1896 / 101 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 28 Apr 1896 18:00:01 GMT) scan diff

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Gesellstbaft. _ Zug 127 um 10,10 ab Herbesibal, 10,22 in Eupen und Zug 128 um 10,35 ab Eupen und 10,47 in Herbestbal, ver- kehrten bisher Sonn- und Festtags. _ ,Zug 150 um_8,10 ab Köln, 11,53 in Trier. Zug 153 um 8,45 ab Trier, 12,25 in Köln. Zug 923. um 8,55 ab Köln. 10,53 in Koblenz. ug 111 um 138 ab Koblenz, 3,48 in Köln._Zu 84 um 12,18 ab öln, 2,39 in Bingerbrück, und 'Zug 85 um 206 a Bingerbrück, 4,30 in Köln: direkte Schnell- züge zwischen Köln und Basel ab 1. Juni. _ Sonstige Aende- run en: Schnellzug 6 (1,45 ab Köln) hält noch in Eschweiler an.

_ Knellzu 3 fährt 5 Minuten früher als bisherÄ also 6,22 von-

erbeSi al a und trifft 7,51 in Köln ein. Der nschlußzug nach erlin über Hildesßeim fährt erst 8,25 bon Köin ab. Ankunft in Berlin ( otßd. Ba nh.) 6,22. _ Personenzug Nr. 99 trifft bereits 5,42 in öln ein und erhält Anschluß an Schmüzug 2, 6,00 ab Köln

nach Herbestbal.

Bremen, 28. April. (W. T. B.) Norddeutscher Lloyd. Der Schnelldampfer ,Fulda' ist am 25. April Nachmittags von New-York nach Gknua abgegangen. Der Postdampfer „Stutt- gart“ ist am 25. April Mittags von New-York nach der Weser abgegangen. Der" Postdampfcr ,Aachen“ ist am 25. April Nachmittags in New-York angekommen. Der Reichs-Postdampfrr „Sachsen“ ist am 26. April Nachmittags in Hongkong ange- kommen. Der Dampfer .Silverdale“ ist am 25. April in Montevideo angekommen. Der Dampfer .Löwenburg“ tstkam 26. April Nachmittags in Antwerpen angekommrn. Der Reichs- Postdampfer .Preußen' ist am 27. April Mor ens in Genua angekommen. Der Reichs-Postdampfer DarmLtadT' ist am 27. April Morgens in Aden angckommen. ,

London, 27. April. (W. T. B.) Die Castle Dampfrr „Pembroke Castle“ und .Venice“ sind am Sonnabknd aui drr Aitsrrise ron Southampton abgegangen.

Theater und Musik.

Lessing-Tbeater._

Mit glücklichem Erfolg begann gxstern Herr Jean Hoffmann vom Stadt-Tbeaier in Frankfurt a. M. sein Gastspiel als Rektor Wiede- mann in Hermann Sudermann's Schauspiel .Das Glück im Winkel “. Die Einheitlich, durchdachtekünstlerische Schöpfung, welche er bot, stellte drn sanften (Tbarakter des Rektors, der die an Jean Paul's Schul-Idyüen Wuz nnd Fiebel, wenn auch nur'etxtfernt er- innernde Anfangs- wie die versöhnlicbe Schlußscenr begreiflich macht, ins rechte Licht. Der anerkennrnswertben Leistunß dos Herrn Hoffmann war denn auch in erstrr Linie die warme Aufna me zu Verdanken, die das nicht mit Unrecht viel angefochicnc Stück scitens drs Publikums

gestern Abend fand. Zentral-Tbeater.

Das unter Conrad Dreber's Leitung im antral-Tbearer wirkende Münchener Ensemble bra tc grstkrn wiederum zwei Nei:- auffübrungen. „Ein blauer Tru el“, Genrebild mit Gesang in eincm Akt von M. Stirler, eröffnete den §Ilbend und rrwies sich als dir bayerische Uebrrtragung des bekannten und beliebirn Schwanks .Kurmärker und Picarde' von Louis Schneider. Herr Dreher spielte den Landwebrmann in bayerischér Uniform und bayerischct11Dial_€ki mit dem ihm eigenen gemütbvoüen Humor, und Frau- lein Mizzi Mayer entfaltete als Picarde eine natürliche Grazie und sprach das gebrochen? Deutsch der lustigen franzöx'tschen Bäuerin ausgezeichnet. Dann folgte eine nach dem Franzötscben bearbeitrte Yoffe in drci Akts": „Casimir und Isidor“ von

. May. uch bier lag die Hauptrolle des Stücks in dsn Händen

reber's, drr den Casimir spielte. Dieser lrßtcre, welcher zum Besuch bei seinkm Freunde Jfidor weilt, hat das eigentbümlicbr Miß; geschick, ganz ohne seine Absicht Unfrieden und Verwirrung bx: denjenigen anzustiften, die ihm nabxsteben; so ziebt mrt ihm das UUZeil auch in das Haus seines Freundes Isidor ein, eßent ieben Mißyrrsiändnisse al1er Art, wrlche den Friedrn der Familie bedrohen, bis sich zum Schluß _alles Wlkdkr zutxi Gut» wrndet. Daß der Zuschaurr es mit drn erwahnten Mißrerstandmffcn nicht gar so ernst zu nehmen braucht, sondern herzlich dariiber lachkn kann, braucht kaum erst hervorgehoben zu werden. Herr Dreher wurde von den übrigen Mitwirkenden, insbesondere boy Herrn Böbmert (Isidor), auf das beste Unterstüyi. Das Publikum svrndsic den Darstellern lebhaften Brifall.

Konzerte.

Zu dem levten Symphonie-Kon ert der von Herrn Karl MFder geleiteten Kapelle des Konzert auses, in welchem nur Me 6 Beethoven's zum Vortrag gelangten. hatte sich eftern ein zahlreiches Yblikum “eingefunden. Das größt? der zur uffübrung gebrachten erke war die siebente Symphonie (.4-äur), die von der Kapelle präzis und schwungvol] vorgetragen wurde; ein gleiches Lob verdiente auch die Ausführung der Ouvertüren zu „E mont“ und „Leonore 11“ und einiger anderer bekannten In trumentalsäße. Das Lied „Adelaide' wurde in einer wobl- gelungenen Bearbeitung für Orchester wiedergegeben und mit vielem Beifall aufgenommrn. der auch dem Solisten des Abends, dem Konzert- meister Schmidt-Reinecke für die treffliche Ausführung des ersten Sayes aus dem Violin-Konzert zu tbeil wurde. Ein besonderrs Ab chieds-Konzert findet morgen, Mittwoch, statt; die KapeÜe wird dann eine Kunstreise, zunächst nach Warschau, unternehmen.

