1896 / 44 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 19 Feb 1896 18:00:01 GMT) scan diff

„Die vereinigben Aussxbüffe des Bundesmths für Zoll-

nd Steuerwesen und r Elsaß-Lothringen, sowie die ver-

einigten Ausschüsse für oll: und Steuerwesen und für Handel amd Verkehr hielten ,heute Sißungen.

In der Ersten und Zweiten Beilage zur heutigen Nummer des „R.- u. St.-Anz.“ wird eine vom 13. d. M. datierte Bekanntmachung des inanz-Ministers, betreffend die Aus- führunx desStempel teuergeseves vom 31. Juli 1895, veröffent' zx Diese Bekanntmachun welch? die vorzugsweise für das Pu blikum in Betracht kommen en Besttmmungen enthält, wird auch in den Regierungs-Amtsblättern publiziert werden. Die für die Behörden in Betracht kommenden Dienktvor- ;_chriften, betrefxend die Ausführung des Stempelsteuerge eyes md in einem esonderen ThUl enthalten, welcher demnächt mit der Bekanntmachun? im „Zentralblatt der Ab aben- Geseßgebung und WWW tung in den Königlich preu ischen Staaten“ zur Veröfßentlichung gelangen soll. _

Außerdem wer en noch besondere Abdrücke an efertrgt wcrden, enthaltend das Stempelsteuergeseß vom 31. Ju i 1895, die Bekanntmachung und die Dienstvorschriften zur Aus "h_rung desselben sowie die angemeine Verfügung des inanz: imsters und desIustiz-Ministers, betreffend das gerichtli e Stempelwesen. Diese Abdrücke können von allen aupt:Steuer- und Haupt- Zouöämtern gegen Zahlung des ersteUungSprcises bezogen wer en.

Baden.

Der „KarlSruher Zeitung“ zufolge lei_dct SeincKöni liche Zoheif der Großherzog _an emer xinsetti en neuralgtchen ffektion des Kopfes, befindet stch jedoch ereits auf dem Wege der Besserung. Der Großherzog nimmt täglich die regelmäßigen Vorträge entgegen.

Vraunsrhtveig.

Bei Ihren Königlichen Hoheiten dem Prinzen und der Prinzessin Albrecht von Preyßen fand am Dienstag im ResidctYSchloffe Zu Braunschwetg ein Hofball statt, zu dem ca. 0 Einla ungen er angcn waren. Ihre Durch- lauchten der rinz und die TZHrin essin Friedrichpon Sachsen-Me ningen waren Gäte Ihrer Königlt en Yoheiten und na?men an dem Hofba theil, auch waren er

öniglich reu_ßi che außerordentliche Gesandte und bevoll- mächtigte initer von Bülow und (Gemahlin geladen.

Elsaß-Lothringen.

Der nunmehr dem Landesausschuß zugegangene Ent- wurf eines Geseßes, betreffend dte Wahlen_der Mitglieder der Be irkSvertretungen und der Kretsvertrctungen, enthält olgende Bestimmungen:

§ ]. Die Wahl der Mitglieder der Bezirksvertretungen und der Kreiswertretungen findet gemeindeweise stalt. Wablberechtigt_ist, Wer das Wahlrecht für den Gemeinderath beßßt. _Wählbar Lst jeder Reichßangebörige, welcher das 25. Lebensja r zuruckgelegt hat und im Bezirk oder Kreis zu einer direkten Staatssteuer veranlagt ist, sofern nicht Umstände gegen ihn vorliegen, wcklche nach § 30 Abs. 3 der Gemeindeordnung vom 6. Juni 1895 das Wahlrecht für den Gemeinde- ratb ausschlie_ßkn. § 2. Mitglieder der Bezirks- und Kreisvertretungcn können nicht ein: 1) die Bezirks-éräfidcnten und die Kreis-Direktoren, sowie die bei diesen Behörden ange leuten Beamten; 2) die Beamten der Landesbauverwaltungen; 3) die Beamten der Zoll- und Steuerver- waltung; 4 die Beamten der Forstverwaltung; 5) die Amtsrichter; 6) die tm mt be ublichen Religionsdiener und die Lehrer an öffent- lichen Elementars ulen; 7) die Polizeibeamtxn und die Gendarmkn; 8) die Archivbeamten bei dkn BezirkSarchtven und die Wai en- Inspektoren; 9) die aus BezirkSmatfeln bezahltsn Beamten und n- gesteüten mit AuSnabme der Kantonal-Aerzte und Kantonal-Thierärzte; 10) die Militärpersonen des Frixdensstandes 38 des Reichs- Militärgeseßes Vom 2. Mai 1874) M11 Apsnabme der Militärbeamten.

3. Niemand kann gleichzeitig Mttthxd mehrerer Bezirks- oder reiSVertretungen oder in derselben * eztrks- _bezw. Kreiswertretung Mitglied für meHrLre Kantone sein. Der mehrfach Gewählte ist yon dem Bezirks-Präfidenten zu einer Erkläryng darüber aufzufordern, welche Wahl er annehmen will. Eine Erklarung unter Vorbehalt oder eine nach den vorstehenden Bestimmungen _unzulässise Annahmeerklä- run?, sowie das Ausbleiben der Erklärung bxnnen einer Woche, Von der FU ellung der Auffcrderung des Bezirks-Prafidentcn ab, gilt als Ab- ebnung. § 4. Mitglieder der Bezirks- und Kreiswertretungen scheiden, wenn nach der Wahl infolge des Verlustks der Reichsangebörigkeit oder des Eintritts eines der im § 30 Abs. 3 der Gemeindeordnung bezeichneten Ausschlie ungsgründe ihre Wählbarkeit erlischt, aus den Vertretun en aus. 5. Die auf die Wahl der Mitglieder des Ge- meinderat s bezügli en Bestimmungen der §§ 32-39, 42 und 70 der Gemeindeordnung finden auf die Wahlen zu den Bezirks- und Kreisvertretungen mit folgenden Maßgaben entsprcchende Anwendung: 1) der Tag der Wahl wird von dem Bezirks-Präfidenten festgeseyt; 2) eine Eintbeilung der Gemeinde in Wablbeznke findet nicht statt; 3) die Feststellungd des Wahlergebnisses für den ganzen Kanton Erfolgt am Hauptort es KantonsZ 4) zur Erhebung von Ein- sprücben gegen die (Gültigkeit einer Wahl, sowie von (Ein- rüchxn gegen das Recht zur Bekleidung der Stelle eines tgltedes der Bezirks- und Kreisvertretungen auf Grund der §§ 2 und 4 dieses Gesexes ist jeder Wahlberechtigte des Kantons, in welchem die Wahl tattgefunden hat, sowie der Bezirks- Präsident befugt. Der Einspruch eines Wahlberechtigten ist bei dem Beztrks-Präsidenten einzureichen. § 6. Im Falle der Erledigung von Stellen in dea Bezirks- und Kreisvertretungen find die erforderlichen Erfaywabky, soweit angängig, vor Beginn der sten ordentlichen Sißun spertode der Bezirks- oder Kretsta e vorzune men. § 7 hebt die die?em Geseß entgegenstehenden Bors riften auf und führt die einzelnen auKer Kraft tretenden Geskßesbestimmungen an. Insbesondere kommt die nvereinbarkeit der gleichzeitigen Mitgliedschaft zum Bezirks- tag und zum Kreistag in Wegfall.

