1896 / 45 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 20 Feb 1896 18:00:01 GMT) scan diff

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*Der hi “ge Gesanth der N ublik Chile Franci-Zco Antonio into hat sich nach „am herbert, uin Seiner Ma eftät dem KöniZ von Italien sem Be aub, unßssckzrerben 1: erreichen. W hrend einer Abwe en t FUL er weite Zekretär der Gesandtschaft io P. Be a mit der Erled gung der laufenden Geschäfte beauftragt.

Münster, 19. ebruar. Der Provinzial-Landtag für die Provin We tfalen, welcher seit dem 9. d. M. hier tagt, naY eend Jung der hxutrgen . Pleyarsrßung durch den Konigli en Lan tags-Kommrssgr, Wirklichen Gebermen Rath, Ober-Präfidenten Studt mittels folgender An prache geschlossen worden:

Ho eebrte Herren! _ '

Die weftfalis e Provinzialvertreiung darf auf ihre Thatikaert in der heute zum bfcbluffe gekommenen Tagung mit voller Be rie- digun zurückblicken. _

Ébre Vorschläge zur Abänderung der Landguterordnung, Welche dem jeyigen Stande der geseßgeberischen Verhandlungen über "das Anerbenrecbt bei Rentengütern angepaßt Lind, und Ihr Beschluß uber die Bür schaftsleistung des Provinzialver andes für einen zy errichten- den Ver cherungsverein gegen landwirtbschaft1iche Haftpflicht, so_wie

ner die Befürwortung des Antrags wegen Ausgabe dreiprozentrger entenbriefe von seiten der hiesigen Landeskulturrentenbank [egen Zeugniß davon ab, daß es Ihr ernstlicher Wunjch und Wil]? ist, dem szvirtbschxxtlickpen Berufsstande in seiner schw'erigen Lage die helfende n zu ret en.

In derselben Richtung bewegt sich auch der Beschwß, welcher die Für or e für die Wittwen und Waisen der Fachlehrer an den land- wirt s aftlichen Winterschulen zum Gegenstand bai. _ ,

Das Verfahren bei Feststellung der Entschadigung fur Vieb- verluste infolge von Mil brand wird beim Inkrafttreten Ihrer bezüg- licben Beschlusie in wünjschenswertber Weise vereinfacht werden.

Für die Verwaltun der Provinzial-Jrrenanstalten haben Sie dur das von Ihnen bes [offene neue Reglement, dessen Genehmigung ich ei den zuständigen ck?rrrrn Ministern befürworten werde, eine verbeZerte Grundlage es affen. , .

on wesentlicher 5 edeutun für eine gedetblrcbe Entwicklungder Verkehrsverbältniffe in unserer 5Zrovinz ist die von Ihnen genehmigte Mitbetbeiligunq des Provinzialverbandes an dem von der Warstein- Lippstadter Eisenbahn escllschaft beabsichtigten Ausbau voUspuriger Nebenbahnen von SoeLt über Belecke nach Stadt Brilon sowie von Beckum-Ennigerlob nach Warendorf.

Sie haben sich nach eingehender Erwägung dafür entschieden, an einem für diesen Zweck vorzüglich geei neten Platze den Neubau eines Landeshauses aufzuführen, durch wel en das_immer dringender Herxßrdene Bedürfnis; nach Erweiterung der Geschaffßräume Abhilfe m 9.

Im Laufe Ihrer Verhandlungen haben Sie vielfacbeGelegenheit gehabt, sich wiederum zu überzeugen, daß die der Selbstverwaltung des Provinzialverbandes unterstellten Anstalten and GcschäftSzweige in musterbafter Weise geleitet werden und daß namentlich die Ord- nung des Finanzwesens besondere Anerkennung verdient.

Auf Allerböchsten Befehl erkläre ich den 37. Provinzial-Landtag der Provinz Westfalen für geschlossen.

_ Nach dieser Ansprache ergriff dcr Vorstßcndc dcs Provin- 1al-Landtags, Wirkliche Geheime Rath von Oheimb das ori und brachte am Schluß cin dreifaches Hoch auf Seine Majestät den Kaiser und Konig aus, in wclches die Mitglieder des Provinzial:Landtags lebhaft cinstimmien.

Sachsen.

Die Erste Kammrr bewilligte gestern Kap. 1 bis ein- schließlich 7 und Kap. 71.1 des Staatsbanshalts-Etats, wslche Korsten, Domänen und Intraden, Kalkw;rkc, Weinberge, Hof:

pothcke, Elsterbad, „Leipziger Zeitung“ und „Dresdner Journal“ betreffen.

Hessen.

Seine Königliche Hohoit dcr Großherzo kmpfing heute in feierlicher Audienz den ncuernannirn prcnßi?chen Gcsandten, Grafen von der (Holy, welcher sem Beglaubigungsschreibcn Überreichte.

In der gestrigen Sißrmg der Zweiten Kammer er- klärte dcr Staats:Minister' Finger auf die Z'ntcrpcllation des Ab . Schmitt, daß die Regierung im Verwaltungswege bc- rei seit geraumer Zeit die bedingte Begnadigung durch: geführt habe und noch nach Möglichkeit aUSzudehnen gedenke.

Sachsen-Altenburg.

Seine Hoheit der Herzog ist von seiner Reise nach Oldenburg und Brannscbweig vorgestern wicdrr in Altenburg eingetroffen.

Lippe.

Der Landtag ist auf den 9. März nach Dcimold cin- bcrufen worden.

Lübeck.

Der preußische Gesandte Gra! von Wallwiß ist zur Ueberreichung seines Beglaubigungs chreibens heute in Lübeck eingetroffen.

Oesterreich-Ungarn.

Wie die „Wiener Zeitung“ meldet, hat der Kaiser mittels Handschreibens den Oberst - Stallmeister Prinzen zu Liechtenstein interimistisch mit der Wahrnehmung der (Ge: schäfte des Erften Oberjt-Hoßmeisters betraut.

Gestern Vormittag wur e in Wien für den verstorbenen Oberft-Hofmeister Prinzen zu Hoh enlohe in der Karmeliter- Kirche ein Requiem abgehalten, welchem, wie „W. T. B.“ berichtet, die ErzherzoÖin Isabella, der bayerische Ge- sandte, der Nuntius, die inifter Graf Badeni und von Krieg- qumer, die oberften Hofwürdenträger, sowie die Spißen der eril- und Militärbehörden beiwobnten.