_“ Jm Königli en Opernhause geht morgen .Die Götter- dammerung' von R (hard Wagner („Ring des Nibelungen“, 3. Abend) unter KapeÜmeister Sucher?) Leitung in Scene. Der Königlich bayerische Kammersänger Herr Heinrich Vogl gastiert als Siegfried. Im übrigen ist die Vese ung folgende: Brünnhilde: Frau Sucher; (Huirune: Fräulein Hird er; Gunther: Herr Fränkel; Hagen: Herr Mödlinger; Alberich: Herr Schmidt; Waltrautc: Frau Goeße; Rbéintöchter: die Damen Herzog, Rothauser, Deppe. ,

Jm Königlichen Schauspielhause findet mor en eme Aufführung von Friedrich Hebbel's .Juditb“ mit Fräulein oppe in drr Titelrolle und Herrn Molsnar als Hoiofernes statt. '

Das Repertoire des Conrad Drebcr'schen Ensembles. im Céntral-Tbeater bringt in disser Woche nocb drei Wieder- holungen des Schwaukcs .Der Schwirgrrimter“ und zwar morgen, am Freitag und Sonnabend. Die Posse „Casimir und Isidor: wird zunächst am Donnerstag gespielt und aelangt dann am nachsten Sonntag als lrßte Aufführung des Ensrmbles zur Darstellung.

Maunigfaltiges.

Zu Ehren dcs scheidenden Landcs-Direktors, Wirklichen Gr- beimen Raths 131". von Lebeßow fand heute im Brandenburgiscben Ständrbause ein kurzer Festakt mit anschließender Tafel statt. Zunächst erfolgte im Sitzungssaal des Provinzial-Ausscbusses, an derselben SteÜe, an der gestern die Uebrrgabe dcs Amts an den bis- !)erigkn Landratb Freiherrn von Manteuffel erfolgt war, eine Uebyrreichung von Ehrengaben statt. Der SÖeidende erhielt cine kostbare Truhe aus gepunztcm Leder, wclche Ansichten allrr der Gebäude enthält, die während seiner AmtSzeit von der brandrnbur ischen Provinzial- Mrivaltung m'u Errichtet bezw. wesentlich umge' aui wordkn sind. Die Bcamtrn der robinsialberwaltung widmeten außerdem ein Album mit ihren Bildnis en. Die esitaf'el, an dsr 60 Herrin theilnabmrn, fand im Foyer des Sißungs aales statt. Der Raum war mit dcr Büste Seinrr Majrstät des Kaisers und dem Relirfbiidc des Gc- feierten eschmückt. Herr von Lebrßow batte neben de'm Obrr-Präfi- denten, taats-Miniter 1)r. bon Achenbach und dem Vorst enden des Provinzial-Ausschuffes Grafen von Wilamowixz-M/öllrndox Play gsnOmmc-n; ibm Hegenüber saß der neu ernannte Laiidxs-Direkwr Freiherr von Man euffrl. Jn angerc'gter Stimmung Verlies die Tafel.

Das Fest der Kunstakademiker, Welcbi's, wiesckwn mit- rtbrilt, am 5. Mai in ,Alt-Berlin' auf der Gewerbr-Aus- ?tellung abgehalten werden sol], gewinnt immc'r drutlicber an Gc- stali. Von dc'n Künstlerinnen der Königlichen Hofbübne haben fich die Damen Rosa Poppe, Amanda Lindner, von Hochcnburge'r und von Marburg für d€n Festzug und die Mitwirkung in den Festspiclxn zur Vrrfügung gestellt. Von auswärtigen Akademien sind bereits Yrrtrcier der Kunstakademikrr von Wien, Rom, Kopenhagen und *.*]niwcrprn angemeldrt, die in blumengcschmückten E uipagen den Festzug eröffnen werden. Der Prolog für das cstspirl im „Theater Alt-Berlin“ ist Von Paul Warncke gedichtet und wird Von Fräulein Poppe gesprochen. Diesrm folgt eine auf Alt-Berlin bezüglicbe dramatische Dichtung Von Ernst don Wolzogen. Der Karpfknteicb soll zu einem Festsch Pbaniasiischcr Natur bknußt werden, das sich bei brillante'r €- leuchtung auf seinrr Viitte abspielen sol]. Auf dem Yiarkwlaß Von Alt-Berlin wird fich untcr Mitwirkung der akademischen Jugend ein

lebetes Treibenrntivickeln. Um das Fest sicher zu stellen, hat sich

in erbindun mit dem akademicben Ausschuß ein Comité gebildet

in welchem fi von älteren Kün lern unter Anderen die erren Adolk

Menzel. Max Croner, Ludwig Passini und Woldemar riedricb be-

-finden. Der Portier der Akademie und der Direktor von Alt-Berlin,

Kerr Julius Kaufmann, Tbiergartenstr. 85, nehmen Meldungen für arten (k 20 2“) entgegen.

Der Bahnhof Gewerbe- Ausstellung ist gestern dem Yenilickyen Verkehr übergeben worden. Der erste Zug, vom Görli er abnbof kommend, traf 2 Uhr 41 Minuten früh mit einigkn Ba ,n- beamten auf dem Bahnhof Gewerbe-Aussteüung ein. Die nach- folgenden drri Züge brachten noch keine Paffagiere; drr erste- traf mit dem 5 Uhr 21 Minuten vom Schlesischen Bahnhof“ ab elassrnrn, nach Grünau bestimmten uge 5 Uhr 34 Minutsn au? drr neurn Station ein. Für die eit vom 1. Mai bis zum Schluß der Ausstellung wird die Station bé'dient werden von: 6 Assistenten, 16 Bahnsteigsckpaffnern, 16 Kontroiscbaffnern, 14 Jahr- kartrnvi'rkäufern und -Verkäuferinnen, 4 Portirrs, 3 Rangiermeistcrn und 18 Rangierern. _ Die Ausschmückun der Zufahrtsstraßen zur Aussirüung bat nunmehr bcgonnen. Am ottbuser Thor erheben sich bereits zwei stattliche Triumphbogen, die im Holzbau vollendet und theilweise schon mit Gipsstuck bekleidet sind. An der Kreuzung der Oranien-, Skalrßew Manteuffel- und Wienerstraße find weitere zwei Triumphbogen errichtet, der Plak? vor dem Schlefischen Thore zeigt deren vier; leßterer ist Von oben, geschmackvoll verzierten Mastenn umgeben. Die Grundbesitzervcreine Haben zur Ausschmückung 523233111? aus ihrem Verrinßbermögrn Von 100 bis 500216 bro Vcrrin cw g.

