Der bisher im Ministerium der Fmilichen Arbeiten be- "chä gte Regierungs- und Geheime aurath Sch eiten zu
er in ist nach Hannover verse t und. ihm die dort neu er- richtete Stelle eines Strom-Bau irektors für die Weser ver- liehen “worden. _
Der Regierungs- und Baurat!) Mohr tft vox! Oppeln nach Königsberg O.:Pr. ve e t und mit der'Umarbettung des Entwurfs zum Bau eines asurischen Schiffahrtskanals be- traut worden. _ ,
Der bisher beim Bau des Kaiser Wilhelm-Kanais be- schäfti te Wasser-Bauinfpektor, Vaurath Kuntze ckle ist nach uxteLude verßeßt und ihm die dortige Wasser-Baumspektor- ftelie verlie en wor en. _
Der bisher beim Bau des Kaiser Wilhelm-Kapals _be- schäftigte Wasser=Bauinfpektor Brandt zu_ Burg in Dith- marschen ist nach Hannover verse t und mxi den Funktionen als Stellvertreter des Strom:Bau irektors bet der neu errich- teten Weserstrom-Bauvcrwaliung in Hannover betraut worden.
Der Kreis-Bauinspektor, Baurath Bauer zu Grandenz ist in gleicher AmtSeigenschaft nach Obornik, und , _ _
der bisherige Land:Vauinspektor Wendorff in Leipzig als Kreis-Bauinspektor nach Graudenz verseßt worden. . _
Dem Wasscr-Bauinspektor Rimck in Breslau ist*dtc neu errichiete Wasser-Bauinspekior: und tcchnischc HilfSarbeiter: fteUe bei der Oderstrom:Bauverwaltun daselbst, und.
dem Waffer-Bauinspektor Rolof in Oppeln die da,selbst neu errichtete ständige Wasstr : Bauinspektorste'lle verliehen worden.
Der Waffer-Bauinspektor Luyken zu Mülheim q. Rhein ist nach Emden verseßt und mit der Leitung der Arbeiten zur Erweiterung des Ems:Iade-Kanals betraut worden.
Ministerium der geistlichen, Untqrrichis- und edizinal:Angelegenheiten.
Dom rivatdozenien in der medizinischen Fakuliät der Univeisität rcslau ])1'. Johannes Pfannenstiel ist das Prädikat „Professor“ beigelegt worden.
Mi..islerium für Landwirthsckzaft, Domänen und Forsten.
Der Königliche Regierun?s:Baumeistcr Timmermann, bisher in Nei e, ist zum König ichen Meliorations-Vauinspekwr ernannt und emsclbcn die Stelle des Meliorations:Baubcamten in Schleswig übertragen worden.
Den nachbenanntcn Oberlehrern an Landwirthschafts:
ulen:
fck 1)r. Marx in Heiligenbeil, Kosbadt in Marggrabowa, Paßig in Marienburg, Bosse in Dahme, ])]: Adoif PJfannstiel in Schivelbein, Müller und Kippenberg m Eldena bei Greifswald, 1113 Altmann in Btisg, 1)1'. Nor er in Licgniß, ])]: Gloss, Or. Baumbauer und Kol in Lüdinghausen, ])1'. Reichardt und Frißen in Herford, ])r. Nauhaus, 111: Kicniß-Gcrloff und ])1'. Ottmann in Weilburg, Konrektor 1)1'. Arcß in Kleve und Rücker, Seyda und Arnold in Bitbur
ist der Charakter als „ProfLHior“ beigelegt worden.
Justiz:Ministerium.
Dcr Rkchtsanwalt Abraham in Sanger aufen ist zum Notar für den Bezirk des „Ober-Landesgeri ts Naumburg, mit Anweisung seines Wohnsitzes in Sangerhausen, Lrnannt
worden. Dem Notar Weiß in Kevelaer ist vom 1. April d. I. ab der Wohnfiß in Duren angewiesen worden.
Urkunde,
betreffend die Errichtung einer Evangelischen Kaiser: Wilbelm-chäcbtniß-Kirchéngemeindk in Berlin.
Mit Genehmigung des Herrn Ministers der geistiichsn, Unter- richts- und Medizinal-Anaslt' enbeiten und dss (Evangelischen Ober- Kirchenraibs, sowie nach Anßörung ker Bstbeiligtkn wird Von den unterzeichneten Behörden hierdurch Folgendes fesigsseßt:
].
Die Evangelischen in demjenigen Gebieten von Berlin, Char- lotdtenburg und DLutsch-Wilmersdorf, wklcbe umschrieben wer en:
im Osten durch die Mittellinien der Schili- und Nettelbeckstraße von der Herkulesbrücke bis zur Mittelltniß der Kleiststraße, und durch die östli e Grenzlinie der Grundstücke auf der östlichen Seite der Lut erfira e von der Mittellinie dsr Kleiststraße südwärts bis zur ittellinie der Moystraße einschließlich sämmtlicbxr Eckgrundstücke, auch wenn sie nicht in der Luther- straße gezahlt Werden, .
Süden durch die Mittxllmien
linie der Gravelottesiraße,
im Wexten durch die Mittellinien der Gravelotte- und Fasanen- stra e von der Mittellinie der SchaperstrcÉe nordwärts bis zur Mittellinie der Kurfürsten-AÜee, und dur die Weichbildgrenze zwischen Berlin und Charlottenburg von der Mittellinie der Kurfürsten-Allee nordwärts bis zur Mittellinie des Land- webr-Kanals, _
im Norden durch die Mittellinie des Landwebr-Kanals von der Weicbbildgrenze zwischen Berlin und Charlottenburg ostwärts bis zur Herkulesbrücke,
werden aus_ibren bisberikzen Kirchen emeinden auSgepfarrt und zu einer selbstandigkn a icr-Wil elm-Gedächtniß-Kirchen- gemeinde vereinigt.
