1896 / 45 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 20 Feb 1896 18:00:01 GMT) scan diff

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[les unbes adef etwaiger weiterer ' esonderer VoxsYxiften, die zur AbWebr von Ansteckungen na Lage der örtlichen erbältnisse durch die Kommissare Ihrer Majest t in den verschiedenen Provinzen getroffen werden möchten.

Gesundheitktvesen. Thierkraukheiteu uud Absperruugs- Maßregeln.

Cholera. Eg.yvten. Zn Alexandrien wurden ,vom 1. bis 5. Februar 5 Erkrankungen (5 Todesfäüe) festgesteüt, in Sawalem am 30. Ja-

puar 1 (1). ' Gelbfieber.

Auf Cuba wurden, den „kubch 11931111 rspoxWTzufolge in Havanna vom 10; bis_ 16. Januar 2 Todesfäüe (dbei etwa 5 en- erqunkungen) angezetgt, m Cienfuegos in den bei cn Wochen vom 6. btß 19. Januar je 1, in Santiago vom 12. bis 18. Januar 6 und m Sagua la Grande vom 5. bis 11. Januar 1.

Verschiedene Erkrankungen.

Yocken: St. Petersbur und Warschau je 3 Todesfälle; Buda- pest, ondon»(Krankenhäuser Je 6, Paris 12, Yetersburg 15 Erkran- kunacn; Flecktyphus: t. Petersburg 3 rkrankungen; Rück- fallstebcr: St. Peiersburg 3 Todesfälle und 251 Erkrankungen; Ganckstarre: New-York 3 Todesfälle; Regierungsbezirk Arnsberg 5, Muncb-sn 3 Erqunkungen; Keuchhusten: London99Todesfä11e' Ju- fluenza: Berlm und Hamburg je 3, Köln 4, London 14, Moskau und New-York je 5, Paris 4 Todesfälle; Nürnberg 126, Kopen- hagku 131, Stockholm 24 Erkrankungen. _ Mehr als ein Zcbntcl aan: Gestorbenen starb an Masern (Durchschnitt aÜer deutschen Bertcbxsorte 1881/90: 1,30%): in Kassel, Mülhausen i. E. und ;Venedtg _ Erkrankungen wurden gemeldet in Berlin 33, Breslau 27, m den Re ierungsbezirken Aachen 128, Arnsberg 361 , Düffel- dor_f 116, - ildesbeim 150, Königsberg 116, Posen 109, in Munchen 195, Lübcck 45, Hamburg 62, Budapest 113, St. etcrs- bur 195, Prag 40, WieZ1289 _ an Dipbdberic und roup (18 1/90: 4,49 0/0): tn Darmstadt, Dessau, Gera, M.-G1adbach, Magdebtzrg, Zwickgu _ Erkrankungen. kamen vor in Berlin 84, in den Rßgterungsbeztrken Arnsberg 119, Düsseldorf 124, Hildesheim 107, in Munchen“ 118, Kopenhagen 34, London 94 (Krankenhäuser), Paris 118, «1 eterburg 68, Stockholm 31, Wien 70 _ dksgl. an Scharlach m 5 crlin 40, Breslau 31, MüncHen 85, Budapest 34, Edinburg 53, Kvpenbaaen 30, London 285 (Krankenhäuser), Paris 71, St. Petersburg 105, Wien 83 _ deSgl. an Unterleibstyphus in St. Petersburg 141.

Handel und Gewerbe.

Tägliche Wagengeskellung für Kohlen und Koks an der Ruhr und in Oberschlesien.

An der Ruhr sind am 19. d. M. gkstellt 11260, nicht reckszeitis

gestellt keine Wagen; , JnOberschlkrien smd am 15. d.M. gestellt 4369, nicht rccht-

Untis gestellt keine Wagen.

Auswxis übcr den Verkehr auf dem Bsrliner Schlachtvtebmarkt Vom 19. Februar 1896. Marktpreise

_ 100 k. 1. Qualität "*,-"' .“ ,UJQ F1. QuakFäzt' “9244100314, 17. Qualität_ 80- _ ', «ji _ Schweine. Austrieb 10 296 Stück. (Durchfchnitfspreis für 100 kg.) xxkleqbuxger 84 ..ck, Landscbweine: &. gute 80-82.“ v.geringere 764-7864,“ Gänsiék'-'“-“-'“.x,“'rekchte Un'säkn'“-':„_'.«'De1200/5'Tara, Bakoyyer _ .“ beé _ Tara pro Stück. _ Kälber. Auftrieb 1784 „Stück., «( ' ittsvyexs 'für 1. 1x .) 1. Qualitä! 1,08_1,14 .“ 11. Qualität 0, 4-1,06 «M, lll. nalität 084- 0,92 .“ - Schafe. Auftrieb 865 Stück. (Durohschninspreés für 11:3.)“1. Qualitat _,_ „ja, 11. Qualität -._ „14, 111. Qualität

Verkehrs-Anftalteu.

Laut Tele ramm aus Herbcsthal ist die Zweite englische Pos? i'xbcrOftende vom 19.Februar aUSge, lieben. Grund: Zugverspätung in England.

Bremen,20. ebruar. (M.TB.) Norddeutscher Lloyd. Der Postdampfer . eser“ ist am 18. Februar Abends in Ant- merpen an ekommen. Der Postdampfer „Habsburg' hat am 18. Febryar [bends die Retse vonOporto nach Lissabon fortgeseßt. Der Rexchs-Postdampfcr „„Prinz-Regent Luitpold" hat am 19. Februar Morgens die Reise von Antwerpen nach Bremen fort- Jesevt. Dex Nerchs-Postdampfer ., Oldenburg ist am 19. Je-

ruar Vormatags m Colombo angekommkn. Der Sebneadampfer .Aller' ist am 18. Februar Mittags don New-York nach der Weser abgegangen. Der Schnelldampfc'r .Spree“ ist am 19. Fe- bruar Vormittags m Southampton angekommou und hat die Reise nach Bremen fortgeseßt; er überbringt 156 Paffa iere und voÜe Ladung. Der Schnelldampfer .Labn' hat am 19. ebruar Vor- mittags Doyer pasmrt. Der Schneüdamvfer ,Fulda“ ist am 18. ebruar Nachmittags in Punta Delgada angekommen.