Das ofßzielle internationale Preßbureau für dic Berliner Gewerbe-Yusstellung hat Heute früh seineGesckyäftSräumenachdcr Außstklluyg in Treptow verlegt. Dieselben befinden fick) im Haupt- gebäude, in, _der Wandelhaüe. dicht neben der Post. Es wird gebrten, (111€ Mittheilungen schriftlich und mündlick), auch die für den Lritrr drs Bureaus, Herrn Max Horwiß, besiimmtcn, ausschließlich nach drm Bureau in Treptow gelangen zu lassen.

Der Berliner Asylberein für Obdachlose hielt gestkm Abend in drn Viktoriasälen seine 27. Jahresversammlung ab. Dkk Verrin hat im [8331611 Jabra 113078 Männern und 12015 weiblichcn Yersoyen und set seinrm Bestehen 2838 328 Pkrsonen in seiner:

sylbausern vorübergehend? Unterkunft geboten. Der Arbeitßnackywcis, welcher von 1897 Männern benuyt wurde, zeigt zwar Line Steigerung, aber immerhin ist die Klage noch Line berschtigiex das; dir Unter- nehmer fich Vérbäitnißmä ig scltc'n an den Verein Wenden. Die Ver- mößrnslagr des Vsrcins it cine skbr gut?: den Einnahmen drs levicn Ia res in Höhe von 62 469 .“ standen nur 39108 „16 AuSqabt-n grgrnübrr, daruntc'r 31 164 25 für Unterhaltung der Asyle; die Mehr- einriabmc bckrug somit 23361 «16 Seit dem Besirbcn k'k'É Vereins fiiid 1463 864 „;ck eingenommen und 824 284 „sé ausgkgcbrn worden, sodas; Cin Vrrmögcn Von 639 580 „46 an- grsammrlt wsrdcn konntr, das inzwischsn fcbon wikder auf 665 830 .“ angewackßs-sn ist. Aufzrrrein sind ca. 950 000 «M an Lrgatrn in AUE- ficht, dcrrn Annahme krititlichc' Hindrrniffe nicht im Weg sirben. Dkk Vercin wird dabkr auch in drr Lage sein, den Nenbau des neuen Asyls in dcr Wiesenstraße, obgleich dsrselbe 700 000 ;ck Erfordert, bollsiändig cms rigcnrn Mitteln zn bestreitc'n. Dir ausschridendcn VorsiandSmitglichr wurdcn wiedrrgewäbli.

_Paris, 27. April. Nack) der Volkszählung 5911129. b. M. betragt die Einwohnerzahl von Paris 2511955, 5. i. 87 25.“ mehr als im März 1891.

Nack) Schluß der Redakkion eingegangcne Depeschen.

Buluwawo, 27. April. (Meldunq drs ,.Ncixtcr'schcti Bureaus“) Die Post aus dem Süden ist Mit Wafsrn Ur.? Munition l)icr angrkommcn.

(Fortscßung dcs Nichtamtlichen in dcr Erstrn Brilagc.)

Writerbericht vom 28. April, lungen.

8 Uhr M*orgens.

und 1 Vorspikl,

Bübnenfestspiel bon Richard WaxZner. Dritter Abrnd: Götterdämmerun

Freitag: NSU einstudirrt: Dirigent: Kape- nicister Sucher.

Fcruand's Ehe. in 3 Aufzugrn kontrakt. Schwank in 3 Aktrn von G. Feydrau.

Donncrsiag: Casimir nud Isidor. _ Vorb-xr Ein blauer Teufel.

Stations".

Bar. aus 0Gr. u d Meeressv red. in Miliim

Wind. Wsttrr.

Temvrratur .

50C.:40R,

Belmullet. . Aberdeen . . Cbristiansund Kopenhagen . Stockholm . paranda . t.Petersbg. Moskau . .

Cork„Qucrns- town . . . Cherbourg .

elder . . . . Hamburg . . Swinemünde Neufabrwaffer Memel .

atis . . . .

ünster. . . Karlßrube . . Wiesbaden . München . Chemniß . . Berlin. . . . Wien . . . . Breslau. . . Ile d'Aix . . Nizza . . . . Triest . . . .

756 750 746 754 747 744 751 759

761 763 758 755 757 756 754 752

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Uebersicht der Witterung.

Am höchsten, 765 wm, ist der Luftdruck über Süd-Euwpa, am niedrigsten, unter 745, über Nord- Europa, dementsprkchend sind im westlichen Mittel- Europa westliche und südwestliche Winde Vorwiegend, In Deutschland und Um- as Wetter mild, vorwiegend trübe und und Mitteldeutschland ist (: enthalbcn Regen gefaüen, nur am Nordfuße der Alpen herrscht heitere Witterunq. " vorwiegend trüben Witterung mit Regenfallen und

welche mäßig auftreten.

gebun? ist re ner

sch; in Nord-

sinkender Temperatur wahrscheinli .

Deuts e Seewarte.

Fortdauer der

*BSD-"4030721200 in oCklfiusl

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Königlithe §chauspielm Mittwoch: Opern- haus. 109. Vorstellung. Der Ring des Nibe-

Theater.

(Siegfrixd: Hkrr Heinrich Vogl, Königlich bayerischer F?Baünlxncrsänger aus Müncbrn, als Gast.) Anfang r.

Sekauipielbaus. 115. Vorsieüung. Judith. Cin? Tragödie in 5 Aufzügen von Friedrich ebbel. In Scene aese'ßt Vom Ober-chiffcur Max rube. Dekorative (Einrichtung boni Ober-Jnspekwr Brandt. Anfang 7:1 Uhr.

Donnerßtag: Opernhaus. 110. Vorstellung. Dcr Evangelimaun. Musikalisches Schauipiel inLAuf- ZÜZM- nach einer von Dr. Leopold Florian Meißner er- za [irn wahren Vrgebrnbeit, von Wilhelm Kienzl._ Phantafieu im Bremer Rathskeller. han- tastiscbes Tanzbild, rei nach Wilhelm auff, von Emil Graeb. usik von Adolf Steinmann. Anfang 7ck Uhr.

Sckauspielba_us. 116. Vorstrüung. Der neue Jörn. Schauipirl in 7 Vorgängen Von Ernst bon

11d€nbruch. Anfang 7x Uhr.

Deulsthes Theatrr. Mittwoch: Heinrich der Vierte. Anfang 71 Uhr.

Doynerstag: Jugend.

Freitag: Der Talisman,

Orrlmer Theater. MittWocb : Der verlorene Sohn. (]"eukavt proajsue.) _ Nur drei Worte. AnfanÉ 7? Uhr.

