1914 / 289 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 09 Dec 1914 18:00:01 GMT) scan diff

den Hausbienern Rebholz Tl., Hiller und Koch sowie

dem Stallbiener Hiener, sämtlich in denselben Diensten;

des Ritterkreuzes ersterKlasse des Königlich Nieder- ländischen HaUSordens von Oranien: dem Oberzahlmeister a. D., RechnungSrat Elbers ' in Char- lottenburg; der demselben Orden angeschlossenen Ehrenmedaille in Bronze: dem Bureaudiener Kaßner in Berlin; des Ritterkreuzes erster Klasse des Königlich Schwedischen Wasaordens: . dem Konsul Wahlen in Hamburg;

der Königlich Schwedischen Wasamedaille in Silber 8. Größe mit der Krone:

dem Kriminalschußmann Wysocki in Berlin; des Kommandeurkreuzes zweiten Grades deS Königlich Dänischen Danebrogordens: dem Vizepräsidenten und Schaßmeister der Internationalen Preßunion in Berlin Schweißer; des Offizierkreuzes des Königlich Griechischen Erlöserordens: dem Direktor des Krankenhauses HermannHwerder, Professor Dr. Wolff in Potsdam; des Ritterkreuzes desselben OrdenéZ: dem Ingenieur Nehls in Stettin;

des Komturkreuzes desKöniglichSpanischenOrdenS Jsabellas der Katholischen:

dem Konsul Steffen-Reißdorf in Saarbrücken; des Kommandeurkreuzes des Ordens der Königlich Rumänischen Krone: dem Fürstlich Hohenzollernschen Hofrat Loew in Sigmaringen; des Ritterkreuzes des Königlich Bulgarischen

St. Alexanderordens:

dem Weingroßhändlcr Traube in Berlin;

des Ritterkreuzes des Königlich Bulgarischen Zivil-

verdienstordens:

dem Polizeikommiffar Beyer in Zehlendorf;

des von Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin

von Luxemburg verliehenen Ritterkreuzes zweiter

Klasse des Nassauischen Militär- und Zivilverdienst-

ordenS Adolphs von Nassau:

dem Direktor der Reit- und Fahrschule in Elmshorn Fehrs; des Donatus-Nitterkreuzes erster Klasse des Johanniter-Malieserordens: dem Landrat Dr. von Brandt in Neuß; des Großkreuzes des Päpstlichen PiUSordenS: dem Fürsten zu Salm-Reifferscheidt auf Schloß Dyck; des Komturkreuzes des Päpstlichen Ordens des Heiligen Gregorius des Großen: dem SanitätSrat Dr. med. Braubach in Cöln; des Ritterkreuzes desselben Ordens:

dem praktischen Arzt, StabScirzt d. R. Dr. med. Breu er in

Bonn und _ den Rentnern Rieth in Bonn und Werner m Koblenz;

des Ritterkreuzes des Päpstlichen Ordens des Heiligen Silvester: dem Rentner Lefils in Düren;

des Päpstlichen Ordens der Uj1jijd. 4111353 oder vom goldenen Sporn: dem Kammerherrn, Schloßhauptmann Grafen von Spee anf Heltorf; sowie des Päpstlichen Kreuzes „?1'0 1510018815 (313 13011i»ifj(3€“:

dem Oberstadtsekretär V a u m a n n in Cöln.

Deutsckxes Reich.

Auf Grund Allerböcbster Ermäcbiignng Seiner Majestät des KaiserS hat der Reichskanzler zu Mitglied er n der Kaiserlichen Disziplinarkammern

' in Bre slau: den Oberpostrat Jentsch in Oppeln, in Erfurt? den Königlichpreußischen Landgerichtsrai Maempel daselbst, in Hannover: _ den Königlich preußischen LandgerichtSrai Jffland daselbst, in Köslin: den Oberpostrat Goeb el in Stettin, in Leipzix : den Königlich sächsischen Landgerichtsdirektor Dr. Mahn daselbst, in Lübeck: den Königlich preußischen * OberlandeSgerichtSrat S tu Her

in Kiel, in S ck) [ e Zw i g: den K'önY'lifh preußischen Landgerichtsdirektor v on Gr olmajin m re

ernannt.

Auf Grund AllerFchster Ermächtigung Seiner Majestät des Kaisers hat der etchskanzler folgende Personen vom 1. Dezember 1914 „ab auf die Dauer von fünf Iabrrn zu Mitgliedern des Versicherungsbeirats beim Kaiser- lichen AUfsichtSamt für Privatversicherung ernannt:

den mathematischen Sachverktändigen des Preußischen Be- amteztxbereinst in Hannover, Gehe men RegierungSrat, Professor Dr. e er , ,

das pMitglied des Herrenhauses Dr. Engelbrecht m Obendeick), _ _

den Geheimen Oekonomrerat Schubart m Euba,

den Vorsisenden des Direktoriums des Vereins, der Zeultjchen Zuckerindustrie, Geheimen Regierungsmt Koenig in

er m,

den Generalsekretär des Vereins zur Wahrung der gemein- samen wirtschaftlichen Interessen in Rheinland und Westfalezi, Yixsgllixd fdezd Hauses der Abgeordneten Dr. Beumer m

u e or ,

den Vorst enden des AufsichtZralS der Farbenfabriken vorm. Friedri Bayer u. Co., Mitglied des, Herrenhauses, Geheimen Regierungsrat Dr. von Pöttinger m Elberfeld,

das Mitglied des Ausschusses deR: Deutschen Handelstags, Kommerzienrat Heinrich Vogelsang m Recklinghausen und

den zweiten Vorsiyenden des Deutschen Zentralverbandes für andel und Gewerbe, Syndikus der Han elSkammer und

der ötse Dr. Nocke in Hannover.

