1896 / 52 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 28 Feb 1896 18:00:01 GMT) scan diff

““Mit-r“ zur Pasa": ,der poliii'scbén Tendenzen, ». gemeinsebaWeb e er

: d mit denen der “Landsleute in Oesterreich und Ru land.

ie Tender! en besteht gsrrniäpt „der gering Zweifel; e werden auf allen Geb eien des Le ens mrt Nachdru verTolgt, und ein ro er Theil des polnischen Klerus glaubt das Reä) zu haben, vo ni che Interessen mit der Macht der Kirckse zu vertreten. So weit, wie man in Oesterreich gekommen ist, sind wir noch lange nicht, und ich freue mich, nach den Worten des Ministers erklären zu können, daß wir die Tendenz der Regieruna ener isch untersiüßen werden.

Abg. Dr. Por ck (Zentr.): Der tandpunkt des Minißters den Polen egenüber wird von mir nicht etbeilt. err Bachem | durcb die Ver andlungen der Kommission ür das ür crliche Geseßbucb verhindert, seine Tabelle iibrr die Paritätsfrage beu e zu vertreten; er - wird das morgen thun. Wir haben uns nicht absichtlich in den Vorder-

Jnd gedrängt. Wir haben ja Gelegenbe t, nach Herrn von

nern zu sprechen und das abzutbun, was er vorgetragen bat, und was kaum in Verbindung mit dem Kultus-Etat lebt. Herr von Cynern verlangte, daß der preußische Gesandte beim atikan vorstellig werden solle bezüglich der Angriffe an den Protestantißmus. Ick) weiß nicht, was der Minister tbun wi . Der Papst würde wahr- scheinlich Herrn von Bukow fragen, ob nicht die nicbtkatboliscben Blätter auch AnYri auf die Katholiken bringen. Herr von Bülow würde dann wa r eitßgemäß den Papst informieren, z. B. über An riffe des Herrn Tbümmel. Herr von Eynern bat die Sonntags- bei (LLL? der „Schlesischen Volkszeitung“ und die rünen Bücher aus dem erlage der ,Germama“ zitiert. Herr von vnern sprach von dem Cinftuffe des Papstes auf die Katholiken. Ich will nicht daran erinnern, daß damals jemand anders einen Einfluß auszuüben versucht hat. Für die Pub ikationen sind diejenigen, welche sie schreiben und beraußgeben, verantwortlich. In der .Schlefiscben Volkszeitung" ist die Artikel- serie auf Grund rinsr evangelis en Provokation g€schrieben worden. Was geht denn dxn Edangelischen und der Kirchenstaat und die papst- liche Unfehlbarkeit an? Da kann man fich doch nicht wundern, daYff eine Erwiderung vielleicht etwas Zcharf wird. Unprovozierte An- gr e mißbillige ich. Die grünen He te hat Herr von Evnernfwobl nicht nach dem Original zitiert, sondern nach zusammengestellten Zitaten. Graf ZedliÉ wird sehr erstaunt sein, zu hören, daß ßer eigcntlich mit dem chulgeseß ein Werkzeug der katholischen Kirche gewesen sein soll. Wie wir zu seinem Schulgesesz stebrn, haben wir oft genug zum AuÖdruck gebracht; dieser Entwurf enthält nicht den Gipfelpgrnkt unserer Wünsche, aber enthält, die Stabilierung der christlichen Volksschule» und dafür waren Wir _bereit, Opfer zu bringen. Die römische Publikation, aus welcher Herr Von Eynern zitiert'bat, rst mir und meinen Freunden unbekannt. Herr von Cyncrn meinte, daß ich die Redefreiheit des Hauses mißbraucht habe in Bezug, auf Herrn Tbümmel. Zur Rechtfertigung hat Herr von Eynern mrr mcht die falschen Zitate nachgewiesen, sondern er meinte, ich hätte eine Schlußnoxe vergessen. Ick) habe von der Rede des Herrn Tbümmcl gesprochen, und darm war die Schlußnote sslbswsrständlicb nicht enthalten.“ Anf Grund welcher Angriffe aus Schlefien mußte Herr Tbümmel vom Westen nach Schießen kommen und die katholische Kirche angreifen? Zen Tdümmel at dcn Kafboliken direkt das Cbristentbum alYLspch en; er hat gesagt: Roms Aberglaube wappnet sich mit ebnlrckrkett des Religiösen. Vom Fastenbriefdes Bischofs Kopp sagtrr: * Wenn man's so liest, maa'ö leidlich klin en, es ist aber doch kern Christen- tbum; ferner sagt er: Die römis -katl)olische Kirche [)Jt 'drn Geist in ihrem Leib erwürgt, darum ist fie nicht mehr als christliche Kirche zu betrachten, und wir als Protestanten müffsn daraus die Konsequenzen ziebrn. In Bezug auf die Reliruirn spricht T_bümmrl Von Plunder und Augurnlächcln.* cb überlaKe das Urtbetl dem „Hause. Herr Von Eynern und Herr Tbümmel, wann sie einander m den Armen lirgen, so sind sie beidr einandkr würdig. ' ' "

Vize-Präsideni Krause: Diesrn Ausdruck kann 1ch mähi fur parlamentarisch [)alten. Nachdem Sie Herrn Tbümmel so charaktrrrfiert haben, wie es eschebcn ist, wozu Sie nach dem “Vorausgegangenen ja vielleicht ein IDM haben mögen, so kann ich die Gleicbsiellungwes Herrn Von Eynern mit Herrn Tbümmel als Pnrlamentarrscb zulasfig nicht anerkennen und rufe Sir. deshalb zur Ordnung., ' ,

Abg. Dr. Porsch (Jenin): Dcr Religionsunterrrcht rst allerdings ein Brstandtbeil dcs Schuluni€rrichts;_ daraus folgt _eine Mitwrrkrmg des Staats; (1er er ist auch erigwnsuntsrrickyt in erster Reihe, und daraus folgen Rechte der Kirche, wcklche der Falk'!che Erlaß gar nicht anerkennt, dcr einseitig im Verwaltungswege dre besie'enden Bsstimmungen im Gegensaß zur Verfaffnng gcandcrx bak. Die Ge- meinden haben die äußcre Laitung des Religionsuntrrrichts; was wurde für ein Städteiag hier in Berlin zufammentrelen, _Mnn der Staat durch seine Organe die Schulbautrn Herstellen lasten und den Gr- mcinden nur ein Befciywerderecbt dabci einräumen wollte! Aber wo es fich um den Religionsunterricht der Kinder handelt, da soll dre Kirche nur bintkr dem Rücken drr Staatsorgane das Beschwrrderecht baden. Ohne Schädigung des Staats ist doch Von, dem Minister Falk die Schule auch Verwaltet worden! Hirlt cr dre Brstrmmung der Verfaffung für nicht richtig, dann hätte Herr Falk rm Volks- schulgeseß Verlangen sollen. Für Einzelne Landesjtbetle bcsteben' sogar Verordnungen mit Geseycskraft, _welche dre Lcrtung „dcs Religions- unterrichts durch dir Kirchc genau festlegen. Der Minister 10111e „dcn geseßwidrigen Jalk'schen Erlaß aufbebcn, wsil dadurch nur Strerttg- keiten Hervorgerufen werden dadurch, daH e*r_ die Rechte des Staqts einseitig abgrenzt. Wenn man kein Bolksjcbulgeseß schaffxntwill, dann muß wenigsténs ein Zustgnd geschaffen werden, der prmztprcsle Erörterungen außer Betracht laßt. _ _ '