Mehrere Klubs haben gestern die Wahlreform- vorla e bcraihen. Ein Communiqué der vereini ten deuts en Ltnken besagt: der Klub habe beschlossen, bet der ersten Lesung der Vorlage „fur deren UeberweisunÉ an einen WahlreformÄZuSschuß zu stimmen und dabei die ereitwillig- keit der Partet zur eingehenden, wohlwollenden und fördernden Vorprufuxrg der _Vorla e zu erklären, da die Partei stets die Notbwendtgkert einer ahlreform auf freiheitlicher Grundlage anerkannt und vertreten habe.

In der heutigen 'Siylun des un arischen Unter- Zauses brachte der Mini ex- räsrdent aron Banff den

ntrag ein: der Reichstaé1 moge eine Deputation von 1 Mit- gliedern (10 aus _dem nter: und 5 aus dem Oberhause) wählen, welche uber die Feststellung des Quoten- verhältni ses der beiden Staaten der Monarchie

berathen so e.!:

ist gestorben. Großbritannien und" Irland. , ," .

Das Unterhaus trat gestern in die Yveite Lesung des von Rollitt ein ebracbten Antrags ein: da die Schieds- gerichte zur 6 un von Streitfragen zwrschen Arbeit- gebern und Arbetne mern vermehrt, daß diese Schieds- erichte zu gleichen Theilen. aus Arbeitgebern und rbeitnehmern zusammengese t würden, und das; ge en Yre Entscheidungen keine ' er_ufun_g bestehen solle. er räsident der Handelskammer Ritchie billi te im Namen der Regierung im Prinzip den Antrag, wüns te xedoch die Ab- änderung einiger Bestimmungen und empfahl die Ueberweisung. des Antra s an den großen Gewerbeausschuß. Das Haus stimmte die em Vorschlage zu.

Frankreich.

Der gemäßigte Dcputirte Chaudey wird in der heutigen Sißung der Deputirtenkammer eme Interpellation iiber die einandkr widersprechenden Erklärungen des Justiz-Ministers Ricard bezüglich der Angelegenheit Rempler einbringen. .

In dem Prozeß gegen die „France“ wegen der Liste der 104 wurden gestern die Angeklagten zu Gefängnißßrafen von 8 Tagen bis zu einem Monat und außerdem soli arisch Fr Zahlung von 2000 Frs. Schadenersaß an den Deputirtcn

eauquicr verurthcilt. Spanien.

Der gestern gemeldete wischcnfall wegen des Vor- tra S des Marine=Offiziers oncas in dcr Geographischen (GL))ellschaft ist, wie „W. T. V.“ berichtet, infolge der Er- klärungen, welche der Minister des Auswärtigen dem Gesandten der Vereinigten Staaten abgegeben hat, vollkommen beigelegt worden.

Belgien.

Die Repräsentantenkammer seßtc esiern die Be- rathyng über das Tabackgescß fort. Der ? rtikel 6, welchcr Bcirrchabgaben für alle Tabackverkaungcschäftc vorschreibt, wurde mit Stimmenglcichheit abgelehnt. Im Laufe der hier- über entstandenen lebhaften Erörterung erklärte der Finanz: Minister de Smet de Nayer, er werde zurücktreten wenn die Kammer bei der zweiten Abstimmunq dicse Eniscizcidung bestäii en und im Senat die Tabach-Acci)e ohne BewilliYmg fiskaerhcr AUSgLeichun aufgehoben werden sollte. Der bg, Wocste &Rrchtc) bcmü te sich, für die demnächst stattfindende zweite Abtimmung iiber den gesammten Artikel6 seine Partei von ihrem Votum abzubringen. Dic Sißung wurde sodann aufgehoben.

Türkei. _ Nach einer Meldung des „W, T. B.“ aus Kon- itantinopel haben sämmtliche Signaturmäcbte des Berliner

Vertrags nunmcbr den Prinzen Ferdinand von Sachsen: Coburg als Furstcn von Bulgarien anerkannt.

Bulgarien.

Dcr Exarch und dicAbgesandten des Sultans find, dem ,I). T. B.“ zufolge, heute früh von Sofia abgereist. Der Prinz Ferdinand, die Minister, die Spißen der Be- hörden und zahlreiches Publikum waren auf dem Bahnhofs anwesend; eine Kompagnie Infanterie und eine Eskadron Kavallerie erwiesen die militärischen Ehrcnbrzeugungen.

Schroeden und Norwegen.

'In der schwedischen Zweiten Kammer fragte, dem „M. T. B.“ zufolge, gestern der Abg. Hedin bei der Be- raihung ch Budgets des Ministeriums des Neußern cm, warum der Minister des Acußern die anhaltend auf- tretendcn Gerüchte über den Anschluß Schwedens an den Dreibund nicht dementiert habe, und interpellierte den Minister über die Auflösung des skandinavischen Vereins in Hannover, weil der Vcrein nicht an der Jubiläumsfeier des Deutschen Reichs theilgenommen habe. Der Minister des Aeußern (Graf Douglas betonte die neulralc Zoiiiik Schwcdens und Norwegens und erklärte: Es sei sehr s wer, in den ausländischen Zeitungen ein Dementi veröffentlicht zu bekommen; die irreleitcndcn Meldun en xcien auch oft nach Stockholm zurückzuführen. Was die uflö ung des skandinavischen Vereins in Hannover betreffe, so habe kein Schwede diesem Verein angehört, Mehrere in Hannover an- sässige Norweger hätten über das Verhalten ihrer dortigen ]Üngrrcn Landsleute ihr Bedauern ausgesprochen.

Amerika.

Aus Havanna wird berichtet, es sei den Führern der Jnjurgenicn Macro und Gomez gelungen, ich zu ver- einigen. .

Afrika.

Die „Agenzia Stefani“ meldet aus Massowal): Der Genxral Baratieri habe am Dienstag Abend berichtet, daß an diesem Tage in Sauriat vollständige Ruhe geherrscht habe; Streifzüge der Feinde würden in der Richtung nach Ars um und Darotacle gemeldet. Das siebente Bataillon der Ein- geborenen:Truppen habe den Paß von Alequa beseßt. Der Oberst Stevani sei mit drei Bataillonen und einer Batterie in Maimarat eingetroffen; er habe in Debradamo eine Be- saßungstruppe urückgclassen und führe den Prior eines Klosters und weis Rebe cn mit sich.

Parlamentarische Nachrichten.

Die Berichte Über die geftrigenSißungen desNeichs tags und des Hauses der Abgeordneten befinden fich in der Ersten Beilage.

