1896 / 44 p. 7 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 19 Feb 1896 18:00:01 GMT) scan diff

Wg “über die ZandeSJrenzen kein Verlu- _entsianden, sondern ein Gewinn' insbesondere bürsten die nach achbarländern und anderen .europäis en Staaten We ge ogenen und die von dort nach Baden Zuges enen er a na Öch ausgleichen. "

D e Veränderung des * evölkeruanstandes ist keineswegs gleich- mäßig im Lande; „vielmehr treten erbe li e Verschiedenheiten hervor. Von den 11 Krei en haben 9 an Beböl erung zu und 2 abgenommen, von den 52 Amts ezirken 37 zu- und 15 ab enommen: und zwar bewe en sich die Zunahmen der Amtsbezir (: zwisehen 0,28 0/9 (Wo fach) und 13,51% Mannheim) und die Abnahmen zwischen 0,14 0/0 (P [lendorf (und 3,46 % (Engen). Nach, ihrer geo raphischen Lage ilden die Amtsbezirke mit Abnahme zwei größere zusammenhängende Gebiete: Theile der Donau- egend und des südli en Schwarzwaldes einerseits, das Bau- an? und die östlichen Ab änge des Odenwaldes andererseits; außerdem weit noch ein Theil der Rheinebene südlich und nördlich vom Kaiser- Éuhl (die Amtsbezirke Müllheim und Staufen sowie der Bezirk

ttenbeim) eine Bevölkerungßabnabme aux Da egen bilden; die See- Fi end einerseits, der mittlere und nörd1i e Scharzwald, die ganze

Teinebene (mit AuEnabme der oben erwähnten drei, Amtsbezirke) von Säckingen und Lörrach bis Weinheim mrt dem be- leitenden Hügellande (einschließlich Pforzheim) und der west- Licbe Odenwald andererseits zwei zusammenhängende Gebiete der Zunahme. Im Ganzen baben hiernach _ mit Außnabme von Waldsbut und Ettenheim _ Bezirke obne erheblichere industrielle Thäti eit ab-, diejenigen mrt solcher zugenommen. Letztere (z. B. Wein eim, Schwexingen, Säckingen, Durlach, Lörrach) übten zum theil verhältnißmä Y „eine stärkere Anziehungskraft aus als die Be- zirke mit gröÉeren tadten, unter denen Mannheim und Karlöruhe den größten, aden und Freiburg den geringsten, aber immer noch er- beblicb über die durchschnittliche LandeSzunabme hinausgehenden Zu- wachs batten.

Von den Gemeitzden sind 805 an Einwohnerzahl gewachsen, 775 gefallen, 26 unverändert geblieben. Unter den Gemeinden ver- halten sich wie gewöhnlich Stadt und Land hinsichtlich der Verände- rung des Bevölkerungsstandes recht verschieden von einander. Die Einwohnerzahl der zur Zeit vorhandenen 116 Städte ist 1890/95 von 590 786 auf 642 788 oder um 52 002 bezw. 8,80 % gestiegen (dar- unter die der 9 Stadte der Stadteordnung _ sämmtlich mit mehr als 10000 Einwohnern _ um 37 265 Personen oder 11,78 0/0), diejenige der 1490 Landgemeinden und abgesonderten Gemarkungen mit eigener Zolizeilicher Verwaltung dagegen nur von 1067 081 auf 1082 68 oder um 15 601 bezw.- 1,46 %. Nimmt man nicht die öffentlich rechtliche SteUun der Gemeinden, sondern ihre Volkszabl zum Eintbeilungsmaßstab, ?o xrgiebt sick; Folgendes: Es betrug

die ortsanwesenoe - die u- (+) oder für die Größen- Bevölkerung A nahme (_) klasse von . am2.Dz.1895 am 1.Dz.1890 absolut 20000 u. mehr Einw. 296 232 263 378 +32 854 10 000_20000 , 70 520 64 390 + 6130 5000_10000 92 018 68 484 +23 534 2000_ 5000 , 318743 309870 + 8873 unter 2000 . 947 957 951745 _ 3 788 überhaupt 1 725 470 1 657 867 +67 603 iernach weisen die Gemeinden von 5000 bis 10000Einwohnern im erbältni „zu ihrer Volkßzabl am Beginn der leßten Zählungs- periode die_ tarkste Zunahme auf, was bauptsäohlicb darauf zurück- zuführen sein dürfte, daß, der größte Theil derselben (die Städte Weinheim, Durlach, Ettltnzzen, Schweizingen und Hockenheim, die Landgemeinden Neckarau, Ka erxbal und Brößiugen, zukxammen acht Gemeinden) als Vororte der tadte Mannheim, Karlsru e und Pforz- heim von der infolge des wirtbschaftli n Aufschwun s bei den le teren eingetretenen Bevölkerungszuna me zum 1 eil einen r ßeren Nußew gehabt haben als jene. Aber auch die elbfiändigen kleineren ewerblicben Mittelpunkte unter ihnen (Offenbur , Lörrach un Emziiendin en) haben sehr erhebliche VolkSzuna men erfahren. Von sammtli en 23 Gemeinden mit über 5000 Einwohnern im, Grbßherzogtbum blieben nur Lahr und Eberbach hinter der durchschnittlichen Bevölkerungszunabme des Landes zurück, während die Landgemeinde Neckarau und die Stadt Emmen- dingen am weitesten darüber binauSgehen; eine Abnahme der Volks- zabl hat keine dieser 23 Gemeinden aufzuweisen. Auch die Gemeinden mit 2000 bis 5000 Einwohnern haben im Ganzen noch eine, wenn auch hinter dem Landesdurchschnitt zurückbleibende Bewölkerungs- zunabme erfahren, sodaß nur die kleineren und kleinsten Gemeinden von unter 2000 Bewohnern innerhalb des leßten Jabrfünfts im Ganzen an Bevölkerungwerloren haben. Aber diese Abnahme ist ganz unbedeuterid; sie belauft sicb insgesammt nur auf 3788 Personen oder 0,40 0/0, eme so niedrige Verhältnißzabl, wie sie seit lange nicht beobachtet wurde. affen wir die vorstehend erörterten Ergebnisse kurz zusammen, so darf ebauptet Werden„ daß in Baden in der [6 ten Zählperiode der Abzug vom Lande in die größeren Städte (die ., andflucht“) erheblich geringer gewYen isi, als tn den vorhergegangenen Zeiträumen, daß aber nichtsde owemger doch fast die Hälfte der gesammten BLVölkL- rungßzunahme des Landes" (32 854 oder 48,6 0/0 von 67 603) auf die fünf größeren Stadio mit über 20000 Einwohnern entfällt. An jenem Ergebnis; mag neben der schon-erwähnten geringen über- seeischen Llysivanderung auch das Darniederliegen von Industrie und Gewerbe in den ersten Jahren der Zäbiperiode 1890/95, das dem bekannten Zuge der Landbevölkerung in die Städte nicbt günstig war, einen nicht unerheblichen Antheil [)aben.