Oesterreich-Uttgaru.

Gestern Na mittag fand in Wien die feierliche Bei- seßung des ver o_rbetzen Oberft-Hofmeisters Prinzen zu Yohenlohe-Schtlsrngsfürst statt. Eine Abtheilung

r_uppen unter dem Befehl des Prinzen Joseph u Windisch- gra? gab_ dem_Verstorbenen das Ehren eleit. n der Kar- mel ter-Ktrche, m welcher die feierliche inse nung stattfand, waren anwesend: der Kaiser Fran o eph, die Erz- h:erzoge_Ot1o, Ludwig Victor, Zo e erdinand und Frtedrtch, der Herzog von Cumber and, der „Herzog Ernst Günther zu Schleswi : olstein, der_ d_eutsche_ Retchskanzler Fürst zu „Zo enlohe- Sch1lltngsfurst, der deutsche Botschafter in Wien, Graf u Eulenburg, Lehterer als Vertreter des DeutscZen Kaisers, der bayerische Gesandte Freiherr von

odewils als Vertreter des Prinz-Regenten von

ayern, der sächßsche Gesandte Graf von Wallwitz, Graf Golu_ owsk , Graf Badeni, Baron Kalkar) und andere Mimter, der Kardinal-Fürst-Erzbiscbof Gruscha und der Nuntius Agliardi. Von der Karmeliter-Kirche bewegte sich der imposante Leichenzug na der Votiv-Kirche, wo Ehren- Flven abge eben wurden, und h erauf nach dem Währinger

rts iedho. Zn der gestrigen S_Munk; des Eisenbahnausschusses verst erte der Eisenbahn: ni ter Freiherr von Guttenberg, daß er den Wünschen der Bevö kerung ohne Unterschied der Nationalität stets Wohlwollen entge enbringen werde; er hoffe demnächst wichtige Vorlagen in etreÉ des Ausbaues des Eisenbahnneßes behufs Ergänzung der Xport- und Import- Verkebrslinien vorzuleJen, falls das r ament die geplante Aufnahme des Jnvestit ons-Fonds gene mige.

_ Mitglieder des vor emiger Zeit von dem ungarischen Mtntsterium des Innern aufgelösten rumänischen Exekutiv-Comités haben in der zu Hermannstadt er- scheinenden „Tribuna“ einen Aufruf verö entlicht, worin sie erklären, daß sie nach wie vor auf dem asfivitätSprogramm vom Jahre 1881 verharren. Dieser Aufruf wird in Budapest als Beweis für die vollzogene Spaltung zwischen einem Theil der unversöhnlichen Rumänen in Siebenbürgen und den süd- u_ngarischen Rumänen anHesehen, welch leßtere zur Bildung _9_me__r gemäßigten rumän schen Partei Boden zu gewinnen

re en.

Großbritannien und Irland.

In der gestrigen SiZunq des Unterhaufes erklärte der Staatssekretär der Kolonien Chamberlain: nach den neuesten Nachrichten_ seien 21 Mann der Streitkräfte Jameson's in dem Gefecht bet Krügersdorf getödtet worden oder später gestorben; 46 Mann seien theils krank, theils verwundet in das Hospital gebracht_ worden. Ueber den Verlust der

ürgertruppen liege keine offizielle Mittheilung vor. Der Parlamenis-Sekretär des Auswärtigen Curzon er- widerte auf eine Anfrage, es sei nicht hcabfichtigt, die Schriftstücke und den Schriftwechsel über das jüngste zwischen Siam und Frankreich getro ene Abkommen vorzulegen. Ferner theiltc Curzon mit: 1 russische Matrosen seien am 10. d. in Chemulpo gelandet und nach Söul abgegangen. Der_ König von Korea habe fich am 11. d. M. in die russtsche Gesandtschaft geflüchtet. Eine britische Truppen- abtheilung, deren Zahl er nicht kenne, sei auf Wunsch des britischen Konsuls zum Schch der britischen Gesandtschaft später e: landet worden. Als Grund für das Vorgehen des Königs wer 8 dj_e politische Lage in Söul sowie das Bestehen einer Gefahr fur den König und deffen Familie anqe eben. Er (Curzon) habe keinen Grund zu glauben, daß es fr um eine Occupation seitens Rußlands handele. Der russtschen Regierung würden keine VorsteÜungen in dieser Hinsicht gemacht werden. Im weiteren Verlauf der Sißung nahm das Haus die Adresse an.

_ Die trische Partei des Unterbauses wählte gestern Dtllon mit 38 gegen 21 Stimmen zum Präsidenten.

Frankreich.

Der Minister:Präs1dent Bourgeois erklärte vorgestern bei dem Empfange einer Abordnung von Deputierten der äußersten Linken, er wünsche 'eßt nicht interpelliert zu werden; er ziehe es vor, die (Entschließung des Senats abzuwarten. _ In einem estern im Elyséc abgehaltenen Ministerrath wurde, dem . T. V.“ ufolgc, die politische Lage besprochen und die laufenden (Hos äftc erledigt.

Spanien.

_ Der Madrider „Zerald“ bcrichtct, der Gesandte der Ver- cimgtcn Staatsn in adrid Taylor habe an die Regierung _cine formell gehaltene Note gerichtet, worin er Aufklärungen m Bctreff eines Vortrags erbitte, welchen der Kommandant der Karavelle „Santa Maria“ Concas in dcr (Geographischen (Hescllschaft über die Eindrücke während seines Aufenthalts in den Vereinigten Staaten gehalten habs.

Türkei.

Wie die „Politische Korrespondknz“ aus Konstantinopel erfährt, wird s1ch der Sultan bei der Krönung des Kaisers von Rußland durch eine Mission von drei Abgesandten, an deren Spißc cin Marschal] stehen wird, vertreten lassen.

Serbien.

