1896 / 53 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 29 Feb 1896 18:00:01 GMT) scan diff

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* Die StaatsschüldensTilgungskaffe kann sich in einen _ * S riftwechxel -mit“- den I abern der Obligatwnen über die

Za lungsle ftung nicht einla en. - _ - Formulare zu den thtungen werpen von sämmtltchen Oben edachten Einlösungsstellen unentgeltltcl) verabfolgt. erlim, den 2. Januar 1896. Hauptverwaltun der Staatsschulden. von Hoffmann.

Angekommen:

Seine Excellenz der Staatssekretär des Neichs-Marinc- ,amis, Vize-Admixal "Hollmann.

Personal-Veränderungen.

Königlich Preußisthe Armee.

Offiziere, Portepee - Fäbnricbe 2c. Abschiedsbewilli- Bangen. Jm aktiven Heere. Berlin, 25. Februar. rosi , Pr. Lt. vom 2. Bad. Feld-Art. Regt. Nr. 30, scheidet, behufs" ebertritts zur Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika, mit dem 3. Marz d. J. aus dem Heere aus. Milinowski, Hauptm. a. D., 3111er ]a 511115 des Jnf.Regts. Prinz Louis Ferdinand von Preußen (2. agdeburg.) Nr. 27 und Lehrer bei der Kriegsschule in Hannover, unter Ertbeiluna der Erlaubniß zum ferneren Tragen der Uniform des "Gren. Regts. König !iedrich 11. (3. Ostpreuß.) Nr. 4, mit seiner

Penfion zur Tisp. geste t. '

xu. (Königlich Sächfisches) Armee-Korvs.

Offiziere, Portepee-Fähnriche 2c. Ernennungen, “Beförderungen und Verseyungen. Im aktiven Heere. 23. Februar. Hartung, Hauptm. Vom Bekleidungßamt, als .Komp. Chef in das 4. Inf. Regt. Nr. 103, v. Tettau, Hauptm. und Komp. Chef vom 4. Inf. Regt. Nr. 103, zum Vekleidungßamt. Bramsch, Sec. Lt. vom 8. Inf. Regt. Prinz Johann Georg Nr. 107, in das 2. Ulan. Regt. Nr. 18, _ vkrseßt. Scholl, Sec. Lt. Vom 11. Inf. Regt. Nr. 139, v. Oppell, Sec. Lt, vom Garde-Reiter-Regt., _ unter StsUung ck 13. 811ij der bktreff. Regtr., vom 1. März d. I. ab auf ein Jahr bkurlaubt. Engex, charakteris. Port. Fähnr, vom 1. Königs-Hus. Regt. Nr. 18, dr? Unteroffiziere: Schulz vom 2. KönigimHus. Regt. Nr. 19, Sols vom Fuß-Art.„Regt. Nr. 12, Klingner vom Train-Vat. Nr.12, _ zu Port. Fabnrichen ernannt.

Abschiedsbewilligungen. Jm aktiven Heere. 23. Je- bruar. v. Hartmann, charakteris. Oberst-Lt. 3. D., zuleßt Bats. Kommandeur im 3. Inf. ngt. Nr. 102 Prinz-Regent Luitpold yon Bayern, die Erlaubnis; zum Tragen der Uniform des 2. Gren. Regxs. “Nr. 101 Kaiser Wilhelm, König von Preußen mit den vorgescbrte- benen Abzeichen ertbeilt. Suffert, r.Lt. a. D., zuleßt im 1.Ulan. Regt. Nr. 17 Kaistr Franz Jossp von Oesterreich, König von Ungarn, mit der Erlaubnis; zum ferneren Tragen der Armee- Uniform, zur Disp. aeste-Üt. Wobltbat, Sec. Lt. Vom 9. Inf. Regt. Nr. 133, zu dcn Offizieren der Rks. kisses Regis. übergeführt. Bock v. Wülfingen. charakteris. Major 3. D., zulkyt Komp. Chef im Schüßen- (Füs.) Regt. Prinz Georg Nr. 108, unter Fort- gewäbrung der geskßlichen Penfion und mit der Crlaubniß zum fernerenTragen der Uniform dieses Regts. mit “den vvrgeschriebenen Abzeichen, der Abschied bewilligt.

Jm Beurlaubtenstande. 23. Februar. Bartsch,

auptm. von der Res. des 2. Gren. Regts. Nr. 101 Kaiser Wilbejlm,

önig von Preußen, mit der Erlaubnis; zum Forjtragen der bishertgen Uniform mit den' vorgeschriebknen Abzeichen, Sußdorf, Hauptm. von der Res. des Schützen- ( üs.) Regts. Prinz Georg Nr. 108, diesem behufs Auswanderung, örster, Pr. Lt. von der Inf. 2. Aufgebots des Landw. Bézirks ittau, behufs Ueberführung zum Landsturm 2. Aufgebols, _ der Ab cbied bkwiüigt. '

Im Sanitäts-Korps. 31. Januar. Dr.Wludaxx,Ass1ft. Art 2. Kl. vom Fuß-Art. Regt. Nr. 12, behufs Uebertrttts zur Ka [etlichen Schußtruppe für “"Deutsch-Ostafrika, mit dem 4. Februar „1396 aus dem Heere außgeschieden.

23. €Jebruar. 1)r. Schipvan, Asfist. Arzt 2. Kl. vom 11. Inf. egt. Nr. 139, in das Fuß-Art. Regt. Nr. 12. verskßt. ])r. Herbach, Unteratzt vom 1. Feld-Art. Regt. Nr. 12, dxe Unter- ärzte der Ref.: 1)» Dietel dcs Landw. Bezirks Dresden-A1tft., Dr. Na gel des Landw. Bezirks Dresden-Neust.. Dr. Hilgemeter, Otto des Landw. Bezirks Leipzig, _ zu Assist. Aerzten 2. Kl. befördert. 1)1*. v. ESmarch, StabSarzt der Landw. 1. Aufgebots des Landw. Bezirks Leipzig, behufs Uebersührung zum Landsturm 2. Aufgebots der Abschied bewiürgf.

Beamte der Militär-Verwaltung.

Durch Verfügung des Kriegs-Ministeriqms. „6. Fe- bruar. Pönisch, Rechnungs-Ratb im Kriegs-Mmistertum, auf seinen Antrag unter dem 1. Juni 1896 mit Pension in den Ruhe- sfand versetzt.

