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HamburY 18. April. (W. T. B.) Yamburg-Amert- kanifscbe Pa etfabrtiAktien-GeTells aft. Der Schnell- damper .Augufta Victoria“ ist gesern Abend in New-York
eingetroffen. London, 18. April. (W. T. B.) Der Castle-Dampfer imreise von den Canari-
Doune Ca tle' ist heute auf der ichen Zuse n ab e an en. Der astle-DamÉfer „Tantallon Z aftle“ sind heute
Castle“ und der atle- ampfer „Warwick auf der Heimreise in ondon an ekommen. ' _ Rotterdam, 18. April. ZW. T. B. Ntederlandiscb- Amerikani che Dam fschirfabrts - esellscbaft. Der 'ZOampfer , dam“ ist eute Vormittag in Rotterdam ange- ommen. _ 19. Avril. (W. T. V.) Der Dampfer .Veendam' ist in New-York eingetroffen. Der Dampfer
gestern Nachmitta , . A m st e rd a m “ ißt gestern Vormittag yon R e w - Y o rk abgegangen.
Theater und Musik.
Im Königlichen Opernbau 2 findet mor en eine Auf- führung von Donizett'rs „Lucia von ammermoor" att. Fräulein rancescbina Prevosti astiert in der Titelrolle; den Edgardo singt err Lavin aus New- ork der in Paris auMebildete junge Künstler ehört erst seit kurzem der 5 übne an), den Lord Astbon Herr Bulß. In der am Donnerstag stattfindenden Aufführung von Meyerbeer's „Robert der Teufel“ singt Frau Herzog zum ersten Male die Rolle der Isabeua. Mit der Ein tudierung des Werks, welches im Jahre 1891 zuletzt auf der Köni lichen Bühne erschien, isi Kapeümeister Sucher betraut. Demnäcbiii werden auch .Die Stumme von Portici' von Auber, .Die weiße Dame“, von Boreldieu ,und ,A'ida' von Verdi in den Spielplan der Königlichen Oper wieder aufgenommen werden. '
Im Königlichen Schauspielhause wird morchn Richard Skowronnek's Lustspiel ,Die kranke Zeit“ gegeben. Dir Damen Foppe, Schramm, Conrad, von Mayburg, Hansner, dir Herren
ollmer, Molenar, Lartmann und Heine sind darin beschäftigt.
Im Schiller- beater werden am Freitag die Auffahrungen des Lustspiels „Durchs Ohr“ wieder aufgenommen. Dein Iordan- schen Werk voran geht Paul Hcysc's einaktiges Lustspiel „Unter Fbrüixxrn“. Paul Lindau's Schwank „Der Zankapfel“ beschließt den
en . Fräulein Johanna Haacke aus Halle. Fräulein Lotte Dienel, Herr Grusclli (ein neuer Tenor) und Herr Arthur Mönch Werden am nächsten Mittwoch, Mittags 12 Uhr, bei dem Orgelvorxrag des Mufikdirektors Otto Dienel in der Marienkirche mitwirken. Der Eintritt ist frei.
Da nunmehr die Baulichkeiten im Ausstellungspark zu Treptow ibrer Vollendung nahe End, so ist auch die erste Theater- Vorstellungin .Alt- erlin“ bereits auf den 1. Mai fest- geseßt worden. Zunächst sollen zur Auffübryng gebracht werden: Die Wendeniaufe“ don Karl Bleibtreu, .Die schwere Noth“ von Ernst Freiherrn Von Wolzogen, und ein „Ringelsiecben“.
Manuigfaltiges.
Am 21. Januar d. I. hat sich bier unter dem Namen „Frei- williger Erziehungsbeiratb für „schulentiassene Waisen“ ein Verein konstituiert, welcher die sittliche und wirtbscbaftlicbe örde- rung der Waisen Berlins in den auf ihren Austritt aus der chule folgenden Jahren fich zur Aufgabe gemaY hat. Ehren-Präfident des- selben ist der Staats-Minisier Herrfurtb, orsißender LandgerichtszRath Dr. Felisch. Mitglied des Vereins können erwachsene Personen betderlri Gefazlecbts ohne Unterschied des Berufs, der artet und des Glaubens- bekenntniffes, sowie Personenbereinixungen, Be örden und Körpkrschaften werden, und zwar durch aUSdrü liche Erklärun des Beitritts als
fleger oder Pftegerin, als fachmännischer Beis and, als zahlendes éitlglied oder als immerwährendes Mitglied, in leßterem Falle durck) ab ung eines einmaligen Britra s von mindestens 100 „M Die kitglieder haben [eiche Rechte Hinsichtlich ailer Einrichtungen des Vereins; Frauen nd zur Bekleidung jedes Amts im Verein befugt. Die Pfleger und Pfiegerinnen, deren Wirkungskreis möglichst an den der Waisenrätbe angegliedert werden soll, verpflichten sich, zur Erreichung der Ziele des Vereins nach Maßgabe einer besonderen Pflegeordnung tbätig zu werden. Insbesondere Haben sie bei der Berufswahl drr ihnen überwiesenen Waisen und bei der Unterbringung dieser in dem er- wählten Beruf mitzuwirken, die Waisen zu überwachen, über deren Arbeit eber fich zu unterrichten, gute Beziehungen zwischen diesen und ihren iÖflrglingrn anzubabnen und letztean mtt Ratio und Tbat bri-
zustehen. Der fachmännische Beistand hat dagegen betreffs seines
Wetterbericht vom 20. April, Uhr Morgens. »W
am Morgen leichter Bewölkung wahrschein ich.
eigenen Berufs dem Vorstand und dessen Mitgliedern auf Fragen, die im Intere e der Waisen an ihn gerichtet werden, Auskunft zu ertbeilen und n An elegenbeiten eines Faches die Pfleger und Pflegerinnen auf Ansucben zu untersi ßen.