Donnerstag: öuig Heinrich.“

Freitag 132 Abonnkments-Vorfteüuna): Der ver- lorene Sohn. (konkav! proalxue.) - Nur drei Worte.

Wesßng - Thkalkr. Mittwvcb: Gastspiel von Friedrich Mitterwurzer. Das Glück im Winkel.

nfang 74 Uhr. (Gewöhnliche Preise.)

Donnrrstag: Leßtes Auftreten von Friedrich Mtiterivurzer. Das Glück im Winkel.

Sonnabend: Zum ersten Male: Waldmeister. Unter persönlicher Leitung von Johann Strauß, mit FlrsauG Julie KopaSci-Karécag und Ed. Steinberger a a .

König

Residenz - Theater. Direktion: Sigmund Laufenburg. Mittwoch: Zum vorleßten Male: Hotel zum Frei afeu. (l-“llötol 1!- [„ihre Remote.) S wank in 3 Akten von Georßes Fwdeau, übYeßt und für die deutcbe Bühne e- arbeitet von enno Jacobson. Musi von Frangois Perpignan. Anfang 71 Uhr.

Donnerstag: Leyte Aufführung von Hotel zum

eihafen.

Frirdrirh - Wilhrlmstüdtrsrhes Theatrr. Chausseestraße 25-26.

Mittwoch: Mir großmiiger Ausstattung an Kostümen, Dcéoraiionsn und Raquisiikn: Der Hnugerleidcr. Ausstattungs-Komödie mit Gesang und BaÜet in 10 Bildern vyn Iulius Keüer und Louis Hérrmann, mit tbeii'rve'iser Benußung einrr Idee des Mark Tnmin. M*usik von Louis Roli). Zn Scene gcfc t bon Iulius FriLsche. Dirigmt: Hkrr Kaprllmei er Winné. Ansarxg 7k Uhr.

! '?onnc'rstag und folgsnde Tage; Der Hunger-

U cr.

MLULS Theater. Schiffbauerdamm 4a./5. Mittwoch: Vorleßte Sckyauspiel-Vorstcllung in der Saison. Die Wildente. Schauspiel in 5 Akten von Henrik Ibsen, deutsch von (Ernst Brausewctter. Zn Scene gcseßt bon Sigmund Laufenburg. Anfang 71 Uhr. _

Donnerstag: Le te Schauspic1-Vorsirllnng der Saison. Der H tteubefißer. Schausviel in 4 Akten bon Georaes Obnet, dkutsch von Schelcber.

Freitag: Tata-Toto. Vaudeviüe in 3 Akten von Victor Leon und F.Z?U, nacb Bilbaud und Bakké. Musik von Antoine Banéss.

Der Vorverkauf zu der Vorstellung zu wohl- thätigem Zweck, die am Synntag Nachmittag 3 Uhr mit Allerhöchster Genehmigung stattfindet, bat brgonnen.

Theater Unter den Mndrn. Direktion: Julius Frißscbe. Tournée Judic. Direktion: Theodore de Glaser. .

Mittwoch: Gasivorsteüung von Anne Indie. l-a bello 11615116. 0961414301130 SU 3 WM:; (16 U. 1111. USiliiuc (36 15100ng „1715161737. U11§1q110 (16 FUijUSZ 0213115501). Anfang 73 Uhr.

Donnerstag: lm bello lléléue.

Adolph Ernß-Theater. Mittwoch: Das flotte Berlin. Große Ausstattungs-Gesangspoffe in 3 Akten von Leon Trrptow und Ed. Jacobson. Kuplets und Quodlibets von Gustav Görß. Musik von Gustav Steffens. In Scene escvt von Adolph Ernst. 2. Akt: Alt-Be-rliu. An?ang 711 Uhr.

Donnerstag: Das flotte Berlin.

Dentral-Theater. Alte Jakobstraße Nr. 30.

Mittwoch: Gastspiel “des Conrad Dreher- Ensembles vom Münchener Gärtnerplatz-Tbeater. Conrad Dreher a. G. Der Schwiegervater' Posse mit Gesang in 4 Akten Anfang 71 Uhr.

Konzerte.

Üonzrrt-Ljaug. Karl Mehder - Konzert.

Mittwoch: Abschieds-Konzert.

Donnerstag, den 30. Avril, Abcnds ?ck Ubr Konzert des „Berliner Liederkranz“ (Männxrr ÖOr), Direktion: Hörl" W. Haudwcrg. nnd drr Kaprllc dcs 4. Garde-chimrnts z. F., Dirigcxx: Herr F. Bergter.

Familien: Nachrichten,

Verlobt: Frl. Olga Nrumann mit Hrn. Posi- sekrctär Waltbkr Güntbrr (Berlin-DreSdé-n). _ Frl. Margaretbc Richters mit Hrn. Gcricbik-

ffeffor und Limit. d. R. Georg Langcr (Woxicb- wi8--Neiffe). _ Frl. Marie Fran mit Pik. Magistrats-Srkretär Max Wagner (5 erlm), _ Frl. Elsbeth Schulze mit Hrn. Asfistenz-Arzt 2. Kl. ])1".111S11. Hermann Jaebn (Potsdam_ Jüterbog). ' '

Verehelicht: Kr. Yauptmann Guichet niit Fri. Gertrud S uj (* ofen). _ Hr. Regierunsé- ZLssessor Kau ML mit Frl. Lucie Ploch (Instit- urg).

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Kammerjunkcr Heinrich von Hkvdcbrand u. d. Lasa (z. Zt._Dkdek11). _ Hin. Professor Hieronymus Rave (Yannvber) _ Eine T7ochter: Hrn. Lieut. ebltng (Lam;- fubr). _ Hrn. Gerickots-Affeffor Ltman (Berlin).

Gestorben: Hr. OberstxLieut. a. D. Paul Cbambeau (Prenzlau). _ Hr. Major Wcrner v:)" Alvensleben (Glogau). _ Hr. Carl von DebsÖW a. d. -' aufe ollentschine (Weigersdorf, OnLanskW- _ Zr. ebeime Obrr-Regicrungs-Rafb Anna Struck, geb. Sch1üter(Wiesbaden). _ .Fr. General- Major 3. D. Emil von Siefart (Wer in), _ Hk- Zkitfßcrgutsbefisser Josef Weisel (Mtitel-Renßkks' or .

Verantwortlicher Redakteur: Sie m e n r o th in B e r l i n.

Verlag der Exprdition (Scholz) in Berlin-

Druck der Norddeutschen Bu druckerei und Verlags“ Anstalt Berlin ZW., Wi elmstraße Nr. 32-

Sieben Beilagen (einschließlich Börsen-Beilage),

sowie die Inhaltsangabe zu Nr. 6 des MMF,“ lichen Auzei ers (Kommaubitgesellstlmfteu Aktien und ktieu eseüschafteu für die Wolh-

vom 20. b s 25. Aprl 1896.