Nyttexdam, 19. Februar._ (W. T.. B.) Niederländiscky- Amertkantkcbe Danjpffcbtffabrts - Gesellschaft. Der Dampfer .Amsterdam" hat heute Morgkn Prawle Point Passiert. Dcr Dampfer „Sparudam“ ist heut? Nachmittag von R o t t er da m ab(«egangcn.

Theater und Musik.

,Dcutsches Theater.

Géstern Abynd gxng Sbakespeare's „König Heinrich der Viertx" neu krystudtert in Scene. Das Drama wurde, wie unter der stubLZM Dtxektxon, in der Zörster'fckpe-n Bearbeitung gcgeben, welcbe betde Thetle zu eimm c*chauspikl zusammenzicbt, Aus dem [Lichtfinmg lusti en Prinzen Heinz wird dadurch noch tm Laufe chsclbe)n_ tücks dxr ernste gewaltige König von En land. ' Herr Kainz, dcr dtese Rolle spielte, führte fie, s61 st_ „hex der Darstelxung der schlimm ten Jugendstreicbk, mrt komgltcher kaeffcnhett durcb. Seine fcische Fröhlichkeit wirkte anstkckend und fern Ernst ergreifend auf die Gemüther. _Der Falstaff dcs Hkrrn Hexmazm Müller hatte mehr Füüe des Humors und größere. Bewegltchkett des Ausdrucks vertragen können; dem Darsteller lxte'gt dt? Wiedergabe scharfer Satire und Jxonie näher als die bkbag- 11che derbe Lebensfreude Sir John's. Heinrich Percy, den jungen Fe] spxxn, ftcllt man „sich in der Regel jugendlécher und

kl blutxaer vor,_ als _1hn err Nissen gab; die muntere Gattin Percp's spxslie Fraulkin Sandow tyit beweglichem Tempe- rament. Mtt schltchter Würde umkleidete Derr Reicher die Gestalt des „alternden Könégs Heinréch und weckte dadurch echt mlnschliche Thetlnabme. “Unter der großen Zahl der übrigen Mitwirkendkn traten die Herren Prttschau (Owen Glendowcr) und Jarno (Poins) durch chr bkrzbaftes und launiges Spiel hervor.

ImKönj U. M O ernbau e elan't mor en Beethoven" Fidexjö"“_ “üntegr'xx ““ ms “-W'xi.xxva“'xéx?sg ita? kn'ÖFöläéndk: ,seWgzurZAuLs g:'4'.L„e av'ke: . _YäuleinHiederx- loöéftan: err Sommer; P'arro: err Mödl ger;Ro_cco_:“ _'_ ämwn; knister:' Herr - Be ; ar ekline: Fräulein *Di' ;" Zac“ *u'i'no:

Hes? biltpp. Zu eginn w rd die größe'Éeoitören-Ouvertur'e r. 3 ge te .

1

Im Königlichen Schauspielhauses wird morgen der er e Ahend ' der Walke'tisfe'in'iTkilö'ié'é “„Wälkénst'eiri's Lauer“ U'nd .Dstie Ptecolomini' in folgender 5 efeyung gegeben: Wallenstein: Herr Molenar' Herzo 1a: Frau Stollberg; Thekla: Frau von ochen. burger; Öctavio tccolomi-ni: Herr Ludwig; Max: Herr Mat owsky; Graf Terzky: Herr Arndt; Grö n Terzky: Fräulein Poppe; Illo: Herr Keßler; Jsolani: Herr Vo mer; „Buttler: Herr Kahle.

Im Neuen Theater wird der Wiener Hofburßscbauspieler Bernhard Baumeister nach dem Scheiden Tewele's (2. März) ein zehn Abende umfassendes Gastspiel eröffnen. In den Spielplan des Künstlers find in diesem Iabre neu aufgenommen Heyse's Schauspiel „Hans _Lange' und eventuell „Der Richter von Zalamea'. Außer- dem wrrd dcr Gask wie im Vorjahre als „Erbförster“ undals Werner in .ana von Barnbelm" auftreten. Der Vorverkauf zu dem Gastspiel beginnt in den nächsten Tagen.

Maunigfaltiges.

London, 20. Februar. Nach einer bei 5310de eingegangenen Depesche aus Port Said von heute früh ist der deutsche Post- dampfer , Kanzler" (vgl. Nr. 44 d. Bl.) noch nicht wieder flott; 26 Schiffe styd dadurch an der Weiterfahrt gehindert.

Lei?!) (Lancashire), 20, Februar. Durch Umschlagen eines order orbs in einer htesigen Koblengrube kamen acht Verg- eute ums Leben. '

Madrid, 20. Februar. „W. T. B.“ meldet: Fünf Petarden chplodrerten gestern Abend in der nächstkn Umgebung des Königltcben Palais. Mcxnscben sind nicht zu Schaden ge- kommen, nur ein Kandelaber auf der Straße ist zerstört.

Lissabon, 19. Februar. Indem Künstlerklub zu Santarem Provinz Estremadura) brach gestern während eines Maskenballes eu er aus, welches sich mit großer Schnelligkc'it verbreitete. Viele ärmer, Frauen und Kinder stürzten sich aus den Fenstern. Im Ganzen wurden 40 Personen getödtct, auch dieZabl dkr Verwundeten ist beträchtlich,

Johannesburg, 19. Februar. .Reuter's Bureau“ meldet: In Viedendorp, einer armlichen Vorstadt von Johannesburg, fand beute cixze . schreckliche Dynamit-Explosion statt. Der ganze Stadtthctl tst dom Erdboden verschwunden, und Hunderte von "usern liegen tn Trümmern. Das Dynamit, welches die Katastrov e der- ursachte, füllte acht Güterwagen. die im Augcnblick der EploEon gerade rmx iert wurden. Durch die Explofion wurde ein groées och von urzgefa r 30 Fuß Tiefe in die Erde gerissen. Aae Häuser im Uytkrcts von cin'er halben Meile find dem Erdboden gleich gemacht. Ern starkes_ Polczeiguf ebot sowie Einwohner von Johannesburg find eifrig beschafttgt, dte eichen zu bcrgsn. Bis jkßt smd 40 Tadte auf- gefunden, welche größtentbeils entseßlicbe Verstümmelungen aufweisen. 200 Scbxvervc'rwundete wurdr'n in das Hospital gebracht, wo schon mehrere thrext Verlxxuajgejt erlegen sind. Wie man glaubt, beßnden ficb kur wenrge Wet e unter den Getödteten.

