1896 / 109 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 07 May 1896 18:00:01 GMT) scan diff

im, Wild k bei oisdam 'und eld ag e e Insel Pots- “dam 8“ Hirscxxx,t 6 S cßer uud WK (01on ld), 5 Schaufler, „I S und Wild ( amwild), 22 Rebe, 80 Tasanen, 414 sen, 238 bübner 75 Gänse, Enten, S nevfen v er dergl., 3 ücbse, *9 Marder, 22 Juras, 23 Wieser, 88 aubvögel, 475 Verschiedenes"

- im Feldjagdgehege bei Berlin 2 Rede, 4 Fasanen _102 Hasen, 1322 ' Nebbübner, 2 Gänse, Enten, Sehne fen u.s.w. „4 ucbse, 6 Marder, 9 Iltiffe, 52 Wiesel, 10 Raubvöge, 146 Verscdtedenes; _ * im eldjagdgebege bei Cassel 5 Rebe 34 chsanen, 168 Hasen, 57 Redl) bnet, 1 Gans, Enten, Sebnepen u. 1. “w., 18 üchse, 2 Marder. 11 Iltiffe, 16 Wiesel, 26 Raubvögel, 225 Verscbie «:ck;

im Fürstenwald und Feld agd ebege bei Oblau 10 Rebe, 106 asanen, 15 Hasen, 529 ebßübner, 1 „uchs, 10 Marder, 32 J tisse, 69 Wiesel, 347 Raubvögel, 516 Vers tedenes; ,

im Stadtforst Spandau 1 Schaufler, 10 Spießer und _erd Damwild), 22 Rehe, 131“ Faianen, 96 sen, 69 Rebbuhner,

Reiber, .Forrsnoir'Tn oder dergl., 1 Marder, ] liis, 1 Wiese1,4 Raub- el, 74 er e enes. _

g Die gesaKmte JaÉdbeui e betrug 154 Hirsche, 383 Spteßer und Wild (Rothwile, 464 chaufler, 1382 Spießer und Wild (Dam- wild), 669 gro e, 72 geringe Sauen, 189 Rebe, 1144 Fasanen, 3082 Hafen, 2402 Rebhübner, 269 Gänie, Enten Schnepfen u. s._w., 141 Reiher, Kormorane u. s. w., 283 Fuchse, 48 Marder, 107 Jittffe, 167 Wiesel, 555 Raubvögel, 1612 Vericbiedenes.

Mannigfaltiges.

Die FrübiabrS-Paraden des Garde-Korps werden auf Allerböcbsten Befehl nicht am 29. und 30. d. M.. sondern die Parade in Berlin am 30. d. M. und die Parade in Potsdam am 1. Juni d. J. stattfinden.

J!! GegenWri Ihrer Königlichen Hoheit der Großdßrzo'gin von Baden hielt heute Vormittag im groWen Saale des Mmrsiermrrxs des Köni lichen Hauses der unter dem rotekiorat Jbrer Majcita-t der Kaiserin und Köni in siebknde . Frcxuxxn-„Lazareih-Veretn seine Generalversamm ung ab. Ihre Hönrgltäye Holtert die (Groß- herzogin wurde am Portal des Ministeriums p_on dem Minister des Köni lichen Hauses von Wedel und dem badrichen Gesandten Dr. von a emann und am Eingang des Saalrs von der Vorsi enden, Frau taats-Minisier von Delbrück empfangen. Den * ericht erstaiteie rer Geheime Ober -Regierun?s-Rath Spmola. _Aus dem Schwchxsternverbande sind danach dre Schwestern auégeschxeden und vier Probeschwestern neu in denselben eingetreten; 81148 funfte wird im Juni folgen, und es werden alsdann anßer der Oberin 20 Schwestern tbätig sein. Im Pflegxrinnen-Asyl waren 20 Pflegertnncn, * außerdem Waren 8 Pflegerinncn m der Charité, 3 in der Kinder- beilsiätte in Wyck, eine im Augusta-Stift zu Charlottenburg und eine in einer Privat-Heilanstalt stationiert. Jm Augusta-Hosmtai wurden im Laufe des Jahres 1789 Patienten mit 54 934 Verpflegurxgxtagezn behandelt, und Max 996 in der mcdiztmschen und (93 m der chirurgischen Abtheilung. Die Sterblichkeit betru m_ der mediinischn Abtheilun 15,6%, in der chirurgischen btbetlrzng WK 0/0. Die mcdizinif e Poliklinik behandelte 8094 Krankheitsfall? in 17 955, die chirurgiscbr Poliklinik 4224 Krankheitxfalir m 9600 Konsuliaiionen. Operationen wurden in der stationgren Abtheilgng 488, poliklinisch 390 vorgenommen; Dre finanzreUen Verhalt- nific des Vereins find günstige: dre Gesammtaußgadcn betrugen 172550 „FQ; davon wurden 139520 „46 durch die eigenen Ern- “nahmen des Au usta-Hospiials gedeck1;„der Rest wurde getilgt aus den insen des iZlirrmögens, aus Bettragcn und Geschenken imd aus den uschüsen der Augusta-Hospital-Stifiung. Das Vermogcn be- trägt 600000 „44 Die Gesammtkosten eines Krankln beliefen sich pro Tag auf 3,14 .“; die Vsrpflcaung allein erforderte 86,4 „,x. Durch Ueberweisung des UeberschuYs der Sammlungen für das Denkmal der Kaiserin Augusta in öbc von 13 971 „46 konnte ein Freiheit gestiftet werden. ___

Der Verein .Mädcbenhort" hielt gxsiern im Bürgerjaale des Raidbauses seine 12. Jahrekbersammlung ab. Der Verein hat die Zahl seiner Anstalten irn verfloffenen Jahre auf nerm erhöhen können und im neuen Jahre bereits den 10. Hort eroffnet. Jm Berichtsjabre haben in den An falten insgesamuzt 548 Kinder Auf- nahme gefunden gkgen 450 im orjabre und 364 1n1Iabre_1893_. Zur Zeit befinden sich in den Horten über 600 Mak_chrn. Dre Madchen wurden besonders mit Nähen und Stricken beswafttgt; 1n___crnzclnen

orten Wurde aucb Kochunterrich_t rrtberit; gkaen 60 der Kinder _cr- ielten Mittagessen; 158 der Madchen habxn Spgrbucber. Jn Ferrrn- olonien fanden 72 Mädchen Ausnahme; die Fxrtcncrhdlung drr Horte besuchten 230 Kinder. Gesang und Turndn wird in_ etnzeinrn Hortru regelmäßiß gepflk 1. Das Verhalten der Kinder war rm aiigenri-irren e_m skbr gutes ; dre mciiien gewöhnten fich rasck) an Ordnung und Be rtraglrckxkeri, nur ein Kind mußte wegen Diebstahls, 12 wrgkn Ungehorsams und

. funkrionieren dürfte.

