1896 / 104 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 01 May 1896 18:00:01 GMT) scan diff

* _ acuptiere i(b-aus demMunde des Herrn Ober-Bürgermeifters M '- die drückendste Noth der Lehrer wird dieses Gesetz (; aleiömäßig vermindern. Nach dieser Seite hin wird es ganz gewaI nicbt verschiedra wirken in den ' verschiedenen Landestbeilen. Meine Herren, wir haben uns in sehr bescheidenen Grenzen zu halten gesucht, "als dieses Geseß mit Rücksicht auf die vorhandene Noth unter den Lehrern, der in irgend einer Weise gesteuert werden muß, entworfen wurde, und gerade in der Beschränkung, wie es jeßt vor Ihnen liegt, babe ich die fichkre Zuversicht, daß damit ein reicher Segen gestiftet werden wird.

Ich will hier nicht darauf eingeben, wie weit fich über Einzel- heiten der Bestimmungen sprechen ließe; es giebt einzelne Bestim- mungen, wo man vielleicht anderer Meinung sein kann. Aber, meine Herren, daß das Geseß einem sehr dringend empfundenen Bedürfniß abbelfen wird, das können Sie schon daraus ersehen, daß die 67000 Lehrer, die wir haben, mit einer erstaunlichen Einstimmigkeit in allen ihren Lebrer-Zeitsckpristen, in allen ihren Versammlungen schließlich mit diesem Geseß sicb rinverstanden erklärt haben. Meine Herren, dem gegenüber erscheinen mir auch die Einwendungen des Herrn Ober-Bürgermeisters Zweigert nicht so belangreich, daß sie mich an dem Geseß irgendwie irre zu machen vermöchten. (Er hat gemeint, das Zahlenmaterial in der ursprünglichen Begründung sei nicht so sorgfältig geprüft, wie man es sonst bei Vorlagen der König- lichen StaaiSregierung gewöhnt sei und wie man es auch von ihr Verlangen könne. Gewiß kann man das Verlangen, aber, meine .Herren, die Differenzen, die dort Hervorgetrrten sind, sind in der That sehr leicht zu erklärsn. Die Differenz in der Zak)! der Lehrer erklärt sich sehr durchsichtig daraus, daß in dem einen Falle die Hilfslehrer cinbegriffsn sind und in dem anderen Falle nicht. Die- Zahl der Lehrer- und Lebrerinnenstellen auf Seite 34 der M0- tiv? stimmt überdies mit der Zahl, dir auf Seife 38 angegeben ist, genau überein, und der Stichkag für dicse Zahlen ist der 1. Oktober 1894. Seite 40 smd die Hilfslehrersteüen mit- gezählt, Welche Seite 39 neben drn ordentlichen Lehrerstellen nach- gewiesen find, weil inzwischen in der Begründung angefübrt ist, daß diese Stelien beim Inkrafttreten des Geséßes in ordeutiiche Lehrer- stellen umgewandelt werden sollen. Ja, meine Herrrn, das sind Verschiedenheiten in den Zahlen, für die man nicht die Zahlen und auch nicht diejénigen verantrvortlich machcn sollte, dir sie zusammen- gestellt haben, sondern die in der Natur der Dinge ÜLJM, die mit diesen Zahlen bewieskn werden solirn. Ebenso Verhält es sich mit den Durchschnitiszablen; wenn ich für den'ganzen Sraat Durchschnitis- zahlen angebe", so kann Herr Ober-Bürgsrmeistér Zwkigert unmöglich verlangen, daß nun für jede einzelne Stadt auch diese Durchschnitts- zahlen bis auf das xz stimmen soUen (Zuruf: Hat er auch nicht!), das ist unmöglich; dann find es keine DurchschniitSzahlen mehr, dann sind es eben absolute Zahlen.

Nun hat sich der Haupteinwand des Herrn Ober-Bürgermeisters Zweigert gegen die Alterßzulagekaffcn gerichtet, die auch von Herrn Zelle wesentlich als gegen das Jureresse der Städte verstoßend bezeichnet wurdsn. Meine Herren, zunächst darf ich hervorheben : die Urberzeugung, daß wir unsere Schulen nicht aus Gemeindeschulen in Staatsschulen um- wandeln dürfen, und daß wir, wenn wir das tbäten, nicht nur gegen die Verfassung, sondern auch gegcn das lebendige Interesse unseres Volks handelten - diese Ueberzcugung theils ich und theilr die Staatsrkgierung in vvklsirm Maßk. (Hört! hört!) Aber, meine Herren, darauf ist auch die ganze Sach€ garnicht abgesehen. Wynn Herr Obrr-Bärgrrmeister Zweigert eingewendet hat, das sei ja doch ganz klar, daß hier eine staatliche Verwaltung besiel]? würdc, denn die Bezirksregierung wliie ja die Vcrwaltung dirsrr Ylltrrözulagrn haben -- ja, meins Herren, dann bar Lr übersrbkn, daß birr bsi dmr Alkers- zulagekaffen überhaupt nichts zu Verwalten ist. Die ganzr Vrrwaliung der Alterszuiagrkaffcn ist ledigliéb einc? Mühe, dis ron dcn sub- altcrnen Bramrcn unserer Kassen grmacht wird (Unruhe), und im übrigen besteht sie nur in einer kaikuiatr'risckyrn Vertheilung (Zurufk: sehr richtig! das ist Es ja grradex), dic unserm kleinén Gemeinden sehr nützlich ist und für sie nothwendig ist, und dir es endlich hrrbkiführen wird, daß auch den Lehrern des mittleren Lrbcnsalirrs dis Möglichkeit gewährt werden wird, in die großkn Städte zu kommen; denn gsrade bier Wehren fick) die Städte gegen die älteren Lehrer. Ich erkennr Voll- ständig an, was Hcrr Ober-Bürgcrmrister Zweigert gesagt hat, daf; sie die älteren Lehrer längere Zeit ertragen haben. Ick) bin ganz damit einderftanden, daß das unter Umständen von außrrordcntlichem pädagogischen Werth sein kann. Abrr darin sind die Städte fast alle - mit Wenigen Außnahmcn * einig gewesen, daß fie eine stark hervorgetretene Tendenz gezeigt haben, nur dis jüngsten Lehrer zu wählen. (Sehr richtig !) Ja, meine Hrrren, da wird es kéinem Lehrer möglich, gerade in den Jahren, wo seine Familie [)eranwächst, in die Städte zu kommen. Dazu sind die AlterSzulagekassen gemacht » wir werden uns noch Weiter darüber auseinanderscßcn _ und diesen Zweck werden sie, Wenn fie in Kraft treten, erreichen. Darauf können Sie sich vlrlaffen. Meine Herren, Herr Zweigert hat gesagt: wir möchten den Städten die Freude an ihrem Schulen nicht stören. Nun, meine Herren, nicht stören wollen wir Ihnen die Freudigkeit, für Ihr Schulwesen zu sorgen, oh nein (Obo!), wir wollen sieerböch. (Lebhafter Widerspruch.) Ja kvobl, das wollen wir. Sie thun so, meine Herren von den Städten, als wenn Sie für Ihr Schulwesen sorgten dem Staat und der StaatSregierung zu Gefallen. (Wider- spruch und große Unruhe.) Nein, meine Herren, wenn Sie für Ihr Schulwesen sorgen, so thun Sie damit gegen Ihre (Gemeinden ganz einfach Ihre Schuldigkeit. (Sehr richtig 1) Sie pflegen damit das Beste und Edelste, was Sie haben, JbreKinder. Darum werden Sie - dies Vertraurn habe ich zu Ihnen » für Ihre Schulen auch dann sorgen, wenn in diesen verhältnißmäßig ganz unbedeutenden Punkten (Widerspruch und große Unruhe) Ihnen eine Fessel angelegt wird.