Abg. Dr. Friedberg (nl,): Dre Ausfuhrnn Ln 'mrmss Freundes von Eynern find nicbt abgeschwächt worden dur, dre Behauptungen des Herrn Porsch. Der ganze Fall Tbümmel rst zur S:,Jrache ge- bracht durch eine Anregung des Pérrn Brandenburg, der, !rlder 'em Richter, ein richterlicbes Urtbeil einer Kritik zu unterzirhen fich nicht gescheut bat. HerrnThümmel's Reden sind leerestbeologrsches Gezank; die kab168 r116010Z0rum ist ja bekannt. WaZZ Herr Von Eynrrn' aber vorgebracht hat, das waren schwere Be[chimpsungen der e_yanqeltschen Relégion und des Cbarakt-Irs dcr Reformatoren. Das rjt rn kenrer Weise zu verzeihen. Herr 5Yorscl) wil] dafür nicht Verantwortlich sem. Würde er die grünen Blatter durchlesen, so würde er sich fagkn können, daß ein Verlagsinstitut wie die „Germanta“ mehr von den Rockschößen des Zentrums abgeschüttelt wrrden kann. Das chtrurn hätte zum mindesten die Pflicht, fich dagegen_zu vrrwabren; Wir haben schlirßlicb auch keine Verantwortung fur Herrn Tlxummei; warum zichen Sie ihn dknn immer bei den Haaren brrber? Dre .Germania' ist doch ein durch und durch katholischcs Untcrnkbmcn. Die Artikel der „Eckples. Volkszeitung“ sqüen dnrch einc; Prov-J- katicn veranlaßt skin. Wrnn cin kvanaelitclnzr Tbkqldge m ' ?tnem evangelischen Vkrrin die Einrichtung der „katholischrn Kirch? krriifiert, so ist das doch kein Anlaß zu einem Angriff anf dre evrrngsltsclye Kirche. Herr Porsch bleibt dabei, daß Tbümmel dre Fatbolifchr Kirche be- schimpft habe; er hätte fick) nicht a_uf einen Zeitungsberrcht verlassen sollen, sondern die Broschüre anjeßcn _müssxn. (Zuruf drs Abg. Porsch: Habe ich ja!) Dann begreife ich nicht, wre er die Note übersehen haben kann, in Welcher Thümmel 1ch beruft anf den karin)- lischen Urheber der von ihm gebrauchten ortß. Jcb,bin“a[lcrd_mgs auch der Meinung, daß die päpstliche Kurie emen Etnflng auHuben um auf die katholische Prcffe, da 'die Mehrzahl der katholischem Blatter von Geistlichen redigiert wird. Wenn der Gesandte rn diesem Sinne auf die Kurie einwirken würde, so wyrde'der Nu en der Gesandtschaft mir auch deutlicher sein als b:s )eßt. as Kerr Porsch vorgeführt hat von Herrn Thüznmel, was auch'ein

atholtsches Gemüth verleßen kann, ging nicht über theologische Streitigkeiten hinaus. Was Herr von Eynern hier vorgetragen hat, das war Beschimpfung der evangelischen Kirée und der Reformatoren“ dem gegenüber müssen wir mit allen Mitte n darauf"l)inwirken, daß unsere katholischen Mitbürger sicb solcher MeinungSaußerungcn ent- halten. -Daß der Falk's e Schulerlaß verfassungswrdrig sei, ist nth richtig.“ Wenn der kat oliscbe ReligionSrmterricbt der Kirche ni t gefällt, dann sol] er aufhören. Dadurch würden also alle Lehrer, welche sich der Kirche mißliebiq mnchen, vo elfrei. Sie dürfen keinen Unterricht mehr ertbeilen? Wobm_sollen ? dann gebracht werden? Wollen Sie sie etwa aus den katholischen Stiftungsfonds unterhalten?

Das Leiten des Nerrgionsunterrwts ist doch nicht das Ertreiren'des;

elben. s . Vr. Viribow (fr. BMW.): cb'babe nicht die Absirbt, mich in diesen treit ein umischen. Wir wün chen nicht, daß eine Aenderung der NFL en Hand abun der Verfasxungsbestimmun en durcb ministe- rielle (illkür herbei efü rt wird; ie.Schäden, d e entstanden sind, Emmen ja hauptsä lich daher, daß jeder Minister Aenderungen nacb elieben vorzunehmen für gut fand. Wir haben im Kultus-Ministe- rium vielfach Zuschußvxrwaltungen' der Landtag bewilligt nur die Zuschüsse auf diese erstreckt sich auF„nur (ein Kontrolrecht, während die Jnsiitute selbst auf eigenen ußen leben. Wenn das Komp- tabilitätheseß einmal zu stande kommt, wird boffentlickx auch diese Frage eine genauere Regelung finden. Dre Anstalten önnen guch nicht einmal allein verwalten, sondern es geht Alles du? die ande des Ministers. Der Minister nimmt auch das Recht in nspru , die Statuten von solchen Instituten zu ändern, olkne diese Aenderung zu publizieren, sodaß man gar nicht weiß,was ei entl chbestebendes Rccbtist. Nach den jeßiqen Bestimmungen der Fakult tsstatuten bat die Zakultßt allein das Recht, einen Verweis zu ertbeilen; denn die akultat läßt den Privatdozenten zu, nicht der Minister. Wenn das „nicht zweckmäßi efunden wird, müsTe es erst geändert werden. Das Böseste bei der ÉaJe ist die schwier ge Lage, in'welcher fir? die Anstalten befinden, weil sie aus eigenen Mitteln. nichts thun önnen, sondern immer auf die Vewiüigungen des Ministers angewiesen sind. Es kommen hierbei auch eigentbümlicbe Verhaltnisse in Frage“ den In- stituten find Häuser und Grundstücke angewiesen; uber die „rundfiucke wird oft nach Belieben verfügt, besonders sind dadurch_ beeintrachtigt die Akademie der Künste und Wissenschaften und dre Biblioxbek. Es sind Versprecbun en gemacht worden in Bezug auf Grundstuckr, und nun wird im eichstage eine Vorla e gctnackyt, welche aUe Hoffnungen zerstört, daß für Kunstzwecke_ en geeigneter Platz vor- behalten bleibt. Ein Vaupla , welcher fur Museumszwcckechestimmt war, wird jetzt von dem Zit us Bujcb eingenommen. Mit we1cher Berechtigun hat der Minister dazu seine Genehmigung (ßkgcxben ? Der Zirkus Bus bat eine gewisse Berühmtheit erlangt dur dre Rede der agrarischen Heißsporne. Es war eine Herzenßangklrgenhett des da- maligen Kronprinzen, der den Ankauf dieser Grundstucke bewirkt [rat, und der für die in Aussicht zu nehmenden Baulichkeiten dre Plane vorbereitet batte. Damals Wurden die Baut?" 'a'ufge'scboben, weil kein Geld vorhanden war. Seitdem sind Mrütonen ausgegeben worden und die pergamenischen Altcrtbümer, für welche dort ein 'Ge- bäude geschaffen werden sollte, befinden sich noch 'immrr in Kisten Verpackt und können nicht besicbii t werdcn. Ick) aridchte den Minister bitten, das Tempo scines Vorge ens zu beschleunigen und die guten Finanzen nun einmal zu benutzen, um das zu crfirUen, worauf wir seit vielen Jahren warten.