R11]. (Königlich Württembergisthes) Armee-Korps.

Oxsiziere, Portepee-Fäbnricbe 2c. Ernxnnungen, Beförderungen und Versetzungen. Jm_akttven Heere. 24. ebruar. PrinzErnstvonSachsen-ertmar, H'erzogzu Sa sen Hoheit, Rittm. und Eskadr. Chef rm 2. . Garde-Draa. Regt, zum überzäh1.Major befördert. Herzog lebelm von Urach, Graf von Württemberg Durchlaucht, Hquptm. vom Generalstabs des Armee-Korps, unter Velaffung in dtefem Ver- hältniß, Tz. 15 511ij des Ulan. Regts. König Karl Nr. „19 gestellt. Herzog Robert von Württemberg Könxgliche Hoheit, ch. Lt. tm Drag. Regt. König Nr. 26, zum überzabl. Pr. Lt. beforkßert. v. Cotta, Major z. D. und Jnspizient des Feld-Art. Materials, ein Patent seiner Charge verlieben. ' ,

Abschiedsbewilligungen. Im aktt'Ven ?eere.' _24. Fe- bruar. v. Riedel, Oberst a. D., _zuleßt un Kr egs-thstkrium, v. Riedel, Oberst a. D., zuletzt Kommandkur dks Inf. Regis. König Wilhklm ]. Nr. 124, v. Karaß, Oberst a. D., zule t Kom- mandeur des Drag. Regis. Königin Olga Nr. 25, v. chott, Oberstz. D., zuletzt Kommandant des damal. 2. Drag. Regis. Nr. 26, _ der Charakter als Gen. Major, S__cho_tt, Major a. D., zuletzt Bals. Kommandeur im Inf. cht. König Wilhelm 1. Nr. 124, Renner, Major x. D., zuleßÖ Kommandeur des Landw. Bemks Rottweil, _ der Charakter als berst=Lt., Völmle, Hauptm. a. D., zuleßt Battr. Chef im damal. 2. Feld-Art, Regt. Nr. 29, v. Mauch,

auptm. 33. D., zuleßt Komp. Chef im Gren; Regt. Kömgin Olga * r. 119, _ der Charakter als Major, _ verltehen.

Im Sanitäts-Korps. 24. Februar. Sprinkbardt, Ober-StabSarzt 2. Kl. a. D., zuletzt Regis. Arzt des Feld-Art. Regts. König Karl Nr. 13, der Charakter als Ober-Stabßarzt 1. Kl., 1)r. Reubel, Stabsarzt der Landw. 1. Aufgebots vom Landw. szirk Bieberach, Dr. Berlin, StaHSarzt der Landw. 1. Aufgebots vom Landw. Bezirk Stuitgart, _ der Charakter als Obcr-Stabkarzt 2. Kl., _ verlikbcn. _

Militar-Justizbeamtc'.

24. ebruar. „SchrDab, Kriegsratb und Mitglied des Ober- Kriegs ertcbts, der Tttel und Rang als Ober-Kriegsratb, Werner, S cka?l, Auditcure der Garn. 111m,der Titel Iustiz-Ratb, _ verlieben.

Beamte der Militär-Verwaltung.

24. Februar. ebn, Jntend. Sekretär bei der Jntend. der 26. Div. (1. Königl. ürttemberg-)- Rost, (Garn. Verwalt. Direktor in Ludwi Iburg, _ der TitelRecbnungs-Ratb, entschke, roviant- amts-As st. bei dem Proviantamt Ulm, der (T_makter als roviant- amts-Kontroleur, Holoch, Kanzltft Zim Knegs-Ministerium,;. der Titel Kanzlei-Sekretär, _ verlieben.!

__ „Jiohtamtlithes. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 29. Februar.

Seine MaÉestäi der Kaiser und König begaben Sich, dem „W._ .B.“ zufolge, heute Vormittag nach dem Palais des Retchékanzlers und konferierten längere Zeit mit demselben. Nach dem Königlichen Schlosse urück- chhrt, hörten Seine Majestät dix Vorträge des Che s des

eneralstabs, Generals von Schlteffen und des Chefs des Militärkabinets, Generals von Hahnke, empfingenLLodann den neuernanntcn peruanischen Gesandten Anibal iUegas in Antritis-Audienz und nahmen später eine Reihe militarischer Meldungen entgegen.

Ihre MaXestät die Kaiserin undKönigin ertbxilten im Laufe die er Woche einige Audienzen und empfmgen unter Anderen den mit der Führung de_s 111. Armee-Korps beauftragten Gencral-Lieutenant von Lignzß.

Am Mittwoch besuchten Ihre Maxestät das Augusta- Yospital und erthcilten dem dirigierenden Arzt, Professor

wald eine Audienz. _ _ . .

Heute früh xtatteten Ihre Maxestät dte Katserm dcm Reichskanzler Für ten zu Hohenlohe einen Kondolenzbesuch (xn- läßlich des Todes seines Bruders ab. Sodann lteßen Stck) Ihre Majestät dieéenigen Mijglieder der Berliner Feuerwehr vorstellen, welche 1ch in AUSUbung ihrxs Dienstes besondexs auSgezeichnet haben. Nachmittags empftn etz „bee ngesxat die Kaiskrin Ihre Königliche Hoheit dic rmzessm Frtcdrtch Karl von „Hessen.?

In der am 27. d. M. unter dem Vorfiß des Vize: Präsidenten dcs StaaW-Ministeriums, Staatssequtärs des Innern 1)r. von Boettich er abgehaltenen Plenarsrßung des Bundesraths wurde dcm Entwurf eines Gcscßcs für Elsaß: Lothringen wegen Begehung von drcipro entigen Renten zur Deckung von AUSgaben für den üninger Kanal und wegen Erhebung von Abgaben auf demselben, ferner einem Ausschußantrage, betreffend den Handel mit deyaturierte'm Branntwein, sowie dem Antrags Preußens wegen Regelung der ArbeitSverhältniffe in Bäckereien und Konditoreien _ die Zustimmung erthcilt. Von dem Gc- schäftsbericht ch Reichs-Verfickwrungsamts für 1895 wurde Kenntnis; genommen. Den zuständigen Ausschüssen wurden überwiesen: der Entwurf von Bestimmunqen über die weitcre Bearbeitung der Ergebnisse der vorjährigen cruch: und Gewerbe: zählung, _ der Geskßentwurf wegen Aenderungen des Gerichts: oerfaffun Sgescßes, dcr Zivilpro eßordnung, der KonkurSordnyng und der inführungsgeseße zur Zivilprozeßordnung und zur Korx- kuröordnung, _ die Vorlage über die AuSprägung von FMH- pfennigstückcn _ und der Entwurf eines Geseßes für Elsa - Lothringen über die 5Zenfionen der_ Gerichtsvollzieber und ihrer Hinterbliebenen. ußerdcm wurde über mehrere Eingaben Beschluß gefaßt.

