1896 / 58 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 06 Mar 1896 18:00:01 GMT) scan diff

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Ausbalten, An- und Abs wellen der TöueinLiedern vou LöWengczrd, Spohr und Petri. Der Piani t, ein Schüler kes Professors JedltZka, trug Variationen von Kiel, die 80118143. quasi kaudagia von eetboven 123-6111; 0 .27) und einige moderne Stücke von Sebarwenkcx, C. E.

ubert, rabms und Cboxin vor, in denen er seine sorgfaltig ge- !" alte Technik und eindr nglicbe AuffaLzung zur Gel ng_ brachte,

brend freilich mitunter etwas mehr elebtbeit und arme der Empfindung zu wünschen blieb. Beiden Vortragenden wurde Beifall

xu theil.

Jm Königlichen Opernhause gelangten morgen Adasz komische Oper ,Die Nürnberger uppe" „(Herr Bulß, Fräulein Dietrich) unter Kapellmeister Vr. uck's Lyttung, 11er das_ Ballet .Laurin' zur Aufführung. - Herr TbeokEr Reichmann eroffnet sein Gast- spiel in Wilhelm Kienzl's musikalischem Schauspiel .Der Evangelimann'. Die geplante Aufführung bon Marschner_'s ._Vampyr' mußte ver- schobsn werden, da Fräulein Htedlxr, dir kurzlich erkrankte, noch immer nicht völlig enesenist. DteKunstlerm konnte auch aus diesein Grunde im leßten Zof-Konzert, zu dem fie befohlen war, nicht mit- wirken. .

Jm Königlichen Schausvislbayse fi_ndet morgsri die erste Aufführun des Sckowankes .Die Jüenbrucke' von Richard Jaffé und .Wiébelm Wolff stati, 'm cene gesetzt vom Ober- Regiffeur (Grube; dekorative Emrichiung Vom Ober - Jnxpektbr Brandt. Die neue Dekoration im zweiten Aufzyg .Schußbutte in der Schneersgion' ist vom Königlichen DekoratwnSmaler Quaglio emalt. . _

9 Hugo Lubliner's Lustspiei ,Die "unge Frcxu Arneck' isi die_ leßte Novität, welcbe das Deuttche T eater m bikser Sptßlzett zur Darstellung bringt. Die Erstaufführung findet, wre schon mttgetbetlt, morgen statt.

Im Lessing-Tbeater kommt das fünfaktige Berliner Schau- sviel „Fräulein Tizian" bon Benno Jacobson am Sonntag zur ersten Aufführung. _ . _ _

aul Heyke's Schauspiel „Hans Lange , bas als sechster Abend drs astspiels Bernhard Vaumeister's morgen tm Nrusn Tbeater in Scene ebt, ist zu diesen) Zweck von der Genkral-Jntcndantur der Königlichen Schauspisle freigegeben worden.

Im Theater Unter den LiNd-Ln gebt morgen das Baüxt .Coiumbia' neu in Scene. Den_ Anfang drr Yorsteüung macht_ dre Offenbacb'scbe Overette .Die schone HeTLUa" m_1t_ Frgu Pettermon- Norris in der Titelroüe. Das (Gastspiel der Kuniilerm wurde aber- mals verlängert.

Der Vorstand des „Berliner Trauen) BundeS' (Vorst ende: Frau Minister Bronsart von S 'CÜLYDOÜ) veranstaltet zum * esten der Arbeiterinnen-Kolontr 111 Steglitz am 20. März im Zroken Saal rss Kaiserbofes ein Konzert, O_effen Ausführung mit AÜcrbÖcbster Génebrxiigunq_von Mtigltebern der Konig- licbcn Over übrrnommen worden ist. Nabere Mittheilungen folgen.

Maunigfaltiges.

Jbre Kaiserlichen und Königlichen Majestäten be- suchten brute dieBerTiner Gewerbe-Ausstsllung 1896. Pimkt 9 Uhr fubren A(lerböcbstbiestlben in Portal 11! bei dem (x_bemreßebaxde Vor und besichtigten, gelsitet bon den Herren des Arbeitsaus chuixes, aui einst Wanderung vyn "Zé Stundrn alle bervorragenden Baulich- keiten, sowie das Airsnvanorama.

Bei ksn im Publikunx vielfach a'uskéesvrochenen_Wünsxben', bie scbönkn Glockkn der Kaiser Wil elm-„chqchtnißftrcbe läuten zu bören, tbeilen wir mit, daß namentlickp mit der großen

Glocke an folgenden en geläutet wird und zwar: zum Haupt- ottesdienst am Neuja ksta , Cbarfrettag, ersten Osterfetertag, immelfabrtstag.ersten Pfingineiertag,Vußta Todtenfefisonnta uiid

ersten Weihnachsfeiertag;fernerzumiGottesdien am Weihnacht? ilig-

abend und am Sylvestkrabend um Mitterna t. Außerdem [quiet die roße Glorke Mittags um 12 Uhr an den edeutsameii atrtotiscben

edenktagen: 9. und 22. März 1. September„ deSalet m'am Ge- burtstage Seiner Majestät des Kaisers und Kömas. Ohne dre größte

Glocke wird endlich nocb qeläutet Mitta?s 12 Uhr: gm 18. Januar,

2. September und 22. Oktober. In die eanabre Wlkd_ am 22. März

das volle Geläut um 10 Uhr zum Gottesdienst u_nd nach_ Beendigung

desselben ertönen, dagegen um 12 Uhr Mittags nicht gelautet werden.