Der unter dem Protektorat Ihrer Majestät der Kaiserin riedrich stehende „Hauptverein für Knaben-HandarbxttF' belt am Sonnabend Abend in der Aula des Yorotbeenstadttschen Real- Jmnasiums seine 9. Jahresversammlung a , der in Vertretung des
iinisters der geistlichen :c. Angelegenheiten der Geheime Ober- Re ierrrngs-Ratb Brandi beiwobnie. In der Aula war eine Aus- stelkung von Lehrer- und Schülerarbeiten veranstaltet, aus der aus- erwählte Stücke auf der Berliner Gewerbe-Ausstellung vor- geführt werden sollen. Geleitet wurde die Versammlung von dem Ab . von Schenckendorff, der auch den Iabres- bericht eriztattete. In den 5 Werkstätten des Vereins sind danach im levten Sommsr in 18 Abtheilungen 333 Schüler, im Winter in 23 Abtheilungen 463 Schüler beschaft t worden. Hierzu traten im Winter noch 240 inder der 8 Knaben orte. Von den 463 Schülern besuchten 77 ymnasien, 34 Realgymnasien, 35 Realschulen, 10 Pridatknabenscbulen und 290 Gemeindefcbulen; 17 wurden zu Lehrern ausgebildet. Die Unterrichtskosten betrugen 8989-14, die Gesammtausgaben 9664; Vereinnahmt wurden dagegen 11022 ..ck, und zwar an Unterrichts eld, verkauftem Material u.s.w. 5173-44 und an Iabreßbeiträgen 172 «M von 296 Mitrliedern (42 weniger als im Vorjahre). Das Ministerium der geitlicben rc. Angelegenheiten ewäbrte an Unierstü ung 1000 „M, die Stadt Berlin 1800 „FC Dre Zietheiligung an der ewerbeausftellung verursacht 3_4000.-jé Kosten ; man bofft dieselben aus einem besonderen Staatßzuscbuffe und, aus freiwiUigen Spenden zu decken. Der bisherige Vorstand wurde wieder- gewäblt. Dr". P. Jessen schilderte sodann in längerem Vortrage die Bedeutung der Schülerwerkstätten als Erziehungsmittel für Kunst
Industrie und Handwerk.
Die Deutsche Kolonial-Aussiellung, welche eine Ab- iheilung der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 bildet, ist, wie die „Deutsche Kolonialzeitung' mittbeilt, so weit gefördert worden, da sie sich am EröffnurYsta e recht gut, wenn auch hier und da noch ni t ganz fertig (die üd ee-Insulaner kommen z. B. aus klima- tischen Rücksichten erst im Mai), präsentieren wird. Die Ausstellung zerfällt in einen etbnologischen und einen wissenjchaftli -kommerzie[len Theil, die auch räumlich von einander getrennt sind. ndern ersteren sind Vertreter besonders charakterisiiscber Stämme aus Afrika und dem BiSMarck-Arcbipel bereinigt, welche in ihren ori ineUen Hütten, die zum tbeil aus echtem Material gefertigt sind, ihren eschäftigungen obliegen werden. Es wird ein möglichst getreurs Bild des Lebens dieser Stämme gegeben werden, da keine Mühe und Kosten Fscheut sind, das ethnologisch Interessante berbeizuschaffen. Diese
usstellung wird nicht nur die Schaulust befriedigen, ,sie soll vor allem die Eingeborenen dem Verständnis; der großen Masse näher bringen. Man wird sehen, welche kunstvoüen Schnrßereien die als wenig bildungsfäbig beurtbeilten Papuas nur mit der Steinaxt und Muscheln berfertigt haben, Welche großartigen praktischen Be- festi ungen die Wanjamwesi bauen 2c. Die wiffenfcbaftliche Ab- tbei unJTwird aus mehreren Theilen bestehen. In einem hölzernen, echten ropenbause wird ein Bild der Produktion, des Handels und des Verkehrs, der von der Verwaltung geschaffenen Ein- richtungen, sowie der Lebensweise der Europäer in unseren Schuß- gebieten gegeben werden. Ein anderes Gebäude, in arabischem Stil, soll das statistische Material darbieten und einen sich langsam drehenden Riesen-Globus als Mittelpunkt erhalten, während in der Kolonial- balle die Ausstellung der Deutschen Koloniaigesellscbaft und der kolonialen Erwerbs eiellscbaften und Missionen statt ndet. Auf dem Terrain dieser Abt eilung erheben sich auch die ebäude für die privaten Aussteller, alle in sanfibaritisch-indischem Stil oder in dem modernen Pavillonstil aufgebaut, und gruppieren sich um einen kleinen See. Hier liegt auch das große Ausstellungs-Restaurant, in dem die auf den 30. Mai festgeseßte Haupwersammlung abgehalten werden wird.
Nachdem Hkrr 1)r. Beerwald von der Lritunxx der Unfall- station 711 zurückgetreten ist,dat dieselbr provijorifcb der Erste Assistent dieser Station, Herr Dr. Wachsmann übernommen.
Der Wassersturz des Viktoriaparks soll gemäß dem Brschlus; der städtischen Parkdevutation in dirsrm Jahre an fol- grndrn Tageszriten in Thätigkeit geseßt werden: vom 1. Mai bis 1. Srptembcr von 11 Uhr Vormittags bis 7 Uhr Abends, vom 1. September bis 15. Oktober Von 10 Uhr Vormittags bis 6 Uhr
Abends.
Writere Abnahme der Deutsche Seewarte. Jnfang .“ Uhr.
rost.
Zern
Stationen. Wind. Wetter.
Temperarur 55 C.
in"
Bar. auf 0 Gr. 11 d Meeressp red. in Millim.
bedeckt halb bed. halb bed. beiter wolkenlos wolkig wolkenlos wolkenlos
SSW
Belmullet . . SSO
Aberdeen . . Cbristiansund OSO Kopenhagen. OSO Stockholm . W
Haparanda . S
St.Petersburg sii Moskau . . . NNO
Toerueens- OSO
town . . . Cherbourg . NNW . . NO
er . . vlt ..... 774 O Lamburg . . 774 NNO winemünde 772 NO NeufabWaffer 773 NNO
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mann. (Lucia: als Gast. Sir York, als Gast.)
Zeit. Lustspiel
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Max Grube.
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beiter wolkenlos wolkig wolkenl.1) wolkenl.9) Re en“) Ne el“)
rin. agner.
Anfang 7 Uhr
Königliche Ichauspiele. Dienstag: Opern- baus. 101. Vorstellung. Lucia vou Lammermoor. Oper in 3 Akten von Gaötano Donizrtti. Von S. Camerano.
Schauspielhaus.
Skowronnek. In Scrne geseßt vom Ober-Regiffeur Anfang 7i Uhr.
Mittwoch: Opernhaus. 102. Vorsteliung. Lohen- Romantiscbe Oper in 3 Akten von Richard (Lohengrin: Herr Heinrich Vogl, Königlich bayerischer Kammersänger aus München, als Gast.)