Heute hielten die vereinigten Ausschüsse des Bundes: raths für Zol-l: und Steuerwesen und für Rechnungswesen sowie die vereinigten Ausschüsse für Zoll: und Steuerwessn und für Handel und Verkehr Sißungen,

Württemberg.

Ihre Durchlaucbten der (Fürst und die Fürstin von Waldeck und Pyrmont finx vorgestern zum Besuch Ihrer Majestäten des Königs und drr Königin in Stuttgart eingetroffen.

Oesterreitb-Ungarn.

In der gestrigen Sißung dcs, österrqichischen Abge- ordnetsnhauscs qab dcr Präsrdcnt Freiherr 'von Chla- meckv in warmen orten der Trauer um den hmgcschicdcnen Erzherzog Albrecht SalvatorAusdruck und betonte, axle Völker des Landes fühlten den großen Schmerz tmt, welcher die Dynastie und vor al1em den Kaiser betroffen, der selbst die wenigen Tage der RuHe und Erholung, die er sich gegönnt habe, nicht ohne neuen Seelen: schmerz verbringen könne. Im weiteren kalauf der Sißung nahm das Haus den Titel „Mittelschulcn'“ an und lehnte 'm namentlicher Abstimmung mit 141 gegen 108 Stimmen den Antrag des Abg. Hofmann auf Streichxmg des Postcns für die Errichtung eines slovenischen Gymnasmms in ClUl ab.

Der Wablreform-Ausschuß hat mit allen gegen drei Stimmen beschlossen, in die Spezialdebatte der Vorlage einzulrctcn. ,

Im ungarischen Oberhauser wxdmete gestern der Präsident Szlavr) dem verstorbenen Erzherzog Albrjccht Salvator einen warmen NaYtuf. _Das Haus gab, semxm Beileid protokouarisch Ausdru . Hierauf wurden dte fünf Mitglieder dcr Ouotendeputatior) gewählt.

Im Unterbause sprach steh, dem „W. T. V.“, zufolge, dchinanz-Minister ])r.L u kacs gegen sämmtliche opposrttone'llen Anjräae aus* es habe niemand behauptet, daß die _wrrthschaft- liche Gemeinfamkeit zwischen Ungarn und'OestexrcW fich _aUS der pragmatischen Sanktion ergebe, doch seten dlc gegcysemgen Berührungen der Interessen beidxr Staaten fo zahlretcl), chf; schon die 1867er cseßgchng s1ch geneigt gezeigt hgbe,ßcm Zoll,: und Handelsbündniß abzuschließen; dieses Bündmß konne gekündigt werden. Es sei jedoch bekannt, daß die Gescß chung von 1867 und auch die spätere Geseßgebyng, so ot von diesen Angelegenheiten die Rede gewesen set, gewünscht habe, dieses Bündnis; nicht als vorübergehendes, soydcrn als bleibendes Verhältniß zu betrachten. Aber selbn wenn bexde Staaxen von ihrem Kündigungßrechte Gebrauch machten, mußten bmde Regierungen in Verhandlungen zur Erneuerung. des Zollz und Handelsbündnisses eintreten. Dic Regrcrupg ser der Ansicht, daß es nicht wünschenswerty _set, alle 10 Jahre Gelegenheit darzubixten, daß eme oder die andere Partei von ihrem Kündigungswchte Gehxauch mache (Lärm auf Seite der Opposttion; der Prästnent ertheilt mxhrcren oppofibonellen Yb eordneten mr_edexholte Ordnungßrufe). Die Regierung sei der nstcht, die Kundrgung

liege, weder im Intertffe Ungarns noch der Monarchie; darum sci ste rechtzeitig in Unterhandlungen getreten, um noch vor

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dem Eintritt „des Künd1gun stekmins wo m;")!gliclj zu éinem

Regierung in die er eit Verhandlungen e ngeleitet habe, Niemand werde eFvefeln, daß cs weder für die Mo- narchie noch für 11 um ein Vortheil sei, wenn dem Außlande das Schau piel geboten werde, daß wet Staaten gebe, welée in politischem Sinn eine Monarchie ildeten und in wirfst; chaftlicher BYiehung in einem engen Verhältniß ueinander tänden, abera e ebn Jahre einander die Freundschat kündigten sodaß ein Zustand eintrete, bei welchem nicht viel etZle, daß die Monarchie wirthschaftlich zerfalle. Da die egierung der Anßcht ewesen und noch sei, daß man im Rahmen er emcinsamkeit mit Oesterreich alLe vitalen habe _ fie Verhandlungen mit esterreick) einge eitet, und da ste der Meinung sei, es sei aus politischen Gründen wünschenswertk), daß dieser Vertrag, insofern dies ohne Ver- le ung der vitalen Landesintereksen bezw. bei vollkommener _ ahrung dex leßteren möglich ei, zu stande komme, könne ste die opposrtionellen Anträ er nicht annehmen. Dem Grafen Appon i hielt der Minister nkonsequenz vor. Aus der Rede des raéen Apponyi würde logischerweise die Forderun eines selbtändigen Zollgebieis folgen, und er (der Minister sehe nicht ein, welche Verfügungen man bezüglich eines nicht existierenden Zustandes treffen könne. (HewiLe Verfügungen müßten getroffen werden den Vcrdä tigungen gegenüber, welche bezüglich der finanziellen Lage Ungarns kolporliert würden. Diese Verdächtigungen entbehrten jeder Grundlage; der Staatshaushalt Unqaxns sei ein vollständi normaler, ja, er wolle konstatieren, daß derselbe stck) nock) günßiger gestaltet habe, als im Vorjahre. Ach? die Privatuntcrnchmungen ständen auf acsunder Basis; enige kleinere Jndustrjeunternchmungen, die von keiner wirth- schaftlichen Wichtigkeit und schon bei ihrer Gründung krank gewesen seien, könnten doch nicht in Betracht kommen, und wenn dieselben verschwänden, so sei dies für die wirthschaftlichen Verhältnisse von keinem Einstuß. ES sei schwer, solchen Verdächtigungen entgegenzutretcn, denn fie ließen sick) nicht greifen. Ihr icl sci, das Vertrauen zu Ungarn zu untergraben. Ebeno werde ver- breitet, die große Anleihe, wclche Ungarn für die Staats: bahnkn aufnehmen woch', solle zu anderem Zwscken verwendet werden. Er pronsticre aus das entschiedcnstc gegen diese Vexdächligmtg. ES seicn al o nach dieser Richtung hin Ver- ügungcn nothwendig ebenso bezüglich dsr Vqlutarcgulierungs: pcration. Als die Regierung mit Ocstcrretch Verhandlungen eingeleitet, habe sie selbstversländlxck) alle nöthigcn Unicr- fucjöungcn durchgeführt, so auch bczüglicl) dcs sclbständtgcn Zo gebiets; die betreffenden Vsrfügungen seien crfolt und würden auch weiter erfolgcn. MitBedaucrn, fuhr der inister fort, müsse cr wahrnehmen, daß sine ruhige Diskusston unmöglich erscheine, doch lege cr diesexm StötungM keine be- sondere Wichtigkeit bei; er hoffe indcsxcn und sci überzeugt, daß die maßgebenden Kreise dicse Fra cn vrcl ruhiger be: handeln würden, sodaß man zu dem Reklultat gelangen werde, welches er schon im Vorjahre als :pi'msck)cnswcr_tlx bezeichnet babs, nämlnk), daß beide Parteien sxckx ausschlicßkich, auf; die Basis dcr Gerechtigkeit und Billigkeit ßellten. Daß Emo komze cr erklären und dafür übernehmc er h_ic Garantie, daß em Vertrag, der nicht achn vitalen Intercnen Ungarns entspreche, von dieser Regierung nicht werde geschlossen werden.