Die Skupschtina nahm gestern einen Regierungsantrag an, betreffend die Regelung der N0tcnau5gabe der Naxionalbank im Anschluß an den Z 11 des Statuts der Nattonalbank,welcher im Jahre 1893 dahin mterprctiertwurde, daß die sogenannten Silbernoten nicbt auf Gold und Silber zugleich, sondern auf die ausschließliche Silbergrundlage hin aUSge eben seien. Nach der nunmehr berichtigten Interpretation wir die Nationalbank Silbernoten und Goldnoten mit getrennter Silber- bezw. Golddkckung aUSgeben. Die Nationalbank kann fortan den weieinhalbfachen Betrag an Noten außgsben, welche einerseits urch eine Golddeckqng, aydererscits durch eine Gold: und Silbergrundla e gesrchert ;md. Für die Goldnotcn ist eine Dreiviertel-Go ddeckung er orderlich. Die SilbernotenauSgabe darf 25 Millionen Franks nicht Überschreiten. Sowohl der Minister -Präfident Novakomic wie der Finanzausschuß erklärten die angenommene Maßregel [_ür eine provisorische, bis einmal eine allemige Goldnotenausga e möglich sem werde.

Schweden und Nouvegen.

Das ordentliche norwegische Heeresbudaet für das Jahr 1895/96 beträgt, wie die „190er 11111133er 1168191113“ mittheilt, in AuSgabe 8540400 Kron. (1 Krone = 1,121/2 „FH), in Einnahme 70000 Kron. Das ordent- liche Marinebudget für denselben Zeitraum weit an Aus- aben 2993656 Kron, an Einnahmsn 120000 ron. auf. azu kommen an außerordentlich bewilligten Aus- gaben für das Heer 3369300 und für das Küsten- vertheidigungSWesen und die Flotte 11925400 Kron.

Amerika.

Der Präsident Cleve'land hat, wie „W. T. B.“ aus Washington erfährt, dem Kongreß den Notenwechsel mit der deut chen RegierunÉ über die Ausschließung der amerikanis en Verstcherunßs- esellschaften vor elegt.

Aus Havanna wir berichtet, die ?nkur enten hätten eine 10 ](m von Havanna belegene Eisenba n tat on in Brand gesteckt. - Eine in Madrid eingetroffene Depesche des Generals

Weyler bestätigt die Nachri 1, daß es Maceo" ck. 5

die s anische Linie in der M tun nach Osten u en sei,“-_ Zkach einer Meldung_ cdj_eyÉeAxxzenzia Stefaniz“ akxexkthm ' e

Janeiro hat der italien sandte MaglianoaufG

der ihm von der italienis en Regierung ert eilten Instruktio

bereits 32 Reklamationen geregelt, we che die brasiliani?ten “Regierung purch Zahlung vox) 335 Contos Reis befriedikbe Auch bezuglrch der aus persönltchen Beleidi ungen herrührgte' den und dte ttali_enischen Nnsiedler betreffen en Reklamationen: ist eine billige Losung gefunden worden. en

Afrika.

Aus_ Massonzah erfährt die „Agenzia Stefani“, daß d' tele raxhtsche Verbmdung mit dem Operationskorps, welch“ na laygercr Unterbrechun vorgestern Nachmitta für ku e Zeit mteder erZesteUt gewe en, aufs neue unterßrochen _r_z_e

me Depef 6 es Generals Baratieri aus Sanriat Vom' 17. d. M. melde, daß Nas Sebat und Ras Agos in der Nacht des 14. Februar mit einem kleinen Theil ihrer Truppen von den Italienern abgefallen seien und am 16, 77-211 die_kleme Station der Italiener bei Kol Seeta südlich von. Adtgrat angegriffen hätten, worauf sie egen den von Alequa zx: weitermarschiert seien. Der auptmann 5Ysiocca: gat_ta_ set am 16. d. M. Vormittags 10 Uhr von Atabei (Liner 1taltemschen _Station, 11/2 Stunden westlich von Alcqua mit 300 Mann_ ttalienischer Truppen_ egen Alcqua vorgerückz Und a_uf den Femd cstoßcn ; er habe ftck? mit demselben in ein Gefecht etzzgelasscn, we ches er in Erwaxtunq von Verstärkungen in dw Lange gezogetx habe. Der Ma1or Valli sei dann auch mit dem 7. Batmllon eingetroffen und habe sogleich Kol Seeta angegriffen, welcher Punkt nach sehr lebhaftem Kampf zurück- ge_nommen _wordcn set. Die altung der italienischen Truppen set auSgc'zetchnet. Auf der Serie von Kassala sei alles ruhjq_

Ä

Parlamentarische Nachrichtem

DerBericht über die estrigeSiHung dcsRci st befindet fich in der Dritten LZBeilage. ck agg

- In der heutigen 44.) Sitzung des Reichstas welcher der Staatssekretär es Innern, StaatS-Minister Fx“, von Boettxcher und der Kricgs-Minister Bronsart von Schellcndorff beiwohnten, wurde die weite Bcrathung des Reichshaushalts-Etats und zwar es Militär-Etats fortgeseßt.

Zu dem Kapitel „MilitäwGe (“m_ nifzmesen“ ra bei Schluß des Blattes der Abg. Vexel ?Soz.) sp ck

- In der heutiqen (22) S_ißung des Hauses der Abgeordneten, welcher der Mimster des Innern Freiherr von der Recke bciwohnte, wurden zunächst die dem Jause

ur West_preußcn und Posen für 1895 und die Denk- chri_ft uber den Waggonmangcl auf Vorschlag des Präsrdcnten dcr Budgetkommission überwiesen.

_ Sodann erklärte das Haus den Bericht über die Aus- thung verschiedener Gescßc, betreffend den Erwerb von - rivatexsenbahnen für den Staat, in einmaliger Verathung für erledigt und nahm in erster und zweiter Berathung den Gescßcntwurf, bctrcffend die Veränderung der Grenze zwischen dem Landkreise Cassel und dem Kreise Wolfhagen im Regterungsbezirk Cassel, ohne Debatte an.

GHi-erauf folgte die Verathung des Antrags Knebel u. c '

fngcgangene Dcnkschrift der Ansiedelungskommi ion

n. .

_Dis RL ierunxzen zu crsucbe'n, Eisenbahnauönabmc- taxtfe für bstlteferungen aus dem wichtigsten Erzeugungs- gebteten nach den Hauptabfatzgebikten Vsrlin und Hamburg sowie nach den Industrichbieten einzufübrkn.