Die Stadtverordneten nabnien in ihrer gestrigen Si ung zunächst Kenntnis; von einem S reiben des nku'gewablten radt- Bauratbs offmann, wonach dersel e die Wahl annimmt, aber bittet, das neue mt erst am 1. Oktober_d._I. antreten zu dürfen, da ibn der Reichsgerichtsbau noch bis dabm m_Anspruch nehmen rverde. Das Schreiben wurde dem Ober-Bürgermetsier Zeile zur weiteren Ver- anlassung überwiesen. - Hierauf trat die Versamrxtlung in die Beratbung der Tageöordnung ein, deren ersten Punkt die Bericht- erstattung drs Stadw. Meyer 1. über die fernere “Behandlun der Baupla steuer in dem dazu emgeseßten_Ausscbuß brldete. Na längerer De atte wurde unter Ablehnung sammilicber anderen Vor- schlage der folgende Antrag des Ausschusses angegommen: .Die Ver- sammlung erkennt die Notbwendigkeit an, die Harten, i_velche sub bei der Veranlagung der Bauplaßsteuer ergkben haben, zu mildern, nimmt aber zur Zeit von einer Aknderung der, Baypia steusr-Ordnun? Ab- stand und ermächtigt den Magistrat, die Ernste ung dsr deran agten und noch zu veranlagenden Bauplaßsteuer bis lan stens am 1. Januar 1897 einzustellen." -_- Obn_e Debattx gene migte die Versammlung ferner die Ueberroeisung ernes_siädtischerz Grundstücks als Spiel- und Eispla an die Dxputation fur bas stadtische Turn- und Badewesen und na m von einigen aeschastltchen Mittheilungen Kenntniß. _ Durch Beschluß Vom 20. Februar d. J. hatte die Stadtberordneten-Verkammlung es abgelehnt, das zur Verbreiterung des Plaßes am Rvsentbaler Thor von dem Grundstück Elsasser- straße 1 und Brunnenstraße 198 abgetretene Straßenterrain von 177 qm im Wege der Enteignung zu erwerben, und den Magistrat ersucht, mit den Besißcrn des Grundstücxs nochmals wegen des freihändigen Erwerbs zu unterhandeln. Diese haben, ihre orderung nunmebr bon 110000 „16 auf 105000 ermaßtF. Diese O erte hält der Magistrat für eine annehmbare. Die «ersammlung war der «ichen Anficbt und gab obne Debaiik tbr Emberständniß zu der

agistratsvorlage, für diesen Preis das Terrain zu erwerben. - Weiter erklärte sich die Versammlung mit drr Annahme des vom ver- storbenen Buchhändler Wilbelm Schulße, (Vgl. Nr. 54 d. Bl.) der städtischen Blindenanstalt Vermachten Lsgats einverstandkn und genehmigte 811 13100 die Etats der Ernst OrpermZinn-Stiiiung und des von SÖODe'schn Stiftungsfonds pro 1. April 1896/97. Fxrner erklärte fich dieselbe damit einberstanden, daß in Zukunft _zunachst für das Steuerjahr 1896/97 auf Antrag von Steuerpflichttgen, welcba ihre Steuern durch ihr Bankhaus berichtigen wollxn, dies durch Ver- mittelung der Bank des Berliner Kanenvereins _ erfolgen könne. - Die Magistratsvorlage, betreffend die «Perstellung Links Fußgängertunnels untkr dem Babnkörper der Stettiner Eisenbabn_1m Zuge Dkk Schwarßkovff- und der Feldstraße, wurde einem Ausychß zur Vorbkratbung überwiesen; ebenso die Vorlage, betreffend die Erwerbung Einer von dem Grundstßck Alte Jakob- straße 23 zur Straßenvkrbreiterung erforderlichen Flache. -- Auf die öffentliche folgte eine geheime Sisung.

Jm Zoologis_chen Garten sind einige sehr interessante Thiere aus Japan eingrtwnen. Das biefige Jmportbaus Rex u. Co. bat

seine altbewährte Gönnerscbaft „für das Institut aufs neue betbätigt und demselben ein nur Sikabirscbe, zwei Sömmerin s. fasane und einen w ßen ?wer babn um Geschenk gemacht. ie Hirsche nd tro ihrer mäß gen röße sebr schöne, ele a_nte Vertreter ihres eschlech s, schwarzgrau von Farbe, das annchen mit schwarzer Nackenmäbne. Anatomisch _ sieben fie deux Dambitscb, dessen Größe sie auch haben, am nachsten; d erinnern sie in der Zierlicbkeit der Form und Bewegungen viel mehr an unser Reb. Die Sömmerinögsfasanen gehören nicht gerade zu den buntefken, aber doch zu den sch asien dieser von der Natur mit Farbengl'anz _so reich be- dachten Vogelgattung. Er ist unserem Fasan ziemlieh ahnlich, hat aber nicht einen grünen, sondern bronzebraunen Kopf und bronze. glänzendes Gefieder. Der weiße wergbabn mit schwarzem Schwanz gehört zu dem Stamm der beliebten Bantambübner, deren Raffr- eigentbümlicbkeit bekanntlich hängende Flügel und beim Hahn ein Hennenfchweif bilden.

Kattowih, 6. März. Ueber das Unglück in der Grube Kleovbas (vgl. Nr. 56 und 57 5. B1.) meldet „M.TB." weiter: Der Brand dauert noch immer fort. Die Verwaltung hat sofort Anordnung getroffen, daß bis zu 50 0/0 der monatlichen Unfallrente Vorschußweise an die Hinterbliebenen gezahlt Werden. Außerdem ist eine erhebliche Erhöhung der geseßlicben Unfallrente in Aussicht genommen. Ferner wurden aus öffentlichen Mitteln Fonds gebildet, um besonderen Bedürfnissen abzubelfen. Geheimer Berg- rath Broja bat beute die Grube Kleopbas befahren. Seine Majestät der Kaiser und König hat einsgebenden Bericht über das Unglück “gefordert. - Bis jetzt md 101 Leichen ans Tageslicht gefördert worden. Na der_Liste der Eingefabrenen wird noch ein Mann vermißt, doch liegt die Möglichkeit vor, daß derselbe überhaupt nichtxeingefabrexi ist. Außerdem sind 23 Pferde erstickt. - Von allen Seiten [auxen reichliche Spenden ein. Eine Deputation der Offiziere des Jnfanterie-Regitztents Keith (1. Ober- schlefisches) Nr. 22 übermittelte 1000 „44 für dre Hinterbliebenen.