(Fortseßung des Nichtamtlichen in der Ersten und Zweiten

nacb Schlacht cwicbt; nur Schweine werden nach Lebend ewi t gehandelt. Zünder. Auftrieb 482 Stück. g ck

(Durchschnittsprets

Beilage.)

_vom 20. Februar, MorZe-ns.

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Schauspielhaus. 52. Vorstellung. Sonder-Abonxe- ment 13. 8. Vorstellung. Waüeufteiu's La er. Schauspiel in 1 Aufzug von Friedrich von Sch er.

Wind. 1 Werker.

Stationen.

„_.-„"___" _

Bar. auf 0 Gr.

11. d. Meere-ssp.

red. in Millim. in " (Celsius

5“) („C. =: 45 R.

* Temperatur

3 balls bed. 5 checkt 6 beiter 7 wolkig ') wolkig 2 'redeckt 1 bedeckt 1 wolkenlos

Vclmullet. . Aberdeen_. . : Christianyund Kopenhagen . F 771 Stockholm . 775 SWQPFWL . .; 785 ers urg: 7 4 Moskau. . . ' 785 Coerueens- town . . . 754 4 beiter Cherbourg . 754 ' 3 bedeckt [der . . . . 760 * 2 wolkig vlt ..... 765 ' 5.bedeckt burg . . 766 5 bedeckt winemünde 771 6 beiter Neufabrwaffer 776 2xbedeck1*) Memel .. . 778 1ibedeckt ZW . , . . 758 2xbedeckt fick. . . 761 leolkenlos Karwrube. . 762 ZZLektet') * 763 1, eiters) 764 3)bedeckt 766 SO Zwolkeulos 769 OSO 4;beiter*) 768 SO 2jbedkckt 771 TSO 3twolkenlos 757 SSO 4.dedeckt 762 ZO 1Zwolkig 764 ONO 4Zbalb bed. 1) Reif. ') Reif. 3) Reif. 4) Reif. Uebersicht der Witterung. D?! Kern des HochdruckxxebietS, 785 mm über- schtetteyd, liegt über dem Innérn Rußlands, gegen- über cinem nordwärts fortschreitenden Minimum unter 746 mm nordwestlich ven Schottland. Ueber dexn Nord- und Ostseegebßek sowie über dem deutschen anenlande weben ziemlich lebhafte, vorwiegend süd- liche und [udöstliche Winde. In Deutschland ist das Wetter [Zeiler und stecken, im Westen wärmer, im _Osten kalter; die Morgentemperaturen liegen fast Yberall unter dem Gefrierpunkt, am meisten, bis zu 7 Grad, in den östlichen Gebietstbeilen. Deutsche Seewarte.

w Theater.

nglnhe §chausptele. Freitag: Opern. haus. 46. Vorstellung., Fidelio. Oper in 2 Akten von Ludwig van Beethoven. Text nach dem ran. schen von , FerdiaYnd Treit chte. In ene

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*I? vom Ober-Re i eur Teßlaff- Dekor tive ;Ein- Mug vom Ober? nspektor Brczndt. irigent: Kapellmeister Weingartner., » Zu Vegmn: „Ouvertüre Leonore (Nr. 3)“. Anfang ?ck Uhr.

In Scepe (Liesept Vom Ober-Regiffeur Max Grube. Dekoratwe ., urtchtung vom Ober-Jnspekkor Brandt. _ Di'e Ptecolomini. Schauspiel in 5 Aufzügen voxxFrxedrtcb von Schiller. Anfang 75 Uhr.

Sonyabend: Opernhaus. 47. Vorfteüung. Der Evangelimqun. Musikalisches Schauspie1 in 2 Auf- zugxn, nacb emer von Dr. Leopold Florian Meißner erzablten wahrer) Begebenheit, von Wilhelm Kienzl. _ Pbgntafien ny Bremer Rathskeaer. ban- tast1schesl Tanzbtld, frei nach Wilhelm uff, Von_ Emil Graef). Musik von Adolf Steinmann. Anfang 7Z„Ubr.

Schauspxelbaxxs, 53. Vorsteüung. Wallenstciu's Tod. Trauerspiel in 5 Aufzügen yon Friedrich von Schlüer. Anfang 74 Uhr.

Deutsrhes Theater. Frsitag: König Heinrich der Vierte. Anfang 76 Uhr.

Sonnabend: Liebclei. _ «Zorber: Der zer- brochene Krug.

Sonntag, Nachmitta s 24 Uhr: Das Lumpen- geßndel. _ Abends 7 Uhr; Licbclei. _ Vorher: Dcr zerbrochene Krug.

Verlinkt Theater. Freitag (23. Abonnements- Vorst'ellung): Faust. Anfang 7 Uhr.

Sonnabend: König Heiuriaj.

Sonntaa, Nachmittags 2 Uhr: Faust. _ Abends 7.1 1152: König Heinrich.

Lemng - Theater. Freitag: Dritt;s Gastspiel von Hedwig Niemann. Madame Saus-Göue, Anfang 71: Uhr.

Sonnadend: Zum ersten Male: Jungfer Immer-

rZin. Echauspxel in 1 Aufzug von Ernst von

,tldenbrucb. (Hedwig Niemann als Gast.) _ Zukauf: Zum ersten Male: Der Junge von

eunerädorf. Volksstück in 2Aufzügen von Ernst von Wildenbrucb.

Sonniag, RachmittaY 3 Uhr: Zu volkstbüm- lichen Preisen: Die roßfta'dtlnft. _ Abends 74“ Uhr: nugfer Immergrün. (Hedwig Nie- Jaxfn als ast.) _ Der Junge von Henners-

o .