Nun, meine Herren, ich muß noch mit einigen Worten auf den § 27 kommen, gegen den Herr Ober-Bürgermeiftrr Zelle im wesentlichen den Hauptangriff gericbret hat. Meine Herren, ich kann in dieser Beziehung nur sagen, mit dem Herrn Grafen von Zieten-Scbwerin, ich habe ein volies Verständnis; dafür, daß es jedermann schwer wird, einen formel] rechtlichen Befiß herauözugeben, und ich kann es deshalb auch verstehen, daß es den Städten nicht leicht wird, auf diesen Wunsch einzugeben. Aber, meine Herren, nicht um den Städten etwas zu geben, ist der Gefes- entrourf gemacht, nicht um den Städten einen Nachtbeil und ein Unrecht zuzufügen; sondem er ist gemacht, um die Ungleich- mäßigkeit auszugleichen (Unruhe), die zwischen dem platten Lande und den Städten bisher _beftand. (Widerspruch.) Ia,

meine Herren, sie hat bestanden „und fre bestehr noch. Wenn Sie mit Ihrrrr prozentualen Zahlen kommen '- die benoeisen gar nichts, Die Dinge liegen in den Städten ganz anders als ,auf dem platten Lande. Ick will Ihnen nur ein einziges Beispiel geben. Der Wesent- licbfte Grund, weshalb wir geglaubt haben, mit rechtlichem und gutem Gewissen den Vorschlag des § 27 machen zu können, liegt darin, wie es arrch Herr Zelle angedeutet hat, daß die Sieuerreform dazwischen gekommen ist, daß inzwischen nach dem Erlaß der Schulerleichterungs- gesetze vom Jahre 1889 den Städten und den Gemeinden die Real- fteuern überwiesen worden sind. Nun, meine Herren, muß man doch nur dit? Verhältniss auf dem Lande kennen und in der Stadt kennen, um sich ein Bild davon zu machen, wie verschieden diese Ueber- rveisung wirkt. Die Städte sagen: ja, ihr habt ja dem Lande auch die Rralsteuern überwiesen. Nun vergleichen Sie doch mal 3. B. eine arme pommersche Grmeinde mit einer großen Stadt. Wir haben eine, die bringt im Ganzen 18-46 jährlich an Einkommen- steuer. Nun, dieser Gemeinde ist die Gebäudesteuer überwiesen. Gewiß, .das sieht auf dem Papier. Was macht fie mit drr über- wiesenen (Gebäudeftéuer? Die Gebäude, die da sind, find wertblos oder nahkzu wertblos. Reus Gebäude giebt es nicht. Gebäude, aus denen als Steuerobjekten irgend welcher Werth heraußgezogen wrrden könnte, sind nicht vorhanden. Andererseits hat die Stadt Berlin aus der Ueberweisung der Gebäudesteucr, Betriebs- und Gemerbe- steuer allein eine Einnahmequelie von 14 Millionen Mark. Und das ist ja auch ganz natürlich. Bci alTen wachsenden großen Städten wirkt die Ueberweisung der Realiteuern ganz äbnlich, während das platte Land ganz leer dabei ausgeht. Es ist deshalb ein Akt drr ausgleichenden Gerechtigkeit (Unruhe), Wenn wir sagsn: ibr Städter könnt sehr wohl das tragen und könnt dem Lande das gönnen, daß es im Großen und Ganzen wegen seiner Leistungsunfähigkeit anders be- handelt wird als die Siädic'. (Zustimmung und Widerspruch.) Das ist der tiefsre Grund dirses Geseßes, mag es im einzalnen zu stande kommen oder nicht, das kann ich nicht wissen, jeder wird nach srinem bestrm Gewiffen stimmcn. Aber ich theils mit dkr Königlichen Re- gisrung die Meinung, daß Ls fich um einrn Akt der aus*gleichcnden Gerechtigkeit handelt zu Gunsten drs überlastetrn plattrn Landrs, und ich glaube, daß ich das vor Gott und den Menschen vertrrtrn kann. (Lebhaftrr Beifall nnd Widerspruch.)

Graf von Klinckowström:_ Bei keiner Vorlage ist uns die Entscheidung so schwer gewesen wie bei dieskr. Wir wünsrbrn dic Vortheile für die Lebrrr, andererseits siebrn aber sehr:)ere prinzipielle Bedenken entgegen. Wir wollén dieses (Gesetz nicht ohne rin allge- meines Schulgesey. Das Schulwesen bedarf dringend einst festrn geseleichen Grundlage. Die Erklarung des Ministrrs im Abgeord- netrnbaus bat untere „Hoffnung darauf geräuscht. Wenn dur Zeitpunkt dafür aus politischrn Gründen jryt nicht da ist, kommr er überhaupt nix“. Aber ganz abgesehen davon, ist die Vertheilung der Schullaften nach diesrr Vorla (: ganz undurchführbar. Die Schuilasten für das Land werden Lkböt und für die Städtc noch mehr erhöht. Die Regicrung muß bei jedem Geseß die Notblage der Landwirtbfchaft b&zchtcn. Wir können den Gemeinden keine größeren Lasten mehr auisr'lc'gen, odrr nur dann, wenn die Dotationen anders geseylichiestgelcgt wcrden. Nur dann könnte ich für das Cesky itimmcn, Die Lrbrer werden auch nicht befriedigt. Wir könnkn nicht für die Vorlage stimmcn. Lebrerbesoldung, Dotationr- geseß und Schulgesey gehören zusammen.

