1896 / 100 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 27 Apr 1896 18:00:01 GMT) scan diff

11. 5 16 des Statuts für das Neue Brandenburgische Kredit- Inflitu! vom 30. August 1869 wird dahin ergänkt: -

.Das Neue Brandenburgische Kredit-Jnsi tut kann verlangen,

da" ficb'der Sckxuldner bezüglich der ihm obliegenden pünki-

lii n_ Zahlungen der sofortigen Zwangsvollstreckung unter-

w .

111. Zur Durchführung der Pfandbrie sbeleibung sowie- der "Operationen behufs Umwandlung landschaftli er Zentral-Pfandbriefe inlandschaft1iche entral- fandbriefe mtt ejnem Frinegercn sYinssaße kann den bei dem euen randenburgiscben Kredit; nsttttzt a oziierten Gmndbesißern auf deren Antrag aus den dispomblen eigener) Fonds und Amortisations-Fonds dieses Kredit-Jnstituts bis auf Hohe von 3% des Nennwerths der zu veraUSgabenden landschaftlichen Zentral- fandbriefe nach dem Ermessen der Direktion des Neuen Bratzden- urgifcben Kredit-Jnstituts ein baares Vorschußdarlehen hewllligt werden deffen Sicherstellung, Verzinszmg, Tilgung, und Zuruckerstat- tun gfeicbarti wie bei Gewährung emes Pfandbrtes-Kursdifferenz- usßpuffes nacß den hierüber be: dem Neuen randenburgixchen edit-Jnftitut und der Zentral-Landscbaft bestehenden s atu- tarischen Bestimmunéen erfolgt,

jedoch mit der MaßLabe, daß der bei der Pfand riefs-Umwandlun? ersparte _ins etrag als regelmäßi e Amortisationßrate zur Verz nsyng und ilgung_ des qe- dachten Éorsckpußdarlehns fortzuentriehten tft und nach Zuruckexstat- tung desselben in Wegfall kommt. ' Im Falle der Verbindun dteses Vorschu darlebns und des Pfandbriefs-KurSdifferenz-Zuschu es darf deren efammthetrag bei einem Grundstück 10 0/0 des Nennwerths der betreffenden Pfandbriefe

nicht übersteigen.

Finanz-Minifterium.

Seitens der Besißer von Branntwe'in-Theilunkzs- lagern soll vielfach unterlassen worden fem, vor Absch der BestandSaufnahme in ihrexn_ nger den Antrag auf Matsch- bottichfteuer-Vergütung für dtejeytgen Branntwe'mfehlmengen zu stellen, welche ihrem diesbezygltchen _andertymten „Antrags gemäß in dem Niederlagcregrster het mar chbo'tttchsteuer- pflichtigen: Branntwein zur [teyerfrctuen Ab chretbung ge; langt lLeiten. Infolge deffen set dre Gewahrung er Vergutung abgele nt worden. , _ ' _

Zur Beseitigung derarttger Beschwerden bxsttmme :ck M Verfolg der §§ 22 und 24 der Ausfuhrungsbesnmmungen des Bundesraths zur Branntweinsteuernovelle vom 163111111895, daß bei den BestandSaufnahmen in danxanntwe1n-ThxxlunZs: lagern, Falls verschiedenen Abgabetzsaßen unterlteqen er Vranntwem im Lager vorhanden 1_st, der Lagerbefißer künftig von dcm ersten Abfertigungsbeamten aus: drücklich zu befragen ist, zu welchem Stegersaß er eine etwa in Frage kommende steuerfrete Abschretbung der ermittelten Fehlmenge in dem Konto _des Nxedßrlagercgrsters beantra e. Dieser Antrag des Lagexbeßßers 1st tn dßr gemäß § 26 bsaß 3 des Branntwein-Ntcdexlage-Negulatws auf- unehmenden Verhandlun in der Werse zum Aushrch zu Bringen, wie dies im § der vorher erwähnten Ausfuhrungs- bestimmungen für den Abschluß zur Bestandsaufnghme in den Branntwein:ReinigungSanstaltßn vorgeschrteben ist. Beantra_t der Lagerbesrßer hteryach m ' der BestandSaufnaZmeverhandlung _dic ste_uexfretx Abschxerbung der ermiLtelten Fehlmenge bet demxem en xm Thetlun 2- la er vor andenen Vranntweine, _ fÜr_ welchen te Néaischbotti steuer entrichtet ist, sonist 1hm dtegcsWltchYVcr- gütung für diese Steuer zu gewahren, sowett d1e Prufung der Bestandsaufnahme:Verhandlung demnächst zux steuex- freien Abschreibung der festgestellten Fchlmenge' fuhrt. Em besonderer weiterer Antrag„des Lagerbxfißers tst'nach der Fassung des § 22 der erwahnten Ausfuhrungsbesttmmungen des BundeSraths sowie hes § 25 Ahs. 4 und 6 26 Abs. 5 - leßter Saß - des Branntnzein-Nrcdcrlage-Regulattvs (neue Fassung) hierzu nicht crfoxdexlxch. ' ' '

In gleicher Weise erubrtgt, wenn 'm emer Branntwein: Reinigungsanftalt festgesteUte Branntwexnfehlmxxxgen auf An: trag des Anstaltsbesißers tm Branntwem-Rctmgun Sregtster bei denjeni en Beständen steuerfrei abgeschriehep wxr xn, für welche die Daischbottichstcuer entrichtet_ rst, m1t Nuckstcht auf den vorerwähnten § 22 pie SteUung emes hesonderen Antrags auf Gewährung der Matschbotttchsteucrvergutung.

Soweit bisher man cls entsprechender Anträge die Vex- gütung der Maischbottichteuer abgelxhnt sei_n sollte, kann s1c m dazu angethanen Fällen nachträgltch gewährt werden. _

Die Amtsstellen des dortigen Verwaltungsbercichs ftnd hiernach schleunigst mit Anweisung zu varsehcn.