_ Abg. Knebel (ul.) begründete dkn Antra untkr Hinweis auf die h_cuttge Entwickelung des Obstbaues; die * erwcrthung dcr (Fx- zeugmsse dcsselben sei €(er auf einem todten Punkt angelangt. Dix Obstanlagxn ssicn heute nicht mehr Nebensache in kleinen Ortschaften, sondern sklé'n zum Gclde'rwerb, zum außschließlichsn Lebensunterhalj gemacht. Redner schilderte cingcbé'nd die Konkurrenz des Auslandrs, a_n wxlcbes M:: in dsn 1613th drei Jahren über 69 MiÜionkn Mark fur frisches xmd gethknctes Obst bezahlt haben. Unsere Obstausfubr da- gsgzrn, dje fich_ aus Großbritannien und die Schweiz beschränke, feisebx germg. Berlm werde fast ausschließlich Vom Auslande mit Obxt Versorgt. Aus den Verhandlungkn des Landes-Eisenbabnratbs vqn 1891_geb_e hervor, daß im Nowember und Dc'zember 1890 Von 23591 Bexltn emgeggngknen Waggons Akpfel nur 9 aus dem Jnlande, dre übrtgcn aus Steiermark, der Schweiz, Italien und Sachsenstamm_len- U_m der Konkurrenz des Auslandes zu begegnen, empfehle sich zunachst dre Verfemerung unserer Obsterzeugnisse und die Bildung von _Ge- mZffenschaft-Zn zur besseren Verwertbuna derselben. Disse Mikis] nu_ßen aber noch nicht genug, wenn nicht eine Aendexuns un erer Eissnbabntarife hinzukäme. Das Ausland babe billtZLk,e Tarife für Obst. Jn Württemberg war im leßten Jabr kl? Obsteryte skbr schlecht, im Osten unskres Staats aber skbk JU!- doch _bter werkam das Obst aus Mangel an Absax. Die 'enéZkÜ? Ermaßigung dcr Obsttarife habe der Landes-Eisenba nratb mttéhecbk abgele nt, _weil davon auch das Ausland Nußen hätte, wir bexdurfM vielmebr_bt11iger AusUabmetarife für die Obstsendun en nach den HWT- ahsatchbteten Berlin und Hamburg und den Jndu triegebieten. Niebls dtsne dsr _Gesundbeit mehr als das Obst. _ ,.

Gebetmer Ober-Regierungs-Ratb M 6 l l b a u s e n : Der tnlankynkbé Bedarf konnte durch das Inland nicht gedeckt werden, wir smd brsber auf das Ausland mit angewiesen ewesen. Unser Obstbau kann aber noch vermehrt werden, er hat bis er die Waare nicht liefern können- wel_che der Markt begehrte. Die früheren Anträge Wegen der_O tarife haben eine genaue Prüfung im Jahre 1891 veranlaßt, die, A"“ träge wurden aber abgelehnt, und so ist es bisher beim Alten ßkbkehen' Oesterreicb-Ungarn bat billigere Staffeltarife für Obst. Statt sw", enereÜen Klassifikation des Obstcs verlangt der Vorredner 1de

uEnabmetarife nach den ?auptabsatzgebieten, und dieser WSJ wir auch von der Eisenba nverWaljung nicht als un angbix angesehen. Ganz zuverlässig ist die Statistik der Obsieinfu k “?ld Hamburg un_d Berlin nicht, aber fie giebt uns doch Ü" B 5 der _Verbältmffe, und danach md die Anfübrungen des Vorrede begruxxdet, Wenigstens bkzüglicb Berlins und Hamburgs. Bedenklich ist wir der Antrag in Bezug auf die Jndustriebezirke, wie namenk __ d__as Saargebtet und Oberschlesien, wo Aanahmetarife auch per au lan_di!ch_en Konkurrenz nüßen würden. Die Regierung Wird dre wetter m Erwägung ziehen. . t“ te

_ Abg. Freiherr von Willisen (kons.) erkannte dte__beabs1ch'Lr Fursorge des Antragstellers für den Obstbau gern an, befurchtete a___s von AuSnahmetarifen eher eine Schädigung als eine FörderuMarkt Obstbaucs. Der Obstbau müsse sick) vor allem den okalen _ und erhalten. Der Millionen repräsentierende Obstbau von Werdßd ins der Mark überhaupt könne seine Obstbäume einfach abhacken ""Aus“ Feuer werfen, wenn die' Zufuhr aus anderen Obstgegenden durcb nabmetarife erleichtert werde. 't Rück-

Ab . von Ttedemann-Bomt (fr. kons.)beantragte- "" jffars- ficht aux die entgegenkommende Er ärung des Regierungswmm

uebel'de'r-Regierung als Material zu überweisen. Es d:?uMZrILÖngsolcbe Anträge in das us zu werfen; denn die ent. se enstehendkn Intezeffen könnten in ri tiger Weise nur im Landes- k(*Fsenbahnratb gepruft werden. _ _

Abg. leß (Zenit) hielt den Antrag der Erwagung fur wert!) und bat, i n anzunehmen. _ _ Abg. Herold (Zentr) empfahl dem Antrag axgenüber dte größte Vorsicht und eingehendste Prüfung; denn bei Tarifanderungen könn1en imtnkr Verschiebungen eintreten, welche den erwarteten_Vortbeil in Frage stellen. Redner stimmte deshalb dem Antrag von Tredemann zu.

Nach dem Schlußwort des Abg. Knebel, in wc_lchem er die Ueberweisung seines AntrYs an die Budgetkoxnmtsfton be- antragte, wurde sowohl der ntrag auf Ueberwetsung an die Re“ jerung als Material , als guck) der Antrag auf Ueßerweisung an die Budgetkommisston ab elehnt_. Eme Ab: stimmung über den Antrag Knebel selbst and mcht statt.

Es folgte die Berathung von Petittonen.

Einige Petitionen von [ediglich persönlichem oder lokalem Inter- esse wurden obne wessntlicbe Debatten erledjgt. _

Ueber die Petition des Gerichtsschretbers a. _D. Stenßel m Patschkau um Bewilligung einer höheren Pension gtng'das Haus zur TageSordnung über. _ _ _ _ ,

Die Fetition der Mttglteder der Emschaßungskomm1ss19nen_m Wandsbe , Mobr und Genossen, un_1 Erstaxtung von Versaummß- kosten, sowie die Petitionen des Maqtstrats 1_n Lnxden _und des Ma- istrats in Zirke um Errichtung eines Amthencbts m Linden bezw. in

irke wurden ohne erhebliche Debatten der Regierung als Material überwieskn- _ _

Die Petitionen des Westpreußtschey Stahteta 3, sowie des Magistrats und der Stadtverordneten m Elbmg, etreffend die Heran iehung der Staatsbcaxnten zu_ den Gemeinde- abga en, beantragte dße (Hememdekommffston der Regierung als Material zu überwmsen.