Minister der geistlichen rc. Angelegenheiten ])1'. Bosse:

Der Herr Abg. Dr, Virchow Hat, soweit ich ihn babe Verstebrn können, eine Menge Dinge aus aULn möglichen Kapitcln disses (Etats besprochcn; aber ich muß zu meinrm Bedausrn sagrn, daß das, was ich davon Verstanden habe, mir zum tbeil zwar srbr sympathisch jvar, daß ich aber auf der andxren Seite den Cindrurk empfangen habe, daß der Herr Abg. Dr". Virchow entweder überhaupt nicht richtig odcr nicbt Vollständig informiert war. JedenfaÜs bin ich nicht in der Lage, darauf zu antworten, denn ich würde, da ich trotz der gcspanntesten Aufmerksamkeit nicbt don zehnten Theil seiner Worle babe rerstebsn können, in die Lage kommen, daß ich rnögiicherwcisr gegen Wind- mühlenflügel kämpften Ich behalte mir dahrr Vor, anf die: Rede dcs Herrn Abg. ])r'. Virchow zu antrvorten bei den bctrrffendcn Kapiteln des Etats, soweit ich nach dcm Lesen drs stknograpbischen Berichts über seine Rede dazu in der Lage skin werde.

Abg.1)r. Porsch: Wir können nicht (1116 Erzrugniffc drr Liirratur konlrolikrcn und müffen cs dabrr 115181311611, für diesnelbc-n die Verant- wortlichkeit zu übernehmen. Die katholischsn Blattk'r Werdrn nicht beworragend Von katholischen (Heisilicbrn rrdigicrt; das war der (111 zur Zeit drs Kulturkampfcs, ist aber jrizt bei dcn grordnetcn «zer- bältniffen nicht mehr der Fall. Tbeologtjch Kontrovrrsrn m Büchern sind immer noch zu ertragcn; abcr Hrrr Tbümnn'l bat si€_ auf die Tribüne getragen; die Schlußnot-Z sicht nur in sriner Broychüre, in seiner dee bat er fis nicht vorgebracht. Die (Ertbcilung dcs rcliniöscn Unterrichts ist ein Recht_ drr Kirche, das _älter ist als dic_ preußische Vcrfaffung, aus der die Kirche ihr Recht ntcht (111901 schöpst.

Darauf wird die Debatte vertagt, Pcrsdnlrch bemerkt

Abg. Von Eynern: Jeb Weiß, daß innerhalb der Zc'ntrums- fraktion wahre Entrüstung herrscht übrr dic Angr'iffe_auf drn ryan- gelischen Glauben in dcn grünknPefte'n; aber die: Anichauungcn der grünen Blätter erbaltcn den Strg übkr dic maßigs Richtung in_ der Yartei. Wenn Herr Porsck) nickyt wußtc, daf; dic Tbiimmcl'jchcn

nführungcn Aussprückyk katholi1chcr Geistlichkr smd, so trage ich dabki keine Schuld; ich babe nécht grrvufzt, daß die Hrrrrn so Unwissend

find in ihren eigrnrn Dingen. Schluß nach 41/4 Uhr. Nächste SiyUng Freitag 11 Uhr.

Literatur.

Das préußisclyc Jagdrecht, systrmatiscb dargesicllt Von A. Dalcke, Ober-Staatsqnwalt. Dritte, rermrbrtc und Vcrbeffrrte Auflage. Brcslau, I. U. Kern's Verlag. Preis 6 «44 _ Wenn der

“Verfasser am Schluß drr Vorrede sagt, „das; zur Zrit ksin zwckitrs

Buch existiert, welches das jet geltende preußischr Jagdrecht in glricber VoÜständigkrit zur DarteUung brinat, wie das Vorliegendr', so hat er damit zweifellos Recht. Die Arbrlt ist eine durchaus tüchtige Leistung. Angrnrhm berührt der frische Ton, m drm das Werk geschric'bsn ist; dsr Vrrfnffer zeigt eine große Vertrantheit mit allen in das Jagdrecht€infchlag€nder1Krager1 und bshcrrfcht dicses Gebiet Vollständig. Tru breitesten aum nrbrnen alicrdings dis zivil- und strafrechtlichen Fragen ein, wi? dies bei dc'n meisten Bc- arbeitern der Jagdgessße drr Fall zu 1851 rfscgt, die öffentlicky-rechtlicbkn kommen auch bicr etwas zu kurz. In dem erstrn Tbxil werden die zivil- rechtlichen Vorschriften der Preußischen Jagdgssrtse iyitematixch behandelt; dann wlnt das Jagdstrafreckyt _ die crnsch1agrndcn Bestimmungen der eigentlichen Strafgrsexze sowie drr aÜgemeinrn Landks: und der provinzieüen PolizeisirafZZseße _, das Rerchsgescß, über den Schuß von Bögen vom 22. iärz 1888 mit arthührltche-m Kommentar, schließlich der Text der wichtigsten prenßrschcn Jogdgrseße nebst Formular zu einem Jazdpachtvrrtrage. Dre néuesten Ent! eidungcn “der obersten Gerichte und Verwaltungsbebörden find Verwerj et. Das Werk steht somit auf dcr HöbZ der Zrit und „_wrrd Jurtsten,'Ver- waltungsbeamten sowie solchen Jagern, dre si, wrmemchaftlrcl) mit der Materie beschäftigen wollen, gute Dienste [ettcn. Besonders werth- Voll sind die Abschnitte über drn Be riff, Umiang .und Ge enstand des Jagdrecbts, welcbe Weit über das ebiet des KHangreicbs reußen hinaus Bedeutung haben und in dcr Praxis reichlich Anwendung finden dürften. _ ' ' ,

_ Die Herausgabe einer weit angelegten und reich tüustrterten, volkstbümlichen Biographie des Fürsten Bi8marck hat der Verlag der Werner-Companv (Chicago-Berlin) unternommen. Dieselbe ist von Arthur Manuel] verfaßt und erscheint m „mehreren Sprachen; der Titel der deutschen Aurigabe lautet: „Brömarck- denkmal für das deutsche Volk“. Das Werk hat Groß- folio-Format und wird, na den vorliegenden beiden 'rrsten „Liefe- rungen (Preis je 70 „_! zu schließen, i_[lustratrv glanzend außgestattet sein. Das erste ft _bringt „in einem großen guten olzscbnitt das lebenSvolle ortrat des Furséen VtImarck ng dem emälde von Gustav Aßmus. Dann folgt „in Wort .und Bild eine eingehende Schilderung des Bxsuckres Seiner Maxestat des Kaisers tn Friedri Stub am 26. Marz 1895, der Ueberreicbung des Ebrendegens und a er anderen Ehrungen, die der Monarch dem ersten

Kanzler des *nerren NEUF" zu de en" 80. “Geburtstage bkreitete. Jm ' e

zweiten Heir beginnt Bes eibung der anderen Huldigun „, wie die enige der Parlamentarier und der impysante Au zu:; der den chen Studentenxcbaft; ferner wird Schloß Yrudrichrnb jm nnern und Aeußern ge cbildert, das Arbeits immer es Fürsten, ein chlaf immer, das Speisezimmer sowre der efcbenksaal in wel-Hew die rei en Gaben Auf“.“tellung gefunden hatten, durch pßotograpbische Aufnahmen veranschaulicht. Außer dtesen und vielen anderen Text- llusirationen schmücken noch zwei roße farbi e_ Kunstbeilagen die site, und zwar Ferdinand Keller's . votbeose arser Wilbelm's 1,"

und die ,Ueberreicbung des Ebrendegens durch Kaiser Wilhelm 11. an

den Fürsten BiSmarck . ,

_ „Die ran öxrscbe Armee im elde“. Organisation,

Üelddienst und amPZes ormen, mtt Skizzen, m Text. Verlag von

. Vail), Mobrenstra e 19, Berlin (Prxiß 1,25 .44). _ Das 79 Seiten in Klein-O avformat starke Buchlxin, dessen zweifellos dem Offiziersstande angeböriger Verfasser sich nicht genannt hat, ist eine militär-wiffenschaftlich wertbvolle Monographie, die in den be. tbriligten Kreisen gewiß anregend und belehrend wirken dürfte.