Nach dkm Geschlecbx seist fick) die ortSanwLssnde Bevölkerung des Landes aus 847 334 mannlichen und 0116 878136 weiblichen Per- sonen zusammen; erstere machen demnach 49,10/0, leßiere 50,9% der Gesammtbevölkerung aus, und auf 100 männliche kommen 103,6 weibliche Personen. Gegenüber den betreffendsn Zahlen vom 1. De- zember 1890 bat die männliche Bevölkerung um 36 752 oder 4,53 0/0, die weibliche um 30 851 odkr 3,64 %, erstere also nichi unerheblich starker zugenommen als letztere, eine Er- scheinung, welche nunmehr schon seit 1880 regelmäßig in Baden beobachtet wird. Damit stimmt es bolikommen überein, trenn der Anibeil des männltchxn Geschkkchts an der Gesammtbebölkerung des Großhxrzb thums bet jeder dxr'vier 161,3th Zählungen gestiegen, der des weiblt en ebensb regelmaßig gefauen ist und dementsprechend d€r Uebersckpuß der weiblichkn Prrsonrn über die männlichsn immer germ er und das in, Zahlen ausgedrückte Verbäitniß der bei- den_ eschlecbier zu einander für die weiblichen Personen immer ungunsttgkr gewbrden ist. Diese Entwickelung, welche bis zum Jahre 1880 m _ Baden stets den umgekehrten Verlauf genommen, d. h. zu einem immer stärkeren Ueberwie en des weiblichen (Geschlechts gefuhrt batte, isi um so auffälliger, aés die industrieüe Eniwickelun des Landes, wre die neuerdings regelmäßig jährlich ver- anstalteten ktoberYrbebungrn iiber die Arbeiterberhältnisse in den der Auifich1 der Fabrrkmspxktwn unterstehenden Gewerbebetrieben im Vergleich zu_den Ergxbmssen der Gewerbestatistik Von 1882 dargetban haben, eine immer starkere Verwertbung weiblicher Arbeitskräfte zur FoiYe ckgocshabt hat und auch [onst' innerhalb der leßten Jahrzehnte das werli 6 Geschlecht dem mannlichen auf immer Weiteren Erwerbs-

gebietetz bekamztlick) erfolgreiche Konkurrenz macht.

Die vorlaufig festgestellte Zahl der Haushaltungen beläuft fich auf 359 833 gegen 345149'im Jahre 1890, also auf 14 684 oder 4,25 0/9 mehr, sie ist mitbm m etwas stärkerem Maße als die Be- völkerung (4,08 %) gewachsen, weswegen auch die durchschnittlicbe beFße eukicelr HaquHchtungsetwas kleinerL é§;3(e)wiordcsn ist: auf eine Haus-

a ung men , er onen ge en , m a re 1890, 4, '

Jahre;) i1885 ulniét4,873rb11l Iabtre 1380. I h . 84 ""

e am e en a un 8 a e ermittelten Haushaltungen waren ,in 227978 bewohnten Öoßnbäusern und 1922 sonstigen be- wohnten Baulichkeiten Baracken, Buden, nicht eigentlich zu Wohn- zwecken bestimmten, a er bewohnten Gebäuden, Wohnwagen, Schiffen xc.) unterLYbrc-cht, während am 1. Dezember 1890 nur 218138 bewohnte obnbäuser und 1281 sonstige bewobnte Baulich-

keiten gezählt wurden. Es hat mithin „eine_ Zunahme von

. * d

9840 bewobnten Wohnhäuxern und 641 onsti en bewohnten Baulich- keiten , zusammen al 1) eine erme nmz; der sämmt- lichen Aufenthaltssiättcn um 10 441 oder 4,7 0/o stattgefunden. Jeraus ergiebt si eine aÜerdings nicbt bedeutende Veränderung der ohnungsverhältn se für das ganze Land, indem'1895 durchschnittlich auf ein bewohntes Gebäude U. 1,56 Haushaltungen mit 7,51 Be- wohnern gegen 1.57 Haushaltungen mit 7 56 Bewohnern im Jahre 1890 kommen. Da die kFrüheren VolkSzäßlungen inde en in dieser Beziehung günstigere Ver ältnißzablen aufweisen, so it die kleine Verbesserung in der leßten Zählperiode von geringem Belang.

Zur Arbeiterbewegung.

In Dresden fand am Montag eine Versammlung der Schneider und Schneiderinnen statt, in welcher, wie wir dem „Dr.I.“ entnehmen, berichtet wurde, daß der Ausstand in der Zerren- und Knabenkonfektion so gut wie beendet sei. Die meisten

irmen hätten die Lohnforderun en bewilligt. Wo dies noch nicht geschehen, sei die Bewilligung no zu erwarten. Dagegen sei der für die Damenkonfektion von den Arbeitnehmern ausgearbeitete Lohn- tarif fast nirgends angenommen worden. Die Geschäftsinhaber hätten zum theil Gegentarife auSgearbeitet, jedoch mit so geringen Auf- befferungen, daß die Arbeiter nicht darauf hätten eingehen können. Es Wurde beschlossen, daß die Arbeitnehmer der Damenkonfektion von Zlestern ab in den allgemeinen Ausstand eintreten und nicht nur die

nnabme des aufxzeftellten Lohntarifs, sondern auch die Einführung der Betriebswerks ätten fordern sollten. 422-.»