Geheimer Ober-Finanz-RathGermar Entschuldigt die Abwesen- heit des Finanz-Ministers und tritt einigerr Ausführungkn des Ober- Bürgcrmristers Zeüe cntgegexr. Die leistungsfähigen Städte be- düriten der Staatözusckpüffe nicht,. Die Berechnung für Brriin von 18 MiÜionen Ausfaü und 14 Mtliionen Ueberweisung stimme nicht, die Kommunalstruerreform _habe jedenfalls die Städta beffrr gsstrilf als früher, Berlin babs tm Vorigen Jahre nur 96 0/0 Einkommen- steuerzusciylag grbrauchr, die' Micchsteue; yon 13 Miliionswbabc qanz in Fortfali kommrn können. Die SchUllastcn auf dem Lands skikk! prozrntual brdeutcnd höher als in den Städtrn.

Professor Rcinke-Kirl: Vishrr ist nur drr Jntereffenstandpunkt ;;rliend gemacht woxdcn, es ist eine Ebrenpflicht, eine richtige Ver- theilrmg der Schullaiten vorzunehmen. Mit der Tendenz der Vor- lagr können wir aiie einderstandcn skin. Der Schwerpunkt lirgt nicht in dem (Grundgehalt, sondern den Lkltsrßzulagcn. Einzclnc Be- stimmungen können ja Bcdrnken , erregen, aber wir_ solltkn im Interesse des Vaterlandks dirse Aufgabe zu lösen _1uchrn. Dcr Volksschullehrrr bildet eine der Hauptstüßxn unfcrcs Yserrs; Frank- reich thut aus patriotisc'ykn Rück11ckten mehr für dic Bildung drs Volks. AUNdinxrs bat dczs Geseß ('inigc Haken, die das Gases, wenn fie nicht bejcitigt wrrden, in diesem Hausk nicht zur Annahme gelangen lassen. Auch ich kann nicht zustimmen, wenn die Bestimmung über die Kürzung drs StaaLSzuschuffks an die Gemsindrn nicbt gkändcrt wird. Dkk Fort- fall der Zufckyüffe muß in drn Siädtrn Erbiiterung errkgen. (Es ist nicht Deutsch, zu fragen: Was ist recht? sondrrn: Was ist recht und biliig? Was würdrn die Provinzen sagen, wrnn ihnen Dotationen entzogkn würden, aui _dir' sir ihr€n_Eiat ,ein crirbtet haben? (Zuruf: Grundsteurr*rntschadtgumg!) Es ware polttis höchst bedauerlich, wenn das Geseß in dsr Fassung des L_lbgkordnctcnbaufes ju standc kämr. S-Üen dic Städte dafür bestraft Werden, daß sic soviel für das Schulwesen grthan haben? Aber ich ratbe doch, das Geseß nicht von yornherein qbzuirhnen, sondern Line Verständigung darüber zu Versucbc'n. Die Regisrung könrrtc damrt sicb begnügen, wknn die Städte auf mehr Zu1chüffe, als sie bisher haben, für die Zukunft vrrzicbten, man ihnerx aber das laßt, rvas recjkat be- kommen. Daß den Städikn tbatsachiich em Unrecht ge ch1eht, hat das Abgeordnetrnbans anerkannt„tndem es den Disposrtionsfonds für Erhöhung der Zuschüsse de'r ngrerung zur Verfügung steljtr._ Das ist selbst für die Regierung, wenn nicht ein Danaergescbcnk, ]o doch ein dorniges Geschenk. Diesc'r Ausweg ist nicht zu empfehlen. . Die Bedenken wegkn der AlterSzuiagenkaffen_ werden fich durcb gegenseitiges Entgegenkommen wobl beseitigen las1en. Ich hoffe doch auf das Zustandekommen des Geseßes.

Ober-Bürgermeister Becker-Köln: Die bestehenden Verhält- niße, wie sie erst vor einigen Jahren geschaffen wurden, sonen wieder zertrümmert Werden. Die Steuerreform sollte die (Hemeind/Zn ent- la ten, und jeßt kann die Regierung nicht schnell genug die Gtxucrn er öben. Wir können uns das Geld doch nicht aus den Rippen schneiden, wir müssen die Steuern erhöhen. Es muß dockx eme ge:- wisse Kontinuität in “der (Heseygebung bestehen, ich bekampfe am meisten diesekleinlichen Manöver zur (Erhöhung der Lasten. Wir müssen seit der Steuerreform aÜe mehr bezahlen. Man wil] alles bureaukratisch regeln nach einer Schablone, und die Gemeindcn haben nur noch zu bezahlen. Sehr bedenklich sind die Altcrszulagenkaffrn; sie nd eine Prämie! auf schlechte Lehrcrgebälter und überfüllte Kia en. Der Kampf ums Dasein ist in den Städten viel schwieriger als auf dem Lande, der Bildungsgrad dort muß daher ein höherer sein als auf derp Lande, das Stadtschulwe en bedarf größerer Aufwendungen. Em Lehrer, der sein Leben lang auf drm Lande

elebt bat„ paßt nicht für die Stadt. Kommt es dem Finanz-Mimster hier nur darauf an, ein paar Miliiönchen zu ersparen?

inen anderen Grund kann ich nicht finden und babe ich nicht gehört. Wenn die Städte für die Zukunft mit dem zufrieden sind, was sie jeyt haben so handelt es [ich schließlich um eine so geringe Summe furlden Staat, das; sie diese große Verstimmung über das Geseß gar nicht werth ist. So, wie es liegt können wir aber das Gesetz nicht annehmen. Die Regierung sollte darauf verzichten und "erst weitere Erwägungen anstellenx „MUMM WMQ ***-*

Minister der geistlichen 2c. Angelegenheiten [)r. Bosse:

Meine Herren! Besorgen Sie nicht, daß- ich in diesem Moment dem Herrn Ober-Bürgermeister Becker in die Einzelheiten seines Vortrags folgen will. Das würde doch zu nichts führen. (Rufe: O doch !) Das Urtbeil wird bei den Einzelnen, wie ich glaube, im wesentlichen festgelegt sein, und wo es sich um Einzelheiten handelt, ra wird auch die Kommissionsberatbung der einzige Weg sein, auf dem man eine Verständigung erzielen kann. Meine Herren, ich möchte nur eins zurückw-risen, was der Herr Ober- Bürgermeisier gesagt hat. Von ihm ist mir zum ersten Mal in msinem Leben der Vorwurf gemacht worden, daß ich etwas sozialistisch sei. Nun, meine Herren, wie steht es denn mit dem Herrn Ober- Bürgermcister Bscker? Er hat uns die Frage vorgelegt: Was gleicht beffer aus als die Staatskasse? Aber das ist natürlich nichr sozialistisch! Ja, meine Herren, wknn das nicht sozialistisch ist, dann kann ich den Vorwurf meiner sozialen Neigung mit Fug und Recht zurückweisen.