_ Handbibliothek für Militär - Anwärter und Beamte. Band 1 und 11. (Berlin W;, S. Gerstmann's Verlag,) _ Dieses Werk bietet dem Mtlitar-Anwarter alles_Crforderliche zur Vorbereitung für die künftige Beamtenlaufbabn tm Staats- oder Kommunaldrenst. Dasselbe „umfaßt das ggnze Geseßrnaterial, Dienst. vorschriftrn sowie alles Wiffenswertbe uber _Anmeldung, Prüfung, Versorgungßansprücbe u. s. w. Band [ KPN 75 „z) enthalt die Ver. fassung dcs Dcutscbcn Reich, 'das Wa [ZMB und. Wablzrglement, eine Uebersicht der Organisation der entral-Rercbsbeborden und das Strafgesc buch für das_ Dentsike Reich. Im 11. Bande (Pr, 3 34) ha en die Grundfave fur die Besevung der Subaltern. und Unterbeamtensiellen bet den Reichsbkhörden mit Militär. Anwärtern nebst den für Preußen, Bayern, Sachsen, Baden und Württemberg geltenden besonderen BestimmunYn Aufnahme ge- funden. Ferner findet man darin das neueste erzetcbmß der den Miliiär-Anwärtern in sämmtlickoanundcsstaatt-n vorbehaltenen Stellen, das Gesetz, betreffend die Besrßung der Subaltrrn- und Unterbearnten. stellen mit Militär-Anwärtern in den KommunalverbgndenKrcußens, und die Verfügung über die Beskßung der den Mtlrtär- nwärtern dri dcn Priyateiscnbahnen Vorbehalte'nkn Beamtcnstcllcn Yom 8. Ok, tober 1895. _ Das oben erwähnte .Gesammtderzeichmß der den Militär-Anwärtern in den Bundesstaaten Vorbehaltenen Stellen, nebst drm Grsammtverzeichniß derJYriVatetjenbabnen, welche bei Be. srßunq der Beamtenstellen Militar-Anwarter. Vorzugsweise zu be- rücksichtigen haben, und einem Verzeichnis; der m den Bundesstaaten eingeseyten Vcrmittelungßbebördcn“ 111 m demseibcn Verlage auch als Sonderausgabe (Pr. 1,50 .44) erschienen. '

_ „Jenseits derAlpen.“ Novrllen Vonerbe'lmJ'ensen. Dresden und Leivzig, Vkrlag Von Carl Reißnrr. _ „Em Winter in Sizilirn“, .Altflorcntiniscbe Tage“ und „„Auf der Brücke“ sind die drci Erzählungrn betitelt, aus denen dieser Band besteht. Theils eigsns Erlebnisse, theils Erinnerunßen und Eindrurke, dre der Autor in Italien gesammklt bat, bilden drn Vorwurf. Die erste Eriäblunq spielt auf Sizilien während der Wrrrrn dcs John's 1848, welcbe auch dem Brigantentkmm sebr fördcrlirb waren, und tft in tbrcm Abschluß überraschend. Die zweite führt uns in die .Blumenstadt m11_Arno" zur Zeit der kunstlicbrndrn Medicrer und ist in pbaniafie'voge'r'Werse unmtttelbar zu der Gcgenwart in Beziehung gcseßt. Die vrelsaltrgen Betrachtungen über Geschickytc, Kunst. Pocsie und Volkslebc'n, zu denen'ein Aufent- halt in Florenz den Besucher anregt, bart drr Vsrfasser m geistvoüer Weise in feine Erzählung verwoben. Kcnncr der herrlichen Stadt Werden diese Nowelle mit Gcnuß lesen, der, nur [rider durch viele Druckfekylrr in drn italienischen Zitatsn bcrtntrach_ttgt „wird. Eine rührende Dorfgeschichtc, derrn Schczuplgy „Line Brucke tst, die.zwei kleine Ortschaftsn an der österreichtschchrtalxcnlschkn Grenze _v8rbmdet, bietet die letzte Gabs). anjrn zeigt [ner tm Eegensaß zu jener, von einem historischen Hintergrunds sub, gbhcbenden Erzablugrq, daß er auch mit der intimrn Schildcrung crnrachster AUtagSVerlmltnisse und Charaktere cine tiefgrbrnde Wirkung zu erreichen Vermag. '

_ Dcr nruk, 12. Jalrrgang Von .Engelborn's_ al_lgemetncr R'onranbibliotbef“ (Stuttgart, J. Engklborn; „jahrlich 26 Bände 5 50 „Z) bringt 018 Nr. 9 und 10 (men zwrrbandigen Roman „Revanchc“ von Alexander Baron von Rohérts. Der beliebte Er- zäblrr schildert darin in seiner kcck zugrmfendrn, lebensprübenden Schreibweise die Einwirkung dcs Rrvanckzrgedankens auf das Schicksal cincr Parissr Familie. Dir Art der Darstc'llung und Charaktrrißkrung ze'igr, daß drr Autdr em feiner Kenncr dcs franzöfiscbsn Volks" und scrncr nationalen Ansckzaunngen und Eizrcrrrbiirrtlichkeitcn Ut“ Man wird dicses Zeitbild daher mit Jntrrcffe lcssn. _ Nr. 11 bn'tet untcrdem Titel „Pinjcl und Meißel“ Linen Künstlerroman aus drm Engltschen deö Teodoro Serrao. Es ist eine sein crdachtc und auéjgestaltetr Erzählung, die ohne Effkkthascbrrei dennoch cinrn nachhaltigen Eindruck hinterläßt. Dic tief crgreifenixr Handlrmk; spielt sich auf drm Hirjtcrgrundc des römisckrc'n Künstlerlebenssab, we ches wahr und lcbcndtg und mit poeti[chem