6 um deswillen entlaffen' werden, weil die Eltern ck ynge'biibrlicb gegen die Leiterin eines Horts benabmen. _25 der lmge mußten erWerbend ibäiig sein;, 10 .trugen Frühstück 14.31? tungen aus,_ein Kind mußte Mittagessen austragen. Die Stadt Berlin gewährte 1500 ck Zuschuß, die Gesammteinnabmm betrugen 12940 «ji, die Aussaben 14 243 .“; an Vermögen sind 52 465 ck vorhanden.

Von der Berliner Gewerbe-Ausstellung wird berichtet: Infolge außerordentlicher Anstrengungxn ist es klangen, die Arbeiten für die Beleuchtung der Aussieliung so zu ördern, daß fie "s on n den nächsten Tagen theilweise und am Sonntag vonian ig Die erste Fest - Illumination des Ausstellungs- parks, welche nach den vorläufigen Bestimmungen für den 15. d._M. angeseßt ist wird ein glänzendes Schauspiel bieten. Die Allegri rings um den Neuen See werdrn mit 50 000 weißer: LamiZcbeu beleuchtet werden. Ein Kranz von weißen 'ZüumngationSgla ern soil die See-Cinfaffung schmücken, während in Abstanden vo je fünf Metern angebrachte Kandelaber, die einen Ring von_ rothen Lampen tra en und durch Doypelguirlanden aus rothen Flamurcben verbunden nd, eine bunte, farbenprächtige_ Abwechse1ung bewirken werden. Auch die Promenadenwege auf den Köpenicker und Treptower Cbauffeen sollen mit Tausenden von bunten Glaßkörpcrn, diem Bogen über den Gängen angeordnet sind, erleuchtet sein. Eine reicheIlluminaiions-

dekoration erhalten ferner die Promenade nach dem Vergnügungs-

park und die Brücken; außerdem werden die Blumenbecte- vor dem Café Bauer, je nach der Form der Anlagen und Art der Blumen, rnit Lämpchen dcrziert. _

Die „170115411118 11111111161186“ vor dem Haupt-Jnduftrte-

ebäude soll am Abend des 20. Mai zum ersten_ Mal in Betrieb ge-

ieyt werden. Dieselbe wird aus einem mächtigen Mittelsxrabl und zwölf Seitenstrahlen bestehen, die sich. m der Mitte uber dern Bassin irrffcn. Am Abend werden dre Strahlenwbweckrsslnd m weißem, grünem und rothem Licht erglär-zcn u_nd die nachste Umgebung, die während dieser Zeit vollständig dunkrl bleiben soll, miterlcucbten. Die Fontaine, die mittels einkr pateniiertcn Vorrichtun eine unter- irdische Lichtquelle erhält, ist in ähnlicher Ausführun? ? on (1er der Fariser Weltaussteiiung vorhandxn gewesen, doch prangen die er- euchjeien Wasserstrahlen nur zwei Meier hoch, während sie hier die “stattliche öde von zwölf Metern erreichen werden. '

Eintr ttsdillets zur Haupt-Aussteiiung smd, wir der Arbeits- ausschuss bekannt macht, jeßt auch in drin Oifizieilen Verkehrsbureau der Berliner GeWerde - Ausstellung, geleitet von Karl Stangen's Reisebureau, Mohrenstraße 10, zu erbalien.

Der Festzug der Akademiker'am Sonnabend, den 9. Mai, verspricht großartig zu werden: es bethetligcn sich an_ demsxlden grxzen 1300 Personen, Damen und Herren; auch 120 Berritcne rm _Kdstum nehmen an dem Zuge tbeil. Die Gruppen „Malerei“, „Plastik _und „Architektur“ werden das Prächtigste sein, was Berlin an öffrnxlrchen Aufzügen gesehen hat; in dcr Gruvpx ,Pbanigsie', urid „Humor aber ist der jungen Künstlergenrration Spielraum fur die eigene Erfindungs- kraft gewährt. „*Mit-Berlin' bleibt_ an diesem Tage fur das Publikum gsschloffen. Der Preis des Billers rst auf 20-26 festgesetzt.

(Heilern Abrnd, gegen 11 Uhr, entgleisten arri dem Ausstel- lungsbabndof von dem Güterzug§3351 dre: Wagen, wodurch beide durchgehenden Haupt leise zritweiltg gesrxerrt wurden. Der Vorort- und Ringbabnverke r bat rinige Vérspatung erlitten; Pér- soncn wurden nicht verleßt.

Auf den Dampfftraßenbabnen sind" zugleich mit _der Em- füiuunrr des Sommer-Fabrplans gegeYuber dem Vorjahr skbr erhebliche Verkehrsverbkfferungen Zingetreterz. So isiz. B. auf der Stre'cke Bahnhof Zoologi cher Garten-Stegliß em 20 Mmutenverkebr (gegen 30 Minuten im orjabr) und auf der Strrcke Bahnhof Zdologrsckxer Garten-Friedenau ein 10 Minutenderkehr (gegen 15 Minuten rm Vorjahr) ein efübrt. Während im „Vorjahr _ dom Yahnbof

ooiogiscber arten nach Friedenau beztehungßweije, Stxgrxy 'von

bends 10 Uhr an nur zwei Züge verkehrten, sind mr_dteUahrtaen Fadrrlan fünf Yge vorgrsehen; drr lcßie Jug fahrt 11 Uhr 16 Minuten vom ahnhof Zoologischer Garten a . Auf der Strecke Bahnhof Zoologischer Garten- Wilmersdorf (durch die Uhlandstraßx), auf welcher die Züge in Abständen von 20 „Minuten verkehrten„rsi sowohl eine Verkürzung der Fahrzeit um drei Mirruten, als auch eure Vrrmehrung der Züge eingetreten; die leßten ZUZL fahren ab von Wilmerddorf 11 br 45 Minuten, vom Bahnhof oologischer Garten 12 Uhr 5 Minuten Nachts. Für den Verkehr zwischen der Kolonie Grunewald und Berlin ist stiindlrch einne vtermaiige Verbindung geschaffen, und zvoar xe halbstundlich uber

alrnske und über Schmargendorf nacb _bezw. Von dem „Alten Hirten“; außerdrm find, drn Wunschen _drr Bewohner “cbmarßendorfs entsprechend, von dem „Alten Zteteu“ abgebende