- In der heuiigcn (45) Sißung des Reickzsta 43, welcher der Staatssekretär des I nern, StaatS-Minister r. von Boetticher, der Staatssekre är des Reichs- Schaßamts 1)r. Graf von Pos adowsk und der Kriegs-Minister, _General Bronsart von Schellen orff beiwohnten, wurde drezweite Beraihung des Reichshaushalls-Etats und zwar des erétithFtr-Etats bei dem Kapitel „einmalige Außgaben“ o gee . ,

(Schluß des Blattes.)

Der ungarische Oberst-Siallweifter Graf Stefan Erdödy'...) Ab - In der heuti en (WMJYWFÜW Hauses der

;, eordneten, wel er der er r Handel und Ge- wer e Freiherr-von Berlepsch beiwohnte, wurde die Weite Beraihung des Staa'tsharxshalts-Etats fur 1896/97 beim Etat der Verwaltung fur Handel und Gewerbe fort-

geseßt. Bei den Einnahmen aus den Baugewerkschulen

dankte *

Abg. Zeliscb (kons.) dem Minther dalfür, daß er für das technische nterrichtswesen die immer in , er )eblicbe Summe von 270000 „46 in den Etat eingestellt habe. Bisher war das gewerbliche UnterrichtSWesen Preußens viele Jahre hindurch ein Stiefkind gewesen. Die Baugewerkschulen dienten nicht einem rein lokalen, sondern den Be- dürfnissen der Provinzen und des ganzen Landes. Sie hätten sich sehr gün tig entwickelt und seien auch für andere Schulen nagoabmenswerth. ie Hälfte sämmtlicher Lehrer sei fest und pensionsfahi angestellt, wäh- rend früher das Lehrerkollegium der Baugewerkßchulen mit einem Taubenschlage zu vergleichen war. Zu wünschen wäre nur, daß das Gehalt von 4200 .“ nicht 5103 den akademisch vor ebildcten, sondern auch solchen Lehrern gegeben werde, welche si bewor- raaende praktische Bildung an eeignet haben. Auch das Niveau der Vorbildung der Schüler Lei ein höheres geworden, und der Verband der Innungs-Baugewcrkvereine babe si in dieser wie in anderer Beziehung Hervorragende Verdienste erwor en. Die Zahl der in Preußen bestehenden Baugewerktchulen reichen aber bei weitem nicht aus; Tausende von Schülern hätten zurückgewiesen werden mit en und es sei notorisch, das; jährlich 3000 preußische Gewerkscbüler in zumt eif minderwerthigen außerdsutsckycuBaugrwertscZsßulen ernUnterkomme'n finden. Ein großer Kultursiaat wie Preußen e für das Schulbedürfniß [einer Landcskinder )elbcr sorgen. Das sri um so nothwendiger, als keit Einführung der Gewerbeordnung von 1869 durch den Fortfall des Lebrzwangs und des Befähigungßnacbweises das deutsche Bau- handwerk in technischer Hinsicht unendlich zurückgegangen sci, Verkrachte Kaufleute, Restaurateure, KeUner oder andere un- qualifiziertc Leute bejheiligen sich beute am Bauunter- nkbmertbum als „Zimmermeister“, .Maurermeister' oder gar als ,Baumeister“. (Eine Folge davon _sei die furchtbare Serie der Baueinstürze der [813th Jahre. Allerdings seien auch einige gelernte Bau ewctkmeister an diesen Baueinstürzen betheiligt gewesen; das sci aber iZebr erklärlicl), weil sie mit der (ihm!: igen Konkurrenz einen Kampf nur aufnehmen und ihr Leben iri ten k nnen, wenn sie auch ihrerseits billi eres und minderwertbiges_ Arbeitspersonal einstellen. 1) Millionen deutixcber Bauarbeitcr sind mtt ihrem Leben und ihrer (GesundbeitArbeitgebcrn preisgegeben, welcbe ni tdie nötbige Fachtücbtig- keit besiyen. Aüjährlich könnten Hunderte und ausende deutscher Bau- arbeiter Leben und Gesundheit brbalten, wenn durch die GeWcrbc- ordnung Von 1869 nicht das höchst verantwortliche Baugewerbe für vogelfrei erklärt worden wäre. „Darum bitte er die Regierung, die Zahl der preußischen BaugeWrrkicbul-In zu vermehren, namentlich in den Provinzen Brandenburß, Westfalen und in der Rheinprovinz. Die Provinz Pommern bkfißeü erbaupt noch keine solche Schule. Vielleicht werbdx ck to grlingcn, das preußische Baugerverbe wieder zur Vlütbc zu ringen.

Abg. 131". Krovais check (kons): Dem deutschen Handwerk ist seit 1869 der Boden immsr mehr unter den Füßen geschwunden. Der Mangel an gecigneten Baubattdiverkerschulen macht fich in PreuÉen bksonders fühlbar, sodaß zahlreiche Schüler in die kleineren deuts cn Staaten zum Bksllck) dicserScbulen gehen müssen; insbesondere gehen zahlreickye Schüler aus der Provinz Branden burg nach Mecklenburg- Sjrel;xz. Wknn die Errichtung einer solchen Schule in der Mark in Erwägung gezogen Werde, so möchte ich dem Ministrr die Stadt Brandenburg besonders empfeblrn mit Rückstcht daraus, daß dort einc großartig ausgestattete Zeichen- und Gewerbcjchule, die Wredow'sÖe, bereits besteht. Bedauerlich ist, daß auf den Baugewerkschulku und ähnlichen technischcn Schulen der Religionsunterricht gänzlich vc'rnacb- lässigt wird. - Der Tiichierfacthhule in Magixburg, einer vorzüglich geleiteten Anstalt, soll der bis er gcleistcte Staatszuschuß entzogen werden zu Gunsten einer größrren dortigen ewkrblicben Schule:. Um dicsr Schule in ihrer bisherigen Blütbe zu er alten, empfiehlt es sich, das- eine zu thun und das andere nicht zu lassen.