Leipzig, 6. Februar. Die Königliche Eisenbabn-Betriebs- inspektion 2 theilt mit: Gestern früh 6 Uhr 40 Mtxmten ent- Fleisten an der Abzweigung der „sogenannten Tbünngxr Ver- indungsbabn aus der Bahnlinie Leutzscb-Leipztg die beiden [eßten Wagen des Perfonenzuges 435 (Leipxig 6 Ubr 45 Minuten) infolge Umstell_ung der Abzweigungs- Weiche unter dem fabrcnden Zuge. Eine Reiiende wurde mäßig 1chWer berleyt; die Beschädigung von Brtrisbsmitteln, Geleisen und Weichen ist nicht bedeutend. Die Störung des Betriebs war gegen 10 Uhr vollständig beseitigt; bis dahin wurde derselbe durcb Umsteigen der Reisendon an der Unfallstelle aufrecht erhalten.

Nach Schluß der Redaktion eingegangene Depeschen. _Nizza, 6. März. (W. T. B.) Der Präsident Faure bat 1ich heute früh 7 Uhr mit den Ministern nach Antibes beZeben. Beider Abreise wurden dem Präfidenten von der

zu [reich anwesenden Bevölkerung lebhafte Kundgebungen dargebracht.

(Fortseßung des Nichtamtlichen in der Ersten und Zweiten Beilage.)

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Weltkri-kricbt 507116. März, 8 Ubr Morgens.

bonanst Panué. _ Rrgrmeur Teßiaff. Dirigent: Kapellmeister 1)r. Muck.

In Scene gesrtzt vom Ober- _ * Herr Kapeümeis er Winné.

In Scene gese t von Julius Friyscbe. Anfang 74 Uhr.

unter gefälliger Mitwirkung der ianifiin Fräulein

Dirigent: Schulz und des Herrn Weiß. Symphonie Nr. 3

Slatirncn. Wind. . Wetter.

Temperatur in " (Celsius .)" C. = 4 N.

" BJ:. .“.in u. d. Yieercssp. red. in Millim.

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Ucbgrsicbi drr Witirrung.

Wäbrrnd das baromktriicbs Maximum über Sür- wrst-Eurora an HöbE Erheblich zugenommen bat, ist nördlich von deu Sbetiands eine naue tikfe Te- rresfirn erschienen, welcbe nordostwärw fortzuscbrsitxn ich€int. Ukbrr chtral-EUrova bat der Luftdruck aUMibaibrn zu.;knommxn. In Deutschland ist das WSUS); 5775.11;de feucht und mild, im Wksten bki iriicksm südlichen und südwestlicbkn Wixike trübe, im Lit.?! bxi ichrrach€r iükwsstlicbsr Luftströmung ck51?in fast überail iii ngen (:sfalien, jrdrch in aerixZJ-er Menze. Jm zrntralen Rußland bat der Fruit wicksr ZUZSUOMMSU, Moskau mcidet Minus 11 Grad. Fortdauer m bestehenden Wittrrung wahrscheinlich.

Deutsche SSLwarte.

Theater. Königlithe Zrbauspiele. Sonnabrnd; Ibent- baus. 61. Vorstellung. Dic Nürnberger

Puppe. Komische Oper in 1 Akt von A. Adam. Text bon LCUVLU und A. von Beaurlan. DMU;

_ Lauriy. Pbantastischeö Ballet in 3 Aufzügen 76 Bildern,), nach einer Dichtung Emil Taubert's, von Emil Graeb. Musik Von Moriß Moszowski. Dskorative Einrichtung bom Ober-JnivektorBrandt. Dirigent; qusikbirsktor Steinmann. Anfang Ubr.

Schauipielbaus. 67. Vorstrllung. Zum Lkstkn Male:,Die Högeubrücke. Schwank in Z Aufzügen von Richard JMS un1_ck_ Wilbrlm Wolff. In Scene geseßi vom Ober-Regineur Mar Grube. Dekorativ: YnKFtunJ vom Ober-Jnspektor Brandt. Anfang (; r.

SNUÜKJT Orernbaus. 62. Vorstellun . Fidelio. Over in 2 Akten bon Labwig Van BELTFVVM. Trxt nach dcm Französischen von Fkrdinand Treitschke. Anfang 7:2? Uhr.

Schaiiwi-Zibaus. 68. Vorsicilang. Tic Höllen- brücke. Schwank ix_1_ 3 Aufzügen von Richard Jaffé unk) Wilbélm Wolff. Anfang “KF Uhr.

Deutsches Theater. Sonnabend: Zum Ersten Male: Die junge_ Frau Arnett. Lustspisl von Hugo Lublinkr. Anfang 74 Uhr.

Sonntag, Nachmittags "Zi Ubr: Tie Weber. - Abends 7x Ubr: ZUM ersten Male wicksrbolt: Die junge Frau Arneck.

Montag: König Heinrith der Vierte.

Bcrlmer Theatrr. Sonnabend: König Hein- rich. Anfang 71- Uhr.

SAMMY, Nachmittags 5." Ubr: Der Pfarrer von Kirchfeld. - Abends 71 Uhr: König Heinrich.

Myntag: König Heinrich.

Lessing Wheatkr. Sonnabknd: Comteffe Guckerl. Anfang 74' Ubr.

„Sonntag. Nachmittags 3 Ubr: Zu volkstbüm- ltcbsn PrLiWn: Der Pfarrer von Kirchscld, _ Absnds 71; U57: ZUM (ritkn Mals: Fräulein Tizian. Bkrlinsr Schauirikl in 5 AUizügsn vrn Bruno Jacobson.

Montag: Comtesse Guäerl.

Residenz - Theatcr. Direktion: Sigmund Lautknburg. Sonnabtznd: Hotel zum Freihafen. (1.116th 1111 [„ihre [*Ich-use.) Schwank in 3 Akten bon Georges Fwdeau, übersrßt und bearbeitrt bon Bcnno Jacobson. Anfang 74 Uhr. h "fSonntag und folgende Tage: Hotel zum Frei-

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Frxedruh - Wilhrlmßädnstheo Theater. Cbauffeestraße 25-26. .

Mit großartiger Ausstattung an Kostümen, Dekorationen undx quuifijen: Der Huunerleider. Ausstattungs-Komödie mit Gesang und BaUet in 10 Bildern von Julius Kellcr und Louis Herrmann, mit tbeilwriser BLnußung einer Idee kes Mark Twain. Musik Von Louis Roth.

Sonnabknd:

Sonntag: Der Hungerleider.

Neues Theajer. SÖiffbauerdamm 4a. /5.

