1896 / 102 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 29 Apr 1896 18:00:01 GMT) scan diff

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AFK! Vormittags in New-York angelo mmen. Der Poftdampfer a sburg' hat am 27. April Abends die Reise von Sout- hampton nacb Antwerpen fortgesetzt. Der ostdamvfer .Crefeld' hat am 27. April Nachmittags Lizard pas ert. Der Reichs-Post- dampfer „Prinz Heinrich“ hat am 27. April Nachmittags die Reise von Southamton na Genua fortgesetzt. Der Dampfer .Heimburg“ ist am 27. Apri in Rio de Janeiro angekommen.

Hamburg, 28. April. (W. T. B.) Hainburg-Amert- kanische ackxtfabrt - Aktien - Gesellschaft. Der Post- dampfer „P oemcia' hat heute früh Scillv passiert.

London, 28. April, (W. T.B.) Der Uniondampfer ,Troian' ist auf der AuSreise SonntaÉ in Kapstadt angekommen.

Rotterdam, 28. April. (_W, . B. Niederländisch- Amerikaniscbe Dampfsckpiffabrts - *essllschaft. .Der Dampfer .Amsterdam“ hat heute Mittag Scilly passiert.

Theater und Musk.

. Theater Unter den Linden.

Gestern Abend trat Frau Anne Judic hier zum ersién Male in

der Titelrone der Offenbach'schen Operette ,Die schöneHelena“ 1.8. bSUS Uéléno) auf. WEnn man berücksichtint, daß die ganze ünsilergesellscbaft eigentlich nur auf dem Gebiet des Vaudeville heimisch ist, kann auch der Wiedergabe des gesanglicben Theils der OperettedurcbdiefranzöfischenDarsteUerAncrkennungntchtverfagtwerden Selbst Frau Iudic konnte aber mit den Vorzügen ihrer Vortragskunst dem Hörer nicht immer einen gewissen Man [verdexkem der dem Umstande entspringt, da? die scheinbar leichte ?ufik Offenbacb's doch eine bedeutende musikali che Schulung vorausseßt. Einzelne Nummern gelangen ihr freilich Voliendet, wie das zierlicbeLiedchen an Mcnelaus im zweiten Akt. Im Spiel hielt sie ganz an dem Bilde einer lsichilkbigen Pariserin fest; der schattenhafte Umriß vornehmer Würde wird selbst parodistiscb kaum gestreift. Die übrigen Mitwirkenden führten ihre Aufgaben _nach bestem Vermögen durcb , das aber auf dem Gkbtete der Gesangskunit nur unbedeutcnd ist. Dkk Darsteller dss Kalcbas, Herr Goberau, trat durch sein Spiel, das von einem kräftigen und gesunden Humor ge- tragen war, bemerkenswerti) hervor. Künstle'riscb tadellose und ab- gerundet? Leistungen bot Frau Judic wieder durch den Vortrag ihrer Cbanfonnettks dar, die, wie immx'r, den Beschluß des Abends machten.

7. H

Jm KSUÜZÉiÖLU Opernbause findet morgern eine Aus- führung yon ilhelm Kienzl's musikalischem Schauspiel .Der Evangelimann' mit den Herrkn Sylva und Puls; und den Damen Pierson und Götze in den Hauptrollen unter Kapellmeister 1)r. Muck's Leitunß statt. Daran schließt fich das Ballet „Pbantasisn im Bremer Raths eiler“, in welchem die Damen TeU'Era und Urbanska auftretkn.

Jm Königlichen Schauspielhause (;(-bt morgen E. Von WildenbtuchD Schauspiel „Der neue Herr" zum 88. Male in Scene. Die Beseßung ist nacbstebexnde: Der Gro e Kurfürst: Herr Arndt; Zrinzesfin Hollandine: Fraulein Poppe; raf Schwarzsnberg: Herr

tube; Rochow: Herr Purscbian; Claudine:Fräulein Lindner; Blech- Zmilét: Herr Molenar; Male: Frau Seebach; Liese: Fräulein von ay urg.

Zum Bssten des Vereins ,Mädchenbort“ findet am Montag, den 4. Mai, Abends 18 Uhr, in Kroll's Theater eine AuffiibrunI3 von Richard Skowronnek's Lustspiel ,Halali“ und Roderich * enedix“ .Dienstboten“ statt. BiUets zu 5, 3,2,1 «% smd am Freitag _und den fol snden Tagsn von 10 bis 1 Uhr im Königlichen Schaukpielhause zu Labern

Anne Judic wird während ihres Gastspicls im Theater Unter den Linden noch folgende Stücke zur Darsteliung bringen: „1.111“. „DisorxoW“, „140 51111an 140111118“ und „UUULJGUS Y150110116“. Morgen tritt die Künstlerin noch einmal in der Offenbach'scben Operette,“ „LU ÖSUS 11610110“ auf.

Maunigsaltiges.

In der nächsten Versammlung de'r „Militärischen Gesell- schaft“, am Mittwch, dsn 6. Mai, Abends 7 Uhr (Kriegs-Akadcmie, Dorotheenstraße 58/59), wird Oberst Freiherr von Schele seinen die Kolonie Deutscb-Ostafrika [»?!)andelnden Vortrag vom 25. März 5. I. zu Ende führsn.

Die von dem Verein .Concordia" in Mainz beraus- Ygebene Broschüre „Des Reservisten Begleiter

in die eimatb, ein Rat!) eber für das bürgexliche Leben', von riß . alln, erscheint stens bereits in dritter verbesserter Au lage. In der verbältnißmäßig kurzen Zeit von nicht ganz einem_balben Jahr sind nicht weniger als 30000 Exemplare gn Regiments- Kommandos, Kriegervereine und Kris ervereins-Verbande sowie an Großindustrielle abgeseßt worden. Au Befehl Seiner Majestat des Kaisers und Königs wurden von der Schatullverwaltung 2500 E emplare für die Leib-Neqimenter bezogen. In einem Kabinets- s reiben wurde dem Verfasser Ailerböcbsterfeits warme Anerkennung aus?;esprochen, mit dem Hinzufügen, daß der Gedanke, den Kern, der mil täriscben Erziehung, ihre moralischen Faktoren m 'de,m Reservisten weiter zu pflegen, um auch auf diesem Wege dem geistigen und leib- lichen Wohle der Arbeiter zu nähen, lebhafte und dauernde Förderung verdiene. Aueh dém Verein „Concordia' in Mainz, (316 Heraußgeber der Broschürs, hat Seine Majestät für das patriotische Bestreben danken lassen. ___M In der städjiscben Waisenpflege befanden six?“ an) 1. April d. J. 4826 Kinder; ihre Zahl hat während des Viertelxabrs Ja- nuar/März um 216 zu enommen. In FwaUJSLrsiebung befanden sick) zu derselben Zeit 451 inder; ihre Zal ist wahrend des Biertei- jabrs Januar/März um 20 gewachsen. Von der le ten Kategorie waren 39 Kinder (33 Knaben und 6 Mädchen) entlau en, 2 Knaben befanden sich im Gefängnis].