11. In der Kaiser-Wilbelm-Gedächtniß-Kirchengemeinde werden drei Pfarrstelien errichtet.
111, ür die Kaiser-Wiibelm-Gedächini -Kirchen emeinde gelten die Gebü renordnun en, welcbe fßr den erliner tadtsißnodalverband einheitlich festge ellt nd, tm ubrigen bis auf weiteres ie bisherigen
Gebübrknordnungen er Luisen-Kircbengemeinde von Charlottenburg.
17. K Vorstehende Bestimmungen treten mit dem 1. April 1896 in ra .
erlin, den 27. März 1896. Königliches Konsistorium
Berlin, den 27. März 1896.
Der der rovinz Brandenburg, . bibeilung Berlin. Königliche Zollsei-Piäsideni.
aber. ([**I) von kndbeim.
Potsdam, den 30. März 1896. Königliche Regierun 8?thheilung für Kirchen- und Échulwefen.
(1. Von Gehring.
Ke
Flipßxftebende Urkunde bringen wir hierdurch zur öffentlichen nn
Zugleic? werden folgende Anordnungen etroffep:
14. D e Stamm emeinden sind verpfli tex, dre Benuxung ihrer Begräbnißpläße Lü: serdigungen, soweit fruhere Mitg ieder von ihnen in Fra e ommen, der neuen Gemeinde gegen Zabluyg der üblichen Gebü ren so lange zu gesiatten, bisnder le teren die In- gebrauchnahme ihres eigenen Begräbmßplaßes moglich st.
13. Der mit der interimistisciZen Verwaltung der ersten Pfarr- stelle an der Kaiser-Wilbelm-Gedacbtmß-Kirckße betraute Prediger, Ober-Kovsisiorial-Ratb Köhler, bkzw. se 11 Vertreter, wird die An- meldungen der in dem neuen Parochialbezirk wohnbaften wahlfähigen Gemeindeglieder zur Wählerliste während der noch dur Kayzel- abkündi ung zu bestimmenden Tagesstunden in dsr Sakristei er Kirche und au erdem nach Yiöglicbkeit zu jeder andere'n Tageszeit in seiner
obnun ent e en ne men.
(3. gDie gleten ErneuerungsWablen nach „8 43 Absa „2 der Kirchengemeinde- und Synodalordnun haben in der Kaiser- tlbelm- Gedä tniß-Kirchengemeinde ien Herbs 1897 zu erfolgen.
Erlin, den 31. März 1896.
(11. 8.) Königliches Konsistorium der Provinz Brandenburg, AbtheiFlunbg Berlin. a er.
Umpfarrungs-Urkundc',
betreffend die evanasliscben Kirchengemeinden derwölf- Apostel-Kirchc in Berlin, der Luisxkn-Kirche in Char- lottenburg und derApostel-Paulus-Kirchein Schönebarg.
Mit Gknebmigung des Herrn Ministers der geistlichen, Unter- ricbis- und Medizinal- Angelegenheiten und des (Evangelischen Ober- Kircbenratbs, sowie nach Anhörung dcr Veiheiligien wird von den unterzeichneten Behörden hierdurch1 Folgendks festgeseßt:
Dic Evangelisckye'n in denjenigen Gebisten bon Charlotten- burg und Schöneberg, welcbe umschrieben werden
im Osten durch die Mittellinie dcr Zietcnstraße,
im Norden durch die Mittellinie der Kurfürstenstraße Von der Mittellinie der Zietknstraße wssiwärts bis zur Mittellinie der Nettelbeckstraße,
im Westen durch die Mittellinik dsr thisibkckstraße bis zur Mittellinie der Kisisistraße und durch die' östlichen Grenzlinien der Grundstücke auf den östlichen Seiten der Lutber- und der Heinrich-Kiepertstraße von der Mittellinie dsr Kleiststraße süd- wäris bis zur Mittellinie dsr Neuem Winierfeldtstraße,
im Süden durcb die Mittellinie'n der Neuen WinterfeldtstrcYe und der Wintkrfeldtstrch von der östlichc'n Grenzlinie der rund- siücke auf der östli en Seite der Hrinrich-Kiepe'rtstraße ostwärts bis zur Mittellinie der Zietensiraße,
Werden aus ibrc'n bisherigen Kirchengemcinden in die Zwölf- Apostel-Kirchengemeinde umgepfarrt.
11.
BVorsiebendLL BUYWWFWY tritt mit dem 1. April 1896 in Kraft. eriin, den 7. ärz . * „„ . dKÖYLlickiW ZonßLtOFUM Bcrltn, den „ZL, März 1896. “ "M!“ r“" E'" "W Königliche: Polizci-Präsidcni,
(1- ZZLÖTÖLFUaUÉILéernn' ([.. 8.) von Windbe'im.
Potsdam, den 30. März 1896. Königliche ngierung, Abtbkilung für Kirchen- und Schulwesen. (11. Z.) bon Gkbring.
Vorstehende Umriarrungs-Urkunde briusxn wir bikrdnrch ziir öffent- lichen Kknntniß. Berlin, den 31. März 1896.
(].. 8.) Königliches Konsistorium dcr Provinz Brandenburg, Abtheilung Berli".
Fabkv
Yichtamtliches.
Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 4. April.
Ihre Kaiserlichen und Königlichen Majestätcn besuchten, wie „W. T. B.“ aus Palsxmo berichtet, am Mitt- woch Nachmittag mit den beiden Prinzen und dem (Gefolge den Dom, in welchem fich die Gräber dcr deutschkn Kaiser Friedrich 11. und Heinrich 7]. bcsnden, und nnchhcr das Museum. Geführt wurden Ihre Vaxestäten dabei von dem Direktor Salinas. Große Menschenmassen erwarteten und be ritßten die Majestäten iiberall und folgten auch den Kaiser: li en Wagen auf der Fahrt durch die Stadt.