Kesrdrnz - Theater. Direktion: Sigmund Laufenburg. Freitag: Hotel zum Freihafen. (Mußte! an l-ldro Lekavxe.) Schwank in 3 Akten von Georges Feydeau, übersetzt und bearbeitet von Benno Jacobson. Anfang 71 Ubr. [) fSonnabend und folgende Tage: Hotel zum Frei-

a eu.

reitag MWffeeJF , NÖM ttu

_ ; o ., ger- a an Ko tümen, Dekomt nen und .Rc'mjisIiu-mx19 Der Hungerkider. Ausstattungs-Komödxe mit Gesang

Friedrixh - Wilhelmnädtisajes „Theater. , J" 25--%

und BaUet in 10 Bildern von Julius Keller und

Louis Herrmann, mit theilweiser Benuyung einer

Idee des Mark Twain. Musik von Louis Roth.

Jn Scene gese t won Julius rißscbe, Dirigent:

Herr Kapkllmeis er Winné, An ang 7x Uhr. Sonnabmd: Der Hnugerleider.

Ueues Thküskk. Schiffbauerdamm 41/5. Freitag: Gastspie'l des ranz Tewele vom K. u. K. priv. Carl-T safer n Wien. Der Yerr Dixektor (Uouylour lo vlrootour). ustspiel tn 3 Akten von Alexandre Bisson und Jabrxce Carré. Deutsch von Ferdinand Größ. „n Scene K_eseßt Von Sigmund Laufenburg. _ Vorher: Em Zßudhölzckxen zwischen wei Feuern. Schwank m 1 Aufzug nach dem ran- YfiFFn des H. Honoré von Georg Hiltl. Anfang r

Sonnabcnd, Sonntag und Monte: : Der Herr Direktor. _ Vorher: Ein Zündbölzcheu zwischen zwei Feuern.

Soqntag Nachmittag: Zu halben Preisen: Der Militärftaat.

Das Baumeister-Gaftspicl beßinnt am 2. März.

Theater Untcc den Enden. Dkrekn'on: Julius Füßsckpe. Freitag: Gastspiel der Kray Pettersou-Norrie. Die schöne elena.

omrscbe Operette m 3 Akten von Meil c und Halévy, deutsch, von J. Hopp. Mufik von Jacqux's Offenbach. Dirigent: Herr Kapeümeister Feder- mann. _ „ierauf: Musikalische Scher c. Großes Balla tle, arrangiert vom Balletmeiter J.Mifinaer. Anfan 7T Uhr.

Sonnabend: Ga viel der Frau Pcttcrsou- Norrie. Die schöne Helena. _ Hierauf: MufikalischeScberze. Gxoßes Bauabkle, arrangiert vom Balletmexster J. Reisinger.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Bei halben Prsisen: Der'Bettelftudent. _ Abends 71 Uhr: Boccaccio. Komtsche. Operette in 3 Akten yon F. Zell und R. Gem-Z. Mufik von Franz von Supps.

Adolph Ernß-Theater. Freitag: Char:

“leh's Tante. Schwank in 3 Akten von Thomas

Brandon. Repertoirestück des Globe-Tbeaters in London. In Scene gesevt von Adolph Ernst. _ Vorher: Die Bajazzi. Parodistiscbe Posse mit Gesang und Tanz in 1 Akt von d. acobson“ und FMM? Jacobson. Musik von F. otb. Anfang r. Sonnabend: Dieselbe Vorstellung.

Zentral-Theater. Alte „Jakobstraße Nr. 30.

KF-rxertagÜGßM-quséthaw-«gqxomas G' UFZ? M: a . xo e- _ o e m

Tanz in 5 ildekn vod Fb. Mankstß? Fd

„ius Freund. » Must! pon Julius Einöds ofer.

n, Scene gefaßt vom Direktor Richard S ulT

ie Tax; Mrrangemeuts vom „Ballet lacb. Andfang 7x Uhr. meister Gun

Sonnabend: Give tollez-Nubt.

Konzerte.

Iing-Akadcmie. Freitag, Anfang 8 Uhr: Konzert von Ludwig Bleuer (Biol.). Mitw.: Fr. Lina Marsäxall (Ges.).

Baal Vechnein. Linkstraße 42. Freitag, Anfang 7& Uhr: 11. Hnmorifkisch-dramatisrher rij; Renter-Abend von Aug. Junkermauu- 'önigl. Hof-Scbauspieler. („Hanne Nüte', „Ut mine Stromtid“, „Läuscben un Rimels'.)

erkms RMZ. Karlstraße. Freitag, Abends 71 Uhr: Große Vorftellunkx mit humoristischen Enjrés und Jntermezzk sämmt icber CloWns und des beltebten August Mr. Lavater Lee. Aufführung des eroFm militarischen Ausstattungsstücks 1870/71.

11 erdem: Auftreten von nur Künstler-Spezialitäten allerersten Ranges. Vorführung der berühmten Original-Dressuren des Direktors Fr. Renz. Alles Nähere aus Plakaten ersichtlich.

Sonnabend, Abends 71 Uhr: Gala Vorstellung.

Sonntag : „Zwei , Vorsteüungeu: Nachmittags 4 Uhr (ermäßtgte Pretse und 1 Kind unter 10 Jahren frei): 1870/71 und Abends 72; Uhr.

Familien-Nachrickzten.

Vexlobt: rl. Helene Reincke mit Hrn. Frem- Lteut. Wil elm von Kummer (Gr.-Lichterfe de)._ _ rl. (Eva Adameß mit Hrn. Gerichts-Asse110k Scar Praffe (Ratibor). _ Verehelicht: Hr. Regierungs-Aseffor Dr. _]111'. Erich von Kriss mit Frl. Alice Henntng (Potsdam). _ Hr. astor Wil elm Tieße-Glafow mit Frl-

Marie unYus (ZKF). Geboren: in o n: rn. Hauptmann von Kraewel (Kyburg). _ Hrn. berleörer P.Siemon

(Berlin).

Gestorben: Fr. Amtöratb Auguste Kühne, Akb- Uebel (Tbänödorf). _ r. Amtswtb Pauline vo_n Lidonius, eb. Ziegan ( erlin). _ Henriette Fret- frau von auchnixz, geb. Morgenstern (Dresden). _ Hr. Gebhard von Dombardt (Bestendorf)- ,"“ Hr. Rittergutshes'rßer, Prem.-Li'eut. a. D. Jultus von Loesch (Beklin . _ Hr. Pastor 0a]. Frtedricb Arnold Rumpff( etmold). _ Hr. Rentmetster Carl Jana (Schmiegrode b. Tracbenberg). _ Hr, Fabrikbesißer Adolf Voigt (Köpenick)

Verantwortlicher Redakkeur : Si e m" e n r o th 112 Berlin,

Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin. D d quddeu en Bu druckerei undVexlaa'" MFM: Berlin Ms., Wi elmsfxaße'Nr. 32. Sieben Beilagen (einschließlüb Vörsen-Beilage).