m nden rscbildcrt it. " ' " ' E PT JFlustrierter OUan-Fcubrcr, rnit Berucksichtigung Von Orirnt-, Nyrdland- und Wrstmdtcn-Fabrisn, zur Belehrung und Untrrbaltung (für Reisrndc, Touristsn und ErbvluMsbedÜrstigk, von Heinrich Lemckc. Leipzig, Vrrlag von Gystav eincl. Pr. 5 «16 _ In angknebm untrrbalte'nder und z_ug[_ctch belebrcnder Form qc- wäbrt diksrs Buch demjenigen, der aufdie „dunkle_Meerflutb' sich hinausrvagt, die im Zeitalter des Y_erkebrs nile frube'rcn Schrcckcn Verloren [)crt, viklseitigr Unterweisung uöer [Jas ibm dab€t_a11zuratbende Verhalten. Vorangrschickt ist eine Uebersicht der allmahlichen Ent- wickelung dcs Ozean-Dampfsckyiffsvrrkcbry, Dcffkn hohe Vervoükomxzr. nung rs kabin gebracht hat, daß, 1er in dem folgenden Abschnitt näÖLr auI-zefübrt wird, Scercisrn wrgen der berlsamen Etn- wirkunn drr Seeluft namenjlicb Nejrdenkrankcn rrnd an Schlaf- lofigkeit oder Asthma Lcidcnden Wi als. „kraftigende Kurrn anempfohlen werdkn können. Dir kornfortabic Einrichtung der neuesten Ozearr-Doppclsck7raubenDampfer, wr? fir in' Wort und Bild Le- schildert wird, bietet dazu alle Annehmlichkeiten Lines Hotels erskn Rangks, sodas; Kranke dieser Gattung kaum irgend etwas v?" dem zu entbehren haben, Was ihnen ein Kurqufenthalt blétkt'. Dafur, da sie von der viel gefürcbtrten Seekrankheit verschont „blenden, ist dur die besondere Bauart dcr Dampfer der Amerika-Lmte gesorgt, welche eine so ruhige Gangart habrn , daß selbst beim schwersten Sturm die Passagiere dcm Uebel seltrn „verfanen. Dem ver- möge seiner Konstitution dennoch dazu nergendrn Touristen wird in einkm besondercn Abschnitt _ „der auch aber alle sonstigen manniafachen Vorkommntffe quf ciner Meerfabrt belehrende Auskunft ertbeilt _ das Rezept z_u einern probajen_Mtttel dagegkn angegeben. Für eine Reihe yon Hauptreiscrouten: „uber den Ozean nach Amerika, durch das Mittelmeer nach drm Orient, nach West“ indien und nach dem Nordlande, wird etngcbende'beratbende Aus- kunft ertbeilt, während mehrere anzterxend geschnebene Reisebilder zugleich der Unterhaltung dienen. Den Schluß drs Buchs bildrn poetische Beiträge Von Emil RittersbaUS, Kar, Stieler rind Ludtvtß Fulda, denrn sicb auch der Herausgeber mit einigen gefaÜtgen Gaben eigefel'it bat. [

_ Das Fedruar-Hest des orstwissenschaftlichenUZentra

blatts“ (früher „Monatsschrit für Forst- und Jagdwesen ), beraus- gegeben von Dr. Franz Baur, o. 5. Professor der Forstwrffenschlft- an der Uniwersität in München (Verlgg von Paul Parey, BerlinJ Preis ro Jahrgang 14 „M) enthalt folgende Originalartikek- .Die estimmung der Umtriebszeit eines“ nachhaltigen Norma - Waldes nach dem Holzalter, in welchem das Maximum dcs Boden- erwartungéwerfbs eintritt,“ vom Großb. be . Ober-Forftdtrektor Bose, und „Grundsäße zur Berechnun des, öhrnwachsthmns dßr Nadelhölzer“ yon Albert Livézn, Forst- ngemeur_in Evois, Ftnlan -

erner bietet das Heft Mittheilungen aller Art uber das Forstwesen- Fwie literarische Berichte und Notizen über Personalveranderungen im Forstverwaltungödienst Preußens und Bayerns.

* zum Deutschen Reichs-Llnzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

1896."

„2849? 52.

Ziveite Beilage

Berlin, Freitag, den 28. Februar

Statistik und Volkswirthsrhaft.

Zur dxu'tscben„Auswanderungsfrage. (Nach der „Statistik des hamburgischrn Staats“, kat TUM.)

Das kürzlich rxscbien'ene Hesi )(1711 dsr Statistik des bam- burgischxn Staats bringt eine ausfuhrliche Arbeit von 131". W. Beuke- mann aber „Die ANSWanderung über Hamburg in den Jahren 1887 bis 1894 nebst Beitragewzu-r deutschen und internaiionalen Wanderung“. Die Arbeit grerft wett uber den Rohrnrn der hamburgischen Statistik hinaus und 117, wenn ihr auch derrxprucl) 11icht erspart bleiben wird, bei der weiteren statistischen und volkswirthscbaftlichkn Behandlung der deutschen Auswanderungsfrage der eingehenden Beachtung sicher. In Nachstehendem ist der Versuch gcmacht, kurz den Inhalt, soweit er die deutsche _Aunanderung, abgksehen von den spezifisch ham- burgischen Vcrbgltntssen und Interessen, behandelt, einem weitern Leserkrerse, als ihn die offiziell'en Veröffenilichungen der statistischen Aemter in Dxutschland grwiöbnltck) finden, näher zu bringen. Ueber dre ,prrnzzpte_lle Frage der AuSwanderung“ äußert sich der Verfasser ziemlich azrssührlich. In den neueren national- ökonom schen Schriften _ so meint er _ werde die Auswanderung, obwohl noch immer entgrgrngeseßte Urtheile Vertretung finden, „doch überwiegend als unserm Vaterlazrde nicht schädlich" erachtet: so n. A. von G."Rumlin („Reden und Auf1aße“),Staatssekretär Herzog(Conrad's Jahrbucher 1886) und Ad. Wagner (.Grundlegung“). Dem gegen- über ständen, und zwar in Verbindung mit den zum tbeil älteren, zum theil neueren Berechnungxn 1":er den Werth des Menschen und den Verlust, den Deutschland x_abrlich durch die AuSwanderun erleide, die' Ansichten von Engel, Willstem, Lütge, Becksr Jannaßch u. A. Dre Beantwortung der rane, ob es für das Deutsche Reich nützlicher sei, das; Auswanderung s attfrnde oder nicht, hänge in erster Linie Von dem Stande der „Uebervölkrryngsxgefabr“ ab. Den Begriff

Uebervölkerung defiuntart der 'Verfaßer dabei folgendermaßen: ,Uebervslkerung [1791 da und dann vor, wcnn _ unter den gerade bestehenden! W1rthschafis-, chhts- u. s. w. Verhäktniffen _ nicht alLe nuf Arbeitsdrrdtenst angewiesenen Arbeitsfähigen auf dem erreichten Nideau der Lebenshaltung angemessenen eigenen Errverb und Untrrhalt finden. Darunter fäl1t auch der Zustand, in wkxchem dic? _Arbeinelegenheii zwar noch gerade au9reicht, das Einkommen 180067) nicht genügt, um den eigenen Unterhalt, sow18,den'd€r zu zahlreichen unproduktiven An- ?trxhßtrrgrn und die Lerftungen für die Allgemeinheit zu be-

ret en.

In diesem Sinne glaubt der Verfasser das Deutsche Rei ur Zeit als übervrölkert bezeichnen zu müssen, womit er aber nicht ck)saZLn will, daß_es seine Vevöxkerung nicht mehr zu ernähren oder daß es unter veranderten Verhaltnissen selbst eine Mit größere Volkömaffe ntcht auskczmmltch auszunchmrn vermöchte'. Es komme aber unter allen Umstanden_darauf an, daß die Bevölkerung, als Konsumcnt be- trachtet, nieht starker wachse, gls die Menge der erforderlichen Unter- halts-, Gennß- nnd Kulturwtttel. Liege hier im besonderen Fakle oder allgemein die kaahr eines MiFVLrhältniffes Vor, so würde außer etwa 7,109), vorzunehmenden langwierigen agrarischen Reformen, innerer Kolontscztwn, Schaffang „neurn Absaßes im Export und dergl. „als sicher wirkende" Abhilfe czne Verminderung der Volkszunabme bezw. auch der 'BEVOlkerung, fer es durch Abfluß überschüssiger Bevölkerungs- tberle, sn es, und zwar als ratwnellstes Mittel, durch Verminderung der Geburten „( 7870115170 odcr, mora] !*SZU'ÜÜÜZ nacb Malthus) in

Betracht zu zie. en sem." _ Die 88 ,rationellste“ Mittel erscheint dem VerfasserprakiFch, aber doch nt t leicht anwendbar, Wenn man fich arrf_,srttltch zulqsfigel Vorschlage 'be'schränke, und es ist ihm deshalb erklarltch, daß dre pokrttsch und gersttg leitenden Kreise ihr Augenmerk in _erster'Ltnie oder 6Uch qusschlteßlich auf jene gleichsam positiven Sekten drs Gegenstandes ruhten, insbcsondere auf innere Kolonisation und Begunstrgung chondrrcr_Wtrtbschaftswrmcn (Rentcngüter, Heim- stattcn), Steigerung des Libwßes (am Weltmarki), Sicherung des- selben durcb crgene Kolonien, Handelsniederlaffungkn u. s. w., Aus- Wanderuug und Lenkung derselben derart, daß sie gesteigerten Handels- verkebr und vermehrten Absqß inländischer Erzeugnisse in Ausficht steUe.