Schauspielbcius. 108. Vorstellung. 1812. Schau- spiel in 5 Aufzügen von Otto von der Pfordten.
s Gliicki Wi r . Theater. D“ "' " “1 Das Glück im Winkel.
Text Dirigent: Musikdirektor Stein- Signorina Francescbina Prevosti, Edgardo: Herr Labin aus New- Anfang 7i Uhr.
107. Vorstellung. Die kranke in 4 Aufzügen von Richard
Lautenburg. Dienstag:
bearbeitet von Benno Jacobson.
hafen.
Dienstag : Kostümen, Hun erleidet.
Wessing - Theater. Dienstag: Gastspiel von riedrich Mitterwurzer. Das Glück im Winkel.
Mittwocko: Gaskiviel von Friedrick) Mitterwurzer. Donnerstag: Gastspiel von Friedrich Mitterwurzer.
Rrsrdenz - Theater. Direktion : Sigmund Hotel zum Freihafen. (Q'Uötel an 1.1de Bedanke.) Schwank in 3 Akten von Georges Feydeau, überseßt und _ Anfang 73; Ubr.
Mittwoch und folgende Tage: Hotel zum Frei-
Frtedrtü) - Wilhelmßüdttschrs Theater.
Chausseestraße 25_26.
Mit großartiger Ausstattung an Dekorationen und Requisiten: Ausstattungs-Komödte mit Gesang und 5 aÜet in 10 Bildern von Julius KeUer und Louis Herrmann, mit tbeilweiser Benuyung einer Idee des Mark Twain. Musik von Louis Roth.
Ueber die WitterunYim Monat März 1896 berichtet das Königliche Meteorologische nsiitut auf Grund der angesieuten Be. obachtungen Folgendes: Am bemerkenswertbesten in der Witterungg. geschichte des ver angenen Monats war die langanhaltende beiter: und insbesondere ?o warme Zeriode in der zweiten Hälfte desselben. An manchen Orten nd no niemals seit denYBe inne amtlicher Beobachtungen, d. . seit 48 Jahren, tm Marz iio hohe Tages, mittel der Temperatur verzeichnet worden; vom 22. bis 24. la er sie zu Berlin um mehr als 10 Grad über der normalen. In der er ten- Flite des Monats wie auch in den leßten Tagen desselben waren die
ärmeverbältniffe ziemlich der Jahreszeit entspre end. Ledi lich jener Periode ,ist daher der gro e Warmeüberschu zuzuschrei eu, welchen die Mitteltemperatur des Monats an_allen Stationen auf- weist, und der im Osten vielfach bis zu 40 berragt. Auch die Nieder. schläge übertrafen den vieljäbrigen Durchschnitt in hohem Maße, in verschiedenen Gegenden sogar um mehr als das Doppelte. Nur die höheren La en Schlesiens _find eiivas zu trocken gewesen. Mehrfach erfolgten tarke Schneefalle; die aber in den tiefer gelegenen Gebieten nirgends eine lanJer andauernde Schneedecke hervor. riefen" nur auf den Geb rgen hielt sie si . meist von beträcbtlicher Stärke, während des ganzen * onats. In der ersten Dekade stand die Witterung unter dem Einfluß mehrerer im Norden vorbeiziehender Deprejfionen, die durch südliche und west. liche Winde die anfangs normale Temperatur etwas erhöhten. Als aber Norddeutschland vom 8. an auf die Rückseite einer Depression zu liegen kam und fiel) ein Gebirt hoben Luftdrucks von Spanien nach Finland erstreckte, gelangten küb_lere nördliche Winde zur Herrfrbaft und brachten die Temperatur zunachst langsam zum Sinken. uBe. ginn der zweiten Dekade wurde durch ein von Schweden südo twärts ziehendes Minimum, welches lebhafte nördliche Winde und starke Schneefäüe veranlaßte, die Abkühlung beschleunigt, sodaß am 14. vielfach die niedrigie Ternperatur beobachtet worden ist. Vom15. ab war ZentraT-Curopa in ein Hochdruckgebiet aufgenommen, deffen Kern meist im Südosten lag, wahrend Depressionen im Norden und Nordwesten Vorüberwanderten; hierdurch wurdcn warme südliche bis Westliche Winde bedingt, die im Verein mit dem meist heiteren Wetter die Temperatur bis zum 25. außerordentlich rasch und stark erhöhten, Vom 26. März ab gewannen wieder Depressionen, die über Deutsch. land binwegzogen, derartigen Einfluß, daß unter Regen- und Schnee- fällen eine tebr starke Abkühlung eintrat. Am Monatsscbluß lag dem- zufolge die Temperatur meist unter dem Normalwerth.
Vremen,19,Apri[. Der englische Dampfer „Kraigeard', welcher gestern Nachmittag don Brrmerhaben in See ging, kam Abends 9 Uhr in der Nähe von Norderney bei dichtem Nebel mit dem englischen Dampfer .Sidddns“, von Odeffa mit Getreide nach Hamburg bestimmt, in Kolli1ion. Der Dampfer ,Siddons' isi gesunken; Kapitän und Mannschaft wurden von dem Dampfer .Kraigeard“ aufgenommen. Der letztere krbrte mit Beschädigung am Bug nach Bremerhaven zurück.
St. Petersburg, 19. April. Die „Russisibe Telegravben- Agentur“ erhielt nachfolgendes Telegramm aus Irkutsk: Der Gou- verneur Von Iakutsk, Skripizin, tbeilte dem (Gouverneur von Irkutsk, Stdeilizkiji, zur Veröffentlichung mit, daß der Gehilfe des ;Polizei-Cbrfs K'azantsew aus Ustyansk unter dem 9. März nach. lebenden Bericht erstattete: Die Einwohner don Usjyansk wiffen nichts betrrffs des Schicksals der Nansen'schen Expedition. Die Eingeborenen, welche sich vom Mcri bis zum Rodrmber v.I. auf den Inseln Liakbow und Kotelny aufhielten, wosclbst auf Befehl des Barons Toil Vorrätbe niedergelegt Wurden. sahen weder ein Schiff auf dem Meere, noch auch Spuren eines Schiffbrucbs. Kuchnarew sei nicht befragt wordrn, da er wrgen geschäftlicher Angelsgenbeiten nicht anwesend sei und die Entfrrnung mehr als 1000 Werft Von Ustyansk betrage; Personrn, wriche Kurbnarew kennen, versicherten, er habe ÜbsT “dil? Exprdition Nansen's nacb altrn Mittheilungen drr Blätter ge rte en.