Berlin, den 16. April 1896.

Der Finanz-Minister. Miquel.

An sämmtliche Zerren ProvinzialÉteyer-Direftorcn, den General : ircktor dcs thüringtschen Zoll: und Steuervereins, Geheimen Ober:Finanz-Rath Herr_n von Schmidt Hochwohlgeborcn in Erfurt und dt? Königliche ngicrung in Sigmaringen.

Die Kataster-Kontroleure Frxedrich Möller zu Bgum: holder und Otto Maurer zu unLeld find m gleicher Dxenst- eigenschaft nach Schwelm bezw. ul a, .

der Kataster-Kontroleur, Steuer-Jnspekwr Cremer zn Waldbröl und der Kataster-Kontroleur Sennefelder m Schwelm als Kataster-Sekretäre nach Düffeldorx verseßt. ,

Die Kataster-Landmesser Reinhard Schnetder „111 Düsseldorf, Sauer in Ltegniß und Strack m Caffe] smd u Katalsjter-Kontroleuren in Baumholder bezw. Waldbrol und Hünfeld eftellt worden.

Ministerium der geistlichen, Unterrichts: und Medizinal-Angelegenheiten.

Bekanntmachung.

Die Rotunde des Alten Museums am Lustgarten wird vom Mittwoch, den 29. d. M., ab auf die Dauer von etwa einer Woche geschlossen sem.

Berlin, den 25. April 1896. _ '

General-Verwaltung der Komglichen Museen. Kekule. Schauenburg.

Ministerium für Landwirthschaft, Domänen und Forsten.

Der Kreis-Thierarzt Jacobi zu Obornik _ift, uyter Ent- bindun von seinem gegenwärtigen Amt, in dxe Krets-Thier: arztste e des Kreises Pleschen, mit dem Amtsßß in Pleschen, verseßt worden.

Dem Thlerarßt Franz Fischoeder in onmberg ist, unter Anweisung es Amtswohnstßes in Jarotschm, die kom-

missarische Verwaltung der Kreiß-Thierarziftelle für den „Kreis Iarotschm übertragen worden.

Bekanntmachung.

Nachdem die Firma C, S. Grunxr u. Sohn m Burg Gretesch bei OSnabrück im HandelSregtFier geloscht und der abrikant eli Schoeller zu OSngbxuck als Inhaber der irma „Fel x cherer jr.“ der aUxmtge Necht-Znachfol, er'der ersterwähnten Firma geworden ist, rst auf Antrag des e tgen Firmeninhabers das unter Nr. 22 des WasserzeicYn-Neg sters der unterzeichneten Anstalt eingetragene Wafferzei en:

Gruner Gretesch ....... Normal ........ gelöscht worden. Charlottenburg, den 18. April 1896. Königliche mechanisch - technische Versuchöanftalt. Vertretung: Rudeloff.

Yicktamtliches.' Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 27. April.

Seine Majestät der Kaiser und König habken am Sonnabend Nachmittag die Warthurg verla en x_md Sxch nach Schli begeben. Um 3 Uhr Nachmtttags erjo gte dxe _Ab'retse Seiner ajestät Allerhöchstwclche von Semer Kom l1ch§n Zoheit dcm Großherzo von Sachsen nach dem Bahn of 111

isenack) begleitet wur cn. „Dre zahlretck) “anwesende 'Vqlks- menge brachte Seiner Majestät dem Kaxscr enthußgsttschc Kuldigungen dar. Um 51/4 Uhr trafen Seme Maßestat der

aiser in Salzschlirf ein, von wg Aüerhöchstdte' elben, zu Wagen zum Besuckze des Grafen Cory txach Schlrß wetter- fuhren. Die Ankunft in dcr festlich geschmuckten Stadt erjßolgte gegen 6 Uhr. Seine Majestät wurden von den Bemo nern mit brausenden Hochrufen begrüßt. ' _ _ ,

(Gestern Vormittag wohnten Seme Maxstat der Kaiser in Begleitung der (Gräflichen Familie qnd pes Gefolges dem Gottesdienst in der Stadtkirche zu Schluß hct.

Die vcreini ten Ausf üsse pes Bunchraths für Fandel und Ver ehr und fur Justtzwesen htclten hcutc eme ißung.

Das Staats:Miniftcrium trat heute Nachmit1ag

2 Uhr im ReichstagSgebäude unter dem Vorfiß des Bizo-

räsidentcn, Staats:Ministcrs Dr. von Boetticher zu emer ißung zusammen.

In der Zeit vom 1. April 1895 bis zum „Schluß dys Monats März 1896 smd im Deutschen Rerch folgende Einnahmen (cinschlie lich der kredittcrtcn Veträ c) an Zöllen und gemein chaftlichen Verbrauchs teucrn sowie andere Einna men zur Anschrejbung gelangt:

Zölle 414 128 107.46 FMM dcnselbcn thtraum ch Vorjahrs + 28 370 236 .O), Taba steuer 12 205 419 „ck (+ 541 649 „z),

uckcrstcuer 85572 671944 +1 057 44194 ,Salzstcuer 46 24“ ?4 12245 + 1179 024 «(H), Mais bottich: und ranntwcinmatcrtalstcucr 20152 139 „(ck (+ 659858 „FH) , Verbrauchsabgabc von Branntwein und Zuschlag zu derselben 115 228 941 (Ré; (- 2 763 362 «(Q), Brennstcuer 1 293 710 «74 (+ 1 293 710 „(H), Brausteuer 27 933 626 „(H (+ 2 029 449 „M), Uebergangsahgabe von Bier 3700 439 „((-(+ 125 384 „M), S UMML 726 469 174 „(6 (+ 32 493 389 „M). Stempelstcuer für: &. Wcrthpaptcre 15 490 075 «46 (+ 6452 410 „M), 1). Kauf: und sonstige An- schaffungögsfchäfte 19889118 96 (+ 3471 501, „W), 0. Loose u: Prwatlotterien 3069298 „(E (+ 738 648 „FH), Staats- ?otterien 15 737 782 „(ck (+ 5333 656 946) Spielkarten: stempel 1 423 169 «(ck (+ 26 331 „(k), Wechselstmnpclstcuer 8734 508 „(ck (+ 586671 „(Q), , _“ .