LandeSpolizeiliche Anordnung.

Mit Genehmigung des Herrn Ministers für Landwirt- schaft, Domänen und Forsten hebe ich hiermit meine landss- polizeiliche Anordnung vom 25. Juli 1911, betreffend Verbot der Einfuhr von Heu und Stroh aus den Nieder- landen, wieder auf.

Diese Anordnung tritt von heute ab in Kraft.

Aurich, den 17. November 1914.

Der NegierungSpräsident. M a u v e.

Königreich Preußen. KriegSministerium.

Bekanntmachung.

iir die Dauer des Krieges ist in Berlin, Vitdapester Stra e Nr. 132, ein BekleidungEbescbaffungsamt er- richtet, welches den vom 1. 2. 1915 ab eintretenden Bedarf an nachstehenden Gegeiiständen deckt:

1) Tuchen,

2) Leiiien- und Baumwoüstoffen,

Z) Heimen, Tschakos, Tschapkaß, Tornistern, Trage- riemen, Patrontasck)en, Pistolentascbrn, Lcibriemsn, Säbelkoppelu, Ueberschnaükopprln, Mantel- und Koch- gesckürriemsn, Karabinerhaltcriemeii, ' Fcldflaschen, Labefkaschen, Trinkbechern, Kochgeschtrren, Treffen, Fransen, Portepees,

Trikot: und Köperbemden, Trikotunierbosen, Brotbeuteln, ZeltaUSrüstungen (mit Zubehör), Zelt- znbehörbentcln,

SixZnalinstrumenten mit anebör,

.“ Pe zen, Filzschuben, Fußjckzußkappen,

1.0) warmer Unierkleidung, "

11) Packtaschen, Kochgeschirrfutferalen und Reitzeug fur

Neuformationen der Kavallerie.

Angebote anf vorangefiibrte Gegenstände nehmen daher fortan nicht mehr das Kriegsministerium, Beklridungézabteilung, oder die einzelnenKriegsbLkleidungsämtsr an, sondern nur noch das eingangs brzeichnete BekleidungsbrichaffungZamt. Die An- gebote sind an die zuständige Handels; bezw. Handmerkéökammer zu richten, welche dir Weitergabe vermittelt.

Berlin, den 7. Dezember 1914.

KriegSminisWrimn. Z'. A.: von Feldmann.

Ministerium der geistlichen und Unterrichts- angelegenheiten.

Der ordentliche Professor Dr. Rudolf Ka1113schmin Breslau ist in gleicher Eigenschaft in die pthOsOpMick)? Fakultät der KöniglichenUnibersität in Frankfurt a. M. versetzt worden.

Ministerium des Innern.

Der Negierungßaffeffor von Holtzbrinck in Düsseldorf ist zum Mitglieds des der Regierung in Diisseldorf angegliederten Oberversicherungsamts ernannt worden.

Finanzministerium. Zentralgenossenschaftskasse.

Bei der Preußischen Zentralgenoffenschaftskaffe ist der kommissarisch beschäftigte Hilfsarbeiter Dr. Hillringhaiis zum Ständigen Hilfsarbeiter mit besonderer Vorbildung er- nannt worden.

Bekanntmachung.

Die im Jahre 1895 geborenen und die älteren jungen Männer, Über deren Militärverhältnis noch keine endgültige EUtJcheidung getroffen ist, haben sick) zur Aufnahme in die Re rutierungsstammrolle in dsr Zeit vom 1. bis 15. De- zember 1914 von Vormitlags 8 bis Nachmittags 7 Uhr (Sonntagß nur Vormittags) im (Hesckiäft-Z-raum ibrecZ Polizei- reviers persönlich zu meldcn und ihre Geburts- oder Musterungs- ausweise usw. mitzubringen. Vorübergehend abwesende Militär- pflick)tige sind von ihren Eltern, Vormündern, Lebr-, Brot- oder Fabrikherren anzumelden. Wer die Anmeldung verstiumt, wird mit einer Geldstrafe bis zu 80 «16 oder mit Haft bis zu drei Tagen bestraft.

Anträge auf Zurückstellung oder Befreiung von der Aus- hebung smd vor dem MusterungSJefchäft, spätestens aber im Musterungstermin anzubringen.

Berlin, den 25. November 1914.

Die Erfaßkommissionen der Aushebungsbezirke Berlin. F r o m m e [.

Yichtamtliches.

Deutsches Reich. Preußen. Berlin, 9. Dezember 1914.

Die vereinigten Ausschüsse des BundeSratsjfür Handel und Verkehr und für Rechnungswesen hielten heute eme Sißung.

Unter der Ueberschrift „Dum-Dum-Geschosse“ schreibt die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung“:

Ju ausländischen Zeitungen ist behauptet ivordcn, daß die für die deut1che Armeevitole ausgegebenen Patronen Dum-Dum- Geschosse seien. Dies ist ein vvilkommenkr Irrtum. Mit dem- selben Recht oder vielmehr Unrecht könnte man die Behauptung auch für das niederländische Heer aufstellen, denn diesks erhält ganz gleich- artige, von der niederländischen' Heeresverwaltung auSgegebene Manition.