Am Gründonnerstag Morgen nahmen der Kaiser und die Kaiserin mit Allerhöchstihrem Gefolge an Bord der Yacht „Hohenzollcrn“ das heilige Abendmahl, wclchcs von dem Gencral:Superintendenien 1). Dryander dargereicht wurde. Ihre Ma'estäten blieben bis zum Abend an Bord. Nach: mittags 1144 Uhr hielt 1). Dmandcr einen Gottesdienst ab: nachher trug der Matroscnchor ernste Lieder vor.
Bei dem am Charsreitag Vormittag an Bord der Mohenzoüeru“ ab, ehaitcncn Gottesdienst verlasen Seine
ajkstät der Kaiser ie Epistel, woraufGcncral=Superintcndcnt
Dryandcr die Predigt hielt und das Abendmahl an die Offi iere und Mannschaften bcidcr Schiffe in Gegenwart Ihrer Dajestäten austheilte. Nachmittags begaben Sich der Kaiser und die Kaiserin mit den Prinzen und dem Gefolge wieder an Land und besichtigten auf einer in sieben Wa cn unternommenen Rundfahrt durch die Stadt die Cappella alatina, das Königliche Schloß, den Park von Favorita sowie mehrere Denkmäler. Die Straßen waren auch gestern mit italienischen und dcutschen Fahnen geschmückt. Auf der ganzen Fahrt bis zur Ruckichr auf die „Hohenzoücrn“ wurden Ihre Ma estäten von der zahlreich zusammengeströmien Bevölkerung mit begeistertem Jubel begrüßt.
Der hiesige Königlich bayerische (Gesandte (Graf von Lerchenfeld-Köfering at Berlin mit vier ehniägigem Urlaub verlassen. Währen seiner Abwesenheit ngicrt der Legations-Rath Freiherr von und zu Guttenberg als Ge:
schäftsträger.
Laut teiegraphischer Meldung an das Ober:Kommando der Marine ist S. M. S. „Kaiser“, Kommandant Kapitän zur See Jaeschke, mit dem Chef der Kreuzer-Divifion, Kontre-Admiral Hoffmann an Bord, am 30. ärz von Nagasaki nach okohama und SM. S.„ alke“, Kommandant Korvetten:Kaptän Krieg, heute von ydney nach Apia in See gegangen.
Bayern. Seine Majestät der König von Schweden und NoLrvegen hat sich vorgestern von München nach Veran bege en.
Sachseu-Coburg-Gotha.
Seine Königliche oheit der Herzo ist vorgestern Nach: mittag von London na?) Coburg zurückge ehrt.
Fraukreith.
In der vorgestrigcn Sißung der Deputirtenkammcr verlangte untcr lebhafter Bewegung des auses der Deputirtc Alype die Regierung wegen der egypt schen Angelegen- heiten zu iyterpeüiercn. Der Deputirtc Cochézry beantragte dieErZZnungder Debatte überdieKrediiefürMada askar. Der inister-Präfident Bourgeois sprach si ür eine sofortige Debatte über die Interpellation lype aus, welche darauf mit 303 gegen 251 Stimmen bc: schlaffen wurdc. Dcputirie Alypc verlangte Auf: klärungcn iiber die Vorkommmsic in Egypten und Über die Maßnahmen, welche die chicrun zu ergreifen gedenke, um die Jntercffcn Frankreichs zu [ üßen. Dcr Deputirtc Dclafosfc fragte, was die Regierun gethan habe, um der Expedition nach Dongola, welche die äumung Egyptcns ver: zögern werde, vorzubeugen. Redner protestierte gegen dic Ver: wendung des Fonds der öffentlichen Schuld Egyptens, welchc eincn Mißbrauch der Macht in sich schließe, und tabelle schließlich Berthelot, daß er aus der egyptischcn Frage eine franzöisch=cnglisch6 Frage gemacht habe, anstatt an Deutschland, Ocsterreich-Ungarn und talien die Frage zu stellen, ob England au; unbestimmte (eit dic Okkupation Egyptens verlängern diir e. Der kauticrie Lebon kritisierte das Verfahren der Regietun in den Fragen der äußeren Politik. Der Minister-Präsident Yourgeois verlas alsdann eine Erklärung, in welcher es heißt: er könne die Stellung an: geben, in welchcr Frankreich sich zu bewegen beabsichtige; Egypten bilde cinen integrierenden Thkii dcs oitomanischen Re'ichs. Die Lage Englands in Egypten habe für anz Europa stets eincti unbehaqiichcn Zustand geschaffen. er Protest des französischen und des rufs'schcn Kommissars der Staats- schuidcnkaffc Zestattc', dic Frans zur spätcren Prüfung der Mächte vorzubchaltcn. Alle Mächte hätten gemeinsame Inter: essen bei dcr Domgola-Expcdition, weiche beabsichtige, die Be- seßung Egyptens auf unbestimmte Zeit zu vcrlängern, dcrkn prooisorisckycn Cimrakter England Wtcdcrbolt anerkannt babs. Frankreich Habe die Pflicht gehabt, keine Verjährung zuzulassen, und habe es auch an deren Beobachtung nicht fehlen lassen. Die russische Regierung, mit der Frankreich nie in besserem Einvernehmsn _qrstandcn habe, habe dieselbe Sprache qcführt und verfolqc auf dcmselbcn Wege wie Frankreich die Verthcidigung dcrislbcn Sache, ngptcn habe niemals auf- gehört, ein integrierendcr Theil dcr Türkei zu sein, und diese Zntcgrität dcs Rsicbcs sei eine Hauptbedinqung für" den euro: päischcn Frieden. Die Regierung worde dic Vorbandlungcn mit dk!" Fcstigkcit fortsoßkn, welchc das Bewußtsein cinflößc, das Interesse und das gemeinsame Rc'cht aller Mächte zu vcrtbcidigcn. Die Regierung bofxc, dic Kammsr werde ihr das Vertrauen ausdrücken, daß 18 (die ngicrung) dic Jntcrkssen, die Rechte und die Ehre Frankreichs vcrtheidige und dic Interkffcn dcs Welt; friedens wahre. Dcr Dcputiric Dcldncic erklärte hierauf, cr wcrdc cine Tagesordnung einbringen, in welcher der .Ne- qicrung das Vcrtmue'n der Kammer ausgcdrückt We'rdc'. Dcr Dcputixtc_Ci)artn-3s sprach sich mißbilligend Über die Politik der Regierung aus. Der Deputirte (Hoblct tadeltc die Republikaner, welche das Kabinct wegen sciner nuswcixiigcn Politik angriffen. Hicrauf wurde die DiSkUisWU gcschissskn. Der Dcputirtc Charmes schlug die xinfacbc Tagosordnung vor, welche von dem Minister-Prä- xidcnicn Bourgeois bekämpft und von dem Hause mit 317 «9611 241 Stimmen abgklchnt wnrde. Dcr Deputirtc c. Mahi) propdnicrtc cine Tagcsordnung, worin das Vertrauen zur chierung aus cdrückt wird und die Er- klärungen dcr Regierung gkbi igt werdcn. Diese Tages- ordnung wurde von dem Minister-Präsidcntcn geneh- migt und darcmf von dsr Kammer 11111 309 gegen 213 Stimmen nnter Bcifailskundgcbungen angenommen. Die Kammer begann hierauf dic? Bcrathung dcr Madagaskar: Kredite, für welchc die Dringlichkeit genehmigt wurdc. Die Vorlage wurdc nach kurzen Erklärungen des Finanz: Ministers Doumer, dcs Kriegs:Ministers Cavaignac und des Ministers für die Kolonien Guicyssc mit 442 gegen 30 Stimmen angenommen. Das Haus vcrtagte sich hierauf bis zum 19. Mai.
