1896 / 98 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 24 Apr 1896 18:00:01 GMT) scan diff

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isi am 23. April Morgens in New-York angekommen. Der Reichs- Posidampfer „Prinz Heinrich“ ist am 23. April Vormittags in Antwerpen angekommen. Der Posidampfer „Dresden“ ist am 23. April Nachmittags auf der Weser angekommen.

London, 23. April. (W. T. B.) Der Union-Dampfer .Atbenian' ist auf der Heimreise gestern von Madeira ab egangen. Der Union-Dampfer .Mexican“ ist auf der Heimreie gestern von Kapstadt abgegangen.

Theater und Musik.

Köni liches Opernhaus.

Gestern Abend ging ieyerbeer's große Over „Robert der Teufel“ neu einstudiert mit fchön€m (Gelingen im Einzelnen wie Ganzen in Scene. ,Das Tonwerk, welches für ,die Ent- wickelung der künstlerischen Persönlichkeit des Komponisten von entscheidender Bedeutung war und bei seinem ersten Erscheinezi vor mehr als sechzig Jahren auf allen großen Bühnen mit Erfolg zur Auffübrung gelangte, hat sich nicht die dauernde Be- liebtheit in dem Maße erringen können, wie des Komponisten spätere Opern .Die Hugenotten“ und .Der Prophet". In unserer Zeit des .Musikdramas“, in der verlangt wird, daß die Musik der Oper die Vorgänge auf der Bühne dramatisch charakterisierend durcb- drinße, nicht nur sicx äußerlich begleite, wird ein Werk wie „Robert der Teufel“ den Eindruck des Veralteten hinterlassen müssen. wen'n auch die Sor falt, bie Meyerbeer auf die Ausgestaltung der Mxlodie verwendet ba , immer noch einzelne aroße Wirkungen vermitteln kann,. Die ro en Arien, Lieder und Chöre sicherten denn auch der Hikkftrigen Aufü rung de'n ErfolJ. err Sylva, der den Fierzog

obert von der Normandie ga, eberrscbte benfgroßkn aum durch die Kraft und Fülle seiner Stimme und verdient auch Anei- kennung für den klaren Vortrag und seine musikalische Sicherheit. Herr Mödlinger als Bertram brachte die düstere Gestalt des Teuflischen Verführers markig zur Geltung und gewann Beifall burch die edle und geschmackboÜc Behandlung seines voÜen, tiefen Organs. Mit ibm gemeinsam errang Herr Philipp, der die Partie des jungen Landmanns Raimbaut ansprechend, mit warmquellender Empfindung ausführte, in dem Duett des Weiten Akts einen be- deutenden Erfolg. Frau Herzog bewährte als Isabella die? be- kannten Vorzüge ibrer scbönen Stimme und sang besonders die Gnadenarie mit lobensivertber Sauberkeit und Feinheit. Auch Fräulein Fiedler gsivann ais Landmädckyen Alice“ mit Recht lrbbafte Anerkennung ür die jeelenvolie Wiedergabe ihrer Arien und Lieder. Der kriegerische Klang der Ritterchöre Wurde temperamcniboll zu Gehör gebracht. Im Baüet des vierten Akts rief die anmutbige Kunst des Fräulein deÜ'Era lebhafte Vervunderung bcrvor.

Deutsches Theater.

Max Halbe's Liebesdrama „Jugend“ ist nach Ueberfiedelung seiner ehemaligen Hauptdarsteller Rittner, Jarno und Biensfeldt und des ngiffLUks Lessing an das Deutsche Tbkater an dieser Stätte gesti'rn zur Erstaufführun? gelangt. Da die dreiEcsigcnannten dieselben Rollen innéhatten, n Micben sie ihren sowie des Stückes Ruf begründeten, so ist über disse Aufführung iveénig Neues zu beriebten. Sie wic's im Ganzen die gleichen charakteristischen Merkmale auf, wie frübxr, und übte dcnselbcn tiefen Eindruck aus, der in dem Stoff begründet ist. Nur die RoUen des Pfarrers Hoppe und seiner Nichte Anncben WM in anderen Händen. Das gemütbboiie Wksen des Pfarrers brachte Herr Reickyer trkfflich zum Ausdruck; Ton, Haltung und Gcberbe markn, wie immer bei dissem Darsteller, ungekünfteli uni) natüylicb. Fräuli'in Helene Stagls, welcbe das Annehsn spisite, wirkte nicht ganz so über- zeugend wisibre Vorgängerinnen, war abcr mit Erfolg bLmübt, die Schwierigkeiten, 1V21che die Roli? bietct, zu übsrwinben; ibr Spicl zeugi-J. im Ganzen Von künsti-Zriscbi'm Instinir imd richtigkrn Einvfinden. Das Piiblikum spendcie am Schluß lebhaften Beifal], sowas; Dirkktor Brabm im Namen des abwksenden Dichters danken konnte.

K o n z e r t e.

Der gkstrige populäre Kammermufik-Abknd der «Hérrcn Professoren Barth, Wirth und Haizsmann in dcr Philharmonie hatte wegen dcr Mitwirkung des Dczrrn Proféffors Joackxim eine besondere Anziehungskraft ausgeübt. Das Programm bot zunäckpst das Quartett für Klabikr, Vibliixcé, Bratsche und Violoncello bon Schumann (0x). 47) und ein Quintstt fiir Klavier, zwxi Violinsn, Bratsche und Violonccllo von Dworak (0x) 81). Dann folgte" als Glanzpunkt dLsAbcnds das beri-

und Contrabaß von Beethoven. Außer dem Profeffor Joachim unter-

siüßten auch die Königlichen Kammermusiker Schubert, Götter, Littmann und Clan: die Konzertgeber auf das wirksamste, sodaß dre Ausführung alier drei Werke eine in jedsr Beziebung vollendete genannt werden durfte. Der Beifall des zahlreichen Publikums, der jedem SaZe folgte, stei erte sich am Schluß des Konzerts zu mehr- mali em ervorruf ber ünstler.

as vorgestrigeAbschieds-Kon zert des Pbilbarm oniscben Orchesters, welches ausschließlich Werke von Beethoven darbot, an deren Ausführung sich Professor Mannstaedt auch als Solist be- tbeili te, nahm einen glänzenden Verlauf. Nack) ber Ouvkrtüre zu „Cor olan“ betbätigte sie?! der Dirigent in seiner Eigen (haft als Pianist, indem er das 198-' nr-Konzert für Klavier und Or ester mit großer technischer Sicherbeit und Tie'fe der Auffassung vortrug. Gleiches Lob verdient die Ausführung eines wsnig bekannten Rondos für Klavier und Orchester, einer Jugendarbeit des Meisters, die sich in der KompofitionsWeise noch ganz dem Vorbiide Havdn's anschlicßt. Nachdem der unermüdliche Künstler noch das Adagio aus der „801187-6 5126116qu119“ hinzugefügt hatta, ergriff er wieder den Dirigentenstab, um die dritte Ouvertüre zu .Leondre“ zu leiten. Den Beschluß des Abends machte die siebente Symphonie 04-051“), die von dem Orchester in voUendeter Weise gespielt wurde. Durch rauschenden Beifal] drückte das Publi- kum zum Schluß für die genußreicben Abende, die ihm sowohl in den populären Konzerten wie in den größeren Abonnements-Konzerten der berffoffenen Saison dargeboten wurden, de'm Orchester und dessen treff- ltchem Leiter seinen Dank aus.