Für die deutsche Armeepistole werden Von der deutsckpen Heeres- Verwaitung nur Patronen mit Vo llmantelgescbossen bezogen; ihre vorschriftsmä ige Anfertigung wird durch peinliche Prüfung seitens drr militärischen bnabm-ekommiifion verbürgt. Diese Vollmantelgeschdffe smd - ebenso wie die im niederländischen Herre eingeführten - an der Spiße etwas abgestumpft. Wie die Erfahrung und zadireichr Vér- suche ergeben haben, deformieren sicb iolche Geschosse beim Auf- treffen im Körpsr nicht. Sie entiPrrcbr'n durchaus den Vorschriftrn des Kriegßrecbts. Diese verbieten bekanntlich, Gksciwffe zu Verwenden, die sich leicht im mrnichlichen Körper ausdehnen oder p[akt drücken, derart wie die Geicbosfe mit hartem Mantel, der den Kern nicht ganz umbüÜt oder mit Einschnitten Versehen ist. So ist es in der auf der ersten Haarier Friedenskonferenz dereinbarten vom 29. Juli 1899 bestimmt. Dazu tritt die Bestimmung der auf drn „Haager Friedrnskonferenzen ausge- arbeitsten Landkrisgsdrdnung Nr. 230 , Wonach der Gebrauch bon Geschossen Verboten ist, die geeigm't sind, unriötig Leiden zu berursacben. Alles diss trifft auf die im drutjcben und im niederländisckoen Heere eingeführten VoÜmantelgx-sckyoffe mit abgesiumbiter Spitze in keiner Weise zu. Uebrigens" haben auch die Patronen zum ruisistben Armseredolber einen Sxablmautrl mit abgevkattetrc Spixze. In Einem Falls soll bei einem drntschen Offizier, der in Gefangenschaft geratrn ist, eine Schachtel mit Dum-Dum-Paiwnen gefunden worden Win, die_anqeb1ich nach dcm Ausdruck auf der Schachtel von den Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken in Karlßrub: zur Manser- Selbstlcidebistole Kaliber 7,63 111111 angefertigt waren. Die Mauser -S€lbst- ladevistole ist durchaus nicht die eingeführte dsutiche Armee- waffe; sie wird abrr wie jedes andere Pistolenmodeli in Deutschland vielfach bon Pribatleuten zum Scbsibenicbießén. in drn Kolonien auch zur Abwehr don Raubwild benutzt. Für diese Zwecke Werden in Friedenszeitrn häufig Teilmantel- oder Locbgescbosse der- ivendet, um auf der Jagd wirkiamrre Verwundungen zu erzielen und das Hintergelände nicht zu gefäbrdxxn oder um aus Sckoießständen die Durchschlagdwirkung gegen dic: Schußblenden abzuschwächen. Vereinzelt mag ein Angehöriger dcs deutschen_ Heeres bdrichrifiswidriq, statk der borgsschriebenrn deutschc'n Yrmeepistols, Lins Maussr-Selbftladepiswlr, die er in seinem Priwatdesiß batte, ins Feld mitgrnommen und möglicher- weise dazu bersrbrnilicb Teiimantelgrscbosie angekauitbabkn. Ein s0lch€r Fal] wäre sehr bedauerlich und würde die schärfste Mißbiliigung drr drntscben HerreSberxvaltung finden; dieser sribst könnte aber ielbst- Verständlich kein Verschuid8n daran zngeschrieb€n merdsn.

Auf welcher Seite der kriegiübrendrn Partricn bölkprrecbtswidriqe (Heicbossr im Kambfc Verwendet wwrden find, die offensichtlich im Diensiwrge an die Trubbrn gelangt warkn, ist schon oft genug dar- gelegt worden. Wir behalten uns dor, demnächst writcrrs bisrzu niitzuleilrn.

Erklärung

In der Ersten Beilage zur [)cntigrn Nummer des „Reichs- und Staakaneigecm“ werdrn im KaisrrlichenStatistischen Amt zusammengestethe Nacbrichien Über den Stand der Herbstsaaten im Deutschen Reiche am Anfang des Monats Dezember 1914 VLköffLiltÜäÜ.

Der heutigen Nummer des „Reichs- und SiaatSanzeiqers“ liegen die AuSgaben 262, 263 und 264 der Deutsrhxn Verlust- listen bei. Sie enthalten die 97. Vrrluitliste der

preußischen Armee sowie die 107, 108.,100.Und 110. Ver-

lustliste der bayerischen Armee.