„SonnabendZ: Gastsvikl des K*. und K. Hof-Sebau- ivrelers Bernhard Baumeister. Sechster Abend: Zum erstsn Male: Hans Lange. Schauspiel in 4Akt€n von Paul HML. Regie: Siegfried Jelenko. Anfang 7? Uhr.

Sonntag: Baumeister-Gaftspiel. Abend: Hans Lauge.

Sonntag, Nachmittags “L* Uhr: Zu halben Preisen: Kabale und Liebe. _

Montag: Abschieks - Vorstellung Baumeister. Der Erbförfter, Trauerwiel in 5 Akten von Otto. Ludwig. _

Dienstag: Zum eritkn Viale: Winterschlaf. Drama in 3 Akten bon Mar Dreyer.

Vorlcxzter

Thcater Unter den Cindrn. Dirxktion:

Iulius Xrißscbe. Sonnabend: Gastspiel der Frau Vetterson-Norrie. Die schöne Helena. Kornisch Ovsrette in 3 Akten von Mkilbac und Haléry, deutsch bon Juitus Hopp. Musik von Jacqurs Offenbach. Dirigrnx: Herr Karcllmeister Feder- mann. - Hisraus: Neu in SOME gefkßt: Columbia. Ausstattungs-Ballet in 4 Abtbeilungen von H._Rcakl. Musik Von JoseiBaykr. Der choreo- grapbiicbe Tbsil ron_J. Haßkkiter. Iniceniert Vom Balletmeistsr J. RÜÜUJU. Dirigent: Hsrr Kapell- mxister Jedermann. Anfang 7& Uhr,

Sonntag, Abend:; 7:1 Ubr: Gastspiel der Frau Pettersou-Norric. Dicschöne Helena. Komiyche Obsretté in 3 Akten bon Jacques Offenbach. - Hierauf: Columbia. Ausstattungs- Ballast in 4 Abtbeilungcn.

Adolph Ernß-Theater. Sonnabend: Char: lcy's Tante. Schwank in 3 Akten von Thomas Brandon. Rébrrwirestück dcs Globe-Tbcate_rs in London. Ja SLM? griéßt bon Adolph Ernst. - Vorher: Die Vaiazzi. Parodistiscbe Posse mit Gesang und Tanz in 1 Akt bon Ed. Jacobson und YUM) Jacobson. Musik von F. Roth. Anfang

r. Sonntag: Dieselbe Voriteilung.

Zrniral-Theatcr. Me Jakobstraße N:. 30.

Sonnabynd: Emil Tbomas a. G. Eiye tolle Nacht. Gro : Nussiattungsvoffe rnit Geiang und Tanz in 5 *Iixdern bra _Wilb. Mannstädt und Julius Freund. Musik von Julius Einödsbofer. In Scene geseßt vom Direktor Richard Schals. Die Tanz-Arrangements vom Balletmeiftkr Gund- lach. Anfang 711 Uhr.

Sonntag und folgende Tage: Eine tolle Nacht.

Konzerte.

Konzert-Haus. Karl Meyder - Konzert.

Sonnabend: Operetxen- uud Walzer-Abeud. Montag, den 9. Marz: Shmphouie-Kouzert.

k-Unr von Brahms.

Zaal Mechßein. Linkstraße 42. Sonnabend, Anfang 711113: 11. (letzter) Klavier-Abend bon Wladimir von Pacbmauu.

Zirkus Renz. Karlstraße. Sonnabend, Anfang präzise Abends Ubr: Novität! Lustige Blätter! Novität! Eigens bom_ Direktor Franz Renz .und dem Großberzoglick) be1sijcben Hoi - Bqüettzieifter August Siems für Berlin komponierte, rnit ganzlich neuen tscbniscben Apparaten und Belkuäytungs- Einrichtungen inscenierte Qrigiual-Vorfteüztug in 2 Abtheiluugeu mit den Ausstattgqgs-Diver- tiffeäiénts Weltstadtbilder! Anfang prateAbend! 71 r.

Sonntag: Zwei Vorstellungen: Nachmittags 4 Uhr (ermäßigte Preise und 1 Kind unter 10 Jahren frei): 1870/71. Abrnks 7? Ubr: Lustige Blätter!

Familien =Nachrichtem

Vcrlobt: Frl. Frieda bon Poser mit Hrn. SLC.- Lieut. Ernst bon Webern (Bin krau-Oels i. Sebi.)- - Frl. Hedwig Scha mit m.?)iegierunqs-Ratb und Prsm.-Li€ut. d. ? . Hans Giscvms (Marten- beim b. KTÖÖM, Prov. Posen-Posen).

Geboren: (Fin Sohn: Hrn. LehnsFrafcn Schimmrlmann Grafen_ zu Lindenburg (A rens- burg). - Hrn. Rittmeiiter bon Sydow (Poisdamx - «Hrn. Hauptmann Morsler (Neu-Ruppm). „- (Fine Tochtrr: Hrn. Prem-Liéut. Wermslskirch (Stolp). _ _

Gestorben: Verw. Fr. Pastor Jobanna Seidel, g€b. Römer (BraUnschwciZZ. - OrmH-auptmann George Von Rode Sohn ' odericb (Schleswig),- Hr. Major Friskrick) Frhr. von Wangenbetm (Stotternheim). -_ Hr. Gymnafial-Oberlebrcr ])1'. 11111], Rndoff Köhler (Davoß). - Fr. Ritt- meisikr Elsbktb bon Pachslbl-Gcbag, geb. Edle Von der Planitz (Drinmin). - Fr. Rittmeister Bertbq Disrke, geb.Hcyne (Berlin). - Hr.Rech- nungx-Ratb Leopold Niedermeyer (Glogau). ,- Fr. Ober-Amtmann Emilie Schmidt, 989me- mermann (Bernburg). - Hrn.Magistrats-Ane110k ])r. Rudolf Leo Sohn Werner (Berlin).

Verantwortlicher Redakteur: Siemcnroth 11-1 Berlin. Verlag der Exprdition (Scholz) in Berlin.

Druck der Norddéutscbcn Buchdruck€rei und Verlasz' Anstalt Berlin ZW., Wilhelmstraße Nr. 32.