Jm Senat erklärte vorgestern dcr SenatorMilliard im Namen dsr linken Senatsgruppcn, dic chierun, über die auswärtige Politik interchicren zu wollen, wäYrend der Senator Lc Provost de Launen) einc Jnterpeüation über die allgemeine Politik ankündigte. Der Minister des „Innern Sarrien beantragte darauf, daß der Tcrmm der Debatte über diese beiden Jntcrpellationen erst in der fol enden Sißung sestgcscßt werde. Allein der Senat bkschl03, daß beide Jmterpellationcn schon gestern zur Vcrathung gelangen sollten. * In der gestrigen Sißung vdrlangtc der Senatqr Bisseuil, d die Jntcrpeliation über
ge Politik bis nach den Osterferien verschoben
_ Der Senator Franck Chauvcau betonte dage'gen, die-aufgcworfcncn ernsten ra cn müßten ohne Verzug cr- iejdtgt mkrden. Dcr Miniter: räsident Bourgeois unter- snißte den, Anixag auf ertagung unter Hinweis auf scme bereits _1m Senat und in der Kammer ab- „egebenexx Erklarimgen, denen er zur Zeit nichts hinzu- ugen konne. Eine nxue Debatte würde die schwebenden Verhandlungen nur storcn und die der Regierung bei der Vertretung zrankrcichs nach auYen hin nothige Autorität schwächen. m Schluß seiner Re e appeüierte der Minister- Pxäsident an den PatriotiSmus des Senats. Der Antrag Bisscuil wurde hierauf mit 159 gegen 11.2 Stimmen abgelehnt. "Dkk Minister-Präfidcnt Bourgeois ab alsdann die Erklärung ab, daß er über die egyptiixche Frage gleichfalls keine anderen Mittheilittxen machen, also die JnterpeUation nicht beantworten ?önne. Der Senator Milliard begründete daran die Inter- pellation, indem er erklärte, daß die patriotischen Beunruhi- Jiangen, welche die Dongoia:E pedition und der Rücktritt des inisters Berthelot ?eworgeruien ätten, noch fortbeständen.
DieNegiernng habe ich durch die eigniffe überraschen lassen.
, mrt Rußland abgeschlossen sei;
Redner'brachtealsdanneineTages:)rdnungein,welchebesagt: „O_er Senat erachtet die Erklärunézen dsr Regierung fur unzureichend und erklärt, aß dieselbe nicht sein Vertrauen besiße“. Diese Tagesordnung nzurdejdgrauf mit 155 gegen 35 Stimmen angenommen. Die thftex ver- ließen den Saal. Der Senator Demöie beantragt? infolge dieser Abstimmung die Aufhebung der Sißung und eine Ver- tagung bis zum 21. d. M., um dann die Vorlage uber die Madagaskar-Kredite zu berathen, Der Antrag tpurds mit 182 gcgbcn 97 Stimmen angenommen und sodann die Sißung an e _0 en. nglZie Minister traten sofort nach der Sißung des Senats im Ministerium des Auswärtigen zu einer Berathung über die durch die Abstimmung im Senat hervor erufcneLage Yu- sammen. In dieser bis 6 Uhr_ währenden onfcrenz _wur e, wie „W. T. B.“ berichtet, einstimmig beschloffen, daß 51602111 Ministeriumnach einander von der Deputirtenkammer crtbetlten VertrauenSvoten, bkfonders das vorgestrige über die auswärtige Politik, es der Re ierun zur Pflicht machten, die Leitung der Staatsangc egeaniten in dcrHand zu behalten. Der Minister:Präfidcnt Bourgeois begab fich darauf in das Elyséo, um dem Präsidenten Fauré Über das Ergebtitß der Bcrathung Bericht zu erstatten. Dcr Ministerrath erd heute wie gkwöhnlici) zusammentretcn. ' , ' Die ariser Blätter von heute konstatieren einstimmig, daß das otum des Senats eine außerordoniiich gespannte Situation geschaffen habe. Die republikanischen und konservativen Journale sagen, das _Kabinct, welches sie ais revolutionär und aufrührerifck) bezeichnen, könne nicht weiterhin Frankreich unter den gegenwärtigen, so schwierigen äußeren Vcrhäitniffsn vertreten. Die radikalen Blätter erklären, die Haltung des Senats mache eine Revifion der Verfassung unvermeidlich, und sprechen die Uebcrzeugun aus, daß das Land den Senat tadeln werds, der die Aufga (: des Kabinets zu einer so schwierigen mache. “
, Rußland.