Breslau, 8. Dezcmbrr. Der Chef des Griirralstabeß dcr Armceabicilung Worirsck) hat, wie „W. T. B.“ meldet,

die Seine Majestät der Kaiser und König am 8. De- zember vor drn Abordmmgcn der zur Yrmeeabieilunxi Wbbrsck) gehörenden Truppenteile und der öpterreichtich - ungarischen Truppen gehalten hat:

Kameraden, ich babe mir Dcpntationen drr im Osten kämpfendcn Truppen bierber bestellt, Weil es mir nicht möalich ist, Euch alle vom in den Schüßengräben bkgrüßen zu könnrn. Ucberbringt Euren dym kämpfenden Kameradcn meine brrzlichen Grüße, sowie meinen .iiiaii-r- lichrn Dank und den Dank drs Venerlandes fiir Cnr: beldenbaste Haltung und Ansdauer, die Ihr in_ den ießten „drei Moriaien der rusfiichcn Uebsrmacbt gegenüber brwieien habt. Bei uns zu YJUS sagt man mit Recht, das; jeder im Osten kämpfende Mann six Held ist. 'Ihr habt die Ehre, Schulter an Schulter mit dem Orere Seim?! Mairitat das Kaisers Franz Joskpk), meines Freundes und'geliebtcn Vetters, zu kämpfen für eine gerechte Sachs, für die Freiheit, für die Existenz- brrecbtigung einer Nation und einen ziikiinitigen langen Fktrdrn. Wenn es auch noch lange dauern kann, wir diirien dein Feinde keine Rabe lassen. Wir werden weiter kämpfrn mit Erioig wie bisher, denn der Himmel ist auf unserer Seitr. Z).)Fit Gott werden wir_nns einen langen Frieden erkämpfen. denn unsrre Nerden sind'starker als die unserer Feinde. Mein Kaisrriickyer Freund batte nnr "1413011 mehrfach die Tapferkeit der mit unieren öséerreichiiwen Brudsrn zusammen kämvfrnden Truppen hervvrgeboben und, wie 1ch i_ebe, Euch durch allergnädigste Verleihung von Außzeicbnungxn fernen Dank gezollt. Wenn Ihr ießt zurückkehrt in„(§;ure Stellunaen, nehmt Euren Kameraden mrine herzlichsten Gruße mit und sagt ihnen, daß, Wenn ich auch wieder nach dem Westen muß, meine Ge- danken stets bei Euch sind und meine Augen stets auf Ench ruben, als wenn ich hinter Euch stände. Und nun zum,Sch1uß laßt uns unseren brüderlichen Gefühlen AUIdruck geben, indem wir rufcn: hSeine Majestät Kaiser Franz Joseph und sein Heer, bttrra, hurra,

urra!

Breslau, 8. Dezember. Wie in der „Schkesischen Volks- zeitung“ von einem in den Argomien Kämpfenden mitgeteilt wird, hat der General von Prißelmiß am 25. November

folgenden Ko rp s b efe hl erlassen:

Bei meiner heutigen Anwesenbeit im Allrrböcbsten Hauptquartier hat mir Seine Majestät der Kaiser und König folgende Bdtfcbafr an das 171. Armeekorps mitzugeben gerubt: „Bestellen Sie chm Us. Armeekorps meine herzlichsten Grüße. Sagen Sie ihm, das: ich mit seinem Verhalten während des ganzen Feldzuges und mit seiner bei jeder Gelegenheit bewirkenen Tapferkeit besonders zufrieden ge- wesen sei.“

Indem ich Von dieser Allerböäpsten gnädigen Botschaft dem Armee- korbs Kenntnis gebe, Weiß ich mich mii jedem seine'r Angehörigen eins in dem heiligen Gelöbnis, auch weiterhin unsere Pf1icht und Säml- digkeit tun zu ivolien. gez. bon Prißelwiiz.

der „Scksesisckxn Zeitung“ folgende Ansprache Übermittelt, .

Großbritannien und Irland.

Der Konig Georg hat nach einer Meldung des „Reuter- schen Bureaus“, bevor er aus Frankreich zurückkehrte, folgenden Tagesbefehl erlassen:

Es ist für mich eine Freude, meine Armee im Feld: zu sehen und eine Vorsteliung Von dem Leben erhalten zu können, das Ihr führt. Ihr habt durcb Disziplin, Akut und Ausdauer die Ueberlieferun en drr britischen Armee hochgehalten und ihrer Geschiibte neuen Rußm hinzugefügt. Ich kann an Euren Kämpfen, Gefahren und Erfolgen nicht teilnehmen, aber ich kann Euch die Versicherung des Stolzes, des Vertrauens und der Dankbarkeit geben, die ich und Eure Lands- leute empfinden. Wir verfolgen stets in Gedanken Euren sicheren Weg zum Sikge.

' -„ Das Preßburegu veröffentlicht einen Befehl der Nd- miralttat, durch den die Vorschriften für Lotsen in den Hafen Und territorialen Gewässern von Plymouth ostwärts bis Great Yarmoutk) verschärft werden.

- Zn Dublin wurde gestern gegen die Unterdrückung der aufrührertschen Blättrr eine öffentliche Einspruchs- versammlung abgehalten. Eine Kompagnie der Biirgerarmee, bestehend aus Mitgliedern der Tranßportarbeitergemerkschaft, die mit Gewehren auSgeriistet war, diente der Versammlung als Schußwache. Einer der Redner, namens Connoklx), sagte der „Times“ zufolge, daß die Gewehre nickt untätig geblieben wären, wenn Polizei oder Militär versu tbätten, die Ver- sammlung zu sprengen. Es seien Vorkehrungen getroffen, um die unterdrückten Blätter in anderer Form fortzuführen. Andere Redner sprachen gegen die Rekrutierung. AÜe Anwesenden wurdsn aufgefordert, zu geloben, daß sie nicht in die britische Armee eintreten und auch ihre Mitbürger nach Möglichkeit am Eintritt verhindern würden.

Frankreich.

Der Präsident Poincaré und die Minister mit Aus- nahme von Millerand haben gestern Bordeaux verlassen, Um sich nach Paris zu begeben.