Im Köni lichen Opernbause ZZR morgen zumbundertsien Male Richard a ner's .Walküre“ („ ing des Nibelungen“, erster Abend) unter Kare meister Sucher's Leitung in Scene. Die Bcseßung ist nachstehende: Siegmund: Hsrr SylVa; Hunding: Herr Mödlinger; Wotan: err Bey; Sieglinde: Frau Pierson; Vrünnbilde: Frau Sucher; ricka: Fräulein Rotbauser; Walküren: die Damen Hiedler, Deppe, Weiß, Krainz, Pohl, Kopka und Varsna.

Jm Königlichen Schauspielhausc findet morgen eine Aufführung von Friedrich Hebbei's .Juditb' mit Fräulein Poppe in der Titelrolle und Herrn Molenar als Holofernes statt.

ür die Musikfeste der Königlichen Akademie der Kün te am 5., 7. und 8, Mai (s, Nr. 96 5. Bl. unter „Kunst und Wissenschaft“) Werden Vornoticrungen zu Billets im Bureau der Akademie nicht mehr angenommen. Der Billetverkauf ist der Hof- Yußkalienbandlung von Botc u. Bock bierselbst, Leipzigerstraße 37, n er ragen,

Mannigfaltiges.

Aus der gestrigen Stadtberordnetensißung seien folgend? Beschlüsse mit etbeili: Zur Berlinrr GeweibL-Ausstellung bLabsichtigt die Gemeinde reptow, dis Verlängerung des Dammweges Von der Ncuen Krug-Allce bis zur Kisnwerber-Aüce in Treptow, nach der Spree zu, cbauffccmäßig herzustellen und die Park-Wike von der Neuczn Krug-Ailke nach der Ablage cm dEr Sprce zu pfiastsrn und demnächst zu unterhalten, falls die Stadtgemeinde zu diesen Arbcitcn 1200 011111 alter Pflastersteins bergch. Der Magistrat bcfürivortete den Antrag, der ohne Debatte angcnommcn wurde. - Seitkns des Ortsausscbussks d-Zr Wandcrbersammiung des Vkrbandks deutscher Arcbiic'ktkn und Ingenikur-Veérciné ist der Magistrat ersucht wordkn, geleßknilicb der auf der Inicrnaiionalk'n Kunstausstellung zu Barlin bc'abiicbtigikn Architekiur;Aussikllnng 59111 genanntem Ausschuss die Entwürfe zu dem PblizSi-Dicnfigi'bäude und zur Oberbaumbiück'c zur Verfügung stcilsn zu WLÜM. Dsr I.)?agistrat bat diessm Gesuch cntsprocbe'n imb beanixagie die Zustimmung der Versammlung sowie die Gewährung bon 300 .,“ für die AUssicliung der Entwürfc. Die Versammlung cribsiitk aach biérzu ibre Zustim- mung. - Ebenfalls obne Debatte nabm die Vcrsammlung fkrncr Kknnt- niß von cinigen unwichtigercn Mitibeiiungsn desiRkchnuanaussciyuffks und dcs Magistrats unb genehmigte dic Vorlags bis 18131th1, bcireffcnb dj_e Linssiibi'nng DLrschichner Bauten, Familienbäuicr xc. auf dsr: siabiixchkn Ricksifcldern. _ Es folgte sodann dcr Aiitraa, dss Sia??- vkxordnstcn Kvslmann u. Gen.: den Magistrat zu ersucbkn, 77-5) mit der Einsxizimg ciiikr gémischtsn Dcputaiion bkbnfs Bixikcwmg ÖL? stadiiicbcn Bcbörden bei den im Laufe dicses Imbiss zu erwarmiBmi Kongressen und Genéralve'rsammlungcn bon Vereinen u. s. w. cin- vkrstandcn zu Erklären und die etwa dadurch erwachscnbcn K*vstc'n (inf dcn bsircffendén Spszial-Eiat zu bcrrcchnkn. Der Antrag gklangic

verordneten ])1'. Schwalbe ohne weitere Diskuifion zur Annahme, Danach folgte die Vorlage des Magistrats, betr. Bewilligxmg von Cbrenpreisen für die hier am 2. Mai 5. J. abzubaltende zwei. bundertjäbrige Jubiläums-Ausstellung der Königlichen Akademie der Künste. Der Antrag dxs Magistrats ging babin, für diese Ausstellung vier städtische Ebrenpreije von zusammen 12000 „44 zu bewillißen, Und ferner, darin wiliigen zu woiien, daß die Einzelheiten bezüglich der Vertheilung der Ehrenpreise ber gemischten kautation für Kunst. zwecke überlassen werden. Die Vorlage? des Magistrats wurde ange. nommen.- Der Antrag des Stadtverordneten Schweißer: den Magistrat zu ersuchen, die schon [an e mit den betreffenden Behörden schwebenden Verhandlungen behufs erlegung der den Gasaustaiten in der Gitschinerstraße die Kohlen zuführenden Eisenbahn aus der Eisenbahn. straße nach dem Görlitzer Bahnhof möglichst bald zum Abschluß zu bringen und der Versammlunzzleitie babm gehende Vorlage zu Eben lassen zu wollen, wurde einem usichuß überwiesen. - Ohne iber- spruch Wurde die Voria e des MaYftrats. der Königlichen Akademie der Künste zu ihrer Jubiläums usstellung eine Anzahl Kunst. egenstände der Stadt Bsrlin leihweise zu überlassen, angknonimcn._

s folgte die Magistratsvorlage, betr. Besteigung des Ratbhaus. tburmes, die hiernach bon jkßs ab nur Sonntags, Montags Und Donneistags unentgeltlich, an den anderen Tagen aber nur gegen 20 .,5 Eintrittsgeld pro Person gestattet Werden soll. Die Versamm. lung stimmte nach längerer lebhafter Debatte einem Antrags der Stadtberorbnetm 1)t*. Scbrvalbe und Ur. Preuß zu, an sammi. lichen Tagen der Woche Eintrittsgeld zu erheben. _- Der weitere Antrag des Magistrats, dex1_ Festsaal des Nati). hauses zur bundertjährigsn (Gedenkfeier der Schuypocken. impfung am Freitag, den 15. Mai d. J., an ein Comité, Welches diese Feier veranstaltkt, kosisnios zu übcrlasse'n, wurde genehmigt und durch den Stadtberordneien Sanitäts-Ratb 1)r. Ruge noch dahin er- weitert, daß der Festsaal des Nathbauses zu dieser Gödenkfeier, zu welcher_auf;er den Aerzten Berlins auch die bö_chsten Reichs-, Staats. und stadtiscben Behörden eingeladen werden ioilen, auf Kosten der Stadt in würdiger Wsise ausgkscbmückt Werde. _ Auf die öffentliche folgtL cine geheime Sißung.

Die offiziklikn Erinix_e'rungs-Medaillen der Berliner Geiyerbe-Aussteiiung smd nur auf dem Aussteüungspiaß cr. baltltch, ivo dieselbkn vor 13611 Augen des Publikums gkbrägt merkcn. Es ist zu diesem Zivcck 6106110 ein großes Präqkwerk in einem Pavilion aufgestelit wordxn, 111c1chkr1ich an der Haupt-Aüee und zugleich an dym Wege zum Fi]ÖLrCi-Ausstellungsgcbäude befindet. Di? Fundament- arbc'itkn zu bsmeägswcrbsmd Ooiicnbci, sodaß bassi'ibe rccbtzciiig zum 1. Mai in * etriéb Zcssst wird.