In Lübeck haben, wie_der „Köln. Ztg.“ gemeldet wird, die in den Konfektionözweigen beschaftigten Personen beschlossen, nicht in die Lohnbewegung einzutreten; die aquärts Aussiändigen sollen aber unter iüßt werden.

us Berlin berichtet die „Post“: In der Berliner Kon- fektion ist der Ausstand gestern auf der ganzen Linie außgebrochen. Es wird weder in den Werkstätten der Damen- noch der Herren- Konfektionsschneider gearbeitet. Die Ablieferungen der Zwischenmeister LTW so gering, daß sie überhaupt kaum in Betracht kommen. Es fanden erhandlungen sowvbl der Damen- als der Herren-Konfektionäre während des ganzen Tages mit den Zwifchenmeistern und der Fünferkommisfion der Arbeiter statt, um eine Einigung zu erzielen. Der .Voss.Ztg.“ zufolge haben die Schrieidermeister der Herren- und Knabenkonfektion fich ihren Kollegen in der Damen: und Mäntelbranche, die in den Aus- standeingetreten sind,'nicht angeschlossen. Sie befürchten, da die Berliner Herrenkonfektwn, deren Bedeutung weit hinter der Ber- liner Damenkonfektion zurücksiebt, einen dauernden S aden durch die Bewegung erleidet und sich nach der Provinz, wo die errenkonfektion eine rößere Bedeutung hat, wendet. _ Der Ausstand der Arbeiter an olzbearbeitungSmaschinen umfaßt gegenwärtig, wi€ die „Post“ mittbeilt, 900„Personen mit 1112 Kindern; 28 Firmen haben die Forderungen bewilligt. _ Jm Ausstand der Holzarbeiter haben 482 Betriebe mit 4722 Beschäftigten die Forderungen der Arbeiter bewilligt. _ Die Forderun en der Möbel- polierer find in 96 Werksielien mit 238 Beßcbäftigten anerkannt worden. _ Der Ausstand der Vergolder bei der Firma Oskar Scholz (Vgl. Nr. 32'd. V1.) ist, einer Mittheilung des „Vorwärts' ufolge, auf Grund einer Vereinbarung für beendet erklärt worden. _ n dem Streit eines Theils der Vrauereiarbeiter der Aktien- gesellscbaft Münchener Brauhaus" mit dem Direktor (vgl. Nr. 41 5.231.) find die Forderungen der AuSstandigen, wie die Berliner .Volkßztg.“ berichtet, vom GEWLrbegericht als Einigungsamt abgswiesen worden.

Handel und Gewerbe.

' Zwan s-Versteigerungen.

Berzn Königlichen mtsge_richt1 Berlin standen am 17. Je- bruar dte nacbbezeichneten Grundstücke zur Versteigerung: York- straße 36, dem Rentier W. Lindemann zu Schöneberg gehörig; Fläche 3,99 118; NußungSwertb 9350 .“; mit dcm Gebot von 137 000 „44 blieb der Schlossermeister K. L. Köppen zu Berlin Meistbietender. _ Fr'eienwglderstraße 11, dem Kaufmann Gustav Schylß gehörig; Flache 6,64 8; Nußungswertb 6970 «114; für das Metsißebot von 103 500 „kl: wurde der Eigentbümcr Julius Krup e, Kastanien-Allse 95/96, Ersichkr.

_ In der Aufsichtsratbsfiizuna der Berliner Bank vom 17. d. M. wurde die Bilanz für 1895 vorgelegt. Dieselbe ergiebt einen Bruttogewinn von 966 564 „46 (1894: 646 793 «M), d. i. etwa 15,46 %, des durchschnittlich werbenden Aktienkapitals von 61 Millionen Mark und nach Abzug für Unkosten, Steuern, Utensilien 2c. im Betrage von 201 615 016 (1894: 184177 016) einen Rein ewinn vbn 764 949 516 (1894: 462 615 516). Die Dire iozi ' schlagt vor, auf das am 1. Juli 1895 um 28 Mtüionen Mark erhöhte Aktienkapital von 75 Mion- nen, Mark eine Dividende von 7% (1894: 6 0/0) zu ber- tbeilen und den nach Dotierung des ordentlichen Reservefonds mit 38 247 «M 1894: 23130 „H) und nach Zahlung der Tanti-Zmen ver- bleibenden ewmnrest Von 156 049 «16 (1894: 81860 546) dem Spezial- reservefonds zuzuführen, Welchem statutengemä die Abschreibungen mit 57 326 ...-ji (1894: 55 087 516) entnommrn nd. An dem Gewinn pgrtizipteren: Zinsen-Konto mit 263 490 (1894: 240 775) 518, Pro- bifions-Konto 341588 (1894: 241245) „16, Devisen- und Kupons- Konio 30 042 (1894: 28 546)=/16, Cffekten-Kontv, Bstbeiligungen und Wcchsklstuben 331442 (1894: 136 226) 014

_ In der gestrigen Siyung des Aufsichtsratbs der Deutfchen Genbssenschaftsbank Von Soergel, Parrisius u. Co. in Berlin _wurde von den persönlich haftenden Gesclischaftern dsr Ab- schluß fur das Rechnungsjabr1895 vorgelegt. Das Gcwinn- und Verlust-Konw zeigt folgende Ziffern: in der Einnahme: Zinsen-Konto 365 941 (1894 299333) «16, Diskonw - Konto 225 924 (1894 266 545) «14, Effekth-Konto 257 365 (1894 212 572) „46, Provisions- Konio und Gswinne aus Betheiligungen 549 960 (1894 366 248) „46, Devisen-Konto 13 974 (1894 17 554) 516, Kupons- und Sorten-Konio 3326 (1894 3758) «16, HauScrtrags-Konw 7865 (1894 7106) 240, Retnertrag der Kommandite Frankfurt a. M. 447 265 (1894 372744) 515, zusammen 1871623 (1894 1545 864) 518; in der Aus- gabe Uzikostcn-Konto 316 921 (1894 299574) „16, Abschreibungen auf Uiensiltrn 1000 (1894 1000) 516, Rückstküung auf Außenstände 150 000 (1894 80 000) 516, zusamm€n 467 921 (1894 380574) «46 Es verbleibt. demnach ein Gewinn von 1403 702 „46 gegen 1165290 „16 im Jahre 1894. Der Aufsichtßratb beschloß, dsr zum 7; Marz, d. J. einzuberufenden Generalvcrsammlung die Vcrtbsilung emer Dibtdende bon 60/9 gegsn 5% im Vorjahre borzuschlagen.