Abg. Lan aerhans: Er befürworte, die Petition der Regierung zur Berücksichtigung zu überweisen. Material über diese Frage sei maffen- haft vorhanden, es sei oft genug darüber gesprochen worden. Die Staatsbeamten genießen aUe kommunalen Vortheile und Einrichtungen und müßten deshalb auch Voll zur Kommunalsteuer herangezogen

d 11. wer éHeheimer Obcr-Regierungs-Raib Roell bat, es bei dem Kom-

missionSantrage zu belasten, und bestritt die Richtigkeit der Aus- führungen des Vorredners. _ _ _ _ Das Haus beschloß nach dem Antrage der Kommüston.

(Schluß des Blattes.)

Entscheidungen des Reichsgerichts.

Wird ein eröffnetes Konkurswarfabren ,_ als zu Unrecht erfol t, wieder aufgehobsn, so hat, nach emem Urtheil des Rei Egericbts, 111. Zivilsenats, vom 15. Noyember 1895, der Kon- kurßverwalter zunächst vor_ wirksamer Bekanntmachung des Auf- bebunaßbefÖluffes für dieBerriedigung, bzw. Stcberstellun der Massegläubigcr aus der Konkursmasse zu sorgext und ert sodann das, was von der Maffe übrig bleibt, dem Gememjchuldyer urückzugeben, widrigenfaüs der KonkurSVLrwalter persönltch xür den den Maffcaläubigern erwachsenden Schaden hafxbar gemacht werden kann, soweit die zur Zeit der Wreder- aufbebung dcs Eröffnungsbeschluffes vorhandene Masse zur Befrit-dignng oder doch zur Sicherstellung der Maffeglaubigxr zu- gereickyt hatte (was die Maffegläubiger darzulegep haben); in so- weit kann der nachlässige KonkurWerwalter persönltcb von den Maffe- gläubigern in Anspruch genommen. werden. - Usher das Vermögen der Waldbrauerei zu B. (Holstein) eröffnete auf den Beschluß des Landgerichts das Amtsgericht Sch. durcb Verfügung vom 17. Januar 1893 das Konkursverfahren, und es bestellte den Rechtsanwalt Br. zum Konkursverwalter. Disser Eröffnungsbesckpluß wurde gber vom Obsr-LandeSgericbt aufgehoben, und die dagegen Verfolgte 1vetter_e Be- schwerde wurde durch Beschlu des Reichßgericbts vom 16. Mar 1893 verworfen. Das Amtsgeri t bob hierauf durch Beschluß _vom 31. Mai 1893 das Verfahren wieder auf und machte die Wreder: aufhebung in der B-"scben Zsitung, seinem Amtsblatxe, am 10. Ilzm öffentlich bekannt. Der Konkursverwalter batte_inzrv1schen d_en Betrteb der Brauerei fortgssext und den bisherigen Lejtkr, den Dtrkkt_or H., beibehalten. Dieser ezog, vom Konkursverwalter _dazu crmachti t, von der Firma S. u. Co. drci Postcn Hopfen für dre Konkursmg _e. Die Firma S. u. Co. erhielt aber für ihre Forkeruna keine Befriedi- gung aus der KonkurSmaffe, und fie machte für diese Nichtbefrtedigup klagend den früheren KonkurSVLrwalter, RechtSanwalt Br., p_ers_önl1 verantwortlich, nachdem später abermals u_nd nun rechtskrafttg der Konkurs über das Vermögen der Waldbraueret eröffnet worden war und die Firma S. u. Co. in diesem Verfabrkn nach ihrer Bebauptupg Be- friedigung nicht zu krwarten hatte. Das Berufungsgericht Verurtbetlte den Beklagten, der Klägerin gegen Abtretung der aus dem Konkurse der Wald- Brauerei zu erwartknden Dividende den eingc'klagten Betrag _zu be- zahlen. Auf die Revision des Beklagten hob das Retchsgertcht das Berufungsurtbeil auf, unter Zurückwerwcisung der_ Sa e an das Berufungsgericht, insbesondere behufs Fcststeüung, m ww weit dis damals Vorhandene Konkursmasse zur Befriedi ung oder doch zur Sicherstellung der vom Konkursverwalter kontra ierten Schulden zu- kkicbte. „Es handelt fich um die Frage, ob der Konkursverwalter im

alLe der Wiederaufbebung des Eröffnungsbeschluffes verpfxichxet isi, ür die Befriedigung bezw. Sicherstellung der (Maffe-) Glaubt er zu sor en, obrvobl das Geseß im Anschluß an § 105 der Konk.- rdn. ni t die Vorschrift gegeben hat, welche im Anschluß an den Zwangs- vkkgleich in § 176 der Konk.-Ordn. «troffen worden ist. Dtese Frage mußte bejaht werden. Der die Eröffnung aufhebcnde Beschluß vermchtet nicht das Voraufgegangch Verfahren SIT _duuo, sondern beendigt es. Es behalten daher auch alle Ver1ügungen, dre der Konkurs- verwalter (Y_f Grund der ihm mit seiner Bestellung pom Gesc'ße zu- ßewiesenen ufgabe über die Konkursmasse und für dteselbe getroffen at, _vollen Rechtsbestand, sind daher auch insbesondere _ für den GeMklnscbuldner in derselben Weise bindend, wie bei Bccndtgung des Konkurses durch ordnungömäßigen Verlauf oder durch ZwangLVergleich. Es Wird gber auch seine Stellung zu den Maffegläublgern dadurch mcht verandert, daß der Eröffnungsbeschluß als zu _Unrecht erfolgt wieder aufgehoben wird. Das Recht der Maffeglaubiger, wegen i rer Ansprüche vorweg aus der Masse befriedigt zu werden, ist_vom eseße nicht von der Rechtskraft des Eröffnungsbeschluffes abhangig gemacht. Ihrem Anspruch auf Befriedi un aus der Muffe entspricht die Pflicht des Konkurßverwalters, für oltYe Befriedigung zu sorgen, enn nur der Konktzrsverwalter in dieser einer Eigenschaft und den 111 vom Gesetz betgeleYen Befugnissen ist ihr Mitkontrabent; nur ihm und der zu seiner erfügung stehenden Masse Wollen sie trauen, nicht dem durch die Konkuräeröffnung kreditlos gewordenen Gemein- cbUldner. Ihr Vertrauen kann sich als ungerechtfertigt erweisen, wenn die Ma e entweder von Anfan an unzulän lich ist oder in der 9188 durch bsonderung unzulängli wird; [owet aber Masse vor- anden ist, muß der Konkursverwalter für bre Befriedigung bezw. SkÖSkslellnng mit dieser Maffe sorgen. Die Legitimation des Konkurs- verwalters endigt auc? nicht Vor der wirksamen Bekanntmachung der Ufbebung des Kon ursverfahrens. . . . Gleichwohl erscheint die "Uktheilung des Beklaglten nach Lage der Sache zur Zeit nicht ge- 7§chtfertigk Die Masse äubiger können den Konkuröverwalter per- "UÖ nur soweit in An prucb nehmen, als ihnen infolge der Nicht- erfüllmm der dem Konkursverwalter obliegenden Pflichten ein Schaden FWW?“ ift- Zur Begründung der Klage war daher darzulegen. das; S? damals vorhandene Konkurßmaffe zur Be iedigun oder doch zur erung der vom Konkursverwalter kontrab exten SZulden zureichte.