Der Delegiric der russischen (Heseljschaft vom „Rothen Kreuz“ für Eiythräa und Abcssynien, Hauptmann Zwiagin ist gestern von St. Petersburg über Moskau und Odessa nach scincm Bestimmungsort abgegangen. Am 7. d.M. wird ibm die ganze Abordnung dcs „Rothen Kreuzes“ unter dem Befehl dcs (Hrnkmls Schmcdow folgen. Anläßlich des Vor- schlags Italiens, cine fiir Ervihräa bestimmte Abordnung des „Rothen Krcuzes“ nach Neapel zu senden, wird eine dritte Abordnung gebildet werde'n, welche in zwsi Wochen nach Neapel abgeben soll.
Italien.
Der König Empfing gcstcrn Nachmittag den deutschen Botschafter von Bülow in Audienz. Darauf statteten der Prinz und die Prinzcssin Heinrich von Praußen dcn bctdcn Majestäten cimcn fast“ cinstündich Besuch ab.
Der Militär- Attaché bei der deutschen Botschaft, Major von Jacobi, hat, dem „M.TB.“ zufolge, an die Wittme dcs Gcncrals Dabormida ein Schreiben gerichtet, mit welchem er derselben die Urkunde der Verleihung des Kronen-Ordcns mit dem Stern, welchc'n der General im Jahre 1895 er- hielt, übersandtc. In dem Schreibcn wird der Bewunderum des Deutschen Kaisers für den tapferen Genera Ausdruck gcgcben, welchcr an der Spiße seiner Truppen gefallen sei. Die Erinnerung an dxnsclben werde" nie der: löschen, wcdcr in dsr italicnischrn Armcc noch in der deutschen, welche mit Bewunderung die hohc'n Tbaten dcr tapferen italienischen Soldaten, namentlich dcr Brigade des Generals Dabormida und ihres heroischen Führers, clescn habe.
Nach amtlicher Feststellung leäuft sjsich die Zahl der bishcr aus der Schlacht bei Adna zurückgekehrten italieni- schen Soldaten auf 4511" darunter find 2KGcnerale, 254 höhere und subalterne Ofiizierc, 200 Unteroffiziere und 4055 Korporale und Soldaten.
Niederlande.
Die Königin und die Königinegcntin worden, wie „W T'. B.“ erfährt, vom 21. bis 27. d. M. in Amster- dam Aufenthalt nehmen imd sick) dann nach Faulenscc (Kanton Bern) bkgcbcn, um bis zum 16. Mai dortzuvcrbleiben.
Serbien. Tas chicrungSor an „Vidclo“ kündigt an, daß der Besuch des Fürsten éikolaus von Montenegro und
des Fürsten Ferdinand von Bulgarien am serbischen Hofe erwartet werde.
Amerika.
Die Gesandtschaft dcr chublik Han in Bcrlin hat dem „W. T. B.“ mitgetheilt, daß der (General Simon Sam “um Präsidcntcn dcr Republik a'1'ti gewählt worden ici. Die Wahl sei auf konsiitutioncue eise durch die beiden gesetzgebenden Kammern krfolgt, welchc fich als National- vcrsammlung zu dem Zwecke vereinigt hatten.
Asien.
Das Amsterdamer „Handelsblad“ erfährt aus Batavia vom 2. d. M., sämmtliche Forts von Tutu Umar_seicn von den Atchinesen cingcschiossen. Die Forts seicn ]cdoch mit Munition und Lebensmitteln genügend versehen. Tuku Djuhan habe Olehleh mit 2000 Eingeborenen aus der Landschaft Pedir eithschlossen. Vier holländische Kriegsschiffe schüxtztxn Olchlek). ie Ankunft von Ersaßtruppen werde er- war e .
Aus Peking von vorgestern meldet das „Reuter'sche Bureau“, daß der Bau einkr Eisenbahn nach Su-Tschou von der Regierun genehmigt worden sei. - Dcr franzökxschc Gesandte Gérar sei abberußen wordkn. * Die chineische Regierung stelle in Abrede, aß ein [geheimer Vertrag
äre da egen, daß der ohne Vertrag
ie erk in einem solchen Vertrage gewünf te Zweck au
erreichbar sei. Afrika.
AusAlgesiras von gestern wird emeldet, daß maurische Niff-Piratcn fich der von Gibra tar kommenden Bark St. Io eph“ bemächtigt und die Ladung derselben geraubt Latten. ie Vcsaßung und die Passagiere seien in kläglichem ustande in (Gibraltar eingetroffen.
Das ,Reuter'sche Bureau“ berichtet aus Kairo, die telegraphiscixe Verbindung zwischen Korosko und dem Murafd-Brunnen sei auf halbem Wege nach Abu Hamed am Mittwoch zerstört worden. '
Das „Reuter'sche Bureau“ meldet aus Salisbury vom 31. o. M., Cecil Rikodes sei am Monin Abend dort an- IEkommen und habe eine Reise nach Gwe o und Buluwayo
et
kr
ex et le
A
m
in
in Nbodesia aufrecht zu erhalten.