Acht Beilagen (einschließlich Börsen-Beilage).

Erste Beilage

zum Deutschen Reichs-Auzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

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Deutscher Reithstag. 52. Sißung vom 5. März 1896, 1 Uhr.

Tages:)rdnung: Fortseßung per ersten Beraihung des Geseßentwurfs, betreffend die Zuckersteuer.

Abg. Hilpert (h. !. [J.): Die Vorlage zeigt, daß die Zucker- indusirie der Regierung wi tigc'r ist als die Landwirtbscbaft. Wenn die Zuckerindustne das Rückgrat, der Landwtttbscbaft ist, dann hat die bayerische Landwirtbschaft überhaubt kein Rückgrat. Wir köiinrn des- halb nicht voller Freude für die Vorlage stimmen, aber wrr werden für die Kommisfionsberatbung eintxeten.

Abg. Ebni (Rp.) erklärt fich gegen 'die Vßrlage und gegen eine Kommissionsberatbung. Die Vorlage enthalte eme Belastung der Konsumenten, während eine Ermäßigung der Zuckersteuer zur Hebung des Konsums Verlangt werde. -

Staatßsrkretär des Reichs- Schaßamts 131". Graf von Vosadowsky-Wehner:

Der Herr Abg. Dr. Baris) hat gestern, wir ich zugestebe, von seinem Freihandelsftandvunkt ganz korrekt die Vorlage bekämpft. Er bat sub als ein Gegner jedes SchußzsUsystems geäußert; das ist eben die wirtbscbaitlicbe Auffassung des Herrn Abg. Barth. Ich glaubs aber, er berücksickptigt bci seinen Ausführungen nicht, daß wir aus unserem Schuvzolisystem eine Einnahme für das Reich in Höhe von 356 Millione'n haben; und ich Vermag nicbt kinzuseb-zn, durch welch? anderen Einnahmen wir diese Einnahmen überhaupt erseßen könnten. Es ist selbstverständlicb ausseschloffen, ähnliche Erträge aus irgsnd einer Form der direkten Steuern zu ziehen. Wenn man deshalb selbst ein Gegner des Protkktionssystems aus wirtbsÖaft- lichen Gründen wäre, so müßten wir schon Freunde des Systems aas finanziellen Gründen sein; denn es würde'n uns sonst die Mittel feblrn namentlich für die großkn Ansprüche, welcbe unsere Landes- rartbeidigung an uns steljt.

Meine Herren, der Herr Abg. Bart!) ist gestern au? die englische Landwirtbschast zurückgekommen. Jeb glaubte Ihnen nacbgewirsen zu haben, dai; die Auffaffung, die ich von der Lage drr englischen Landwirtbfchaft infolge ibrks mangelndkn nationalen Sebuß-xs babe, jSHk bon dem leitenden €nglisch€n Staatsmann voainbaltlicb bcstätigt ist. Der Herr Abg. Bartl) möge mir das nicht ungnädig nehmen, daß mir doch das Urtbeil des leitenden Engliscbkn Staatsmannes über dicse Frage wichtiger ist als sein eigenrs.

Nun bat dcr .?)er Abg. Dr. Barth bei diesrr Gelcgenhkit einen sehr intercffanten Gegensaß konstruiert zwischen Einem deutschen und einem englischxn Staatémann. Er sagt: wenn eine agrarische Depu- tation zu einem deutschen Staatsmann, z. B. zum Grafen Posarowskv, kommt, dann fagt dieser: Ja, ich sehe ein, die Lage der Landwirtb- schaft ist eine ernste und ich Werde thun, was in meinen Kräften ift. Käme aber eine solche Deputation zu einem englischen Staatsmann, fo sage der: Ja, ich gestehe zu, die Lage ist eine sehr ernste, aber helfen kann ich Euch nicbt. Ich bkdauere, auch bicr dcm HUM Abg. Dr. Bartl) einen argcn Jrrthum nach- wxiscn zu müffcn. Es ist sehr sxfäbrlicb, solche Vrrgieichc aufzusteüen. Nämlich Lord Salisbury, auf den ich mich berufen habe, hat in jener erc, wo er 'an Verzwrifiungskampi der englischen Landwirt!)- schaft darftcüie, gesagt: „Ich hoff? inkeffen «"rnitlicb, und ich habe Grunk, zu boffkn, daß kie ngicrung, soweit 92"- in ihrer Macht liegt, aufrichtig bemüht skin wird, die Mißstände“, Welche wir in dieskr Bezisbung um uns herum erblicken, cinigrrmaßen zu beseitigen.“ Der Herr Abg. Dr. Barth muß also die tranrige Erfahrung machen, kai; Die englischen Minister im Kampf gegen Lie Landwitibscbaft

cht anfangen, ebknfo unzuberlässig 514 werden, wie die krutschrn. (Héiicrkcit.)

Der Herr Abg. Dr, Barth hat ferner ausgeführt: die Folge der von rms vorgeschlagenen Prämien würde einfach die sein, das; um die Beträge der Prämien dsr Weltmarktpreis gedrückt wird und infolge reisen die Produzxnten drs Zucksrs und der Rüben gar keinen Vor- tbril bättcn; der Vortheil würre nur den ausländiscbrn Konsumenten zuflikßcn. Wsnn das richtig wäre (Zuruf links) oder richtig ist, gut (Hsiicrkeit), dann würde dEr Zuckcr doch im Inland nicht im Preise steigen und dann würds" alle Motive, die gegen das Gesetz aus“ einkr eventuellen Steigerung der Zuckerpreise be'rge- lciiet werden, vollkommen hinfällig wcrden (sebr richtig!), und dann find auch alle Bebauptungrn , daß ein Rückgang des Konsums eintreten müßte, aus der Luft gegriffen. (Zuruf links.) Wenn wir ein wirtbschaftiichks (Hefti; macbkn, dann können “mir ja nichts thun, wie die geseßlickpe Möglichkeit zur Besserung der Verhältnisse zu geben. Absolut bessern, absolut eingreifen in die wirtbschaftlicbe BLWLZUUJ kann man nur mit Hilfe des Monopols. Wir Wollen dsr Zuckerindustrie die Möglichkeit geben, sich erhöhte Preise zu schaffen, und weiin man dieinielligenien Leitungen unserer Zucksrfabriken WM, erin man ganz beruhigt sein, daß diese kaufmännisch so weit gebildet 1cin werden, um die ganzen Exportprämien lediglich zu verwsnden, nicht dazu, den Weltmarktpreis zu werfen, sondern um sie der Industrie und Landwirtbfcbaft zu erhalten.