In einer gestern Abend in Budapest abgehaltenen Kon: ferenz der liberalen Partei wurde beschlossen, de'n Antrag des Abg. Fran?1 Kossuth auf Einladung der axswärtin 5Yar- iamente zur Mi enniumsfeicr abzulehnen, nachdem dcr“ miner? präfident Baron Banffn erklärt Hatte, dre Regierung set sachlich mit dem Antrags einverstandct] _und werde demgemäß vorgehen; der Antrag ssi dahcr Überflusstg.

Ergebnis; Zugelangxen; das ei der Zweck gew en, warum die

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Großbritannien und Irland.

Jm Unterhausc erklärte gestern der Parlaments- Sekretär des Auswärtigen Curzon auf eine Anfrage über die kaechtc an der Küste von Ost-Afrika: M'Barak Ben Raschid habe fick) im April 1895 empört; er habe wiederholte Niederlagen erlitten, aber infolge dcr_ natürlichen Beschaffen- ?eif dks Landes sei es bisher u_nmög11ch gewesen, die herum- trcifendcn Marodcurbanden wxrksam zu unterdrücken; die Angriffe derselben auf militärische Stationen seien er- folgreich zurückgeschlagen worden. Um den Aufstand end: ültig zu unterdrücken, sci beschloffen xvordsn, die lokalen " treitkräfte durch ein indischcs Regiment zu verstärken. Das Unterhaus nahm sodann die zweite Lekung des von dem Nbg, Havelock Wilson eingebrachten Gee entwurfs an, welcher bestimmt, daß kein Matrose auf cnglis cn Schiffen als Vol].- matrose bcscbäftigt werden könne, welcher nicht Zcugnisse über eine vierjährige tüchtig voUbrachte Dienstzett beibxingc. Ixus: länder müßten außerdcmdcn Beweis erbringen, daß siedle ewohn- lichen an Bord gcgebenenBcfchie in englischer Sprache ver tänden Auf die Anfrage des Abg. Coddington, ob die Regierung dem Hause eine Erklärung abgeben könne über den wesenk-

lichen Inhalt des Meinungsaustausches mit Deutschland, be:"

treffcnd die WiedereröffnunJdecr indischen Münzstätten, und ob sick) seit dem Datum jcncs * einungsaustau ches die Anfichten dcr Regierun irgendwie geändert hätten, antwortete der Parlaments- ckretär des Auswärtigen Curzyn: 'Am 8. November babe Graf Haßfeldt an xfxagt, ob dtexngltische Regierung willens sei, die bimeta tfttsche Frage 111 em_er Konferenz zu erörtern, falls die deutscr-e Regtcrung sxch dafur entscheiden fonte. Lord Salisbury habe dtc Antwort erthezlt, er müsse erst mit seinen Kollegen berathen, bevor xr eme bestimmte Anficht aussprechen könne; er wsisx abcr dte „Idee einer Konferenz nicht von der Hand, falls fick) gute Grunde für die Abhaltung derselben ergeben sollten. Bei einer darauffol enden Untetreduyg habe Graf Haßfeld_t die Frage gestellt, 9?) die indische Regierung damit umgehc, thre Mun en wiederzucröffncn, da Deutschland dies als eine nothwend ge Votbebingung zu irgend einem internationalen Uebereinkommen betrachte. Unter dem 6. Dezember sei Graf Haßfeldx Havon unterrichtet worden, daß die Wiedereröffnung der zndzs en Münzstättcn nicht beabsichtigt werde, weder von der mdrs en Roqierun , noch von dem Staatssekretär für Indien. ther diesen 5'erhältnissen sci die Angelegenheit damals mcht weiter verfolgt worden. Später habe Graf Haßsfeldt Lord Salisbury die Etklärung vorgelegt, welche“ der_dxut che Reichs- kanzler im Reichstag abzugeben veabfichtige uber das, was beiderseits besprochen worden sei. Lord Salishury habe keinen Einwand gegen die Erklärung erhoben, jedoch den Grafen Haßfeldt daran erinnert, daß er slch in keiner Errmderung auf die Mittheilung der That- achen beschränkt habe, wie fie damals vorgelegen

Regierung nach es hter _ _

ntereffen beschü en könne,.

tien, und daß in dieser Erwiderung in keiner Weise eine bficht Yz: lich der Zukunft enthalten Ywesen sei. Die Er- klärung l?our's im Unterhause am . ebruar habe die allgemeinen ““An chten wieder egeben, wel e die englische wägung der ache uberden Gegenstand hege.