Abg. Dittrich (Zenn) empfahl die Einführung des Religions- unterriciyts in den gewerb1ichen Lehranstalten. -

Abg. Krawinckel (nl,): Auch wir legen Werth auf die Sitt- lichkeit der Schüler der gewerblichen _Schulen; allein es ist dort cinc solche UeberfüUe von Stoff zu bewaltigen, dai; die Forderung des Vorredners nicht unbrdenklich ist, und wir meinen, das; dir Erhöhung der aligemkinen Bildung und des technischen- Könnens auch dazu beiträgt, den Menschen zu veredeln. Es kommt auch in Betracht, daß die Schüler den verschiedensten Alters- stufkn angehören, sodaß auch die 'Bebandlung des Religions- unterricbts einc verschiedenartige sem wüßte. Der Kirche ist durch die Seelsorge und den Gottesdienst hinreichend Gelegenheit gk- botcn, auf die Schüler einzuwirken, ohne, daß möglicherweise der Konfesfionöstreit in die S nien hineingetragen würde. Es wird jext viel schön€r, oltdsr und wjrtbschaftlicher gr- baut, a 2: Vor drr Einführung der Gewerbeordnung. Diese hat angrzcichnsic Früchte gezeitigt. Die Aufnahmebedingungen für die Baugrwerkschulen sind lctdrr ganz unglücklich geregelt, dak Schülermaterial ist ein ganz vkrschiedencs. Die Lücken in dem all- emeinen Wiffcn vieler Schüler sind zu groß, als daß sie von dem

esuch der Schulrn ein8_n dauernden Vortheil haben. Andere Schüler haben eine höhere Bildung, h_aben das Ciniäbrig-Freiwilligen- Zeugnifz, und es ist unpädagogii'cb, alle diese Schüler in einer Schule gemeinsam zu untsrricbten. Hierin muß Wandel geschaffen werden. Bei den technischen Mittelschulen für dM Maschinenbau ist eine solche Scheidung zwischen den Schülern schon eingetreten. Pian klagt, daß es keine ordentlichen Gesellen mehr gebe -- nun, Gesellen will man doch ei entlich auf den Baugewerks- schulen nicht ausbilden. Bezüglich der iothlage dcr Baubundwerkcr wird meine Fraktion Ihnen demnächst durch einen Antrag Wanrechj den einzig richtigen Weg zur Sicherung der Forderung der Bauhand- werker vorschlagen.

Abg. Euler (Zenit) besprach die Frage der Einführung eines bé- sonderen Neligionßuntcrrichts für die Fortbildung6schüler; ein solcher Unterriäht sei bereits in Aachen des Sonnta s Nachmittags ein efübrt. Der 6. Allgemein? deutsche Handwerkertag Habe auch eine Re olution zu Gunsten solchen Unterrichts angenommen, die religiöse Erziehung sei das beste Mittel gegen die Sozialdemokratie. Bet SubmissiOnen können die Unternehmer, Welche ihre Handwerker einfach nicht bc- zahlen, natürlich die billigsten Preise mcxchen.

Abg. Pleß ZZentr.) betonte gleichfalls die Notbwendigkeit der religiöjcn Er_zie ung; nur wer seinen Katechißmus vergessen habe, sei reif für die wilde Konkurrenz ohne Rücksicht auf die Lauterkeit der dabei angewandten Mittel. Die größte Gefahr sei es, wenn man das jenseitige Leben verneine, wenn man sage: Den ?immel überlassen wir den En eln und den Spatzen. Wir „ba en große Fortschritte im gewerbli en Leben gemacht, daß aber dre Zufriedenheit dadurch gefördert sei, körzne man nicht behaupten. Wenn man die Religion nicht fördere, fuge man dem Staat einen Schaden zu.

' Abg. Dittrich vertrat nochmals gegenüber dem 21ng Krawinkel feine AqscbauunLen über den Werth der Religion für ie Bildung des sittlichen C arakters.

Abg. Feliscb bemerkte gegen den Abg. Krawinkel, daß die schönen und soliden großen Bauten in grrÉen Städten nichts Hessen seine Meinung von der Schädlichkeit der ewerbeordnung bew e en Wenn man das Handwerk kennen lernen wolle, so gebe man nicht in die großen Städte, sondern auf das Land, wo es mit dem Handwerk s ehr traurig liege und nur Befähigungönacheis und Innungen helfen könnten. Die Zerschlagung der Ein eitlicbkeit unserer Bau- ewerkschule die sich vortrefflich entwickelt babe wäre ein

nglück. urch eine Trennung würde man Höhere und ni,dere Bautechniker erzielen, es sei aber ganz verkehrt,.

daß die Bauhandwerksweister auf dem Lande eine geringere

b'sdun ,brau ten als in der Stadt, eher im Gegentbeil, denn in YX'ÉTÉÜLÜÜMFM' „di,? 'Mxkstexß (mr andere _ HilfStnittel zur Vor-

""'r't'n' "als ait ***,"jdém Lande.“ (üiü würde“"nur-:„Baugewerwmeifier“. Eßergund "ziveitfer"Klaffe'schäffen.„'*'Z'rb'i'bitte den Minister, [9169211 Bex :

strebunaen enigegenzutreten. (Schluß des Blattes.)

Nr. 8 der Veröffentlickyungen des Kaiserlichen Gesund- heitsamts', vom 19. kbth, hat folgenden Inhalt: Gesund- heitsstand und Gang der olkskrankheiten. - Zeitweilige Mußte eln gegen Cholera )C- - Geseyaebung u. s._w. (Deutsches Re ch.) Medixinalwrine'. -- (Preußen.) Volksschulbäuxer. - Prckenerkrankungen. -- (Berlin.) Gebeimmittel-Ankündigung. - Salzstreuen auf den Bür erstei en. _ (Schwarzburg-Nudolstadt.) Leichenöffnungen. _ (Oeserrei .) Wuthrdächiige Thiere. _ Arzneitaxe, _ (Böbmrn) Sterilisierstifte. - (Schlesien.) SodawaffererzeuYun'g.-(Frankreich.) Seesan tätspolizei-Reglemeni. - Gang der T ier ertcherx .in Groß- britannien, 29. September bis 28. Dezxmber. -- Zeriivetlrae Maß- regeln egen Thierseucben. (Preuß. Reg.-Bez. Schleswig, Württem- crg, talien, Schweiz.) -- Verhandlungen von geseßgebenden Körperscbaften. (Preußen.) Staatsbausbaltß-Etat 1896/97 (Schluß). - (Sachsen.) Aerzilicbe Bezirkaereine. - Vermischtes. Freußen - Baden - Oesterreich.) Gebeimmittel. »- (Berlin.) - iargarine und Miscbbutter. - (Oesterreich,) Aussixllung für körper- liche Erziehung, Gesundbeiispfly e und Sport 111 Innsbruck. "." (Dänemark.) Margarine. - Ges enklisie. -- Wochentabelle über dre SterbcfäUe in deutschen Orten mit 40000 und mehr Einwohnern. * Drögl. in größeren Siädtrn des Audiandes.,-- Erkrankungen in Krankenhäusern deutscher Großstädte. - Drszzl. m deutschenStadt- und Landbezirken. - Witterung. - GrundWafferstand und Boden- wärme in Berlin und München, Dezcmber. - Beilage: Gerichtliche Entscheidungen auf dem Gebiete der öffentlichen Gcsundbeitsvflrge (Heilmittel).