Aus Buluwayo vom 31. U. M, urcau, ein Hilfskorps sei, nachdem es me abeles heftig an
B enommen habe, von den Mat ie Weißen seien, bis auf e gebracht habe, getödt tödteten sei nicht genau festzusteUen; die Patronen welcher
nenne, chen seien
luwayo
Matabele : ührer lichen Anstiter des König proklamiert.
nach einer Meldun eine beruhigende ufstandes veröffentlicht; 500 Mann, welch g mit den Tru werde, den Au stand zu unte ncur der Kap olonic orden, im Nothfalle weitere S Aus Prätoria vom 2. d. Präsident Krüg er Filfeleistung zur Unterdrückung des Matabele-I §ntmort dcs (Houverneurs der Kapkolonie S Präsidenten für Sir Herkules R rnppenmacht von 500 niigend skin; gleichwohl sei er angenehm her g, welche in dem Ane der Regie gelan c. rätoria, daß am 1. d, M. Depesche des Staatssekretärs orgelqt worden sei. Die eharre aber auf der rs ab ustclien, und cht und die schung dar und ersuche Antwort auf die Einladung zum Besuch Eng: daf; diese An- bc. Die Re ic- zikhc zur Zeit die Dede c
kraft von Vkrbindun
Bureau“, der
freundlichen (Hesinnun Präsidenten sowie seitens
der chublik zum Ausdruck dxm Depcfche s bringe neue (Hr
nochmals um lands.
( mit einer Eskorte von 1
Nhodefia in der La e sei
Die Regierun tre e ener ische Maßregeln, um 6" ähnlicher Unruhen in
ur den Fa
um 30 Gewehre und 3000
iegerische Männer. _-
zuqegangenen Depesche
Olimo, Aufstandes Die Aufständis In einer dem britii wird der Ueberfaü,
et worden.
50 Mann for i, eseßt.
, selbst dem Au stand ent
Die
folgt sei, bsstätigt. Die Weißen scien von n eschlossen worden, hätten aber kräftigen
itet. Der Verlust der Makabelcs werde auf 50 Verwundete geschä t.
Der Staatsse etär
Robinson erhalten, worin dem Anerbieten hkrzlich gedankt werde. aber, die britische T
für die Kolonien „ des „W. T. B.“ rklärung
sich
Er glaube, daß egenzutreten. te Sicherheit der Zukunft
berichtet dasselbe hrere Weiße auf- gegri en worden. inen, der die Nachri t nach Bu- Anzahl der (Ge- Maiabeles hätten
erbeutet. Der den gött-
fich als
durchweg junge chen Kolonialami der bei Inyati 300 Matabelcs rstand ge- Todtc und
Chamberlain hat, aus London von heute, in Betreff des Maiabele:
man nehme an, daß eine Streit-
Dte „Times“ erfährt aus
ernste Erwägung.
Präsidenten Krüger eine
fur die Kolonien Chamberlain ci im frenndlichen Ton gel) Forderung, die Beschwerden der Uitlande ' finde hierfür bei. Pflicht der englischen Regierung zur
chen Republik
alten,
Einmi
Sie lege das
Es könne nicht zugestanden werden, geicgenheit auf unbestimmte Zeit unerledigt blei rung dcr Südafrikanis
e in Mafcking gebildet werde, in ppen in Matabelc-Land rdriickcn; indeffcn sei der Sir Herkules Robinson ermächtigt treitkräftc zu organisieren.
M. berichtet das habe auf das
enügcn ouver-
„Reuter'fchc Anerbicten der ufstandes eine
das freundliche obinson erkläre Mann werde ge: iibrt von der rbieten seitens des rung und der Bürger
m
P H
für den 3.
auf den
Parlamentarische Nachrickjten.
Dcr Ab eordnctc Kröber, Mitglied des Reichstags UZittelsränkischcn Wahikre' ,
in Lusfin-Piccolo gestorben. *- Bei der am 31. o. M. vor
zum Hause dcr Abgeordüctcn “olstcinschen Wahlbez
eidet, gestern
ofbesißcr
ansscn ( (inc) 134 timmen.
ist, wie „W. T. B.“
gcuommencn Er ür den 2. Schleswig- irk (Apenradc-
inrichscn 83,
saswahi
Sonderbura) ficlén _ auf den Lcßiercr ist somit gewählt.
Redakteur
so
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D
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ZLQ-cvch-q
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1882
bei der Schäßung ber schließlich des Betrieb schäyt worden, während dc'r Werth dss gesa besiycs bei der allerdings auf alterkn Grundl nach dem Grundstkuerr belaufkn würde.
Zensiten immerhin Landwirtba überha crmiitelien ländlichen Bodenwertbs.
Waren, denen Schulden m egenüberstanden. Kapitalvermögen die Einw Fabrikanten Ic. ber die aÜerdings wohl ein Kapitalvermö e „ abei weichen a er die Verbgltni Von einander ab. Es betrug namli
die Zahl der erwähnten ensitcn
Statistik und Volkswirthschaft.
chuldkn dsr wohlhabendkrcn dbesißer Preußens.
isbssiatistik vom Jahre 1882 Wdekn bschaftlicbe Haubtbciriebe
Kapitalbermözen und S ländlichen Grun (Stat.Korr.) Bei der Be" bekanntlich in Preußen 123216 ermittelt, 1). b. Bstricbc, deren Inhaber als selbständige Zandwirtbe im Hauptbkrufc bezeicbnct warkn. wesentlich bon derjenigen der infolßc dsr Renten , Haido- odkr Moor kann man die Zahl der selbsiä Msn (mit Ausschluß der grun
„')/* .
iÜionen beziffern.
Fur die' SchäYUng dcs Vermögkns und der V s dteskr Grundbesitzer, giebt die S rgänzungsstcuc-r einen beachtenswkrj im Jahre 1895/96 auf dem platti'n Land einem solchen Einkommen Anzahl von Pfarrern, Förstern, landwirjben befinden. Di? große Mebrbsit s GutsbesiYLm und ücksicbtigte Grundverm
icbt'zxcn Tbéil s 3000 „46 Einkommen,
obl fast überall an
Wir ersehen nun au
Selbst
Osixreußen . Weipreußen ..... Brandenburg ..... ommem SLinsi ........ e en ...... Sachsen ....... Schleswig-Holstein . . nnover estfalen ...... en-Naffau . . . . inlande
fiäch€n
naeh.