Budapest, 23. Aisxil. In 5611 Tagsn Vom 15. bis 17. Juni findst bicrselbst dcr diesjahrige internationale Journalisten- KonéReß statt. Am le8t€n Tage? wird, wie , K. T. B.“ meidsi, der iniiier-Präsibent Baron_Banffy zu (Äbten dsr auswärtigen Journalisten cine Soirsc Veranstaiien.

Paris, 23. April. Die Leichenfeier für 86011 Say bai beute Vormittag in dcm "_1'5111 10 (10- 1111715)er in großer Einfacbbeii staitgsfunden. Fast (111€ Viitiisxtxr, biclc' Scuaiort'n, kauiirtc, sabi- reicbe Mitglic'dcr dcr Akadcmie und viele- anbere Pörsm-m wohnten der Feier bei. Auf WUnsci) dcs Vkrsiorbknkn waren ivkdcr Blumen noch Kränze anf 17811 Sara «isst worden. Dié Bcisxizung iaiib ani dcm Kirchhof PLM Lachaise siait.

Nack.) Sckzluß der Rcdeiiiion cingcxiaiiszcn? Dspcscbcn.

Paris, 24. April. (W. T. B) Nach bick voriicgki-„ben Méidungcn aus 2115671 bat bci Episkopi aiif Krcxa z11111111C11 (?bi'istcn und Tüi'kt'n cin Kampf sintii'chnbcn, welch zwei Tage dauerts. Etwa iiipfzig Prisoncn scicn Nciböici obcr vchiMdci wordcn. Til bil'kicxskk hätten Giicchcniimd um Hilfe angeriifcii.

(Foriscßung dss Niciuaxntiicbcn in dcr Ersten, Zwsiten 11115 Driticn Beilage.)

"liche Siptett für Violine, Bratsche, Horn, Klarinstie, Fagott, Violoncello

Wetterbericht Vom 24. April, 21) orgens 8 Uhr.

lungen.

Stationen. Wind. Weisst.

in 9 Cslfius

Bar. auf 0Gr. Temvc'ratur 5 0 C. : 4 0 R.

u. d.Meeressp red. in MiÜim

7 Uhr.

Belmuliet . . 767 SSW 3 bsdeckt Aberdeen . . 769 SSO 3 beiter Cbristiansund 762 wolkig Kopcnbagxn . 763 wolkenlos Stockholm . 760 wolkenlos aparanda . 754 Wolkenlos t. Petersbg. 751 Regen Moskau . . . 761 bedeckt

1..-

»»WUBMO“

Anfang 71 Uhr.

Üöniglirhe Ichauspiele. Sonnabend: Opern- baus. 105. Vorsisiiung. Der Ring des Nibe- Kostümen,

3 Akten. Dirigent: KapeUmSistcr Sucher. Anfang

Schauspielhaus. Eine Tragödie“ in 5 Aufzügen von Fricbrich Hsbbci. Ju Scene axseßi born Ober-Regiffeur Max (Grube. Dckoraiive Einrichtung vom Ober-Jnspektor Brandt. leider.

Sonntag: Opernhaus. 106. Vorstellung. Don Juan. Oper in 2 Akten mit Tanz von Wolfgang Amadkus Mozart.

nacb kaürworiung desselben durch din Antragstellsr und dsn “Stadt-

Theater.

Sonnabend:

111. Vorstellung. Sonntag und folgknde Tage:

Urucx: Theater. Tsxt von Lorsnzo Daponte.

Friedrich - Wilhelmliadttsches Theatkr. Chausseestraße 25-26.

Mit großaxtigkx Ausstatiimg an EkiikmbiéD vom Münchener Gärtnchia *Tbcaicr. Dkkorationkxi Uiid chnisiikn: Dcr (Tour» Dskbk'r a. G. Auf vielseitiges Terlangsn: _ Bübnenfestspiel bon Richard Wagner. €»qu rleidcr. AUSskaTQUigs-Komödic mit Guiana Dex Schwixgervatcr. Posse niit Gciang i:: Erster Absnd. Zum 100. Male: Die Walküre in und 20.111?! in 10 Bildern von Julius Keiler Mo 3 Akten. LL:;i-ixix: 7.1 1157.

Louis Herrmann, mit tbciiwcissx 219115131519, 611221“

Idee des Mark Twain. Musik 1301! Louis Roth.

Judith. Jn Scene gkset von Julius ?riyfcbe. Dirigent: Har: Kapkameii er Winnéx. Nnéang 71 Uhr.

Der Hunger-

Scbiffbauerdamm 4 a. / 5.

Sonnabcnd: Vorleßtes Ensemblk-Gastsvicl des So in s-Kon ert. (Don Juan: Herr Frances'o d'Anbrade, Königlich Berliner Theaters. Der Pfarrer von Kirchfeld. un g 3

Zrntral-Tijcairr. Alt.? Jakobstraße Nr. 30. Sonnabsnd: Gastspiel des (Tbiixad Drkbcr-

Sonntag: Der Schwicgervatcr.

Konzerte.

Konzcri-ihaus. Karl Meyver . Konzert. Sonnabend: Letzter Operettcn- und Walzer-

Abend. Sonntag, den 26. April, Abends 61; Uhr: Letztes

' Ile d'Aix . . 769“

Cork,Queens- 1 town . . . 769 bsitcr Cherbourg . 769 W wolkig Hslder . . . . 768 balb bé'd. Sylt ..... 765 Wolkenlos Lamburg . . 764 baib bed!) winemünde 762 balb bed,?) Neuiabrwaffer 759 haib babsi Memel . . . 757 beiter Paris . . . . 769 bedeckt Münster. . . 764 bedeckt Karlsruhe . . 765 bedecki Wiesbaden . 765 wolkig München . 763 wolkig Chemnitz . . 762 Schnee Berlin. . . . 761 :bclkig4) Wien . . . 757 halb bed. Breslau . . . 758 . b_ebeckt halb bed. Nizza . . . . 757 wolkenlos 11 Triest . . . . 757 ' bedeckt 11

* Nachts Regen, früb Reif. ') Früh Hagel“chauer. !) acbts Schnee. 4) Nachts Regen, '

Uebersicht der Witterung.

DaS Hochdruckgebiet im Westen bat sich weiter ostwärts ausgxbreitet und scbktnt sich nach und nach nach Osten bin über Zentral-Europa zu verlegen. Eine breite Zone niedrigen Luftdrucks ersirecktlfick) von Finland südwärts nach der Balkan-Halbmsel

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bin, odaß über Deutschland nördliche Winde vor- berrs end sind, welche frisch auftreten und unter deren Einfluß die Temperatur berabgcgangen ist. In Deutschland, wo Regenbder Schnee gefallen ist, ist das Weiter kalt und veränderlich" an der Küste liegt die Temperatur 1 bis 411- im ' innenlande 31 bis 7 Grad unter dem Mittelwertb. Ruhiges, heiteres Wetter mit steigender Temperatur demnächst

wa r einlich. hsch Deutsche SeeWarte.

bayeriichr Kammersängcr, als Gast.) Anfang 71 Ubr. Erhöhte Preise.