' - Die Einberufung der Jahresklassr 1918 wird, Wifelder „Temps“ meldot, voraussichtlich am 20. März 1915 er 0 gen.

Portugal.

Dcr Präsident Arriaga bat den Rücktritt dex- Kabinetts angenommen. Der „Times“ zufolge wurde folgende halbamtliche Note veröffentlicht:

Sobald die Möglichkeit unserer Teilnahme am europäischen Krirxir aktuell wurde, schlug der Präsident der Republik die Abdankung des K*abiririts vor, um ein Ministerium zu bilden, das die Führer aUrr' poltttschrn Parteien einschließt. Diese Entschließung wurde im Ministerrate endgültig angenommen.

Niederlande.

, Die Amsterdamer Blätter veröffentlichen Mitteilungen iiber die Tatigkeit der amerikanischen „Hilfskommission fur Belgien Und betonen nachdrücklich, daß daS Unterstiißungs- ibxrk durch die deutschen Behörden in Belgienge- fordert und nicht, wie von gegnerischer Seite bebauptet wurde, gehemmt wcrde. Der Bericht der „Hilfskommission sagt, das; die deutsche Verwaltung in Brüssel die Hälfte der gesamten Vorrate und LebenGmittel, Über die die Militärbebörde vorfugie, der Kommission Überlassen habe. Die Kommission werde das „spätrr wieder ersetzen. Sie spricht ihre An- erkennung fm“ diese Haltung der deutschen Behörde aus, die

dazu nach der Haager Konvention nicht verpflichtet gewesen.

sei. Die Kommission widerspricht ferner mit Bestimmtheit den Behauptrzngen, „daß die deutschen Behörden ihre Tätig- keit irgendrrne bebmderten oder ibr feindlich gegeniiber- standen. .Die deutschen Bebörden hätten keine Abgaben von der dmerrkamschen Einfnhr erhoben, sie ohne Verzögerung und Behinderung eingelassen, und nicht einmal Balmfracht berechnet. Ebenso Widersprtckit die Kommission der Behauptung, daß drutsche Soldaten in belgischen Blirgrxquariieren an amerika- nischen Spenden Anteil erhielten. Es seien iiberhaupt ke'me deutschen Soldaten bei Belgiern einquartiert.

Sckßrwden.

(Heilern ist_ein A11§f1thrverbot fiir gewebte WoUdecken, vegetabile Gerbstoffe forme alle Extrakte von Gerbstoffen er- lanen worden. Das Ausfuhrverbot tritt heute in Kraft.

Türkei.

Der Vizepräsident des Abgeordnrtenhauses und Vertreter von'Damaskus Emir Aki Pascha, ein Bruder Abd el Malrks, drs Leiters des heiligen Kriegeß grgen Frankreich in Marokko, ist gestern in Konstantinopel eingetroffen.

- Die Haferipräfekiur voiiKonstantinopel teilt amtlick) mit, daß außer den m der englischen KriegSkonterbandeliste ent- haltenenArttkelti auch als relative Kriegskoiiterbandr Ylbfarbettetxxsh KUW?“- BleiH in Stangen, Platten, Röhren, 4 zerm, - romei enerz, aematiteisener, Ma neiei ener Kautschuk, Leder und FeÜe betrachtet werdex? g s z,

(! Rumanien.

Dor Kronprinz Carol erschien gestern zum orten Male im 'Sena't und, wohnte mit der Königin Maries und der Prinzessin Elnisabetk) der Sißung bei. Die vrrsammelten Senatoren begrußten den Kronprinzen sowie die Königin mit einer warmen Sympathiekundgebung.

Bulgarien.

'In“ der Sobranje unterbreitete gestern der ?'inan - txUmster das Budget und legte die finanzieüe und wiZschafY- liche ?_age des Landes dar, das unter den Rückwirkungen der euxoyatschen Krise !eide. Infolge des Krieges, so führte der Munster auß; weise das. Budget des larFenden Jahres ein [Fichtes Defizit auf. Diesem werde dur die Einführung einiger neuzxn Steuern begegnet werden, unter denen sich ins- besondere eme Steuer auf die Ausfuhr von Cerealien befinde.

Amerika.

Das Staatsdepartement in Washinawn unterwirt die Ausgabe deyPässe genauester Kontroile. Namentli die Gesuche naturaltsierter Bürger, die Heimat besuchen zu durfen, werden stretig geprüft, ebenso die AUSgabe von Pässen an' Kinder naturqltsterter Personen. Jedermann muß nach- w_e1sen,_ daß „er emen kurzen Geschäftsbesuch machen wii! und FtheZFnZlbisYt ÉZt,Zdtedaé11§Zrikanisched StaatSzugebörigkeik zur e„e e aneS aSera u - s1chtLt, zu benußen. , ufz suchenx beab

- In Mexiko hat nach einer Meldung des „Reuierschen Bureaus“ eine neue Revolution begonnen. Es wurde ein Aufruf verbreitet, in dem die Generale Salazar und Campa, die während der Herrschaft Huertas leitende Stellungen inne hgtten, Villa und Carranza an den Pranger stellen. Sie ruhmen' iich, liberal! in der Republik Anhänger zu besißen. Dt? berden Generale soUen an der Spiße von Truppen in Chihuahua stehen.

Asien.