Dic ur Reichskaffe gelangte Ist : Ernnahmc abzugltch der Aus hrvcrgütungcn und Verwaltungskosten beträgt bei den na bezeichneten Einnahmen bis Ende März 1896: Zölle 382 253 014 „(ck (+ 21020443 ((H)-7 Tabackstcuer 10 993 030 „46 (+ 417 420 „(Q), Zuckcrsteuer 80 687 801 (W (+ 205 925 „M), SalÉZreuer 45 391 301 «jk (+ 1 033 591 «(i; , Maischbottich- und anntweinmatcrialstcucr 16724 482 (- 17 826 ckck) , Verbrauchabgabe von Branntwein und Zuschlag zu derselben 95 789 799 «44 (+ 4338 426 M72), Brennsteuer 993254 „(ck (+ 993 254 «FH), Brausteuer und Uebergangsabgabe von Bier 26 881 537 „44 (+ 1 831 307 „(€), Summe 659 714 22] „(ck (+ 20310848 946). - Sptel: kartenstempel 1330581 „46 (+ 52710 «(€).

iesigcn Hofe Don Anibal ohnsiß Zeitweilig nach der u Simplon Nr. 5,

Der peruanische Gesandte am Villegas hat seinen dienstlichen Schweiz und zwar nach Lausanne, Avenue verlegt.

Der Kaiserliche Botschafter in London, Staats:Minister EU? von Haßfeldt:Wildenburg ist von dem ihm Aller- Zöcht bewiUigten Urlaub auf seinen Posten zurückgekehrt und

at die Geschafte der Botschaft wieder übernommen.

Der Köni liche Gesandte in KarlSruhe, Winrkliche Geheime Rath von Eiéendecher hat einen ihm Allerhochsx bewilltgten Urlaub angetreten. Während der Abwesenheit desselben fungiert der kommiffarisch nach KarlSruhe entsandte Legationß- Sekretär bei der Königlichen Gesandtschaft in Stuttgart Fret- herr von Wangenheim als Geschäftsträger.

Der Regierungs-Affessor Dr. jur. de Greiff aus Breslau ist der Königlichen Regierung zu Schleswig zur dienstlichen Verwendung uberwiesen worden.

Wiesbaden, 24. April. In der geftriZen (51) Sißung des Kommunal-Landtags wurde unä st au Antrag des Abgeordneten Dr. Lieber als erichterstatters der Yuanzkommission beschlossen, den Landesausschuss zu, der C klärung gegenüber dem Ober-Frästdenten zu ermächttgen, daß der Be irksverband, ohne nerkennung irgend welcher rechtlichen Éerpftichtung, bereit sei, die in Rede stehende Organisation der DenkmalSpflege auch für der) diesseitigen Bezirk einzurichten, sobald der Staat mit Erfullung semer Verpflichtung zur angemessenen Unterbringung, Verwaltxmg, Vermehrung und Nußbarma ung der im MueymSgebaude vereinigten staatlichen Samm ungen vorgehe. 10 von dem Landesausscbuß beantragte Abänderung emtger Bestimmungen des Landesbankgeseßes wurde abgelehnt, da egen der bean- traaten Aenderung des Regulativs für die „erwaltung der Naffauischen Landesbank und Sparkasse ugesttmmt., Bezüg- lich des (Besuches?- des Verbandes der Verp egungsftattonen um Unterstüßung wurde beschlossen, im Haupt-Etat der Aus: gaben Kapitel )(]7 den Betrag von 5000 (46 auf 8000 „(6 u erhöhen, zum Zwecke der 'Ge- rung von eihilfen zu den „Kosten geexgnet ers einender Natural-Verpftegungsstationen btsZu „dem ochst- gesammtbctrage von 5000 W Ueber das Gesu cines * ege- meisters um Bewilligung einer früher vorenthaltenen Gehalts: zula 6 wurde zur Tagesordnung übergegangyn. Dem Ent- 1111er; eines Vertrags mit der Gemeinde Dtllenburg wegen Uebernahme von Theilstrecken derbetreffenden Bezirksstraße seltens der Gemeinde Dillenburg wurde mit einem von_der Wegebqu: kommission empfohlenen Vorbehalt die Genehm1gun erthetlt. Der folgende Gegenstand der Tagcßordnung, betre end den Antrag des Abg. Dr. Meister bezüglich der Erhebung 'von Pflastergeld seitens der Gemeinden auf den m):) dem BeztrkE verband in Unterhaltung übernommenen Vtzmalwegezugcn, erhielt durch Zurückziehung des Antrags seiths des Antragstellers seine Erledigung. Es wurde alsdann beschlossen, der) Bau und Betrieb von Kleinbahm-n nach den von der Klembahn: kommission cmpfohlcnen (Hrandsäßen, welche zum großen Theil bersits in den Beschlüssen des Kommunal:Landtags vom Jahre 1894 niedergelegt smd, zu fördern. Bezüglich des Antrags der Allgemeinen chtfchen chinbahngescllschaft wegen des Baues cincr Kleinbahn von ZoUhaus MY St. (Goarshausen wurde beschlossen, den Larxdcsausschu zur Bethciligung in Aktien oder (Hcschaftsan„thetlcn tm Betrage von 500000946 zu ermächtigen, unter Gewahxung eines Vorzugörcchts für die Betheiligung der Allgememen deutschen Kleinbahngesellschaft in Höhe von 2280000 „45 upd unter den von der Kleinbahnkommifsjon empfohlenen Vedm- gungen. Die den Bau bestimmter Kleinbahnen betreffenden Ein aben cini. cr Gemeinden bezw. Comités wurden dem Landes- auskxchuß als 3 atcrial überwiesen. Zu den Jahreßrcchnungen ständischer Fonds und Institute wurde die von dem Landes- ausschuß bcantragte Entlastung ertheilt. Zu Bciräthcn zur Landcsbank-Direktion wurdcn die bisherigen Mitgliedkr, dic errcn Hilf, Heise und Weil- wicdcrgcwählt und zu dcrcn “tellvcrtrctprn die Herren Koch, Herbert und Born ne'u Lwählt. An dcn Bericht dss Landesausschuffes über 010 Ergebnisse der Bezirksvcrwaltung vom 1. April 1894 bw Anfang 1896 wurden Bemerkungen oder Anträge nicht geknüpft. Einixe Anträge auf Abänderung der Gcschäftsordnunq wurdcn schlie lick) dcm Landeßauöschuß zur Prüfung üherwicscn._