Lissabon , 20. April. Der Londoner „Times“ wird aus Lissabon berichtet: „Ein woblbabenderFabrikant, der am Sonnabend Abend zu Wagen seine Fabrik Vrrließ, wurde sammt drm Kutscher durch eine mit Dynamit und Nägeln aefülite Bombs in die Luft gesprengt und lz)errcibffcn. Die Polizei fahndet eifrig nacb drn Urhebern des Ver-
re ens.“
(Fortseßung des Nichtamtlichcn in der Ersten und Zweiten Beilage.)
chtral-Theatcr. Alte Jakobstraße Nr. 30. Dienstag: Gastspiel drs Conrad Dreher- Ensembles dom Viünchener Gärtnerplay-Tbeater. Conrad Dreher a. (5). Zum zweiten Male: S loss Moutbeliard. _ Hierauf: Zum zweiten Yale: Die beiden Afrikaner. Anfang 7i Uhr. Mittwoch: Diesrlbe Vorstellung.
Konzerte.
Konzert-Haus. Karl Mehder - Konzert.
Dienstag: Oudertüre .Zanetta', Auber. „Wil- belm TEU“. Rossini. „Drr König von Ybetot“, Adam. „Urrngg rmrcabro“ von Saint Saöns. Walzer „Sagen aus dem SpreLWald' (nru) von Landwehr.“ „Souvenir de Bade“ für Violine von Leonard (»Perr Carnier). Phantasie aus .Carmen“ Von Bizet. Lar () (mit Orgel) von Händel. „Weber's letzter edanke“ für Piston von Fuchs (Herr Werner).
_ Familien = Nachrichten.
Der
bedeckt
bedeckt bedecki bedeckt halb bed. Rrgen bedeckt Ne en wo kig bedeckt le d'Aix . . 772 NO wolkenlos ja . . . . 763 O bald bed. T eff . . . . 766 O bedeckt
1) Reif. ') Reif." 3) Nachts Regen. 4) Nachts
Regen. Uebersicht der Witterung.
Ueber Europa ist der Luftdruck andauernd hoch und gleichmaßig vertbeilt. Das baromeirische Maximum lie t über Südschweden gegenüber einer acben Depres ion jenseits der Alpen. Dement- prechend weben über Zentral- Europa vorwiegend nordöstliche Winde, welche im südlichen Osiseegebiete Irisch auftreten. In Deutschland, wo Repen gefaUen s. ist das Wetter bei abnehmender Bewölkung
Memel . . . 772 NO
BKW . . . . 773 NO uniier. . . 772 NO Karlßrube. . 771 NO Wiesbaden . 771 N München . 769 W Tbemnitz . . 772 NW Berlin. . . . 771 NNO Wien . . . . 769 NW
Breslau . . . 771 NW
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Anfang 7» Uhr.
Opernhaus. Donnerstag: Robert der Teufel. Anfang 7 Uhr. Freitag: Der Ring des Nibe- lungen.. „Vorabend: Das Rheingold. (Loge: Herr Heinrich Vo [, als Gast.) Sonnabend: Der Ring des Nbeluugen, 1. Abend: Zum 100. Male: Die Walküre. Anfan 7 Uhr. Sonnta : Don Juan. (Don Juan: err Fran- ceSco d" ndrade, als Gast.)
Schauspielhaus. Donnerstag: Am Geburtstage Sbgkespeare's: Othello, der Mohr von Venedig.
reitag: Doktor Klaus. Sonnabend: Judith.
onntag: Der Sturm. (KroÜ's Theater.) Anfang 7i Uhr: Halali. Die Dieustboten.
Deutsches Theater. Dienstag: Liebelei. -
Vorbjer: Zu Hause. Anfang 7i Uhr.
Mittwoch: Hamlet.
Donnerstag: Zum ersten Male: Jugend von Max Halbe.
Orrliner Theater. Dienstag: Die Frau ohne. Geist. Anfang 7T Uhr. M1t1woch: König Heinrich.
etw'as kälter, im nordwestlichen Deutschland wurde Reif beobachtet. In Nordwestrußland herrscht
Donnerßtag: König Heinrich.
In Scene geset von Julius Frißsche. Dirigent: Herr'Kapellmeis er Winné. An'ang 7i Ubr. lJirttwocb und folgende Tage: Der Hunger- e er.
Theater Unter den Linden. Direktion: Julius Frißsche. Tournée Iudic. Direktion:
h. de Glaser.
Dienstag: ]. Gastvorstellunq der Iudic. [„a komme a kama. SoluéäiS-oysrsdßéz 611 3 YSQQZ (18 Usnrrsqrrjrr Sb Uanuä. UUquUS (19 1101-76. _ Cbansonuettes, Vor etragen von Anne Indie. (31191 (1'0r01165rr6; A?. Rosensteel. ]YÉZjZZSrU' ZÖUÖL'Q]: Pk. E- Cbambly. 7& Uhr.
Mittwoch: 2. Gastvorsteaung Anne Indie. l-a komme ck kapa. _ Chausonuettes.
Adolph Ernß-Theater. Dienstag: Das flotte Berlin. Große Ausstattungs-Gesangs offe in 3 Akten von Leon Treptow und Ed. Iaco son. Kuplets und Quodlibets von Gustav Görß. Musik von (Gustav Steffens. In Scene eseßt von Adolph Ernst. 2. Akt: Alt-Berliu. Aniang 7x Uhr.
Anfang
Mittwoch: Das flotte Berlin.
Verlobt: Frl. Eleonore von Hobnborst mit Hk"- Amtßverwalter a. D. Günther Grafen von Bern- storff (Gartow). _ Frl. Elise Nowack mit Hrn- erst-Asseffdr, Prem.-Lieut. d. R. Bernhard Voigt (Berlin-Schleswig).
Geboren; Ein Sohn: Hrn. Prerm.-Lieut.Gus“!v ihrn. yon Bodenbausrn (Dresden). _ Hk!- rofessor Dr. Adolf Passow (Charlottenburg). “- in_e Tochter: Hrn. Lieut. Betbcke (Glogau-
_ Hrn. RegierungssRatb ])r'. Bredow (Danzig-
Gestorben: Hr. Ober- und Korps-Auditeur Carl ecker (Berlin). _ Verw. r. Rittergutsbesi “ milie Fleischer, geb, Papsdor (Friedeberg N.- -)-
_ Verw. Fr. oßägermeister von Hertel], geb-
_b_9n Krautboff ( runrade).