Entscheidungen des Reichögerickxts.

Das Recht des Selbsthilfeverkaufs seitens des Verkäyfcrs einer Waarr für Rechnung des säumigen Käufers ist, nach einem Urtbeil des Reichsgerichts, ]. Zivilsenats, vom 11. Dezember 1895, an eine Frist nicbt gebunden, vielmehr kann Verkäufer den Jeiipunkt des Selbstbilfeverkaufs so wählen, wir es- seinem «nteresfe entspricht; nur darf er sich dabei cines arglistigen Verhaltens nicht zu Schulden kommen lassen. (349/95)

"Hat ein Mitglied einer offenen Handelssesellschaft durch Zession von einem Gcscilschastßglänbiger dessen Forderyngs- recht erworben, so baftc'n ihm, nach einem Urtbeil des Retengertcbts, 11. Zivilsknats, Vom 13. Dezember 1895, im Gebiete des Preuß. Allg. Landrrcbts die übrigen Gcieüschaite'r für die auf sie kommenden Antbeile dieser (Gesellschaftsschuld, also bei einer aus zwri Mitgliedern brstebenden Gesellschaft haftet der andere Gefe_[1schaftrr,sofern der Gesell- schaftévertrag nicbts Anderes bestimmt, zur Hälfte. „Dem ursprün - lichen Gläubiger S. haftetrn für seine Forderung sowohl die Gesrüscha t als nach Art. 112 H.-G.-V. die Gese schafter; durcb die Abtretung der

orderung an einen der GeseÜscbafte-r trat nun zwar Vereinigung des

läubigerrecbts und der Verpflichtung in den Händen des eincn Solidarschuldners rin, damit abkr nacb §§ 492, 493 drs Alig. L.-R. 116 keineswxgs völliges (Erlöschkn der Verpflichtung des anderen Solidarscbuldners, vielmehr wurde nach § 494 a. a. O, nur bewirkt, daß der Klä er bci Geltendmachung drs erworbenen Forderungßrkchts gegen den itscbuldm'r sicb denjenigen Antbeil anrechnen muß, für wxlchcn er dem lrßtcren, wrmr dieser den Gläubi er S. bcfriedigt batte, vxrbaftet sein würde. Dieser Antbeil ist, so??.rn der zwischen den Mitichuldnern bestrbende Vertrag nicbis Anderes bestimmt, nach §§ 443-445 A. L.=R. 15 die Hälfte.“ (235/95.)

- Zur Wirksamkeit eines antichretiscben Pfandrecbts an einem Grundstücke gegen Dritte ist nach einem Urtbeil des Reichs- ericbts, U. Zivilsenats, Vom 14. Dezember 1895, im Gebiete des €IMMO. Allg. Landrcchts neben dem schriftlichen Pfandbettrage uud drr Lintragung dss Psandrecbts im Grundbuch auch die Uebergabc, die Einräumung des BeiiZLS'des Grundstücks erforderlich. Weder die Beurkundung eincr erfolgten Uebergabr des Grundstücks, trotz- dem sie tbatfächlich nicht erfolgt ist, noch_die bloße Mittbrilung an die Mietber von der aniichretiscben Verpfandung rrfe t die erforder- liche Einräumung des Besißes des Grund tücks. .Wenn auch in dcm Pfandbertrage von den Vertretern der Klägerin (einer Kreditbank) und von deren Srhuldner M. anerkannt ist, die Urbcrgabe des Grundiücks an dic Klägerin babe stati kfunden, und wenn darin auch die lägerin sich verpflichtet hat, das rundstück wirtbschaftlicb zu Verwalten, so wurde dadurch an den ibatsächlichen Besiyverbältniffen nichxs geändrrt, nach welchen M. in dem Hause wohnen blieb und nach wie vor das Haus Ostwaltete und insbesondere die Mieth insen von den Mietbern einzog, nach welchen also dasHaus in dem aturalgewabrsam des M. blieb. Eben- sowenig ist der Umstand Von Vedeutun , das; angeblich M. dc'n Mietbern Mittheilung von der antichretis en Verpfändung gemacht hat. In jener bloßen Mittheilung ist ein Uebergabeakt nicht zu er- blicken; denn in dem Wesentlichen, in der Verwaltung des Hauses 7148857975651 Schuldner M., trat dadurch allein keine Aenderung ein.“

Entscheidungen des Oberverwaltungsgerithts.

Die polizeiliche Erlaubniß der Ableitung des zum Betrieb einer Färberei, Geibrrci und äbnlicher Anlagen benutzten Wassers durch die städtische Kanalisation nach einem Flu kann, nach einem Urtbeil des Ober-VenvaltungSgerichts, 111. nats, vom 24. Juni 1895, zurückgenommen werden, wknn durcb iene Ableitung der BedaL der Umgegend an reinem Waser beeintrackoiiTt der eine crbebli e Belästigung des Publikums ver- ursacht wir . „Der § 3 des Gese es vom 28. Februar 1843 bestimmt:

„Das zum Betrieb von Färbereen, Gerbereien, Waikrrei und ähn- lichen Anlagen benußte Waffer darf keinem Fluß zugeleitet werden, wenn dadurch der Bedarf der UmgerZend an reinem Wasser beein- trächtigt oder sine erhebliche Velast gung des Publikums verursacht wird. Die Cntscheidun hierüber steht der Polizeibehörde zu." Hiernach war die Polizeibe örde befugt, Anordnungen zu treffen, welche eeignet erscheinen, der mit einer erheblichen Belästikmng des ublikums verbundenen Abführung der Abwäffer aus drr kägerischen abrik nach der Deichsa, einem Pridatftusie, vorzubeugen. Auf keinen all sieben dem Klägerdie §§ 16 ff. der Reickos-Gewerbeordmtn zur eite. Färbereien gehören nicht zu den einrr besonderen Genebm gun nach den Vorschriften in § 27 der Preuß. GEWerbeordnung J? 1115. des Preuß. Geseßes Vom 1. Juli 1861 oder §§ 16 fx. eichs- Gewerbeordnung unterstelit gewesenen bezw. noch unterstellten gewerblichen Anlagen. Dem Klägér ist daher eine feine Rechte und flicbten m Bezug auf den Betrieb seiner Färberei nach aßgabe der gedachten geseßlichen Vorschrixten re einde gewerbliche Konzession nicht ertbeilt wordkn. Unter die en Umsi nden war die am 1. Juli 1890 ertheilte polizeiliche Erlaubniß zur Enit?- tunX des Färbereigrundstücks und die am 5. ebruar 1891 ertbeii : glei_ e Erlaubnis; zur Anle ung von Klärbas ns und zur wider- kaltcben Ableitung des Fa rikwassers in die städtische Kanairobr- ieitung keine solche durch welche über die rage, ob die Ableitung m die Deichsa polizeilich zulässig sei, für mmer bat Bestimmung