Nun, meine Herren, ich habe die Empfindung, daß ich Ihnen noch ein Wort schuidig bin über den Zusammenhang der Vorlagr mit dem Schulgeses. Ich will auf die speziellen Gründe, dir die Königliche Staatdrégierung bestimmt haben und bestimmen, den gegenwärtigen Zeitpunk! nicht für geeignet zur Vorlegung eines aligemrinen Schulgesetzes zu halten, nicht näher eingehen, ich habe mich wiedsrbolr sehr ausführlich darüber ausgrlaffcn. Aber, mcinc «Herren, ich möchte darauf aufmerksam macbcrx, daß durch dsn Zusammenhang, in den man die Vorlage mit dcm allgemeinen Schulgeseß bringt, soweit ich zu sehen Vermag, man die Wünsche, die auf Vorlegung eines allgemeinen Schulgeseyes geben, nicht gefördert Hai. “Auch mit dcr Ablehnung dieses Geseßes wird dir“ politische Lagk, die nach der Meinung der Staatsregierung jeßt der“ Vorlegung einss Schulgeskßes entgegsnstebt, nicht geändert. Erreicht wird dadurch nur, daß die Lehrer, die so lange schon warten auf ('in-: V-Zrbeffcrnng ihrer Norhiage, wiederum dertröstst Werden, und daß sir wiederum gegen dieses [whk Haus oder grgen die'jenigen, die im andrrcn Haus gkgen dicses Grieß gestimmt haben, ihre Mißsiimmung aus- lassen. Es handelt fich nicht bloß darum, wie Herr Becker annimmt, daß wir jederrrLeHrcr ausrinem erhöhten Dispofitionsfonds eine Kleinig- keit zuleg-m _ das wäre ja vielleicht zu machen, insofern dsr Hcrr Finanz-Ministcr sicb bcrr'it erklärte, das Geld zur Disvosiiion zu siclisrr -*, sondern der Hauptgrund, den wir gehabt haben:, war der, daß, wir wir dir Gxixaltsbezüge andrrrr Beamtenklaffen auf Eine fesie Rechtsgrundlage gesiclit haben, wir in diesem Punkt auch drn Lc'ixrxm in gleichcr Wrise aus Gchcbtigkeits- und Biiiigkeitsrückfiäpten bach [)leikil rrriicn. Das, meine Herren, find die Gründe, dis micl) bc- siimwcn, Sir. zu bitten, daf; Sir dem Antrag drs Grafrn Zistkrr- Schwerin, di? Vorlage an eine Kommission zu vrrweisen, znstimmcx) mögrn, iwd -- ich will nicht sagrn, ich zweifle nicht, aber ich babe wrnigstcns die Hoffnung, daß es möglich sein wird, Eine Verständigrmg übrr dic Boring? hkrbrizuführcn.

Ein Schlußantrag wird angenommen.

Obrr-Bürgrrmrisier Giese-Wtona empfiehlt, die' zweite Laim: ohm: Kommissionsbrratbung im Plcnum vwrznncbmen, da Es frei? um große? prinzipielle BLdenkCn handlk, die nicht in einrr Kommission, sondern nur im P(knum behandélt wkrdcn könnten.

Ohxr-Bxürgkrrrrxister, Struckmann-„Yildksbeim spricht fichx_da- gegen sur Kommrmonsverathung ans, wahrend Ober-Bürgermctstrr FFZteidcr- Magdeburg fich der Mrinung des Herrn Giese m'..- 1 is .

' Der Antrag auf Kommissionsberathung wird abgelehnr.

Vize-Präsrdcnt Freiherr von Manteuffel geht sofort zur Spezialbcrathung über; es cntspinnt fich einc Geschäfts: ordnungsdcbattc darüber, ob die sofortige chzialdcrathung zulässig sei. Graf von Hohenthal beantragt die Vcrtagung, weil das Haus mit der Ablehnung dcr Kommissionsbcrathung überrumpelt worden sei. Der Antrag findet jrdock) nicht die gem": ende Unterstüßung.

arauf werden die einzelnen Paragraphen dcs Gescßes ohne Debatte sämmtlick) abgelehnt. Nnr cine klcim“ Minderheit erhebt sich für dieselben.

Die (Hesammtadstimmrxng über das ganze (Hese'ß iéndrt am Sonnabend 1 Uhr statt.

Schluß 41/2 Ul)r.

Haus der Abgeordneten. 151. Sißung v 80. “April 1896.

Dem Hquse rst ein S reiben des Staats-Mmrsteriums zugegangrn, rn welchem die Mitglieder des Hauses auf Grund einer Zu1christ dcr ,ungarischcn Regierung auf die mr! dcr Millenniumsfeicr m Budapest vrrbundcnc Ausstrllung hin: gewiesen und zrr dcm Besrrch derselben eingeladen werden. .

Vize: Präsrdcnt Yrcihcrr von Heercm an wird der Königlich ungarqchcn 5 egtcrung dcn Darrk des Hauses durch Vermittelung des preußischen StaatL-MiniyterrumH aussprechen.

Ueber den Beginn der Stsung „ist gestern berichtet worden.

Auf der Tagesordnung steht dre erste Berathung des Entz wurfs cines Gesrßxs zur Ergänzung des Gcseßes vom 31. Julr 1895, betreffend die Errichtung einer Zentralanstalt zur Förderung des genossenschafrlichen Personal: kredits, DLL der Zentralgcnoffcnschaftskasse vom Staat als Grundkapital gewährte Einlage soll von i') auf 20 Millionen Mark erhöht werden. ,