Schauspielhaus. 112. Vorsteiiung. Der Sturm. Zauber-Komödie in 5 Aufzügen bon William Shake- svearc. Nach August Wilhelm von Schlegel's Ueber- sc'ßung. Musik von Wilhelm Taubcri. Tanz von Emil Gcacb. Anfang 71 Uhr.

Deutsches Theater. Sonnabend: Der Meister von Palmyra. Anfang 71 Uhr. Sonntag, Nachmittags 21 Uhr: König Richard der Dritte. _ Abend:; 71 Uhr: Jugend. Montag: Die Jüdin von Toledo.

Merline); Theater. Heinrich. Anfang “ki Ubr.

Sonniag, Mittags 12 Ubr: Wohithätigkeits- Matinée zum Besten der Pensionsannait deutscbcr Journalisten und Schriftstelier. - Abends 7i Uhr: König Heinrich.

Montag: König Heinrick].

Sonnabend: König

Wessing " Theater. Sonnabend: Gastspiel von Friedrich Mitterwurzer. Das Glück im Winkel.

nfang 7i Uhr.

Sonntag: GaWiel von Friedrich Mitterwurzer. Das Glück im ink [.

Montag: Gastsviel von Friedrich Mitterwurzer. Das Glück im Winkel.

Reßdenz-Theater. Direktion: Sigmund Laufenburg. Sonnabend: Hotel zum Freihafen. (h"Uötol elo [„ihre erauco.) Schwank in 3 Akten von Georges Feydeau, üb evt und bearbeitet von Benno Jacobson. Anfang & Ubr. h fSonntag und folgende Tage: Hotel zum Frei-

a eu.

VVlkIstÜCk Mit Gksailg in 4 Akfe'n von L- Anze'n- W

araber. Ju SOME ges? t von Arthur WLbrliu. (Otto Sommeisiorff - 5 Tax Pohl - CarlSchön- feld.) Anfang 71 Uhr. '

Sonntag: Leßies Ensemble-Gastspiel dss Berliner Tbcaters. Fedora. Schauspiel in 4 Akten von Victorien Sardou. In Scsne gesktzt Von Carl Schönfsld. (Marie Pospisäoil «- Carl Schönf_eld.)

Sonntag, Nakbmittags 3 Uhr: Zu halben Preisen: Der Hüttenbefißer.

Montag (Abonnements-Vorstcllung): Die Wild- ente.

Voranzeige. Freitag, den 1. Mai: Tata-Toto.

Theater Unter den Linden. Direktion: Iulius Frißsckoe. Gastsyiel Anne Judic mit Gesell- schaft. Direktion: Theodore de Glaser.

Sonnabend: Zum ersten Male: [„a (213310. EoméäiJ-opérscw 611 3 1101365 (16 111.111, 1110111180 85 11060710 11811617". Uusiqmz 1101170110 (16 11. 1108911545661. - Chansonncttes, gesungen von Anne Judic. ()bezt' ä'OkGUSZt-rs: Vir. F. C. Rosknstecl. KÉJiJZSUr JÖUÖL'Ü]: Yi. E. Cbambly. Anfang 71 Uhr.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Bei halben Preisen: Der Bettelstudeut. - Abends 71 Uhr: Gast- vorstellung von Anne Indie. lm (313-316. - Chansonnettes.

Adolph Ernß-Theater. Sonnabend: Das flotte Berlin. Große Ausstattungs-Gesangs offe in 3 Akten von Leon Treptow und Ed. Jaco son. Kuplets und Quodiibets von Gustav Görß. Musik von Gustav Steffens. In Scene eseyt von Adolph Ernst. 2. Akt: Alt-Berlin. An?ang 71 Uhr.

Sonntag: Das flotte Berlin“. '

Familien - Nachrichten.

Verlobt; 2?rl. Josefine Faeiligen mit Im. Lisa:. Otto bon 1iesc und Kaiserswaidau (Mobiau b. ZüUichau-Lsierobe, Osipr.). -- Freiin Edith bon Bernewicé mit Hrn. Prem.:Likut. Hans bon chbkrt- Bismar (Straßburg i. Els.). - ka- Anna von Sydow mit Hrn. RegierungsaRi'skrkndar und Sec.-Lieut. d. N. Hans Joachim von Brockbusen (Berlin-Potsbam). - Frl. Charlotte Schwalb mit Hrn. Hauptmann Stevban Wiksand (Berlin- Hamburg). -- Frl. Eise Jaegkr mit Hrn. Stabs- arzt [)x'. Effiibrügge (KalkWKöln). .

Vsrebel icht: Hr. Pastor Alfred 30521 mit Frl- Felene Hahn (Breslau). - Hr. Ingenieur M- Fonrad mit Frl. Anna Tschirner (Lüneburg).

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Prem.-Lic'ut. Frbkn- von dem Bussche-Haddenbausen (Oldenburg 1. Gr.). - Hrn. Major von Larisck) Dresden). ““ Hrn. Niitmei ter 3. D. und Bezirks- ffizier Egon bon Dücker (Lennep).

Gestorben: Hrn. von Franxzius Sobn Clima! (Podollen). _- Hr. General-Major 1.51). Carl von Bauer (Barlin). - Hr. Prem.-Lieut. a. D- Alfrc'd Kern (Breslau). “* Frl. Minna von Büttner (Konsiadi).

Verantwortlicher Redakteur: S ie m e n r o th in B e r l i 11.

Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin-

Druck der Norddeutschen Bu druckerei und Verlask' Anstalt Berlin ZW., Wil eimsiraße Nr. 32.

Neun Beilagen

(einschließlich Börsen-Beilage).

„21,57? 9S-

Statiftik und Volkswirthsthast.

Die englische Getreidcbanbelspoiitik des 16. bis 18. Jahrhunderts.

Die Kommission der Königiickycn Akademie der WiffensÖaften für Hérausqabe der 45149. ZorUggjca hat eine Darstellung der Getreide- haiidelspolitik der europaiscben Siaaten vom 13. bis zum 18. Jahrhundert unternommen, 56an ersten Band, aus der Faber von 1)» W. Nauds, fie jetzt der Oefßyilicbkcit barbiktet. *) Unter den Staaten, deren Getreidebandelspoltiik durch die Naudé'!chen Untcrsuchungen in ckan Grundzügen als festgestc-lit gelten darf, steht im Vordsrgrunb des allgemeinen Interkffe's das britische Jnselreicb, das Land, das in Bczug auf die Landwsttbscbaft einkn bssondsrs eigenartigen Eni- wickclungsgang genommen bat. Die nachstehenden, der Darstéliung Nauds's folgenden Ausführungen MÖJCU dabér eincn Ueberblick über die Geschichte der cnzilische-n Geireidclmndelspoliiik in ihrkn wichtigsten und intkrkffantcsten (Epoäoc-n gebkn.