einc'rtrage si Es handelt sich also bei
wohl um wenigstens 5 vom Hu upt und um etwa
it einem Ka wenn man annimmt, obner gro st bältnißmäßig star
babendste Schicht 1)
n von einer Manchem wobl
Betrikbe ab gutsbiidung, ec. ctrvas ndigcn ländli dbksißenden
skapitals war auf 9,
3 261 2 682 11083 3 148 2089 9053 9 723 5 809 8661 7 832 3 083
8 landwirt
Darunter Villen bcsi
zwei Fünf s dsr Statistik, daß jene 77
it einem Kapitalvermögen von 4,18 MiUiarden Mar pitalwertbe von 3,
er wirkl
e de'r einzelne
8 Zahl der Inhaber nicbt weichen, !kßicr: aber seit 1101: Urbarmachung friiherer
zugenommcn haben wird,
nämlich dkrj hkl! Anhalt.
ch€n Grundbesiyér in Atbciter xc.) ans rund
erschuldung cines 6111831! mit mehr tatistik dc'r Einkommsn- und Dieselbe wie's c 77 977 chsite'n mit
wird sich aUerdings eine
Lern und anderen Mitbi- jener Zensiten befiebt abcr
größeren Bauern.
age'n beru ck auf rund 25
ihr Kapital- vermögen
(in Millionen 118 76
101,10 718,20 203,23 140,71 730,89 505,23 251,68 330,86 319,37 151,90 603,89
ögcn jener ansiien ein- 76 Milliarden Mark ge- mmtcn ländlichen Grund- bknden Schä ung Milliarden ' ark jknen wohlhabendsten ndert der selbständigem tel des schäyungsweise
977 Zen 1811 k ein es äßt 41 Mi iarden daß _bki jenem ädtischer Vororte, ländliche bstbeili t sind, so bleibt für chen Landwirtbc doch unerwarteten Höbe. n Landestbeilc' weit
der Kapital-
wertb
ihrer Schulden
Mark) 269,00 232,38 589,05 367,80 336,13 606,66 365,80 169,63 154,89 125,38
36,83 159,83
Die hier betrachtete woblbabendste Schicht der Landbewobner hatte also in Ostpreußen, Westpreußen und ofen doch weit über doppelt so viel, in Pommern etwa andertbal mal so die! Schulden als Kapitalva en. In Bmxndenburg und Schlesien, mehr noch in Sachsen und S leswig-Holstem war das Kapitalvermö én bereits größer als die Schulden; in Hannover und Westfalen bertraf .es dieselbkn um mehr als das Doppelte in Heffen - Nassau und Rheinland etwa um das Vieriache. Die drei “so mannigfach verschiedenen Landgebiete des preußischen Staats: der rein ackerbautreibende Nordosten, die bereits vielfach mit fiädtischem und gewerblichem Wesen durchseßte Mitte und der bochindustrie11e, in dem Weinbau noch mit einer be- sonderen (Erwerbsquelle versehene Südwesten scheiden sich also auch ip Hinsicht dcr Vermögens- und Verschuldungsverbältnisse scharf von einander. Von den 4175 Millionen Mark Kapitalvermögen kommen aÜein 548 Millionen auf den Regierungsbezirk otsdam, welcher die Vororte Berlins umschließt. In diesem Bkzrk ist also bei den Zensiten mrt mehr als 3000 ..“ Einkommen auf dem Lande fast eben so viel Kapitalvermögen vorhanden wie! in den vier Provinzen des Nordostens zusammen.
Handel und Getverbe.
Bei den Abrechnungsjtellen der Reichsbank wurden im Monat März 1). J. 1850 259500 «16 abgerechnet gegen 1 885 357 400 916 im ebruar d. J., 1 807 745900 „15 tm März 1895, 1 546114 8 „16 im März 1894, 1 396 613 300.45 M1 März 1893, 1 447 798 300 .“, im März 1892 und 1 366 365200 „15 im März 1891,
. Die. Wochenübersicht der Reichsbank vom 31. März 1896 zeigt 116! cinem gssammtkn KLsenbestand von 911099000 (1895 1071295000) „M der Vorivo é „gegknüber eine Abnahme von 63 520000 (1895 Abnahme 57 812000 „ja), der Metallbesiand für sich hat um 61945000 (1895 54 528 0001-15. angnommen. Der Be- stand an Wechsein im Vitrage Von 732 324000 (1895 572 491 000) „ck
* 2000 (1895 93167000) Zunahme 27 432 000) „FC v-Ir- mebrt; auf diesen bkiden Anlaqekonien zusammen ist also ein Zu- gang bon 182721000 (1895 Zunahme 133189000) „ki eingetretkn. Auf passiver Seite Erscheini der Vetraß dcr umlaufenden Noten mit 1248 508000 (1895 1157191000) .,“ um 233 568000 (1895 Zunczbme 163918000) 9-6 höher als in der Vorivocbe', während die sonstigen taxiltch faUrgen Ve'rbmdlichkeiten ((Girogutbabkn) im Betrage von 418 890 000 (1895 469 765 000) kim: Abnahme um 104 807000 (1895 Abnahme 86 977 000) „ki. ktkcnncn lassen.
Theater und Mufik.
_ Kon zerte.