_DieGeneralverfammlungderBerlinerHagel-Assecurauz- G'Lsellschaft bon 1832 genehmigte die 64. JahreSrechnung nebst Bilanz .und eribeiite dem Aufsichtsrat!) und Vorstand Entlastung für das vort 6 Jahr;

_ n Trier werden im März die von Jahr zu Jahr größere

Bedeutung gewinnendeg großen Versteigerungen der besten Gewächse aus den Mosel- urid Saarweinbergen vor sich eben. Die Ergebnisse der leßten Versietgxrungen Haben großes AuZseben erregt, wril bei ihnen eiii Durchschnittspreis bei rund 900 zum Verkauf gekommenen Fudern in der Kobe von 3100 «48 erreicht wurde. Es handelte fich freilich um drn ervorragenden 1893er Jahrgang, welchen Kenner für den bester) dieses Jahrhunderts erklären. Von der Wer Crescenz kommm 1eßt noch 570 Fuder in den'quen vom 16. bis 21. März zur Versteigerung. _ _ 'Der Rechngngßabscbluß der Deutschen Hypoibekenbank tn Metningxn fur das Jahr 1895 ermöÖlicht, neben der Verthei- lun einer Dtvtdxnde von 6% (wie in den orjabren), die gesammten, dur die Konvertierung vierprozentiger Pfandbriefe entstandenen Kosten im Betra e voii rund 400000 „M aus dem Jahreserträgniß zu decken und dem pe ial-Refervefonds abermals 100000 „18 zuzuweisen.

_ Der ufsichtßratb der Bremer Wollkämmerei (Blumen- thal) hat beschlossen, der Generalver ammlung die Vertheilunß einer Dividende von 20% nach reichlichen bscbreibungen und Rückste ungen fur 1895 in Vorschlag zu bringen.

Köningerg, 18. Februar. „(W. T. B.) Getreidemarki. Weizen weichend. Roggen matt, pr. 2000 Pfd. Zollgewicbt 1'09.

Gerste ruhig. fer träge,

ewi t 105.

Epik tus pr. 100 Liter 100 [)/o loko 33, , 33,00, do. pr. rübiabr 33,00.

Danzig, 8. Februar. (WHIP) Getreidemarkt. W loko niedriger, Umsa 200 b, do. inlän . bochbuni und wei 151 do. inländ. hellbunt 47_148, do. Transit bochbunt und weix 115“ do. bellbunt 112, do. Termin zu freiem Verkehr pr. Aprbeaj 151,50, do. Transit pr. April-Mai 116,50, Re ulierungsprexs zufreiem Verkehr 149. Roggen loko matter, do. inländis er 1124114 do.russischer und polnischer zum Transit 79, do.“ Termin pr. April-Mai 115,50, do. Termin Transit pr. April-Mai 81,00, do. Rega lierunÉSpreis zum freien Verkehr 113. Gerste, große (660_700 Gramm; 110. erste kleine (625_660Gramm)103. Hafer, inländischer 102 Erbsen, inländische 107,00. Spiritus loko kontingentiert 52,50, Ukcbi kontin entiert 32,50.

reslau, 18. Febryar. (W. T. B.) Getreide- und Pro- duktenmarkt. Spiritus pr. 100 1 100 % exkl. 50 „jk Verbrauchs. abgaben vr. Februar 50,70, do. do. 70 .“ Verbrauchsabgabsn pr, 88- bruar 31,20.

Magdeburg, 18. Februar. (W. T. B.) Zuckerberjcht Kornzucker exkl., von 92 9/0 13,20_13,45, Kornzucker exkl. 88% Rendement 12,60-13,00, Nachprodukte exkl., 75 % Rendemen19,50_ 10,50. Fest. Vrokraffin. ] 25,00. Brotrafsin. 11 24,75. Gem Raffinade mit Faß 24,50. Melis 1 mit Faß 24,25. Sebi fest. _ Robzucker [. Produkt Trans. f. a. B. Hamburg pr. Fkbruar 12,421Gd, 12,453; Br., pr. März 12,50 Gd, 12,525“ Br., pr. Avril 12,60 Gd, 12,625 Br., vr. Mai 12 70 bez. 12,72-1 Br., pr. Oktober- Dezcmber 11,774 (Hd., 11,80 Br. Stetig.

LeipziÉ, 18. Februar. (W. T. B.) Kammzug-Termin. baxidel. (: Plata. Grundmuster 13. pr. Februar 3,375 „44, px. Marz 3,378 „ji, pr. April 3,40 „sé, pr. Mai 3,40 „ji, pr. Juni 3424-16, pr. Juli 3,45 .“, pr. August 3,475 .“, pr. SepTembex 3,474 „41, px. Oktober 3.50 .“, pr. Nobember 3,521 „ji, vr. Dezember 3,524 «14, pr. Januar 3,525 .“ Umsatz 35000 kg. Ruhig.

Bremen, 18. Februar. (W. T. B.) Börsen-Schlußbeüchj, Raffiniertes Petrol eum. (Offizielle Notierun der Bremer Petroleum-Vörse.) Ruhig. Loko 6,05 bez. RusfiJcbes Peiroieum, Loko 6,05 Br. _ Schmalz. Ruhig. Wilcox 301 45, Armour shield 29244, Cudahy 301 .z, Choice Grocerv 31 „H, White label 3145, Fairbanks 26 41. _ Speck. Ruhig. Short clcar middling loko 27Z „z.- _ Reis fest. Kaffee ruhig. _ Baum. wolle. Stettg. Upland middl. loko 411- H. W 0116. Umsaß 231 Ballen. _ Taback. Umsay: 300 Seronen Carmen.

Hamburg, 18. Februar. (W. T. B.) Getreidemarkt. Weizen lbkosebr ruhig, olsteinis er lokoneuér154_158. Roggen loko sehr ruhig, hiesiger _,_. mecklen urgerloko neuer142_145, russis lokq matt,88_90. Hafersebr ruhig. Gerste sehr ruhig. Rüböl (unverzo t) rul)_ig, lch) 48. Spiritus ruhig, pr. Februar-März 16Z Br., Marz-Aprti 16F Br., pr. April-Mat 16F Br., pr. Mai-Juni 17 B:, Kaffee ruhig. Umsaß 1500 Sack. Petroleum ruhig. Standard white loko 5,95.

(W.T.B.) Kaffee. (Nachmittagsbericht) Good average Santos vr. Marz 652, pr. Mai 65F, yr. Se tember 612, pr. Dezember 58. Schleppend. _ Zuckermarki. (Schlußbericbt) Rüben-Robzucker [. Produkt Basis 88 % Rendement neue Usance, frei an Bord Han:- burq pr. Februar 12,45, vr. März 12,50, per Mai 12,72? pr. August 13,00, per Oktober 11,821), per Dezember11,80. Steig.

London, 18. Februar. (W. T. B.) An der Küste 2 Weizen. ladungen angeboten.

960/a Javazucker 132 fest, Rüben-Robzucker [oke 120" fest. _ Chile-Kupfer 453/16, Dr. 3 Monat 459/16.

_ Londqn, 19. Februar. Nach einer Meldun der „Times“ aus Konstgnttnopel hatte der Sultan estern Na mittag seine Ge. nehmtgung für die Anleihe ertbei t.

