1896 / 45 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 20 Feb 1896 18:00:01 GMT) scan diff

«?MPZkHMNÄ-s :* * 3555-2134» 9-71" ..,-

, es, nach den vielfach sehr deutlich die Wüste Unkenntnis; der Sache

bxunqsverbiydlicbkeiten, welcbe diesseits die Aufhebung der bezüg- Punktanonen nachch ezo en "haben. Solcher zurückgegangener nktativnen sind im 5 ericEtSchbr gezählt 59 Stück. Damit sank ie Zub! der zu stande gekommenen unktationßabschlüffe bis gegen

Ende Dezember 1895 auf 186, gegen 2 2 beziehungsweise 241 in den beiden Vo abren. Bezü [ich des weiteren Nestes an Punktationen Zweden no die erforder ichen Erbebungen über die persönlichen und

ermögensverbältni e der Ansiedelun Sanwärter.

Unter den zur egri'mdung ihrer ücktritte von den westdeutschen Anxiedlern anYegebenen Anständen erscheinen neben Zufälligkeiten, wie Er schaftSanf lle, Verbeiratbung, anderweitige Seßhaftmachungen in der Heimat!), besonders bäufi zwei Ausreden: *

1) Schwierigkeit, den ibezimatblichen Besitz zu angemessenem Preise 106 zu werden,

2) Widerwille der Frauen gegen das Ansiedeln we en der Schwierigkeiten und Unbequemlicbketten, die der eigene Auf an und die AuRüstung des ofes mit sich brin t. _

inter dem An iande zu1 wird 113 wobl zumeii die Unzul_an - 11chke des Baarvermögens der Ansiedler verbergen, ie in der Do - nung. mehr Geld aus dem Verkauf ihres Befißes in der Heimatb zu [3 en, über eine zu tbeure Ansiedlerstelle Punktation abgeschlossen

n. Indessen laßkn si die Ansprüche, die an die Höhe des Anlage- kapitals bei den nsied ern gestellt werden, nicht berabmindern, da em Kaabgeben unter die jetzt festgehaltene Grenze einar Betbeiligung des

entenanfiedlers mit eigenem Kapital in Höhe von etwa 40 0/0 der Bodenanreckpnungswertbe, d. i. mit 250 bis 350 „14 auf den Hekiar, kaum befürwortet werden kann, weil sonst die Verschuldung der Rentengüter zu gefährlich hoch wird.

Man wird sich mit der Hoffnung begnügen müssen, daß die Kenntni von den AnsiedelungsVortbeilen aus dem Gesetz vom 26. Aprl 1886 sich in Deutschland verbreitet und daß die Vergröße- rung des Kundenkreises die PunktationSausfäÜe aus diesen Verkaufs- scbwierigkeiten in der Heimatb der Ansiedler außgleicbt. Freilich scheint

verratbenden Anfragen aus bäuerlichen Kreisen zu urtbeilen, daß die Verbreitung dieser Kenntniß in den Schichten der Bevölkerung, auf die es das Gese? vom 26. April 1886 abgesehen bat, ihre großen Schwierigkeiten at.

Dem zweiten Anstande wird bis zu einem gewissen Grade dies- seits bege net werden können. '

Es iii nämlich richtiF, daß m den [exten Jahren der Aufbau von Ansiedlergeböften fiskalis erseits eingeschrankt worden ist: einmal weil die Abtheilung () der Ansiedelungskdmmisfion sehr stark mit Bauten

r öffentliche Zwecke -- vergl. Abschnitt .Hochbauten" - in An- pruch genommen war, dann aber auch um deshalb, weil die solidere Konstruktion der fiskalisckyen Bauten und das vorgkschriebene Ver- gebungsverfabren solche Geböftbauten vertbeuert und weil die nicht zu vermeidende Schablonisierung sie bei den Ansiedlern und den Aksiede- lungsvermittlern unbelrebt emacht batte. Man glaubte. den Anficdlern den Aufbau der Gehöfte natF ibrem Geschmack ganz überlassen zu sollen. So sebr aber solcher Cigenaufbau, wenn er gelingt, die Anbängiicbkeit an die Scholle und auch in finanzieUer Hinsicht das Wohlbefinden des An- siedlers zu fördern geeignet ist, so fraglich wird die Sache bei einem wenig in Bausacbczn erfahrenen oder Verwöbnten Anfiedler, der die WobnungöbeqULm1chkeiten des Westens mit seinen alten geräumigen Käufern, deren K ten frühere Generationen getragen haben, nach der

nsiedlerstelle verpfianzen will. In solchen Fällen können gute Raib- Fbläge des Anfiedelungsbeqmten und Drobun en des Präsidenten der

n edelungskommission mii EinstelLung der katcrialienlieferung und fontiger Vergünstigungen das Unheil tbcurer und oft auch 11nz1veck- mäßiger Hofbauten kaum abwenden.

Wie aber die Sache auch ausfallen möge, diefer Eigenaufbau brin 1 während der Bauperiode für die Ansiedlerfrau sebr erhebliche saxe, dix fie _zu scheuen al1e Ursache hat. Daher erscheint es zweckmaßig, tt_n nachsten Jahre den Versuch zu machen, das An- Ydelungßgescbaft durch billige und größere Bequemlichkeitcn für den belirbtehschafisbkxtriexb vorsehende Hofbauten auf fiskalische Kosten zu

e n. * Die Studien „nach dieser Richtung bin find unter voUer Würdi-

ng der gerade 111 iüngsier Zeit erschienenen zahlreichen Vsröffent- sieclbti-Yen über den bauerlrckyen Hofbau in Deutschland in die Wege

e k.

Zur Vermeidung von Schwierigkeiten, die etwa aus der Abneigung des auern gegen Fremdartiges in der Begebung solcher Höfe ent- stehen könnten, ist geplant, die Dorflagen um die möglichst zeitig zu erbauenden Kirchen tbunlichst geschlossen anzulegen und mit solchen fiskalischen Geböftsbauten zu besecYen. So wird es möglich sein, einmal fiskalischerseits eine örtli e Bauaufsicht über eine größere Anzahl von fiskalischen Bauausführungen einzurichten und dadurch die Technik zu verbeffsrn, sowie die Baukosten zu ermäßigen. dann aber auch die Verkäufiicipkeit dieser Höfe sicher zu sickle", denn die Lage in der Nähe der Kirche wird immer eine besonders für den Ansiedler be- gehrte sein. _

Nach der Darstellung des SteUenbegcbungsverkebrs bis zum Schluß des BerichtSjabrés find begcben

&. zu Rente: 119 zum WertHC von „44 1? bis um Schlusse 1894 . 24 862.084] 15 820 046,78 2 im Berichtsjabrc . 3 280,46,71 2 136 689,63

Zusammen 28142,55,12 17 956 736,41

11. zu acht:

1) 3 085,36,53 1 816 377,93 Zusammen

211,37.88 122 892,00 3 296,74,41 1 939 269,93 Zusammen 9. und 1). 31439,29,53 19 896 006,34 an 1784 Ansiedler. Danach braucht der Anfiedler durchschnittlicb 17,62 119. Land zu rd. 11152 914 Wkrtb nach dsn Berechnungen der Anfikdelungskommissiou. Erwägt man, daß die Dotationen für öffentliche Zwecke, die den Arzfiedelungen seitens der Anfiedelungs- kommission gestiftet werden, mdestens 50/11 des Anfiedlersteüenareals ausmachen, so ist das vergebene Areal zur Zeit zu schäßcn auf rd. 33 011 119, was 37,0 0/0 des dkrzeitigen Grundbefiycs der An- siedelungskommisfion 011911101111.