In der heut.igen (6.) SiYUUq dksKommunal-Land- tags wurde zunächst beschlossen, dem Dillkrcisc zu den (Grund: ermcrhskostcn für die Eisenbahn Herborn»«»Wcidcnhauscn cßncn Zuschuß von 60000 „(ck und dsm Kreise Bicdcnkopf cmcn solchen von 40000 „(6 zu bewilligen. Dcr Antraq dks Ab. ],)r. Meister auf Einsthung von 15000 «% Zußckxuß zu den Grundcrmcrhskosten für die' Eisenbahn .Homburg-Fricdherg wurde von dem Antragstsller zurück: cogen. Bezüglick) dcr al1„cmcincn Herabscßuug dcs Zins: KUSSS für Hypotheken aus cr Nassauischen Landesbank und Sparkasse von 4 pCt. auf 33/4 pCt. wurde beschlossen, 1) die derzeitige Bestimmung der .Hcrabseßung ch Zinsfnßcs für anothckendarlehen der brich genannten Kasscn über 20000 „(6 auf 33/4 pCt. vom 1. Januar 1897 ab auf Darlchcn von 20000 („W. und wcnigcr und 2) die Direktion der Landesbank anzuweiseU, dcn Reservcfonds dcr Landesbank aus den als „Ligcxscs Vermögen der Landesbank“ gebuchten Uébcrschüsscn früherer Jahre stets auf die im §7 des Landesbankgese cx."- vom 25. Dezember 1869 bestimmte Höhe zu ergänzen. as di? Forderung der Landcsmcliorationen betrifft, so wurde be; schlossen, sick) mit den von dem Landesdirektor dcm Lapdeß- ausschuß unter dem 28. Februar ;1. (3. untcrbrettctcn Ausführungen einverstanden zu erklären und den Landesausschuf; zu beauftragen, im Sinne derselben die Verhandlungen wcitcrznführcn und insbesondere wxgcn Gewährung einer Mcliorationsdotation bei den zuständxgcn Ministern aufs 11cm: vorstellig zu werden. Im „An- schluß hicran wurde alsdann der Spezial:Etat des Mclwra; tionsfonds und des Meliorations-Rcscrvefonds, welcher pro 1896/97 gegen das Vorjahr eine Erhöhung 19011 40000 „((; auf 50000 96 aufweist,. genehnxxgt. Zu dem Gesuch des Direktoriums des Verems Nassamschcr “and: und Forstmirthe um Unterstüßung der landwirt schaft- lichen Winterschulen wurde beschlossen, dyn Landesauss zu ermächtigen, landwirthschaftliche Kreisw111terschuxen aus dem Meliorationsfonds in bisheriger Weise zu fordern. Der Antrag des Ab„. Grafen von Schlicffen und_ Ge- noffcn auf Einßellung von 4000 .“: zur Unterstutzung der landwirtZschaftlichen Fortbildungsschulcn wurdc hem Landcsausschu zur Erwägung überwiesen, mit dym gleich- eitigen Ersuchen, die Frage sorgfältig zu prüfen, m welcher Weise fortan die gewerblichen und landwirthfchaftlichen Jort- bildungsschulen zu unterstüZen seien, und hierüber dem om- munal-Landta im nächsten ahre eine Vorlage zu machen. Der Antrag der b g. 1)1'. Beckmann und Genossen auf Ueber- weisung von 50 „46 aus allgemeinen Mitteln zur Unterstußung des Gcmeindewegebaues wurde angenommen und alsdann dcr Spezial-Etat des ständischen Wegebaufonds unverändert, sowie der Spezial-Etat des Fonds für die Unterstüßung 1785 (He- meindewegebaues mit einer Erhöhung desselben in Etxmahme und AUEgabe um 50000 „(ck genehmigt. Dem Spezml-Etak des Fonds für Errichtung einer zwexten Ixrenanstalt, wurd?-

leichfalls die Genehmigung erthetlt, 1edoch mtt dcr Zlenderung, daß die von dem Kommunal-Landxag gegen den EtatSLntwurf _mehr bewilltgten BFME? von in2gesammt 55 700 „46 hter in Abzug gebracht wurden. Alsdann wurde der Haupt-Etat der ständischen gagemelnk" Verwaltung mit denjenigen Modi "kationen genehmtgt, die s1 aus den diesjährigen Beschlüssen es Kommunal-Landtags U“-

auIzudchncn,

geben. Schließlich wurde auf Antra der dazu besonders ebildeten Kommisfi_on bes [offen, ck ür den von ßen Ministern fur Lan wirthschaft, omänen und orften und des Innern übersandten Geseßmtwurf, be- treffend die Be flichtung der Gemeinden in den Landkreisen der Provinz He en-Nassau zur Buüenhaltung, au-Zzusprechen mit der Aenderung daß der § 1 unter Streichung der Ein: gangsworte von enn“ bis einschließlich „hat“ dte Fassung erhält: „Die Gemeinde hat die Verpfhchtung“ 2c.; diese zu: ftimmende Begutachtung jedoch nur unter der ausdrücklichen Vorausscßung außzusprechen, daß die bewährten Grundsähe der Nassauischen Verordnun vom 15. Januar 1829 und d e bezüglichcn Ausführungsvor christen aufrecht erhalten, eventuell auf den ganJen Regierungsbezirk Wiesbaden ausgedehnt würden, und aß“ das Geseß besonders für den Bezirk er Landwirthschaftskammer des Regierungsbezirks Wtchaden erlassen werde. Alsdann wurde der Kommunal-Landtag durch den Re icrun s-Präfidenten von Tepper-Laski mit einer

Anspra e ges [offen.