Libervool, 18. Februar. (W. T. V.) Baumwolle. Uquß 8000 Ballen. davon für Spekulation und Export 500 B. Stktig. Middl. amerikanische Lieferungen: Stefi . Februar-März 411/42 Verkauferprrts, Marz-April 45/16-4U/s4 K uferpreis, April- Mat 419/54 Vexkauferprris, Mai-Juni 49/32_419/64 do., Juni-Juli 417/64-49/32 Kaufxrpreis, „Juli-August 417/64 do., August-September 47/32_415/64 Verkauferprets, September-Oktober 47/64_4z do., Ok- tober-Nobsmber 43/64_41/16 do., November-Dezember 43/64 5. db.

Manchester, 18. Februar. (W.T. B.) 12r Water Taylorö, 30r Water Taylor 71, 20r Water Leigh 63, 30r Water Clayton 7T, 32r Mock Brooke 7, 40r Mavoll 711- 40r Medio Wilkinson 8, 32r Warpcobs Lees 6Z, 36r Warpcovs Rowland 73, 36r WaWcop! Wellington 72, 40r Double Weston ZZ, 60r Double courante Qua- lität UZ“, 32“ 116 yards 16ckch 16 grey Printers aus 32r,“46r 161.

Ruhig. (W. T. B.) rodukten-

St. Petersburg, 18. Februar. markt. Wrizen loko 8,70. Roggen loko 5,00. Haer [oko 3,40. Talg loko 4500, per

Leinsaat loko 10,70. Hanf loko _,_. August _. Bern, 18. Februar. (W. T. B.) Die Einnahmen der Jura- Simplon-ngn bc'trugen im Januar 1896 1820 000 Fr. ge en 1 546 000 Fr. im Japuar1895. Die Aus aben betru en 1 140 000 Fr. gegen 1 123 900 Fr. im Vorjahre. Einna me-Uebers uf; Vom Januar 1896 betrug 680000 Fr. Legen 422 600 Fr. im Januar 1895.

„Amsterdam, 18. F6 ruar. (W. T. B.) IaVa-Kafiee aood ordinary 5021. _ Bancaiinn 37.

' _ 19. Februar. _ (W. T. B.) Die Gcsammteinnabmen der Niederlfandiscb-Sndasrikanischn Eisenbahngeicllschafk betrugen im Januar 1896 nach vorläufiger Feststcüung 2065 200

(+ 1039 200) Fl-

, New-Ybrk, 18. Ybruar. (W.T.B.) Die Böris eröffnete mit böhcrcn Kursen. päter trat gedrückte Stimmung 73111. Der Der Umsaß in Akt:?ri

Schluß war unregelmäßig. 157 000 Stück.

,Wxize'n cröffmtc fest und behielt auch noch eine „Zeit [an die Festigkeit 561, da jowobl'diß auf der Ozeaniabrt begriffenen Zuqurrn- als auch die sonstigen Etngange eine Abnahme aufwiesrn. Wcsentltch trugen zur Befestigun dcr altung die zur ErfüÜung von Verträgen stattgebabießn Kaus'e ei. ie zur Kenntnis; elangten Bradstreets- Berichte fuhrten xedocb schlicßlicb einen Ums wung der Stimmung Herber imd ließeiz den Markt träge schließen. _ Mais, infolge der Festigkeit drs Werzens anfangs steigend, fiel später auf Zunahme der * nkünfte.

Waarenbericht. Baumone-Preis in New-York i'z, do-do- in New-Oricans 79/16, Petroleum Stand. wbite in New-York 7,35, db. do. in Philadelphia 7,30, do. rohes in Cases) 8,25, do. Pipe line Certific. vr. März 137, Schmalz estern steam 5,75, do- Nobe u. Brothers 6,00. Mais per Februar 36, do. per Ma 36,00, do. prr Iuli_37, Rother Winterweizen 81F, Weizer! ver Fs" bruar 721, vr. Marz 73, der Mai 71Z, per Juli 71. Getreide- fracht iiach Liverpool 2. Kaffee fair Rio Nr. 7 13z, do. Rio Nr-7 per Marz 12,80, do. do. per Mai 12,20. Mehl, Spring-Wbea! Cleats 2,75, Zucker 33, Zinn 13,35, Kupfer 10,60.

Der Werth der in der vergangenen Woche außgsiühkkk" Yrodixbkte betrug 4433 817 Doi]. gegen 8127 242 Doi]. m der

orwo e. Weizen-Verschiifungen der leßten Woche von den atlanti-

betrug

schenHäfen derVereinigtenStaaten nachGro britannien 54000- .

do. nach Frankreich _, do. nach anderen en des ontinents 22 - do. von Kalifornien und Oregon nach roßbritannien 18000, do. nacb (YZdiMn Häern Ze? KMUYWUZZBQFW'J f [ fcb Wer aus _ , cag_o . eruar. . . . noge w Lk ' landiscber Markte gab Weizen gleich bei Eröffnung des Marktei: etwas nach und .konnte sich auch später nicht erholen, da auch bier d BradFireets-Bertckpte"verstimmend wirkten. _ Mais infolge lebhafter Verkaufe durchweg fallend.

Weizen pr. ebruar 62F, pr. Mai 64F, Mais perme 274, Schmalz per ebruar 5,42, do. per Mai 5,57. S sb“-rj clear 5,30. Pork per Februar 9,85. . M* “."

I

do. loko r. 2000 , ., Wei e Erbsen pr. 2000 PK). 391182wa 102.63" do- vr- Feb:“... ';

Baden und Élsciß-Éotbriitge'n .'

Dritte Beilage zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

„4x, 44.

Berlin, Mittwoch, den 19. Februar

1896.

Deutsches Reich. Rüben-Verarbeitung sowie Einfuhr und Ausfuhr von Zucker im deutschen Zollgebiet

im Monat Januar 1896.

“.“-““___“,“ _“ . ------_- * -* *“ *" ** * " ** ““"“" Zahl dc? Verwaltungs-Bezirke. ZFaék briken, _ ' ' „5 . _ die (Steuer-Dtrrkttv Bezirke) Rüben Verarbeitet haben.

Verarbeitete

Einfuhr von ausländischem Zucker in den freien Verkehr.

Raffi- nierter Zucker.

A u S f u b r von inländischem Zucker

Rüben- der Klasse:

mengen. a 1 15 ] 6

des Geseßes vom 31. Mai 1891.

Rohzucker.

reußen .