Frankreich-

Der Senat bewilligte gestern einstimmig den Kredit für die Vertretung rankreichs bei der Krönung des Kaisexs von Nuß and.

Me Armeekommisstonn der D ep 1x tir te n k amm e r erörterte gestern dte Vorlage, ubex die Bildung einer Kolonial- armee un_d genehngte tm Prm ip, daß diese Armee dem Krie s-Mimsterium dtrekt unterste t und ihr eine selbständige Ste ung gegeben_werde.

In der gesxrtgen Sißnng der Budgetkommission ver- theidtgte der Ftyanz-thster Doumer in längerer Rede die , rogressive Enzkommenfteuer, welche die gegenwärtig zu chwer belasteten armeren Klassen entlaste, die mittleren Klassen nicht überlasxe und von den Reichen nur eine Kompensation für i_zie fiskaltschen Privilegien verlange, die sie genöffen. Der Minister sprach die Hoffnung aus, die Kammer werde die Einkommensteuer annehmen, nachdem sie mehrfach den Willen bekundet habe, die Regierung bei der Ausführung der R&- formen dcs ministeriellen Programms zu unterstüßen.

Italien.

Die. „Qpinioße“ erklärt es für unrichtig, daß dem General Barqttert beretts Mittheilungen über die neuen Verfügungen bezügltch ,des Oberbefehls über die Truppen in Afrika kuge- gangen sexen, doch werde er solche vor seiner Zusammen unft mit dem Geperal Baldissera erhalten. General Baratieri werde den Tttel eines Gouvernxurs von Erythräa weiter führen. Das genannte Blatt sagt ferner, die Mittheilung der Regierung an den Gkneral Baratieri hebe den Umstand hervor, daß die Truppen in Afrika zwei kleine Armee:Korps bildeten, Und daß der General Baldiffera deSWLJLU gewählt worden weil cx mit den örtlichen Verhältnissen vertraut sei, und weil dte "Kommiffion für die chörderungen ihn einstimmig zur demnachsttgen Beförderung zum kommandierenden General cines Armec:Korps vorgeschlagsn Habe.

Spanien.

Die Königin-Regentin hat, nach einer Meldung des „W. T. B.“, gcstcrn_das Dekret unlerzeichnet, durch welches die Cortes aufgelost und die bereits bekannten Daten für die Neuwahlen festgescßt wcrden.

Niederlande.

Der Staatssekretär dcr Südafrikanischcn Republik 1)1'. Leyds _ist geftexn im nag angekommen. Die Köni in: Regenttn empfmg den elben gestern Abend in Audienz. Nach der Audienz fand bei dem Minister dss Aeußern 1)r. Roöll ein Festessen zu Ehren des Dr. Lends statt.

Türkei.

, Der Sultan empfing, wic „W. TV.“ aus Konstantinopel ber1chtet, gestern nach dcm Sclamlik den rusfischen Botschafter von Nelidofsf und den rusfischen Agenten in Sofia, Bot: ?chafts-Rath T char1)koff in Audienz.

In Wien ist aus Konstantinopel die Nachricht eingktroffcn, daß am 24. d. M. in Adana Gewaltthätigkeiten gegen Armenier verübt worden seien; 15 Armenier skien getödtet, _15 verwundet worden. Das «Haus des russischen Dragomans teigeplündertworden. Dsr frauzösische Konsul in Merfina habe fich nach Adana begeben.

Serbien.

_ Die Beiseßung des Generals Leschjanitm hat gestern m Belgrad auf Staatskosten stattZefunden.

Bulgarien.

?Die „Politische Correspondenz“ erfährt aus Sofia, die bulgarische Regierung beabs1chtige, nach der formell voUzogencn Anerkennung, des Prinzen Ferdinand diplomatische Vcr- tretunqen m St. Petersburg und in Athen zu errichten. DsiehKosten hierfür seien borcits in dem diesjährigen Etat vor- gc ? cn,

Amerika.

Nach einer Meldung des „W. T. B.“ aus Washington hat der Senat gestern dcn am 5. d. M. eingebrachten Antrag oeß Seyators Call: die Aufständischen auf Cuba als krtegfuhrende Mackt anzuerkennen, mit dem vom Senator Camer_ox1 am 20. d. . eingebrachten Amendemcnt, wonach der Prastdcnt ersucht wird, sich bei Spanien dafür zu verwenden, daß du». Unabhängigkeit Cubas anerkannt werde, angenommen. Im Verlauf der Debatte erklärte dxr S_etzator Lindsay, die Lage auf Cuba rechtfertige em thattges Einschreiten der Vereinigten Staaten, um im Namen der Menschlichkeit die Ordnung auf Cuba wiederher- Zustellen. Der Senator Sherman sprach den Wunsch aus, Cupa 111, Mexiko einverlcibt 159759, und erklärte, der Augenbltck set gekommen, der Wirthschaft deer Spanier em „Ende zu machen, die dcn [)umanen Mars all Martmez Campos ahbcrufcn und ihn durch en General Weyler crcht Hätten. Wknn leßtercr anf Cuha bleibe, werds nichts die Vereinigten Staaten hin: dern, dle Spanier zu vsrtrciben. Der Senator Lod c he: merkte, der von den Vereinigten Staaten beabsichtigte " chritt Herde von der zivilisierten Welt geb'xlligt werden. Andere Senatoren erklärten, Spanien verdiene nicht die Achtung anderer Länder. Nur der Senator Caffcry bekämpfte dcn

AntrF. , ach emxr Meldung des „Reutcr'schen Bureaus“ aus Philadelphia find der Kapitän Wibor und die Steuer: leute Yetexson unk? Johansen von dem änischen Dampfer „Horsa fur schyldtg _erklärt wenden, die Neutralitäts: Jeseßxj durch du; Befordcrung einer für Cuba bestimmte'n bewa ,eten Expedttion verlcx'kt zu haben.