Erste VeilUge

' zum Deutschen Reichs-Anzciger und Königlich Preußiscbrn Siuuts-Anzeiger.

014.4? 101. '

Deutscher Reichstag. 77. Sißung vom 27. April 1896, 1 1157.

Auf der Tagesbrdnung stebt zunächst die Prüfung der Wahbdes Abg.,Pohlmann (6. Elfaß-Lothringen, Rp.)

Die Kommrsswn beantragt Ungiiltigkeit-Zcrklärung und Beweiserhchng iiber die Protestbelwuptungrn.

Nachdem Abg. Guerber (5. k. F.) 11er dir Wahlvor-

gänge im Reichslarid und besonders iiber die offiziellen KaUdi- daturen gesprochen, nimmt das Wort der

Staatssekrrtär des Innern, Staats-Minister ])1'. von Boer ticher:

Meinr Hrrrrn! Ich habs nicht die Absicht, mick) übsr die Frage zu äußcrn, ob die Wahl drs Hsrrn Abg. Pöhlmann als güliig an- zaseben ist odrr als nieht gültig. Ich habe scibstbrrsiändlick) dem bobrn Hanse zu übrrlasskn, fie zii rntsch€idrn. Ich Habe nur das Büdürfniß, mit Rücksicht auf die Bedrukrn, wrlch€ JLJSU dir Korrrkiheit drs Ver- fahrens dec clsaß-lotbringisäxcn Regierung brzüglich dsr Vrrnrhmung riniger Zeugen in drr WablpriifimgSkommissibn gränßert worden sind, auf Wunsch drr elsaß-[otbringisckyrn Régirrung dir Griinde: darzulrgen, wclche dort als ausrricheénd und 515 maßgrbrnd bctrachtrt wordrn sind, um dir Zeugenvrrnrbmungcn vorzunrbmrn.

Jm übrigrn babe ich aber dem Hrréii Vorrcdncr doch, da ich das Wort eiumal grnommrn habe, zu sagén, dasz cr doch wwbl riwas zu wcit grbt, Wenn er die? Kandidatnr ch Hrrrn Abg. Pöhlmann ais eine offizieüe brzricbnrt, noch dazu als" eins offizirU-z im Napoleonischrn Sinne". Er ist da viellricbt Etwas zit stark in die: Erinnrrmigrn séiner Jugrnd zurückgcgangrn. Wir konnen krixie offizicÜsn, ksinr Regirrnnßskmidi- daturen (na, na! in drr Mikis), und WEUU der Hsrr Abg. Pöhlmann Von irgrnd welchrn öffcnilicbkn Bramtén in Elsaß-Lotbringcn inseinrr Kandidatur untrrsiüyt wordrn ist, so wird 65 wahrschriniick) einfach daran gclsgrn haben, daß birsc Bcawtrn ibn eben als dcn grsignctcn Kandidaten zur Vcrtrrtung ibrcs Wablkrrisss angrsrbrn babkn.

Nun, meine Hrrrcii, ist also der Hsrgang brziizlich dcr Zeugin- vkrncbmung, don drr ici) g-esprochrn babr, folxirnder gcwrsrn. Drr Hcrr Abg. Pöhlmann bat fich, nachde'm dic Wablprüfumwkommisfion brsch10ff€n Hatte, ziir Aufklärmig mrbrérer Böbaaptangén in dm vorlicgcndén Wabiprotrstrn zeugrncidlickyr Vrrncbmarigkn zU drr- aiilaffcn, Und nachdcm dcr Rcich§tag dicsrm Brschlnsse' brigrtrctrn war, mit drr Bifi? an die clsaß-lotbringisckyr chirrung grwandt, es möge dis Zsugciwrrnrbmung aucb angedabnt words:: auf dic: Ab- börung Verschiedrnkr Prrsonrn, bon denen er worausskyrn könne“, daß sir dic Behauptungen dcr Wabiprotcste, um dcrrn Aufklärung, 68 sich handels, nicht allein nicht bcsiäiigkn, sondsrn im (Hrgcnibeil im stande skin würdrn, das Gegrntbcil bon drm zu bckmidcn, was in diesanr- bauptungcn borgrbrachi ist.

Die clsaß-lotbriiigisck)e Regisrung ist nicbt dazu iibkrgrgangsn, die Vcrnrbmung die'srr Zsugsn eiiisritig aiiziwrdtien, fondkrn sic bat die: Beschlußfassung darüber dsn elsässischkn Gcricbtcn _ ss Handrltc fich um 011113 gcrichtlichc Vcrncbmmig dcr Zriigrn _ übrrlassen, und die Gcricbte babcn krin Bedrnkcn gkbabt. Ick bin auch der Vieinung _ Und dicse Mcinung kann mit srbr giiicn Gründen vcrtrctcn wcrden _ daß das Vcrfabrrii, wrlcbc's in dicser Brzicbung cinsrschlagrn ist, nicht aUcin rin ratibiicllcs ist, sondern auch mit den gcsrßlichcn Bcstimmungcn durchaits im Einiiaiigr steht.