Nach Abstammung und Konfession find *

1) aus den Ansiedelungsprooinzen . 710 Ansiedler : 39,80 0/0, 2) aus dem übrigen Deutschland . 991 =55,55 0/0, 3) Von außerhalb Dcutschlands . 83 , = 4,65 %, 4) 1653 Evangelische gkgenübcr 131 Katholiken,

Was im vorigrn Jahre Von dkr Beliebtheit oder Unbkliebtbeit der einzelnen Ansiedelungsgüter gesagt worden, gilt gerade so für das Berichtsjahr. Beborzugt werden große Ansiedelungen mit zabireichen Steüen und mit Kirchen und Schulen am Ort, odsr wenigstens "in gut erreichbarer Nähe und mit guter Verkehrslage.

Beaufsichtigung der Ansiedler, deren finanzielle Lage und Organisation zu Verbänden.

Daß die Ansixdelungskommisfidn in den Verwaltern der benach- barten, im großwtrtbickpastiickyen Betrieb stehenden oder in der Be- siedelunJegmffenen Guter, sowie in ihren sonstigen Vertrauensvkrsonen i_ßrtliche rgane befitzt, durch die sie auch über die Weiterentwicklun der _alteren Anstedelungen fich fortlaufend unterrichten kann, ist im Beri ts- ]abre wieder als em Umstand emyfunden worden, der die Thätigkeit der Posener Zentralstelle 111 wünichenswertber Weise unterstützt und 111 PKW wo es nottbut, em rechtzeitiges und sachgemäßes Eingreifen erm [; -

Immerhin bat_ es sich als nothwendig erwiesen, in der An- erkennung des Bedurfmffes zu solchen Eingriffen Zurückhaltung zu üben. Es entstebx sonst die Gefahr, daß die Anfiedler den Eindruck gewinnen, als standen, sie zu der koloqijierenden Staatsbebörde in einem andern Verbaltntß, als s_onst der Kaufer eines Grundstücks zu dem Verkayfer steht, und als hatten sie bei Verlegenheiten jeder Art seitens des Staats noch besondere Hilfen zu erwarten, oder gar zu

Es ist daher nicht zu "*berbinderjn“ ewesen, daß aller Aufsicht Fuge??? teine Anzahl Ansiedler dre esetzteu Stellen nicht be- aup e a .

Zur Feststellung, wie und warum das geschehen ist, wird eine Nachweisung der verTeblten Besiedlunxän geführt. Sie zahlt bis 1th 33 Fälle, die fick) fo gendermaßen klas fixieren lassen: *

11. Rentenanßedler.

1) Eintritt des fiskalischen Wie erkaufßreéts gemäß 8 des Rentengutsvertrags unter Auszahlung zum tbei nicbt uner eblicber Yetträge an die Betroffenen für von ihnen aufgeführte Gehöfts-

11 en:

8. wegen Haltung unzureichenden Inventars . . . . 11 Fälle

11. wegen Verlaffens der Steae nach einem seitens des Präsideyten der Ansiedelungskommission nicht genehmigten Verkauf der Stelle an einen ungeeigneten Besißnacbfol er .

0. wegen Verla ens der Stelle, um den fiskalii; en Wiederkauf zu erzw ngen, zwecks An nahme d-ér Zrüberen Feruxsbeschästigung als Schankwirt und Wirt schafts- eamer..................

2) Uebergang durä) Zwangsverkauf an die zweite Hand infolge Vermögensberfakls, in einem Fase herbeigeführt durch Trunksucht und Unfrieden im Hause . . , . 2 Fälle

Zusammen . 16 Fäae 13. Pächter.

1) Pachtkündiaungen sind seitens des Präfidenten der Anfiedelunas- kommisfion ausgesprochen gemäß § 29 der „Allgemeinen Pacht- bedingun en" wegen unzureichender Betriebsmittel und nach wieder- holtem ückständigbleiben mit Pachtzinsen in 14 Fällen,

und zw.“.r:

&. bei 2 Krugpächtern,

b. bei 12 Landwirtben.

2) Pachtauflösungen we en Verlaffens der Pachtungcn

Von diesen hat ein ächter fich anderweitig durcb Ankauf ansässi? gemacht, ein zweiter ist infolge eines gegen ihn einge eitetcn Strafverfahrens nach Amerika aus- gewandert, der dritte, ein früherer WirthsÖastS-Jnspekwr,

ist in Vermögenswerfall geratben. Zusammen . . . 17 sfiäÜe.

Diese 33 Fälle machen 1,83 0/0 der 1784 angesetzten An1edler- familien aus.

Außer dieser Liste der FMF angenen besteht noch Line NacbwÜsung ddeentenanstedler, die in ulden geratben zu Pächtern zurück- ga11st sind, um durch die Erwkrbung der von ibnkn errichteten Ge- baude seitens des Fiskus baare Geldmittel in die Hand zu bekommen. Solchkr Fäkle find bis jkßt 21 gezählt, fie stammen zumeist aus den Anfiedelunacn der ersicn Jahre. Das bedeutet einen weiteren Zuwachs der bedenklichen Fälle 11011 1,17 0/0.

Damit ist indkß die Zahl dc'r schwierigen Fäüe noch nicht er- schöpft und einige Sabbasiationcn von lange mit Stnndungen unter- siüßten Anstedlerwirtbscbaften find nach dem Eindruck, den die Wirth- schaft" der Besitzer macht,“ über kurz oder lang zu erwarten. Selbst- vxrstanditch wird_ andererjeits bei Fällen, in denen die Schuld an emem augenblicklwben Nieder ange der Wirtbscbait offknbar nicht den Besißer trifft, mit den zur crfügung stehenden Erlcichicrungew ins- besondkre aucb aus dem Dispositionsfonds dss Präfidenten. nacb Mög- lichkeit geholfen, wie schon in den früheren Berichten mehrfach hcrvor- gsboben ist. , ,

Daß die wirthscbafklicbe Entwicklung „dsr Ansiedlkr, obgleich gkbemmt durch die ungünstigen landwirtbscbastlicben Konjunkturen und steijenweise durch schlechte Ernten, fick) im allgemeinsn in aufsteigender Ntcht1111g bewegt, beweiie'n die eingegangenen Zahlungen.