„_Dte Parteien der Re ormrstcn und der Antono: Mitten auf Cuba haben, wie „W. T. B.“ aus Madrid er-

fährt, be 1 ' - _ theiligen„sch offen, slch an den Generaswahlen mcht zu bc,

D' Afrika.

tc „Agen ia Stefani“ berichtet aus Massowah, da

Fil“ Genxral Éaratieri vorgestern Abend aus Sauria? egraphtext habe: d_as gesammte Lichoanifchc Heer stehe in ua mtt regelmaßigen Vorpo en auf der Linie Abba

Der Feind

b? Requifitions-Kolonnen in das Gebiet von Schire nach

Arima, Mariam Seranito und Dako Tacle. diabo und Addi Arbati entsandi. Der Mangel an Lebensmitteln

tm schoanikchen Lager werde fühlbarer. Die Au ständischen in Agame rrten nach der Niederlage vom 25. . M. in den ergen vxnx Afimba und „Gundagunde umher. Vorgestern hätten dret ttaliemsche Batatllone und eine Batterie eine Re- koßnoscierunxz auf hem Wege nach Velesa unternommen. O uleßusa sei ruhtg. Von Kajsala werde gemeldet, daß steh qu er Schyßwetxe der Geschu e Abtheilungen berittener Derwrsche gezeigt , hatten; Für a e Tälle sei ,Kaffala mit AgoFdat wieder m11tels emes optischen elegraphen verbunden wor en.

Aus Johannesburg berichtet das „Reuter'sche Bureau“, daß. der Jahrestaq _der am 27. Februar 1881 geschla enen Schlacht von Ma1ubahill ruhig verlaufen sei-; an in Krügersdorp habe keinerlei Kundgebung stattgefunden.

Parlamentarische Nachrichten.

Die Schlußberichte über die gestrigen *i'xxangen deH Herrenhauses und des Hauses der Abgeordneten befmden fick) m der Ersten und Zweiten Beilage.

_ _ In der heuMen (S.) Sißunq des Herrenhauses,

m welcher der Zusiiz- inistcr Schönstedt und der Minister

desan-rn Freihexr von der Recke zugegen waren, wurde

FWWÜ dgs neuemgetretene Mitglied Graf zu Solms- ode_]he1m quf die Verfassung vereidigt.

In der einmaligen Schlußberathung über den Geseß- entwurf. betreffend die Aufhebung der im Gebiet der Monarchte bestehenden Taxordnuugen für appro- bierte Aerzte und Zahnärzte, berichtkte sodann

Freiherr Lucius Von Wallhausen, daß die alten Tax- ordnungen, Welche für dia heutige Zeit nicht mehr paffend seien, mit dem 1. Januar 1897 aufgehoben und durch die neue, auf dem Ver- ordnungsweae erlaffcne Taxordnung erseyt werden sollen.

Der Gescßcntwurf wurde ohne Debatte angenommen.

Auf Antrag der Matrikelkommisfion beschloß das Haus, den S1Z de;!) Freiherrn von Winßingerode - Knorr wegep Auflafjung seines landtagsfähigen Besißthums für erledigt zu „erklären und den Minister des Innern zu crsuchqn, ftxr den Verband ch alten und des befesti ten Gxundbefrßes zn de_m Landschaftsbezirke Eichsfeld - HoZen- stem baldthunltchst eme anderweite Präsentationswahl herbei- führen zu wollen.

Die Nachrichten "von dsr Verwaltung der preußischen Staats:Bergwerke, «Hutten und :Salinen für 1894/95 wurden durch Kenntnißnahme für erledigt erklärt.

Die Petttion der 'SchußYmeinschaft für Handel und Genzerbe, des_ Kaufmännischen ereins und dcs (sterbe: vxretns m " etß um Erhöhung der Wgnderlagersteuer bts auf 1 4/16. pro Woche oder für ]cden Theil der be- gonnenen Woche'beantragte der Berichterstatter der Handels: und Gewerbckommtsfton von Graf; der Regierung zur Erwägung zu überweisen.

Freiherr von Stumm empfahl die Annahme des Kom- misfionsantrags. Es handle fich bei dieser P.tition um die

bung des Mittelstandes. Es sei zu fürchten, daß die Wander- aaer noch mehr an Außdebnung wiedxr gewinnen, wenn die Detail- reisenden und der Haufierbandel durch Reichsacseß beschränkt werden. Mankönne nicht sagen, daß der Landtag sich um die Reichögeseß- aebung nicht zu kümmern Habe. Dic Petition müffe deshalb der Regierung zur Erwägung überwiexen werden. Das Haus beschloß nach em Antrag der Kommission.

(Schluß ch Blattes.)

-- In der heutigen (31. Sißung des Hauses der Abgeorpneten, welcher der Diinister der geistlichen 2c. An- gelegcnhettcn 1). 1.11“. Bosse herwohnte, wurde die zweite Be- rathung _des Etats des Ministeriums» der geistlichen, Uyterrtchts: und Medtzinal - Angelegenheiten bet dcm Tttel „Gehalt des Ministers“ fortgeseßt.