Bayern.

Seine Ma'eftät der König voUendet heute sein 48. Lebens- jahr. Aus dielsem Anlaß fanden heute zu München im Dom, in allen katholischen Stadtpfarrkirchen und in dcr protestanti- schen Mathäuskirche Festgottesdienste statt. Seine Königliche Hoheit der Prinz:Regent wohnte der kirYichen Feier in der Metropolitankirche zu U. L. Frau bei. ie öffentlichen Gebäude waren beflaggt. Der Ausschuß der Kammer der Reich§räthe hat in seiner vorgestrigen Sitzung die Resolution der Kammer der Ab- eordneten betreffs Errichtung einer staatlichen Mobiliar: randvcrsicherungS:Ansta1t mit 5 gegen 5 Stimmen abgelehnt. Seine Königliche Hoheit der Prinz Ludwig hatte fich sehr entschieden für die Errichtung aUSgcsprochen. Die Errichtung einer genossenschaftlichen Hypotheken- Bank wurde mit 6 gegen 3 Stimmen angenommen.

Elsaß-Lothringen.

Der sozialdemokratische Reichstags-Abgcordnete Bueb ist, wie „W. T. B.“ aus Mülhausen berichtet, am Sonnabend Abend 10 Uhr auf Grund des § 131 des Strafgeseßbuchs und des Art. 31 der Reichswcrfaffung verhaftet worden. (Gestern Nachmittag wurde derselbe wieder auf freien Fuß gcseßt, nachdem zwei Vaücn sozialistischer Flugschriften, wegen deren Beiseiteschaffung er verhaftet worden, bet einexn dortigen Parteigenossen aufgefunden worden waren.

Oesterreiäz-Ungaru.

Wie das Wiener „Fremdenblatt“ meldet, ist der älteste Sohn des Herzogs von Cumberland Prinz Georg Wil- helm in Gmunden am UnterleibS-Typhus erkrankt.

Der ungarische Quotenausschuß nahm in seiner vor: gestri en Abcndfißung den Bericht des Referenten Falk an. Der * ericht wird am nächsten Mittwoch in Budapest und in Wien gleichzeitig Veröffentlicht werden,

Das ungarische Oberhaus hat vorgestern unter de- gcisterten Elxcnrufcn das (Heseß, betrcffcnd die Verewigung dcs tausendjährigen Andenkens der Gründung des Ungarischen Staats, angenommen, Der Minister: Prästdent Baron Banffn betonte in einer kurzen Erklärung untkr lautem Hochrufeu, daß der König mit der Nation fühle und feiere. Das nunmehr von beiden Häusern des ungarischn Parlaments angenommene (Hefe wird auf Anordnung es Minister-Präsidcntcn Baron Ban !) in 61110 Marmortafcl ein- gegraben und am 8. Juni gclcgcntlich der feierlichen Sißung hejdcr Häuser des- Reichstags enthüllt Mrden.

Gegenüber den Angriffcn eines der Oppofition angehörenden Blatts, in welchem dcm Hmwed-Ministcr Baron Féjcrvéxrr) der Vorwurf gemacht wnrde, daß er die HonoedGeneralc zur Vcnstonicrung dränge, veröffentlicht Baron Féjervéxry eme Erklärung, wclche dahin lautet, daß einige schon langeJÉZcit dienende Honvsd-Gencralc aus cigcner Entschließung ihre- Ln- sronierung verlangt hätten, und daß auch andere Generale wcgen vorgeschrittcncn Alters dcm Minister gcgcnüher dcn Xunsch ausgedrückt hättcm, aus dem aktwc'n Militärstandc zu

ciden.

Frankreich.

Die Prinzessin von Wales ist mit den Prin- zessmncn Victoria und Mund vorgestern in Nizza ein- getroffen und hat in der Villa Giulia bciLa Turbie Wohnung genommen.

Der Fürst Ferdinand von Bulgarien bsgab sich vor estcrn Nachmttta in einem von Kürassiercn cskortierten Ga awagcn zum Be?uch des Präsidenten Faure nach dem EMR. Bci der Ankunft und der Abfahrt wurden dem Fürsten dw militärischeerhrcn erwiesen. n der Nähe des Elysée- palastcs hatten steh zahlreiche bulgari chc Studenten aufgestellt, welche den Fürsten lebhaft bcgrüßtcn. Der 5 räsident empfing, umgeben von dem bisherigen Minister-Präidentcn Bourgeoxs und den Offizieren seines Militärstaats, den ürsten, welcher von den bulgarischen Ministern und seinem cfolge begleitet war. Ngck) dem Austausch der ersten Begrüßungen verblieben der_ Präsrdent per Republik und Fürst Ferdinand sowie der Yilmster - Präs1dent Bourgeois und die bulgarischen Minister Gtmlow und Petrow allein in einer dreiviertelstündigen Unterredung. Bald darauf erwiderte der Präfident den Besuch des Fürsten. Später stattete der Fürst Ferdinand dem Minister : Präsidenten Bouracois, dem Präfidcnten hes Senats Loubet und dem Präsidenten der Depu- ttrtxtxkammer Vrisson Besuche ab. Am Abend wohnten der Pra[1dentFaure und der Fürst Ferdinand einem Ball der Schuler von Saint-Cyr bei, wofclbst Beide lebhaft begrüßt wurden. Am Mittwoch wird im Elysée ein Diner zu Ehren des ürsten stattfinden.

estern veranstaltete der Minister:Präfidcnt Bourgeois im Mmisterium des AUSWärti en ein Diner zu Ehren des ürsten erdinand, an dem alle "mister und der türkische Bot chafter _unir Bet) theilnahmen. Bour eois toastete auf den Sultan, den ursten Ferdinand, dem er im' amen der Regierun für seinen ' “such ankte, sowie auf die Fürstin Marie Lom e und den Yrmzen Boris. Der Fürst Ferdinand trank auf das Wohl des räsxdenten der Republik und auf die Größe, das Gedeihen und den Ruhm Frankrei s.