DW folgende Uebersicht enibält in Spalte 2 das „Jabres-Soil“ für die in Spalte 1 aufgeführten Jabra (obne Reste aus Vorjahren), 111 Spalte 3 dagegen das „Ist" an geleisteten Zablungcn einschließiicb der nachträglich gkzal)lten Reste:

1 Fall

2 Fälle

3 FälTe.

Soll Ist 646 [4 616 |,!

969 37 969 137 7785 55 5859 Z68 17819 91 19199 «52 54789 80 33368 60 96276 49 68 501 „84 144697 41 101926 .76 201017 09 175686 160 244672 98 241171 170 303775 15 313685 ;37

1071803 75 960372 §44

Darnacb babcn im Jahre 1894/95 - abgesebcn Von dem Jabra 1888/89 - die Zabiunaen das Soll zum ersten Mal überstiegen, und Wut um rund 10 000 „46 Es find also Von den im Vorjahre verbliebenen Restkn 0011 12134153 914 rund 10000 „161 abbczablt wordkn, und bleiben, da

das (Hksamnit-SOÜ für 1886/87 bis 1894/95. 107180375 „44, das Gesammt-Jst aber . . . . . . , . 960 372,44 beträgt, am ]. leri141895 im Rest. . . . . 111431,31 „jz Das sind 10,4 0/9 des Solis, gcgen 15,8 0/0 im Vorjahre. An diesem Reste find wic im Vorjabr€ hauptsächlich betbeiligt, und zwar mit 85 0/0, sechs in dem ersten Jabrcn der Thätigkeit dcr Anfikdclungs- kommisfion (1887 bis 1890) bxgründcte Anfiediergemeindcn, bei dcren Gründung dEr Behörde die Zpater gemachten Erfahrungen, namentlich bezüglich der Vorbereitung „crabgewirtbsckpasteter Güter für die Be- fiedelung durch eine mcbrjabrige fiskalische großwirtbslhaftlicbe Ver- waltung, noch nicht zu Gebote standen. In Anerkennung dicses Umstandes ist den bktreffenderz Anfiedlergemsindkn, untkr Berücksichti- gung der persönlichkn Verhaltnisse des Einzelnen 0011 ihren Resten ein Nachlaß von im Gamen 24 922,24 „14 gewährt worden, sodaß sich die: tbatsächlich verbleibenden Reste um diesen Betrag ermäßigen. In den übrigen Anfiedlergcmeinden find auch im Rechnungsjabre 1894/95 dkrbältnißmäßig wenig Reste verblieben. Abgesebsn Von den Sciylüffrn, die dieses Zahlenmaterial zuläßt, kann Vor Liner gcneraiifierenden Beurtheilung der wirtbschaftliche'n Lage der Anficdler nur gewarnt werden. Wie schon in einem frübcren Bericht? erwähnt, machkn fich zwischen den cinzclne11Anfichlungen und weiter auch innsrbalb der einze'lnen Anfiedlergemeinden ganz auf- fallxnde Verschiedenheitcn in der Schnelligkeit ibres wirtbscvaftiicben Fortschritts geltend, wobei sich namentlich in zunehmendem Maße ezeigt at, einen wie ausschlaggebrnden Einfluß aufdas Gedeiheneiner 2111 1901er- siekle die persönlichen (Eigenschaften des Besißers ausübrn. Ange- sichts dieser Verschiedenheit der Verbäliniffe und bei „Berückficbtigung des Umsiandcs, daß die: eigentbümlicbe rechtliche Konstruktion der Anfiedlcritelle leicht zu Mißvrrständniffen, insbesondere zu Verwechs- lungen mit den 6011 Privaten unter Mitwirkung der General-Kommissionen gegründeten Reniengütern Veranlaésung giebt, ist es erklärlicb, daß die Berichte, die über die Cntwicke un der Ansiedelungen in letzter 3211 in die Oeffentlichkeit gedrungen md - namentlich sowcit sie von Westlichen, mit den Verbältniffen des Ostens nicbt Vertrauten und nur 1110111138 Tage die Anfiedrlungßgüter bcreisenden Verfassern aus eben, -- sowohl in dem ancrkennendrn, wie in dem absprechenden Urt eile, das fie fällen, vielfach ein schiefes und übertrieben generali- fierendes Bild von den tbatfächlichsn Verbälinißen der Ansiedler geber).

In dem Feuerversichcrungswesen der Antadler ist insofern mtt

dem 1. Januar 1895 eine wesentliche Veränderung vor sich gegangen, als der bis dahin laufende Vertrag mit der Aachen-Müncbener Feuer- verficherungMeseUschast, „wonach sämmtliche Ansiedler gegen GeWabrung eines Prämienrabatts tbr Mobiliar, diejenigen der (Ywdmz Weft- preußen außerdem ibre Gebäude bei der genannten esellschait ver- sichern mu ten, infolge seines für die Geseüscbaft ungünstigc-n fincznzicllen Ergebniffes nicht zur Erneueruné gekommen ist. Unter tbetlweiser Erböbun der Prämien gkgen die b s dabin gezahlten Sätze

Jahrgang

1894/95

i1z der neu errichteten Abtheilung für Mobiliarversicberung -- auch dre bewegliche Habe sämmtlicber posenscbsn Ansiedler egen Feuer versichert, _und fur die wextpreußischen Anfiedler mit der mmobrliar- feuersozietat fiir die Prov nz Westpreußen, wonach, diese die Gebäude. der cherung sammtlicber _wesipnußisckxr NYM“: übernimmt. Der Ab chluß derartiger Vertrage ist durch die esiimmung des Renten- guisvertraas ermöglicht, das; der Ansiedler gegen Hagel und Feuer bei der vom chkus - als Realberecbtigten *- zu bestimmenden Gesel!- scbaft'ver chern muß,. Der Vortheil dieser Verträge liegit darin, daß sie „dte Erzielung eines Prämic'nrabatts -- mit Rück1cht auf die Großx_des VerficberungSobjekts -- ermöglichen und außerdem die im Ilskalqchen Interesse erforderliche Kontroie über die Erfuilung der den "11 edlem obliegenden Versickperungspflicht sebr erlei tern. Da be- zug ich der bewe [tchen Habe der westpreußischen An edler von den befragien Gesells aften em fester Vertrag mit Gewährung eines Pramteprabatts nicht zu erlangen war, ist für Westpreußen versuchs- weise die Auswahl der (Gesellschaft, bei der fie ihre bewegliche Habe vxrsiche'rn' wollen, den Ansiedlern selbst überlassen worden. Es hat dies [)?! einzelnen, besonders ungünstigen Risiken dazu gerrt, daß die bxtreffenden Ansiedler nur schwer und zu sehr hohen rämiensäßdn eme Geseüschaft gefunden haben, die fie aufnahm.