Bereits in dcr ältkren Zcit ivar in England angcfichis dcr furcht- barcn Verbeerunaen, dic Tbeustuna und Hunacrsnoib leichtbin an- :“icbtcien, für die Regisrung dsr “Lilies bcberrschbnde Gsfickytspunkt in der Gcireidkbandeispoliiik: Schu? des Konsumknicn. Dabsr kamen Vcrbotc des Aufkaufs und Vor aufs, Ma nahmen gegc'n den das Brotkorn veribeucrnbén Zwiscbknbandel, eichränkungßn, die man den Kornvsrkäufern, dkn Händlern und dkn Bäckern auis1lcgte, und andere Eingriffe dss Siaais in das wirtbschafilich Gétriebe sehr häufig in Anwendung. In Hungersnötbkn Wurde die Zufuhr frkrnden thrsibks zur See bcgünstigi, und es fandcn fich, gelockt durch die bobcn Prcisc, in der Regel kann auch Kausisute sklbst aus weiter geli'gknkn Länbcrn auf der Insel Ein, 1258 aus Denkschland und Holiand, 1315 aus Frankreich, Sizilikn und Spanien. Als Haupt- miticl endlich, die Tbiuc'rung im Lands zu bkrbüten, galt das Aus- iubrvcrbot; nur mit Erlaubnis; dss Königs durfte Gstrcibc berschifft wirds". Diss? Tkarungspoiitik, Welche danach strebte, der Masse res Volks möglichst woblfeil Broikorn zu bsrschaffsn, wurde zwar im 15. Jabrbunbsrt beseitigt durch Eine die Ausfuhr bkgünstigendé Geireibc- bandslspolitik de's Pariamknis, birkn Losung War: Sebnß des Produ- zsnisxi, die darauf szikits, dcm Landmann Einen gkwiffrn Minimalprkis ?cincr Produiie zu sicbxrn, und in dcm jede Einfuhr von Gcireids nach England vcrbietcndeti Gcscize Ebuard's17. bom Jahre 1463 ibrcn Höbcpunkt krre'icbie. Aliein schon untbr dén bkibkn crsiin TUdU-rs, HLiurick) 1711. und Heinrich 7111, trat ('in Rückfkbiag ein; die 55711 Pariamcnt ausgkbenbe agrarisch Wirtbsckxafjsbolitik dcs 15-Jabtbundkrts Wurde Preisgcgébkn imb an ihr? Sikllc Line Gc- trsidkbanbeispoiitik gissßt, bie baib Königliche Fiskalpolitik, baib Tbcueiungspbiitik im Jniereffx' bis armen Volks war. Als Folge berskibkn kam in England einc? B(wkgnng in Fluß, die OLM ka-ireibk- baii, dem ländlichen .Kleinka und di'm Jréisasssntbum änszkist ber- brrbiick) wxrrbc. Dcr KbrncrbaU mid diE rkise'lderwirtbscbafträumten ber Schafzucht, der Fkldgras- und dsr Wcibswirtbsckyafi mebr und tnsbr 5613 Platz. Dkk Grund und Boden ging zu Lincm guten Theil dcn 716111711 Freisassen beribrM. Dcr giiißerc Grunbbesißsr schied aus der Fkldgeme'inschaft ails: sr 111710810 icin Eigenthum ab, Und rs wurdsn Großbctriebe geschaffsn. Kaufleuic und SPLkuianten iegte'n ibr Glld in Rittergiitcrn an. Dikse neue Klass Von Land- bcfißern suchte“ aus dem Bobcn mbglicbsibici mübcios bkraaszu- icbiagen, und weil sis von der Ackerbkstcliung M*nig bkrsiand, ging sie auf eine andcrs AusliuYung des Grund und Bbbéns aus. Da der Wblibandsl und die Tuckzinbustrie von den Tudors sick) mächtig gefördert sab, daglgen bie kngliscbe Gkircidcbanbsispoliiik unter Hciiirich 1711. Und Heinrich 1'111. zu dcn (Hrandsäßkn dcs Mittal- aitexs zurückgekkbrt War, die Ausfuhr dcr Zircalikn erschwsrtc. die Einsabr crlcicbtcrtk, so fand man in dcr Schafzixcbi mebr feine Reck)- nnng als in dem unre'uiablcn Gctrsibcbau. Wcite Streckkn des Landis Wurden dcr Ilckcrbustcliimg der Bauern cntwgcn und ein.]ebkgi. In tkcbnischer Bsziebung mar roc Uebggang 5011 der Dorf- und Dkéifkldi'kwjrtbsckiaft zur Vcrkoppaluns, Separation imd znr Feldziras- wiribscbaft cin Fortschritt; abcr bicie agrarischc Umwälzung boilzog sicb untcr sozialpolitisch äußcrst bsbcnkiicbcn Erschsimmgsn: die cngiisÖk Bauernschaft ging zu Grands. _

Schon dcr ersic Tudor kikamite bald, 55 kisses Yusirsiben ker Friisaffcn und Pächter England feinst besic'n Soldaten beraubt“. 1488 eriicß cr dabcr ein baucrnfrcundlichc's (Hsskxz. Heinrich 7111. suchte kann 1533 Und 1534 bis immcr wciicr fortscbrcinndé Vérwandlung von Ackerland in Schaftriitcn zu bcmchn; er drohte mit Konfiskaiion, orbiicic dic gkivnlifameRückbörn'andlung in Ackerland und dem WWW aufbau dcr zcrstörten Häuscr an. Diese Maßregc'in blicbknxinbcß obne richicn Erfolg; icnn nack) wie vor gkstaltcte fick) dkr Gstréibébau weiiigcr gewinnbringknb, als die“ Schafzucht. Um die' Mitte? dcs 16. Jabr- bundsrts, unter der chikrung Eduard's 11, cr7cichtc dic Erbittkrung iibcr bie Einbcgnngsn ibrkn .Höbkpunkt. (Ein furchtbarer Bauernaufstanb diirchtbbic im Sommc'r 1549 das Land 11:15 mußte? mit Waffen- gxwalt nikdcrgcschlagkn werdcn. Troßdsm trat "Och kein Umschwung L_ln- Erst untsr dcr Regikmng dcr Königin (Elisabeth bcmerkt man emsn Stillstand in dcr de Acki'ibau bcrdsrbiicch Vcrwüsiung dis nrbarc'n Bobkns durch die Schafbcktdsn. Dicscr War die Folgs davon, das; Elisabeth die Getrcidcaiisfubr wildcx Planmäßig förderte. Im Jahr 1562 criics; fiC ein grnnblegcndcs GMB zu Gunsten dsr cnglifckzin Seefahrt. Cs wurbs dyn cngliscbcn Schiffer" zugestanden, Korn obne Lizknz, (ichn Entrichtung ('in-„'s nicdrigxn Jbiis auszuführen, allerdings nur wenn der Export in Schiffsn gc!ch(be, dercn Eige'n- tbümcr cnglischcr Unikrtban ssi, und wenn am Einsckyiffimgsort dic Gcireidcprcisc nicht so hohe scic'n, daß durch den Export Tbcusrung entstehen könnc'. Weitere Gcssßs „zur chung des Acker- baucs “und zur Erhaltung und zum Wachstbum ber Sle- ieutc und dcr Schiffabrt“ fleistkn 1571, 1593 und 1624. Okt Krone blikb freilich immer noch das Recht vvrbebaiim, )edcrzeii die Kornausfubr durck) Plakate zu verbieten. Jm Gygemaß zn Elisabeth und ibrkm Nachfolgsr Jakob 1., unter welchcm übrigxns mehr das Parlament der Träger cincr dcr Ausfuhr giinstigkn Politik Wk, suchte Karl 1. in der Gstreidapolitik wieder jene fiskalischen GkUUdsäße zur Geltung zu bringen, die die erstén Tudors angcwandt h_atten. Als jedoch Cromwell die Züiel dcr Regikrnng ergriffxn batte, fabrik dieser die Gedanken der Eli abctb'schcn Handelspolitik platz- maßjg weiter. 1651 erliF er die Navigationsakte, weich die englische Schiffahrt von der evormunbung der Holiändsr befreien solite. 6 6 wurden die Aus'ubrzölle neu geordnct und für 5611 Quarter (damals gleich 281 ]) eizen auf 1 Sch., fiir Roggen, Erbsen,_Bobnen, Gkksie und Malz auf FSch., für Hafer auf F Sci). sesigeseßt. Frkmde Kaufleute, die Getreide aus England exportierten, hatten drei- mal so hohe Ausfubrzölle zu entrichten. 1660 kehrten dte'Stiiarts alzf den en lischen Thron zurück. Karl 11. behielt indeffcn dic metÉen Wiktbskbaitlßcben (Gesetze des Commonwealth bei und fuhrte das e-