Das japanische Parlament ist vorgestern mit einer Tbronrede eröffnet worden, in der es nach einer Meldung des „Neuterschen Bureaus“ heißt:

Ick bin glücklich zu vkrkünden, das“, die Freundschaft des Reickes ,

rnit den verbündexen Staaten an Herzliibkeitzunimmt. Das Bündnis mit Großbritanniexi und die Entente mit Frankreich und Rußland sind in der gegrnwartigrn kritischen Lage durch stärkere B de, drr Freuiidsccbaft'iester gefiigt worden. Der Friede wird i “Orient aÜmablllh Wlkdék HékgkstkLt- Der große Krieg ist iedocb noch nicht beendet. Ich beria niich auf dic Loyalität und Tapferkeit meiner Untertanen und ivun ebe, daß das Ziel möglichst schneU erreicht wird.

Die Thronrrdix schließt mit der Aufforderung an da?- Parlament, emmuttg bei der Durchführung des Programms der Verwaltung zusammen zn arbeiten.

Der Minister des Aeußern Baron Kato sagte obiger QueÜe zufolgx im Abgeordnetenhause, daß die Be- ziehungen zwischen den Verbündeten und den Neutralen m gilen wichtigen Fragen befriedigend seien. Ein offen- hrrziger Memungsaußtausch babe zmisckwn Japan und China wrgen Krautschdii stattgejunden. Die chinesische Regierung habe die Laagerolltg "begriffen. Kato dankte den Vereinigten Staaten fiir dre Bemuhungen um die Freilassung der in Deutschland gefangen gehaltenen Japaner.

Afrika. Nach einer Neutermeldung aus Pretoria sind (mf dem Strrifzuge Bothas bei Reiz in?:gesamt etwa 820 Buren gefangen genommen worden.

Kriegsnathrichten.

Westlicher Kriegsschauplaß.

Großeß „Scruptquarticr, 9. Dezember, Vormittags. (W. T. B.) Westlich Reims mußte PScherie-Ferme, ob- gl-erck) auf ihr die Genfer Flagge wehte, von unseren Truppen 131 Brand geschossen werden, weil durch Fliygerpbotographie einwandfrei,fcstgesteUt war, daß sick) dicht hinter der Ferme eme französische schwere Batterie verbarg.

Französische Angriffe in Gegend Souain und gegen die Orte Varennes imd .Vauqnois am östlichrn Argonnenrande wurden unter Verlusten fiir den Gegner zuriixkgeworfen. Jm Argonnenwalde selbst wurde an vxrschiedenen Stellen Boden gewonnen, dabei machten wir eiiie Anzahl Gefangene. Bei den gestern gemeldeten Kämpfen nordlick) Nancy hatten die Franzosen starke Verlnste, unsere Verluste sind verhältnismäßig gering.

Oberste Heeresleitung.

Oestlicher Kriegsschauplaß.

Großes Hauptquartier, 9. Dezember, Vormittags, (W. T. B.) Aus Ostpreußen liegen keine neueren Nachrichten vor. In Ndrdp olen stehen unsere Truppen in enger Füblung mrt deii Rns1en, die in einer stark bsfrstigten Stelbmg östlich der" Miazza Haxx gemacht haben. Um L owicz wird weiter gekampft. In Südpolen haben österreichisch-ungariiche und Unsere_ Truppen Schulter an Schmlter erneut erfolgreich an- gegrificn. Oberste HeereÖleitung.

Wien„ 8. Dezember. (W. T. B.) Amtlich wird ge- meldet: Die Kämpfe in Westgalizien nahmen an Heftig- keit zu. Nunmehr auch von Westen her angreifend, verjagten unsere Truppen dcn Feind aus seiner Stelluna Dobczyce- Wieltczka. Der eigene Angriff dauert an. Die Zahl der (Ge- fezngenen läßt sick) noch nicht Übersehen. „Bisher wurden über fiinstausend, darunter 27 Offiziere, abgeschoben. InPolen murdeii ernxuerte Angriffe der Russen im Raume süd- westlich Ptotrkow von unseren und deutschen Tmippen Überal] abgewiesen. In den Karpatben hat sich nichts von Be- deutung ereignet.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Hoefer, (Generalmajor.

Südlicher Kriegsschauplaß.

Wien. 8. Dezember. (W. T. B.) Amtlich wird ge- meldet: Die Umgruppierung erfolgt programmäßig. Einzelne Vrrsuche des. Gegners, dieselbe zu stören, wurden abgewiesen. Hierbei erlitt der Feind empfindliche Verluste. Unsere Offensipe siidlich_Yelgrad schreitet günstig vorwärts; es wurden hier 14 Offiziere und 400 Mann gefangen genommcn.

Kunst und Wissenschaft.

Wie dem „W. T, B.“ aus Krisiiania gemeldet wird, hat das Nobelkomitee des Storting beschlossen, in diejem Jahre keinen Friedenspreis zu verteilen.

Literatur.