Da, die'Ueberiübrung derjenigen Ansicdler, deren Verträge mit ibrer bisherigen VkrsickoerungsgeseUschast über den 1. Januar 1895 hinausltefen, zu den Provinzial-Feuersozietäten noch nicht ab eschloffen ifi,. konnen abschließende Angaben über den GesammtwertY der bei d1esen Gesellschaften versicherten Vermögensbesiandtbeile der Ansiedlcr erst sZater gegeben werden.

( xn Kalenderjahre 1895 smd 5 neue Raiffeiscn'scbe Darlebns- kassen m Ansiedlergemeinden begründet worden (Jaroschau, BiWarckZ- felde, Lawau, Biecbowo und Gulbien). Die Bildung Von Drainage- genossenschafien „zur Untsrbaltung dcr dom Fiskus angelkaten Dramagcn ist emgeleitet worden in Kaisersaue, Komorowo und Ost- wingen.

"Ein Versuch mit der UmWandlung einer gut erbaltenen, miT annahernd 800 111 Kontingrnt versebcnen Brennerei in eine Genossen- schaftsbrsnnerei der Ansiedler soll auf dem neu zur Befiedelung 011€;- gelegten Gute Orchowo (Kreis Mogilno) gemacht werden.

Finanzielles Ergebnis; einer abgescbiossenen Besiedelung.

In einer Usbersicht über die Ergebniffe der Besiedelung der An- fixdelungsgüter Lubowo und Lubowko, im Kreise Gnesen, aus denkn dre Anfikdlergemeinde Liban gebildet ist, wird nachgswiesen, daß die fiskalische Schadlosbaltung in einer Verzinsung dcr fiskalischrn Baar- aqfwendungexn zu 2,45 vom Hundert, uneingerechnet die bis zum Ein- tritt derKFalligkeit der Anfikdlerrcnicn, beziehungsweise Pachten ver- lorenen, KapitalSzmsen, besicbt.

' Dic Anfirdlergcmeinde Libau theilt ibrL Kirchspieleinrickotungm Mit der Ansiediergemeinde Komorowo und den Anficdelungsgütern Lednagora u11d Rzegnowo. Wenn, wie geschkben, die mit einrm Kostenaufwandk bon rund 90 000 816 hergestellten Kirchspiels- Einrichtungen von Liban disser Anfiedlergemeinde zu Last geschricben sind, so wcrdsn die Ergebnisse dsr Bcficdeiung in Komorowo, Lcdnagora 1111d Rzegnowo iich antbeilig um so viel günstiger steilen xnusikn, alk; das bisr bei Liban der Fall ist. Das beweist schon das 1111 Jahresberwbte für 1893 mitgetheiite finanziciie Ergebnis; der Be- ficdelung 0011 Komorowo, 0u§weislich dessen dia Verzinsung dcr fis?- kaltscbcn Aux:v„eydungcn dort mit 2,62 0/9 berechn€f war.

ZUk__Z€11 111 die in Lednagora eingeleitete Besicdclung noch nicht abgeschlomen, und das jüngst erworbene (Hut Rzégndwo barrt noch der Auftbeiiang.

Die weitere Mittbrilung finanzicillr Ergebnisse in anderen 2111- fiedelungxn *- biSAjctzt find dergleichen Abrccbnungkn 11011 9 Gütern wttgstberlt ." hat 1171) als untbunlici) berausgestsiit, weil jest gerade die Guter m cFrage kommen, dercn Anfiedlrr die in dem vorber- gebequn Abs nitt nachgewiesenen Renten- bezw. Pachtrestd auf- zuwe1ien hatten. Es wird abgkwartet werdkn müssen, bis hier stabile Verhaltnisse sicb eingestiüt baden.

Maßregeln zur Hebung dkr Rindvicbzucht in den

. Ansiedelungen.

„27111 der Einrichtung von Viebdcpoiß, welcbe dank dEr vor- sichtigen Aquabl der don den Gutsberwaltungcn doribin zulichrnden Stücke sich auch im vsrgangcnen Jabrk gut bewährt batten, isi wciter for'tgeiabrcnx und auf dem im Herbst 1895 angkkauftcn Gute Konoxad tm Krcije Strasburg in 5 eitpreußen ein neues Depot angelegt wordcn.

Bczüglicb der im leßicn Bericht crwäbnten drei Devots 111

Sdbiefisrnie, Wygandw und LaIkowo find infoigc foriscbreitcndcr Be- 119delung inwfern Vcrändérungen 110th91117111 geworden, als das kaN von Sobissierniß Krkis Wiikowo, nacb Goniczki, Kreis Wrescbcn, und das von Laskswo, 311115 511111, nach dem benachbarten Janowis Okr- legi wurden. _ Aus diksen vi1'r Depots find biöber 011 Anficdlcr auf Grund von K*aufvsrträgen 372 Stück Kühe und Färien im Werthe von 74 526,80 „14 abgegeben 1110111811, wovon im Bcricbtdjabre 154 Stück im Werthe von 3190422 „14

Die auf Kanprcise geleistxtcn “3051111111111 4412083 „FC:

Dic Vertragsmäßig festgesetzten Abzablungcn find im aÜgemcinsn von drm Ansicdiern pünktlich geleistet worden.

Versorgung der Ansiedler mit Obstbäumen.

Im Jahre 1895 wurdcn 11011 de'r Ansikdeltmgsfommisfion an die Anfisdlcr 6726 Obstbäume zum Gssammtkostenprcis 11011 641940 % gelikscrt und zwar:

2687 Avfelbäumc,

1981 Birnbäume,

1055 Kirfchbäu111e,

_ 1003 Pflaumcnbäume. *Hicrvrm 6111106911 auf den Regierungsbezirk Posen 2559 Stück, Brombsrg ........ 2863 , T),)iariknwerdcr ...... 1304 , Danzig "

bcxaufen sick) (1111

.___-..ck..- zusmnmen . . . 6726 Stück.

Gkiiefert wurden disse Bäume von Baumschuiknbefißcrn aus

der Provinz Sachsen ......... 2140 Stück, Schikficn 1770 , * Posen 1512 , Westprcnßcn ....... 1304 zusammen. . . 6726 Sjuck. Für die Zukunft wird der Bezug Von Obstbäumen aus der Yw- vinz Sachsen 11013 der etwas billigeren Preise unterbleiben müncn, weil infolge dsr "weiten Entfernung dic Sendungen nur selten klcht= zeitig eintreffen und daher infolge verspätcten Pflanzcns das Gedeihen der Bäume mangclbaft war.