Abg. Von Mrndel-Steinfrls (kons.): Diese Vorlage ist cme Konfrquenz des im dori Ln Jahre mit großer Mehrheit beschloffsncn Gesrßes. Wir haben sFyon damals 20 Millionen gefordert. Wir stehen also schon deshalb der Vorlage sympathisch gegenübsr, wenn wir auch einer Prüfung derselben nicht widersprechen wollen. Nur der Schulze-Delilzfch'scbc (Hrnoffsnschaftsverband steht dieser ganzen Idee feindlich gegenüber; er bezeichnet_ die landscbaxtlickze'n Genossen- schaften als Bastade-Inossensckpaften. Dre Schulze-De iysch'sch€n Kaffen haben den Handwer ern und übcrbaupt den Städten genußt, für die Landwirtbe passen fie nicht, wenigstens iür dirjcnigen, !OLlÖL keine großen flüssigen Kapitalien haben. Man sollte das Kampfbeil begraben und jeder auf seinem Gebiete das erstrebte Zirl verfolgen. Dic Zentralgenoffenscbaftskasse soil den Landwirtben und „Handwerkern einen auf ihre Verhältnisse zugeschnittensn Kredit gewabren; der Landwirtb kann heute nicht 5 bis 7 0/0 geben, wenn er nicht an den Bettelstadfommen wii]. Eine S ablyne wäre hier vom Uebel. So jung die Ka 2 ist, so koulant ist 6 bisher gegen die (Genossenschaften gervcsen. enn es heißt, die 5 Millionen wären eine La palie, so ist dies allerdings richtig“ deshalb muß eben zur inan erung des ganzen Unternehmens das Ö) undkapital erhöht werden. ie Hentraika e ist ein Antrieb zur Genossenfchaftsbildun , also ein Sporn zur Selb hilfe. Warum will man diese Entwi elun hemmen? Man gönnt auch der Landwirthscbaft diese kleine Hilfe. ir wollen keine Liebes- abe, denn wir zahlen Zinsen. 4 0/9 ist aber das höchste, was die andwirtbe an Zinsen zahlen können.

(Schluß in der Zweiien Beilage.)

“Bank. Das ist etrvas, was ich gar nicht besonders berücksichtigen

Zweite Beilage zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

M' 104. Berlin, Freitag, den 1. Mai _ * 18913, W! Y Y!!!! . ' 4

(Schluß aus der Ersten Beilage.) wachsen sehen; wenn wir die Neubildung von Genossenschaften in gegen den Seitenhieb'des Vorredners nicht in Schuff nehmen“ Heer einem so starken Fortschritt vor 2an haben; wenn wir doch vollkommen 1)!“ ;K'LÖ babe sklbst "U Reichstage auf solche Angri e sachlicb “Uk „„ XFMLMMYFFF“ (?M- MMM M;; „M „„ „M «M MMM MMM, MM “M““ MM,; MMW M e; «f "***-** ; n v , ' dem Abg. Knebel in den Hißtiven eine Darle ung dermljsisberiYn dre Existenz der Genossenschaft selbst und durch das Eingreifen der- u er ojen P ane des u ren engeben t en bier disponib

Geldmitteln könne man “doch nicht eine Reform des an e o Ges äftsgebahrung der Zentralkaffex hoffentlich w rd das Versäumte in selbenund durch die Förderung derGenossenschaftsbildung entstandenift: so kredits vornehmen. Gegenüber den koloZalen Mktteljnn XJstY-k-"x der ommis ron nachgeholt. Wir wunscben, daß die Sparkassen an die brauchen wir doch nun nicht mehr so ängstliäp zu sein, wie wir das Genoffenschafs5kaff€n sei das Kapital dk!" entralkassc geradezu ver- ZMMTJSW enscbaftskaffe angeschlossen werden, “er nicht auf Grund erste Mal waren. Wir sehen den Bedarf an Grundkapital be-

des“ A s cht st llt Sp kff sy s W' [) b _ Qs b _ck schiäinißend T_Zoßdrm stäxxden seine Hrertndel_der ZorsagUe; wohl- M U l 9? e en ar a enge ? e . tr a en tn na ru , , , , wo en ? enu Lk, WL _12 a e a bei der siä tischen Sparkaffe bereits eine ähnliche AuSgleicbsielle, wie stimmter W "W die GenoiienskbaftSkasse bat 1" diesem Augenblick leisten lelqten. “" "ck User os " P "M ene" ("“hab

es die Zrntralkaüe sein_soll, und die Erfahrung hat gezeigt, daß ihr von der General-Staatskasse einsn sebr bedeutenden Vorschuß in Abg- von Puttkamer-O lau kons. weit daran in da es mehr Geld zugewbrt als von ihr entnommen Wkkd- Händen. Das ist für die General-Staatskasse gar nicht unanggnebm; sicb bier ar nicht um einbeerétaatlchxungs des PL:?onZläeßdiw

“. : , .- . . : d bl'ckl' d w' * , ; handle, un daß Herr Arendt keine uferlosen läne entwickelt abe. Finanz Minister ])r Miquel enn augen 1 :ck sin rr m der Lage diesen Vorschuß ihr geben Redner Verbreitet fich dann über die Ausführuann des Ab . Gokbein

I m" te mit estatten, auf eini e ra en des "srrn von Wo na zu können, und wenn Wik ZZ 0/0 Zinsen bei dem JSJLUWÜTÜJLU Dis- ' * 5 - zu antréorte? g g F I H y kontfats bekommen, so kann die General-StaatSkaise vollständig zu- Yk)dZZgYYYfCZMY-ltnTesdeZbéaÖsariusY FFSMWZYI'ZMLFYM