Der Präsident aure empfing am Sonntag Nachmittag

dsp bisherigen Mini er des Innern Sarrien, dem er die llhyng emes neuen Kabinets anbot. Sarrien seht? dem Prastdenten aUSeinander, daß er eine Lösung der Krists nur

in einem Konzentrations-Kabiyet mit vrogresfistifchem Pro- gramm Lehen könne; er erklarte, fick) die Uqbernahme der Kgbinets idung bis gestern vor ubehalten, um s1ch vorher mit semen Freunden zu berathen. _ Sgrrien abermals in das Elysée und thetlte dem Prätdenten mrhdaß er es nicht übernehmen könne, ein Versö nungs- thsterium zu bilden.

estern Nachmittag beZab sich

Rußland.

DerKaiser, die Kaiserin, sämmtliche in St. Petersburg anwesenden Großfürsten und Großfürstinnen, sowie die Militär-Bevollmächtigten der auswärngen Staaten nahmen vorgestern, wie „W. T. B.“ berichtet, an emer Parade zu Ehren des Festes des Schn patrons des Garde-Grenadier- Regiments und des Ural: .arde-Kosaken-Regiments theil. Nach der Parade fand ein Dc1cuner im Winterpalais statt, bei welchem der Kaiser auf die beiden Regimenter toastete.

Die chinesiéche Mis s ion zu den Krönungsfeierlichkeiten in Moskau, betehend aus dem Vize-König Li-Hung- Tschang, 11 hohen Würdenträgern, 35 Mandarinen und einem zahlreichen Gefolge, trifft heute in Odessa ein. An dem Empfang im Hafen werden die Vertreter der Militär- und ivilbehörden und der Stadtverwaltung theilnehmen. Dom 5 izekönig Li:Hung-Ts_chang wird Brot und Sal über- reicht werden. Dte Misfton wird vor ihrer Abreie nach Moskau einige Tage in Odessa verweilen.

Spanien.

Die Botschafter Großbritanniens und - rank- reichs hatten gestern eine Unterredung mit dem inister- Prästdenten Canovas del Castillo. Dem Vernehmen des „IF. Fl B.“ nach habe es fich dabei um die cubanischc Frage ge an e t.

Bis gestern waren bei den Senatswahlen ewählt: 102 Ministerielle, 16 Liberale, 3 Carlisten, 2 konéervative Dissidenten, 2 Unabhängige. 55 Wahlresultatc standen noch aus.

Griechenland. Die Kaiserin Friedrich ist gestern in Athen cin- getroffcn und auf dem Bahnhof von der Königlichen Famtlic empfangen worden.

Amerika.

Aus Havanna wird von vorgestern gemeldet, 3500 Auf- ständische, bei welchen fick) auch Artillerie befunden habe, hätten seit 5 Tagen das Fort Zauza bei Manzanillo belagert. (General Muüoz sei zur Hilfe herbeigeeilt und habe die Be- lagcrer vertrieben: etwa hundert der Aufständischen seien gc- tödtct worden.

Asien.

Dem „Rcutcr'schcn Bureau“ wird aus Peking berichtet, am vergangenen reitaq sei ein Kaiserliches Edikt veröffent- licht worden, dur welches die Genehmigung zum Bau einer Eisenbahn von Peking nach Hankau ertheilt werde und die Vize-Könige Wang-Wen-Cchao und TschanJ:Tshi-Tung zur Ucbermachung der Eisenbahn bestimmt wor en seien.

Das Amsterdamer „Handelsblad“ erfährt aus Batavia, Tuku Umar, welcher die Absicht hatte, fich zu unterwerfen, habe 1303 ihm gkstelltc Ultimatum nicht angenommen. Lam: pisang, der Hauptort der Machtsphäre Tuku Umar's, werde gegenwärtig mit 50 Gcschüßcn beschossen.

Afrika.

Aw:» Massomah berichtet die „A enzia Stefani“: Achmsd Fadil, der Anführer der Derwißchc, habt: Osohri verlassen und sich auf El-FaSCLr zurück e ogcn. Dic Vér- luste der Dcrmischc bei den Anfangs des (mats untkrnom- menen Versuchen, Kassala zu Erobern, seien skhr bedeutende gWescn. Man wisse in ihrem Lager noch nichts von den englisch : egyptischen Unternehmungen gegen Dongola. Dic italicnischcn Kundschafter vom Stamm der Schu- kurich - Araber streiften bis an den Alvaro. + Die Ras von Tigrc seien damit bcschäfti t, ihre Streit- kräfte bci Adigrat u vermehren. Nack!)Z einem in Ti rc umlaufenden Gerüöht (eien Ras Dargi und Ras Vo d- girgis, wclche his jeßt noch nicht an den Kämpfen theil- gcnommcxx hätten, unterwegs, um den Tigrinern zu Hilfe zu ksmmcn. _ Der General Baldisscra habe die Feldla er der Division del Mahno in Adi-Caje besucht und ie Truppen in gutem (Gesundheitszustand Und außgezeichncter Haltung gefunden.