Uebergan von Ansiedlcrstelien in die zweite Hand._ Für das 3 ericbtsjahr Werden 34 jolchkr Uebergänge nachgewtcicn- und zwar 18 von Rentensteüen, 16 von Pachtsteilen. Von den 18 Rentenstelien gingen 5 im Erbgang auf den Sohn oder Schwiegersohn übrr, Von den 16 PachtfteÜen 2. In 16 von den obi en 34 Fällen find Gewirine 0118 den em- gesebknen Verträgen nacßzuweisen gewesen, in 16 Fällxn smd sol'rbe zu vermutbcn, aber nicht festzustellen, in 2 Fällen scheinen Vermogens- verluste eingetreten zu sein. Stark betbeiligt bei diesen Besiyveränderungen ist die Pachtkolonie Sablonowo mit 5 Stellen von den 17 der ganzen Anfiedelung- In einem dieser FäUe ist der Mangel cines Erben, der sich der Land- Wixibicbaft widmen will, bestimmend für den (Entschluß der Pacht- auigabe seitens des alternden Pächters gewesen,_ 111 einem zweiten die Rückkehr zu dem Bauhandwerk, das der Pachikr zu Gunsten der Landwirtbschafi aufgegeben hatte. ' . , Der Uebergang in die zweite Hand isi im allgemeinen 11th zu beklagen, weil die Erwerber meist kapitalkräfttaer sind wie die Ver-

beanspruchen, anstqtt wie jeder andere Landwirth lediglich auf die eigene Kraft angewiesen zu sem.

ist ein anderweiter ertrag mit der Posenschen Provinzial-Feuersozietat geschlossen, wonach diese nicht nur, wie bi6ber, die Gebäude. sondern -

käufer.

.

Zweite Veilaße

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

.Mo: 45.

Berlin, Donnerstag, den 20. Februar

1896-«-

______________________._____--.----------=-

Königreich Preußen.

P r i v i 1 e g i u m wegen Ausfertigung auf den anaber lautenderAnieibe-

scheine der Stadt Landsberg a. Wartbe im Betrage von 1265000 „kü

Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden König bon Preußen 2c.

Nachdem die städtischen Behörden der _Stadt Landsberg a. W. beschlossen haben, die zur Tilgun alterer „COchulden. zur, Erbauung einer Wafferleitung und einer eren Madchenichule, zum (Grund- erwerb für die Eisenbahn MeseriZJ-Landsberg a. W., zur Hersteüung einer Zufubrstraße zum Babnbofe m der Bmcken-Vorstadt, zur ersten Anlage von Straßen im neuen Stadttbeile, sowie zur Verlegung des Bettes des Cladowflu es erforderlichen Mittel tm Wege einer Anleihe zu beschaffen, wollen ir auf den Antrag der Stadtdertretung, '

zu diesem Zwecke auf jeden Inhaber lautende, mit Zinsschemen versehene, seitens der Giäubiger unkündbare Anleibescbeine im Betrage von 1 265 000 «16 ausstellen zu diirfxnU da sich hiergegen weder im Jniereffe der„©laub1„ger noch der Schuldnerin etwas zu erinnern gefunden hat, in Gemaßbeit des J 2 des Gesetzes Vom 17. Juni 1833 zur Aussteiiung bon Yn1e1besch91nentm Betrage Von 1 265000 „14, in Buchstabep: Einer Million zwe1bundert fünf und sechzig Tausend Mark, welcbe 111 folgenden Abschnitten: 325 Stück zu 200 „161 = 65000 «14 800 , 500 „=400000, 400 , „1000„=400000, 200 2000 , = 400 000 . zusammen'1265000 „zz. ' nach dem anliegenden Muster auSzufcrUgen, mit jahrltci) drei und einem 110an Prozent zu verzinsezi 11nd nach dem festgestellten Tilgungsplane mittels Verloosung_ jabrltrh, Vom 1. Oktober 1896 ab, und zwar 800000 „46 mit wenigstens einem, 255 875 .,“ mit einem und einem balben und 209 125 „14 mit zwei und einem halben Prozent des Kapitals, unter Zuwachs der Zinsßn Von den „getithen Anleihe- cheinen, zu tilgen sind, durch gegenwärtiges Privilegmm nsere landes- iserrliche Genehmigung ertbeilen.“ , ,

Die Ertbeilung erfolgt nut der rechtltchen Wirkung, daß ein eder anaber dieser Anleibes eine die daraus bervorgeggngenen Rechte geltend zu machen befugt ii,“ ohne zu _dem Nachwetse der Ueber- tragung des Eigentbums deryfit tet zu sem. ' '

Durch vorstehendes PkiVlieg um. welcbxs _Wtr vorbehaltlich der Rechte Dritter ertbeilen, wird für die Befrtedtgun der anaber der Anleibescheine eine Gewährleistung seitens des taats nicht uber- n-ommen. . '

Urkundlich unter Unserer Höcbsieigenbandrgen Unterschrift und beigedrucktem Königli n Jnfiegel.

Gegeben Berlin, en 29. Januar 1896.

([..Z.) Wilhelm 1)». Miquel. Freiherr Von der Recke.

ProvinzBrandenburg. RegierungsbezirkFrankfurta.D. Anleibeicbein der Stadt Landsberg a. W. zweite Ausgabe, Buchstabe ., . . ._ . Nr. . . . , über . . . . Mark Reichswabrung.

AuSgsiertigt in Gemäßbeit des landesbenlickyen Privilegiums vom ........ 189 . . . (Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Frankfurt a. O. vom . . ten . ._ ..... 189. . Nr. . .

und Geseß-Sammlung fur 189 . . Seite . . . Nr. . . .).

Seite . . .

Auf Grund der Vom Bezirksausscbuffe zu Frankfurt a. O. ge- nehmigten Beschlüsse der städtischen Kdüegien der Stadt Lands- berg a. W. wegen Aufnahme einer Schuld von 1265000 „44 bekennt

ch der Magistrat, namens der Stadtgemeinde Landsberg a. W., durch

iese, für jeden Inhaber gültige, seitens des Gläubigers unkündbare Ver- schreibung zu einer Darlebnsschuld von . . ; ...“, welcbe an die Stadt- emeinde baar gezabli worden und mit drei und einem halben Prozent jabrlicb zu verzinsen ist.