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') sam Zorussjca. Denkmäler der prcußischexi Staats- veiwaltun?) im 18. Jahrhundert, herausgegeben von der Königlichen Akademie er Wissenschaften. Die einzelnen Gebiete der Verwaltung. Ge.t.kkkdebandelspolitik. Erster Band: Die Getretdebandels- politik, der europäischen Staaten vom 13. bis zum,1„8. Jahrhundert, vils leeitung in die preu ische GetreidebandeiSpolttik. Darsteliung

on ' W" * , dl aul arey. Preis 171 ““ Naudé erlin Verlagsbuchban ung P P

Erste Beilage

zum Deutschen Reichs-Anzeiger nnd Königlich PreußischenStaats-Anzeiger.

Berlin, Freitag, den 24. April

treidegefeß von 1656 noch weiter aus. Später wurden auch die fremden Kaufleute bei der Ausfuhr den Engländern gleickygestellt. Die Hauytneuerung unter Kari11. aber war der 1660 gcscbaffcnc Gstreideeuifubczoll, „dessen Höhe sich nach dem jsiveiligen Stand dex Getretdepreise tm Einfubrbafen richtete, also ein, wenn auch WHU“. Schu zoll nach einer gleitenden Skala z_u Gunsten der ein,eim1scben andwirtbschaft. Bis dahin waren ferner die Ver- or'dnungen gcgen Aufkauf und Aufspeich€rung bon Getreide über- irisbcn firing, d(r Haß iss inis gegcn .KomMWcrsi' noch fast eben sc") blind Wie in früheren Zeiten. Von großem Wertb für die Kornbandler wa_r daher eine GTsCZTÖbLstZMMUUg, nach welcher es jedem erlgubt sem soÜie, Cerealien aufzukaufen und zu magazinieren, solange nicht Tbeuerung errfche. 1663 svrachen sick) Regisrung und Parlament offen dabin aus, der einheimische Gsireidkbau müsse noch in ganz anderer Weise als bisher durch freie Ausfuhr seiner Erzeugnisse gefördert und gewinnbringend gemacht werdén; noch [Wen großé Strecken Landes im Königreich wüst oder batten nur geringen Ertrag. Es Wurde daher der Getreide- emfubrzol] bedeutend erhöht; und ein noch weiter in dem Grundsatze _ber Fernbaitung fremker Einfuhr gebendks ©6188 von 1670 vericharfte 1chlt€ßlich die Einfuhrzölle in ein€r Weisé', daß fie bemabe einem EtxifubrVLrbot gleichgekommeu zu sein scheinen. Die Zliisfubr bon Getreide dagegen wurde in dsmselben Jahr unbeschränkt Freigegebe'p, ohne. die bis dahin üblich gewssene Fsstlegung einer Preis- grenze, bei der die Sperre wegen Tbeuerung piaßgreifen durfte. Man sbilte meinen, daß mit dieser Begünstigung der englische Kornexpori emsn „gianzinden Aufschwung gegen frübér genommen hätte. Die Zeugnisse, bie uns erhalten sind, bestätiqkn indessen diese Vermuthung mcht; siezemxn, daß nach wie vor ein Exvort nur in einzelnen Jahren, nur bei Mtßernteu im Auslande stattfand, ja, daß Getreide im 17.. Jahrhundert noch immer nicht zu den eigentlichen Ausfuhr- axitkein Englands gehörte. Das ganze Binnenland produ- zierte Eben (Getreidcé nur für den eigenkn Bcdarf, nicht zum Export. In London, wwbuten zwar 1688 schon 530000 Ein- ivobner ** „das wri] sagen, jeder zebnte Englänbsr -, m 5811 dkmnachst größten Stäbtsn, Bristol, Norwich, York und YFM, (1er nur je 29000 bis 10000 Einivobnsr. Alis andean „takte zabltm 8000 Einwohner und daruntér: Manchcstkr 6000, Libérpool, Birmingham, Sbeffisid je 4000. Die meisten dieser klcm/ezsn Stadt?, zumgi wenn es Binnensiädié warkn, die nicht an dsr Six, auch nicht emma! an Linkin schiffbarkn Strom lagcn. be?- zbgkn ihren Kornbkdarf nur aus der 11ächsi€n Umgebung. Ob in Cxxgiand (Getreideausfubr oder fremde Getreidxeinfubr stattfand, iunimexté fie wenig; ihre ganze Gkséßgebung batte sick) aus- 7ch1ießlich gegsn dkn Vorkauf und Aufkauf des in ihrer unmittelbaren Nab€ wachsenden Korns gerichtst. Die Landstraßsn waren im 17. Jahr- biznbert noch so bo'dcnlos verwahrlost, diE Verschickung eines Volumi- noscn Proquts, wie Es Getreide ist, zu Lande so kostspielig, daß sie sich nUr bLl dsn allergrößten Preisdiffsrenzen lohnen konnte. AllSt- btngs stand es mit der planmäßigen Förderung der (Getrcideausfubr durch Cromwski und Karl 11. auch nicht im Einklang, daß in alien Gssetzen des 17. Jabrbunberis cin Ausfubrzoli beibehalten worden War. „Zwar war er nicht hoch, aber in reichen Erniejabren konnte er d_0ch, m Vsrbindung mit anderen Ursochn, ben Hemmschuh bilden fiir eizikn blübcndén Export. 1677 kam es baber im Unterbaus 513 einer „_ Debatte über den Ausfubrzoll; doch siegten die fiIkaliicth Interessen der Stuarts 1":er die Volks- wiribscbaftlicbkn Interessen des Lanbcs. Aliein die Anschauung, das;, der Ausfiibrzoli mit dem Wobl des Landes im Wider- stre'tt sci“, gewann mehr und mehr an Bobc'n. 1683 wurde in einer Flugschrift dahin argumentiert: es liege? im Jmtsrsffe dss Königs, dcn * usiubrzoii nicht nur abzuschaffsn, sondcrn sogar sine Prämie bei der Ausfuhr bon Korn zu zahlen. Solangs die Stuarts auf Englands Thron saßen, biiebc'n freilich diese Gedanksn unverwirklicbi. Jakob ]1. Verbot wäbrend seinkr kurzen Regixrung im Jahre 1686 sogar (1118 Ausfuhr englischen und alis (Einfuhr srembén Korns. Nach- dem aber Wilbslm 111. die Krone Englands sich aufs Haupt geseßt 17508, wurde am 5. Mai 1689 jenes berühmte Ausfubrprämikngcses xrlassen, das das sechs Jahre vorbcr tbxoretiscb formulierte Programm m die Wirklichkeit umskßte.