Die Direktorsn der SonderaussteÜung .Kairo“ bei dxr Berliner Gejverbe-Ausstcliung hatten gkstern eine Anzahl von Gasten, Ber- tretern derYreffc u. A. zu einst Beleuchtungsprobe nacZ) Treptow entboten. as Gebiet der von bewährter Künstlerhand tnogltchst ge- treu nach dem Original entWorfem'n und erbauten orientalischen Stadt erschlos; bald nach 5 Uhr seine Thore. Durch eme Reihe salutierender Katvasskn, die am Eingang Spalier bildeten, bindurchschreitend, betrat man zunächst den weiten ,Kbediveplasz, auf „Welchem dre Büste des Vice-Königs von Egyvtén inmitten eines Hains bochragxnder und elektrische Bogenlampen tragender Palmen aufgestellt ist. Die Konten der diesen Play umfriedigenden Lauser, Portiken. Axkaden,

oscbeen und Minarets tragen in der hat das charaktertFtische, bunte, nefäüige Gepräge der arabischen Baukunst und gervahrten, troßdem der azurblaue Himmel E yptens bei dem Regengusse, der auf die Eintretenden berniedertrömte, sebr vermißt wnrde», übcrraschenden Anblick, der durch das lebende Inventar _emen der Ausstellung noch an Reiz gewann. Bei den Klangen der vortrefflich geschulten Hof-Kapelle des Kbedive, über dxren Leistungen wir gélegentlicb der Besprechung der Matinée im Berliner Theater schon ericbteten und Welche 'ktzt Von hohem, säulengetragenem Altan herab ihre Weisen €rtöm*n ließ, nabte ein märchenhaftxkr Zug: braune bewaffnete Gesellc'n auf Kameelcn und zu Roß, Weiber'und Kinder, auf Eseln beritten und zu Fuß, Musikanten, Derwische, Zauberer, Tänzer und anderes Volk bildeten die Karawane, die 1th in buntem Gewimmel die Schaar der Schauenden von dem wsitx'n Maß und durch die entlkgenen Straßen und (Häßchen geieitete,_ m welcbcn Cafés, Bazary, We'rkstäitkn und anderes, dessen Emzclbctten späteren Schildsrungen vorbc'halten sei, sich dem Blickkn crschloß. Während auf dem Plaße dann Kampfjpie'le und Tanze emen Theil der Zuschauer fesselten, begab fich ein anderer Theil in das reizend außgestatte'te Tbkater, wo ein ,knrdisches" Draina, dessen _Sebauplaß in der Nähe von Damaskus gedacht ist, zur Aufführungnelangte; ?s behandelt in vrimiTiVCr Form, die Geschichte zweier Liebenden, dre fich erst nach Ueberwindung mancher Hindernisse angehören düxfen.

Während die Mehrzahl dé?!" Gäste _ibre Schaulust im Freien nder innerhalb der genanntkn Gebäude bciriedigte, fich wabriagenlteß, oder auf Eseln umberritt, Vereinigte im Saale des tmt orientalischen Stoffen geschmackVoll dskorierten Hauptrestaurants ein Festmahl die unmittklbar mit dem Unternehmen in Zusammenhang stehenden Herren, die Künstler, welche die Ausführung gsleitet hatten, die Ver- treter dßr Stadt Berlin. der Presse u. s. w., das in anregender Weise verlief. Baumeister Wohlgemuth, dCr Erbauer der AussteUung .Kaiw“, brqcbte als erster Toastredner das begeistert aufgenommene Hoch auf Seine Majestät den Kaiser aus. Im Verlaufe der Tafel sprachkn noch der Bürgermeister Kirschner, Stadtverordncten-Vorsteber Langer- bans, Professor Ludwig Pietsch und Andere Mkbk, welche der Thätig-

keit der Herrsn Wohlgemuth und M01]?! als Leiter des Untsrnebmens

das ihr gebührende Lob spendeten. Die Tafelmu k wurde von der schon erwähnten unermüdlichen Hofkapelle des K edive auSgefübrt. Nach dem Mabie versammelte sich die Gesellschaft in einem Kaffee. bause, wo eine voliendete Vorführung orientalischer Tänze die Reihe der eigenartigen Schauspiele beschloß.

Die Direktion des Hoch ebirgs-Panoramas auf dsr Berliner Gewerbe-Ausste lung, wel es eine Bergfahrt 'm Zillertbal bis zur „Berliner ütte“, gemalt won

osef Rummelspacher, darstellt, versendet soeben ein von Startevant entworfenes, in Buntdruck außgefübrtes Plakat. Das Bild_ zeigt einen Cienbabndurcbstich inmitten einer Hochgebirgs- landjchaft. Ein im ordergrund stehender Tiroler ist im Begriff, dem beranbrausendsn Eisenbahnzug einen begerJenden Jucbzxr zu- zurufen. Usber dem Bilde befindet sich die ufscbrift .Bsrliner Gewkrbe-Ausstellung 1896", während darunter die Bezeichnung des Spezialunternebmens zu lesen ist. Die rechte untere Ecke des ZVlakats zeigt in kleinerem Maßstab ein Bild des im Treptower Park efindlicben Gebäudes. Das Plakat ist in der Druckerei von H. S. Herrmann, Beutbstraße 8, hergestellt wvrden.

Morgßn (Donnerstag) Nachmittag 2 Uhr findet unter Zuziebung der betbeiltgten Behörden die landespolizeiliche Abnahme der Theilsttecke ,Hollmannstraße-Treptow“ 071.“ Von der Firma Siemens 11. Halske gebauten elektrischsn Straßenbahn Behren- straße-Trepww statt.

_ Potsdam, Dienstag, 28. April. SM. Torpedoboot 833, Kommandant Lieutenant 3. S. yon Jachmann, ist heute, von Kiel kommend, hier eingetroffkn und bei der Königlichen Matrosknstation vor Anker ge'gangen.

Nach Schluß der Redaktion eingegangene Depeschen.

Paris, 29. April. (W. T. B.) Balléz hat die [Leber- nahme des Handelspartefeutlles abgelehnt; dasselbe soll nun- mehr dem'Deputirten Sibille angebotén werden.

