Geseßgebung ";ck-w'- (Preußen.) Physikatßprüfung. _ _ ( amburg). Arzneitaxe LZertchtigung). _ (Frxmkrerch) Serianitätspolizei-Reglement. _ (Zrumantrn) Nahrungsmtitel und Getränks. (SMW) _ Gang der Thierseuchen im Déiitschrii Reich, Januar. _ eSgl. in Ungarn. 4xVicrtcl1ahZ _'Z€1tipélli e Maßregeln grgrn Tbierseuckpen. (Preuß. Iikg-Bcz. Strtim, Hildes eim, Oesterreich). _ Vcrhandlungcn von grseßgcbenden Korperschaitkn, Vereinen Kongrcffen u. s. w. (Preußen), _StaatßhaUSHalts-Etat 1896/97. _ (Rußland.) Jrnnkrfeier. _ Ge- ick)_enkltstr. _ Wocheniadelle über die Stérbkfälle in deutschen Orten mri 40000 und mehr Einwohnern. _ DeSgl. in größeren Städten dsns Auslandrs. _ Erkrankungen in Krankenhäusern deutscher Groß- stadte. _ Dcsgl. in deutschen Stadi- und Landbezirken._ Witterung.

Statistik und Volkswirthschast.

Groß- und Kleingrizndbesi und die gegenwärtige A'grarkrisis in eutschland.

DST, durcb srme Forschungen auf dem Gebiet der deut chen AZrarstatiittk „ebenso wie durch sein warmes Interesse und er- siandntß fur dt_e deutsche Landwiribschast rühmlich bekannte National- okonom Profesior J. Conrad, tn Zalie hat sich ncuerdings veranlaßt gesehen, bssondcrs' schgrf die erschiedknhrit der Stellung des Großgrundbrsiizcs crnerieits iind des K*[ringrundbc'fi cs andererseits zur gcgrnwartigen Agrarkrisis tn Deutschland zu etonsn. Erster Supplcsmcntband zum Handwörterbuch der Staatswiscns aften. Aritkrl: ,Agrarkrifis 111 Deutschland“.) Er hat dabei den Begriff „Giztsbesiizer“ dem Begriff .Baurr“ ohne nahere Definition gegenübcrgsstrüt, im aligemeinen aber br reift er tinter crsteren, wie es schrint, die anabcr von Landwirtbs afts- betriehen von 100 im und darüber _ also die in feinen bisher agrar- stattsiiscben Studien über die Ostprovinzen früher als „Großgrund- bestizer" bezeichneten Landwirthc _, wäbrrnd Lr unter Bauern alle Betriebßmhaber unter 100 1121 versteht, also hier Von der früher von ihm bezuglich drr Ostprovmzcn für nöthig gehaltenen Unterscheidung zwischen dcr] ,ergentlicbrn Bauern“ von 10 bis 100118, und den Kleinbesiyerri unier 10 ]]Q absiebt. Es ist dies besonders hervor- zuhebeii, weil die„in Nachstehendem wiedergegebenen Ausführungen Cdirrad's, namxniltch bézizgltcb der „eigentlichen Bauern" in obigem Sinne und bezuglich der industriearmen, minder bevölkerten Gebiete drr Ostprovinzen, manchen berechtigten Einwendun en begegnen durften, _ chn auch tro dem das Urtbeil gerade die es National- okonomcxr Anspruch auf 173 e Würdigung seitens der Praktiker zu machJ Citi Recht hat.

' er_ Hauptgrund der Krifis: der Rückgang der Getreide rei m Verbiydung mit dem Schwinden der WoW, Spiritus- iind dsc? Zuckerpreisc,sergiebtfnach Conrad schon einen Anhalt, wesbaib der auer Wenigrr gelitten, habe als der große Grundbefißer. Der Schwerpunkt der bauerltchcn' Produktion liege gan besonders heute in der Aufzu „t von'Vicl), welche im grcÉen Ganxen praktischer Durch ubrungimmer noch entsprechende entabilitat eige. Dazu kdmme, daß die Crböbupg der Löhne, noch ve tärkt durch die Kosten der sozialpolitischen Gesevgebung wiederum in rveit starkerem Ma e den Großgrundbesiß als den kleinen treffe;_ Je,größer der rozenrfa sei, den der Bauer mit feiner Fam1l1e vonvder nöthtgen Arbeits eiltung selbst :a bestreiten vermöge- um so wxniger werde,er durcb de Lohnverbältniffe, die Arbeiters noi!) :c. berubrt; Schließlich seien für den „klein en , einxachen Mann“ alle Lebensbedarfniffe m den leßten beiden De ennien b ili er geworden, während der Unterhalt der „gebildeten Kla e“ mit i ren geistigen