Disses Ausfubrvrämiengescß zislt ausgssprockpenermaßén dabin, den Export bon Getreide ins Ausland zu béfördern. WEnn der Quarter (Winchester I)iaß) Malz oder Gerste nicht über 24, dsr Quartkr Roggen nicht über 32, der Quarter Weizen nicht über 48 Sch. in irgsnb einem der cn lischen oder walisischen Ausfubrbäfen stehe, so soils jebcm, der einZSimiscbis Korn ins Ausland berscbiffe, eine Prämie gkzablt Werden bon 2 Sch. 6 P. für den Quarter Malz Zder Gérste, von 3 Sch. 6 P. für den Quartcr Roggen und von 5 «ck. für den Quarter Wkizen, jedoch unter der Vorausskßung- das; der Schiffseißentbümer und zum ivcni sten zwki Drittel dcr Mannschaft dss threibeschiffs englische Untcrtbankn skixn. Dieser letztere Zuiaß war von entsäzeidender Wirkung für die schnelle Zunabiiie der eng- lischen Seeschiffabrt und Rbederei zugic'icb _mit der Getreidkausfgbr. Nur bei (31an böberen Getreidspreis als 24 bezw. 32 rind " «cb. kam die Prämie in Wegfal], und es wurden dann auch die du (1) das Gescß DM 1660 festgessßten Ausfuhrzölle Erbobsn, bis im'Jabre 1700 jeder Getrcideausfubrzoü auch bki hohen Kornprcisen beseiiigt wiirde.

Um bisses Geiss - das Angriffsziel ier ssit dcr zwstten Halfte des 18. Jahrhunderts auftretenden ökonomischen Schub», deren Haupt Adam Smith War - gerecht und historiicb zu würdigen, muß man sui) zunächst vor Augen halten, daß England im Jahre 1689 noch ganz überwiegend aus der Lankwirtbschait, nicht aus der Industrie seine Rcickptbümer zog. Den gesammicn Ertrag Englands an Ceréaiicn fchäßte man in mittleren Jahren auf etwa 90 Millionen Bllsbkls im Wkrtb Von über 10:1 Millionen Pfund Stcrlmg. Mébr als zwei Drittel der Familien wie der 51 Millionen Personen, die England zu Ende des 1.7. Jabrbundkrs bewobntkn 1155 von denkn 530000 auf London, 870000 auf dir: übri en Städte und Markt- flecken, 4100000 auf die Dörfer und eiler entfielen, waren in ibrsm Einkommen von dem Ertrage der Landwiribscbaft abhängig. und die Kaufleute, Gewerbetreibendcti und Handwerker sieliten der Familienzabl nacb Weniger als ein Driiiel, der Kopfzabl nach wsniger als ein Viertel der von der Lanbwrrtbscbaft Lebenden vor. England stand im 17. und 18. Jahrhundert in seiner industrieüen Eniwickelun hinter Frankreich und olianb iioch wett zuxuck.

Die VZirkun en, die das Aus ubrpxannengeseß Wilhelms 111. nach sich gezo en at, sind sebr überschqßt ix_)orden. In dem Zeit- raum bon 16 9 bis 1714 begegnen uns die großen “Schwankungen in den Getreidepreisen: hohe Preise 1692-1699, niedrige 1700 bis 1708, unerhört hohe Preise 1709 und 1710. Die S wankungen hatten ihre Hauvtursache in den wechselnden Ernteergebxxssen, sie können in keiner Weise aus einem Mehr oder Weniger der Ausfuhr, wie die Gegner der Prämiengeseßaebun xagten, erkläxt werden. Es kann sein, daß die Ausfu rpr mie schon in dieser Zeit zu einer ausgedehnteren Beackerung Ania?) ge- eben hat. Ist diese Vermuthung richtiH. so wird diese ausgede niere, Lntensivere Bestellung des Grund und ' odens dem Lande zu Wfa ge- kommen sein, als die Jahre der,Tbeucrung von 1699, 17 und 1710 bereinbrachen und nicht nur die Zahlung von Pramien suspendiert, sondern so ar die Ausfuhr verboten wurde. Aber erheblicher als in den 25 Ja ren Von 1689 bis 1714 war die Wirkung, die d_as Aus- fubrprämiengesex *in den nächstfolgenden 50 Jahren auSgeubt hat. Die Zeit von 1 15 bis 1765 war eine Periode, in der die Getreide-

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prsise fast andauernd auf niedti em Fuße standen. In diesem langen Zettraum können nur die Fabre 1727 bis 1729, 1740 und 1756 bis 1757 Mangeljabre genannt werden, und in diesen war die Tbeuerung durch gänzlick) mißrathene Ernten vxruriacht. Axtf dem Kontinent lagen die Verhältnisse ähnlich; auch 5in herrschte tn jenxr Periode mit kurzen Unterbrechungen eine geradezu beispiellos? Woblietlbeit des Getreides. Man Weiß, daß in Italien dsmals Viele Pachter tbxe Höfe vcriiFen, weil sich der Körnerbau iiicht mebr ibbiite, "DAZ 111 den nördli en Gegenden Deutsch1ands, so in Preußen, _ dl? Pachter 'm manch€n Jahren die Pacht nicht zahlen konnten, weri ibr Gctxeide Linen Absaß weder im Jnlande noch im Aizslgnde fand; In dieser Zeit von 1715-1765 hat das Ausfuhr- prqmtengeséß uberaixs sxgensreicb gewirkt. Indem es auf die Ver- schiffutng bsy Csrealtkn eme Pramie seßte, gab es dem Landmann die Moglichkeit, semsrz Ueberfluß auf den auswärtigen Märkten ab- zusetzen. Ohne die _nge 5I'lusfukst, die sich unter dem Ein- fluß _ der Y_usfubrpframien , im 18. Jahrhundert in England entwrckelte, Wurden die Getreidepreise ohne Ziveifel in der ersten Hälfte des Jahrhunderts noch sehr _viei tisfer gesunken sein, als es nun der Fall Wax. Dkk Acke'rbau ware Lin eschränkt worden, da der reis die Pxoduktwus'kosten des Getreides ni t mcbr gedeckt hätte; S aftriften waren an die Stelle urbaren Bodens gsirctsn, und die zeitiveiligen Theuerunaetx hatten die Bkbölkerung s;;br vikl härter getroffen. All diese Uebelstandk wuxdei) durch das Geseß bon 1689 Verhindert. Durch die? Zablun der Praline und durch die Beförderung der Ausfuhr hob sich der A (Zrbau in England ungemein: es wurde mehr Getreide im Lande als bisher Erzeugt, der Landmann vsrwandte große Summen a'us' Bkwasserimgen U_nd Entwäffkrungen, auf Meliorationen, die eng- lische Landwirtbscbast, macbte eine Menge technischer Fortschritte,

e wurdx das Vorbild fur „die Landwirtbscbaft des Kontinents.

ar fik im 17. szrbundert haufig auch nur den einheimischen Be- barf zn dscken außer stande ieiveskn. und hatte (Ze bis dahin nur in Jab_rcn großen (Erntsreicht ums Gétrside zum_ xport übrig ge- habt, 70 rvurbe nanmebr Gctrsids siner ber Hauptausfubrartikel Engignds. Nach dyn Zbiiregisiern bktrug die jäbr1iche Ausfuhr in zßbnxabrtgem Durcbkcbnitt: 1711 bis 1720 449193 Quarter, 1721 bis 1730 447 968 Quarter, 1731 bis 1.740 549 447 Quarter, 1741 bis 1750 848 660 Qiiartér, 1751 bis 1760 582 837 Quarter; die jährliche Einfubx m zebnxäbxrigem Durchschnitt: 1711 bis 1720 nur 71 Quarter, 1721 bis 1730 73 262 Quarter, 1731 bis 1740 4690 Quarter, 1741 bis 1750 15 943 Quartsr, 1751 bis 1760 37 397 Quarter. Die Ein- iubr bjesiaxid größtsnthils in Hafc'r, die? Ausfuhr in Weizen. Der ungewohnlicb starks Import dss Jahrzehnts von 1721 bis 1730 erklärt JQ Jus der TbeuLun-g der Jahre 1728 und 1729.