Die Rückzahlung der ganzen Schuld von 1265000 „36 erfolgt nach Maß abe des genehmigten Tilgungsplans mittels Verloosung der Anlei escbeine in den Jahren 1896 bis spätestens 1932 ein- schließlich aus einem Tilgungsstock, welcher für,800 000 .',-6 mit wenigstens einem rosent, für 255875 „44 mit wemgsiens emem und einem halben rozeni und für 209125 .,“ mit wenigstens zwei und einem halben rozent des Kapitals jährlich unter Zurechnung der Zinsen von den getil ten Anleibescheinen gebildet wird;

Die Auscioosung geschiebt im Monat Marz jeden Jabres. Der Stadtgemeinde bleibt jedoch das Recht vorbehalten, den Ttlgungsstock u verstärken oder auch sämmtliche noch im Umlauf befindlichen

nleiÉescheine auf einmal zu kündigen. ' ie durch die verstärkte Tilgung ersparten Zinsen wachsen eben- falls dem Tilgungsstock zu. _ '

Die ausgeloosten sowie die gekundigien Anletbescbeine werden unter Bezeichnung i rer Buchstaben, Nummern und Beträge, sowie des Termins, an welchem die Rückzahlung erfolgen sou, öffentlich bekannt gemacht. Diese Bekanntmachung erfolgt spätestens drei Monate Vor dem Zahlungstermin in dem „Deuts en, Reichs- uud Königlich Preußischen Staats-An e_iger“. owte in der „Neumärkiscben Zeitung". Gebteins dieser latter ein, so wird an deffen Statt Von dem Magistrat _der Stadt Landsberg a. W., mit Genebmi ung des Regierungs-Prasidenten zu Frankfurt a. O., em anderes lait bestimmt. ,

Bis zu dem Tage, wo solchergesialt das Kapital zu entrichten ist, wird es in halbjährlichen Terminen, am 1. April und 1. k- tober von beute ab gerechnet, mit drei und einem halben Prozent jährlich verzinst.

Die Auszahlung der Zinsen und des Kapitals erfolgt gegen bloße Rückgabe der fällig gewordenen ?sinsscheine beziehungsweise dte es An- leibescbeins bei der Kämmereika e zu Landsberg,» W., un zWar auch in der nach dem Eintritt des Fäliigkeitstermms folgenden Zeit.

Mit dem zur Empfangnabme des Kapitals einge_retchten_A11[eibe- scheine sind auch die dazu gehörigen Zinsscheine der spateren Faütgkeits- termine zurück ureicben.

Für die fseblenden Zinsscbeine wird der Betrag vom Kapital ab-

gezogen.

Die gekündigten Kapitalbeträge, Welche innerhalb dreißig Jahren na? dem Rückzahlungstermin nicht erhoben werden, sowie dre inner- ble vier Jahren nach Ablauf des Kalenderiabres, in welchem sie faili geworden, nicbt erhobenen Zinsen verjabren zu Gunsten der Sta tgemeinde. ,

Das Auf ebot und die Krafiloserklarung verlorener oder ver- nichteter Anleßbescheine erfolgt nacZ Vors_ rtst der §§ 838 ff. der Zivilpro eßordnung für das Deuts 6 Re! vom 30._Januar 1877 (NEich-Éeseßblatt S. 83) bezw. nacb § 20 _des Ausfuhrungsgeseßes Y ?Zeluiscbcn Zivilprozeßordnung vom 24. Marz 1879 (Geseß-Samml.

ZinssYine können weder auflgeboten, noch Für kraftlos erklärt Werden. och soll demjenigen, we cber den Veclui von Zinsschxinen vst Ablauf der vierjährigen Verjährungsfrist bei „dem Magistrat anmeldet und den fiattgebabten Besiß der Zinsscbeine durcb

Vorzeigung des Anleibestheins oder sonst in glaubhafter Weise dartbut, na Ablauf der Verjährungsfrist der Betrag der angemeldeten und bis da in nicht vorgekommenen Zinsscheine gegen Quittung aus- gezahlt wérden.

Mit diesem Anleibesäyeine !find baib'äbrige Zinsscbeine bis zum 1. April 1906 ausgegeben; die ferneren Zinsscheine werden für zehn- jährige Zeiträume angegeben werden.

_ Die AuSgabe einer neuen Nribe von Ainssxbeinen erfolgt bei der KämmereikasLe zu Landsberg a. W. gegen Ablieferung der der älteren Zinsscbeinrei e beigedruckten Anweismxg. ' _

Beim Verlust der Anweisung ersolY dre Yuöretcbung der neuen

Yusscheinreihe an, den Inhaber des nleibe1chems, sofern dessen orzeigun rechtzeitig geschehen ist. .

Zur icherung der hierdurch eingegangenen Verpfttébtungen haftet die tadtgemeinde Landsberg a. W. mit ihrem Vermögen und mit ihrer Steuerkraft. , . ,

Dessen zu Urkunde haben wir diese Ausfertigung uyter unserer Unterschrift und unter Beidrückung des Stadtfiegels erthetlt. Landsberg a. W., den . . ten ....... 189 . .

8.149. Der Magistrat. .

(Stadtfiegel.) (Unterschriften.) .

Anmerkung. Die Anleibeschetne sind mit der Unterschr1ft des Ma isirats-Dirigenten und eines anderen Mitgliedes des Magistrat s

zu verse en.

ProvinzBrandenburg. RegieryngsbezirkFrankfurta.O. Zinsschetn . . . . Reihe zu dem Anleibescheine der Stadt Landsbeera. W. zweite AuSgabe, Buchstabe . . . . Nr. . . . über . . . . ark zu 3.1 0/0 Zinsen über . . . . Mark . . Pfennig. , Der Inhaber dieses Zinsscbeins empfangt gegen deffen Ruckgabe in der Zeit vom ..... ab die Zinsen des vorgenannten Anleihe- scheins für das albjabr vom . . ten ...... bis . . ten ......

1

mit ark . . . Pfennig bei der Kämmereikaffe zu Lands- berg a.W.

Landsberg a. W., den . . ien .......

(Siegel.) Der Magistrat. " .

(H'akfimile der Unterschrift des (EisenhandtgeNamensunterscbrift Psiagistrats-Dirigßnten und eines des Kontrol-Beamten.) anderen Ma istrats-Mit liebs.) ' '

Die er Zinsscbein iii ungültig, wenn dessen Geldbetrag nicbt innerba vier Jahren nach Ablauf des Kalenderjahres der Failigkeit erhoben wird.

Provinz BrandenburÄ. Re gierunJSbezirkFrankfurt 0.9)" n w e 1 s u n 9 zu dem Anleibescbeine der Stadt Landsberg a. W. zweite Außgabe, Buchstabe . . . Nr. . . . über_ . . . . Mark.

Der Inhaber dieser Anwxisung em iangi „gegen derer; Rückgabe zu dem obigen Anleibescheine dre , . te ' etbe ZmSscheine fur die zehn Jahre dom ..... bis . . . bet der Kammeretkaffe zu Lands- ber a.W, sofern nicht rechtzeitig. von dem als „solchen sich aus- wei enden Inhaber des Anleihescbems dagegen Widerspruch erhoben

wird.

Landsberg a. W., den . . ten.

(Siegel.) Der Magistrat. _ , Faksimile der Unterschrift des (EigenbandigeNamensuntersehrtft kagisirats-Dirigenten qnd „eines des Kontrol-Beamten.)

anderen Ma istrais-Mttglteds.) '

Anmer ung. Die Anweisung ist zunx Unterschied auf der ganzen Blattbreite unter den beiden leßten Zinsscheinen mit davon abweichenden Lettern in nachstehender Art abzudrucken:

. . . ter Zinssthein. 1 . . . ier Zinsscbein.

c-.'* 6-1. . *L.:-(121

Anweisung.