Westpreußen Brandenburg

ommern 1) en . - lrsien

Sa sen . . . .

Sch eswig-Holftcm nnoVer . ifalcn . . -

Zeh W.Naffau .

einiand

100 143 netto.

11 650 140 795

"80 880

29820 21 031

244 420 354 375 292 362 735 875 470 438 1 229 368

244 016

14013 284 004

409 99

||]!!!

Summe Preußen

Bayern . Sachsen - - Württembrr

Fffm . . eckienburg Thüringen . Oldenburg _. Braunschweig Anhalt Lübeck. . Bremen . mburg

[!!!.-qix-«i-lii

- 1 . .

„.- W 00 (Q _] U"

3 868 871 7531

336317 56 600

195165 7 325

[|||]!Dll! :.“?-

201 4 8 061 5 201 712 4 128

_ 1 _ 7

28 9

uxemburg Usbkrbaupt. . . . . .

4 471 809 534 326 672 278 221 5 932

| X

Hierzu in dra Monatsn August bis Dezember 1895 .

112 249 425 1 431 1 530 820 1615 381 46 634

Zusammen August 1895 bis Januar 1896 .

In dkmsclben ZLitraum des Vorjahres . . . . . . _ Berlin, den 19. Fcbrnar 1896.

52 566 66 689

1 893 602 1 667 516

1 85M2 3 454 725

116721 234 1 965 141503 460 2 434

Kaiserliches Statistisches Amt.

von Scheel.

Deutscher Reichstag. 43. Sißung vom 18. Februar 1896, 1 Uhr.

Auf dcr Tagesordnung steht zunächst die Fortscyimgwde'r criienBcrathung der Anträge dsr Soziaidcmokratcn und “,xrer: finnigcn, betreftcnd das Vereins: und Vcrsammlnngs:

recht und das Koalitionörecht.

Abg. Rickert (frf. VW.): Nachdem HLN Bachem _namrns desZrntrums sicb d0für entschieden bat, daß nur 61112 Rciolutton angenommen wrrdkn foi], fürcbtr ich, das; nichts zn. stande kbmmen wird. trotzdem bei der Läsfigkeit dcr Rrgierung aizf dissem Gebtkt drr Reichstag etwas tbun müßte, denn es bkrrscht (31,118 Krknzeniose Yer- wirrung auf dem Grbiet des Vsreinsrkchts. Drei esoluiion wurde nur besagen, was der Rriciysiag wicdcrlwli gesagt, Hat, 1. V. am 8. Mai 1872. Ich werde beantragen, 81116 Komrmsfion emzuseyen, Weiche nicht die Anträge begraben, sondcrn, so ausgcstaltcn soll, daß 118 Gesetz werden könnten. Im Mai 1878 War 66 der "Abg. 'von Bennigsen, welcher ein Vereinsgesetz forderte. Unser offentliche's Leben wird eschädigt dmc? dic Willkür dcs. Bkrrmßrscbw; dic verbündstcn cgierungen abcn aber gar kerri Verstandmß fiir Fiese Frage. Man mahnt zum Kampf gegeii die Sozialdkuwkratte, fördert sic aber dadurch, das; gegen diesrlbe in Bezyg auf 'dgs Ver- einsrkcht ungerecht ve'rfabren wird. 1892 wurde. eme Petinbri aus Mecklenburg wcgen des VcreinSreckUs Von der Kommrssidn der Regtérung zur Erwägung empfoblrn! Zur Erwägung, ctn6 katlgbrifchk Forde- rung der Verfaffun ! Die Regikrungen 1305611, erklart, dgß kein Anlaß zu gcscßgkberißcizcn Maßregeln vorhanden 1er. Da munen wir Aylaß nehmen, das Vereinsrrcbt zu regeln. Unssr Antrag w-Zgrn Sicherung des geheimcn Wahlrechts wurdß auch zuerst verspottet, aber schließlich ist cr mit großer Mebrbert_angenommen worden. Wenn die verbündeten Regierungen auch im nachsten Jahre? nicht auf den Antrag eingeben, ist cs doch erfrr'ulici), daß main in Baden und Württemberg jc t in ähnlichem Sinne vsrgebt. Dir Kommtiiwn bat Aussicht auf Er olg, denn Herr Auer hat namrzis seiner Freunde erxlärt, daß sie auf ihren Antrag verzichieii konnten, wenn dgs wurttrmbkrgiscbe Verrinsgeseß Reichögrsciz wurds. Pai! ist krm radikaler Vor chlag. Herr Bachem hat auch die Moglichkewbm- WWE, daß ein Vereiiisrecht nach dem Muster „“des wurttembergtschen a"genbmmen werden könnte. Ich bin empfindlich _vrrlxßtwbrden 4718 Norddeutscher, als Herr Bachem meintk, das berhaitmßmaßtg ruhige Läann Württemberg könnte ein freibéitlichcs VerrmSgrseiZ vertragen. Uns in Preußen _ also einschließlich dcs Herrn Bgchem _ [)„ält er noch nicht für reif genug. Wkr hat denn in Wiirttemberg die Oberhand? Erst kommen die «Herren von der sudde_utschen OlksPärtei, dann die Nationalliberasen und das Zentrum. Wurjtßm- berg hat das freieste Vereinsrecht und die wenigsten Sozial- demokraten. Sachsen und Hamburg, die Musterstaaten in Bezug auf das Vereinsgeseß sind, haben die meisten Sozialdemokraten. Wenn das Zentrum sick; auf eine Resolution beschränken wiil, rann mußte doch wenigstens hineingefcbrieben Werden, was man will, ob mim das württembergische Muiier nachahmen will oder nicht; auch bezüglich der

ÜLÜUUJ der FraUen im Vereinswesen müßte etwas gesagt werdßn, denn diese Frage ist nicht mehr zu umgehen. Es ist doch merkwürdig,

Frauen an politischen Versammlungen, tbeilnebmen können, sogar als Rednerinnen; aber wenn ein Verein vorhanden ist, dürfen ie Frauen nicht einmal an dem Vergnügen dxsselben tbeilnebmen.