Das „Reutcr"schc Bureau“ berichtet aus Buluwayo: dreihundert Mann, darunter hundert Weiße, hätten gestern früh die Stadt verlassen und seien alsbald von den Matabclcs angegriffen worden, die Buluwaho auf drei Seiten in einer Entfernung von vier englischcn Meilkn von der Stadt umzingelt hätten. Die angreifenden Matabeles hätten 3000 Mann gezählt. In dem nun fol enden blutigen „Kampf habe? das Maximcxeschüß dcr Englän er den chd dcztmiert, der schließlich bis an den Um azi-Fluß zurück: getrieben worden sei. Auf seiten dcr Eng änder seien zwei Weiße gcfallen und sieben verwundet worden; die Verluste der Matabclks seien sehr groß.

Nach einer Meldung der „Times“ aus Kapstadt, hat im VolkSraad deSOranjc-Freistaats bciderBerathung über die Frage der Vortheidigung des Staats die Krie skommission den Ankauf von Munition, die Vermehrung der rtiÜerie und die Errichtung eines Forts bci Bloemfontein empfohlen.

Dasselbe Blatt erfährt aus Prätoria, man nehme an, daß die Antwort des Präsidenten Krüger an den Staats- sekretär Chamberlain Folgendes bcsagc: Die Regierung der Südafrikanischen Republik weigere sich, über Reformen zu ver- handeln, da England sich in die inneren An ele enheiten der Republik nicht einmischen könne. Wenn eine Revi 1011 er Londoner Konvention und eine Erseßung des Freundschafts: und Handels- Vertrags nicht erörtert werden könne, (Ine da[; die ur SpracLe gebrachten Beschwerdcn ebenfalls zur erathung ämen, zic 6 es die Regierung der Republik vor, ihre Forderun en auf eine Entschädigung für den Einfall Jameson's zu bes ränken. Außerdem sei in dem Schreiben der Hoffnung auf Wiederher- stellung der freundschaftlichen Beziehungen Ausdruck gegeben.

Parlamentarische Nachrichten.

In der heutigen (77. Sisung des Reichstags, wslcher der Staatssekretär des nnern, Staats-Mimfter ])1'. von Boettlcher, der Minister für Handel und Gewerbe reiherr von Berlepsch und der Präident des Reichsban :Dtrek:

toriums, Wirkliche Geheime Rat ])1'. Koch beiwobnten, stand auf der Ta esvrdmm zunä st die PrüfunZk der Wahl des Ab. Posh mann (. Elsaß-Lothrin en, p.). De Kommis on be_antra te die Un ültizkeitSerk ärung und Be- * weiserhebung uber d e ProtestbeÉaUp“-ungm. **

Nachdem Abg. Guerber . k. . über die Wahlvor- gänge im Reichsland und beson ers 1": er die offiziellen Kandi- daturen gesprochen hatte, nahm bei Schluß des Blattes der Staatssekretär des Innern, Staats - Minister Dr. von Boettich er das Wort zu einer Erwiderung, die morgen ' nachgetragen werden wird.

- Die Kommission des auses der Abgeordneten zur Vorberathung des GeseßeanrfS, etreffend die H a n d e ls k am 111 e r n , hat fich 'konstituiert und den Abg. S t e n g el zum Vorstßenden, den Abg. Ktr s ck zum Stellvertreter des Vorst enden und die Abgg. Dr. ' Loy , ])t“. Eck els und Kircher zu Schri tführern gewählt.

Statistik und Volkswirthsthaft.

Arbeiter-Wohlfahrts- Einrichtungen.

Per eriSausschuß in Worbis (Reg.-Bez. Erfurt) beabsichtigt, demnachst mrt dem Bau von Axbeiterwohnhäusern vorzugeben. Das dazu erforderliche Baukapttal ist von der Verficherung§anfta1t Sachsen-Anha[t zu Merseburg gegen einen Zins von 3% in Aussicht gestellt worden.

Zur ArbeiterbeWegung.

„Aus Sachsen wird der „Köln. Ztg.“ unter dem 23. April ge- schrteben: Gegenwärtig giebt es in Sachsen kaum einen größeren Ort Von einiger gewerblichen Bedeutung ohne Ausstand oder ohne Vor- bxreitupgen zu einem Ausstande. Der Erfolg ist jedoch den Arbeitern mch immer Zünftig. So ist der seit etwa 6 Wochen schwebende A::sstand der teinarbeiter in den zahlreichen Elbsandstein- hrü chkn für die Arbeiter voüständig verloren gegangen. Die Leute haben ihre Beschäftigung zu den alten Bedingungen wieder azxfgenomxnen. Auch der Ausstand der Zimmerer in DreSden laßt fich „für die Arbeiter nicht günstig an, weil die Forderung einer zehnstündtgen Arbeitszeit von zahlreichen Zimmerern keineswegs ge- billigt wird. Für den gegenwärtigen Ausstand der Schmiede in Dresden ist es bezeichnend, daß aus dem Kreise der Ausständigen erklärt wurde, viele Schmikdemeister seien schlechter als fie selbst gestellt. „- Aus Leipzig berichtet die ,Lpz. Ztg.“: In einer Versammlung der Schuhmaäyergehilfen am Freitag. wurde mitgetheilt, daß 38 Meister mit über 70 Ge-

ilfen dre nsueren Forderungen bewilligt hahen und daI gegenwärtig fick) 200 Gehilfen im Ausstand befinden. - Die ohnbewe ung der Steinseßec gestaltet fich ziemlich ernst, nachdem die zwißchen den Meistcrn und den Gehilfen gepfw enen Vsrbandlungen resultat- los verlauxen find. Während die Ge ilfen hinsichtlich der Arbeits- mnhältnisse im aUgctnéinen allenthalben dcn Arbeit ebern nachgeben, abcr unbkdingt auf einem Stundenlohn yon 50 „5 Scharten, wollen die Mkister nur 42 bis 48 „3 bewilligen. In der letzten Versamm- lung (180 Personen) rechtfkrtigten die Meister ihren Standpunkt und begründeten die Ablehnung des höheren Stundenlohns damit, daß fie bereits mit den elektrischen Bahngeseüsckoastsn abgksckplossen hätten. Nach lebhafter Bksvrechung wurde ein€_Entsch[i€ßuna an enommen, nach Miche; die Meister ersucht werden, 7ich bis nächsten ontag auf die Gehilxenforderung - gegenwärtig 48-50 „3, von Anfang nächsten Jahres an 50_-_3 Stundeylohn - endgültig zu erklärkn.