Béi ailér Unboblkommenbeit, die dex Prämiengeseygebun “__ bqfixts, warsn demnach _die Wirkungkn, die sie für die: anze LH? iks- wirihscbaft Englands m der erstLn Hälfts des 18. abrbnnderts 38111916, 5062 überaus bedautenb, In der Geschichte der Getreide- bandelIbolttik dcr euroväiscben Völker bildet das Ansfubrprämiengefeß bon 1689 einen Marksisin. In Frankreich, Spanien, Neapel, Sizilien, im Kirchenstaat, in dcn meisten :wr'deuro ("tischen Lände'tn war die Ausfuhr von Gsireide im 17. und 18. Ja rhundert noch sehr häufig gcznz gsspeirt ober bmi; mii Zöilcn belastet. Während in anderen Landern dic Untsrtbanen bie Eriaubniß, Getreide auszuiühren, mit Geld bczablcn maßen, g€schab in England zum ersten Male das Um- gekebrte: Man gab den Untertbanxn Geld, damit sie das Getreide aussubrién. Zn VM! England mit !einkr Korngeskßgebung seiner Zeit weit borausciiic, Zerbanri ks andkrkn, Von Natur mebr bevorzugten Staats" emen wirtbkckyaftlicben Vorsprung ab, dsr dem Königreich im 18, Zabrbundsrt zum größten Vortheil gereicbte.

, Mibdkm Jabrs 1765 trat in bkr Geschichte der englischen Volks- wiktbsckmsi imd Geireidkbandkispolitik einc? entscheidende Wendung em. Die Kornprkise', bis bon 1715_1765, abgesehen bon wenigen Tbeusrungsjabren,_niedrig gcstanbcn stattsn, stiegkn beträchilich und bebaubtessn fick; wahrend der nächsten zehn Jahre fast ununterbrochen auf einer 50ka Stufe. Die regelmäßige Getreideausfubr hörte auf ; der Kornimbort überitixg den Export. Zu dieser Wandlung haben eine Reibe VonUrsachn mitgewirkt: in erstcrLiniescblechte Ernten, daneben eine zu starke Ausfuhr in dsn Jahren 1763 und 1764, endlich die rasche Zu- nahme der Bebbikcrung mid bas Anwachskn be'r Industrie und desGewerbes. Die Bevölkkrnng, die iich in dem Zeitraum Von 1720 bis 1755 in zufriedener Lage befunden batte, war in den Jahren 1765 bis 1774 zu fortwäbrsnden Unrubsn und Tumulten geneigt. Die Farmer, die Exporteure, die Regierung warden des Kornwuchers beschuldigt. Jm Septsmber 1765 sstzte diL_Regi€rung eine längst überlebte Verord- nung gegkn Aufkäufer uud Kornwuchc'rcr wieder in Kraft. Sie blieb wirkungslos. Es wurde eixic Ordre Lrlaffen, die die Kornausfuhr aus England bemmt-s, Und dieicr SPere iolgtsn bald noch weitere Maß- regeln, die zu dem Geiste dkr GUSS ebung bon1689inst§1rkem Gegenfaß standen. Die ngierun w? 16110“ mit den Grundiäyen, die für bis Gstreideaus- und_ "infubr maßgebend sein soUten, so bäufig, das; Die Jutereffen des Handels und 5815 Ackerbaues in gleicher Weise darunter litten. Erst 1773 seiZte die ,Akte zur besseren Regu- iikrung dsr Cin- und Ausfuhr“ an die Stelle der wscbfelnden, em- andsr stets aufbebendén Verordnungen wieder ein festes System. Diese Nichts die Ausfuhr des einheimischen Getreides dauernd zu Erschwercn, die Einfuhr d-Zs frsmbkn Gctceidcs dagegen mehr, als es durch die bisher Zeltsnde Guseygebung geschehen war, zu erleichtern und bkrkündcie ganzlicbx Zolifri'ibkit für die Einfubx in Zeitkn, in denen die Getreidsprsisc im Jnlande eine gewisse Höbe erreichten. Auch schuf fies für England die Grundlage eines iiiternaiionalen Getreidezwischenbandeis, inbem_ fie durch eine weitere Bestimmung die Kauflcute in den Skand ießté. eincn Kornbandel selbst zu einer Zeit zu treibsn, in dxr die Preise so nic'brig standen, daß die Einfuhr zur inländischen Komumtion verboten ivmden mußte.

Die Wandlung, dis ycit dem Jahre 1765 eingetreten, drückte fich sehr deutlich in dem gänzlich bcränderten Verhältniß des Imports zum Export aus. Dis Ausfuhr fiel im Durcbichnitt von 12 Jahren, von 1761 bis 1772, um 370 703 Quaricr jährlich, die Einfuhr stieg um 251279 Quarter. Im Jahre 1763 batte die fremde Einfuhr noch größtenibeiis in Haier bestanden, 1765 iburde bereits sehr viel Weizsn importiert. 1767 stie der Import der Zerealien auf die bisher unerhörte Zahl von 90 420 Quarter. Innerhalb kurÖer Zeit zeigte sicb ein Abstand zwis en einer Ausfuhr von 840000 uarter Weizxn in den Jahren 163 und 1764 und einer Einfybrxon 830000 Quarter in den Jahren 1767 und 1768, bei einein 1abrltchen Konsum von noch nicht 4000000 Quarter. 1774 belief Ich die Einfuhr auf 803 844 Quarter, 1775 auf 1039122 uarter, darunter 544 641 Quarter Weizen. In den 20 Jahren v'on 1773 bis 1792 - in diesem, 1792, wurde zum leßten Mgl en - lisches Getreide auf remde Märkte geführt - beim die jabrli Ausfubr im Durchs niit 303 781 Quartyr, die jabrli Einfuhr bin- TIM 733 938 Quarter, also überflügelte der-Import den Export a

um rlicb 430157 Quarter. 1710 bis 1750 übertra der jährliche xport den Import um 644 483 Quarter. 1773 bis 1 92 der Import den Export um 430157 Quarter, die Di erenz bezifferte si demnach auf 1 074 516 Quarter jährlich. Wabrli , ein gewalti er ntexschied beider Perioden und ein Beweis dafür, daß die potbe, m der Englands Reichtbum und Macht auf der Ausfuhr seines WM und seiner Gerste beruht batte, für immer vorüber war! industrielle Zeitalter des Jnselreichs brach an.