Deutscher Reichstag.

44. Sißung vom 19. Februar 1896, 1 Uhr,

Die zweite BeratbunÉ des NcichSlxausbalts-Etats, und zwar dcs Mili1är--'tats wird fortgeseßt.

Beim Kapitel „Militär: Gefängnißwesen“ kommt

Abg. Bebel (Sox) auf den Fall zurück, wo ein zum ,ein- jäbrig-freiwilligén Dicnst Berechtigter Namens Wendtlayd, wm! er vor seiner Dienstzeit Wegc'n Majestätsbeleidigung vernrtbetlt worden, zum dreijährigen Dixnst eingezogrn woxden s81"11nd in dsr Arbetter- abtbeilung seme Dxensizéit habe abdnnen muffpn. Redner mein_t, dieses Verfahren entbebre durchaus jeder gejeleichen' Grundla e'; 'die Arbeüerabtbeilungen wären Strafabtheilungcn und die dazu gc sor'tgen Soldaten vielfacbkn Beschränkungen unterworfen. Einen in seinem Zwil- verbältniß bestraften Soldaten kann, fährt Redner fort, die MilitarVer- waltung nicht ohne Weiteres durcb Ueberweisung an die Strafabtbeilxzng nochmals bestrafen. Es besteht allerdings eine Kabinetsordre über dtefe Frage; aber dicse kann doch nicht die Rechtsvetbkzltniffe so auf den'szpf telle", daß fie Mannschaften bes'raft, die wahrend ibrer M1l11ar- dienstzeit nichts begangen haben. Nicht bloß bestrafte Personen, son- dern auch solche, die von der Militärbkbörde als ebrlos angesehen werden, können in die Arbeiterabtbeilung acstcckt werden, uyd als cker betrachtet man schon Soldaten, die fich öfter bintcrkmander beschwert haben. Ein gewisser Schöler kam in diesen Fal], weil man ihn für einen Sozialisten biclt, während er ein Freifinm er war. Ein Mann, dsr auf seine'm Ur1aub seine? Berliner Freun ?, Sozsalkemokraten, desuchie, wurde dafür mit einigen Tagen Mittel- arrest bestraft und dann in die Arböiterabtbeilung gesteckt, wo er den Rest seiner Dienstzeit abdiknen mußje. Schlixßlich werden alle Sozialdemokraten als ebrlos betraehtet. Ist ein solcher Zystand auf die Dauer aufrecht zu erhalten? Wir babkn alle Ursache, dre Rechts- beständigkeit dec hierauf bezüglicbcn KabineWordrc von 1887 genau zu prüfen, und es muß durckyaus dasselbe RechtSverfabren für das Militär eingeführt Werden, wie es für dcn Zivilstrafprozcß bkstcbt.

Kriegs:Ministcr Bronsart von Schellcndorff:

Meine Herren! Der Herr Abg. Bcbcl hat bei seinkn Ausfüh- rungsn über das Gefängniszwesen und die Arbeiterabtkyeilungen auch wieder eine Anzahl _ Von Fällen angeführt, durch die er, wie mir scheint, die agitatorische Wirkung feiner Réde mehr be- kräftigen wollte. Über die einzelnen Fäüe kann ich nicht jeder Zeit Auskunft geben, fie finden auch nicht ihre rkffortmäßige Erlkdi- gung im Krikgs-Ministerium, sondern bci den Kommandobshörden, den Gondernements und ordentlichsn Gcricbtsn. (ES kann absr auch niemand yon mir Verlangen, wenigstens halte ich mich nicht dazu verpflichtet, jedem sozialdemokratischcn Herrn Abgeordneten, der mich hier, um sein agitatorisÖcs Bedürfnis; zu befriedigen, auf eine Anzahl Von Fäüen, die er aus der Zeitung, aus Broschüren oder sonst wo aufgelesen bat, anspricht, Rede und Antwort zu stehcn. (Sehr wahr! rechts, Zurufe links.) Das kann man meincr Ansicht nach nicht von mir derkangen. Ich bin, wis ich ck bisher gethan habe, auch ferner bércit, jedem dcr Herren Abgwrdneten eine ge- wünscbte Auskunft zu ertbeilen, Wenn es mir möglich ist und ich dazu im stande bin. Ich bin aber nicht gsneigt, die Hand zu end- losrr Verlängerung der Debatten zu dicken. (Sehr richtig! rechts, Na! links.) Und das würde ich thun, wenn ich auf alle diese Dinge mit großer Weitsckyweifigkeit einginge und, falls dic Herren nachher darauf antwortcn, ich wiedcr repliziersn soÜte, und so Ligkntlich die ganze Sixzung bier angsfüUt wird zu drsi Visrtcln von Redkn der Herren Sozialdemokraten. (Sehr gut! kkchs§.) Am Donnerstag 1prachen allein Viékr (hört, hört! Zuruf links), ich behaupte und erkläre hier ein für (1116 Mal, daf; Ungcssylich- keiten, Straftbatcn, Rcchtßderlevungen und derglcichcn jsdes Mal streng untersucht und geahndet werdkn, sobald fix zur Kcnntniß der Kommandobebörden gelangkn; wsiter erkläre ich, das; ich mir. nach wie vor das Recht vvrbsbalte, auf dicjxnigen einzelnen FäUe bier näher einzugeben und fic vorzutragen, wcnn Von dsn Hcrren Ab- geordnkten der sozialdemokratisckycn Fraktion Ucbcrtrcidungcn odsr objektiv unwahre Thatsachcn Vorgetragen smd. Ich werde dann dem Urtbeil des hohen Hausss es jcdcs Mal überlaffsn, selbst die uötbigen Schlußfolgerunge'n daraus zu ziehen, dis Gelsgcnbsit dazu wird fich auch gleich finden.