Frühzüge eingclrgt. Auf der Strrcke NoUendorfplaZ-Wilmerßdorf

sind die Züge, eben ails „vermehrt. Besonders Hervorgehoben zu werden verdient die Einri imm daß auf der Strecke zwischen Nollendorfplag und Kurfürstendamm TRachimstbalcrstra e) die Wagen einander in Abständen von fünfM nuten folgen und a e zehn Minuten_ein Wagen bis zur Uhlandstraße durchgefuhrt wird.

Frankfurt, 6. Mai. Zur Erinnerung an den 25. Gedenktag des Friedensschlusses hat der Großkaufmann Gustav D, Mangkopf dem" hiesigen Magistrat die Miitbeilung zugeben laffen, daß er beabsichtige, seiner Vaterstadt ein hervorragendes, monumentales Kunstwerk zu stiften. Herr Manskovf, welcher der Stadt Frankfurt bereits mehrere wertbvolle Monumente zum Geschenk Rmackst hat schlägt in dem Schreiben an den Magistrat vor, den * ömerboi mit einem Standbild der Königin Luise zu s mücken. Zur Ausführung seines Vorhabens hat der Spender die Summe yon 20000 „44 außgsseßt. _

Roßla am Kyffhäuser, 5. Mai. Unser Ort macht große An. stren ungen, um Seine Majestät den Kaiser und die zur Ein- weiJungsfeier des Denkmals Kaiser Wilbeim's 1. auf dem KYffbäuser, am 17. und 18. Juni, bier eintreffenden 10000 KriYer würdig zu empfan en. Die Gemeindevertretuug be- willigte zur usscbmückung des Ortöene beträchtliche Summe, und uden 8000 „;ck, die der Ausbau der Waldwegstrecke Sittendorf-Kyff äuser des Weges Roßia-Kyffbäufer erfordert, einen ansehnlichen Beitrag. Seine Majestät der Kaiser wird auf dem BabubofRoßla don Seiner Durchlaucht dem Fürsten Günther von Schwarzburg - Rudol- stadt und dem Grafen Kuno don Stolberg - Roßla empfan- gen. In den StraYlen Roßias bilden sämmt iche Vereine und Schulen Spalier. uf drr an der Straße Roßla-Kyffbäuser, dicht_ am Orte, gelegenen Helmewiese wird eine große Festhaüe Errichtet, in der das Trompeterkorps des 14. Husaren-Regiments aus Caffrl konzertieren wird. Auch für Volksdelustigangen wird gcsorgt sein und die Festwiese Abends elektrisch erleuchtet werden. Das vom17.bis 22. Juni währende Fest wird sonach für Roßla und Umge end den Charakter Links Volksfestes annehmen. Roßla, die dem Kyffhäuser am nächsten gelegene Eisenbahnstation (7 211), ist durch bequemen Omnibusvkrkedr (bis zum Fuße des Bcrges ? r die Person 50 „z) mit dem Kyffhäuser verbunden.

Dresden, 7. Mai. Zur Zeit ist der Wasserstand der Elbe 431 Zentimeter über Null. Aus Leitmcriß wird indessen gemrlder, daß das Wasser dort bereits um 17 Ze'ntimeier gcfalien sei.

Baden-Vadcn. In den Monaten August und Srptcmber d. J. findet in Baden-Vaden eine internationale Ausstelluna für die Gebiete drr ygicnc, Boikörrnährrxng, Armeedervftegung, Spor! und Fremdenvkrke r statt. Dieselbe wird Verbunden sein mit inter- nationalm Speziaikonkurrcnzen für vcrschiedene Nahrungs- und Gcnußmittcl für Seereisen und Marincbedarf (Dauerwaaren), Gai", Koch- und Heizapparaie 2c. Die Aussieliung steht unter drm Ei)rc“n-Präsidium drs Fürstrn Karl Egon zu Fürsterz- bcrg, des Prinzen Friedrich Karl zu Hohenlohe, des Pra- fidsntmr drs Großbrrzoglicb badischen Minisirriums des Innern, Gehrimrn Raids Ciscnlohr, des Kreisbauvtmanm“, Geheimen Regie- rungs-Ratiw W. Haape und des Ober-Bürgermeisters dcr Stad! Baden-Badrn A. (Gönner, Präsidcnikn dcr ZWeiten badischen Kammer, und erfreut sick) der Untßrstüßung und Förderung sowohl seitens der Regierungs- wis ch if(idttscben Behörden. Anmeldungen sirrd längstens bis zum_ 15. Juni 1896 an die AusstellunJSdirektion m Baden-Vaden zu richten.

Heidelberg, 7. Mai. Das hiesige Universitäis-Reir- institut ist in der vrrgangrnen Nacht niedergebrannt. Zwri Kindkr, eine Verwandte und das Diensimadchen des Bestvers sind erstickt; die Frau des BesiYers und drei andere Kinder wurden au! Leitern gerettet. 27 Pferde kamen um.

Troppau, 6. Mai. Hier und in drr Umgegend herrscht arr- baltender heftiger Regen. Die Oppa und die Mo ra sind hochan eschwolien. Bedeutende Flächen von Acker- und Wiesenland oderhab und unterhalb Troppaus find überschwemmt. Wegen der auch Troppau bkdrolxcnden Hocßwassergefahr find die nötbigexr SicherheitSdorkedrungen getroffen.

Zueiva) wurden durch eine in einem Tanzsaale vorfä lick) angelegte euersbrunft 6 Personen getödtei und eine weitere * nzabl verwundet. Der Brand-

stiftrr ist Verhafte'i,

(Fortseyung dcs Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)

i vom 7. Mai,

cht Morgens.