(Er bat gcfragi, ob der Zentral-Ausscbuß schon gehört wäre, der frieden sein; wir würden sonst das Geld mittels der Seebandlung Person. Die Schuize-Delitzsch'fchen Genossznschafien paßten für ge- nach Maßgabe des Gesetzes eingesetzt ist. Ich kann darauf antworten, füreinengeringcren Zinsfttß aller Wahrscheinlichkeitnach auEleiben müffen- Zvi elek-kxaltniffe fiel" Wa “W F"!" fur, die LFUWÜÜE- und daß seßr bald nach Eröffnung des G€schäftsbrtriebs der Zentral. Aber es ist doch Uichk richtig, daß die Genossenschaftkaffs mehr oder ußsteFstüßbta exFerch)? FjäxxxnKéxxsdeitdteeHleeersen WeeTnVZÜYUZTFMZ Aussckyrtß zuiammengrtreten ist, und daß mit dem Zentral-Ausschuß weniger angewiesen ist auf eine s0[ch3 Hilfe der Gzneral-Siaatskasst; ihm in dkkn genoffenschaftlichen Blägttern vdrgeworfen, daß er vom die ganze Geschäftégebabcung, die Grundsäße, die: dabei in AnWendun-g denn die General-Staatskasse kann in dieser Beziehung eine dauernde Genossensckyastsweserr nichts Verstehe, so erwidere er Einfach, daß er zu kommkn haben, eing-xbend erörtert sind, und daß ein vollständiges Garantie Silk "WEIN"- fie köln" genötbigt sein,von heute auf morgen ihre Mt 10 Jahren Mitte" "" Genonensckyaftswesen stehe. Hoffentlich Eindrrstärrdniß mit den Hemm vom Zentral-Ausscbuß und der Ver- VVkschÜff€ zurückzuziehen- Der Bedarf und die der Gmsral-Staatskasse FFF?) dsFwYLch?LTqurYiengxtediFe Pllxtrrlrkrsthe in der Budgetkommisfion waltung erzielt worden ist. Es ist die Absicht, in der allernächsten zur Disposition stehenden flüsfigen Mittel wechseln ganz außerordentlich Abg. Schenc,k (fr. Volksp.): Die Vorlage ist allerdings eine Zeit den Zrniral-Ausscbuß nochmals zu berufen und ihm Kenntnis; zu "1 einem Quartal, ja nach Monaten UM Beträge, deren Höhe ich Konse uenz der vorjäbrigen Vorla e, und sie wird nicht die [este sein; geben von de: Entwickelung, die in dieser Zwischenzeit eingetreten ist, garnicht nennen möchte. Es ist also, Wenn wir die Genossenschafts- die Loéung „wird sein: (H„eld,“ Ge und immer wieder Geld und zwar mit ihm cine Reibe von Fragen zu erörtern und ihm Gelegenheit zu kaffe auf eine MÜ)? Grundlage ftellen, WM" Wik fi? gewiffermaßen in) t roportttonalcn Verbaltntßi 3" der angeblichen Noth d.“ Land- geben, Wünsche, Mm, solche etwa vorhanden sein sollten, Beschwerden unabhängig machen wollen von der zkitweiligen Lage der General. „?xxsenssYTfft'e-r TWINS) MZF FY? séekxalrcsltneYiUFFsiYaYYxhuée: Zur Erwägung zu bringen. Wir werden natürlich bemüht bleiben, Staatskasse, nach der bisherigen Erfahrung eine Erhöhung des GkUUd' Delißscb'schen können sie sic!),nicht entfernt messen.. Diese dienen T- mit den Vertretern der Verbandskaffen, mit denen wir jn Geschäfts- kapitals unbedingt erforderlich. wohl dem Handwerker wie dem Landwirtb; ihre Erfolge wurzeln in verbindung sind, in der allerregesten und eingebendsten Verbindung zu Nun kann man sagen, 15 Millionen LLUÜJKU UUÖ- ebenso Wie

dem Prinzip der Selbsthilfe und der Ablehnung jeder staatlichen bleiben, über die ganze Geschäftsführung mit uns denselben stets auf man sagen kann, 25 Miliionen sind erforderlich; aber wenn Sir den

FmYsléÖung'bléal-Ym habe!? sie Y,gegen die Zeniral-Geno-ffen- dxm Laufenden zu erhaltßn. Umschlag dsr GenOssenschastskaffe, die jeßt schon vorhandenen auS- MIGHTY„?WYTFMÉFF?“ aY'Endee rFF"“4§)FffZe?Mx§Z“uIiÉ-erü§3 Was ck Frage der Sparkassen betrifft, so möchte ich darüber stehenden Béträge, die fick) fast monatlich vermehren, in Betracht bezahlen, wrnn_das Geld von der Zentralka e an die Genossenschafts- auch rin Wort sagen. Bei der Beratbung des Gesetzentwurfs traten sieben, so glaube ich, haben wir nicht zu boch gegriffen, wenn wir, Frbaks'sdcfßbuétwrsZNYYFF" w'kdd- bEsblilßgtisebr "“he- daß viele allerdings Wünsche hervor, den GCsetzentwurf von vornhersin so zu "m für längere ZL“ Mit der Sache “UWUMÖM- auf de" BUMI SYM? m?;l „ÜTzLKJÜstjtutzJ-MÉ"NY !cehlimxßer YinYeYYÉ-YZ gestalten, das; die Kaffe zu einer wirklichm Außgleicbsstelle auch für Von 20 Miüioncn gegriffen haben. den Zutritt der KornbauS-Genoffenschaftrn; wenn diese fich nicht halten das WWW Sparkaffenweskn in Preußen werden solle. Damals Meine Herren, alle die sonstigen Befürchtungen, die damals auch kömzen, wird das Großkapital der lachende Erbe seitx- Den Staats- konnte dissen Wünschen aus verschiedenrn Gründen nicht Rechnung wohl aus PUMA)?" Gesichtspunkten an die Gen0ffenschastskasse gk“ YYY? [LY FadeZkeszquwendW ließ.? kezrrsBedurfrciktß til? Die getragen wrrden, um so weniger, als damals in eingehender Weise kUÜPst siUd- das WM)?"- glaube ka- dk? Gégüér von der Sache Mik und UeszI-ffnßxlßjhéenMKreZitenaan?FFZenurHarlredrevnerkZeFre Hxlcbleymrtrjich die Frage wegen Erlasses eines neuen Sparkassengeseßes beratben ikßt wobl sklbst zugeben, sind in keiner Weise eingrtroffen. (ZUka-) Innungen angehören. , wurde. Mir persönlich schisn es auch bédenklich. zwei große Zwecke Ikldkß WVÜLU Wik abwarten, Ob das noch kommt! Vorläufig Abg. von Bockel'verg (kons.): Herr Schenck betrachtet diese yon vornherein beim ersten Anfange neben einander in Angriff zu konstatiere ich, daß die Genoffenschaftskaffe zWisch€n allen GLUOffLUschastkn, vom grünen Tisch aus; daß er „(Als Anwalt der nehmen- Ick hatte damals und habe heute noch die Anficht, daß palitiscben Parteien, religiösen und selbst nationalen An- XÖYUL'YYUFÉM TW?“ Kiek auftritt, !?!)!!an ?lrbibmdamcklpot “,k; man sich in keiner Weisevondem Hauptzweck dieserKasseentfernen muß, die schauungcn durchaus neutral JLWSsk-U ist, daß sie in keiner schFn' die Tehate ark)???1 daßeneedrx; ?:?ngnerH 0/0uxJinZendes szY, gen ossenscbaitlicbe Entwickelung zufördern. Das war der Grund, WSU? versucht bölk- die eine oder andere Art der Grnossenschafisbildun 9 Die Zentralkaffe bat klein egonnen und sieh so entwickelt, da j t aus welchem man damals in dieser Frage nicht weiter kam. Ich dorzuziebenoderzu begünstigen. Und wenn die Herren Von den Schulze- ihr (Grundkapital erhöht werden mu. Der niedrige ZkustZ LF: er

habe aber selbst damals anerkannt, daß diese Frage eingehend zu Delißscb'sckpcn Kassen zu uns kommen, werden sie finden, das; fie densrlben WWWMÜI- wen" derPeksonalkUdÜ käkkt werde" so"“ Wir

vküfcn sein würde, daß man keineswegs sicb grundsävlici) da ablehnend wohlwollenden Empfang wie alie übrigen Grnoffensckpaften haben ?,?LHFUHLYÜMYYZ YZUXUFFYW ;;FldtxlrffeÉninsszßthantT-Frldtx:

zu verhalten brauche, und daß man demnächst, wenn man Erfahrungen werden, daß Wik Mit ihnen unter denselben Bedingungen GEMÜ“? nrüssen. Mit der Zkit wird auch die Höhe der inlagen steigen, sodaß gesammelt habe über den Fortgang der Kasse und ihre Thätigkeit, auf machen wcrden wie mit allen anderen Genossenschaften und den Raiff- nicht zu b€fürchtxn ist, daß das Grundkapital noch weiter erhöht diesc Frage zurückkommen würde. So ist also der Geseßentwurf eisenschn Kassén- Ick bin von jeder überzeugt gewése-t, daß es fich Mrd?" muß“ Die Freunde des Herrn Schenck skb?" "““"le dieses