_ Paris, 29. April. (W. T. B.) Der „Agence Hanns“ Wird ans rätqria gemeldet, die Regierung der Südafrikanischen Rxpublrk eabßchtige, die in ihrem Bcsiß befindlichen Schrift: stncke, wslche sich auf den Prozeß gegen das Rcformcomité“ und auf die RoUc bezieHen, welche die Ausländer zu , Gunsten des ])1'. Jameson gespielt haben, zu vetröffentiichcn Jm Besiße dcr NE, icrung befänden fich, xme versichert werde, Schmftstückc, wc ck)“: dieBcthkiligung be: 1onders Cecil Rhodcs' und der Chartered Company unzweifcl: h_nft feststcUtcn und starke Vcrdachtcigriinde gegen andere Per: 10nlichkeitcn in SÜd=Afrika cnthieltkn.

"Prätoria, 28. April. (W. T. B.) Präsidknt Krüger erklartc gegcnüber dem Vertreter des „Reuter'schcn Burcaus“: dax; Urthetl_ dcs Gerichtshofs sci (He enstand erneuter Er- wagung._ Cr vertraue, daß Johannes urg die Entscheidung der Regierung in Ruhe abwarten werde. Die schriftliche UrthctlSausfcrtigung werde dsm ausführenden Rath am Donnerstag vorgelegt und die Angolcgcnbcit alsdann rasch in Behandlung genommen werden.

Johannesburg, 28. April. (Meldung des „Rcutcr'schen Bureans“) Aufmorgcn ist eine Versammlung zur Wahl von Ausschussennnberaumf behufs Absendung großer Abordnungen an den Prqsidentcn Mügcr, welche von demselben das Ver: sprechen erbitten soUen, daß er seinen Einfluß zit Gunsten 001“ Vsrurtixilten geltend machen werds.

(Fortseßung des Nichtamtlichen in der Ersten und Zweiten Beilage,)

Wetterbericht Vom 29. April, 8 U r Morgkns.

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baus.

Wind. Wettkr.

stationen. von Dr. Leopold

Königlirhe Irimuspielc. Donnerstag: Opern-

110. VorsteUung. Musikalisckpes Schauspiel in 2 Aufzügen, nach einer

Theater. Residenz - Theater.

Laufenburg. Hotel zum Frei afeu. Der Evangelimanu.

lorian Meißner erzählten wabren

Direktion: Donnerstag: Letzte Aufführung von: (h'llötel 11- [„ihre !:okmvco.) S wank_ in 3 Akten yon Georges Fwdeau, überseßt und iür die deutsche Bühne ve- arbeitet von Benno Jacobson. Musik Von Francxois

Var. auf 0Gr.

u. d.Me€ressv.

red. in Millim. Temve'ratu in Celsiu

[NNW bedeckt [NW wolkig “WSW Regen

BelmuUet . . 758 L'

3 JWSW 4 Regen 728 2

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1

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Aberdeen . . 750 Cbristiansund 748 Kopenhagen . 752 Stockholm . 749 aranda . 747 ] sti t.Petersbg. 750 WSW Moskau. . . 756 S Coerueens- toWn . . . 758 «[der. . . . 754 sylt ..... 751

bedeckt bedeckt Regen Regen

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WNW WSW WSW Hamburg .. 754 W bedecktk) Swinemünde 754 S bedeck19) 10 Neufabrwaffer 755 SSW beiter 10

4 heiter 5 4 5 ? Memel . . . 755 SW Zbalb bed.3) 8 2 4 l] 1 3 2

wolkenlos bedeckt

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atis . . . . 760 SSW bedeckt 10

ünsier. . . 755 SW bedeckt 8 KaxlSrube . . 760 sti Regen 10 Wiesbaden . 758 NW bedeckt“) 10 Münchxn . 760 SW Regen 12 Cbemnty . . 758 W wolkig 9 Berlin. . . . 755 SW bedeckt 10 Wien . . . . 758 itil! bedeckt 13 Breslau . . . 757 still bedeckt 10

Ile d'Aix . . 762" W Zlbedeckt * 13 *

Nizza . . . . 762 still wolkenlos 13 Triest . . . . 761 still wolkenlos 17

1) Gestern und Na ts Regen. ') Nachts Regen. ') Thau. 4) Gestern * egen.

Uebersicht der Witterung.

Die Witterung von Nord- und Mittel-Europa steht unter, dem Einpuß einer umfangreichen Depression, dre dre niedri ten Barometerstände über Skandi- ngvien aufwei . Jm Nordseegebiete weben schwache bis starke westliche und nordwestliche, im südlichen Oftseegebiete schwache_südliche und südwestliche Winde. In Deutschland, wo fast aüentbalben Regen gefallen ist. ist bei schwacher Luftbewegung das Wetter kälter. trübe und Fnerisch. Die Morgentemperatur ist unter den ittxlwertb berabgegangen. Veränder- [! 96 WSUS!" unt Regenfällen und weiterer Ab- lung demnächst zu erwarten.

' Deutsche Seewarte.

MC.: 40R.Z

Begebenheit", von ilbelm Kienzl. Jn Scene geseyt vom Ober-Regiffeur Teßlaff. DekoratiVe Einrichtung vom Ober-Jnspekwr Brandt. Dirigent: Kapell- meister ])r. Muck. _ Phantasien im Bremer Rathskeller. Phantastiscbes Tanzbild, frei nach Wilhelm Hauff, von Emil Graeb. Musik von Adolf Steinmann. Dirigent: Musikdirektor Stein- mann. Anfang Uhr.

Schauspielhaus. 116. Vorstellung. Der neue Zze'rr. Schaus iel in 7 Vorgängen Von Ernst Von

tldenbruch. n Scsne neseßt Vom Ober-Regiffeur Max (Grube. Dekorative Einrichtung vom Ober- Jn Hektor Brandt. Anfang 7x Ubr.

reitag: Opernhaus. 11]. Vorstellung. Don Juan. Oper in 2 Akten mit Tanz von Wolfgang Amadeus Mozart. Text von Lorenzo Daponte. (DonJuan: Herr Franceöw d'Andrade, Königlich bayerischer Kammersanger, als Gast.) Anfang 74 Uhr. Erhöhte Preise.

Schauspielhaus. 117. Vorstellung. Sonder- Abonnement Z. 17. Vorstellung. Ein Sommer- nachtötraum von William Shakespeare, überskßt Von, August Wilhelm Von Schlegel. Musik von Flix Mendelssobn-Vartholdy. Tanz yon Emil

raeb. Anfang 71' Uhr.

Deutsches Theater. Donnerstag: Jugend. Anfang 7k Uhr.

Freitag: Der Talisman.

c*onnabend: Die Weber.

Merlmer Theater. Donnerswg: König Heinrich. Anfang 71 Uhr.