Mrine Herrcn, dic Wabipiüwiig bat doch vor aUcn Dings" dcn chck, fcstzUstCÜCn, ob bEi drr Wahl ordnungsmäßig Vcrfabrcn ist. Wird in irgend 61110111 Wablproicst dir Bsbawptnng aufßrsirlii, daß nicht ordnungsmäßig Verfalwrn ssi, dasz Vrrlryungen ker Vorschriftrn dcs Wablbrrfabrrns odcr unznläsfigc Wablbcrinßnssimgcn stutt- grfundcn Haben, so liegt cs in drr Natur drr Sache, daß man übrr diese Bciwuptung 81116 Erörtcrung durcb Zrugctwsrnébmunß rintrricn läßt. chrr Abgkordnctk hat nun nach drr Grscbäfisordnung dicses hoben Hauses das Rccht, an den R'ommisfibrisbcratbungcn tbeil- zunrbmcn und auch obne Stimmiccht srincé chrrkungkn zu den Ver- bandkungen zu machen, welchc 114 dcr Kommisfibn gc'pflogrn wcrdrn. Es wärs also drm Hrrrn Abg. Pbbimann aiibcimgcgrbcn gcwesen, dir Zweiscl, dir cr rücksichtlich dcr aufgcstciltrn Brwcistbcmota odcr rückfichtlich drr Zrugcn zu äußern bai, auch in der Wahlprüfungs- kommisfion zur Grltung zu bringen, und LI wärc ibm LÖMsO unbenommen gebliébcn, aucb scinarscits dic? Mittcl anzugeb-Zn, durcb Welche cin Gkgenbcwcis grgrn die Bebauptungcn, um dercn Auf- klärung rs sicb bandclt, gcfübrt Wrrdrn soUtc. Ick) bin garnicht im Zweifrl darüber, daß, wcnn Hcrr Pöhlmann so bcrfahrcn wäre“, Qual) dir Wablprüfnngökommission dM BksÖluß gefaßt babcn würds: wir wollrn außer den in dcn Wablprotcstcn bcnannten Zeugrn auch die? Zeugen bcrncbmsn, die Herr Pöhlmann Vorgeschlagen bai. Denn auch der Wahlprüfungskommifsion muß es _ und dafür hat fir den stringrntcstrn Beweis bercits ge- liefert _ darauf ausschließlich ankommen, bintrr die Wahrheit zu ge- langen. Nun war, als das Ersuchcn um zcugrncidlickye Vernehmung der in drm Wablprotest gcnanntcn Psrsoncn bei dem Herrn Nächs- kanzler einging, der Rcichstag nicbt bcrfammelt. Die Requifition war _ das entspricht ja auch dcn Wünschen drs Reichstags, und ich 1511? es in jedem sinzclncm FaÜe _ Von mir mit drm Ersuchen writergegcbcn worden, eine jchlkunige Erledi- gung eintreten zu lassen. Nun kam Herr Pöhlmann Und 11er drr chirrung bor, das; er seinrrscits Zeugen WWW zu machcn babe, Wk1ch€ das Grgknibeil bon drm bekunden würdrn, was von den in dem Wablprotest bcnmmtcn Zeugen be- kundet werden sollte. Die Regisrung hat darauf dem Präsidenten des Ober-LandeSgerichts in Colmar, also dem böchsken Justizbeamten der Reichslandk, von dem Wunsch dcs Hrrrn Abg. Pöhlmann Kenntniß gegeben und hinzugefügt, Von Regierungswegcn stehe nichts entgegen, daß diesem Ersuchen Cntsprrchcnd die darin benannten Zeugen vernommen wiirdrn; wenn abrr der Präsident des Ober-LandeSgerichts Bedenken babs, eine solche

' zeugeneidliche Vernehmung auch dcr weitrr bcnanntrn Psrsomn

eintreten zu lassen, so möge er darüber brrichtcn. Dcr Präfidcnt des

Berlin, Dienstag, den 28. April

Ober-Landrsgrricbts hat keine Bedenken gehabt und bat die Sache an das Landgericht writkr gegrben; die mit der Vérnebmung betrautrn Richtrr [100011 auch kexine Bedenken 3180007, und so find ÖM" die FLÜ- stellungsprowkolle enistanden.

Meine Herrrn, ich onte in der Hauptsache durch diese meine Darlrgungrn bloß nachweisrn, daß die Entwickelung der Angelegenheit rinc ganz natürlich gkwrsrn isi iwd daß 61716 sorgfältigc PkÜfUnJ starmkfimdrn bat. Ick) glaube nicht, daß man mit Fug dsr elsässischen Verwaltung aus ihrem Vorgehen irgend welchen Vorwurf machen kann. Kommt es den Herren darauf an, Link nähere Begründung diesrs Verfahrens , wie sw Von der Elsäsfischén Nrgierung in cinrr Denkschrift gegebrn ist, zu vrrnebmen, so bin ich gern bereit, die Hauprstelle daraus zu ver- lc'sen. VirÜcicbt ist dies namrntlicb für die Herren Juristen inter- essant, die chifel an der ZUläsfi-gkéii drs Verfahrens babrn. Es brißt in drr Denkschrift:

Für dis Nichtigkeit dcr Ergangcnen Entscheidung spricht in sach- licher Brzisbung die Erwägung, daß es für die Ausübuag des drm Rrichstagk: nach Art. 27 der Reichsverfassung zustehéndsn Wahlprüfunxxsrc'Ms nur förderlich skin kann, wrnn dis Vorgängr Vor und bci der Wahl nicht born einskiiigeri Standpunkt Links Wablprotcsstes, sondsrn möglichst voUständig objektiv und ivahrbeitsgrtrsu frstgksiellt werdrn. Ist dcr ge- wählte Abg-Zordnéte in drr Lags, [)icrzu ssinrrsrits durch Be- nrnnung ncusr, in dem Wablprotrst nicht Liitbaltener BrwÜsmittel brizutragrn, so wird diirch die hiermit gewonnene Aufklärung dcs Sackpbrrhalts drm Reichstags dic Findung 611188 sachrntsprechenden Urtbrils €rlricht€rt. Die Wahlprüfungskommisfion bat dies auch durch Ablsbnung drs bon cinrr Seitr grstriltkn Antraßs, die Aus- sagen drr Pöhlmann'schcn ZSUJM nicht zu bsrückfichtigén, aus- drücklich anerkannt.