S*“ ,.,“

wärmer; die Morgentempcratur badden Mitielwerth überschrittcn; in den östlichen und sudlichen Gebiets-

jien'mg - Theater. Freitag: Waldmeister von Johann Strauß, mit Frau Julie Kopaczy-

Stationen. Wind. Wetter.

Bar auf 0Gr u. d. Meeressp. red. in Miilim. Temperatur in 9 Celsius 5 0 C. = 4 0 R.,

halb bed. wolki Rebe bedeckt wolkenlos _ Halb bed. dedkckt

Belmuilet. . 773 Aberdeen . . Cbtiftiansund 772 Kopenhagen . 770 Stockholm . 772

aranda . 769

oskau . . . 761

Coerueens- ww-r . . . 773 Cherbourg . 769 Leider. . . . 772 vit ..... 770 mburg . . 770 winemünde 768 Neufabrwaffer 765 Memel . . . 763 ris . . . . 768 finster. . . 768 Karlsruhe . . 767 769 766 NW 768 N 768 NRW 762" NW 763 NW 765 ONO 762 763

1) rüb Thau. *)G ernRegen.

Uebersicht der Witterung.

Das barometrische Maximum im Westen, dessen Kern mit 775 mm über Schottland lie t, hat sich nordoftwärts nach Skandinavien außge reitet und erzeugt in Wechselwirkung mit einer umfangreichen über Südost-Euroya lagernden Depression

tral-Europa schwache nördliche und nordöstliche inde. In Deutschland ist das Wetter trübe nnd

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beiter bedeckt bedeckt beitet1) bedeckt balb bed. wolki ') halb d.“ wolkenlos wolkenlos wolkig wolkig bedeckl") halb bed. bedecki“) bedeckt 10 bedeckt 7

beiter 10 wolkenlos 16 halb bed. 14

3) Nachts Regen.

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7) Böig.

tbeilen ifi Regen gefallen. Trockenes, heiteres Weiter mit langsam sieigendrr Temperatur demnächst wahr-

ili . schen ck Drrxtscbe Seewarte,

Theater.

Königlnhe Irimnsprrle. Freitag: Opern- baus. Festborstellnug. Das Abonnement isiauf- ebobcn. Ein Billetderkauf findct hierzu nicht statt. nfang 8 Uhr. * Schauspielhaus. 124. Vorstellung. Sonder- Abonnement 13. 18.Vorstellung. Narciß. Trauer- spiel in 5 Aufzügen von Emil Brachvogel. In Scerre eseßt vom Ober-Regiffeur Max Grube. (Narctß Ziameau: Herr Aloys Weyrautber vom Stadt- Tbeater in Düsseldorf, als Gast.) Anfang 8 Uhr. Sonnabend: Opernhaus. 118. Vorstellung. Mignon. Oper in 3 Akten von Ambroise Thomas. Te t mit Benutzung des Goethe'scben Romans . ilbelm Meisters Lehrjahre“ von Michel Carré und Jules Barbier, deuts von Ferdinand Gumbert. Ballet von Paul Ta lion . Anfang ?&Ubr. Schauspielhaus. 1 5. VorfteUung. n Staats- |rei . Komödie von Euge'zne Scribe. Frei nach „Min ster und Seidenhändler' in 4 Anzügen be- arbeitet von Axel Delmar. Anfang 7k br.

Deutsthes Theater. Freitag: anpaciva-

gabnndus. Anfang 8 Uhr. Sonnabend: Der Meister von Palmyra. Sonntag, Nachm. Lk Uhr: Jugend. _ Abends 8 Uhr: Lumpacivagabundus.

Berliner Theater. Freitag (33. Abonne- 1714“th Vorftelirmg): Maria Stuart. Anfang r. Sonnabend: Kön Heinrich.! Sonntag, Nachw. Uhr: Maria Stuart. -- Abends 7; Uhr: König Heinrich.

7Karch3§9 und Eduard Steinberger als Gast. Anfang r

Sonriabend: Waldmeister von Johann Strauß, mit Frau Julie Kopaczy-Karczag und Eduard Stein-

ber er als (Gast.

Sonntag: Waldmeister von Johann Strarzß, mit Frau Julie Kopaczy-Karczag und Eduard Stern-

berger, als Gast.

Residenz - Theatrr. Direktion: Sigmund Freitag: Fernaud's (l)]! 111 a 1- vans.) Schwank n 3 Akten von Georges Feydeau, überse t und bearbeitet von Anfang 8 hr.

Sonnabend und folgende Tage: Fernaub's Ehe-

Lautenburg.

Benno Iacobjon.

kontrakt.

Friedrirl) - Wilhelmjiädtistijes Theater. Chausseestraße 25-26.

Mit

reita : großartiger Ausi'iattung cm KoFTf-meii, Dekorationen und Neqrzrsiten: Der Hm: erleidet. Ausstattungs-Komödre mii GesaW und [let in 10 Bildern von Julius Keiler u Louis Herrmann, mit tbeilrveifer Venußung einer Idee des Mark Twain. Musik

Scene ges t von Julius

Kapellm er Winné.

leider.

Reue; Theater. Schiffbauerdamm 4a./5.

Tix!) Louis Rotb. r :. An ang 7k U57.

Sonnabend und folgende Tage: Der Hunger-

Sonnadend und die folgenden Tage: Der Vogel- händler.

In Vorbereitung: In durchaus neuer Ausstattunß an Kostümen, Dekorationen und Requisiten. Der Gro herzog. Operette in 2 Akten von Gilden. Musi von Arthur Sullivan.

Adolph Ernß-Thrrner, otto Berlin. (Große Ausstattungs-Gesang' ,t 3 Akten don Leon Treptow und Ed, Jaco son. Kuplets und Quodlibcts von Gustav Görß. MUM von (Gustav Steffens. Jn Scene eseßt von Adoli'd Ernst. 2. Akt: Alt-Berliu. Aniang 71 Uhr.. Sonnabend: Das flotte Berlin.

Freitag; Dres

ekoutrakt.

Familieu-Nackxrichten.