kk Schall vertröstet die Frauen damit, daß fie m das Haus gehören. rrS all, der sich auf den Apostel Paulus beruft,welcher§gt: „Der ann ii des Weibes aupt', hätte Weiter lesen soÜen die true, wo KMU,? UJZ! „Wer eiratbet, thut wobl; wer nicht heiratbet, tbut „ffek- , na würden also alle Hausfrauen aus der Welt ersthwindcxn. ie Frauen wollen ihre materielle Stellung ver- kkn und wollen eine Stellung im öffentlichen Leben einnehmen,

dis man ihnen jeßt untr'r Schülern und Lehrlingen (Zinräiimt. .Zu beracbtsn sind die Frauen nicht, die ihre Pctittonen bier eingereicht haben. Herr Schal] msinir, die bcrständigen Frauen verlangxn so etwas garnicht. Schr höflich war das nich_t. . Unter der Etngxabe stebcn 0er auch die Namen sebr Vrrstandxgcr Frauen. .ngst BiSniarck msinte in Liner Ansprache an die Franken, die ihn begrüßten: Haltsn die Frauen fest, an der Politik, so ist disse grficbrrt für die Sit dcr Kendcr, welche die Frauen erziehen. Was sagt Herr Schali dazu? In Baden, Wurtiembcrg, Oldenburg 11. s. w. haben die Fraußwdas Vereins- und Ver- sammlnngsrrcbt, ohne daß dort große Schaqu _entstanden smd. _Es wird unterschieden zwisch€n öffentiickycn und politiscchn Angelegenheiten. Dir gcwandtestcn Juristen sind doch nicht rm'stande, aus. den Ent- scheidungkn der [eßtcn Jahre darüber Klarheit zu verbreiten. Dqs Rcichsgericht hat auch alle: wiribscbaftlichen Angelegenheiten ais polt- tische brzeicbnet, Ebenso die sozialrn ragkn. Das Kaznmergericht hat sogar cntschiedcn, da?; unter die Politik 0086 das short, was unter die Staatswisienscba ten fällt oder faUcn karin. tr sind also voll- kommen rcchtlo§ und am schlimmsten ist die ungleiche Bebandluiig, welche die Verschiedenen Bevölkerungsklaffen erfahren. Selbst Vereine für Volksbildung smd als politische berrachtet worden." In Hannovxr bat die' Polizri eine pbilosophisckye GeieÜschaft als poontiscixn Verein betracbtrt. Ick bedauere, daß Herr von Bennigsen nicht anwesend ist. Der Polizci-Präfidsnt bat dic Gessüichgft 11013 des Wider- spruchs dcs Ober-Präfidentcn unier Poflizeiaufficht gestelit. Wenn einige Leutc sub, obne einen Verein zu bilden, U'm' einen Ttsxb saßen und Von den Wahlen sprechen, so löst der P'olizeibc'gmte die Ver- sammlung auf. Aber beim Bund der Landwirtbe horen die Grsrye auf; da sind die Amtsvorstsber bei der Agitation stark betbriltsi. Eine Zritung batte eincm Amtsvorstcbcr borgeworfen, daß 61? rnit einem Agitawr Bauernfang treibe. Der_Nedakieur wurde von der Klage? drr Beleidigung freigesprochen. Diese Agitatoren des Bundes der Landwirtbe sind diejenigen, welche das Gesey handhaben zu ! ohnk, sondern mit Ansehung der Person., Der Bund dxr Landwirt e steht in lebhaftem Widerspruch zur Regierung, aber die Regierung, die sich so etwas gefallen läßt, verdient, von dieseri Herren bevbr- mundct zu werden. Versammlungen werdcn obne Wettercs aufgelost, ohne jeden Grund. Soll das so bleiben? Versammlungen kosten Geld! Wenn in Pommern Versammlungep von Liberalen angemeldet werde'n folien, so ist der Amtswrsteber nicht zku Hause. Aber wenn der Bund der Landwirtbe eine Versammlung halt, dann schreitet der Amtöborsteber Voran. Die vcrbündeten Regierungxn sollten im Inbet- esse der Erhaltung der Geseüschaftßordnung den burgerlickyen Parteien entgegenkommen. Den Sozialdemokraten wächst, durch solche kleinen Hindernisse der Muth und die Kraft. Jeder Fabrikraum ist die ncztur- gemäße Versammlung drr Arbeiter, dagegen kann mczn mri kerrietxi Gesrye ankommen. Der ru Ke Bürger bat_Furcht, mit der Poltzri, dem Staatöanwalt und dem ichter in. Berubrupg zu kornmen. Die freibeitlicbr Entwickelung und namentlich die Diskussion,1st_ der beste Schuß der beutigrn Staatsordnung. Nicht durch reaktioriare Maß- re eln, sondern durch die freie („Entwickeluyg der 6 sittlichen Dis- kukision und durch eine volkstbümlichkr Politik werden 18 den besten Schuß der GeseüschaFtSordnung finden. Jeb wurde die Regierung bitten, fich nicht able nend zu verhalten, sondern endlich das Ver- einßrecht dem deutsehen Volke zu geben.

Staatssekretär des Innern, Staats-Minister 131“. von Boetticher:

Meine Herren! Es ist nicht meine Absicht, materiell über die Anträge zu diskutieren, welche Sie gegenwärtig beschäftigen. Ick) babe nur das Wort erbeten, um einen Angriff abzuwehren, den der Herr Abg. Rickert gegen die verbündeten Regierungen unternommen - bat. Wenn der Herr Abg. Rickert am Eingang seiner Rede, wie

mir berichtet worden ist, es beklagt bat, daß kein Vertreter derber- bündeten Regierungen am BundeßraibSTisÖ anwesend ßswksen isk- so kann ich das Bedauern darüber tbeilen, und ich beklage das um so mehr, als ich nach den weiteren Ausführungen des Herrn Abg. Rickert der Ueberzeugung lebe, daß auch der erste Theil seiner Aus- führungen für mich manches Interessante geliefert haben würde. Aber der Herr Abg. Rickert wolle das entschuldigen. Es geht den Herren am Bundeöratbstiscbe nicht anders, wie es augenscheinlich der sehr großen Mehrheit dcs Hauses gibt. (Heiterkeit) Wir haben mit- unter auch noch etwas Anderes zu thun, als den Beratbungen des Reichstags beizuwohnen.