- Der Leipziger Historiker Professor Dr. Karl Lamprecht bat im Verlag von F. A. Pertbes in Gotha eine kleine Schrift: Deutscher Aufstieg 1750-1914 Einführung in das geschicht- liche Verstandnis der Gegenwart zur Éelbijhelebrung für jedermann, Zum (Gebrauche bei Vorträgen und zum Schulgebrauch (60 43), er- xheinen la en. Die Worte des Titels „,für jedermann“ konnten lei _t irre führen. Die Schrift seßt immerhin ein aus erhebliches Maß geschichtlicher und kulturgeschichtlicher

enntnis vdraus; in tbrer gedrängten Knappheit enthält fie eine Fulle vou Anregungen und Hinweisen, die dem Unterrichteten ein Wegweiser durch die Entivickiung sein können, den Durchschnitt der sogenannten .Gebildeten“ aber ziemlich ratlos lasen oder zur Verwendung balbverstandener Schlagwörter verleiten dürften. Da das beherrschende Thema unserer Ge chichte seit Jahrzehnten nicbt mehr die Einheitsbewegung ist, sondern das nsteigen des deutschen Volkes Zur..Weltmacht, bat Lamprecht die Darstellung der Entwiiklung bis zur „Riffe des 18, Iabthnderts zurückverfolgt, wo die erste Wurzel kosmopolitiscber Auffaffunq in Deutschland uta : tritt; er war bierxu' umso mehr berecbti t, (116 die Aufgaben eut Uland's in der Zu- kunft ja nicht nur rein maYlpolinsch, sondern kulturpolitiscber Art sind ;

da war eine Skizzierung des kulturgesöicbtsicben Verlaufs der baulichen Geschichte über die Zeit der deutschen Einheitskämvfe zurück durehaus geboten. Eine Skizze der allgemeinsten weltgeschichtlicheu Tatiachen und eine Betrachtun der deutschen Entwicklung vor 1750 insbesondere bilden den ersten eil des Büchleins. Im zweiten Teil nzird, ebenfalis in zwei Abschnitten. die Zeit von 1750-1870 und die jungste Entwicklung brrfolat. Für die einzelnen Abschnitte bat Lamprecht eine verschiedene Darstellungsform gewählt. Die Skizzierung

der aligemeinen weltgescbickyjlicben Vorausse ungen erfolgt im Tone ;

einen knappen Lebrvortrags. Die Zeit des ufstiegs (1750-1870) ist mehr in Form einer Disposition, teilweise einer fast tabellarischen Uebersicht behandelt und in zwei Hauvtperioden geschieden, die sich um die Ereigniffe etwa von 1850 bis 1880 gruppieren. Die Ent- wicklung des Geisteslebens, des Kulturgesckpichtlichen bildet hier überal] den AyMangßpunkt, um den fich die Haupttatsatben in einem besiimmten Zusammenhang qänzung der Einzelheiten, beionders der Yersonengescbicbte, ist dem Leser überlassen. In der arsteklung der jüngsten Vergangenheit und bei den Ausblicken auf die Zufunftßauf- gaben findet der Leser 111 111106 die Gedanken, denen Lampreckpt in 'em Vortrag Ausdruck akgeben bat, den er im vergangenen Monat in der ,Urania' hielt.. Das gedankenreicbe Büchlein durfte nament- lich im Geschichtsunterricht an den oberen Klassen höherer Lebr- anstalten nußbringend zu Verwenden sein.

Theater und Musik.

DeutWes Theater.

Untrr den Dramen Friedrich Hebbels erscheint wobl .GLUOVLVÜ“, das auch des Dichters Sehmerzenskind war, am seitensten auf der Bühne. In Berlin Wurde „Genoveva“ zuleßt im Jabrr 1897 im Königlickpen Schauspielhause gegeben, das damals dem Schaffen drs Dichters seine briondere Liebe zugewandt batte, indem es einen ganzer) Hebbelzyklus veranstaltete. Hebbel hat das Werk, das er als Dreißigjährige: schrieb, später mannigfachen Umarbeitungen miterzogen und ibm zulkßt auf Anreguna Holteis zum besseren Ver- siandnisk des „fünf lange Akte umfassenden Dramas ein Nach- spiel bmxuaeFugt, das vdrtrefflich geraten ist und dem Ganzen emen berklarendrn Schimmer und einen Versöhniickoen Aus- klang gibt. Den Swff zu der Handlung bildet die Legende von ,der heiligen Genobeba, deren unendliches Weh uns der Dichtsr in einer Rerbe Bilder vorführt, wie sie seiner häufig dem Graufigen und "deni Grausamen zuneiaenden Phantasie entsproffen sind, und die ahnlich _nur noch bei Sbakesprare in .Macbetb", „T)ixchard 111.“ und „Kbm Lear“ zu finden sind. Genobeva sieht eigentlich nur passiv „im )kittclvunkt der Handlung als liebendes, leidendes und schließlich erxöstes Weib, das allen Tücken des Bösen, alier Versuchung und Wer Qual zum Troß in Pflichterfüllung und Gottbertrauen bis zum Ende ausbarrt. Die treibende Kraft der Tragödie ist Golo, der, von dem in den Kampf gegen die Herden ziebrnden falzgrafen Siegfried zum Hüter seines Hausxs und seines Weibrs «stellt, aus maßloier Leidenschaft zum Vrrrater an „seinem Hsrrn, seiner Herrin und sich selbst wird. Er berdacbtigt die Reine, deren Tugend sein sündiges Verlangen nicht zu Fall bringen kann, dcs Ebrbracbs und wird von dem zurückkehrenden Pfalzgrafen zum leXsjrecker des TodeSurteils an ihr auSerseben. Doch Vermag'wrder rr 11115!) der Von ibm aedungene Mörder Hand an sie zu legen._ Sie Wird in den tiefen Wald geführt und mit ihrem Kinde au9aeiex3x. Golo aber sübnt sein Uebermaf; der Stbuld durch einen selbstgeirablten gra'ufigen Tod. Sieben Jahre später begibt sich dir Handlung des JTÜÖsP1€[9-' Der Pfalzgraf, der mit einem Gefährten x_agend den Wald „durchiireift, geiangt, der Fährte einer Hindin folgend, an den Eingang einer Höhle, aus der ihm ein Weib mit einem Kinde entgexieytritt: ks isi (Hensbeva, deren Unschuld ibm Furz Vorher kiind wurde Und die nun in fast Überirdischer Schönheit ihm entgegkntritt, und sein Kind, das er, im Wahn, es sei ein Bastard, ebenfaüs zum Tode bciiirteiit batte. Nur kurz sol] die Freude des Wiédersrhsns wabren, das ahnt drr Zuschauer, aber dieses Nachspiel wirkt im: der Schluß einrs Oratoriums, das feierlich mit einem le-Ztczn erxösenden Amen arisklingt. Das Haus folgte gestern den Vorgangsn auf der Bühne mit jrner inneren Anteilnahme, die laute Beifallsbezeugungen ausschließt. Die deren sachkundiger Spielleiter Felix Holiändrr War, wurde im großrn und ganzen den besonderen Anforderungen des Werkes ge- recht. Mary Dirtricb wickie in drr Tat wie ein lebendig gkwordenes Heiligrnbild, und ihre gemeffenen Bewegungen Waren darauf bedacht, das Bildbafte herdorzufebrrn. Den Ton der edlen Dulderin wußte sie ergreifrnd zu treffen. „Etwas ungleich wirkte der Golo des Herrn Werner K_cauß, dem es nicht recht gelang, dadon zu überzeugen, daß eine ursprunglich gutartigr Natur bier durch blinde Leidenschaft in ihr Gegenteil berkrbrt wird, der vielmehr eher an die teuflischr Bosheit eiries Jago erinnerte. Mit edlem Anstand gab Herr Ebert den Pfalzgrafen. Unter den anderen Mitwirkenden seien die Damen Kaviar und Feldbammer, die Herren Breiderboff, Kühne, Danegger noch mit Anerkennung genanni.