.-

getroffen werden können. Die ertbeilte poli eiliche Erlaubnis; war viel-

mehr widexr-uflicb, [obakd der Kläger po izeilicb “nicht zu duldende Verbältniffe hervorr ef.“ (111 822.) a

Statistik und Volkswirthschaft.

Vorläufige Ergebnisse der VolkSzählung vom 2. Dezember 1895 in Württemberg.

Nach den Veröffentlichungen des Königlichen Statistischen Landes- amts ist die Fahl der württembergischen Städte mit 20000 bis 100000 EinWo nern (5 gegenüber der Zählung vom 1. Dezember 1890 gleich geblieben, e enso die der Stadte mit 10000 bis 20000 Secan (7). Dagegen sind zu den 31 am 1. Dezember 1890 5000 und mehr Einwohner zählenden Gemeinden 4 neue etreten, ferner haben 3 weitere Gemeinden die Zahl von 4000 übers ritten. Stutt- gart (mit Vororten) zählte am 2. Dezember 1895 157 700 ortsanwesende ersonen (gegen 139 817 am 1. Dezember 1890) , Ulm 9 303 (gegen 36191), Heilbronn 33 470 (gegen 29 941), Eßlingen 23 918 (gegen 22 234), Cannstatt 22 509 (gegen 20 265), Reutlingcn 19 830 (gegen 18 542), Ludwigs- burg 19279 (889911 17 418). Gmünd 17282 (gegen 16817), Göp- pingen 16186 (gegen 14 352), Tübin en 13 989 (gegen 13 273), Ravensburg 12 705 (gegen 12267), Tutt ingen 11640 (gegen 10 092). Sämmilicbe 49 Gemeinden mit 4000 und mehr Einwohnern wiesen eine ortsanweiende Bevölkerung von 605 026 Köpfen (gegen 555103 am 1. Dezember 1890) auf, die 64 Oberamtsstädte eine solche von 593 529 Köpfen gegen 551348). Ist auch das vorläufige Ergebniß der letzten Volksz blung für das ganze Land noch nicht bekannt, so zeigst! doch schon die vorliegenden Veröffentkichungen, das; die Ent- völkrrung der kléinen Orte und des platten Landes, die bereits durch die früheren Volkßzählungen nachgewiesen worden ist, in Württemberg immer Weiter fortschreitet, AÜein von den 33 Gemeinden mit 1000 bis 4200 Einwohnern Weisen nicbt weni er als 16 gegenüber der Volkßzäblung von 1890 eine zum tbeil rr t erbeblicbr Abnahme dsr Bevölkerung auf, während 10 weitere und von den 32 Gemeinden mit 4200 bis 9150 Einwohnern 12 entweder garnicht oder nur um wenige Köpfe zugenommen haben.

Im lübeckiscben Staat betrug die ortßanwesende Bevölke- rung am 2. Dezember 1895 nach den vorläufigen Feststellungen 83 324 Personen (40 273 männlichen und 43 051 weiblichen Geschlechts) gegen 76 485 am 1. Dezember 1890. An Haushaltungen waren im Jahre 1890 17 702, am 2. Dkzernbcr 1895 dagkgen 19 613 vorhanden.

Bremens Waareneinfub r beirug nach dem eben erfolgten Abschluß: im Jahre 1895 3112481 c 5 1000 kx: Vo. 806306101 :44 grgen 1894 . 2881197 d 5 1000 kg ., 694 485 348

also 1895 + . 231284 t und 111820753 «44

Der Men e nach war bisbrr die Einfuhr im Jahre 1894 die

größte, dem ertb nach die drs Jahres 1891 mit 789 753 471 «M

Die 1895 Er Einfuhr übersteigt beide und ist darum die größte, wslche Bremen übcrbaubt gehabt hat.

_ Von dem Mehr Von . . . . . . 111820753 „M entfallen auf Eigen- und KommissionSgut . 47878142 auf sogknannté Spedition . . . . . . . 63 942 611 ,

Unirr „Spriiiion“ find bier aucb Waaren subsumiert, die unter Vorschußzablung sciiens _eines bremisan Kaufmanns durchgeführt wurden oder derrn Einkaui ein bremis er Kaufmann als Agent ber- mittelte, derkn Durchführung dann aber ein Spediteur besorgte.

Von der Einfuhr kamen

aus 1895 1894 dem Deutschen Reich . r 287 634 793 «14 237126951 „44

194 652 249 74 776 264 . 47 907 970 Afrika . . . . 11742 203 10 070 869 Australikn . . . . . . . . 27 377 367 , 18 425 452 Aus allen Staatkn ist also mehr eingeführt; beim Deutschen Reich beträgt die Zunahme über 50 MiÜionen Mark, bci den Vsr- einigten Staaten etwa 33 Millioncn Mark, Asrcn und Australien (Reichs-Pofidampferlinien) [affen ein Plus von 14 Millionen Mark crsebkn, an dem Rest von cbenfakls 14 Miüionen Mark partizipieren die übrigen Gruppkn. _ Von den Hauptartikeln drs bremischen »andcls wurdcn zugeführt, in Tonnen zu 1000 kg Netto gsrechnrt: 1895 1894 1893 275 861 202 620 175 356 Getreide . 438 880 367 926 288 233 Petroleum . . . 120948 139525 130 763 Reis . . . . . . 248 246 218 286 250 547 SwaoUe . . . . 74587 56 958 61395 Ta ck . . . . . 49 682 45 971 58 373 Von Baumwolle, Getreide und Schafwolle ist im abFTlaufencn Jahre mehr als je zuvvr importiert, von Petroleum, ' eis und Taback dagegen sind in früheren Jahren schon rößere Mengen zuge- führt, und zwar von Petroleum im Jahre 1 79: 212 929 r, von (YFZLW Jahre 1891: 302652 1, you Taback im Jahre 1878: “(.