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Verantwortlicher Redakteur: S ie m e n r 9 th in Berlin.
Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin- Druck der Norddeutschen Bu druckerei und Verlass“ Anstalt Berlin ZW., Wil elmstraße Nr. 32- Acht Beilagen (7211)
(einschließlich Börsen-Beilage)-
Deutscher Reichstag. 71. Sißung vom 18. April 1896, 1 Uhr.
Ta eSordmxng: Zweite Verathung des (Heseßentwurfs, betref end die Avanderurrg des (Gesetzes über die Erwxerzbs- und Wrrthschafthenossenschaften (Konsum- verei .
Abg. M2 ner entr. beantrat einen - * - schaftsgcseß vori3 1889,(Zdahin)gek)end: g Zusatz zum ELWR"
' „Branntwein „und sonstige Spirituosen, Welche dem Genuffe dienen: geboren nicht zu den Lrbens- und Wirtbschaftsb€dürfnissen und durfen von Konsumdereinen nicht gefiihrt Werden.“
Der_ Antragsteller weist auf die roße Ausde nun in Wesel)? die SicbnapskonsurnVLreine angenomrnZn bättrn, rriikil ?ie l)dexr“ Konzesionspfticht nicht „unterworfen wären. Die Trunksurht werde durch olche Konsumvercme gefördert, wie aus den zahlreichen Klagen aus allen Tbetlen des Reichs deutlich brrborgebe.
Abg. Wurm (Soz.): Dsr Vorredner ist ein Gegner aller Konsumverkmr; er will aber mit der Sprachr nicht ganz heraus, sonderrr Versucht es, fir methodisch nach und nach zu untrrdriicken. Dre Konzesfionspflicht ist bereits in drr Novelie zur Gewerbe" ordnung beschlossen; dre Vorlage, ist eine neue Quelle der Chikattierung. Den Schnapsvrrbrauch bedauern wir; er ist eine JOLIE dersschlechten wirtbichaftlichcn Verbäliniffe. Für Schnaps- onsumderrtne haben wir nichts übrig. Aber die Konsumvrreine an sich sind em Mrtstel, dem Volke biÜi e und guts Lebensmittc'l zu der- schaffen und damtt dem Schnaps,;enuZ entnc'genzutrrtrn. Drr Antrag MEZner ist der unlauierste Wettbswerb zum Schuß des Mittrlstandes gxgen die Konsumvereme. Den Mittrlsiand schädigt man abrr durch drr Steuergfefrße, durch das Verbot des Detailreisrns 2c. Daß die fKrmsurnberrmr Von den Behördrn begünstigt würden, kann man nicht agen.
Staatssekretär des Jnncrn, Staats-Ministcr [)r. v on
' Boetticher:
Der Herr Vorrrdner hat dir Meinung ausgersprdcben, daß die verbündeten Regierungen dem GenossrnsckyastSWesen, insbesondrre dem Konsunwrreinswrsrn, feindlich gegrnüberständen. Es wird mir interrffant sein, bei der Vrrathung drs § 8, für welch? Lr dir nähere Begründung diescr feiner Ueberzeugung in Aussicht gestellt bat, zu brrnebmrn, aus welchen Gründen die Regierungcn einer Feindscligke'it gcgen das G6- noffrnschaitswrsrn bczicbiigt werden könnten. Vorläufig baltr irh rs für einen starken und unbrgründctsn Vorwurf grgrnübrr dcr chié- tung, die das Grndffensckyaftchsrn durch das (HLW bon1889 gercgc'lt hat. Vielleicht überlrgt es sich der Hcrr Vorrrdnrr aber auch noch, bis wir an dM § 8 kommen, ob er diese Begründung wirk- lich brizubringcn im stande ist, Vorläufig bin ich der Mrinung, daß dieser Theil scinrr Ausführungen: rvrsrntlich daraus bcrrchnrt war, umi) außenbin Eindruck zu machrn (sebr richtig rechts), und namrnt- lich auch, soweit diese Ausführungen darauf angingen, dcn adeligen Kreisen der Nation, wrlcbe auch in den Brbördrn zahlrcicb drrtreten sein solirn, rinr brsondrre Feindschaft gcgrn die' Konsumverrine in die Schuhe zu schieben. Vielleicht wird ihm der Abg. don Podbielski nachher ausrinandersrßrn, daß er keineswegs ein Gegner drr Konsum- vereinc ist, und zahllose Beispirle würden fich anfübrrn laffrn, um dieGrundlosigkrif diesrr seiner Ausführungen nacbzuiveisrn. Wknn anch die Regierungrn sicb frri wiffrn von drm Vorwurf, daf; sir (55er drs Gc- nosse'nschafts- nnd K'onsumvcreinswesc'ns sind, so könnrn firfich d0chnicht Von dcr Vcrrflichtrrng cntbundrn baitcn, da, Wo Mißständk im Konsum- brrcinswrsen und (Henoffrnsckyaßswrsrn fich brrnusstrklrn, auch mit briicndrr Hand cinzugreifrn, um dirsc Mißstände abzustrUe-„n, und Wenn fick) in drm (Geschäftsbrrkebr dcr Konsumbcrrinc cine Disparität gkgcnübcr dem Grschäftsvcrkebr von Handelslcutrn herausstriit und sich rrgirbt, daß dir Konsarnbrrcine drm brrrcbtigten Grschäftsverkcbr eine unberechtigte Konkurrenz machen, so find die Rrgirrungrn nicht von der Verpflichtung rntbnndrn, birr brlfrnd cinzugrkifrn.