Verlobt: Frl. Helene Graßmann mit Hrn. Sec.- LZUtsrhbWiihelm x?:)[n ZnoikilSdYFis- Breirxkenboii rr erg.- r. ara em - farramts-Kandidaten Karl Uhrmacher (Berlérl)?l Vereheli t: ?r. Oberst-Lieut.Ludo1f von Alvens- leben mit nto nette Freiin von Ricou (Schochwiv)- Geboren: Ein Sohn: Hrn. Ludwig von Knoop ZYieZchden). _ Hrn. Oberst von Sluyterman _er n .

Gestorben: Hr. Major 3. D. Theodor Dutreux ( ürsicnwalde, SpreZ. -- rl. Oda von Saldék11 Heffau). - Hr. enera -Konsul a. D. Carl 5 ankiewicz (Meran). _ Fr. KMsia von PogreU-

eb. yon Rappard (Lauban). _ Hr. Eisenbahn“ Sekretär a. D. August von Nie (Breslau). ““ Hr. Iuftiz-Ratb TeofiinldneU reuzburg O--S-)-

Dirigent :

Freitag: Tata-Toto. Vaudeville in 3 Akten von __

Victor Leon und F. Musik von Antoine amis. An a 8 U r. LT:?nabenld: Tata-Toto. Sonntag: Tata-Toto.

Theater Unter den Linden. reitag: Der Vogelhändler.

ii 5 ri . MUMFinvsYeAk F

Musik von Carl meiiier Winné. 74 Uhr.

ten von M. Wes eller. Dirigent: Herr K - egie: Herr Hanno.

eil, nach Bilbaud und Bartz. In Scene gese t von Si mund Laufenburg. Kapellmeister: Gustav

Verantwortlicher Redakteur: Siemenroih in Berlin. Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin. Druck der Norddeutschen Vu druckerei und BMW"

Anstalt Berlin ZW., Wi elmsiraße Nr. 3?- Sieben Beilagen (einschließlich Börsen-Beilage),

nd :: 8 V r ei ui der gezogenen PWW“ 1kkriefe adere Bacherisitbeu Hypothekeu- M ' echselbauk.

anda.

Direktion: t und L. Held.

An ang

Erste Beilage

zum Deutschén Reichs-Anzriger und Königlich Preußischen Stuats-Anzeiger. -

NF“: 109.

Deutscher Reithötag.

85. Sißuna vom 6. Mai 1896, 1 Uhr. TageSordnung: Fortsefyung der zweiten Berat ung des Geseßentmurfs, betref end den Verkehr mit utter, Schmalz und deren Ersaßmittein, bei 6, Welcher na der RegierungSvorla e verbietet, daß m den äumen, woselbi Butter oder Buxters nralz gewerbsmäßig hergestellt, aufbewahrt oder verpackt wrrd, dre Herstellung, Aufbewahrung und Ver- packung von Mar arme oder Kunstspersefett stattfinden darf, aUSgenommen im lernbandel.

Diese leßtere Vorschrift hat die Kommission gestrichen und auch das_ Feilhalten _ von Margarine in den Räumen, wo Butter_ferlqehalten wrrd.

D16 Sozialdemokraten beantragen die Wiederherstellung der Re rerun qurlage.

3 s Zl g. S mrdt- Warburg (Zenir.) beantragt folgenden

U a :

.Gastwirtbe, Restaurateure, Konditoren und Bäcker, welche sich zur ersteUung von Nahrungs- und Genußmitteln der Mar- garine bedienen, haben _solchcs durcb augenfäüigen Anschlag in den Speise- u_nd Verkaufßraumen ihres GeWerbes und, falls Speise- zetlxel „gefuhrt werden, auch durch Vermerk auf letzteren kund zu ge en.

Ab . Schmidt-Warburg: Ich halte es für nothwendig, auch die Ga imrthe, zu zwingen, die Verwendung von Margarine zu deklarieren. Die dagegen vorgebrachten Gründe halte ich nicht für stichhaltig. Die Kommission hat in erster Lesung den Antrag mit 11 egen 9 Stimmen angenommen. Schwierig ist die Kontrole garn cbt, dxnn der Gastwirtb kann die Margarine heimlich nicht ver- wenden, WCll besondere Verpackungen u. s. w. vorgeschrieben sind und das Personal sofort Kenntniß erhalten würde von dem Vorhandensein von Marßarme. Werrn in der Gastwirtbschaft angeschlagen wird: ier w rd_ Margarine verwendet“, dann geht es, wie es bei

cbiller beißt: „Da wendet sich der Gast mit Grausen“. Die Gastwirtbe werdkn aber ein solches Schild garnicht anbringen, sondern sie werden fur die tbeueren Preise, die sie nehmen, Butter verWenden. An dresxr Frage sind Sie Alle betheiligt, deshalb stimmen Sie Alle Zchfuriß b t (S ) klät sick) A

9. er er oz. er r egen den ntrag und gegen

den Beschluß der Kommission; das Ver ot des Feilbaltens in den- sZlben Riiumxn, in denen guck) Butter verkauft werde, sei undurch- fubrbgr fur dre kleinen Siadte und das platte Land, wo vielfach nur ein einziges Geschäft vorhanden sei. Das Verbot sei an zwecklos, da Margarine schon enü end gekennzeichnet sei durch die erpackun .

Abg. Galler d. _ Msp.): Man schetnt anzunehmen, daß de Verkäufer von 'Margarme sehr wohlhabende Leute sind; das ist aber durcharrs nicht der Yai]. Die betreffenden Geschäftsleute, welche auf „die minder wohlba ende Bevölkerung rechnen, sind kleine De- taiUtsten, die meist mit_werrigen Mitteln ihr Geschäft anfangen. Wenn sie besondere Gesäxaitßraume für den Verkauf von Margarine beschaffen sollen, sq schadtgt man fie in ihrer Existenz. Wenn die Gegner der Margarine in der Richtun des §6 aber unbedingt etwas für nötbtg halten, dann sollten sie höcb tens die RegierungßVorlage an- nehmen. Der Antrag Schmidt ist undurchführbar und muß deshalb abgelehnt werden.

_ Direktor im Rei Samt des Innern Schröder tritt für die Wrederbersicllung der egierungsvorlage ein. Es könne nur die Ab- sicht der Gesetz ebung sein, "für die Herstellung und Aufbewahrung der Margarine esondere Raume vorzuschreiben, damit keine Ver- mischunßKrnit Butter stattfinden könne; auch für das cilhalten be- ksoirxdere aume vorzuschreiben, liege kein Grund und eine Möglich- e vor.