Nach dem Tbatbeftande des Berufungöurtbeils stud "xedoch nach diese: Richtung substantiierte Bebauptun en nicbt aufgesteüt und eine diese Frage erledigende Feststellung ist n cht getroffen worden.“ (229/95.)

Entscheidungen des Oberverwaltungsgerichts.

Nach § 65 1 8 des Allg. Landrechts, sowie nach allen Baupolizei- verordnungen muß zwar derjenige, welcher gewiffe Bauten ausführen wil], den polizeilichen Baukonsens vor der Ausführung derselben fordern, und es macht fiel) der strafbar, der vor Er_tbeilung des Konsenses baut; hat er aber ohne den erforderlichen poltzeilichen Baukonsens gebaut, so kann er, nach einem Urtbeil des Ober-Ver- waltungSgerickÜS, 17. Senats, vom 27. Novexnbex 1895, auch fü; de_n obne Konsens ausgeführten Bau nachtraglrch _den poltLJet- lickäen Baukonsens fordern. _.,Der Yoltzeiliche au- kon ens ist nichts weiter, als die Erklarung der Bau-

olizeibebörde, daß ein Bau dem_ bestehenden_ m_ateriellen

aupolizeirecbt entspreche. Diese Erklarung isZ, nne fur einen erst beabfichtigten, so auch für einen in dex Ausfuhrung_befindliche_n und schon vollendeten Bau möglich. _Wta man letchwohl_ dre Ertbeilung des Konsenses auf nur projekttxrte, noch ni t auSgefubee Bauten beschränken, so knüpft man an dte_V_ersagung des Konsenses rechtliche olgkn, die das materielle Vaupoltzetrecht nicht vorfieht._- Es ist ni 1 zu übersehen, daß nach der gleichmäßigen, yon der Ver- Waltung nicht angezwäfelten, sondern stets beachteten Ykchtsprechung des Gkrichtshofes die Polizeibehörde die rechtliche Zulasfigkeit _einer bestehenden baulichen Anlage, Wenn fie Vor dxren_ Beurtbezlung estellt wird, nur nach Maßgabe des zur Zett threr Prufung Jestebenden majeriellen Baurechts, nicht nach dem, das z_ur Zeit der Bauausführung in Kraft stand, zu prüfen bat. Vernexnt man gleichwohl die Zuläsfigkeit, eine polizeiliche Prüfung und Konsens- ertheilung nach begonnenem oder außgeführtem Bau zu_c_f_0_rdern, so statuiert man damit die rechtliche Möglichkeit, den tbatsa [leben Be- stand zahlreicher Bauten je nach den wechselnden Anforderungen er- gebender Vaupolizei-Ordnungcn polizeilich in Fraxée zu stellen. Und diese Folge würde sich keineswegs etwa nur an de dolose Umgebung bestehender Baupolrzei-Ordnungen knüpfen. Zy welchen baultche_n An- lagen ein vorgängiger polizeilicher Konsens erforderlich ist, wird in den Verschiedenen Baupolizei- Ordnungen sehr verschieden und of_t so bestimmt, daß die Beantwortung dieser Frage schwierig und zwerfel- haft ift. Sie kommt infol 6 dessen häufig zur Entscheidung der Ver- waltungsgerichte, indem de olizeibebörden, insoweit ihres Azutes sachgemäß waltend, die Eigent ümer anhalten, den Baukonsens emzu- holen, auch wenn der Bau bereits begonnon oder vollendet ist.“ (19. 1662.)

Kunst und Wiffenschast.

:|:): Man ist gewöhnk, die Ausstellung der Vereinigung der F1 als das HaupterMniß der künstlerischen Wintersaison zu be- trachten; die Namen der - itglieder dieser Vereinigung bürgen dafür, daß der Kunstfreund durch ihre Leistungxn mit dem bekannt gemacht wird, was die Yähigsten der jüngeren Berliner Künstlergeneration zur Zeit gescha en, daß man den Entwickelungßgang unserer modernen KunstanschauunZ in seinen neuesten Phase_n tn dieser-Axxs- stellung k?nnen l-Zrnt. luch diesmal finden nur die rübmltch bekannten Namen rühmlich vertreten bis auf Hugo Vogel, der in Rom weilt und nichts auSgesteUt bat, un_d Max Klinger, der nur einige ältere, Wenig bedeutend; Éxtcbnungen beigesteusrt hat. Max Liebermann - d_er auch dte tyladungs- kart? mit einer programmatischen Kreidezetcbnung gef_chmuckt hat: die theatralisch gekleidete Historienmalerei steigt VN) tbrem Thron herab, vor dessen Stufen die Requisiten der akadem1sch6n_Kunft_am Boden liegen, während im Hintergrunde die Sonne uber emer naturalistisch aufgefaßten Flachlandschaft aufgebt_- steht unbestritten als übrcr der Genoffenscbaft da. Das vom Lerpzi er Stadtmuseum ange aufte Bild „In den Dünen“ zeigt den ünstler auf der