Der Herr Abg. Dr. Barti) sagt: „Ist es nicht ein Abderiien- streich, für einen solchen Zweck überhaupt eine Vorlage einzubringen?" Während er aber den Verbündeten Régierungen, oder aucb der da- maligen Mehrheit des Reichstags, die einen dabia gehenden Antrag Ikstellt bat, einen folch€n Abreritenstreich vorwirft, deduziert er in demselben Athemzuge: sobald wir die Prämikn erhöhen würden, würde sie Frankreich auch erhöhen und zwar ganz unbeschränkt, obne Kontingeniierung. Wenn andere Länder uns nachfolgen sOUten und wenn unsere Konkurrenzländrr sich bisher weißlich gebütet haben, ihre Prämien zu ermäßigen, dann werden fie dafür wahr- scheinlich sebr tiefgehende wirtbscbaftliche Eründr babkn.

Der Herr Abg. Dr. Bartl) hat ferner volkswirtbscbaitlich beduzieri: es ist nicht richtig, daß der, Ur am billigsten produziert, dre Preise bsitimmt, sondern jeder nimmt, soviel er bekommt. Ja,daß1eder nimmt, soviel er bekommt, das ist klar, das thun Alle. Ich gestehe “"ck dem Herrn Abg. Dr. Barth zu: auf dem Weltmarkt ifi zunachst

Berlin, Freitag, den 6. März

entscheidend für die Preisbestimmung Nachfrage und Angebot. Wenn aber das Angebot größer ist, wie die Nachfrage, dann, be- haupte ich, bestimmt aüerdings dsrjkmigr den Preißler am billigsten prornziert (sebr richtig!); denn sobald das Angebot größrr ist, sucht jeder 5 War [):-17. zu verkaufen, um, wie der Herr Abg. bon Staudy das gestern bier an einem Beispiel ausgeführt hat, unter allen Um- ständen sich wiedsr das nötkige Bktriebskapital zu verschaffen. Dann wird aber aUerkings das Anßebot erst einsnKäufxr finkrn,wxlches das niedrigste ist, und am niedrigsien kann der anbietén,der die gxringstrn Prodnktionskosten hatte. Also die ganze? Volkswiribschaftliche Deduktion, die aus diesem Gesichtspunkte dsr Herr Abg. 1)» Barti) gegen dsn Geseßentwurf aufbaut, kann ich für zutreffknd nicbt erachtsn. Der Herr Abg. Dr. Barti) meinte dann: wir legtkn gleich ein Gesetz vor, wenn ein paar Zuckerfabrikrn schlechte? Divi- denden oder gar keine gkbrn, das gliche sicb aber im Laufx: der Iabre aus. Ja, Herr Dr. Bartl), so unborfichiig sind die verbündcien Rc- gierungen wirkiich nicbt gcwsfen, einen solchkn Gescßsntwurf vor- zulegen, obne amtlich die genausftcn Informationen einzuziebkn über die finanzieüe Lage dsr Zuckcrindustrie, und wir babrn hierbei Folgendes festgesteüt. (Es ist uns gclungen , für das Jahr 1894/95 die Ertragsverbältniffe von 282 Aktienzuckerfabriken fest- zustellen, von diesen 282 Fabriken haben im Jahre 1894/95 97 Fabriken gar keine Dividende bezahlt (hört! bört! MMS) und 148 Fabriken haben mit einer Unterbilanz bis zu 400 000, ja 500 000 .“ gearbeitet. (Hört! hört!) Da handelt Es sich bei den ungrbcursn Vermögen, die in der Zuckerindustrie invrstiert find, nicbt msbr um Kleinigkeitkn. (Sebr richtig! rechts.) Der Herr Abg. Barth hat es auch so darzustelien gesucht, als ob die Zucksrfabrikcn doch über- wiegend kapitalistische Unternkbmungen wärkn. ch babe, weil ich dikssn Einwand Voraussab, frstgestclli, wie fich in 5811 Fabriksn, "wo die Aktionärs gleichzeitigRübenlirféranien sind, das Verhältniß dcr Anzabldrr Akiic'närc zur Anzahl ch Rübeniicferantcn stellt. Ick) babe diese Erbebnngsn für 163 Fabriken machen können; da stellte sich heraus, daß an dirskn 163 Fabrikcn 22 781 Aktionäre tbeiinabmen und daß yon dicskn 22 781 Aktionären 19 642 glricbzeitig auch Rübcnlikfcranten waren. (Hört! hört! bei den Naiionalliberalcn.) Daraus ergiebt fich doch ganz klar, daß das Jnirrsffe dcr Landwirthscbaft mit dem Jniereffe drr Industrie bier aufs engste Verbunden isi (sébk wabr! rccht§) und namentlich das Jnterrsse dEr Aktienfabriken. Man kann ksinr Diffrrenz bei dcr Rübenindustrie zwischrn Aktienimtrrnrbmungrn unr- landwirtbscbaftlichM Rübrnbau konstruicren.

Der Herr Abg. Zimmermann ift aufrie Stuffclsteuer zu fbrrcben gékommen und bat so zu sagkn einen Jübler ausgestrrcki, Ob die verbündeten Regierungen bci einer Reform dcr Bisrst-xuer ivobl gcneigt wären, rbenfaUs das System der Staffelsiéuer z*rr Anwrnrung zu bringen; vielleicht ist es rem Hsrrn Abg. Zimmsrmann crinnrrlicb, daß ich brrcits im vorigen Jahre mich über diesa Frage, wcnn auch nur flüchtig, geäußert babs. Ich kann nur bkmcrkkn, daß in Bayxrn bekanntlich das System drr Staffelsixucr bei dem Braumalz- zuschlag bkstebt, und daß sich dort diefss Systkm ganz außérordentiicb bewährt bat. Durch dicses System sind in Baykrn auch die mittleren und kleineren Branxreicn erbaktcn geblieben. Ich glaube, wenn wir ein neucs Bierstrusrgessß machn, werden wir die Erfahrungen Bayerns, Wo sich die Brausrsiindustric io anßerorkentlicb glücklich cntwick-th bat (Zuruf links), sebr crnst bcacbtsn.