Abg. Benoit (fr. Vgg.): Die Geseßgebung anderer Staaten sch_retbt meist nur für die Herstcilunq der Margarine besondere Naurrxe vor. Der Beschluß der Kommission ist höchstens für die großen Gefchafte m den großen Städten ausführbar, denn der kleine Kauf- mann auf dem Lande muß alles Mögliche führen, und vor alien Dingen nxben Butter auch Margarine. Wenn man solche Bestim- mungen fur die Karrfleute macht, dann muß man fast annehmen, daß mindeste'ns die Halfte der Kaufleute Betrüger sind.

Abg. Hilpert (h. k. F.) spricht sich für den Antrag Schmidt aus, der dem _Publikum die Wahl lasse, mit Margarine oder mit Butter zuberettete Speisen zu genießen.

Regierungs-Ratb rm Reichöamt des Innern Bumm erklärt sich 91?an den Antrczg Schmidt, der nur zutreffend skin würde, wenn Par arme das einzige Ersavmittel für die Butter wäre. Wenn nur die erwendung von Margarine deklariert werden müsse, so bestehe kerne Sicherheit, daß'nicht statt der Margarine und Butter viel schlechtere Fette, amerikanisches Schmalz oder etwas Aebnliches ver- wendet werde. Wenn der Konsument geschüßt werden solle in (Haft- wirtbschaften, dann müsse die Verwendung von Kaffee-Ersaßmitteln, Von leischextrakt 2c. ebenfalis unter Deklaration gestellt werden.

bg. Graf _von Bernstorff 5. k. F.): Ich stelle mich auf den Boden der Regterun svorlage, wel e nur verhindern will, daß Mar- arme an die Ste e von Butter untergeschoben wird. § 6 der _ oxnmissionsbeschlüffe gedt darüber nicht hinaus, es sollen dadurch die- jenigen Leute, welche mt Butter oder Margarine handeln, eschüßt wcrden Legen leichtfertige odcr böswillige Vertauschung von aaren. Wenn e n Geschäft, welches Butter führt, keine Margarine verkaufen darf, so wäre das eme Erschwerung für die Kaufleuie des [arten

andes; die Vorschrift, das; nur verschiedene Räume dafür vor anden sem müssen, ist aher erträ lich. Für den Antrag Schmidt wiil Redner nicht eintreten, werl dersel e undurchführbar sei.

Abg. von Ploeß (d.kons.): Ich trete soWobl für den Antra Schmidt wie für § 6 ein, weil in diesen ällen das Publikum selbt eme Kontrole ausüben kann. Auf dem ande ist dre Durchführung des § 6 nicht schwer; Butter wird meist von den Zroduzenten selber verkauft. Der Händler kann sich also für utter oder Margarine entscheiden. In Frankrei ist in den letzten Wochen ein

sey angenommen, welches dem utterhändler den Verkauf von IiairgarinTb verbietet. Ohne diese Bestimmung wäre das Gesev

en wer .

SW. von Grand-Rv (Jenin) erklärt sich ebenfalls für den K_vmmiÄronsbes luß. Der Kaufmann könne sich ja nacb dem Konsum ferner unden ür Butter oder Margarine entscheiden; denn die Zusammenfassung von Butter und Margarine in einem Verkaufs- lokal führe leicht ur Täuscbrrnß des Publikums. Wenn das Pudlikum Hexen lsolche Täus ungen geschutzt werden folie, so müßten einzelne

nde treibende darunter leiden.

Minister für Landwirthschaft 2c. Freiherr v on H a mm er -

stein.

MÜ"? Herren! Ick beabsichtige nicht, durch meine Darlegungen “Uf die Abstimmung noch einen Einfluß aussuüben, weil ich überzeugt bin, daß die Mitglieder der einzelnen Fraktionen auf Grund der Kommissionsbescblüffe und deren Begründung bereits sicb darüber entschieden haben, Wie sie zu den einzelnen Anträgen sicb stellen "ollen- Zu dem Antrag des Herrn Abg. Schmidt gestalte ich mir

Berlin, Donnerstag, den 7. Mai

In der Sißung des Deutschen Landwirthschaftsraths, welche im Jahre 1894 stattfand, wurde vom Referenten -- und der damalige Herr Referent ist jeßt auch hier Referent -- der Antrag gestellt: Wirtbshäuser, Restaurants und Bäckereien, von denen statt der Butter Margarine verwendet wird, sollen solches durcb öffentlichen Anschlag bekannt geben. Das Plenum des Deutschen Landwirtbsckpafts- ratbs nahm im Jahre 1894 diesen Antrag an, beschloß aber zugleich, es [olle wegen der Ausfübrbarkeit dieser Bestimmung eine gründliche Prüfung und Untersuchung stattfinden. Die Untersuchung hat dann stattgefunden, und auf Grund derselben hat der ständige Ausschuß des Deutschen LandwirtbscbaftSratbs im Jahre 1895 den Beschluß gefaßt, diesen Antrag abzulehnen, weil er unzweckmäßig und nicht aus- führbar sei. (Hört! hört!)

Abg._1)r. Krzywinski (Pole): Der Antrag ist ungerecht, weil er aU-Zin dre Margarine dkklarationspflicbtig macht, und unzweckmäßig, Weil er n1cht_ durchgeführt Werden kann; denn der Nachweis der Margarine beispielsweise in den Saucen ist nicht möglich.

Darauf wird die Diskussion geschlossen. Zur GeschäftSordnung erklärt

Abg. Schwidt-Warburg, daß er Von der Richtigkeit seines Antrags no u'berzeut sei, ab_er er wolie nicht die Annahme des Gescßeö dur fernen ntrag gefabrden und ziehe ihn deshalb zurück.

In namentli „er Abstimmung wird § 6 nach dem Be- schluß dcr Kommis ron mrt 151 gegen 113 Stimmen ange- nommen.

§ 7 schreibt _vor, daß die Gefäße und Umhüllungen die deutliche, unverwrschbare Inschrift „Margarine“ 2c. und außer- de1_n den Namen oder dre Firma des Fabrikanten tragen mussen oder, wenn dre Waare nicht umhüllt ist, daß fie Würfelform haben muß.