Statistik und Volkswirthséhast.

Zur Hebung der sozialen und wirtbschaftlichen Zustände auf dem Lande.

Eine der bedenklicbsien Erscheinungen unserer Zeit ist die immer mebr zunehmende Entvölkerung des platten Landes. Wahrend im Jahre 1871 die Bevölkerun svertheilung in Deutschland noch als normal gelten konnte, da eine andbevölkerung von 26 219 351 Personen (63,9 0/0 der Gesammibevölkerung) 14 790 798 Stadtbrwobnern (36,1% der Gesammtbevölkerung) gegenüberstand, - zeigte dre Volks- zählung vom Jahre 1890, das; die Landbevölkerung seit 1871 nicht nur keine Vermebrung aufzuweisen hatte, sondern um 34110 Köpfe auf 26185241 zurückgegangen war und nur noch 53,0% der Ge- sammtbevölkerung ausmachte. Die Stadtbevölkerung dagegen war in dieser Zeit auf 23 243 229 Seelen, also auf 47,0 0/0 der Gesammt- bevölkerung gestiegen. Vermutblich wird die Volkszablun? vom 2_. Dx- zember 1895 den Beweis erbringen, daß ich, dieses ab enverhaltm? inzwischen weiter zu Gunsten der großen tadte vers oben hat. Au die in dieser Volksbewegun liegende Gefahr ist iYon oft aufmerksaw

emacbt worden. Gro e ereinigungen haben Ti gebildet, um „1119 Zlufgabe zu lösen, an telle dieser krankhaften e ge gesunde Entw1cke- lung zu schaffen, und haben dabinzielende Vorschlage gema 1. Einen Wertbvollen Beitrag zu diesser Frage, hat vor kur em auch d eZe'ntral- steUe für Arbeiter- Wobl abrtseinrtcbtun en ge iefxrt, die in 9111er*) ihrer leßten S riften an guten, „nacba mungswurdi en Beispielen aus dem prakti (ben Leben 'zu zeigen „sucht, in we cher „Richtung gearbeitet werden müsse: Ema allgemexne, nacb festen Ztelpunkten or anisierte ländliche Wobliabrtspflege ist es, wozu sie alle maß- ge enden Kreise der Landbevölkerung aufruft.

In erster Linie weist sie auf die Macht der Vereinigung bin und zeigt, daß landwirtbscbaftliche Genossenschaften, izt denen die reichen und die armen Mitglieder zusammenrßen, um aber die ge- meinsame Arbeit zur Förderung der Wo lsabrt zu beratben imd helfend für die kleinen Landleute einzutreten, in denen d_er soziale Unterschied, die Kluft zwischen reich ynd arm immer mehr uberbruckt wird, mit großem Erfolg die materteüe Lage des Bauernstandes im weitesten Sinn des Wortes - bis hinauf zu dem Gutsberm mittleren Beßves und hinab bis zu dem altangeseffenen läpdlicben Arbeiter - zu eisern, die Mitglieder für ihren Beruf zu bilden, Yurz, an der Hebung derselben in jeder Beziehung mitzubelfen und eme1z Stamm tüchtiger Ortsbürger heranzuziehen vermögen. Yon wie großer Wichtigkeit und Bedeutung solche GenosYnschastew fur den Landmcznn smd, erhellt ;. B. aus dem im vorigen ahre veroffentlichten Bericht

*) Die Wohlfahrtspflege auf dem Lande, in Beispielen aus dem taktischen Leben dargesteüt von Heinrich Sobnrey. 1. Tbeil: „Hebung der sozialen und wirtbsnchaftlichen Zu- stände. r. 9 der Schriften der Zentralitelie fur Arbeiter-Wohl- fahrtöeinricbtungen. 17111 und 224 S. Prets 4 916 Verlag von

Karl Heymann, Berlin.

einer Genossen chaft zur Verwertbung des Getre'ides, der Bäckereigenoffens aft zu Peiskern bei Winzig, in dem es bet 1:

.Wir erfreuen uns genossenschaftlich des beFien Wob efindens, verwertben unser Getreide durcb Mühle und Backerei besimögl ft; der Verdienst der Zwischenhändler bleibt uns „Landwirtben, un ere Kunden babenÉutes Brot, sind zufrieden, ,und wir sehen beute, welche weit ebenden oribeile dieses usammenwirken hat; unsere Leute sind seß after geworden, fie be ommen überall das gleiche gute Brot. Wenn wir 1108 des billigen Brotpreises Von einer Aniage von 1111- gefähr 87 000 914 etwa 20 000 „14 in drei Jahren abschreiben konnten, so ist es dem Umstand zu verdanken, daß wir, besonders das erste Jahr, bei fortwährend steigenden oder doch nicht fallenden Getreide- preisen gut verdienten, - auch ist die Verwertbunß dureh eine höchst gelungene Müblen- und Bäckereianlage die denkbar este; 50 0/0 unseres Geschafföumscblages liegen in dem Detailberkauf und dem Umtaus

mit kleinen Leuten; wir geben auch für dieses Jahr einem guten Abschlu

entgegen besonders durch Verweribung von Futtermitteln. In der Mullerei liegt ein sehr großes Gesßpaft nur in der eigenen Ver- weribunzz durch Brot- und Semmelbackerei; wir verkaufen dabei das Brot fur 66 „3 das Pfund, verdienen auf das Pfund“;k ; in Breslau wird schlechteres mit 8 „z verkauft, ebenso in Görliß, irsch- berg, Glogau. - Jn drm eigenen Mahlen liegt ein großer ertb;

wir haben vom besten Kaufmebl nur 128 0/0 Brot, von unserem da-

gegen 136 0/0 backen können. - Unsere Genossen (Landwirtbe) werden

zwar nicht 011 ibr Getreide los, doch immer 50 000 Zentner; dadurch

kommt aber vor aüem Konkurrenz m die Sache, so daß wir das

übrige Getreide besser bezahlt bekommen! - Das aber war von jeher

unser Gedanken ang: möglichst viel von der InlandSernte dur Selbst-

Verbrauch als orn, Schrot, Mehl (Brot), Kleie zu verwert en, des-

halb kein ausländisches Lutter zuzukaufen, dadurch die Nachfrage nach

unserem Getreide mögii st zu beleben und damit die Preise zu heben.

Wenn erst an hundert Stellen, ZGendffenscbaften) je 50000 Ztr.

Getreide so direkt (obne Zwts enbandler) verarbeitet würden,

so wäre das ein Verbrauch „don 5000000 Ztr. Getreide,

an welchem die Landwirtbe nicht germY_Summen verdienen könnten,

die jest den Händlern, Müilern und * ackern in die Taschen fließen.

- In Futter (Schrot, Kiete,„Scbwarzmehl) kann mit uns in Bezug

auf Qualität niemand konkurrieren."