Glricbwobl, meine Hcrrrn, ][aubr ich doch dem Anfrage des Herrn Abg. Mesner nicht das Wort rcdrn zu sollrn, Sie? im Gegentbcil bijte'n zu müffcn, dirsrm Antrag ,Ibrr Zu- stimmung zu bsrsagen. Der Antrag in seinrr Fassung, Wie Lr uns Vorliegt, girbt zu wcscntlichen Bcdrnkrn Veranlassung. An sich halte ich 86 _ der Herr Abg. Messnrr mögr mir das verzeihen _ für eine kühne Brbauptung, daß dcr Brannt- wein und Spiritus nicht zu den Lebrnsbrdürfniffen gehören. Ich glaube kaum, daß der Gesengebcr sich wird Entschlirßrn könnrn, diescn ab- soluten Satz in einem Grse'ßrsparagrapbrn auszusprcchrn. Es Würde jedermann, der einmal einen Schnaps grnoffen hat, sich baß darüber wundern, daß man drn Branntwein nicht zu den Lrbens- bedürfniffcn rechnet, und wenn rtiva der Herr Aniragstrllrr drr Mei- nung geWesen sein sollte, das; dcr Schnaps kein notbivrndiges Lebensbcdürfnif; ist, so kann ich ihm das für write Krrisc der Bevölkerung zugeben; es giebt aber Umstände und es giebt Weise, für die sich allrrdings die Behauptung nicht "1 Abrede stelien läßt, daß auch der Schnaps zu ihren Le'bensbedürfnissen gehört. (Sehr richtig! rechts.) Also schon um des- wrllen schrint mir der Antrag etwas g(wagt. _ Aber auch aus an- deren Gründen glaube ich nicht, daß darauf einzugeben sein wird. Der Herr Antragsteller bat ihn damit motiviert, daß er gemeint hat, wenn auch die Absicht der Grseßgebung, wie sie im Artikel 3 i)“ GewerbeordnunJSnovrÜe auf eincn Beschluß des Reichstags M'zkveiter Lesung ihren Ausdruck gefundrn hat, nämlich den Aus- Wucbsen des Branntweinvertriebs in den Konsumvereinen entgegen- zutreten und eine Gleichsteuung dikses Theils des Geschäftsbetricbs der Konsumvereine mit dem (Hrwerbebetrieb aUer Schankwirtbe und Handler herzustellen, eine ganz löblicbe und anerkennenswertbe sri, daß kk aber doch die Meinung vertreten müffe, es werde auf diesem Gebiete nicbt auSreicbend geholfen werden. Meine Herren, k kann den Herrn Abg. Meßner darüber beruhigen, ich da"" ihm sagen, und ick) Werde ihm dies sogleich nachweisen, vaß eine vollständige Gleichstellung des Geschäftsbc-triebs der Konsum- ereine mit dem Geschäftsbetrieb der Schankwirtbe und Zwischen“ händler herbeigeführt wird, wenn der Beschluß den der Reichskas LU wiktikel 3 der Gewerbeordnungsnovelle gLfaßt häk- demnächst Geseß s rd. Der Herr Antragsteuer ist der Meinung gewesen, eine Genossen- chüft als eine Organisation von vielen Köpfen sei nicht mit denselben
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.J./„€ 94.
Berlin, Montag, den 20.Apri1
Fdlgen der Uebertretung gewerbepolizeilicber Vorschriften zu belegen wie das drin Einzelnen gegenübrr möglich sei. Dabei hat er aber ubersrben, daß unsrre Gewerbeordnung in § 151 in dieser Beziehung schon Vorsorge getroffen hat; wenn nämlich in einem Konsumberein Uebertretungen vorkommen, welcbe, wenn es iich um den Geschäfts- betrieb eines einzelnen Schankwirtbs gehandelt Hätte, die Konzessions- entzirbung zur Folge grbabt haben würden, so ist ein solches Ver- iabren auf (Grund des § 151 ebenso den Konsumvereinen gegen- uber möglich. Der § 151 handelt von der Brstrafung der Strik- Vrrtretrr, welche 'für einen Gewerbebetrieb besteUt sind und welche sick) etner Kontrabention schuidig machen. Es heißt in § 151:
Sind bei der Ausübung des Gewerbes polizeiliche Vorschriften bon Personen überireten worden, Welche der Gewerbetreibende zur Leitung drs Betriebes oder eines Theiss desselbrn oder zur Beauf- sichtißung bestelit hatte, so trifft die? Strafe diesen letzteren.
Also da ein Konsumbercin als solcher xiotbwendigerweise den Vertrieb des Branntweins, den er Vorzunebmen beabsichtigt, durcb rtnen Stelldertrrirr besorgsn [asien muß, so werden nothwendigerweise tm Falie der Uebertretung gewerbrpolizeilicher Vorschriften diese Stell- Vertreter dafür Verantwortlich gemacht werden, daß fir die gewerbe- polizeilichrn Vorschriften übertretrn haben.
Aber writer: auch die Konzesfionsentziebung wird nichr unter- bleiben, dcnn wrnn _ und das ergiebt fich aus Alinea 2 des § 151 _ der Konsumbercin der Anforderung der Bsbörde, einen solchen Stelivertrcéter zu entlassen, nicht genügt, so ist der Ver- tretenc, also der Konsumberein, dem Verlust der Kon- zession, der Approbation u. s. w. untcrwdrfen. Es ist also in dieser Beziehung eine begründete Sorge dahin nicht zu hegen, daß, wrnn man drn ArtikrlZ drr drm Reichstag vorliegenden Gewerbe- ordnunanobeÜe in dcr Fassung, die er durch die [eßtrn Beschlüsse? ge- wonnen hat, zum Grsexz werden läßt, dann nichi in dieser Richtung eine voÜständige Glricbstrllung des G€schäftsb€triebs der Konsumbereine mit drm drr kaerbrtreibendcn berbeigrfübrt werden würde. Ich kann auch aus dirsem Grunde nur bitten, daß die Hrrren den Antrag des Hsrrn Abgsordneten Metzner ablehnen mögen.
Abg. 1)r. Schneider (fr.V0[ksp.): Wenn dicKon umbereinr ein brdenkltcbe Konkurrenz'für die Gastwirtbe sind, dann miißte man deri ganzrn Ziielnbandrl rnit Branntwrin berbicten. Wenn beim Schnaps- brrkqufl io'vwl Grid brrdirnt wird, dann haben doch dir Arbeitcr als **).)iltgllrde'r derKonsumdereine dc'n Vortheil dabon in den bobrn Drmdenden, drr ihnen durch drn Antrag erzner genommen wrrden.
Abg.,1)r. Osann (nl,): Die Nationalliberalen wrrden gegen den Antrag stimmen, weii derselbe in drr Kommission Erst Hätte geprüft wsrden mussen und weil er frrner rnit drm Zwrcke des Gesrßrs nicht im Zusammenhang)? „steht. Der Antrag richtet fich grgen Konsumvereine, dir nur den briligrn Bezug bon Schnaps bezwrcken; diesem Unwesen ist ein Endenemacbi. Aber Branntwein und Wein gehören zu den Lrbrnsbcdurfmffrn, und warum sol] man rrrlien Konsumvereinen nicbt grstattrn, ncbrn andrrrn Lrbrnsbedürfnissen auch disse zu brrkaufrn?