Morgen, DonnerStag, wird im Königlichen Opernhause „Siegiried“ aufgeführt. Die Besrßung lautet: Brünnbilde: Frau Lefficr-Burckgxd, Erda: Fräulein LeiSner, Waldvogel: Fräulein Alsermann, Siegfried;,Herr Kraus, Mime: Herr HenkZ, Wanderer: Herr Biichdii, Alberich: Herr Habich, Fafner: Herr Schroegler. Dirigent iit der Generalmufikdirektor Blech. (Anfang 7 Uhr.)

Eingeiretener Hindernisse wegen wird moraen im Königlichen Schauspielba'use statt ,Das Volk in Waffen“ das Lustspiel ,Die " Jortrnalisien' in der bekannten Beseßuna gegeben. Die fur die 206. AbonnementSborsieUung („Volk in Waffen") im Vorverkauf berkrts ?ekauften Eintrittskarten gelten für die Erfas- Writellung (.Journa issen“). Sie werden auch, jedoch nur bis xum Beginn dieser Vorstellung, cm der Schausvielbauskaffe zum Kassen- preiie zuzualich_des amtlichen Aufgeldes zurückgenommen. Eine ipätere Zurucknabme 111 au69€schloffen.

„Ferruccio Busoni wird an scinem am Sonnabend in der Philharmonie stattfindenden einzigen Klavierabend folgende Werke vortragen: Bach: Capriccio über die Abreise des vielaeliebten Bruders; Beethoven: Sonate Op. 111; Schumann: bantafiestücke; Weber: ])(UPSÖUUW 11105110; Busoni: Zwei Tanziücke („Waffen- tanz , „Friedenstanz“); LiSzt: Rhapsodie Fix, Vergessener Walzer, Sonette des Petrakca, „An der Quelle“; Schubert-Lisn: .Die Forelle“, .Der Erlkönig“.

Verkehrswesen.

P ostfck) eckberkebr. Vom 15. Dezember ab werden die deut en Posjicbeckämter den Ueberweisungsverkehr mit den schwesée- rt scb e n P o 11 sche (Fb 1: xea u 9 wieder aufnehmen. Die Kontoinb er erhalten dadurch gucb wahrend des Krieges die Möglichkeit, in gxekcber Weise, wie es im Verkehr mit Oesterreich. Ungarn und Luxemburg der Fal! ist, bargeldlose Zahlungen nach der Schweiz in Auftrag zu geben und von da zu empfangen.

Mannigfaltiges.

Berlin, 9. Dezember 1914.

Die um Besuche kranker und verwundeter deutscher „Krieger vor- JFHLZE Ba„brpreiß erm TßZ glu 51T gis wir)? nachd eine: , . . . nunmer an e een s u endet -ötemichi chen Grenzstationen gewährt, wenn die zu. Besulkenldextcbins öster-

gruppieren; die (.Er-'

Aufführung,-

Meidung des *

reicbischen oder ungarischen Lazaretten liegen. Ferner. ist die, ;;

abrpreiSermä igun auch auf Reisen a ede nt w - ,; - Falle des Able ens Tranker oder verwundetueTJKrider suoi t'er Feri" gung von Angeböaigm unternommen werden. ,

.

)