, . - :“" ' s ' l ; ' , ' dahin zu stande gekommen, das; nur eine zurFörderum] des Genossen- hier um gryßr soziale Ansgaben handelt, und W d'- Löi-Ing ds_rsclben ZZZFZMstx-ztxtnt; ÖZZFZUJÉYÜZWUWJUYY MMUYÉJ" YZ: schaftswescns bestimmte AUSgleichsstklle für den Geschäftsverkehr der sofort UUMVJUÖ werden oder wenigstens im bochskLU GWT)? kkichWth Verlust bat höchstens die General-Staatskasse durch den billiLen er

Genossrnschaften errichtet werden solle. Daran müssen wir zur Zeit werden würde, wenn irgend welch: Ncbenrücksrchtxrx ;;olitischer oder Kredit; aber das wird sich mit der Zeit auSgleicben. Wir wollen

auch nrch icsibalten. AMS, was die Genoffenscbaftskaffe thut, muß MMU“ Art sich hineindrängen. Dkk Staat kann hier bloß auftrktrn KOMMFOUFLLÜYFJYF(?ZeésprÉYUFt kcin Zweifel, daß diese

diesem Zweck uniergsordnet sein. Wir können nicht Geschäfte im Us VLYMÜÜLT eines IWH?" aligemejncn Bedürfnisses für di? Mittel- Institution fich außerordcntlich entwickelt hat. Die Zentralkasse bat ailgcmri-ecn betreiben, sondern nur diejenigen, WELCHE diesem Haupt- klaffen rn SUM UNd LWd- _ crber den,Nachtbeil, daß sie nicht fremde Gelder als Darlehen heran- ;weck dirnen. ZU diesem Bcbuf kann es nur mit Freude begrüßt Mit Herrn von Woyna bedaure ich, daß wir bisher noch nicht zieht. Die Kaffe arbeitet zu billig, weil sie ihre Gelder unterhalb

Werden, wrrm die Sparkassen Gelegenheit nsbmén, Depositen der _ , _ Kaffe zuzuweisen, uud es ist ganz natürlich, daß fich hieraus mehr Handwerker erreicht haben. Die Bildung solcher Genossenkckpafien,

oder wcniacr ein offenes Konto entwickelt in der Weise, daß, Wenn mal eine (Sparkase. Bedarf an Geld hat, ihr auch auf der Grundlage der dcr Kasse zustehenden Bcfugniß Lombarddariebne gegebsn, also . , , . _ , 828811 Sichkkbkik Vorscbüffe Ikgkbén WSde- daß hl“ M Entwickelungetnelangsamchsem wurde. Aber alles,was Mr Herrn Abg. von Evnern durehaus einverstanden erklären zu können.

Das ist aber nicht der Hauptzweck dkk Sache UNd kann doch nur sehen, bestatigi doch unsere Hoffrrung, daß W rrbkr kurz oder lang Ich betone noch einmal bestimmt: Ich stehe ganz auf seinem Stand- im Ganzen nebcnber laufen. Ick bin überhaupt kein besonderer aurb da zum “;;-[ele komtrren werden, es étstérkt “"ck M den Handwerker- punkt, wenn er verlangt, das; diese Kasse keine Wobltbätigkeitöanstalt Freund davon, wenn die Sparkaffrn ihrerseits anfangen, Geld zu kreisen sebr vieler Stadte dre Klarheit ubsr die beste Art des Vor- sein soll, sondern sin wirtbscbaftlicbes Unternehmen zur Förderung leihen nnd auszulriben in dem gewöhnlichen Gesckpäftéverkebr einer gebenßé und dias BFME?!) dcrbeandWerLr, désßt f?? MY?“ Genoffen- eines sozialen Zweckes. Ich meine aber auch, daß, was die Kasse schafts affe e ned fe ie uße akentwerien, Ö _trnt akrhserx dJch bisher gethan hat, in keiner Weise diesem Standpunkt widerspricht. möchte. Ick halte es auch für die Sparkassen in den östlichen PW- Yoffe, W we'r en ". rmscrem nachsxabr “M MM an en, a" tag Wir haben von vornherein dkn Grundsaß aufgestellt: der Staat soll vinzen, die häufig mehr Nachfrage t'acb Geld haben, als sie Einlage uber die Wetterentwtckelang der Zentraigcnoffenscbaftékaffe jrdenfails hier das Genossenschaftswesen fördern. Der Zweck der Sache ist nicht, bekommen, doch nicht für sehr erwünscht, in allzu ausxriebigem Maße bes???) RÜMI: a?? axifksdieZTlééieeit; YZF? kFLLYMZHMZsTW daraus einen Gewinn zu erzielen, der Staat will aber seine Auslagen, Geld zum Ausleihen ihrerseits wieder anzuleiben. FLYER" Sicite,inader Buedgetkoménissiorégeprüft wird und ni?!) half)? seine Zinsen gedc'ckt haben. Nun glaube ich, wenn wir jest eine Ich wollte dies nur hervorheben, um zu zeigen, daß die Svar- die v olle U eberzeu g u ng daß sie bkil wi ed er aus dersslben iperaUÖkommen Spannung haben zwischen IE und 39/0, so wird es nicht lange dauern, kasscnfrage, wenn ich so sagen soll, die Steliung der Sparkasse wird. (Bravo!) ' daß bei drm wachsenden Umschlag derKaffeallerdingseineangemeffene gegeniiOc-r der Genoffenscbaftskaffe noch keincSwegs grundsäßlich bisher Ab G t | bt d B [ it s , d s Verzinsung der Kapitalien, die der Staat bergegeben hat als Ein- geändert werden konnte. Das Gesey läßt das auch zur Zeit nicht zu; patbischg'gegerüjxeFMArlerdiengs ??nneormaagne Yrit YFMKZMWLUU Yun? lagen, und eine Deckung der Verwaltungskosten eintreten wird. Gegen- aber cine rege Verbindung mit den Sparkassen, namentlich nach der wärtig kostet das Grid, das der Staat als Einlage in diese Kaffe