Was ich eigentlich vor Beginn der Tagesordnung hier Vortragen und sagen wollte, will ich hier einschaltc'n. Es handelt fich darum, das Ergebnis; derjenigen Recherchen mitzutbkilkn, die ich auf Grund der von zwei sozialdemokratifchcn Herrcn Rcdncrn am Sonnabend bicr vorgebrachten FäÜe angätcllt habe:. Anknüpfcnd an den Vor- trag des Herrn Abg. Bebel, in Bezug auf dsn Vorgang in Frankfurt a. O., wo zu dem lern Gcrbermeistcr Schulze zwci Soldaten zur Verrichtung dringlicher Arbeit beurlanbt waren, hatte der sozial- demokratisthe Herr Abgeordnete _ ich glaukc, cr hkißt auch Schulze _ angeführt, daß in Königsberg ein 11011) 5161 schlimmerer FaÜ Vorgekommcn wäre; dort wurden bsi eincm Klempnerstrike, ich glaube, 11 Pioniere dcm Arbeitgkbcr zur Verfügung gesteÜt. Nun, meine Herre'n, ich möckzts vorausschickkn, in dkr Armee ist es grundsäßlich untersagt, daß die Truppen fich „cin- miscben in Lohnstreitigkeitcn, dergestalt, daß dem Arbeitgeber als Ersaß für strikendc Arbeiter Soldaten zur Verfügung gestsUt we'rdkn. (Hört, hört! rechts.) AuSnahmcn sind allerdings zulässig, wcnn dic Staats- kasse oder das militätfisfaliscbc Interesse dabei gesckyädigt werden. Ein solcbcxr Fall lag in Königsberg vor; es handelte s1ch darum, daß der von Ihnen uns bewilligte Neubau der Pionierkasstne zum 1. Oktober fertiggestellt werden sollte. Im Juli legte'n dic Klempner die Arbeit nieder, die Organe der militäriscbkn Bauverwaltung bracbtk'n darauf bei der vorgesetzten Kommandobcbördc zur Sprache, das; die Kaserne nicht zum 1. Oktobkr fertig werden würde, wenn die Arbeiten nicht weiter gefördert würden (hört, hört! rechts), 66 wurde bei der Ge- legenheit auch auf die ganz natürliche Erwägung hingewiesen, daß die Kosten recht erhcblick) Werden dürften, wenn das Bataillon nicht zum 1. Oktober in skins Kaserne käme. Daraufhin ist aus dem Pionier- Bataiüon eine Anzahl von Klempnern, die sich freiwillig dazu gemeldet batten, dem Arbeitgeber zur Verfügung gestellt worden. Die Leute haben sich fre1willig gemeldet, sie haben die Arbeit auch gern gethan; den" Ke find gut bezahlt wvrden (sebr gut! rechts), und sie haben fich auch nicht durch Drohungen von seiten der feierndcn Arbeiter abschrecken lassen. Nun, meine Herren, richte ich die Frage an Sie: wünschen

, G r | e B e i l 11 g e zum Deutschen Reichs-Anzeiger nnd Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

M45.

Berlin, Donnerstag, den 20. Februar

Sie, daß ich noch einmal vorlesen soll, was der Herr Abg. Schulze am Sonnabend über den Fall gesagt hat (Zurufe rechts), um zu Vergleichen, ob es in Uebereinstimmung ist mit dem, was ich hier Vor- getragkn habe? Im wesentlichen deckt es fich mit dem, was der Herr Abg. Bebel von dem Falle Schulze in Frankfurt vorgetragen bat; nur mit dem Unterschiede, daß der Herr Abg. Schulze noch beworbob: wenn das so weiter ginge, würden wahrscheinlich bald ganze Truppentbeile kommandiert werden, um bei den Lobnstreitig- keiten in Thätigkeit zu treten. Ich frage Sie, meine Herren, von der sozialdemokratisckyen Fraktion, wie viel Lohnstreitigkciten Haben in den letzten Jahren stattgefunden, und was ist die ganze Ausbeute Ihrer Untersuchungen, Wenn Sie nur zwei solche FäÜe anführen! Wie

jemand Verlangen kann, daß ich das ernst nehmen soll, ist mir voll- .

ständig underständlicb. (Sehr richtig! rechts.)

Ein anderer Fall ist der, welchen der Herr Abg. Bebel Vortrag _ und zwar muß ich die Aufmerksamkeit des hohen Hauses leider dahin in Anspruch nehmen, daß ich den Paffus, wie er hier Vor- getragen ist, verlese _ er sagte also:

Der Lieutenant Krogb 11. kommt aus einem «Hotel in schwer angetrunkenem Zustand, springt auf einen Omnibus, der eben um die Ecks auf den Markt fährt, er läßt fich mit dem Omnibus über dex; Markt fahren und springt auf der anderen Skite des Markts wieder vom Wagen herunter und bcgiebt fich auf das Trottoir. Er ist, wie bemerkt, in hochgradig angetrunkenem Zustand, schwankt bedenklich, und die Folge natürlich ist, das;, wie das Publikum den Offizier in diesem Zustand fikbl, man fich um ihn Versammelt. AÜerlei Spottreden werden laut, wie das g(mz natürlich ist. Das pasfisrt ja auch in Bkrlin, wenn Priyatpersonen fich in trunkenem Zustand auf der Straße befinden. Der Offizier zieht darauf seinen Säbel, haut verschiedsntlicb um fick), und die Folge daVOn ist, daß der Haufe des Publikums immcr größer wird. Bei dem Herumfuchteln mit derm Säbel trifft er verschiedene Personen derart, daß er ihnen zunächst nur die Kleider zerréißt. Als (1er verschiedene Personen, darunter der so- genannte Scyleichwäcbter Nieting _ ein Schl€ichwächtcr ist nämlich in den mecklenburgischen Städten ein Organ der Sitten- polizei, das diLsen eigentbümlicben Namen führt _ an ihn heran- tretc'n und ihn ersuchen, fortzugehen, wurde der Offizicr so auf- gsbracht, daß er jexzt wieder den Säbel zikbt, um dem Schleich- wächter eincn tüchtigen Hieb über den Kopf zu geben. Das war nun Veranlassung, das; sowohl der Schleichwäcbter wic verschiedenc andere Personen auf den Lieutenant zusvringen, ibn packén, ibm dcn Säbel entreißen und diLsen auf die Polizeiwach? bringen. Dort war mittlerweile, da der Skandal ziemlicb-x Zk'rt in Anspruch genommkn hatte, auch dsr Major und der Rittmeister der be- treffsnden Batterie eingetroffen. Der Lieutenant wurde, als ibm der Säbel eniriffen worden war, auf einmal nüchtern; denn er mußte fich wobl sagkn, welch? böse Situation jeßt für ihn beginne. Er begab fich ebenfaüs zur Polizei; dort kam es zu ziemlich heftigkn Außeinanderseßungsn zwischen de'n Ofßzieren und dém mittlkrweile bsrbsigébolten Chef der Polizei, einktn Senator, die: damit cndctsn, daf; der Offiziér seincn Säbel zurückbekam.