Abg. 1)1*. Bachem (anxr.): Ich will zunächst den Ausdruck ,Schlkx'ndrkan“, den der Mxnxster zurückgewiesen bat, zurücknehmen. Ich bitte aber auch den Minister, nachher in Bezug auf katholische Ordensdamen'den Ausdruck „_fanatiscb' zurückzunehmen. Wenn meine Tabea? als eme rexn mechanische Arbeit bezeichnet wordkn ist, so ist das em Lob dafur. ' Cs wnd nicht jeder Schreiber bezüglich der. cvangelxscßcn Pofitwnen des Etats so leicht die Jmparität nacb- wetsen kögmen. J_ch „verlange keine mechanische und auch keine kalkulaxoxtfche Paritat, :ck Verlange nur die Beseitigung der kraffen Jmpaxttax. Redner geht nunmehr, die einzelnen Positionen durch und fuhrx dabex Folgende aus. Bet der Schloßfirche in Wittenberg ist man uber drk Vcrpfxtchtung des PatronatIWnds hinausgegangen; de_n neu gebayten Konszstorialgebßudln stehkn keine bis öfltchen Ge- baude gchnubkr. Die Entschadigungen für die tolgebühren sind aßerdtngs angeboten, aber man wollte daer bestehen, daß dteselben zur Aufhebung, der Swlgebübren verwendet werdén syUsn. Dazu war em Bedürfnis; nicht vorhanden, man_ „hatte eben andere Bkdürfniffe befriedigen können. Bezugltck) Her Be'rkchnung der. Leistungen für die katholische und für die evangelische Kirche ix! den leßten 70 Jahren fehlt uns jede Kon- trole. Aus dem Ctgt 1st Darüber nichts zu ersehen; der Minister soll'te' sem? Matertgltsn dZm Hause vorlegen. Aber ich glaube, der Mmtfter hat dgbex Jrrxbunter begangen, denn ich kann nichtan- nehmen, daß wtrkxtch die katholische Kirche so bevorzugt sein sollte. A_lso etn Oer-RegterungsRatb isx Katbolik; ich bitte den Minister, auf dxesem Weg;? qutzufghren. Daß bet der Kreis-Scbulinspektion die Katho- liken, beruch1chttgt sexe,» ist nichr_ wahr. In den katholischen Bezirken der Rbetnproymz sind ketne katßbollschen geistlichen Kreis-Schulinspektoren. Der Minzstex sagte, er beruckstchtigt nicht die Konfession, soukern nur dte Tuchttgxett. Das"bat btsber dahin geführt, nur protkstaütiscbe Ober-Regterungß-Raxbe anzustellen. Der Minister sollte mit dieser ,Nxchtberuckfichtt'gung der Konfessionen fortfahren, aber nicht [11 den_ evangeltschsgt Bezirken Katholiken ansteaen, denn das „Wurd'? bx: den Protestantkn Widerspruch erregen. Die Herren Natwnalltbcralen widersprechen; aber die Koxservativcn, denen ich mebrx konfessionelles Gefübl zutraue, widersvrsckpen nicht. Herr Sattler verlczngt v'on den “Beamten die Wahrung der Interessen des Staats. Suzy die Katholiken dazu nicht im stande? Es scheint aber, a,!s'ob tn der Praxis nach diesen Anschauungm verfabrkn ist. Der thster Verwabrf sich,dagegen, daß er in den ReligionSunterriäot xmgreifen wo_[le. Aber wrr haben nicht das Vertrauen, daß das tmmcr so bletben wird, und deshalb gerade betrachten wir den Falk' schsn Erklaß als ein Damoklesschwert. Der Minister verlangte die Anfuhrung cine's Falles, wo ein solcher Eingriff statt- gcfunden. Ich erinnere an den al] des Religionslebrcrs Wollmann, der nicht mehr auf dem tandpunkt der katholischen Kirche stand, aber troßdem WW Minister Falk in seiner Stellung gehalten ryerden soUte, was_freiltch an dem einmüthigen Widerstands des katholtscben Volkes schettette. Gegen ein katholisches Gymna um in Berlin macht der Mintster geltend, daß die Zahl der katboli chen Schüler nicht groß genug dazu sei._ Es werde'n eben aus Berlin sehr viel katholische Kmder nacb auswarts auf eme katholische Anstalt ?efcbickt. rotestantische vanafien werden errichtet, so erst 890 das rinz Heinricb-vanafium in Schömberg. Bezüglich des Ktrcbbostseßes sollten die Ober-Präsidenten tmt ihren Gutachten sicb beeilen. on einem Krompromiß zur Beendigung des Kulturkampfs,

“ein Unwetter überrascht,

_Vorliebc des Dichters für krasse

von demdas Orden e e ein Theil. sein soll, ist uns nichts bekaunk.

Wir würden schon zu e m sein, wenn unsere Ordens enfcbafbm. ebenso gestellt würden, wie die evangelischen. Herr tt r mein“ die Reden seien nur bestimmt, die Notbwendiakeit des Zentrumé'» nachzuweisen. _Diese Notbwendigkeit liegt in keiner Weise vor.

Dafür sorgen andere Leute außreicbend. Daraus, daß wir solche

Klagen an dem verfaffungSmäßig dafür bestimmten Ort vorbringen,

kann man uns keinen Vorwurf machen; wir aqitieren nicht mit diesen

Dingen draußen in Versammlungen" das überlassen wie Anderen. . Wir wollen zur Beseitigung der ebelftände beitragen und den- formellen Frieden zu einem materiellen machen. Dazu bitte ich alle

Parteien mit ubelfen.

(Schluß des Blattes.)

Verkehrs-Anstaltm.

Das Direktorium Her Altdamm-Kolberger Eisenbahngesekschaft hat nunmehr den Bau 21an Sekundärbabn von Kolber MY Köslixj ßeschloffen; mit den Vorarbeiten dazu wird Voraus chili tm Frubjabr begonnen werden.

Theater und Musik.