VöUi vernachlässigt find auf dem Lande n'och die meisten Zweige des Versi erun swesens. Hier bleibt noch viel zu thun; denn es handelt fich ni 1 mehr aÜeiw um dre Versicherung von Gütern und Leben, sondern um die Beseitigung großer sozialer Schwierigkeiten mit Lilie der Versicherungeri; es braucht hier nur auf Altentbeil und

rbenabfindung bingew1esen zu werden., Aurh a_uf diesem Gebiete vermag der echte genoffenschastlicbe Getsi dre r1chtige Organisation zu schaffen. Die Anfänge'dieser Genoffenscba en -; und das spricht wvbl für ihre NatürliYkext - zxtgien sich chon langst im Bauern- tbum; wir sehen e 1. „m den primitiven dizrflichen Viebversiäyerungsa vereinigungen, w 1: sie ei den Schwarzwaldern von jeher bestehen. Eine ausgebildeten: und in vieler Beziehung bedeutun svoilere Organi- sation zeigt die Kreis-Viebverstcherungs-Ynstalt fur den reis Schlüchtern. Die zum tbeil sebr ungünstige materielle Lage einer großen Anzahl kleinbäuerlicher Existenzen. jener Gegenden, in depen der Zwer befiß überwiegt, wird vornebnzltcb auf„UnZzl,uck im Vtebstand und eber- vortbeilung durch die Handler'beim teb-An- ,und Verkauf zurück- geführt. „Es bestanden,allerd1ngs auch im Kreise Schlüchtern“, sagt der Kreis-Rentmeister m seinem Bericht, ,s on seit Jahren und bestehen heute noch einzelne _Orts-Viebkaffen. och sind diese durchwe nicht leistungs- und existenzfabig, denn wenn in einer Gemeinde zw bis drei Schadensfälle kurz aufeinander folgen, löst sich die Ver- !icherun we en Mangels an Mtlteln_ und wegen zu hoher Beiträge 11 der ege auf. Diese Zustande fuhrten den Landratb des Kreises Schlüchtern zur Errichtung sm_er Kreis-VersiÖerungSanftalt für Rindvieb und Schwettze. Es wurdeStimmun bierfürbei den Viebbesißern gemacht und ihnen die Re ulierung 11 er Schäden bei Erhebung von 19/11 Pramte von der ersicherungssumme a- rantiert. Die Verwaltuyg der Anstalt übernahm der Kutis- Kommunalverband mit seinen Organen koi'tenfrei, der Kreistag be- schloß, für die ersten dret Jabxe alle Schaden, welche durch 1 0/11 Prämienerbebung nicht gedeckt wurden, auf Kteiömittel 211 übernehmen. Unter diesen BedinKttzgen trat die Anstalt am 1. Jul 1889 mit 80 Policen über 221 btere und etiva 50000 „16 Versicherungskapital ins Leben. In jedem Ori_ wurde ein Ortsvertreter und ein Stell- vertreter bestellt. Der Krets-Rentmetster hielt bier und da Vorträge über die Vortheile der Versicherun , und die Anstalt wuchs langsam, aber fieber, sodaß e egenwärtig oltcen über 2600 Thiere und rund 650000 .“. e cberun skapital estand hat. Der Kreis batte seine Garantie bis _1. April 894 auSgedebnx ; von dieser Zeit an ist [F aufgehoben. Die Opfer, welche der Kreis gebracht bat, sind im

erbältniß zu den Vortheilen gering gewesen: in den sechs Garantie- 'abren find von" ihm rund etwa 3000 ,“ zugeschoffen, Die ZUnstalt würde sammtliche _AuSgaben haben decken können, wenn man im Anfang 13 und spater l?o/a Pramie erhoben hätte. Im letzten Jahre hat sie 1 „44 10 „5 [. ?albjabr 60 H- 1]. Halbjahr 50 J) von 100 944 V cherurz skapita erhoben, und hierbei konnten noch 630916 dem Reserve onds u erwiesen werden. Es ifi anzunehmen, daß auf 100 versicherte Tbiere_ zwei adensfälle im Jahre kommen. - Die Vortheile, welcbe. dteses Instth für den Kleinbauern bat, find hier ganz enorm, weil alle Verhaltnisse berücksichti t werden können. Bei der diesseitigen KassenverWaltun Kreis- par- und Leibkaffe, Kreis-Kommunalkaffe,Krets-Krankenka e, reis-Viebvel' - rung, landwiribscbaftlicber Kreisverein u. s. w.) werden die !ozd en und wirtbscbaftlicben Verhaltnisse aller Kreisinsaffen am besen be- kannt; hier kann jedem geholfen werden, und eine große Anzahl von Existenzen sind aucli]; schon vom Untxrgange gerettet worden."

Den größten mfang nimmt die Wanderung MY den Fabriken - der Zug nach der Stadt naturgemaß dg an, wo der ngesiedelie aui der erworbenen Scholle keinen genugenden Ertrag findet und nicht in die Lage esevt wird, diesen Mangel durch die Eröffnung weiterer rwerszweige ,aUSzuglei en, wo der Land- arbeiter sich gxnötbigt sieht, wahrend ner geraumen des Jahres zu fe_1ern und keine Möglichkeit sich bietet, seine : Zeit und Kraft 111 xntsprechende Werthe umzusetzen. Ju friiheren

eiten wußte man diesem Uebel allgemein in erster Linie dur aus- giebigen F acbsbau vorzubeugen, und wo auf dem Lande n eine geordnete Flachskultur_ betrieben wird., da fehlt es auch beute uicht an winterlicher Beschaftigunéz und 1111 Sommer ni 1 an Arbeitern. In jener S rifdder Zentral tellefur Arbeiter-Woblfa rtseinrichtungen wird beispie swetse auf Obers lesien, namentlich auf den Kreis Namslau und den ganzen, Reg_erungsbezirk Oppeln verwiesen, wo jedes der di tbelegezten Ritterguter ein großartiges sog. Dörrbaus be yt, 11_1 we chem sammtltche, im Sommer erforderl Arbeits“ - krafte wahrend des Winters mit der Bereitun des 1 ck werden, weshalb denn auch diesen oberschlesiischen [ 1üchtern der sonst un anzert Deutschen Reich bekla te ändlicbe Arbeiterman el geradezu , öbm1sche Dörfer“ nd“. Un das ist der Fall, vb lech - dort die Flachskultur und - ereitung zumeit noch den volkst äm- li en UeberiieferunFn emäßA und ni ! ua der um vieles ratio- ne eren, bewährten elgi chen rbeitSmet ode erfolgt. Die preußische Staatsregierung bringt den Bestrebungen zur Neubelebunf un

Hebung des lacbsbaues ein großes Intereffe entgegen. was be onder!

die am 1. ai und 27. Juni 1895 im Hause der Ab ordneten gegebenen Erklärungen dargetban haben. Die landwirt schaftliQe-