Ich will noch bemerken, daß von den geschädigtxn Privat- personen cin Tischler Ponto Von dem Lieu1€nant für die zerriffknen Klkidkk, die beim Harumfuchteln mit dem Säbel verletzt wvrden Waren, 6 Thaler Entschädigung bekommen hat. Was wciter mit dem Offizikr vasfiert ist, weZß ich nicbt.

Nun, wenn von den VCrscbiedLnstcn hohen und maßgßdendsten Stkllen aus der Offizierswslt die bevorzugte Stellung eingeräumt wird, wie wir es erst wieder in dcr [LMM Zeit gesehen und gehört haben, dann muß man denn dock) nachdrücklich Verlangen, daß die Hkrren fich allcsammt so benehmen, wär es fich für ordentliche Leute gebührt.

Die amtliche Auskunft, die ich erbstkn und sofort erhalten habe, lautet dahin:

Der Offizier hat auf offener Straße mit gszogencm Säbel herumgefuchtclt, ohne jedoch jemand zu bedrobe'n. Ihm ist dsr Säbel durch einen Polizeibeamten abgenoman worden.

Auf eine am 12. bei mir eingegangene Meldung von dem Vorfal] babe ich Von der gericlxtlickyen Fkststellung des Tbatbestandc's Vorläufig absehen müssen, da nach dcm Bsriclztc des chiments- Kommandos und den vorgt-lcgten ärztlichcn Attsstkn dcr Offizisr zur Zeit nicht Vcrncbmungsfäyig ist, sondern in eine Nerdcnbcilanstalf bat überführt werden Müffkn.

Meins Herren, ist bsi diescr Sachlage die Angabe des Herrn Abg. Bebkl als zutreffend zu erachten? Ich überlasse es dem hohen Haus?, fich skin Urtbeil selbst zu bilden. (Brady! rechts.) Das tneinige steht fest. Ich finde es cmpörend, daß das schwere Mißgeschick eines unglücklichen Offizich in disscr WCisL zu eincr agitatorischcn Ausbeutung benutzt wird, wie es von dem Herrn Abg.Bebel mit dem ihm in dcr vorigcn Sitzung _ ich glaube, von dem Herrn Abg. Lieber _ attestiertcn Ernste geschehen ist. Mir ist es mit dieser Sache, wie auch mit verschiedcnen andcren, Ernst, aber in einem anderen Sinne, meine Herren! Mir ist die Suche um dcswiUen ernst, Weil der Herr Abgeordnete Anlaß daraus nahm, an das Offizicrkorps der Armee den bsleidigcndcn AppeÜ zu richten, fich doch zu verhalten, wie es fich gebührt. Meine Herren, ich nehme aus dem Vorgange nicht den Anlaß, an den Hcrrn Abgeordneten den Appel] zu richten, den er an das Ofßzierkorps gerichtet bat. (Sehr gut! rechts.) Der Herr Abg. Bebel würde ihn auch nicbt befolgc'n.

Nun, meine Herren, komme ich wieder auf die heutigen Be- merkungsn, die der Herr Abg. Bebel hier im speziellen an mich gerichtet hat, zurück. Er sprach über die Bedeutung und die praktische Wirkung der EinsteUung in die Arbeiterabtbeilungen. Die Arbeiter- abtbeilungen find meiner Anficbt nach am richtigsten zu beurtbeilcn nach dem I' 8 des Reichs-Militärgeseßes, der da lautet:

Die Vorschriften über die Handhabung der DiZciplin im Heere werden vom Kaiser erlassen.

Die Errichtung der Arbeiterabtbeilunaen ist eben darauf zurück- zuführen, und die Einstellung in die Arbeiterabtbeilung ist auch

1896.

nicht als Strafe, sondern nur als DiSciplinarmaßregel zu betrachten, die sich im übrigen auch sehr gut bewährt hat. Es finden in diesen Abtheilungen diejenigen Personen Aufnahme, die der Herr Abg. Bebel schon sehr ausführlich aus der Instruktion über die Vorschriften der Arbeiterabtheilungen vorgelesen hat. Ich brauche das also nicht zu wiederholen. Wenn der Herr Abg. Bebcl die Rechtsbeständigkeit der AÜerböcbsten Kabinetßordres in Frage gezogen und dabei eine Maffe juristischer und staatörecbtlicher Bedenken vorgetragen hat, so befindet er fick; in einem ganz außerordentlickyen Irrthum. Das steht zweifel- los fest. Die Vcrordnnnßen über die Einstkllung in die Arbeiterabtbei- lungen bc'stchen vollkommen zu Recht im Deutschen Reich, und daran ist absolut nichts zu ändern.