roßen Sprün 6 machen, zumal wenn noch die Gctreidegenoffenschaftcn , Richtung hin, daß sie überflüssige Gelder in Depot geben bei der Ge- inzukämen. iZ'Jndrffen sei das Vorgehen der RcsHicrung dankbar zu girbt, nicht mehr als 3 0/0, und daher ist es kein Opfer, wenn wir

noffenscbaftskaffe, gelegentlich auch mal gegen Lombard bei vorüber- acceptieren UND zu hoffen, daß aus der KOMM“ M etwas Brauch- dieser Kaffe, die ihrerseits so operiert, daß sie schließlich die 3 9/0 ver- gebeudrn Bedürfnissen von der Kasse Vorschuß erhalten, _ das kann bares herauskommen möge. zinsen wird, die Einlagen zu 3 0/0 geben. Wir geben ihr Konsols

- - - Abg. Pleß (Zentr.) spri tsich in demseiben Sinne aus. Er sei ge en - - ., uns nur im höchsten Grade erwünscht ssrn, und das Zirkularscbretben, » drese kosten uns 3 0/9 Verzinsung. Wenn wir also die 3 /0 wieder- eine Ankliederung der Geno enschaftskaffe an die Sparkassen, welgche bekommen und die Deckung aller übrigen Auslagen der Kasse, danniki

das i" dkksek Beziehung erlassen ift- hät auch schon bisher 1" dkk in kriti chen Zeiten sebr bedenklich sein würde. Er ergreife die Vor- . kurzen Zeit ganz überraschende Erfolge gehabt. Es kann in dieser lage freudig mit beiden Händen in der Hoffnung,_daß die Zentral- das Unternehmen durchaus keine Unterstüvungskasse, welcbe dritten Beziehung vielleicht in der Kommission der Herr Präfident noch kaffe auch das Handwerk befruchten "1599; dazu mußten dann aller- Personen Liebeßgaben gewährt.

näherr und genauere Außkunft geben. di"ÜSALZÄDYLAZ'YRÜZquxognesté)YYY schnelle Entwickelung der Kaffe Herr von Eynern bat gaanecht: wenn sich der Geldmarkt gänz-

Meine Herren, im aligemrinen, glaube ich, hat Herr von Mendel beweist das; ein Bedürfniß für dieselbe vorhanden war. Das Ver- [ich ändern würde, wenn der Staat das Geld nicht mehr so billig ganz rrcbt, wenn er sagt: Diese jeßige Vorlage ist die Konsrquenz des dienst für diese Entwickelung hat nicht nur der inanz-Minister, son- bekommen würde, oder wenn die Kasse für ihre Depositen erheblich ersten Gesrves. Wir waren alle besorgt, da wir einen ganz neuen dern auch Ulnsk'ßiKFkgie von Hiuée- sm" dFffYi ZneY'xng zum Lk"? böbere Zinsen zablkn müßte, so würde die Kaffe auch nicht bei den Boden betraten, gleich das Grundkapital zu sehr zu erhöhen; wir YTLLYKYZLWbtat ßroßeeg eakllltxegmeTrFe-nGeßbcirptYpZnktxbeit; dcxrffTTxZYrYd gegenwärtigen Bedingungen sieben bleiben können. fingen klein an in der Hoffnung, daß aus diesem kleinen Anfange ein gesteüt, sehr in vortbeilhatem Gegensatz zu einer andern großen Herr von Bockelberg hat mit Recht gesagt, daß im großen großks Werk werden würde. Das war die akgemeine Stimmung bier Anstalt,. welche sich der ombardierung der landschaftlichen Hypo- Ganzen die Kasse sicb nicht unabhängig machen lassen kann von der im Hause. Ich habe sie damals selbst getbeilt; ich fühlte ja sebr ckck?"ka ? bisher feindlich gegenübergesteYtb ibat. Dl“ Zinsfuß d§k Lage dss Geldmarkts, sondern daß ihre Operationen beeinflußt werden wohl, daß wir hier auf einen ganz neuen Bodrn traten, und ich trat FYZJFNÖUMUÜEJF ALFRED UTFTLZUYMkkTUZZerYTSdTFFtZUYYZÖ durch den ganzen Stand des Zinsfußes und des Geldmarkts. Aber daher erst vorsichtig mit einem Bein auf denselben. Nun hat sich ein Damm séjn gegen den unbeißvollen Einfluß des Großkapjtaljgmug, gegenwärtig bat die Kaffe doch nach diesen Grundsäken gehandelt, aber, wie Wir doch sagen müssen, die Thätigkeit dieser Genossenschafts- des Großbankentbums. Wir wollen hier eine, unabhän ige Staats- und ich hoffe, daß das noch lange so fortdauern wird. Der AnfiK kaffe in einer ganz überraschenden und - ich glaube sagen zu dürfen bank statuiererr. Auf die FKK,? “Ä KY'JWMUUUJ wSi Ikkednec ““ bin ich allerdings, die auch schon vorher auSgesprochm ist, daß selbst _ höchst erfreulichen Weise entwickelt. Wenn wir in dieser kurzen FZFsZenStLTFanchtbäiitngZF* er Wr kartsechTrtruskFerxlxrim TitteTsesses? dT: Mit vorübergehenden Opfern, wenn sie narb der Gesammtlaae der . Zeit unsere Geschäftstbätigkeit so erheblich haben ausdehnen können; PersonalkreditS. Kasse erträglich sind, die Kasse bestrebt sem muß, kik“! UW ' wenn wir die Kapitalien, die dazu erforderlich waren, so haben Abg. Gotbein (fr. Vg.) will den Reichsbank-Präfidenten stabilen Zinsfuß zu halten, Daß das nicht immer gam eweiöt' '

' b ' dl' , * ' des Standes des Geldmarkts ausleibt. Sie soÜte zu dem landes- so groß Erfolge wte ei den [an 1chen Genossenschaften fur die ZUWMRZMWÜ übergebßrz, wenndwir 1,35" Yéäxabr laufen sollen, überhaupt die Förderung drs Gknossenscbaftswesens für das K*lein- „?,?hxtgxsdejtx s;???" Jahre ' m an eren . [ onrn Grundkapital

(Hewrrbe, ist aber auch erheblich schwieriger als die Bildung ländlicbrr

Genosscnschafien, und man konnte daher von dornberein fich denkrn, Ftnanz-Mimster ])r. Miquel:

Meins Herren! Ick bin erfreut, mich m;- den Ausführungen des