Freitag132 Abonn-ments-Vocfteannaix Der der- lorene Sohn. (l'eukavt proalcue.) _ Nur drei Worte.

Sonnabend: König Heinrickj.

Cening " Theater. Donnerstag: Letztes Auf- treten von Friedrich Mitterwurzer. Das Glück im Winkel. Anfang 71 Uhr. (Gewöhnliche Preise.)

Sonnabend: Zum ersten Male: Waldmeister. Unter JetTönlicber Leitung von Johann Strau , mit JilrsméG stu ie Kopaczy-Karczag und Ed. Stein erger a a .

Sonntag: Waldmeister. Gastspiel von Julie Kopaczy-Karczag und Eduard Steinberger.

Perpignan. Antana 74 Uhr. Freitag: Nlu einstudiert: koutrakt.

Chausseestraße 25_26.

Mit großartiger Ausstattung an Dékoraiionen und Neqnifiten: Der , Ausstattungs-Komödte mit Gesan und Bailet m 10 Bildern von Julius Keller un Louis Herrmann, mit tbeilweiser Benutzung einer Musik von Louis Roth. rivsche. Dirigent: Herr Kapellmeis er Winné». An ang 711 Uhr.

Donncrstag: Kostümen, Hnugcrleider.

Idee des Mark Twain. In Scene gese t von Julius

Freitag leider.

und folgende Tage:

Ueucs Thcater. Schiffbauerdamm 4a. /5.

Donnerstag: Dcr Hüttenbesiyer. Schauspiel in 4 Akten WwGeorqeß Ohnet deutsch Von Schelcher. Regie: Siegfried Jelenko. Änfang 7x Uhr.

Yeifag: Die Wildente.

Fernand's Ghe- Schwank in 3 Akten von G. Fevdeau.

onntag: Zum ersten Male:

Vaudeville in 3 Akten von Victor Loon und nacb Bilbaud und Barts. Musik von * ntoine

Banézs.

Sonntag, den 3. Mai, Nachmittags 3 Uhr: Mit Privat-Vorstellung

Allerböcbster Genehmigung: zu wohlthätigem Zweck.

Theater Unter den Linden. Judic.

Donnerstag: Gastvorstellung von Anne Judit. lm ()péru-Loaiko sn 3 8,0668 (16 U.U.U6111180 st. 141160710 U31» . Unsiqus (16 .]ucqnczs 0170nbu011. Anfang 7k äbr.

Tournéze

Julius Fritzsche. Theodore de Glaser.

bene 1161-3116.

Freitag: 1.- bollo llöléuo.

„Adolph Ernß-Theater. Donnerstag: Das Große Ausstattungs-Gesangspoffe 3 Akten von Leon Treptow und Kuplets und Quodlibets .von Gustav Görß. Musik esevt von Adolph

Ernst. 2. Akt: Alt-Borlin. An?aug 71 Uhr.

otte Berlin.

von Gustav Steffens. In Scene

Freitag: Das flotte Berlin.

Sigmund chtrnl-leeatcr. Alte Jakobstraße Nr. 30.

Donnerstag: (Gastspiel dss Conrad Dreher- Ensembles Vom Münchsncr Gärtnerplaß-Tbeater. Conrad Dreher a, G. Casimir und fidor. _ Vnrber: Ein blauer Teufel. Anfang 1 Uhr.

Freitag: Der Schwiegervater.

Konzerte.

Konzsrt-jijaus. Karl Meyder - Kouzeri.

Donnerstag, den .“;0. Avril, Abends “kk Uhr: Konzert, des, „Berliner Liederkranz“ (Männkr- chor), Direktwn: Herr M. Handwerg. und der Kapklle des 4. (Hardc-ngimcnts 3. F., Dirigent: Herr F. Vergter.

Familien-Nachrichten.

Verlobt: Frl. Ottonie Von “agen mit Hrn. Lieut. T_itJeths (JIMMY). _erl. Leny Kretsch. mer mt rn. rem.-1cut. korg yon 'ippel (Leobschü _Kosel). O

Verebxli t: Hr. Kapitän-Lieut. Ritter mit Frl. Sophie Meyer (Dresden). _ Hr. Prem.-Lieut. du V1gnau mit Frl. Helene Rumler BreslailiZ. _ Hr. Landricbte'r Schlott mit Fr. Ma 8

GL)?)umler (LZrÉsilau).S 1) at ot ? oren: n o n und eine Tochter:

T a TZI], Lm. uvtmann Postel(Zittau). _ Ein Sohn:

rn. tabSarzt Grundies (Oels). _ Hrn. rbrn. Klöckler von Veldegg und Münchenstein ( ittel- Stradam). _ Hrn. Regierungs-Baumeister E. Körner (Charlottenburg). _ Eine Tochter: Hrn. Ernst von Werdcck Berlin).

Gestorben: Verw. Fr. ajor Anna Stöckenius, verw. gew, Born, eb. Flittner (Berlin). _ Hr. Rittergutsbesißer udolyb Viviens von Wedel Gerzlow). _ Hr. Geheimer Ober-Regirrungs-

atb a. D. Frhr. Wilhelm Sen t von Pilsmb Sandow). _ Verw. Fr. Ge cim-Kämmerer lisabetb Schöning, geb. Berg (Berlin). _

Fr. Ber-Zratb Clara Köbricb, eb. Lage (Schöne-

Der Hunger-

Direktion: Direktion:

eck a. E. . _ Frl. Helene von chaurotb (Berlin). _ Hr. rofeffor1)r. Friedrich Staupe (Grünberg).

Verantwortlicher Redakteur: S ie me n r :) th in B e r l i 11.

Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin.

Druck der Norddeutschen Bu druckerei und Verlags- Anstalt Berlin ZW., Wi elmstraße Nr." 32,

Sieben Beilagen (einschließlich Börsen-Veilagex-

Ed. Jacobson.

Erste Beilage

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

KM]"UK

Deutscher Reichsmg. 78. Sißung vom 28. April 1896, 1 Uhr.

Auf der Tagesordnung steht die zweit? Verathung des Entwurfs eines Börsengeseßes.

Nach ?]1 bedarf die Errichtun einer Börse der Ge- nehmigung er Landeßregierung, wclcin: auch deren Aufhebung anzuordnen hat. (Absaß 1.)

Nach Abfaß ]] Üben dic Lanchregierungsn die Aufsicht über die Börsen aus; sie könnxn aber die unmittslbare Auf: ficht auch den .HandclSorgane'n (Handolskammcrn, kauf: männischen Korporationen) iibertragen.

Nach Absa 111 unterliegen dcr Anfsicht der Landes- rc*ierungen au die auf den Börsenverkehr bcziiglicbcn Ein- ri tungen (Kündigunqsbureau , Liquidations-Kassen und -Vcreine und ähnliche Anstalten?