In formcllrr Hinficht kommt in Betra-IHT, daß, wrnn die ordcniliäycn Errichtr zur ridlicbrn Vsrnrbmung bon Zeugen in Wai)[Prüfungs-Angrlrgrnbcitcn üburinpt zuständig find, mangels grsrßlichcr Vorschriften 1":er das bieibri zu beobachtende Verfahren die- Vorschriften drr Prozrfzgrsctze analog zur Anrvendung zu bringcn sein werdcn, wie donn auch der Reichstagébcjchiuß vom 3. Mai 1895 die gerichtsridlirbr Vrrncbmung bon ZLUJLU, ,srwlit die'. BLcidigung prozkssualisch zulässig ist“, bLan- sprUcbt hat. Nun ist in démjrnigen gcrichtlichrn Verfabrrn, wclcbrs mit drm WablprüfungÖbrrfabrrn drn Offizinaibetrirb gkmrinsam bat, im Stcafprozrffe, dir sofortigrErbcbung dss Gegen- brweiscs durch den mit drr Uiitrrsucbung bétrautrn Vramirn nicht nur gestatirt, sondkrn sogar aubdriuklich Vorgeschrirbrn (Vgl. St.- P.-O. §§ 158 Abs. 2, 164 Abs. 1, 188 Abs. 2). Im Ziyila prozeß wird drr Umfang der BeMiEaufnabme, winn diesrlbé in Linen: brsondrrrn Vcrfabren Vor cinem beauftragten odcr ersuchtén Ricbiér crfolgrn soll, durch drn «mäß „H 323 Zibilprozrß-Ordnung auf Grund 568 Beibrisanerbictrns dsr Partciéti Von drm Prozrsx- grricbic zu crlasscndcn Beweisbrschliiß bestimmt, mit wcch lrßtrrcm in g(xwissém Sinns dsr Link B2wri§anfnabms durch. die ordentlichrn Gerichte anordnendc Reichstags- bcscbluß vom 3. Mai 1895 Verglichen werden kann. Es ist aber auch im Fakir drs Erlaffes cines Beweisbrschluffes dic Vérnebmung ncurr, darin nicht ('rwäbntcr Zrnsrn grinäß § 339 Z.-P.-O. zulässig, 11901111 bierdurch kcinc Vcrscblrppimg drs VST- fabrcns Eintritt. Lcßirrrs war in drr Sache Pöhlmann nicbt drr Fal]. Jm Gegcntbeil ist, da Pöblmann, wie schon brincrkt, seine Vcrtbcidigungsmittel bei dem Reichstagr bis zur Endgültigen Entscheidung Vorbringrn konnic, durcb drrrn sofortige Erhebung eine Besckylcunigung des Verfahrens lrzicli, drm vcrmuibbarrn Jntereffe des Reichstags also, wir dies auch die Absicht war, ent- gcgrngekommen wordrn. Jm übrigrn bat drr § 339 Zivilprozeß- ordnung in einc'm Uribeil des Obcr-Landrsgerichts Zweibrücken Vom 22. März 1881 (Busch und Virrbaus, Zcitschrift des deutschen Zivilprozrffes Bd. 121 S. 502) die Auslrgung grfundkn, daß ncue Zeugen nicht nur don drm Prozrßgcricht, sondern auch Von dem brauftragten odrr ersuchten Richter zugelassen werden dürfkn. Diese Rechtsauffassung wird zwar in der Rechtslehre (Vergl. Wil- mowski und Levi, Zibilprozeßordnung§ 339 Nr. 1 Abs. 2, Petersrn bei Busch und Vierba-us Bd.17 S.314, 319) nur mit dem Vorbehalt getbrilt, daß die Gegenpartei der Zulassung nsuer Zeugen durch dkn bsaustragten oder ersuchtc'n Richter zugestimmt haben müsse. Dieser Vorbehalt ist indessen für das WahlprüfUtigSVCrfabren bedeutungslos, weil dieses Von dem Parteivorbringrn nicht abhängt. (Vgl. Seydrl a. a. O. S. 386).

Das sind also die Grüude, welche? die elsässische Regicrung bc- wogen haben, jenes Verfahren für zutreffend zu erachten. Ick steÜc die Erörterung dieser Gründe anheim, möchte aber glaubkn, daß an der Hand derselben für den Herrn Reichskanzler kein Anlaß vorliegen wird, das Vcrfabrcn der elsässischen Regierung zu deSapprobicren. Wünscht der Reichstag außzusprechen, daß über den Kreis seines Bc- scbluffes hinaus Zeugen in Wablsachen nicbt vernommen werden dürfen, dann wird man fich in Zukunft wahrscheinlich darnack) richtrn; aber für die Vergangenheit _ und hier handelt Es sicb um einen in dcr Vrrgangenheit liegenden Fall _ lisgt, glaube ich, keine Veranlassung bor, drn beibeiligten Behörden einen Vorwurf zu machen.

Abg. G am p (Rp.) zieht im Interesse der schleimigen Erledigung und mit Rückficht auf die schwache Beseßung des Hauses den Antra auf namentliche Abstimmung über die Wahl deszbg.Pöh1mann zum und stellt in Aussicht, daß auch die namentliche Abstimmung über die Wahl drs Abg. Hoi? zurückgezogen Werde. dencr wendet sich em- gehcnd gegrn Tie Be au tungen des Protestes, die sich sämmtlich als unwabr heraus estellt b tten. Er ngifr einkn bei dcr Wablagiiatiqn besonders bethctligten Bürgermeister Spies heftig an und tritt fur die Gültigkeit der Wahl ein.

Abg.1)r. von Marquardsen (nl,) Erklärt sich ebenfalls zu Gunsten der Gültigkeit der Wahl." , , .

Abg. Spal) n (Zenta) erklart, daß ,die in dem Schreiben des „Herrn Pöhlmann an die elsässische Regierung enthaltenen Be- hauptungen bczüglich mehrerrr zur Zentrumspartei gehöriger Mit-

1596.

glirder drr Wahlprüfungskommissibn unwabr seien. Der Bürger- meister Spirs sei bon dem Staatsiekretär von Puttkamer im Landes- auSscbuf; in_SckxuiZ genommen wordkn. Redner bemängelt es, daß drr Staatsiekrrtär von Bortticher das Verfahren der Gerichte grbillYt

hätte. _ Die Legitimation sriner Mifgliedrr prüfe drr Reichstag, ni t die elsasfiscbr Régierung; der Rkicbstag bezeichne die Zeugen, wel e er bernommrn scbsn wolle. Der Reichxkanzler Ersuche um die Ver- nebmmgg dcr Zeugsnz nicbt 1"!er dsn Kopf des Reichstags hinweg sei b€r1a5ren irorica, wiidrrii Übrr drn Kopf des Reichskanzlers hin- w"eg, desicn Anorduungyn allein zu folgen sei. Der Reichskanzler hatte also aile Ursache, hier einzugreifen, nicht der Reichstag.

_ Abg. Bcckb (fr. Yoifsp.) schließt sich diesrn Ausfiihrungen voll- standig gn. Der rxqurrierende Richter dürfe über den Inhalt der Requxfiiwn nicht bitiausgehen. Wrnn die Kandidatur Pöhlmann auch keine EffiziéZÜE gewrsen, so zeigten doch die Vorgänge nach der Wahl, daß sie Link offizwll untrrstüßte gewesen sei.

" Abg. Dr. Simonis (b.k.F.) b?bauptet, daß die Wahl des Herrn Pohlmann Line erpreßir grwesrn,_ wenn auch eine offizielle Kan- didatur nicbt aufgrstcilt worden 181. Von Regierun sbeamten sei gusdrücklick) anrrkannt ivordkn, daß die Gemeinden, wel e regirrungs- srrundlick) wäbltrn, staatliche Zuschüsse ebcr empfangen würden, als andrre Gemsiriben.