Am_z;cs1rtgkn Cbarfrcitag fand in dkr Sing-Akademik die 65. Ausfuhrung'der Passionsmufik nacb dkm Evangelium St. Mqitbakt bon Jbl). Seb. Back) statt. Bki der Wiedergabe des berriicben Werks bkwabrte' sich deeror ddr Sing-Akadexmie unicr Létiung des Professors 1)r. Martin Blumner im Verein mtt dem Philharmonisckyxn Orchester so ausg_€zeichnet wie immer. DW Zusammenwirkung bkidkr ausfübrendkn Krafte war schon in My ersten, iunsisoi] komponisrtxn Dovpel-(Tbor mit Choral, imd tn dim tief ergreifenden Schluß-(Cbor des ersten Theiss, in welchem der Choral .O Mensch, bswkin" dkiti' Sünden groß“ als dancn§ 15111115 den Figuratibncén des Orchssters zu Grunde gklkgt tft, von wurzderbarxm Eindruck. _Eine aleichfaüs sebr nachhaltige Wirkung crrktchic dic' FüUe und K'langscbönbkit des Chors in dem (Choral .O Haupt Voi! Blut und Wunden" und dem 8. 08556118. vbrgetragcnkn .Wenn ich einmal sol] scheiden“ sowie in dym rubrkndkn SÖlUß-CÖOYÖLS' Werks „Wir ssße'n uns mit Thränen nieder“. Untkr dxkn Le-triuxigkn dkr Solisten Und besonders die des GWÉZhNiM-ÜÖL" Kammsmängers C. Dikricky (TkUOk) und dcr Alx! tui A. Stcpban lobend bsrvorzubebkn; doch tbaien aucb Frquletn Helene Obkrbcck (Sobran) und di? Bassisten R. von Mtidk und Rolle nach Kräften ihr Bestes. Das Vidltnsoio . im zweiten Tbeil dé's Wkrfs fiibrte der Konzert- metsier Wrtsk mit gutem leingkn aus; glsick)? Anerkennung verdient ms Orgelspiel des Mufikdirektors Kawerau. Die um- sichiisxe_ Führung. de'r zahlreichen Gksangs- und Jnstrumentalkräfje bon settkn dcs »Vexrn Professors Blumner kadiknt schli€ßlich noch besonders lobende „Pe'rvorbebung.
Das schon zum 11. März angkkündigl gewesene, dann aber hinaus- gcschobeneKonzertdcs Fräulsin C la ra S ck a cbt fandam Disnstag Abend im gut beskytkn Saale der Sina-Aka dem ie statt. Sonst widmet sich diese Sängkrin VVkWikgl'tld dcm Or , ngesang, und dicser ist auch das eigentliche Element für ihre große, schöns Stimme mit dem seltenen intknswm Altkiang, dik- am bestc'n wirkt, wc'nn “der mit vornehme! Rubc getragene Ton im 11161191! Kirchk'nraum ausklingt. Das Programm des ziestrigen Abends enthielt jedoch ikidkk nicht eine Einzige Oratoric'n- Arie, sondern fast nur Liedc'r von modc'rnsn und modernsten Kom- ponisikn. Dkk Vortrag alier Gsiängc war kunsigcre'cht und zcugte von musikalisch gkfundkm Empfiriden, dennoch abkr batte es den Anschein, als ob dieses tiefe; sonore Organ nur gc- zWUngcn sein gc'istlichs Gepräge Vsrleugrn-ie, um sich den leichten Liedchen anzuvaffkn. Sebubc'rt's „Dem Unendlichen" entsprach daher noch am Lbesixn dcr Bkgabuna dex Künstlerin; das jest öfter gesungene Hkbbelffche .Gsbst an die Giücksixöttin', von E. E. Taubert komponiert, sprach weniger an. An Beifall und Blumen- spendxn fehlte ('s der Sänserin nicht. Zwiscbc'n den Gesängen tru der KöniglicT Kammkrmusifcr Herr Lüdemann einige Pi-chn an dem Cellos ön und echl vor, nuobe'i ('r vou Fräulcin Dinßs trkfflichßauf dcm Fiü el bcglkitet wurde“. Um dic Klavierbegleitunq zu den Liedern batte Sich Frau Biklc'nbe'rg verdiknt gemacht.
Im Saal Bechstein gab am Diknstag die Konzertsängerin Ma ria K rebs , welcbe vorJabresfrist sich bereits einmal bierselbst bören ließ, (111611 Lieder-Abcnd, in welchkm € vierzehn Gesänge zum Vor- trag brachte. Jbr klangvollsr und um angreicher Mezzosopran ist mit eingebendcr und meist lebendiger AusdrucksWLise vereinigt, auch die Reinheit der Intonation läßt nichts zu wünschen; nur verbüat die Sängerin nicht genug den Athemansa , sodaß sogar mitunter die Silben der Texteswvrte getrennt ers einen und mebrtaktige Bin- dungen ibr Versagen. Am besten gelangen die Arie aus „Samson und Dalila' von Saint-Saöns, .Genesun ' von Franz, Leßmann's beliebtes Lied „Meine Mutter bat's gewo t“, „Rastlose Liebe“ von Schubert u_nd .Sommerabend“ von Lassen, aus welche wohlver- dienter Beifall Jolgte. Dic Klavierbe'gleitung des Herrn C. Behm verdient noch be anderes Lob.
Die Pianistin Natalie Kuppis aus Budaprst, welche am Mittwoch im Saal Bechstein ihr erstes Konzert gab, eröffnete das- selbe mit Bketboven's ()jJ-m011-Sonatk, die sie mit einem auffaütnden Mangel an Verständnis; und mit so willkürlichen Temvobewegunßen aus- führte, das; dies edle Werk darunter zu leiden hatte. Auch in den gewäblten Schumann'fcben Werken vermißt? man ricbti eBetonung destytbmi eben und die nötbigeDeutlichke-it des Spiels. Die onzertsängerin FrauMarie Kornatis, die neulich als Eievin der tFrau Joachim in einer Schüler- Aufführung derselben mitwirkte, unte küßte das Konzert durch einige Gesanxévorträge, unter denen die Ausführung der Weber'scben Konzert- Arie esonders Jfiel. Mit klangvoller, umfangreicher und kolo- raturgewandter timme begabt erhebt [ tere sich mit Leichtigkeit bis zum boben () hinauf. Im Vortrag der ieder von Schubert und Schumann erreichte sie zwar noch nicht ihr berühmtes Vorbild dock berechtigt auch in diesem Punkt die begabte Künstlerin zu den günßigsten Erwartungen. Frau Biesen berg führte die Klavierbegleitung mit gewohnter Sicherheit aus.
Im KönigliUcZen OZernbaufe wird am morg en Oker- sonnta Nossini' . ilbelm el!" ge eben; Herr Theodor eichmann verabs ieder sich in du Titelrolle. m Ostermontag findet eine Auf-
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