Ich muß mm zu cincr klrincn Ausrinandersrßmig mii rsm Herrn Abg. von Staudy übergeben; kecselbc bat gestkrn gesagt, ms (HFW, wie es Vorgelegt sci, wrrdc untcr dcn KoniNVUZVM im Fanzcrx inciys- tag nicht eine kinzigc Stimme erhalten. Ich ziaubc, dcr rsrcbrxs Herr Abgeordnetc bat dabei ganz außer Acht gclaffxn, kai; rieirs Gsies ganz genau gkarbeitet ist nach dem Antrag Paaiäoc, daß CI aui den drei Grundpfeilecn drs Aniragrs Paasch: ciböbte Prämie, Kontinscn- tierung und Siaffrlsicucr, aufgrbaut ist, und daß kcr Antrag Paascbc Von 144 Mitgliekccn dss bcbrn Hauses untkrzcichnet wards, darunter von dem größten Tbcil dsr konserraiirkn Frennks des Herrn Abg. Von Staury. Wenn also 8117. Gkse'y rrrgelkgt i:“i, “0.12“- ficb an einen Antrag des hohen Hauscs so rug anschließt, darm kann man, glaubt: ick), nicbt sagkn, bit: Vcrlrgunz drs Gesryss war kin .gewagtcs Unicr- nebmen“. Dcr Hört Abg. bmi Staud): irrt auch darin, wcnn sr bk- bauptét, bas Zucksrsteuergcicy von 1891 wäre 1111! mit drei Stimmen Majorität angcnommrn; ich glaube. Er hat sich in fcinkn Notizrn vkrlefen; das Gsies ist sicht mit Z, ionrcrn mit 33 Stimmen Majorität angknommen (Zuruf rechts),- i11 dcr maßzcbxnben Schluß- lesung mit 33 Stimmcn Majorität!

Dcr Herr Abg. ron Stanko iübrte icrxisr aus, di? Preise wären erträglich, und es 15,7„2 cigxntlicb zu dcm Erlaß res GCsEJé's keine Notb- wcndigkeii vor. W;:m kas richiig ist, kann würde ck mir nicht ver- ständlich sein, warum cr skixier Zéit sich an einem Programm betbciligt bat, Tas erböbtc Kamrivrämirn forderte! Sind die Preise crträglich, kann ist aixck) rie Situation der Zuckerindustrie ettriglicb, dann würde zunächst krin Anlaß zu crböbisn Katnvfrrämicn Vorliegen.

Ich glaube, «Hérr Abg. von Staudt; bat aber ganz richtig aus- geführt, daß die Preise, wie 712 j-xst bestkbcn, nicbt maßgebenb sind, daß für die Zuckerindustrie die Preise maßgcbcnd find, die wahrend bkr Zuckerkamvagnc gezahlt werden; denn die Zucksrindusirte erfordert so ungrbeure Aukgaben, daß selbst die rotcntkste'n Fabriien wäerend der Kampagne ibrc Bsstände zum großcn Thrile vcrkauien mufferi. Es ist also nicht wesentlich, wie die Preise im Februar, März, April stehen, sondern wie die Preise sieben wäbrxnd dcr Zucke'rkampagne; da waren die Preise aber noch nicdrig.

Der Herr Abg. bon Stanrv hat uns, die Staatssekretärc', auch Veranlaßi, energiscbcr gkgcn Amerika aufzutreikn. Ich glaube, Herr von Staudy wird mir nicht die Anerkennung brrsagen, das; ich auch im stande bin, EnerZie anzuwenden, wo Energie nothwendig ist; ich wende fie aber nur an, wo ich dazu befugt bin imd wo ici) ste fur nüylicb balie. Ob sie aber sebr nüßlicb ist gérad: bei der Materie, mit der wir uns bier beschäftigen, und bei einer Export- industrie', die bis zu 3/5 der Produktion auf die Ausfuhr augewicscn ist, _biksesebrdelikaie Frage aanscbnkide'n- ifi mir sehr zweifelhaft.

1896.

Ich bin deshalb nicht in der Lage, darauf näher einzugeben; der Herr Vertreter des Auswärtigen Amts ist aber nicht anwesend.

Dkk Herr Abgeordnste bon Stand!,» ist dann auf die Zucker- dirskwken zurückgekommen; es déckt sich seine Andeutung mit einer Aeußerung, die ich in der Preffe gefunden babe: ich hätte mich Etwas noncbalant über die Zuckerdirektoren ausgesprochen. Das muß ich entschieken bestreiten, ich siche auf einem wesentlich andsren Stank- pnnki ix'. riskcr Bkziebung, wi? dsr Herr Abgsordnrie bon Stauky. Jeb glaubs rr bat gksagi: ,ris Zuckerdirektoren müffen bei uns nicht rcgirren, sondern rarirrkn.“ Ich glaube aber, bis Zackerrirkarcn kSZiSkLn isbr eingebknk in dén Zuck??- iabriksn. Mir Mnigstens ist 85 bekannt, und ich er- kenne es dankbar an, daß die bobs: Vlütbe, zu der sich die dCUtsche Zuckerindustrie entwickelt bat, zu danken iii dcn kaufmännisch und technisch ßcbildéten Direktors", wie sie ans der Schule des bochv;rdienten Herrn Profess: Maxrker berborgcgangsn sind. (Beifail.) Gerade kiéie Männer smd Lis 11:- beer drr großen tkcbniscben Fortscbrittc unserer Zuckrrindusirie, wir babkn fie ihnen zu verdanken. (Bsiiali) Ich erkenne auch als Vol]- ständig notbwrndig an, daß di€s€ Hkrrkn in vielen Fragrn, die In- dustrie betreffend, ein schwerwiegsnbes Wort in die Waagschale zu werfen haben; aber, meine Herren, es ist doch selbstVSrsiändlicb, daß dem Zuckerdirektor die kaufmänniscbsn unUD rein technischen Fragen viel näher liegsn, wie die landwirtbsckyastliche Frage; die hat für ibn zunächst nur ein bekuniärcs Jntsrcffe. Ich bin deshalb alisrdings auch der Ansicht, daß in dirser Angele'genbsit der Zucker- ft€u€rreform die deutsche Landwirtbscbaft das endgültige Wort zu srrechrn bat. Daf; aber auch die Zuckerdirektoren bei der pole- miscbsn Bsbandlang der Frage 61112 große RoUe gesvielt haben, dafür liegkn unzwsifelbafte Zéugniüc Vor. Ick zitierl bier die Meinung Links Landwirtbrs (wf drr Vcrsammlung dcs Ostdeutscbkn ZUckC'WLkEins. Drr Obrr-Amtmann Kre'ch sagt? dort wörtlich:

.Mrins Hsrren, cs haben beute Übkrwiégcnd Vkrireter und rech21ische Dirigent€.1 dsr Fabrikkn das Wort ergriffen. Die Frage ist aber eine so eminent iankwirtbschaitlickye, daß ich es auch für richtig halts, wsnn ein Landwirtb einmal darüber spricht."

Und auf dcr Posknkr Vrriammlung ist nach Zeitungsnackyrickxicn zunächst das Programm bkratbcn und fcsigkstellt wordén in einkr Versammlung von 13 Fabrikleitcrn brzw. Dirrkwren. Dieses so fcit- gestelite Prrgramm ist dann crst dcr Vrrsammlung der Lankwirtbc borgstragcn. Ich bin vollkommcn cntfcrnt, an diesem Verfahren irgend welche Kritik zu üben, ich meine aber doch, nach der Schwerkraft der Sache wäre es vielleicht natürlicher gewesen, erst die Landwirtbe beschiirßen zu laffcn und dann die Fabrikleiter. Ick boite aber diesen Punkt für einen unwesentlichen; ick) wollte nur hervorheben, daß meins Steüung gegenüber den Zticksrfabrik-Direkwren eine wesentlich anders ist.

Dkk Herr Abg. von Staud); ist auch darauf zurückgekommen, das; das Jnterssse an der Annahme des Entwurfs ein sebr fiskalifcbes sei, und hat als Verveis dafür angeführt, daß die ganzen Kosten der Erhebung der Zuckersteuc'r in Zukunft bon derjenigen Quote gktrage'n werden sollten, die in den Prämienionds fließt. Ich glaube, der Herr Abg. bon Staudv hat dabei bergkffen, daß das Geseß eine Nobelie ist und Verstanden werdrn wiil im engen Zusammenbang mit dem Gries von 1891, von welchem nur einzelne Paragraphen abgeändert werden solicn. Aber auch der Wortlaut der Nobel]? läßt ganz klar erkennen, daß zunächst von dem Ertrag ker gesammten Zuckcr= stxusr ric Erbebungékosten abgezogen werden und erst d'émnäcbfi von drm Rrinkrtrag 25 0/0 in den Prämirnfonds flisßen; mit anderen Worirn: dcr Prämiensonds trägt nur die Quote der Hebungskosicn, die prcrortionell auf ibn entfallen, und die Anlage 12 des Gkseß- entwurfs ergiebt ganz unzweifelhaft, daß so zu beifabrln ist. Dieser Jrrtbum dss Hsrrn Redners ist in den Zeitungen wiederholt wider- legt undist auch Von mir in der Versammlung des Landes-Oekonomie- Kolikgiums gekennzeichnet wordsn; ich nehme an, daß der Herr Abg. bon Siaudy, bei dem grbßén Jntcrrffc, das er für die Zuckersteucrfrage bat, dicse Vkrbandlungkn gklksen bat.

Dkk Hcrr Abg. von Staudv bat weiter das Geseß von1891 als cin „erbärmlicbes“ bezeichnet; mir scheint dieser AuSdruck nicht ganz unbedenklich gegenüber einem Gesetz, welches von einer Majoriiät dixses hoben Hauses bcscblosscn worden ist, der noch jetzt sehr viele Mitglisdcr angehören. Mir scheint es auch nicht unbedenklich gegen- über einem Gesetz, das die Sanktion dcr Verbündeten Rc- gierungen gefunden bat. Ich will boffcn, daß nicht einmal sine ähnliche Kritik an einem Geseß geübt wird, was dem Herrn Abg. von Siaudv sympatbisch ist, und wo er eine solch Kritik dann vicllcicbt sebr unangenehm kmpfindcn wird. Wenn man ein Gesey in dicirr Weise charakterisikrt, so kann man es doch nur auf Grund der Er- fahrungen, die man selbst damit gemacht bat; mir ist da eine Aeufierung des Herrn Abg. von Stand!: zur Hand ge'komme'n, dic Ct bei der Beraibung jenes Geseßes in diksem hoben Hause am 27. Avril 1891 machte. Er sagte wörtlich:

„Ferner aber glaubs ich, daß zugcgcben wcrden muß, man mag stebcn, auf welchém Standpunkt man wil], daß die Verhält- nisse des Rübenbaues so unsichere geworden sind, daß die Lust zu einem übermäßig großen Rübenbau kaum noch vorhanden sein kann.“

Ja, gcgenüber diescr damaligcn Auffassung des Herrn Abg. von Staudy mus; ich doch dk? Thatsachen prüfen.

In der Provinz Posen wurden im Jabre 1890/91, 1). h. vor Emanierung kes (Gesetzes, 877169 Doppelzentner Zucker hergestellt. JmJabre1894/95 betrug aber die Herstellung von Zucker 1645 740 Doppelzentncr, mit anderen Worten: seitdem der Herr Abg. bon Staudy veriucht bat auszuführen, er glaube nicht an eine stei- gende Produktion, hat auf Grund des Geseyrs, dem er eine so abfälligc Kritik hat zu tbeil werden lassen, gerade in der Provinz, aus der bcraus er die Verhältnisse beurtbeilt bat, die Zuckerbroduk- tion sich vsrdoppelt. In einer Beziehung bin ich mit dem Hm" Abg. von Stand!; vollkommen einig. Ich hätte auch gewünscht, wir