öhe feinks Könnens. Die msisterbafte Luftstxmmung des olländischen lachlandes, dic Ergreifen?) wahre Haltung des ermüdst am ege sißenden alten Fischers, die trotz des breitßn Vortrags diskréte und vornehme Farbengebung bringen djs persönlickzc Art des großen Naturalisten klassisch zum Nußdruck. _Auch die „Allee bei Haarlem“ und die „Straße in Katwyk' zeigen dre be- kannten Vorzüge seinkr Malweise in immer wi_eder überraschsztdem Licht. Weniger nachhaltigist die Wirkung eines bauerlicben Jntkrteurs, während zwei Kinderbildniffe glücklichste Beohacbtungsxzabe und 98- mütbvolle Intimität Verratben. Die Kohlezetchnun en und Radix- rungen Liebermann's ergänzen das Bild seines xastloéen Schaffens m willkommener Weise. Seine kraftvoüe, _s_1ch tmmer gletchbleibende Künstlerpersönliäokeit unterscheidet fich vort eilbaft von der_nexrvösen Haft und Unruhe des ßleicbfaüs hochbegabten W. Lerstrkyw der gegenwärtig in Nachahmung der jungdänischen Landschaftsmaler fich gefällt. Deren Art, aus der Beobachtung der Natur heraus fich einen dekorativen Farbenstil zu bilden, [)(xt fich Leistixow mit be- merkenswertbem Geschick und feinem Gexcbmack zu _etgen gemacht. Seine Farbenarrangements in Gelb und Grünblau, wre der „Hafen“ und „Schlachtensee' geben eine Naturßimmung in willkürlich ge- steigerter Intensität mit Glück wieder, 0 ne jedoch den Beschauec_ so zu packen, daß er die Willkür dabei übersteht. Hsllstes Sonnenlicht strahlt über dem „Teich in FriedrichSrub', der am wenigsten von dieser Farbenstilifierung anaekränkelt ist. Da egen fehlt der großen dekoratiVen Malerei ,Nacbtraben' die Wu t und zwxngxnde Kraft des Eindrucks, die L's. Wikin erbooten auf der voré'abrxqeu Ausstellung nicht abzusprechen war. eniger sensationell, da ür aber desto intimer in der Wirkung sind einige Waldinterieurs und das Seestück, das wilde Schwäne bei sinkender Sonne a1_1f dem Wander- zuge schisdert. Ludwig von Hofmann h_at in dtesem Jahre nur ein kleines, aber vornehm gestimmtes Bald ausgestellt, das er Träumerei“ nennt. In einer akkadischen Felsenlandschaft tummeln ßcb jugendliche Gestalten; den Vordergrund nimmt die Halb- fi ur eines träumerisch vor sich hinblickenden Mäkxchens ein. Die_ bettere Yonni keit des Hintergrundes kontrastiert wtrkzm svoll mtt dem stiaen ruft in den Zügen des edel geformten Mad enkopfes. Von der überscbäumenden Phantastik, die Hofmann's frühere Bilder be- kundeten, ist in diesem abgeklärten Kunstwerk kgum noch etwas zu spüren, wenngleich dasselbe neben den LleicbgültRen und eindrucks- losen Marinen von Schnars-Al uift mmer no wie eine Wunder- blume neben We erich anmuthet. ans Herrmann's .Alt-Amster- dam" lehrt uns einen besonderen Fortschritt in der Entwicxlung des Malers kennen; seine Studien aus Walcheren und .Ein_stürmtscher Tag in Vlisfin en“ dagegen find flotter im Vortrag und seme Hochplateau- landscbaft ekundet sogar keine gewiffe Großzügixzéeit der Naturaufsaffung. F. Skarbina der bereits im vorigen Ia re Neigung verrteth, in das Lager der Neuidealiften überzugehen, zeigt dießmal ein Dyppel- gesicht. Sein „Waldesflüstern“ ist durch eine unbekleidete wetbliche Gestalt im Waldesdickicht versinnlitht, deren klassisch Formen chöx1beit und zart durchgeführte Karnanon das Ergebnik; feinfubltgen_ tudtums und ernstester Arbeit ist, während das Pa _tell „Ein Wmdstoß in Ostende“ flott und kokett einen Au erzblicksemdruck festhält. Hinter der pikanten Wirkung dieser Schöpfung [erbt . S t a hl mit ! einen sußlicb- lan weiligen dekorativen Bildern und auch oss ynmitse nem Streben na neuen arbeneffekten weit zurück. Die nuchterye Steifheit, die hie und da lbertö' Halligeninterieurs anbaftet, tft in der Wahl einer Vorwürfe begründet, denen der Künstler eine unwanYelbare iebe und ernsteftes Studium widmkt. Seine Landschaften, dze uns die holsteinischen Inseln im vollen Blütbens mu_ck des Frublings schildern, zeugen ebenfaUs von dem innigen Verb ltmß in dem Alberts zu der Natur seiner in ihrer Neizlosigkeit _doch ktimmungsvollen Heimath steht. . . „1 &“MYZYYW ,..:..1_„„......;-.;

“Gesundheitswesen, Thieckmrheuen' uv Wad-

Maßregeln.

“Portugal.

Durch Verfü ung des Königli ort iesischen Minifleriumö des Innern ist der fen der portuZesYscbelxlngolonie Macao für der Beulenpest verdächtig erklärt worden.

Türkel.

Zufolge Beschlusses des internationalen Gesundbeitöratbs iu Konstanlinopel unterliegen Herkünfte von der MittelmeerküsteEg pteus vom 11. d. M. ab nur noch einer 48ftündigen Beobachtung den Lazaretben von Beyrut, Tripolis oder Clazomenae, nebst Desinfektion der etragenen Kleidungsstücke und Effekten; die Schiffsinsaffeu werden ärztchh untersucht.

Für Herkünfte von der egyptisxhen Küste des Rothen Meeres bleibt es bei der 5tägigen Quarantane. (Vergl. .R.-Anz.' Nr. 26

vom 29. v. M.) Griechenland. *

Die Königlich griechische Regierung hat die ge en europäische Häfen noch bestehendkn Quarantane-Maßnabmen au ??Zoben. Nur die aus türkischen Häfen kommenden Schiffe haben allgemein einer strengen ärztlichen Untersuchung zu unterziehen. __

Aufrecht erhalten bleibt die fünftägige Beobachtungs-Quarant_ane für Herkünfte aus egyptifcben Häfen sowie die _gegen Damtette angeordnete zehntägige Effektiv-Quarantäne. (Verg . „Reichs-Anz.“ Nr. 255 vom 24. und Nr. 260 vom 30. Oktober v. I.)