Weiter hat der HS:: Abg. Bkbel einen Fall zur Sprache ge- bracht, auf den ich ihm eingehender antworten kann. Ich meine den Fall mit einem Musketier Schöler aus Celle vom Regiment 77. Dieser Mann war vor seinem Eintritt we3gen Brandstiftung be- straft und hatte infolge dessen die Bereckytigung zum einjährig- freiwilligen Dienst verloren. (Hört, hört! rechts.) Er kam nun zur Truppe, und da ist es ibm allerdings nicht besonders gut ergangen. Der Ursprung seines Unglücks ist ein an fick) in msinen Augen ziemlich unbsdeutkndér, aber er ist doch bkzsichnend für dsn Mann selbst. Auf dem Kasernenhof in Celle befindet fick) eine Wasserleitung oder eine Wafferkunst, möchte ich sagen, die in so fern sebr kom- pliziert ist, als der Kontrolapparat daran außerordentlich leicht ver- dorben werden kann, sobald jemand mit ungeschicktcn Fingern daran manipuliert. Es war nun von dem Truppen-Kommandeur befohlen, daß periodifch der Mannschaft, die dort regelmäßig zu pumpen batte, eingeschärft werdsn sollte, fich nicht an diesem K'ontrolapparat zu beschäftigen. Eines Tages war der :c. Schöler mit einem anderen Soldaten zum Pumpen kommandiert, und als 65 dem Schöler zu lange daacrte, 1agte er: dEr Kontrolapparat ist nicht in Ordnung; den wollen wir einmal etwas korrigiersü. Der andere mitarbeitende Soldat machte ihn darauf aufmerksam, daß &? wiederholt verboten worden ssi, daran zu stochern. Schöler that (“5 aber troßdem, und richtig wurde! dsr Kontrolapparat Verdorbsn.

Nun wird in der Armee nie ein Soldat zu einer Geldstrafe betan- gczogen, sondern, wenn er ungehorsam ist und durch Muthwiüen etwas an seinen chidkrn oder anderen Gegenständen beschädigt, mit Arrest bestraft, und so Pasfierte das auch Herrn Schöler: er wurde bestraft wcgsn Ungehorsams und weil er muthwiüig den K'ontrolapvarat zkrstört batts. Dabei kam jetzt das feine juristisckßk erständniß bei dem Mann zum Vorschein, wxlcbxs“ der Herr Abg. Bebel an ihm so s(xbr lobts; nämlich er sagts, cs? müss ibm bewiesen werden, daß er absichtlich den ApparaK zerstört bättkz absichtlich hätte er es nicht gethan _ kr Hätte es also eigkntlich mit bcstem Willen gethan _, und keinknfalls bade er den Apparat mutbwillig zerstört. Er beschwerte sich infolge desen wegen dsr Verbängten Strafe und sagte dabei: ich bin bestraft worden, weil ich mutbwillig einen Apparat zerstört hätte; das ist aer nicht der Fal], folglich Verlange ich, daß die Strafe zurückgenommen wird. Der Kommandeur antwortete ibm darauf, daß davvn nicht die Rédk sein könnte, daß die Beschwerde eine unbegründete wäre, und diktierte ihm Mgcn unbegründeter Be- schwerdkfübrung, nachdem er ihn belehrt hatte, noch Einige Tage Arrest zu. Das ist vollkommkn gsseylich. (Zuruf bei den Sozialdemokraten.) Ja, meine Herrcn, cs würde AUes aufhören, wenn jeder Soldat das Recht hätts, unausgeseyt unbegründete Beschwerden vorzubringen und damit dis Vorgkseßtcn zu belästigen, das unterliegt doch keinem Zweifel! So ging Schöler nun vom BataiUons-Kommandeur an den Regiments-Kommandeur, Vom Regiments-Kommandeur weiter und kam schließlich bis an das General-Kommando. Ich bin damals kommandikrcnder General gewesen und habe mich auch bemüht und Versucht, dkm Mann auseinanderseßen zu lassen, wie er eben kein richtiges Vkrständniß dafür hätte, welcher Unterschied zwischen einer DiIciplinar- und einer gerichtlichen Strafe besteht, wie bei einer gerichtlichen Strafe allerdings dem Angeschuldigten bewiesen sein muß, was im Tenor des Erkcnntniffes ihm zur Last gelegt wird, daß bei cinsr DiGciplinarstrafe das nicht nothwendig sei. Der Vorgeseßte entscheidet nach seiner Ueberzeugung, und wenn der Kompagnie-Chef glaubt, der Mann hat etwas mutbwillig gethan, dann hat er seine Gründe für diese Annahme. Und das ist bsi der DiSciplinarbestrafung auSreickpknd. Es ist eben absolut unmöglich, in solchen Fällen im cinzclnen den juristischen Beweis zu erbringen; der Mann wird bestraft nach der Ueberzeugung des betreffenden verantwortlichen Vorgeseßten, und damit ist die Sache erledigt. Das wollte der :c. Schöler aber nicbt glauben. Er ging, wie ich schon sagtk, bis an das General- Kommando. Ich habe mich bsmübt, dem Mann das Verhältniß so cingsbcnd wie möglich auseinanderzuseYen und ihm dann auch noch einige Tagc Arrsst zudiktiert; ich nahm an, daß er nun endlich Raison annehmen würde. Das war aber noch nicht der Fal], er richtete sogar ein Bescbwa'rdcgesucb an Seine Majestät den Kaiser. Diese Beschwerde enthielt ungefähr acht Bogen und ein solches Kauderwelsch don juristischen Erörterungen, Von verworrenen philosophischen Er- örtsrungen aus Schopenhauer und ich Weiß nicht, was noch alles, daß man die Ueberzsugung gewinnen mußte, in dem Kopfe dreht fich etwas herum, was vielleicht doch nicht frühzeitig genug entdeckt ist. Seine Majestät der Kaiser hat in Gnaden deshalb von einer weitkren Bcstrafung des Mannes Abstand genommen, aber befohlen, daß erneut versucht werdcn sollte, ihm klar zu machen, in welchem großen Jrrtbum cr fick) befände. (Zuruf links.) _ Weshalb er in die Arbeiteradtbeilung kam _ ja, meine Herren, nachdem der Mam: mm disse Strafen erlitten und den unglücklichen Ausgang seiner Ve- schwcrden erlebt hatte, fing er an, sich auch mit seinen KW und der militärischen Ordnung überhaupt in Widetwruch xu seven. was dem Kompagnie-Cbef und den anderen Vorgeseßten zu ernsten Erwä- gungen Anlaß gab, ob er mit Rücksicht auf die von ibm WW Grundsätze und Theorien nicht ein bedenkliche! Element -in der Truppe wäre; so blieb nichts Anderes übrig. als daß er in die Arbeiter- abtbeilung vcrsest wurde. _ (Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.)

Dies war meiner Anßcbt nach eine sehr zweckmäßige MMU-