Abg. Garni): Den regierunasfreundlick) stimmrndén Gemeinden Lind nicht untrr aÜen Umständen Zuschüffr in AUSfiCbt JLstLÜt wordcn, ondexn die brtreffrnde Aeußérung ging dabin, das; „unter gleichen Verbaltniffrn“ Zuschüsse ?ber den rrgierungsfreundlichen Gemeinden zugrwandt werden. Man wil] dc'n Bürgermeistern das Wahl- recbt nsbmrn," wsil 119 für Pöhlmann eingetretcn sind. Die Bramtsn, auch dir in dirsem Hause fißenden, werden fich schönstrns dafür_b€dank€n, das; sie zu Staatbbürgrrn zweiter Klaffe gsmacht werdrn W[lrn. Nach dcn grmachten Erfahrungrn könnte man wirklich die Frage aufwrrirn, bb (*I nicht richtig wärr, die Wablprüfun en 81116111 unpartciiscbsn Gericht, virilrickyt drm Reicbögericht zu überivei en. Denn in der Poliiik girbt es krin positibes RCÖT; WL!) die Macht bak, hat das Rkcht.

Abg. Preiß (5. k. F) bezwrifrli, daß dir Vertbeidigung, welcbe drr Vorredner Osrrn Pöhlmann babs angedriben lassen, in Elsaß- Lotbringen wirksam srin werde. Die? Entlassung des Bürgermeisters Spies am 29. Juni, nachdem di? Wahl am 15. Juni stattgefunden babe, sei allgsmsin als Eine Foige der Wabltbätigkeit desselben ange- seben words". Redner führt aus, daß 61116 öffriitlicbs Wablversammlung in Elsasz-Lotbringen mir stattfinden könne“, wenn fiebert in der Gemeinde domizilisrende Prrsonén disscibe cinberiSfcn und das Gesuch dsr Ge- nrbmigung bri_ dsr Behörde deponierten. Nach drei Tagen dürfe dann die Verminmlung stattfinden. Für die Kandidatur des Herrn Pöhlmann seirn aber dis Wähler durcb Trommrlschiag ohne weiteres zur Vcrsammimig berufen worden, währrnd die Gegner aUe gefaß- 1ichcn Brstimmungrn bättcn beobachten müffsn, widrigknfalls sie der Strafe _berfailcn wären, * '

. Die Wahl des Abg. Pöhlmann (6. Elsaß-Lothrmgen. Rp.) Wird gegen die Stimmen der Konsrrvativen, Nationalliberalen und erormpartct für ungültig erklärt, ebenso die Wahbdes Abg. ,olß (5. Marienwerder. Rp.), iiber die am Freitag vcrban elt worden war.

Auf Axxirag des Abg. Spahn wird an Stelie dcs aus der KOMMMWU fiir Arbeiterstatiftik ausscheidrnden Abg. ])]: Kropatscheck (d. ions.) ein FraktionSgcnoffc desselben, dcr Abg. Jacobskstier gewählt. ,

Schluß 43/4 Uhr. _Nächstc S1ch1mg Dicnsmg 1 Uhr. (Zweite Bérathung ch Börsengcscßes.

Statistik und Volkswirthschaft.

Uebrr dic Edclmriallgrwinnung und -Verwendung in den letzten zrbn Jahren.

In dcnr_11§ucsi€11 Hrft der „Jabrbüxbcr für Nationalökonomie und Statistik“ (Msi 4 dss Elstra Bandes 111. Folge) vcröffentlicht Pro- feffor W.Nrik; einen Aufsay, betitslt: ,Die Edelmetallgewinnung und Verwcndung in den lcxxtsn zrbn Jahren“. Ohne auf dir inter- cffantrn Détails, wrlchc der Verfasser über bis Art und die uber- läsfigkrit dcr erinnung bestimmter Zablengrößen auf diesem ebiet für die einzelricn in Betracht kommcndcn Ländrr mittbeilt, näher ein- gehen zu köniirn, woÜcn wir in Nachstrbendrm Versuchen, die Haupt- dcs in dicser neuen bortrcff1ichen Arbeit des bekannten Gelehrten ge? otcnrn Bildés kurz wicdkrzugcbcn.

Unter Ausschluß der chincfischrn Goldprodukiion, über welche nach drs Verfassers Kritik die vorliegenden Zablrnangaben doch gar zu un- sicbcr sind, rrgcben fich, entsprechend dsn Bsrichtrn drs amerikanischen Münzdirkkwrs, für dic gesammte jährlichr Auöbeutc an Gold die

folgkndcn Zablrn: Jahr kg fein Mill. Mk. Jabr ]; frin Mil]. Mk. 1885 149 200 416,3 1890 1 3 300 483,5 1886 143 800 401,2 1891 186 600 520,6 1887 144 100 402,0 1892 208 700 581,3 1888 151 900 423,8 1893 226 400 631,7 1889 172 300 480,7 1894 258 400 719 9 In diesen Zablcn ist auch Denis chland mit einer Goldproduétion von 1000 bis 3000 kg krcditiert, wie Lexis sagt, obwohl seine wirkliche Goldgewinnung aus eigenen Erzen ganz geringfßgig ist. Da aber der größte Tbc'il dicses Goldes aus Silber _ eschteden ist, dessen Gold- gebalt in drr audrrweitigen Statistik ni tmit brrücksichtigt ist, so rrchtfcrtigt es fich doch,_ diesen Postezi in die Gesammtsumme mit aufzunehmen. Unter Hmzurechnyn Lines wahrscheinlichen Antbeils für China dürfte als borlaUFige Schätzung der Gold- produktion von 1895 nach 26in folgende annehmbar sein: Vereinigte Staaten 197 000 000 554 Australirn . 180 000000 , Trankibaal 187 000 000 Rußland . . . 115000000 Britisch Jndicn . 20000000 dic übrigkn Ländcr. 112000000 . _ zukxammrn 811000000 «14 Der größte Theil des jäbrli gewonnenen Goldes Lebt zunäYt nach England und wird bon dort aus auf die iibrigen Lander, tb - weise auch wieder auf die Produktionsländer selbst, vertheilt um in diesen zur Münzpräaung oder zu industriellen Z'Wecken ver- wendet zu werden. Was dis PrägungSziffern anbelan t, so überschreiten dieée in der Regel die nachgewiesene gleiehzeitigx roduktion um ein se r Bedeutendes, weil bei ihnen die Umpragung bereits vorhandener Münzen eine große Rolle pielt. Die Goldprägungen beliefen K in Deutschland allein im ahre 1895 auf 107 514010 „14 Den- ck- land hat nach erid'Mittbeilungen in dem le ien Jahrzehnt bedeutend mcbr (Hold geprägt nicht nur als rankrei , sondern auch _ nach 21sz der Umprägungcn _ als Eng and. ür industrielle Zwecke sind nach den S äßunZen des ame- rikani chen Münzdirektors, denen Lexts zustimmt, im Ia re 18 4 im Gatizen für 205 000 0002“ verwendet worden. Wenn man auch für die neueste Zeit einen durchschnittlichen Jahresverbrauch von 220 Millionen Mark