In leßterer Hmsrcht, die fortdauernden Beziehungen der Ausxrewanderten „zum alten Heimatblande betreffend, glaubt der Verfasser die Ansicht Leroy-Braulieu's wiederholen zu soUen, der 1885 (Ich im „Economiste“ u. a., wie folgt, äußerte: „Die im Auslande wvbnendcn Deutschem sind nicht für ihr altes Vatrrland verloren, ob sie nun dre Absicht zurückzukehren haben und ihre Natio- nglitai bewarbren, oder 91) re in der Völkerschaft, bei welcher fie fich ntederßelassen haben„ ausgr en. Sie bleiben, wenigstens lange Zeit, die beten Förderer deujscher Industrie und deutschen Handels, über- zeugte_ und ßerwrlligr Commis-Voyageurs, entschiedene und wilLige Beschuyer, zabe und rnteressisrte Verbrriter' u. s. w.

In der. uptsacbe gelangt der Vkrfaffer zu der Urberzeu ung, das;, sofern nr t der Ueberscbrrß dar Geborenen über die Gestor enen Haid zu fallen begrnne,_was nicht zu erwarten, zumal die Sterblichkeit seit Jahren merklich geringer werde, mit Wabrscheinlichkeit auf eine starke Ayswandcrung, und_ faU-s diescr Hmderniße bereitet würden, bezw. Wixkllcb oder vermeintlich günstige Ziele 1ch ihr nicht mehr bieten follTen, anf umfangrrtchere Arbeitslosrgkeit, Verminderung der Löhne und *Abwartsbewegung der Lebenshaltung als wahrscheinlich zu re nen [ei- 'Brtrachte rnan die Ausfuhr des Deutschen Reichs, namentliY an Indusereerzeugnrffcn, sowie die Einfuhr, bier namentlich an Rohstoffen und abtun Srmttelfn, berücksichti9€ man ferner, das; dieser Austausch saft ausschlte lich mit fremden_sorweränen Staaten erfolße, von ihrem Verhalten nlso Wescnxlrcb abban tg sei, so könne man nicht anders als die aÜgememe VolkswtrthsÖaftlt 6 Lage für „schwierig und gefahrvoll“ ansehen. Obnx unsere entwickelte Handelsflotte, ohne den Eifer und die Unermudliabkett des Fandelöstaudes würds unskre Cxportindustrie einen nur untergeordneten Tang einnehmen und bkhaupten können.

, ir ?eöen nunmehr unter Verzicht auf die Wiedergabc einer Reihe hocht.beachtenswerther Détailausfübrungen zur prinzipieUen WSIS- ayf dre statistische Bearbeitung der tbatsächlicben r chernungea, welche der Verfasser in den Kreis seiner Unter- suchung gezogen hat, über. Er ist dabei von der berechtigten Ansicht “?saegangxn, daß, um die deutsche AuSwanderung nach anderen andern, insbesondere nach den üb erseeiscben richti beurtheilen zu önnen, man „auch über die Binnenwauderung inner alb der Reichs- grenze unterrichtet sein müsse. Um diese leßtsre zu veranschaulichen, Zerlegt der Verfasser das Deutsche Reich in 9 Gebietßgruppcn und heilt aus 4 derselben das Ergebnis; der Wanderung nach dem Stande von;)LÖIZtezemlJerFZsF deY naZFren mit. PC? urrwerhYeZdet: - un e preu en, ommern, :) en, eren, 2) Berlin und Brandenburg, rovmz Sachsen, BraunsÖweig Anhalt, 4) _amburg, Schleswig-sxßolstein, Lübeck, Mecklenburg, 5) Junovcr, Hessen-Na au, Lippe, Waldeck, Oldenburg, Bremen, 6 estfalzzn und Rheinland, 7 Königreich Sachsen und Thüringen, 9 Bc"Urn, Wurttemberg, Baden, Hessen-Darmstadt,Hohenzollern, J Elsaß-Lotbringen. wn st- und Westpreu en, Pommern„ ;Posen und Schlesien 8urden im Ganzen 218 48 Personen gezak) t, die in den übrigen 12??bieksßrup en geboren waren, während die Ab abe im leßteren 2 911 Per onen betrug, mithin ein' Gesammtverluizt von 1054 163 m eka- A ein an Berlin-Brandenbur waren 569 292 ersonen „ebr (Abgegeben als von da erhalten. Von einer (Gruppe hat ruppe1

Berlin-Brandenburg hat gegenüber allen Gru pen mit AuSnabme von Elsgß-Lotbringen einen Gewinn aufzuweisen, 11111 Ganzen Von, 712 431. Weitaus den größten Antheil davon hat sonacb Gruppe 1. Auf_ diese folgt Grupp? 3 mit Einem Verlust an Berlin von 91970 erwnen, Gruppe 7 mrt 14 577, Gruppe 6 mit 14 202, Gruppe 5 mrt 12 347, Gruppe 8 rnit 9028, (Gruppe 4 mit 4123. Elsaß- Lotbrtngen erhielt von Berlin-Brandenburg 4896 und gab dahin ab 2808 Personen.

Hannover, Hessau-Nassau, Lippe, Waldeck, Olden- burg, Bremen batten Verluste zu verzeichnrn an Gruppe 6 (84 306 Personen), (zn Gruppe 4 (60 204), an Gruppe 2 (12 347), an Gruppe 9 (9096). Ste gewannen aus Gruppe 1 (55 737), Gruppe 7 (47 533), Gruppe 3 (18 902), Gruppe 7 (7961). Der Gesammtverlust be- trug 35 820.

Bayern, Württemberg, Baden, Hessen, Hohenzollern batten Gewinn zu verzeichnen nur aus Gruppe 12 238) und Grupp; 3 (2544). Sie ykrloren an Gruppe 9 (51330 , Gruppe 5 (47 533), Gruppe 6 (19.498), Gruppe 7 (16512), Gruppe 2 (9028) und Grupp? 4 (7053), rm Ganzen 136172 Personen.

Was, die Wanherungen iiber die Reichsgren e anbelangt, so sind diese nicht mit drr gletchchn Genauigkeit statistis zu erfassen wie die Binnenwanderungrn., Hier lassen die Volkszählungen in den fremden Landern den Statistiker arg im Stich. Die Zahlen der in Deutschlnnd lebenden Ausländer sind bekannt, aber nicht in enügendem Mgße dre ZaYl d'er'tm Auslande lebenden Deutsckprn. Na dem vom Kanerlrchen Statistischen Amt gesarnmelten Material (Statir'tik des * . R. Neue Folge Band 68. _ Vierteljabrsbefte zur Statir'tik des D. R. 1894.“ Start. Jahrbuch f; d. D. R. 1894) Hat ])r. Beukemann, soweit moglich, dre Zahlen mrtgetheilt, denen wir Folgendes ent- nehmen. Die Zahlen der Ausländer in Deutschland sind dabei durchWeg„dre drr Zahlung vorn 1. Dezcmbsr 1890.