Abg. von G rqnd-Rd „beantragt, neben der Firma des Fabri- kanten auch eine die Qualitat bezeichnende Fabrikoriginalmarke vor-

zuschreiben. Auf die Ausführungen des

Abg. von Podbielski Hd. kons.): Geseßes und auf die Kontro wird es vor allem ankommen. Die

Vorschriften des § 7 sind aber noch nicht ausreichend, es muß auch eine_ bxsondere _Form der Gefaße Vor eschlagen werden; wir werden dafur tn der_drrtten Lxsung rie ovale orm vorschlagen. Die Gefäß- fcxrm muß m tnur fur das Inland, sondern namentlic? auch für dte_Aquuhr estimmt sein. Die deutsche Butterausfu r iit sehr zuruck egangxn, weil sehr viel deutsche Buffer sich bei der Unter uchung als 2) argarme berangesieilt bat. Früher überwog der Export von Butter den Import, jeßt sieHen fie sich gleich, und das ist die Folge der fraudulösen Konkurrenz. der begegnet werden muß.

st i Minister für Landwirthschaft 2c. Freiherr von Hammer" e 11:

Meine Herren! Ich habe keine Veranlaffung, zu einem Antrags, der für die dritte Beratbung in Aussicht gestellt ist, mich zu äußern, aber die übrigen Bemerkungen des Herrn Abg. von Podbielski geben mir Veranlassung, einige kurze Mittheilungen zu machen. Ich darf daran erinnern, daß ich in der Generaldiskufsion schon denselben Gedanken angeführt habe, den Herr von Podbielski eben darlegte, nämlich, daß durch die Unreeliität in unserem Buttergeschäft, wo Misch- produkte oder Margarine für Butter in das Ausland exportiert würden, unser Butterexport wesentlich geschädigt worden sei, und daß Däne- mark uns auf dem Gebiet des Butterexports überflügelt habe. Die Zahlen des Herrn Von Podbielski kann ich nicht kontrolieren, voraus- sichtlich werden sie richtig sein. Anknüpfend an diese Mittheilungen, wird die Herren der Inhalt eines Berichts interessieren, welchen das AuSwärtige Amt in London erstattet hat. Der Bericht bezieht sich auf eine Interpellation, welche im belgischen Parlament angebracht wurde. Die Interpellation betraf den Butterexport nach England. Herr Graf Hayfeld berichtet unterm 21. Februar dieses Jahres Fol- gendes - ich bitte um Erlaubniß, das wörtlich verlesen zu dürfen -:

.Die Frage der Buttereinfubr nach England bildete in der gestrigen Unterhausfiizung den Gegenstand einer Interpeliation. Der Regierungsverireter theilte dem Hause mit, daß von 713 Proben, die regierungsseitig auf ihre Echtheit untersucht worden seien, 98 als gefälscht befunden worden seien. 70 Von den 713 Proben hätten aus Deutschland geflammt, und von diesen hätte bei 27 die Unter- suchung ergeben, daß ihre Echtheit fraglich sei. Von 159 boUändi- schen Proben seien in 56 Fällen Fälschungen festgestellt worden.“

Abg von (Grcxnd-Ry empfiehlt seinen Antrag zum Schu e der ehrlichen Verkaufer. Für eine besondere Form der Gefäße tritt Redner nicht ein, weil dadurch die Fabrikation der Butterfä er, auf die_ gewisse Gegenden angewiesen seien, geschädigt würde. ie Hauptjacye sei aber die scharfe _Konrrole im Inlande.

Abg. Benoit (fr. Vgg.) jpricht sich gegen den § 7 aus, nament- lich soweit die Würfelform für Margarine und Margarinekäse vor- geschrieben werde.

Abg. von Kardorff (Rp.): Wenn nicht eine Kontrolabgabe er- hoben wird, dann werden die üblichen Sparsamkeitßrücksicbten dabin führen, daß die Aufsichtkpersonen sehr sparsam an estelit werden. Die einzige Garantie für eine wirksame Kryntrole legt darin, daß die Kontrolabgabe die Mittel dafür zur Verfügung stellt.

Direktor im Reichamt des Innern Schröder erklärt sich gegen den Antrag des Abg. von „Grand-Ry, da zwar jeder Fabrikant einen Namen oder eine Firma fuhre, aber nicht verpflichtet sei, eine Fabrik- marke zu führen. _

Abg. Wurm (Soz.): Dre Anbringung der Fabrikmarke würde Verbindern, daß minderwerthige Waare an den Markt kommt. Wenn Herr von Kardorff eine Kontrolabgabe, also eine neue Steuer ein- führen will, so werden dadurch die Interessen der Acrmeren niclit ge- fördert. Wir sind für eine scharfe Kontrole von Sachverständigen; aber warum soll diese Kdntrole hezablt werden von der armen Bevölkerung, welche die Margarine genießt? Eine Kontrolabgabe zum Schuß des Butterexports könnte von der exportierten Butter erhoben werden, aber nicht von der Margarine, welche die Leute essen die keine Butter kaufen können. Die Getreidezölle soUten an nur eine Kontrolab abe sein und sind nachher von 50 ,s auf 5 «FC gestiegen. Die Fäls ungen, die in England festgestellt sind, bestanden ni t im Margarinezusaß, sondern in dem Vorhandensein einer großen ' enge von Wasser und Salz, die von den Butterproduzenten zugesetzt waren. Wenn man den Buiterexport befördern will, so muß eine scharfe Fowtrolejckxingefübrt werden; die Chikanierung der Margarine allein

u 's n' , Abg. von Podbielski: Es wird Faktoreibutter, welcbe künst-

aber eine tbatsächiiebe Mittheilung.

lich mit Waser und Salz versept und gar nicht deutschen Ursprungs ift, unter deutscher Flagge ausxrefübrt zum Schaden der deutschen

1896- '“

Produktion. Ich bin sehr für eine fiken e Untersuchung der e or- tierten Butter. Um die Besteuerung un Cbikanieruug der ar- arine handelt es sich gar nicht. Die Kontrolabgabe wird nicht im Freise zum Ausdruck kommen, sondern vr'n der Konkurren getragen werden. Die Butterpreise sind übrigens im Sommer den argarine- preisen vollständig gleich. Es soll nur daran! gehalten werden, daß die Margarine und der Margarinekäse unter brem ehrlichen Namen und nicht unter falscher Flagge in den Verkehr kommen.