228 174 627 82 720 850 52 922 261

drn Bere nigten Staatsn . dem übrigen Amerika. Asien . .

. . dem übrien Europa. , . . , 115734000 , 111525593

Baumwolle .

Zur Arbeiterbewegung.

In Kottbus ist vor einigen TaJcin ein Aus stand der TeZtil- arbeiter ausgrbrochen, weil den rbeitern eine geforderte obn- erböbung und die Verkürzung der ArbeitSzeit auf elf Stunden nicht bewilligt wurden. Wie der „Köln. Ztg.“ vom gestrigen Tage telegrapbiert wird, hat der Ausstand inzwi chen sebr roßen Umfang an enommen. In sieben bedeutenden Fabriken ha en sämmtliche Ar eiter die Arbeit niedergelegt. _

Hier in Berlin wurden gestern vor dem Gewerbe ericbt als EinigungSamt die Verhandlungen zur Beilegung des Aus fands in der Herren- und Knabenkonfektion e übrt, die Abends mit einem alle Theile befriedigenden Vergleicb ab [offen. Von den Kon- fektionären wurde ein Mindesttarif vorge egt, der von den Vertretern der Arbeiter als unannebmbar bezeichnet Wurde; auch über eine prozentuale Lohnerhöhung konnte man Zeh nicht einigen. Der Ge- richtshof machte dann folgende, von den eituxigen mitgetheilten Ver- gleicbsvors e: 1) Die Konfektionäre bewilligen einen 121% Lohn- zuscbla?) an a e vor dem Ausstand gezahlten Lobnsätze. SoUtcn die- selben ie Minimalsäße des von den Konfektionären vorgeschlagenen Minimaltarifs nicht erreichen, so ist mindestens der Betrag des tarif- mäßigen Minimallobns zu zahlen. 2) Unter den Lobusätzen des Tarifs dürfen Arbeiten Weder an Zwischenmeister noch an Arbeiter auSge oben oder von ihnen übernommen werden. 3) Die nach diesen äsen zu zahlenden Löhne sind für jcdss Ge- schäft durch Aushang im Geschäft und bei den Zwischenmeisiern bekannt zu geben. 4) Die Zivis enmeisier verpflichten sich zur An- briniZung des Aushangs, sowie erner: ihren Arbeitern den voll erzie ten LohnzuscblaZ zu _gewäbren. 5) Die Konfektionäre ber- pslichten sicb, wis enmei-ier, welche die Bestimmungen unter 4 n cht erfüllen, ernerhin ncht zu beschäfti en. ebenso verpflichten sich dre Zwischenmeister, für Konfe onäre, welche die vorstehenden Verpflichtun en nicht erfüllen, zu arbeiten. 6) Der Ausstand der Arbeiter er Herren- und Knabenkonfektion wird sofort aufgehoben. 7) Das Cini ungöamt wird über die Feststellung des spezialisierten Wuimallobntar 6 weiter verhandeln und die Fest- stellung eines solchen durcb Verglei oder Schiedsspruch herbeiführen; die erforderlirben Grundlagen ollen dur umfangreiche Be- weiSaufnabmen unter Zuziebun von ertretern der drei betbeiligten Kategorien, [welcbe Pcb zum Erscheinen bei dem

Einigun mt ver? icbten, bes fft werden. . 8)_.',§ckie. Ein-

! “urig ne'r Komm sion zur „Sebi Mung-“von-

; o" w e fur die "Reformen des ArbéitSanfangs und der Ablie erung soli *

gleichzeitig ,mit _der Lobntarifsfeststeu'ung “Yol en,“ ebenso der Ausbaus des noch auSzuarbeitenden Lobutarifß. 9 oßnabrecbnunq und Lobu- zablung bat wöchentlich einmal u er olgen. 10) Maßreßelunaen dürfen nicht statt nden. - Die ertreter aller drei arte n: der Konfektionäre, * eister und Arbeiter, erklärten sich mt diesen Be- dingungen mündlich und schriftlich einverstanden. _

Kunst und Wissenschaft.

:ti: Die Februar-Ausstellung des Kunst-Salons von F. Gurlitt, die gleichzeitig mit der Ausstellung der )(1 eröffnet wurde, führt uns eine Reihe jüngerer Berliner Maler in ihren neuesten Werken vor. An Umfang und Bedeutung nimmt Lesser, Uer's großes Gemälde .Jerusalem' den ersten Play darunter em. u einer Bank am MeereSufer, neben der zwei Pinien anfragen, bat si eine kleine Schaar jüdischer Männer und Frauen beim leßten Strahl der Abendsonne zusammengekauert ; Verzweiflung, dumpf brütender Schmerz, Resignation, Wahnsinn spricht aus den Gestalten der Gruppe, deren Contur fich machtvvl] von dem lichten Abendhimmel abhebt. Ob der Künstler bei der Conception feines Bildes eine besondere alttestanren- tariscbe Situation, wie etwa die trauernden Judrn an den Wassern Babylons, im Sinne gehabt oder schlechthin eine Schilderun mensch- licbsn Elends geben woÜte, entzieht sich unserer Kenntmgß. Rein künstlerisch genommen, bedeutet das Bild einen großen Schritt vor- wärts in der Entwickelung Ury's, der sich hier zum ersten Mal eine große Aufgabe gestellt hat und zweifellos auf dem damit beschrit- tenen Wege noch manchen Erfolg erringen wird. Das; dieser erste Versuch des erst dreiunddreißigjabrigen Malers noch keinen völlig in sich abgeschlossenen Stil zeigt, rst begreiflich; den Ernst echt künstlerischen Strebens, dem er im Ringen mit seinem Stoff „bekundet, wird kein unbefangener Beurtheiler verkennen. Weit weniger ver- mögen wir aus den farbensymbolistiscben Bildern Martin Bran- denburq's den Zwang innerer Notbwendigksit und die Eigenart einer vollen Persönlichkeit berauözufinden. Die in unmöglichen: Liebt schillernden, halb naturalistischén, halb phantastischen Malereien haben etwas Unfertigcs und Spielerisches an sich, das kerne ernst? und anhaltende Theilnahme für dieses unerfreuliche Gemisch von Blafiertbeii und Kindlicbkeit aufkommen laßt. Den derb cbargievten Schilderungrn des Berliner Pbilister- und Pcoleiarierlebens von Z). Baluschrk fehlt jeder versöhnliche Zug echten Humors; aucb läßt die malerische Haltung Feinfüblrgxeit des Blicks durchaus vermissen. Das; diese letztere Eigenschaft allem einer Künstlrrpersönlicbkeit noch kein feff€1nd€8G€Vkä§12 verleiht, beweist die koloristisch zartgestimmte, aber doch etwas charakterlose römische Fark- Vedute von F. von Schennis. Ya emeisier's breitgemalte and- schaften aus der Mark sind baupisä [i auf dekoraiive Wirkung berechnet und erzielen diese auch durch kräftige Farbengegensaße und flotte Mache. Erhebliche Fortschritte bai E. Edel gemacht, wie seine zahlreichen außgciiellten Pastelie und Kreidez€ichnungen, sowie einige in Oel ge- multe Landschaften aus der Bretagne bekunden, die nicht, wie frühere Arbeitcn des Künstlers, in der schablonenbaitkn Nachahmung der schwedischen und norwegischen Maler stecken bleiben, sondern _einen eigenen, persönlichen SUL mit vielrm Glück proklamicren. Eine _altere, leider in ihrer Erhaltung nicht tadellose Marin? bon Whistler zeigt uns das Vorbild, dkm JUlSZ Wengel in seinen zarten Land- schaften nacbstrebt. Von plastischen Wyrken ist eine cbarakterbolle Porträtbüste drs Philosophen Nießscbe bon Schellbacb er- wäbnenßwertb.