Nun, meine Herrey, Hat der Herr Abg. Rickert unter Berufung auf den Art. 4 der Verfaffung den Vorwurf gegen die verbündeten Regierungen erhoben, daß sie lässig gewesen wären in der Ausführung dieses Artikels, soweit er sich auf die Gestaltung des Versammlungs- und Vereinßrechts bezieht. Ich möchte demgegenüber darauf hinweisen, daß der Art. 4 der Verfassung nicht so aufzufassen ist, als ob er eine Verpflichtung für die Regierung borschriebe, die dort angezogenen Rechthaterien unverzüglich der Ordnung durch die ReichSgeseß- gebung zu unterziehen. Der Art. 4 wird vielmehr richtig nur dahin zu verstehen sein, daß er den Kreis derjenigen Gegenstände bezeichnet, auf welche fick) die Kompetenz des Reichs bezieht, und die also bon Reichswegen in Angriff genommen werden können ohne Aenderung der Verfassung. Auf einer Anzahl von Gebieten, die in Art.4 aufgeführt sind, ist auch nach der Reichsverfassung die Landeögesesgebung noch tbätig gewesen und wird Es aucb ferner sein, so lange eben das Reich sich nicht dazu berbeiiäßt, die Materien mit in Angriff zu nehmen.

Nun, meine Herren, ist aber auch materiell der Vorwurf doch um deSwillen unbegründei, weil gerade ,an dem Gebiete des Vereins- und Versammlungßrechts man in versehiedenen Bundes- staaten mit dem dort geltenden Recht durchaus zufrieden ist. Wenn ich sage „man“, so meine ich natürliéb damit nicht, daß jeder Staatsbürger mit dem geltenden Vereins- und Versammlungßreckpt zufrieden ist; aber es giebt Line ganze Reihe von deutschen Ne- gierungen, welche eine Verbesserung der in ckan Ländern geltenden Vorschriften über das Vereins- und Verfammlungßreibt nicht berbeisebnen.

Leider ist auch anzuerkennen, daß die Besorgniß besteht _ und diese Besorgnis; ist auch hier bei Ihren Beratbungen zum Außdruck gekommen _, daß, werm die Reichsregierung die Materie in Angriff nehmen sollte, eine Vereinbarung über das Maß und die Gestaltung der Festseßungen, die zu ireffen sind, außerordentlich schwer zu erzielen sein werde. Ebenso berechtigt wie diese Besorgnis; ist auch der Zweifel, ob durch ein gemeinsamrs Reich8r8cht auf dem Gebiete des Vereins- und Versammlungswesens wirklich überall befferes Recht geschaffen werden wird. Der Gesichtspunkt, daß auf dem Gebiete des Vereins- und Versammlungßrechts die Rücksicht auf die Erhaltung der Staats- ordnung in drn Vordergrund zu stellen ist, wird nicht unbeachtet zu lassen sein; und es ist ganz klar _ auch Ihre Verhandlungen lassen 0166 erkennen _, daß man auf der einen Seite in dem Bestreben- möglichst bisl Freiheit zu Erhalten, und auf der anderen Seite in dem Bestrebrn, einen möglichst wirksamsn Schuß für die StaatSordnung zu gewinnen, sich nicht leicht verständigen wird über die AuSgestaltung des Reichs-Vereins- und Versammlungsreckyts.

Also, meine .Herren, so einfach liegrn die Dinge denn doch nicht, wie der Hcrr Vorredner anzunehmen scheint. Wenn aber der Herr Abg. Rickrrt drn Vorschlag gemacht hat, in einer Kommission den Vcrsuck) zu unternebm€n, ob man nach dem Muster des Vereins- rechts in einem Bundesstaat auch ein Reichsgesrß über Vereins- und Versammlungchht fcriig bringt, so haben wir selbstberständlich dagegen garnichts zu erinnern, und wknn der Herr Abg. Rickert oder die anderen Herrrn, dis sich an dirser Aufgabe betheiligen werden, mit guten Gründen kommen und uns klar machen, daß das, Worüber sie sich verständigén, auch wirklich ein brauchbares und nach allen Seiten bin genügendes chht ist, so werden die Verbünde'ten Regierungen gewiß gern die Hand dazu bieten, daß ein solches als Gescß ver- kündet wird. Aber, wie gesagt, diese Ueberzeugung muß den ver- bündctkn Regirrungen erst beigebracht werden (Zuruf Von den Sozial- demokrairn), und dksbalb bitte ich: Laffrn Sie ab mit Ihren Klagen; schaffen Sie etwas _ ist es gut und finden wir es auch gut, dann wird es Geseß!

Abg. Freiherr von Stumm (Rp.): Eine Vereinbarun über das Vereinsrecht zwischen Bundeßratb und diesem Reichstag ste 1 an er- halb der Möglichkeit. Das haben die Verhandlungen über die m- siurzborlage gezeigt. Denn ein Vereins- und VersammlungSrecht kann nicht radikal geschaffen werden, wie die Herren Von der Linken es wünschen, sondern Es müssen auch die Kautelen gegen den Mi brauch' gefkmden werdrn. Wenn beimBürgerlicben Gesetzbuch das steins- recht im Sinne der Autragsieüer geregelt werden sollte, dann würde für den Bundesratb und für viele Parteien die Annahme des Gefes- buches unmöglich werden. Machen Sie, was Sie wollen! Wenn Sie einen GeseyentWUrf zu stande bringen, so ist das eine Demon- stration, keine praktische Arbeit. Ich bin einverstanden damit, daß im preußischen Landtage die VereinSgeseßgebung einer Revi vn unterzogen wird; aber so weit darf dieselbe nicbt ge en, da die Frauen und jungen Leute die Freiheit der Tbeilnabme bc ommen. Die jungen Leute gehören in die Schule und in die Kirche, aber nicht in die Oeffentlichkeit. Die Rechte der Frauen will. „ick; erweitert Zhen, ' aber vollkommene Gleich-

ext der polittsschen Rechte ur die Frauen will ich nicht. Die vernünftt ie Petition der Frauen ist die aus München ein- gegangene. ie verlangt die größere Rechtsfähigkeit der rauen. Dafür könnexn die rauen in Versammlungen eintreten ncht in Vereinen. Bedenkli ist allerdings die Bestimmung, daß politische Vereine nicht miteinander in Verbindung treten können, dadurch werden die revolutionären und loyalen Bestrebungen gleichmäßi e- troffen. Wenn wir diese Bestimmung beseitigen und gegen &??ß- brauch der Polizei Machtbefugniffe eben, so können ir wobl ans- xommen. Bei der Auflösung der ?ozialistischen VereiZ spricht man immer davon, daß die Arbeiter anders behandelt werden als die Arbeitgeber. Man verwechselt dabei die Arbeiter. und die SYM- demokraten. Katholi che Geseaenvereine sind nicht aufgelöst. Rd

denn alle S_ozialdenw aten Arbeiter? Die Reichsta sfraktion en t keinen Arbeiter, sondern lauter Unternehmer, Journalkfien u. s. w. D e

Koalitionssteibeit besteht; was die Herren immer verwechseln, ist, daß__