Abg. Graf yon Kunitz (d. kons.) wiU 06111Abs.[] Hinzu- fügen, daß die Landésrégierungen anordnen können, daß in dem Vorstand der Produktenbörse dic Landwirtbscbaft, die landwirtbschaft- Zichen Nebengewetbe und die Mülierei Linx enisprcchende Vertretung

n en. Berickytcrstatter Abg. Ga mv (Rp.) WList die Kritik, Welck)? die Petitionen Verschicdencr Börssnkorporationen 999811 die Thätigkeit einiger Mitglieder der Kommission gericht?! bättcn, in wklcbkn von Verblendung, Von L€ichts1nn u. s. w. die' Rcdc ssi, mit Entscbichn- beit zurück. Abg. (Graf Von, Kaniß (d. kons.) spricht skine Freude darüber aus, daß bei dEr Mehrhsit dss R€ich§10sxs der guts Wille vorhandsn s€i, Etwas deeibliches zn schaffkn, das; man deshalb mit Anträge'n im aligemeinpn zurückhalte. DiCsLm Baispiki würden auch seine Freunde sick) anschiikßsn. DC).“ Antrag, dsn er zu § 1 gestkllt babe, würde an Bkdsutung wsrlienén, wenn dsr Vor1chlag des Zentrums, be'treffend das Vcrbot dss Tcrtninhandcis mit thrkidk, angenommkn würde; sein Antrag solle nur Link Unklarheit bcssifigen, Welch€ durch das preußische LandwirthsckxastskatnmLk-Gc'skxz Entstcbe, WLlÖL dcn Landwirtbschaft§kamm€rn Line Mitwirknng bsi dkn P(LiÖUOÜLkUUJLn zuficberk; in dem vorlicgcndkn Entwurf finde fich Line". iolchL B6- stimmung nicht. Staatssekretär des Innern, Staats-Minister ])1'. von Boctticber: Ich betracbts es als ein güniiigss Omsn fiir nn'crc Bcrathnngen, daß ich mich dicse'm Antrag nicht fsindlicl) gcge'nübe'rzusteüen habe. Ich weiß zwar nicht, Wii? im FaU sLiUSk Annabmc durch das hohe «Haus die vkrbündkten chisrungen fi-h zu dsm Antrag stellkn Mrden. Ich möchte aber gianbcn, daß dsr Antrag nicht ans Wessntlickpe Be- anken stoßen kann. Schon “das von “dem Hsrrn Vorrednsr ange- zogene preußisch Gsscß iibcr dic Errichtung dsr Landwirtbschafts- kammsrn sieht im § 1 Abs. 4 Vor, daf; dcn Landwirtbschaftökammcrn nach Maßgabk dkr für die Börse und dic Märkte zu Criaffknircn Bsstimmungsn 61116 Mitwirkung bei der Verwaltung und 5611 Prcißnotikrungcn dcr Produktenbörse sowie der Märkte, insbesondere dsr Visbmärktß übkrtragen Wördkn soll;

und in den Molch?" zu d-Zm gcgsnwärtigcn Börssn-(Hkscßkntwurf ist

bei dc'r Begründung der §§ 5 und 6 darauf Bezug gcnommc'n, daf; einc dringkndc und in manchen Bézikhungcn woblbegründste Forde- rung dcr durch den Börscnbandkl, nmncntlick) dcn Verkehr an dsr Produktsnbörsc in Mitisrdsnsckmff gczogsncn Erwcrbs 121715]? (Land- wirtbschaft, MüUe'rLi, Judustris) sicb dahin richtst, dafi Mrtrstkr disser Kreis? zu dsr Verarbuns nnd Entschcidung Von Fragkn, wxlckyc ibr? Jntsrcffcn nmßgcbsnd bscinflnffcn, skitcns dcr Börskn- organe" zuge'zogen nicrksn.

Es ist zu dikssm Wunschs in dkn MotiMn ÜCWOMLÖVÖM, das; die Landckregikrunn in dcr Lag? ssi, diesem Vcrlangsn jc nach Lage? dcr örtlichkn Vkrbältniffs durch dic .Ocrbsifiiinnng dsr Aufnahme? Entsprcchend€r Bcstimmungcn in “dcr Börsenorknung Rccbnnng zu tragen.

Wknn also dcr Anika» d&“; HTWK Graicn von Kaniß dahin 43851, das; dicse“ Bcfngnif; hier im „Ö 1 ausdrücklich «wähnt werdcn soil, so widersirkbt das nicht den Abfickytcn, dic dis werbiindetkn Regicrungcn auLWciOlick) dcs Von mir angezogenen Paffnö dcr Motivs bcrcitö gchkgt haben. Ich glaube 592151111), das;, wsnn das bobs Haus dem Antrag des He'rrn Abg. (Grafcn Von Kaniy annimmt, kiss anf SÖWiSkig- kcitcn [nim Bundleati) nicht stoßcn wird.

Ain]. Graf Von Oriol.) (nl,) wcistanfdisErßlärnnz ch .Eiirbarkn Kaufmanns“ zu Hambnrn bin, wxlcbc allcs iibcrstcige. nicks, Übkr DCU Entwnrf gesagt iki; dcr (Entwurf nwrdc nls dnrchwcg schadzgcnd und belcidigcnd bingestkilf, dsr Kornmiifion Werde dcr Vorwurf _gcmaclyt, das; sie eincn Piangcl (111 Gciübl für die 1581“6chtig1ch'11 Jntkrkmsn hes Handcls zcigc. Dikikn Vorniixftn _1nüsi8_ er als Komm_11fi0nSmttgltcd nsidcrsprccbkn, ['bkl'lsl) dcm Bornnni da]; die Brichlüsw von kinkm blinden! Hof; und VcrfolgnngSeifm' zkugtcn. Zn woblibucndltn_Gk'gkn- saß dazu ständkn die' sachlichcn Anglnisnngmi vcrschtkdencr «Pandkls- kammcrn. namcntlicb auch der Frankfurtcr K*atnmex. Dcr Antxag Kaniß sci ibm symVatbisch, abcr ("k «(*böre mkbr'zn §4„ zur Börien- ordnung, als zu § 1, zur StaaXSauisiÖX. EMME. scrncr French meinten absr, dcr Anima sci überflüssig, Weil dic Rxgixrnnncn obnshm dic Bciugniß hättkn, Vortrcter dcr Landwirtbscbast tn dcn _Börssn- Vorstand zu bringcn. Man Versuchs jL'W s_chon ÜUClel Nkubtldungsn an der Börss; cr boffk, das; ('s dCl"ÄUf11cht dcr 'chicrungc'n 11?“ lingen werde, soich€ bedenklicbc NMbildnngcn zn Vsrhtndkxn.