Die von dem Deutschen Apothekervsrein bestündete historisch- Pharmazeutische Abtheilung des GermanischenNational- Museums hat, wie aus Nürnberg berichtet wird, vor kurzem eine außerordenxlicbe Bereicherung erhalten: die wichtigste und um- fassendste, die ihr ja zu tbeil wurde. Dank zahlreichen Spenden aus pharmazeutischrn Kreisen, konnte nämlich die ganze Kräuterkammer sowie die ganze Materialkammer und eine große Anzahl von Appa- raten und Einrichtungsgegenständen des Laboratoriums der alten Stern-Apotbeke zu Nürnber , die dem Anfang des 18. Jahr- bunderts an ehören, käufli erworbrn werden. Die Apotheke und das „aboratorium drs Massums haben dadurch eine Vervollständigung erhalten, wie fie aus anderer Quelle nicht mehr zu béschaffen gewesen wäre. Für die (Materialkanrmer mit ihrem aroßen prächtigen Barockschrank und die Kräuxerkammer en neue Räume Zebaut werden; letztere, deren Schubläden sämmtli durch emalte

andscbaften verzirrt find, wird genau in der Weise aufgestr t, wie

sie Vor beinabe zweihundert Jahren eingerichtet War. Das Interesse, rvrlchrs die pbarmazeutiicben Berufsfreise dem Unternehmen entgegen- bringen, läßt die weitere glänzends Durchführung desselben erhoffen.

_ In der gestrigxn Sißung der Kaiserlich Russischen Geo rapbifcbcn Gesellschaft machte, wie „W. T. B.“ aus St. etersburg meldet, der Vize-Präsidcnt, Senator Semenow die Mittheilung, daß es übereilt wäre, die jüngst_über den norrvegiscben Polar-Rsisenden Frithjof Nansen eingetroffene Nachricht zu be- streiten. Der Sibirien-Reisende Baron_ToU habe auf den Neu- Sibiriscben Inseln stensmittelvorrätbe für eine etwa zurückkehrende Polar-Expedition -niedergelegt. In der Vorausseßung, daß Nansen feinen Rückwe übrr diese Inseln nehmen würde:, wurde derselbe von diesen Borke rungen unterrichtet und mit einer Karte ver- eben, auf welcher diese Verprovianiierungspunkte warzeicbnet End.

ansen hätte die Nku-Sibirischen Inpeln im Oktober oder späte ens im Januar erreichen können, Die letzte, von Peter Kuchnarew über- mittelte Nachricht erklärte Semendw in der Weise, daß dieAngestellten Kuchnarew's, welche in dessen Auftrag auf den Neu-Sibiriscbxn Inseln Mammutbknocben suchen, mYlichcr Weise Mitgliedern der Expedition begegnet seien und vielleich1_z ansen selbst gesehen haben, von denen sie dann die Nachrichten eriubren und ihrem Auftraggeber Kuchnarew miitkiciitr'n, dsr fie ??inrrssits wiedrr nach Irkutsk gelangen ließ.

Land- und Forstwirthschaft.

Nach einer Bekanntmachung im niederländischen „Staats: Courant“ vom 8. d. M. haben die Königlich niederländi- schen Minister des Innern und der Finan en die Einfuhr von Rindvich und Schafen aus rankreich zu Sch1achtzwecken unter denselben Bedingungen zugelaffen, unter denen die Einfuhr solchen Viehs aus Deutschland und Belgien gestattet ist.

Des weiteren werden einige Abänderungen der für die Einfuhr von Rindvieß und Schafen aus Deutsch: land und Belgien bis er in Geltung gewesenen Brstim- mungen bekannt gcgsbcn.

Hiernach darf die Einfuhr aus dxn bczeichneten drei Län: dern nunmehr unter folgenden Bedingungen erfolgen:

1 An der Grenzstation ist eine amtliche, ni rüber t ' alte Zeschcinigung der Behörde des Herkunftöorch vorzulx'gén,D;§ weicht berborYebt, daß das Vieh, deffen Altrr und Signalement an- zugeben ist, w brend der leßten 20 Tage daselbst gestanden hat.

2) Das Viel) ist bei der Ankunft an der Grenzst-xtion durch den Distrikts-Tbierarzt oder seinen Stellixrtreter zu untersu und darf zur Einfuhr nur zugelassen werden, wenn es gesund be unden wird, worüber auf dem Zeugniß der Bxbötde des Herkunftsorts von dem untechhenden Beamten ein entsprechender Vermerk 1: machen ist.

_ iese Vor christ findet jedoch bezüglich der Für die Export- schlachtereien be mmten Thiere keine Anwendung, sofern nur die Ab- nahme der Siegel von den Wagen, in denen das Vieh naeh dem Be- Ymmungöort tranöportiert worden ifi, in ngenwart des Distrikts-

bierarzws oder seines Stellvertreters geschieht.

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