Zunachst Europa. In Großbritannien sind (1891) gezählt 53 591 in Dentsckyland Geborene gegen 15 534 in Großbritannien Geborene, die m Deutschland gezählt sind; in der Schweiz (1888) 94 207 gexzen 41105; in Belgien (1890) 36 547 gegen 10194; in Frankreich (1891) 83 506 deutsche StaatSangebörige egen 19 659; m Spanten (1887) 1826 „gegen 442; in Dänemark 1890) 31 112 gegen 23 317; in Bulgarien (1893) 473 gegen 67; in Griechen- land 572 gegen 235.

Dagegen [then drutscbe Staatßangrhörige in Oesterreich (1890) 99 303 (WN 194 835 Oesterreicber in Drutschland; in Ungarn IZM) 6596 gegen 6706; in Luxemburg (1890) Deutsche dem

eburtsort nach 9925 gsgen 12 585; in den Niederlanden deutsche

StaatSangrhörrge (1889) 28 732 gegen 37 055; in Italien (1881) 5221 gegen 15 570; in Schweden (1890) 1622 gegen 10 924; in Norwegen (1891) 616 gegen 2012. Für Rußland md nur an- gegeben 1890 in St. Petersburg ezählte 13 235" deutche Staats- angebyrige gegen 17107 in Deut chlaud gezählte russrsche Staats- angehortge. , Aus den übrigen europäischen Ländern iegen Zahlen mcht vor, m.Deutschland sind als in ihnen geboren 1890 Personen gezablx, worden. Im Ganzen dürfte der Verlust Deutschlands allen europaischen Landern gegenüber nicht al1zu groß sein.

, Dem aufzxrenropaischen Auslande gegenüber stellt sub aber dre Bilanz" werenrlicb anders. Was Asien und Afrika anbelangt, so ist naturlich dre Abgabe “Deutschlands im Verhältniß zum Zuzu e sehr groß, an stch aber mch1 gerade bedeutend. Da egen sind 711 Australien schon (1891) „49 681 in Deutschland Ge orene gezählt worden gegen 760 Austraber in"Deutscbland. Ausschlaggebend aber tt Amerika. Es wurden gkzahlt'(1890) in den Vereinigten

taaten von Nord-Amerika 2784 894 in Deutschland Ge- borrne gegen 17 550 Nord-Amsrikaner in Deutschland; in Bras i lien

(1872) 44087, gegen 1476; in Canada (1891) 27 752 gegen 318; in Argentin'ren (1887 nur für Buenos Aires) 8225 deutsche Staatßangebörrge gegen 391; in Chile (1885) 6808 gegen 379; in Uruguay (1881) 2125 gegen 82 und in Venezuela (1881) 1171 gegen 107. Aus dem ubrt en Amerika liegen Zahlen nicht Vor, dort Geborene wrrrden m Deutsgckylcrnd gezählt 2304.

_ Alles in 5lelem stehen den 508595 in Deutschland ge-

zahlten Auslandern e_twa 3575000 im Ausland lebende Deutsche gegenuber; ern Verhältniß wie 14 zu 100. Wiki man dre deutsche ßberseeisch Auswa nderung _ und nuf diese kommt es barrptsqcbltch an _ näher untersuchen, namentlich in Brzug (ruf das Reiseziex und die Frkquenz der einzelnen Jahre, die Herkunftsbezrrke, den Beruf, das Geschlecht und A'lter, die Familien- und Einzelwanderung, so muß man die leider gleichfalls nichr erschöpfenden Lisirn der Aus- und Eingangshäfen zu Raths ziehen. Cm Bild von dem Umfang und dem Reiseziel der deutschen Auswrrnderung in den Jahren 1872 bis 1894 mögen foxgende Zahlenxder uber deutsche, belgische, niederländische Hafen, sowie uber Hawke und Bordeaux beförderten deutschen uswandererxgkbrn. Cs wanderten Deutsche aus nach

den B.-St. _ drm überhaupt Von 100 deutsch. Aus-

von ubrtgxn nach frkmden wanderern gingen nach Nord-Amer. Amsrtka Welttbeilen d. B. St. v. N.-A.

123 866 4 684 129 736 95,5 19 179 1 637 22 903 83,7 113 872 2 880 116 947 97,4 216 440 3 264 220 798 98,0 105014 4044 110028 954 89 962 6 031 97 103 92,6 113 046 5 909 120 089 94,1 111806 3561 116339 963 78 321 8 363 87 677 89,3 39 915 3 832 44 883 88,9

Was die Herkynftsbezirkc anbelangt, so bestehen _ was ja allgemein bekanntnst, _,bezüglich der Außwanderungskrequenz ganz erbrblrche Unterschredef zwrschen denselben. Eine nähere Betrachtung ergtxbt (11)le immerhin „Wahrnehmungen, die keineswegs weiteren Kreisen gelaufig find. Eine starke Ausmanderung haben insbesondere Westpreußen, Pommern, Posen, Schlkswig - Holstein, HannoVer, Mecklenbur , Hamburg Bremen, Oldenburg, also der gan e Norden mrt Ausna me von Osktpreußen, ferner die Pfalz, Württem erg sowie auch Baden und Hessen-Darmstadt. Daran reihen sich mit mittleren Verhgltntssen Hessen-Nasfau, Bayern rechts des Rheins und Elsaß- Lotbrxngen. Mit schwacher Auswandererziffer sind Anhalt, Braun- schweig, Ostpreußen, Schlesien, rovinz und Königreich Sa sen und Thurmgen hervorzuheben. „Nachtehende kleine Zablenübersi t wird diese Unterschrsde verdeutlichen. Auf 1000 Bewohner komwsn Aus-

wanderer : in 1881 1886 1891 1894 Westpreußen 17,14 6,20 10,94 1,23 ommern 17,00 4,38 6,40 ofen 13,27 3,91 10,41 Bremen 9,18 5,32 6,43 Pfalz 5,30 3,20 4,28 Hannover 6,71 2,74 2,94

dagegen in :

Ostpreußen 1,17 0,86 1,37 Schlefien 1,47 0,71 0,63 Anhalt 1,57 0,33 0,59 Braunschweig 1,80 0,69 0,62 Altenburg 1,58 0,47 0,78 ,

1872 1877 1880 1881 1885 1890 1891 1892 1893 1894

uu

ßY-p-U- IKTS

953 F"“- O 0!

*

(ck09 “ONEY: QQ-q c;!

emen Gewinn zu Verzeichnen gehabt-

Diese Zahlen beweisen deutlich, wie überaus mannigfacber Art die

Innern find die .rern' Gelbfieber

gestellt keine Wa en. ieüig gestellt keine

Gründe sind, welche die Auswandererziffer eines Bezirks bestimmen

Man mu zufrieden sein, durch solche Zahlen das Jntere e etnoas weiterer Kreise für die Sache wachzurufen. _

Auch bezüglich des Berufs der Auswanderer muffen wir uns mit eini en wenigen Zahlen begnügen. Die bei dem Kgiserlichen StatistisZen Amt monatlich und jährlich aus den Hafenpiaßen ein- laufenden Nachweisungen umfassen den Beruf nicht mit. Es sind aber für 1890 besondere Erhebungen veranlaßt worden, und es lie en von dem genannten Jahre Nachweisungen aus den beiden deuts en Auswanderungsbäfen Hamburg und Bremen vor, bei denen frei ich _ was Bremen anbelangt _ nähere Erläuterun en vom Verfasser als erwünscht bezeichnet werden. Danach verthei ten fick) die Aus- wanderer über deutsche Häfjezigäem Berufe nach. wie folgt: 1894

1891 1892 1898 Landwirthschaft 11678 14681 10728 6985 3274 Industrie 10 721 16 761 16 504 15131 7296 HandélundVerkehr 5564 5172 4518 5890 3027 Arbeiter 19 450 28 703 32 324 21154 10018 AndereBerufsartén 1504 1130 1362 1630 738 Ohne Beruf bezw.