Abn.1)1-. Barti) (fr. VW.): EIUM bisher nicht iibltcb, daß znan

sich im RcichStag Verwahrte xcge'n eine- Kritik, die fick) m dcr Osfscnt- lichkkit abgcspiclt hat. Es md angxführt wordcn dic Acußkrnimen der Kaufmannschaft in Stettin und 73913 „El)rbarcn Kaufmanns“ in Ham- burg. Wc'11n die'sc bkidc'n, knichaus nicbt Extrkm gesinntén Korpo- ration?" so scharf Stkllung gknommc'n baba", ,so bcwent _dgs, daf; sie s1ch belsidigs gefühlt haben durch das wettgklnnde Mi trausn egen die kaufmännische Moralität, Welches nicht nur in dcr Vorlage», Fondern noch mehr in 5971 Bcschlüffen und Bcrathnngen zn Tage getreten ist. Der Antrag dcs Grafen Kanixz bedeutet nichts Wettenals eine Kontrolc der Börse durch die Landwirtbscbqft, denn cines sacbVTrständigen Bciratbs bcdarf die' Produktenbörsc nicht. ,

Abg. Liebermann von Sonnenberg (Reform-Pßs: DteBe- schlüffe der ersten Lesung der Kommiiswn haben uns 1381 kr gefallen als die der zwsiken' wir werden daher aUe'n Antxagen zustimmen, Wel e auf eine Verschärfung im Sinns der Bcschluffc crstxr Lesung geri tet sind. Redner erklärt sich für das Vérbot des Termmhandels m Getreide, dem alle Freunde der Landwirtbschaft zustimmen sollten, die den Antrag Kani ni t hätten annehmen könne'n. " _ _

Abg. Frisen ( entr. hält den Antrag Kamy fur„ubetflusfig, oder mindestkné; zu einem späteren Paragraphkn gehorig. Das Zentrum werde *s1ch mit Ausijabme der Frage des Tktmtnbandels

!

Berlin, Mittwoch, den 29.21pril

möglichst aller Anträ e enthalten und sich auf den Boden der Kommissionsbsxchlüffe sHeUen. , ,

Abg. (Gra von Arnim (Rp.) bittet, den Antrag Kamß an- zunLk-men. In dem LandwirthsÖaftSkammer-Geseß sei die Werbelligung dc'r Landwirtbschaft an der Lsitun der Börsen fest versprochen; die Vorlage enthalte aber nur eine iiwirkung bei der Preisfeststellung, was durchaus nicht genüge. Von einem unbete ti ten Mißtrauen ge en die Börse sei durchaus keine Rede; es sei ei t nachzuweisen, da? die Landwirtbschaft arg geschädigt sei in den letzten Jahren durch die Liefsrnngsbestimmung und die sonstigen Vorschriften des Börsen- verkebrs. Die Börsenyyrstände verhandelten und organifiertcn ficb geheim und die anderen Berufsstände kämen nicht dazu, ihre Interessen gxltend zu machen. .

Abg. Dr. ahn (k). k. F.) ist für dsn Antrag Kamy, dessen An- nahme ja wol auch,zu erwarten sei, wenn auch vielleicht bei einem anderen Paragraphen. Nach des Redncrs Meinung gehöre derselbe zu§ "1, Weil er Von Dornberein eine organifierte Mitwirkung der Landwirthfchaft an der Börse schaffe. Man sieht, fährt der Redner fort, in der Vorlage ein Mißtrauen gegen den moralischen Stankard dsr Produktenböcfe. Die FäUe Ritter und Blumenfeld, Rossaberg und Cohn u. s. w. beweissn, daß der moralische Standard nicht sehr boch steht. Es müssen an der L_eiiung der Börse Perfonsn betheiligt sein, die nicht direkt an dem Börsengescbäst interessiert sind. Die Stcttiner und die Hamburger Börse genießen eines hohen Ansehens, allein dio Kundgebungen derselben cheisen, daß entweder die un- lauteren Elemente die Oberhand erlangt haben, oder daß sie von dem Berliner Bsispiel angekränkelt find. Dis matsrieUe Kritik, Miche die Eingaben der beiden Börscn an den Beschlüssen des Reichstags geübt haben, ist derartig, daß ich mich auf densslben Standpunkt nicbt stellkn kann; ich müßte mich dann ebsnfalls gemeinen Schimpf- wörtsrn zuwenden. Nur ein Theil der Kaufmannschaft hat fick; zu solchen Angriffen hinreißkn lassen. ck bin auch nicht der Meinung, daß die Gksammtheit dsr Kaufmannschaft fich idsntifizierrt mit dsm SchußVLrbande gegen die' a rariicben Uebernriffe. Die chemische In- dustrie bat fich dagegén VerwaZrt. (Präsident reiben 60 n B u ol bittet dsn Redner, zu § 1 zurückzukommen.) “n der Mitwirkung der Landwirtbschaft bei der Kontrole der Börsen iik-gT keine Ober- vormnndscbaft. AUerdings sebkn dic Börsenbesncher der Zukunft mit schn)erer Sorge Entgegen: das Land und die PkOdUßikerSn Stände wkrden aber darübcsr anders UktHZULU und das Gsseß mit Frsude aufnshmsn.

Staatssekretär des Innern, Staats-Minisier ])1', v on Boetticher:

Meine Hérren! Der Herr Vorredner hat dkm Antrags desHerrn Nbg. Grafen won Kaniß Link Dsutung gc'gebkn, die sick) aus dem Wortlaut des Antrags nicht ergiebt (skbr ricbjig! links), von der ich auch annchme, daß dsr Herr Abg. Graf Von Kanitz sie nicht bsabfichtigt hat, und die', wenn fie wirklich im Gsscy zum Aus- druck kommxn sollte, inkines (Erachtens die lkbbafiestkn Bedenken rückfickytlich ihrer Ausfübrbarkeit anregen würde. Der Hsrr Abg. Graf von Kaniy hat skinCn Antrag ausdrücklich darauf gerichtet, daß den Roxgicrungcn dis Befugnis; beigslégt wxrdkn soi], anzuordnen, daß in dcn Vorständen dsr Produktknbörssn die landwirthsäyastlichcn NLbLn- gérvarbe nnd diLZNÜUerei ihre siiiipr€chendeVer1retung finden; er hat aber nicht de'n Zustand hcrbeifiibrcn wwilen, den der Hcrr Abg. 1)r. Hahn als den beabsichtigten binstclLt, daß in die AuffichtSorgane der Landess- regisrungen Vertrc'ter derLandwirtbschaft aufgknommkn werden solle'nNach dem ertlaui des „S ], wis ibn dic K'ctntnisfion ancn Vorschlägt, haben dic ngicrnngen dic kangniß, an Stklik ker eigcncn unmittsl- baren Ansficht dic Handüléorganc mik dicser Aussicht zu betraucn, also bLisPileWLisC in Bérlin die Acitcstsn Dcr Kanitnannickyast, vdkr an BörscnortEU, an deren Six; fich Handclskammcrn bkfinden, dic Handclskammern. Ginge dcr Antrag des Hcrrn Abg. Grafsn Von Kunitz dahin, dun Aeltkftcn der Kaufmannschaft resp. km; Handcls- kammcrn VLkskStEr dcr landwirihsclyaftlicbkn Ncbkngcwerbc und dür Müllsrsi beizuordnkn znm chckc der Ausübung dcr Auffiäyt, so müßten dagkgcn aÜerdings dic Ernstkstsn Bcdknkén erbobkn wkrdc-n. (Schr richtig!) Das xxxbt schon garnicht nach [“Er Vcrfaffung dsr Handklsorgank, und ici) muß auch sagen, 0:4 würdk mir im Sinne dss chcks, den der Antrag des Hcrrn Abg. Grafen Von Kaniy vcrfolgt, vollständixx ÜUÖTCiÖMd Orscheincn, wcnn untcr Umständen in dcr umnittclbmc'n Vcrnaltung dcr Börse dic VCT- trstung der landwirtbsckyaftlickycn Jntercffcn kingefübrt wird. “So babe ich den Antrag Vcrstanden, und Von dikscm Gkficht-Fpunkt aus baba ich auch nur mein? frübcrcn B€m9rknngcn macbßn können.

Was nun die' Ausführungen dcr Herrcn Abgg. Graf Oriola und Friykn anlangt, so ist (*I ganz nnzwsifcllxaft richtig: die Vorschrift, 079 dsr Hkrr Abg. Graf von Kanji“. gctrkffkn wisfc'nwiil, gcbörtstrkng gknommkn nicht in den F" 1, denn dikscr bandslt Von dcr AuffiÖt über die Börse', und das, was der Antrag ch Hkrrn Abg. Grafen von Kaniy wil], ist 81118 Tbcilnabmc der landwirtbsckpastlickxcn Inikrcffcn an der Ve'rwaltung dsr Börse.

DLT Antrag würde auch entbehrlich sein, dcnn nach dem § 4 des Gcssjze's in Vkrbindung mit § 5 find die: Regierungen in dsr Lage, in die'. Börsknordnnng, durch Mlcbs die Verwaltnng der Börse nc- ordnet wkrdkn muß, Ein? Vorschrift aufznnkinncn, dnrch wclche die Wahrnehmung dcr landjvirtbfchaitlichcn Zntcrcffe'n bei dsr Vsrwaltung de'r Börse fich€rgsst€ilt wird. Jnsofcrn ist also dcr Antrag ganz cntbcbrlich.

Wenn ich vorhin Erklärt habe!, daß vorauOfichtlicb, Wenn dcr Rsichstag Werth darauf lkgen soUte, dicskn Antrag in „Ö 1 aufzu- nf'bmcn, dic" Verbündstcn chicrungkn kc'ine Scbwikrigkc-itkn crhcbe'n würden, so bkrubt disse Erklärung lediglich auf dcr auch Von mit ge- machtcn Erwägung, daß bcrkits durch das Prcußisckye Landwirtbsäyasts- kammcr-Gcsey und die' MotiVL zu § 5 und 6 dieskr Gesetzes- vorlage dic Absicht der Regierung ausgcsvrockyen ist, daß die landwirtbscbaftlickpcn Jntercsscn bei dcr Einrichtung dcr Ver- waltung der Börse brrückficbtigt Werdc'n folien. Wil! man formell ganz korrckt Vcrfabrcn und wil] man fich nicht begnügen mit der Abficht, wie sic fick) aus den §§ 4 und 5 und aus dcn Motiven zur Vorlage ergiebt, so würde ich Vorschlagen, den Antrag des Herrn Abg. Grafen von Kunitz in dcn „Ö 4 aufzunehmen, in den § ] gehört er eigentlich nicht; abkr wénn die Herren über diesen Schönheitsfehler hinwe'gseben onen, so glaube ich nicht, daß die verbündeten Regie- rungen darum das Geseß fallen lassen werden.

Abg. Graf von Kaniß: (Es handelt fich um die Mitwirkung der Landwirthschaft bei dcr Preißnotierung der Produktenbörse; jetzt

1896. '

haben die Produzenten auf die Preise für ihre Waaren keinen Einfluß. Mein Antrag entspricht der Tendenz der angeführten Be- stimmung des Landwirtbschaftskammer-Geseßes. Wenn wir der Re- gierung die Verpflichtung auferlegen woÜte'n, bei allen Börsen so zu verfahren, wie der Antrag will, so_würde das zu § 4 gehören; wir wollen aber nur das Prinzip aufsteilen. Wenn der Antrag zu § 1 abgelehnt wird, würden wir ihn zu einem späteren Paragraphen

wieder einbringen. ammacher (nl,): Jm Grundgedanken ist Graf

Abg. Dr. Oriola mii dkm rasen Kaniß einverstandm. In den Börsenvorständen

soiltkn nicht nur die landivix*tk)schaftlichen Interessen, sondern auch andere Zntereffsn Vertreten sem; z. B. die Tkxtilindustrie, die Eisen- und die Koblenindustrie Nrdiknen eine besondere Berücksichtigung an JLWiffLn Zentralpunktcn des Handels; . _

Abg. Graf _von Kantß zieht seinen Antrag für 1er zurück und stellt ihn zu YT

Abg. Dr. Barth (fr. 3 gg.): Ick) habe bei der ersten Lesun mein Urtbeil dahin zusammengefaßt, dé? die Vorlage nicht so ]“ ädlich skin würde. Nachdem die Kommis on ibreArbeit vollknivet bat, halte ich die“ Vorlgge für sebr schädli'xh. _ . _

§ 1 wrrd darauf unverandext faft einstimmig angenommen.

Nach Z 2 sollen bei den Börsen als Or ane der Landes- resßierung „Staatskommissare bestellt wsrden. ack) der Vorlage Lo te bei ]edcr Börse nur ein Kommxffar ernannt werden, der ie Vor än e gn der Böxse beobachten und über hervox etretene Mänge un ubex die Mittel zu ihrer AbstellunJ Bert t zu er- statten hat. Die Kommission hat diese Befu nisse ahm erweitert, daß die Staatskommiffare d_cn Geschäftsver ehr an der Borse, so- wie die Befolgung der m Bezug auf dre Börse erlassenen Geskße und Verhaltungsbcsttmmungen überwachen und die Bökscnorgane auf hcrvorgetreicne Mißbräuche aufmerksam machen soUen.