Abg. Frrtberr von StummiRp.) erklärt fich ebenfalis gegcn den Antrag, wrrl dir Vorlage fich nicht gegen die .Konsumberrine an fich, sondern nur gegen de_rrn AdSivücbse richte; man könne den Konsum- Nrcrnen dén Vrrkaus des Branntweins nicht Verbirtcn, wrnn andere Verrine bon dicscm Vcrbotc nicht bctwffrn würden.
Der Antrag wird gcgrn die Stimme dcs Antragstellcrs abgelehnt.
' Nack) dcin Artikcl ] der Vorlage sollen Konsumvcreine im regrlmaßigen Gcschäftdvcrkebr nur an ihre Mitglieder oder deren Vcrtrctrr vcrkauHen diirfen. Landwirthschaftlichc Konsum: vrreme, welche, ohne altung cines offenrn Ladens, lediglich fur den „landwirtbschaftlichcn Betrieb bestimmte Waarcn besorgen, sind davon artheschloffcn.
Abg. 1)r. Schneidrr braniragi, diese Brsiimmung zu Erscßen durch_€tnk solche, w€lch€ dre Aufbc-bung drs Absatzes 4 des § 8 des Gendjsenscbaftsgrscyrs enthalt, weichr dcn K*onsumvrrrinrn drn Ver- kauf an Ntcbtnntgiiedcr brrbietrt.
Abg. Augst (fr. Volksw.) wrist darauf bin, das; durch die Untrrdrucknna der Konsumbcreinr hauptsächlich auch die Landwirtbe grschadint, würden., Aus drm Lande grbr es keine Geschäfte; die Land- wirtbe [rien auf di? Hauficrer angewiesen, und wenn man deren Be- trieb brichrankr, dann. fixiert die K'onsumverrinc für die Landwirtin? das einztgc Mittrl, sicb billig gewisse Bedürfnisse zu vrrschaffrn. Redner bittet um Ablehnung drs Antrags.
Abg. Wurm: Dic Bestimmung des Absaß 4 in § 8 beruht auf dem Antrag Kulrmann, die Strafbrstimmung dazu wurde aber nicht angrnommrn. weil die Régicrung Erklärt hatte, daß ihr die Be- sttrnmung nzcht genrhm sei. Jetzt kommt die Regierung selbst und bringt dre Vorlage, welche die Konsumvereine brlästigt. Konsum- vereine vrrtreten die Steile der Großbetriebe, wo die Vortheile den einzelnen Unternehmern zufließen, während sie in den Konsum- vcrrinrn den Arbritcrn zu gute kommen. Schaden wird die Vdrlage dcn Konfumberrinen nicbt bisl, aber sie wird fir br- läjtigen, weil fir dcm Lockspißeltbum Thür und Thor öffnet. Wer drn Verkehr in Konsumvereinen an Sonnabend-Abenden beobachtet hat, der wird wissen, daß der Verkäufer eines Konsumvrreins gar ni t genau kontro_lieren kann, ob er an Mit lieder Verkauft. Ein Intere e haben die Konsumbcreine am Verkauii nicht; e werden nur dadurch verhindert, ne'ue Mitglieder zu werben. Ie grö er die Konsumvereine sind, desto geringer ist der Verkauf an Nichtmitglieder. Es wird also nur das Entstrben neuer Konsum- vereine erschwert. Herr Metzner spricht es offen aus, „daß das seine Absicht ist; aber die anderen Herren verschanzen sich hinter die an- geblichen Ausschreitungen. Die landwirtbscbastlichen Genossenschaften wil1 man nicht treffen; dafür werdrn wir stimmen, weil wir nicht woÜen, da neben den städtischen auch die landwrrthschaftlichen Konsumdereme gestört werden. .
Abg. von Podbielski (d. kons.): Wir sind keine Gegner der Genoffenfchaften, aber das Geseß von 1889 bat, eine „Nerve von Mißstanden gezeitigt, deren Beseitigung nothwendig, ist. Dr_e Gewerbe;- treibrnden werden durch die Konsumverkine erbebltck) geschadigt. Dre landwirthschaftlichen KonsumVereine sind schwerer'zu bilden als die städtisLen; auf dem Lande ist der Waarenbezug ein schwieriger, nur beim inkauf im Großen kann ein billiger Preis erzielt „Werden. Die landwirtbschafllichen Konsumvereine sind nur Bezugsveretne von Rohstoffen. Ein Mißbrauch kann also nicht getrieben werden. ch bitte um Annahme der Vorlage. Abg. Dr. Schneider: Das Genossenschaftßgeseß von 1867 bat den Verkauf der Genoffenf aften an Nichtmitglieder ge- stattet, und 1889 nahm die Regcrun noch den elben Stand
an Nichtmitglieder an sich
1896 „
vermi en. Die Genossenschaften sind aber kein es lo ene
von ersonrn, ihre Mitglieder wech eln, und dangéseßff voir YFZ hat das Ausscheiden der Genossen no mehr erleichtert. Die wohl- babenden Leute haben die Möglichkeit, ihre Bedürfnisse im Großen u beschaffen und sich dadurch Vortheile zuzuwenden. Die Konsum- Zereme bringen denselben Voribeii 'für die kleinen Leute und leiten k€ zum Sparen an, indem sie ihnen den Unterschied zwischen Ein- dcznfs- und Vrrkaufsvrets ansammeln. Die Konsumdereine müssen bletsi? Spargelder Versteuern, während niemand daran denkt, den Na- ta'b zu Versteuern, den die Privcrtkaufleute gewähren. Die Gewerbe- brekx endxn, welcbe sich _durch die Konsumvereine geschädigt fühlen „a en och keinen rrchtltchen Anspruch darauf, daß die Leute nur bei ihnen k„auffen und ihnen rinen erinn zuwenden sollen. Es bleibt YÖis ubrrg, als die Bestimmung des § 8 Absaß 4, der in zwölfter d rund? m das GenossenschaftßgeseZ bineingekommen ist, zu streichen“ enrir die Vorlage wird nicht ihren weck erfülien, der schließlich nur: Freire YwixxtidédierkYZs wetnn „man diß KJnsumvereine vrrbietet. In
_ 11 um ereme wir (1 er das ' Beunruhigung und Unzufriedenheit erregen. GSW eine große
Staats ekretär - ' ' Boettichers: des Innern, Stantsthmster Dr. von
Meine Hérren! Ick) will der Versuchung widerstehen, das Mntrrial, welches der Herr Vorredner uns bier borgebracht bat, einer kriirschrn Brleuchtung zu unterziehen. Ick wiÜ auch nicht Gleiches mit Gleichen! vergelien und mich nicht in so lange Ausführungen einlassen, sondern mich möglichst kurz fassen, indem ich mich an die Aufgabe der Speztaldebatte halte und über die Frage verbreite, ob wirklich hier eine §Iienderung der Stellungnahme der Verbündeten Regierungen vorliegt, die sich nicht rechtfertigen ließe, und weshalb die Ihnen vorliegende Novrüe das GrnoffenschaftheseZ so, wie sie es thut, auszugestalten unternommen hat.