Der Gesundheitsstand in Berlin blieb auch in der Woche vom 2. bis 8. Februar ein guter und die Sterblichkeit die gleich niedri e wie in der Vorwoche (yon je 1000 Einwohnern starben, auf das Ja r berechnet, 17,4). Unter den TodeSursachen herrschten zwar noch immer akute Entzündun en der Athmun Sorgane vor, doch wurde der Verlauf ein mi derer und die Faßl der durch fie bedingten Sterbefälle eine bedeutend kleinere. uch Erkrankunxzen an Grippe haben abgenommen; es wurden auch nur 3 Todesfalle infolge von Grippe emcldet. Akute Darmkrankheiten zeigten ck gleich- faÜs ni t häufiger als in der Vorwoche als Todesveranla ung. Die Betbeiligung des Säuglin Salters an der Sterblichkeit war eine geringe, yon je 10000 Lebenden farben, aufs Jahr berechnet, 42 Säuglinése. Von . den Infektionskrankbeiten blieben Erkrankungen an Unterlei - tvvbuß selten" Erkrankungen an Masern und Scharlach blieben in beschrankter Zahl und kamen in keinem Stadttbeile in nennenßwertber Höhe zur Anzeige; Erkrankun en an Diphtherie, die seltener als in der Vortvockye zur Meldung ge angten, waren in der Rosenthaler und Oranienburger Vorstadt sowie auf dem Wedding am zablreicbsfen. Ansehnlicb gesteigert war die Zahl der an Kindbettfieber erkrankt Le- meldeten Frauen (11). Rosenartige Entzündungen des ZellgeWe es der Haut blieben selten. Recht zahlreich kamen jedoch wieder Er- kran ungen an Keuchhustsn, die in 14 Fällen tödtliclß endeten, zur ärztlichkn Behandlung. Auch rheumatische Beschwer en aller Art suchten häußg ärztliche Behandlung auf.

Handel und Gewerbe.

Tägléche Wagengestellung für Kohlen und Koks an der Ruhr und in Oberschlesien. An der Ruhr find am 18. d. M. gestellt 11457, nicht rechtzeitig gestellt keine Wagen. , JnOberschlesien sind am 17. d..M. gestellt 4449, nicht rethi- zeitig gesteklt keine Wagen.

Verdingungen im AuZlande.

Portugal.

4. März, Mittags. Königlich portugiesische Eisenbahngesellscbaft in Lissabon: Lieferung von 1240 m einfachen und doppelten Leder- riemen in verschiedenen Abmessungen und von 300 galvanifierten Weüblechen von 1,82 m )( 1 mm Dicke nach der Galvanisation. Nähsres in den Räumen der Geseuschaft, Rue de Chäteaudun 28 in

Paris. Griechenland. 26. Februar 11. St. EisenbahJi'zeskÜscbaft Piraeus-Atben- Pelopones, Themistoklesstraßk 8 in . 156 n: Erdx und Maurer- arbeitkn dsr Abtheilungen 2 um; 3 dsr Linie Myli-Kalamata.

Rumänien.

_27. Februar. Ministerium der öffentlichen Arbeiten in Bukarest: (Errtchtung einer Holzbrücke über dsn Doduma-Flvß bei Purcoreni, National-Cbausskc Pitesti-Campuluny, und Bau von mei Dämmen zum Schutz der Brücke. Voramchla 82 802 Fr.

29. Februar. Ministerium der 6 entlichen Arbeiten in Bukarest: Befestigung des linken Trotus-Ufers gegenübsr der StadtTargu-Ocna. Voranschlag 52 329 Fr.

4. März. Rumänische Eisenbahnverwaltung in Bukarest Lieferung und Aufstellung eines Dampfkeffels mit Wasserversorgungs- basfin und zugehöriger Dampf-Compoundpumpe, System Worthington, zur Speisung dks Depots Von Buzen. Kaution 2600 Fr.

6. März. Kriegs-Minifterium in Bukarest: Lieferun yon 30000 m Matraßenleinwand und 60 m Leinwand für Kop "ffen- überzüge. Voranschlag 10 0/0.

. März. Ministerium der öffentlichen Arbeiten in Bukarest: Wiederhersteüung der Corozol-Brücke auf der National-Cbauffee Tecuci-Galay. Voranschlag 34 731 Fr.

Egvvten.

24. Februar. Kriegs-Mintsterium in Kairo: 90000 Okkas Butter.

18. April. Ministerium der öfferxtlichen Arbeiten in Kairo: Bau des neucn Museums für cgvvtitche Altertbümer in Kairo. Kaution 1000 egyptische Pfunde. Näheres in den Räumen des Verwaltungsdienstes in Kairo, an den Nichtfesttagen von 8-1 Uhr._

2. Mai, Mittags. Ministerium der öffentlichen Arbeiten in Kairo: Bau dks arabischen Museunxs und der_Bibliotbek des Kbedive in Kaim. „Kaution 300 egyptisebe Pfunde. _Naberes in den Räumen des Verwaltxmgsdienstes in Kairo, an den Ntchtfesttagen Von 8-1 Uhr.

Verkehrs-Anftalteu.

In dcr gestrigen, zroeiten Sißung des 27. Vereins es des Deutschen Nautischen Vereins (vergl. Nr. 43 d. [K et- tattete der Direktor der Deutschen Seewarte, WirkliZe Ge eime dmiralitäts-Ratb, Professor Dr. Neumayer-Humbura * ericht über die letztjährigen Arbeiten der Deutschen Seewarte. Zu den bedeut- samsten Arbeiten der leßten Zeit, bemerkte der Redner der „Nordd. All . Ztg.“ zufolge, gehöre die Auöarbeitung det Segelbandbü er für den großen Ozean. In dem vor kurzem er chienenen dazu gehörigen Atlas mit etwa 34 Karten seien die neue en wissenschaftltchen ForséungßerYbni 2, besonders die für den Seemann wichtigen physikalschen erb ltniffe verarbeitet. Das Werk beruhe im wesentlichen auf deutschen Forschungen. Daß Segelbandbu sei bereits im Druck begriffen und werde in den nätb en Monaten ers inen. Das Segelhandbucb für den Atlantic, das s seit einem Jahre vergriffen sei, befinde fich in neuer Bearbeitun . e mit Hollanx gemeinsam_ ausgeführte Verarbeiturxk des meteoroYZ- bydrograpbnchen Matertals der Schiffsjournales soweit vorgescb daß von den 17_ in Angriff enommenen Quadratabsebnitten 1 fertig gestellt [el_en. Die 18 1 begonnene Arbeit der Küken- beschreib_ungen set m stetem Fortgang bleiffen. Gegenwärtig sei da! Mittellandtscbe Meer an der Rethe. F r das Sturmwarnun fen Lexi dies geschehen; au enblicklicb“ bestehen an den deutschen 90 :s 100 Warnungsfta onen. Die von Reykjavik aus angeregu der Le?ung eines Kabels von Island über die Färoer naeh dem europä schen ?estlande würde für die Wetterkunde insofern von kak?! en

Lieferung von

Bedeutung s als dadurch eine VomusbeftimmuY dez eventuell auf meßrere Tage ermöglicht werden könnte. -- on dem