Abg. Graf Von Kaniß beantragt, den Staatskommisiar ferner zu ermächtigen, den Beratbungcn der Börsenorgane beizuwybnen und den Vorstand zur Beskitigung Von Mißbräucben guszufordern. Dieser Antrag dkcke fich im wesentliöhen mit Dem Kommissions- bsscbluffe erster Lesung bis auf die Bestimmung, daß der Staats- kommiffar dM Sitzungen dss Börsenworstandes beizuwohnen das Recht haben solle. Von der Regierung ssi geltsnd gemacht worden, daß es nicht wünschcnswertb ski, wenn der Kommiffar sich an Sißungsn betbsiiigk, in wsichen über die Zulassung ausländischer Werthpapiere beratben werke. Diésés Bedenken sei nicht durch- schlage'nd JLUUJ, um dem Staatskommiffar Befugnisse zu Versagen, w81ch2 der Würde und SslbitändigkUt seiner SteUung entsprächen und eine wirksaML UeberWachung dcr Börse gewährleistxten.

Abg. Traegcr (fr. Volksp.) wkndet sich gegen die Einrichtung des Staatskommiffars überhaupt. _ _ .

Abg. Fri Cn (Zentr.): Wenn dre Regierungen überhaupt eme wirkliche: Anis: t ausübkn onen, dann müffkn fis ein Organ babyn, wcichc§ inmitten de'r Börie [slot und W186 selbst bkobacbtet. Es wird aUsrdings nicht l€icht scin, die geeignstsn s?Pexrsönlickücxiten dafür zu findkn. Diez Wirksamksit dcr Staatsfommi are wird danon ab- bängsn, wslche Persönlichkk'iten zum criisn Male dafür anSgewäblt werden, dic Grundla Ln für die zukünftige Thätigkeit zu schaff-Zn. Zwiscbsn dcn Beicblü sn der Kommission und dem Antrag Kaniß bestsht kin Wesentliciyerr Untarschiéd nicht. Der [eßtere ist von der Kommisfion in erster Lesiing angenommen wvrden, ich halte ibn auch für beffér. Aber in dsr Kommission hatte man Bedenken injofern gcbabt, als, kVSil der Kommissar auck) den Berathungen “der Zu- lassungéstklie für zu UOÜTTCUDC Effkktkn „bLiwobnen kann, den Ent- schcidung€n die'isr in den Au.".en dss Publikums Linc größßr? Bcdeuiung beigklcgt Mrdcn könne. DisssI Bédcnken kann aber nicht durch- schlagend sein.

Minister für Handel Beriepsck):

Mcin€ Hkrtcn! Dic Frag? dss “Staatskommiffars babe auch ich in dcr crsikn Lesung bcrsits zicmiich auxxiübrlich behandelt; ich kann mich wohl davon 2ntbindcn, nnéymaiz Lingshend mich über die Stcliung dsr Staatkircgicrung zn disscr Frage auxizusprkciykn. Ich möchte nur dem Herrn Abg. Trasgcr ge'genübczr bemerken, wsnn seine Auffassung richtig wärs _ das; nämlich im § 2 dsr Vorlage: dcm Staatskommiffar gcwiffcrtnaßkn nur cine anmutbigé Pasfivität zugssprochen sei, das Spaziercngebkn, mcbr odi'r wenigkr für fich cin iryllisches Dasein führen _, dann würd? ich mich für cine Aendkrung Des „Ö 2 “Okt Vorlage nussrrc'cbcn müffkn; dcnn dic Absicht [“Er Verbündeten Regierungen ist allcrkinch cine? andsre'. WEM] Hört Traégcr sagts, Recht und Pflicht dcr Régicrung zur Ucbcrrvacbung dcr Börse wolle? nie'mand bestreitkn, abcr fragt: ist dcnn in dicscr Bczicbung bisbe'r schon eine Lücke bsrvvrnktrktcn? babcn dix Régikrungcn gcfnnkcn, daß das ihnen jxßt zuitsbcnde Auffickptsrccbt nicht ausrcicbt? _, so muß ich ihm ant- worten: die Einführung dcs Staatskommiffars ist ein Ausdruck der Ucbcrchgnnn, das; das j-Ißigc Auffickdtérccht nicht als ausreichend an- zusében ist (le'bbaitk' Zustimmung MRS), um eine genaue Kenntnis; von dcn Vorgännkn an dcr Börse zu bckomme'n. Ich bin in der Lage gezwcscn, mcbrcrc Jahre lang als Handels- Minister in Prcußcn das Auffichtsrccht über die Börse außzuübcn, und, so viel krfrékulichs Erscheinungen ich auch da wahr- genommcn habe, so kann es doch nicht dem mindestcn Zweifel untcr- liegcn, das; ich auch rccht unangsne'hmk (Erscheinungen dort wahr- gsnomnwn babe? (Heiterkeit), und das; ich nicht auSreiclyknd und recht- zcitig über die Vorgänge orisniikrt worden bin, die sich an der Börse abgkspielt haben. (Hört! hört! rcchts.) Ich habe das bereits früher außgcsprockzkn und ich muß dabei bleibcn. Ich habe die Ue'bxr- zeugung, daß, wcnn cin StaatOkommiffar täglich den Börsen- Verbandlungcn bciwobnt, in ständigem Verkehr mit dsr Börse fich bcfmdet, kr doch ganz anders in der Lage ist, dis Regierung über einzelne Vorgänge aufzuklären, als das bisher der Fall ist.

Herr Traeger bcricf fich darauf: «s sind ja dis Börsendorstände da, dic dsr Aufsichtsbkbördc dic gsnügende Auskunft in allen diesen Dingen geben könnten. Ja in der That, es ist so, daß das nicht in allen Fällen in außrcichcndem Maße gcfchicbt. Die Kenntniß, das Verständnis; de_r Börsenorgane wird fich ja auch der Staatskommiffar zu Nuye machen könnkn; denn ich seße Voraus, daß er fich mit diesen Organen in ständiger Berührung und Fühlung befindet. Wenn z.B. solche Fälle, wie sie im vergangenen Sommer ganzbesonders akut waren, Vorkommen, würde die Anwesenheit des Staatskommiffars im Laufe jener Zeit die Regierung unzweifelhaft über jene Vorgänge an- ders aufgeklärt haben; sie hat erst sebr eingehende Erkundigungen bei verschiedenen Personen einziehen müssen, ehe sie in das Getriebe dieser so wenig erfreulichen Vorgänge sicheren Einblick gewinnen konnte.

und Gcwerbe Freiherr von