In Nürnberg ist, der .Frks. Ztg.“, zufolgs jeit Anfang dieser Woche em Theilausstand der M*aurer angebrochen, dem fich jedoch nur wenige Arbeitér angeschlossen haben.

Hisr in Bkrlin hielten, wie die „WM. th.“ berichtet, die Dacb- und Schieferdeckermeister Berlins und der Umgegend am Frsitag Abend Line Versammlung ab, um über den beendeten Ausstand dcr Gkskllen zu berathen. Sie wählten Line Kommisfion untkr Vorsitz des Obkrmeistsrs A. KeUer, die geeignete Schritte zum Schuß des Handwerks geqcn die Wiederholung ungere'chtfsrtigter Ausstände zu thun Ermächtigt wurde. _ Am Freitag fanden ferner Vikr Vcr- 1ammlungen Von ausständigen Maurern statt, in denen über die Lagk des Ausstandes bkrichtet wurden Es wurde hsfchloffen, gegen den Zuzug zu wirken, und auf allen Bauten der Meister, Welche dre For- dx'rungén abgelehnt habsn, nicht 8er die Arbe'it wieder aufzunehmen, bxs auf sämmtlichen Bauten die Forderungen bewiÜigt worden seien. Wegkn dss Maurerausstandks hat am Sonnabend eine Versammwng der “Innuyg .Bund der Bau-, Maurer- und Zimmer- méister zu Bcrlin“ stattgefunden, in der, wis die Bsrlincr .Volkß-Ztg.“ meldet, beschlossen wurdé', die Höh? des zu zahlendkn Stundenlohns jedem Arbeitgeber zu überlaffcn,_ an der zehnstündigen Arbc'itszeit jedoch unbedingt festzuhalten und 1olche Geséllen und Arbeiter, welcbe dcn1.Mai als Fewrtag begehen, auch am 2. Mai nicht zu beschäftigen.

Kunst und Wissenschaft.

Untcr dxm Titkl' „Dis Kunstdenkmälkr dsr Königlichen Uniwersitat Gretfßwald' hat der zsitige Rektor der UnWerfität, Professor Dr. Victor Schultze, eine nur in wenigen Exemplaren gedruckte und nicht_ für den Buchhandel bestimmte kunsthistorische und aügemein geschichtliche Publikation mit 6 Tafeln und mehreren Textabbtldungen vkröffkntlickn, welcbe Lin erschöpfendes Bild von dem 718111211, ahc'r kinzigaxtjgcr: Kunsthsfiy der altehrwürdigen Greifswalder POch1_chUU' «iebt. Dre DarstcUUng behandelt 1) den (seiner Zeit im htsfigcu “?unstaewprhk-Mjrse'xtm aUSgpsteÜt gewcscnen) sog. „Croy- Tcppich“, eincn ©0515: aus r*.m Jahre 1554, welcher lebenßgroße Porträts der kursächfischcn und pommerschCn Fürsten aus der Refor- mation zu Liner wirkungsvollen, monumentalen Kompofitionzusammen- eschlosssn zkigt; 2] den reich mit Gold und Silber gestickten Lammetnen Rkktormantel v. I, 1619 und deffen Nachbildung durcb KMF? Friedrich Wilhelm [U.; 3) die goldene Kette und den Ring des ektors (Siegelring des leßtcn PommernberzogsU 4) den ver- Zoldeten Silberbechkr, welchen 1525 die Unwerfitat Wittenberg

utber zur Hochzeit schenkte und den Skins Majestät der Kaiser bei dem Festmahl anläßlich der Einweihung der erneuerten Schloß- kirche zu" Wittenberg benutzte; 5) die vier Univerfitätsscepter aus den Jahren 1456 und 1459, Die in der Königlichen Meßbild- anstalt hierselbst bergsstellten Foliotafeln geben die Denkmäler in vorzüglicher Nachbildung wieder, und aus diesen wie aus dem auf urkundlicbem Material beruhenden Texte tritt die wechselvolle Ge- schtchte dkk blühenden Hochszbule lebendig hervor. Mögen andere deutsche? Universttäten welcbe ahnliche Denkmäler besitzen, diesem Vor- gange folgen! I)as würde zugleich in willkommchner Weise die aUge- meme Univerfitatsgeschickpte bereichern.

- Zu Frauenburg in der Provinz Ostpreußen ist kürzlich bei AuGgrabungkn, welche die Königsberger Aüertbums-Gesellschaft .Prussi_a“ vornehmen ließ, ein Wtkingerschiff auf efunden und sodann m1_ttels Dampfers nach Königsberg transportert worden. Die .Kßmgsb. AÜg. Zt .' berichtet darüber: Das abrzeug, welches „1? m txef m feuchtem Humus unmittelbar auf and em Boden lag, lst verhaltnißmäßilegut Erhalten. Einige alte chri zeichen wurden syfort nach der * uSgrabung in Gips abgegossen um sie möJ- ltchst_ etreu aufzubewahren, und auch dte mächtigen öl er n sorgfalnger Umhüllung mit Lobe den Winter über vortre li auf-

ehoben. Jn Köni sber find die bemerkenswertben Reste ut ange- ommen und unter“ uffi t des Provinzialkonfervators Bötti sowie der Yrofefforen Dr. .?)cydcck und Hoffmann auSgeladen worden. Das Sebi ruht jest in e nem vorzügltch geeigneten, der Alterthumögesell- schaft dazu bewilligten Raume des Jorts riedriehsbur , wo es zu dauernder Erbaltun die erforderli e Be andlung ( ränkung mit , Oel xc.) erfahren so . Zweifellos liegt hier ein höchst wichtiger und ' merkwürdiger Fund vor.