, _ Königliches Opernhaus. „Dre Nurnberger-Puppe', komische Oper in einem Akt von A. Adam, dem Komponisten des .Postillon von Lonjumeau“, hat nun auch ayf der Königlichen 'Bübkk eine Stätte efunden, nach- dem fie fruher schon im Friedricb- Wilhelmstädtiéckpen und im Belle - Allzancß - Theatßr zur Aufführung gelangt war. Fandlung tft em harmloser Faschingsscherz voll Humor und froher anne, dem [ich die ebenso gefällige wie prickelnde Musik voükommen _ anyaßt. Verden, sowohl der Mufik wie der Handlung, haben spgtere Komyonisten und Librettisten manchen hübschen und orrginelxen Em'fall entlehnt._ Freilich ist das Werk von der fruher_ bxlrebten bebaglccben Breite, von Wiederholungen im'TexY vote tn der Melodie nicht ganz frei und könnte hie und da eimge Kuxzungen vertrggen. Die vier Partien, die es enthält, waren in den Handen, des Fraylein Dietrich sowie der eran Bulß. Krolop und Lieban, dre sicb sgmmilich ihrer recht dan baren Aufgaben mit gutem Gelangen entledtgten. obne erade Hervorragendes zu leisten. Dex große Rahmen dxr Opernbü ne wirkt immer auf solche kleine, intlmere _Raumverbältmsse beanspruchende Spielopern fast erdrückend. Immcrbm czber fand das anmutbige Werk eine freundliche Aufnahme. Auf dl?" Oper folgte ,Laurin", ein phantastisches Ballet in 3 Aufzugen (6 _ Bildern) nacb e'mer Dichtung Emil Taubßrt's von Erptl Graeb, Mufik von Moriß MoSz- kowskc. Der bealt tft in seinen Grundzügen einer altdeutjcben Sage eytlehnt und dte sccnjfche Einjheilung der Handlung im Wesent- ltchen folg'ende': Dietlerb, der Burgherr zu Speyer, rüstet fich eines Tages, mxt [emcn Freunden und Gasten zur Jagd außzuzieben, wird aber Von ferner Schwester Similde inständig gebeten, davon abzu- stehen, da . ihr bose Träume ein nabendes Unglück verkündet haben. Dtetleib, der Bi_tten seinsr Schwester nicbt achtend, giebt Jagdlust rndeffen nacb. Obwohl er, durch bald wisder beimkebrt, muß er zu seinxm Schmerze erfahren, ,daß in der Zwischenzeit Similde durcb den tückischen Zwergkönig Laurm geraubt worden ist. Schnell entf ließt er M7 mit jeinen Frsundcn,'unter denen auch Wolfhardt, Simi den's Geltebter, zur Errettung semer Schwester ausZuzieben. Die Ritter ge!angen n_un zu dem fabelhaften Rosengarten aurin's in den Dolo- mtten, bekampfen fiegrewb den Zwer könig, werden aber von diesem in seiner) Palast gelockt und dort bei nem Feste in seine Gewalt ebracht. Laurm scßt ssm stets vergeblicbes Liebeswerben bei Similden ort und sucht fie den Verlust “(Jer Jbri en durch die kostbarsten Geschenke vergeffen zu machen. Ste stellt ch durch den Glanz der entxückenden Schmucksachen betbört, raubt czber dem verliebten Zwergkönig bei ?xner'Umarmung dessen wunderthatigßs Horn und übergrebt dies schnelx dem :? getreuen Gnomen Grisel, er damit die Pforte des Kerkers svren'g, m dem dre gefangenen Ritter schmachten. Zu spät entdeckt Laurzn, welchem Bet_ruq cx zum Opfer gekaukn. Wutbschäumend 15.51 LStmtlden durchzwet EiSrtesen auf emen G etscher schleppen, um fiedort Ft, Ochnke und EG verkoznmen zu lassen. In dieser Einöde finden die von dem Gnomen Grrsel geführten Ritter Similden wieder, deren Leben der_etts entflohen scheint. Da naht als Retterin Frau Minne, erweckt dre Exstarrte zu neuem Leben und geleitet alle auf den im- wcg. No'ck.) etnxnal trrtt Lqurin den Geretteten entgegkn, Frau «nne abxr vßrnzchtet tbn dqrcb enze Beschwörung, und die Ritter eilen nun mit Stmtlden der hermathltchen Burg zu, wo fie von dem Volk mit JUHLZLMJF" Zn weZdesn. te u1„ zu keen pantomimisch häufig re t s wer dar u- stellendxn _Vorgangen entbehrt des leichten, belebendeYSckéwunges, sen man fax em Ballet nun, einmal zur Grundbedingung machen muß; vxrgebljch sucht' man dgrm na Charaktérmerkmalen; selbst die Gra ie, dxe MoSzkowskx in frubxren omxofitionen häufig gezeigt hat, kekort hter nicbt wxedcr. Dux Darteüung wie die Jnscenierung des Werks waren_ betde _böchsten Lobes wertb. Jm Vor- dergrunde stand 'wtsder Fraulein DeU'Era als Similde, die in Anhetrach't der tbr zugemutbeten mimischen Schwierigkeiten eine Metsterletftung ersten Ranges bot und mit ihrer voUendeten Tanz- kunst „ungetbetlte Vexvgnderung erweckte. Charakteristisch gab Herr Burwtg dex: Zwergsomg. Die Damen Urbanska, Delcliseur und Altmann, zetchneten s1ch besonders in einem farbenprächtigen Rosen- elfen-Retgetx ays. Leßterer sowie der Aufzug von Laurin's Hofstaat mit sm_cr niedlichen, von Eleven getanzten Sarabande, dem Tanz der Edelsikmx und emezm großen Vaccbanale bildeten den Glanzpunkt der Massentanze. Dre neuen Dekorationen: 1. Bild: Vor der Burg _ Steyer, gkmalt vom Köni lichen Dekorationßmaler Quaglto; 2. Bild: Rosengarten aurin's, gemalt den Dekorationsmalxrn Wagner und Bukacz; 3. ' : Saal 173: „Palast Laurtn's, gemalt vom Professor Brückner, Herzog- llch€m Hosmaler m Cobyrg; 4. Bild: Grotte im Palast Lau'm's, Zemakt von den Dekorattonsmalern Wagner und Bukacz; 5. Bild: '.],uf dem GleZsÖsr, gemalt von den Dekorationömalern Harder und Lartmaxm; 6. Bild: Vyr der Burg Steyer, gemalt vom Königlichen xkorattoUSmaler Oaaglto, waren sammtlicb von prächtiger Wirkung. Dre errßn Gcaeb und Moszkowski wurden nach dem glänzenden dritten Bild: und am Schluß durcb Hervvrruf auSgezeicbnet.

_ , Königliches Schauspielhaus.

Frtkdrtck) Hebbel's Tragödie .Juditb“ ging eslem Abend n(ack) „jkahrzebntelangxr Pause neu einstudiert erfolgrei in Scene. ._Judtxo , das Erstlmg5werk unter den Dramen Hebbel's, bat den lttexarrsckxen'Rubm'des Dichters begründet. Alle wilden, gäbrenden Kraft'e,_dt§ m'des [unqxn Dichters Seele stürmten, treten in dieser Tragßdte m dze Erfchemung. Der düstere Ernst seiner frühen Jugend, die txxren Heißhunger an der erhabenen Poesie der Bibel sätti te 'das [m_lde'GefaÜen an dem Uebermenschlickken und Graufigen br , fich machttg und in kraftvoller Sprache n diesem Drama Ba n. Troßdem mangelt dem Werk die rechte dramatische Bewegung. die e tn den beiden leyten _Akten zum Durchbruch kommt, als Judith u:? Holofernes _sich gegenubertreten. Die Charakteristik dieser beiden Gc- 1taltxn, dre in der Bibel in kurzen Zügen entworfen ist, schwallt bei Hebhel, brett und mächtig an. Die cynisQ-Nob- bett und blutdmsttge Grausamkeit des balbwilden olo sein Wohlgefallen an seiner nie beztvungenen StätL ergxn der D_ichter durcb ejne dunkle Sehnsucht nach einem ihm“ an Ktzbnbeit ebenbürtt on Menschenkinde. Auf dem Grunde vo'n Judith s Seele treibt] on ein mystischer Schmer feine betänbenden Blütber ehe der Gedanke an_ die wilde That darin Wurzel . durcb ff des Holofernes Haupt tödtlicb zu treffen und u * , Sie estropbäe den bedrän ten Jöraeliten beim m bei m. Der trgg sche Widerstreit beim ufeinandertr en dieser WWW wird aber nich beraquearbewet,“ M W“

und enjsevenKoolle VDW

seiner

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