Darin haben beide Herren Vorredner Recht, daß bei der Vorlage dss I'ahrc-s 1889 bon den verbündeten Regierungen ein Verbot des Yerfrtebes don Waaren an Nichtmitglieder der Konsumvereine nicht in .AUÉficht genommrn war. Wenn aber der Herr Abg. Wurm ge- rnemt hat, daß die Aufrechterhaltung dieses durch den Reichstag selbst tn das Gesetz vom Iabre1889 eingeschalteien Verbots eine An- naherung an die reaktionären Brftrebungen des Zentrums und der konserbafivcn Partei enthalte, und wrnn er diese Behauptung sogar Verallgemeinert und gegen die verbündeten Regierungen den Vorwurf erboben hat, daß sie fick) überhaupt in wirtbscbaftlicben Dtngrn den reaktionären Anschauungen, wie sir der konserbativen Partei und dem Zentrum entsprechen, sich nähern (sebr richtig! links), so glaube ich ihn zur Widerlegung dieses Vorwurfs darauf Hinweisen zu können, daß wir in dieser Beziehung den Forderungen drr kon- serbativen Partei und des Zrntrums noch bei weitem nicht gerecht werdrn, daß uns im Gegentheil von beiden Parteien andererseits der Vorwurf gemacht wird, daß wir zu liberale Anschauungen Hätten. (Ol)! links. Heiterkeit.) Also, mrine Herren, ich sage, es ist richtig, daß im Jahre 1889 die Verbündeten Regierungen das Verbot des Vcrtriebs Von Waaren an Nichtmitglieder der Konsumvereine nicht in Aussicht grnommen hatten. Der Reichstag hat diese Vor- schrift bineingebracht, und zwar nicht in [eßter Stunde und unüber- legt, sondcrn, wrnn Sie die Vrrhandlungen des Jahres 1889 nach- lesen WOÜEU , so ist darüber sehr reichlich gesprochen wordrn. Dkk Rricbstag hat aber unterlassen , die Kon- srquenz dieses Verbots zu ziehen, es auszugestalten und namentlich cine Strafborschrift zu erlaffen, die auch die Beachtung dieses Vrrbots ficbersteüt. Seit dem Jahre 1889 sind auch aus der Mitte des Hauses wiederholt Anträge gestelLt worden, welche darauf abzielten, diess [GF impSrkSaßa zu einer boUständigen zu machen, und Sie dürfen 88 doch den verbündeten Regierungen nicht ver- denken, wenn sie nun, nachdem die Vorschrift einmal im Geseß darin steht, auch das Ibrige dazu beitragen, um diesen aus der Mitte des Reichstags heraus geäußerten Wünschen gerecht zu werden, zumal wrnn sie sich dabon überzeugen müssen, daß ohne ihre Ausgestaltung die Vorschrift eine wirkungslose ist, die ein- fach bloß auf dem Papier steht. Nun kommt aber weiter binzu: im Jahre 1889 hatten dieKonsumbereine noch lange nicht die Entwickelung genommen, die sie jeßt genommen haben, 1889 war man auch bei Vorbereitung des damals Vorgelegten Entwurfs darüber im Zweifel, ob es möglich ssin Werde, auSreicbende Kontroldorschriften zu erlassen, um das Ver- bot des Verkaufs an Nichtmitglieder der Konsumvereine sicher zu sielien. Seitdem hat uns die Erfahrung über jeden Zweifel, der in diesrr Beziehung aufgetaucht war, binweggebolfen. Es giebt ein deuticbes Land, das ist Württemberg, das hat sich vermöge seiner Landeßgeseßgebung dadurch geholfen, daß es dieser 16ckr jmygrkscbu bereits die Wirk- samkeit gesicbrrt hat, und es liegt mir hier ein Schreiben der Königlich württembergiscben Regierung vor, aus welchem sich ergiebt, daß es mit außerordentlich gutem Erfolg und ohne jede Schädigung des Geschäftsbetriebs der Konsumvereine geschehen ist. Ich werde mir erlauben, dieses Schreiben mitzuiheilen. Wir haben selbstverständlicb bei der Reichsverwaltung die Durchführung des Gesetzes mit Interesse verfolgt, haben darüber Aeußerungeu erbeten von den einzelnen BundeSregierungen, wie diese Wirksamkeit sich gestaltet habe, und haben, namentlich was die Frage der Bestrafung des Verkaufs an Nichtmitglieder der Konsumvereine anlangt, von der Königlich württembergisrben Regierung folgende Aeußerung erhalten:
AufGrund des in dem diesseitigen Schreiben vom 5. Dezember v. I. angeführten Ministerial-Erlaffes dom 22.Iuni 1893 haben die Bezirksämter, in deren Bezirken Konsumvereine bestehen, Veran- lassung genommen, den Vorständen der Genossenschaften und den Ladenverkäufern die Einhaltung der Vorschrift drs § 8 Abs. 4 des Genossensckßaftheseßes unter Androhung von Ungehorsams- strafen unterschriftlich zur Auflage zu machen. Dies hat zur Folge gehabt, daß, soweit seitens der Vereine die Kontrole den Einkäufen: gegenüber eine [axe gewesen war, nunmehr auf deren strengere Handhabung Bedacht genommen wurde, und überhaupt vielfach zweckdienlicbe Maßnahmen zur Verhütung von Mißkräuchen neu eingeführt oder beser durchgeführt wurden, so z. B. die Legitimation der Mitglieder durch Mitgliedskarten und Mitglieds-
punkt ein gegenüber dem Antra e Ku emann. as hat sich seitdem geändert? In der Kommisßlon hat man gesagt, der Verkauf an Nichtmitglieder [affe die Bezie ung von Genossen zu Genossen
bücher und die Abgabe von Waaren nur gegen Voneigung solcher.