BerufSangabe 25903 26 698 24819 19 576 9218 Der Verfasser hat des weiteren auch auf Grund der seit langen Jahren besonders sorgsam behandelten hamburgischen AuSwanderungs- statistik die oben berührten und noch andere Detailfra en emer grund- lichen Erörterung unterzogen und daraus eine Reihe nteressanter Er- Jebniffe Und neuer Gesichts unkte gewonnen, welche für die gesgmmte „luswanderungsftatistik gewiß befruchtend wirken werden. Hier sei jedßchltnur noch folgende Schlußbetrachtung des Verfassers mrt- ge et :

„Ist die wirtbs aftliche und politische Lage im Einwanderungs- lande eine aussichtsvo e, so ergreift das Bestreben, dorthin auszuwandern. alle unbefriedigten Klassen oder Individuen diesseits, und es pflegt zu umfangreichen AuWanderungen zu kommen. Solche Zeiten sind aher auch regelmäßi im Auswanderun slande wirtbscbaftlicb günstt e. Liegen dagegen Fier Gewerbe," Erwer und Vcrdienst danieder, so w rd ebenfalls der Wunsch allgemein re e, im Ausland eine bessere SteYlung zu gewinnen; da aber zur Ausfü rung einer überseeischen Reise einige Mittel gehören und die breite untere Schicht der wirtbscbaftlicb am meisten Bedrängten Vorwiegend mittellos ist, so könnte dieser der Yortzug nicht in ausgedehntem Umfange zur usfübruna kommen. er Antbeil der gewöhnlichen unxzelernten gewerblichen Arbeiter müßte in sokchen Perioden gerade en niedrigerer sein, als durchschnittlich. Eine andere Steaung nehmen die landwirtbschaftlickpcn Arbeiter ein, deren Lage eine gleichmäßigere ist; denn, mößen die Zeiten und Ernten gute und schlechte sein, das Gros der Landar eiter braucht nicht zu hungern. Des ferneren ist ihre Bewegun sfreibeit zum größten Theil noch ehindert, indem bei einem beträ tlichen Theile ein festes Arbeitsvex ältniß mit längeren Kündigungsfristen besteht. Auch tritt nicht eine Konkurrenz des Arbeitßangebots aus anderen Arbeiterklaffen in belangreichem Maße ein, unter Welchem Uebel vor allem die vorgenannten ungelernten und sog. Gelegenheiwarbeiter

Zeiten so sehr zu leiden haben. _ Die Quintessenz diefer Darlegung würde sein: Aus den noch etwas Besißenden der ver- schiedenen Erwerbsstände wandern am meisten aus, wenn es ihnen schlecht cbt; aus den besitzlosen Arbeitern da- gegen, wenn es iénen gut geht.“

(_ _ Zur Arbeiterbewegung.

Uns Brandenburg a..H. wird dem „Vorwärts' berichtet, daß Ferch?! 213 MMF Ln eznxr dordtrgenstHuthlbrik (vgl. Nr. 49 d. Bl.) ur erg et ren 8 wor eni ; die rbe' ' aufJLZOMLkZlFtk- b fb tt wurde gestern wreder _ n ers _o ei Berlin haben na dem elben a sammthche Arbeiter der Yolzleistercrh- unsd KüYxntrthY-teex? Faizrtx von Cgrl LUIS dre rbeit eingestellt, weil ihre Forderung: 52stunthe Arbeitszeit unter Beibehaltung des bisherigen Wochen- lohns, a gelehnt wurde. Arn Ausstand betbeiligt sind eWa 78 Mann: 25 Maschtnen-, 30 Hilfs'arbetter, 17 Tis ler und 6 Maler. Aus Karwrn berichtrt „W. T. .': Ein Ausstand der G_rubenarbeiter, der m geringer Ausdehnun schon einige Tage wahrte, hat fich gestern frub Weiter auSJedeYnt. In nahezu allen Karwiner Schachten ist der Betrieb einge tellt, und auch tn Portxmba, Peterswald uud Polniéch - Ostrau ruht die _Arbeit in einzelnen Schächten. In den-“enigen Schächxen, in denen bisher noch normal gearbeitet wird befürchtete man fur den ge trrZen Nachmrttag gleinalls ArbeitSeinÜeUun . Es sind daher a regeln zur Aufre terbaltun der Ru e e- troffen. _ Die Gendarmen und sol e rbeiter, die cb an dem „Ausstande nicht betheiligt aben , wurden von den Außstgndigen 'verhdhnt und die Telephonistinnen in Orlau thatltch angegriffen“ 'zu ernsteren Rubesiörungen ist es in- dessen nicht gekom_men. te Gaxtbäuser müffen laut polizeili Anordnung zu ,fruberer Stunde chließen und die Telephonsteéx fortlaufenden Dienst unterbglten. _ Aus Troppau wird ferner gemeldex: Auf den ' Graflich Larisch'schen Gruben for- dern dre Arbeiter eme wöchentliche Auslobnung, 25 % Lohn- erböbrrng,„Rucknabme der Kündißungen Straflosigkeit der Ausstehen- den, krmftrge Unterlassung grund oser Öündigun en, Entlassung eines Ingenieurs. Die orderungen wurden abgele nt. Das von den Dire'ktoren m e ner Konferenz emachte Zu eftändniß re el- mäßtqer Abschlag§zablungrn inner alb der Fisherigen Lo n- pertoden wird Von den Arbeitern nicbt acceptiert; sie stehen auf wöchentlicher Abrechnuan Der mit der Bergw [ bei der Bergbauptmannjcbaft iu ien betraute Ober-S ergratk JSTJtrrZitnYriftlchti Ytl'nll daS Lfluststanngebiet begeben. _ G tern

, n a ar on n an erie na -

und Mtcbalkowiß abgegangen. chPolmfch Ostrau, Zarnbek

Gesundheitswesen, Thierkrauk eiten und Ab MaßregelZU. spemngs-

al

_ ortugiesischen Mini eriu

afen von Marok 0, sowie der vonsxZeuéx 782: olerZ, der Hafen von ernambuco für von

. _ verseucht ,und d e ubrigen fen der gleichnami en

rovmz fur die er Krankheit .verdächtig' erklärt worden. (Vergl. , .-

von

o r 1 Durch VerfÜYung des KYiglicZg

Handel und Gewerbe.

Tägliche Wagengestellun ür K 1 an der Ruhr und ign fOberchlIieunkd Ko" niikt ?Meitia

gen.

An der Ruhr sind am 27. d.M. gestellt 11651, JnObersch e ien sindam 26. d.M. gestellt 4318, niiht wéi-

und wie vorficbtiq man bei Schlüffen aus diesen Zahlen sein muß.- Es gebri t hier an Raum, näher auf die Einzelheiten ein ugehen.,»

erade aus

von seiien aller möglichen BerufSatten gerade in den schlimmsten.

* nz.“ Nr. 305 vom 23. u d _ Nr. 18 vom 20“ v. M.) n Nr 310 vom 31. Dezember v.J., sowie. *