Abg. von Kardorff: Die Kontrolab abe liegt im Interesse des „arbeitenden Volks;„ wenn sie nicht er oben wird, muß das arbeitende Volk durcb ferne Steuern auch zur Deckung der Kontrol- lasten beitragen.

'Abg. Wurm: Daß die StaatSausqaben bWtfächlieb von den ardertenden Kla en getragen werden, ist richtig. ir werden uns be- mubxn, diese nscbauung des errn von Kardorff in die weitesten Kreise des Volks zu tragen. A er deshalb onen wir eben keine be- sondxre Abgabe von den Arbeitern erheben, welche sich mit Margarine KMW" Jffiii' f B rk )bsi tt d ßdi V f [ck

. e r. o sp. e reie , a e eräs ungderButter bauptsä ich duni Margarine stattfinde; das Kaiserliche Gesundheits- amt ha e festgesteÜt, _daß vielfach durch Nrken Wasier- und Salz- zu_saß die Barter verfalscht werde. Der inister von Hammerstein hatte nur mrttheilen sollen, auf welche Art die Butterfälschungen, Welche in England festgestellt seien, außgefübrt worden seien.

§ 7 wird mit dem Antrag Grand-Rr) angenommen, ebenso ohne Debatte § 8, wongck) auf Rechnungen, Frachtbriefen 2c. fur Margarine 2c. Bezerchnun en entsprechend diesem Geseß gebraucht werden müssen, und Z ZZ., welcher die Beauftra ten der Polizeibedorde zur Geheimhaltung der ihnen infolge i' rer Thätéiikiizt be annt gewordenen Thatsachen verpflichtet. a

§ 9 ist der BundeSratl) ermä tigt, das gewerbs- maßilge _Verkaufen und Ferlhalten von utter, deren tt- gehat m t eine besiimmte Grenze erreicht oder deren Wa er- oder_ Sa zgehalt eme bestimmte Grenze überschreitet, zu verbretrn. _

_ D1e_Soz1aldemokraten wollen das Feil alten von Butter Mit weniger als 80 Proz. Fettgehalt, 10 roz. Wasser und mehr als 3 Proz. Salzgehalt verboten wissen.

Abg. Wurm empfiehlt diesen Anita ; man könne eine o Vorschrift dem BundeSrcxth überla en. g s [ck?

, Abg. von Podhtelski it auch seinerseits einverstanden mtt dem Antrage weil die größeren Molkereien diefe Bedin un erfüllen könnten. Aber da die kleinen Landwirtbe, die mit der Hand kneteten, das Wasser nichr entfernen könnten, so müsse man eine Uebergangßzeit schaffen, wahrend Welcher der Bundeöratb die Vor- schriften zu treffen hätte. Notbwendilg1 sei es besonders, daß die ex- portierte Butter unter Kontrole geste t werde.

Direktor im Reichöamt des Innern Schröder: Wenn der An- trag an enommen wurde, würde er selbstverständlick) auch auf die Butter nwendung finden, welche in Hamburg verarbeitet wird.

Abg. von Podbielski: Eine klare Antwort ist nothwendig aul? ti)ick_u5Frcr(;e, ob dieses ganze Geseß auch für das Freihafen- ge te r .

Drekto_r im Reichamt des Innern Schröder: Jedes Reichs- gesetz gilt fur das ganze Reichßgebiet, auch für die Frei afengebiete, soiTiibnicistt ausdrücklich das Gegenthetl in dem eseß vor- ge re en .

_ Gegen die Stimmen einiger Konservativen, National- lrberalen und Sozialdemokraten wird der Antrag der leßteren abgelehnt und § 9 unverändert angenommen.

Den § 11, wonach dieses (Hefe keine Anwendung finden full_auf Erzeugnrffe_welche zum enuß für Menschen nicht bestimmt smd, hat dre Kommrsfion gestrichen.

Nachdem Regierungs-Rath B umm für dieWieder tellu der Vorlage eingetreten ist, wird § 11 unverärlidxsrt aF genommen.

Die §§ 12 bis 16 enthalten Strafbestimmungen. Bei § 12 bemängelt der

Abg. Lenzmann (fr; Volksp.) die Höhe der Straxen, die nur dem Gedanken entf xungen ser, daß man durch Polize - und Straf- maßreßeln Miß iande aus der Welt schaffen könne. Redner erinnert dann den A g; FuLangel, der einen Antrag zu diesem Paragraphen efiellt, aber zuruckgezYen hat, daran, daß er selbst am eigenen Leiße die Schwere der trafrn erfahren habe.

Abg. Dr., Bachem (Zentr.) spricht sich für Aufrechterhaltung der Strafbesirmmungen aus.

_. Moikenbnhr (Soz.): Die Vorlage läßt solche Leute straffrei, welche tbren Arbeitern die LieferuX von Buééter versprochen haben, aber nachher Margarine liefern. olcbe Arbxitgeber müßten edenfalis scharfen Strafen unterworfen werden. Redner beantragt emen ?usaß in diesem Sinne.

A g. enzmanrr: Es it schlimm, daß solche Gesetze ni t nach der Anficht der einzelnen bgeordneten, sondern nach der Aufi t der Mehrheit der Parteien gemacht werden. Wenn die abweichende MeinunÉ zur letung kommen könnte, dann würde man nicht so scharfe trafbesttmmungen beschließen, wie sie die Kommission an- genommen hat.

Der Antrag Molkenbubr wird abgelehnt und § 12 un- verändert angenommen, ebenso die übrigen dre Straf- bestimmungen enthaltenden Paragraphen.

Die Kommission beantragt ferner folgende N es 0 [U t i o nen:

1) .Dexr Bundeskatb zu ersuchen: Anordnun en dabinzu treffen, daß dre Zulassiékeii nach den gesundheitspolizeili en Bestimmungen der bei der Her teilung von Margarine oder Margarinekäse, Kunst- speisefetten'zu derwendenden Fette und Oele sowie der aus dem Auslande erngefuhrten Margar ne und des Margarinekäses amtlich fe gestellt werde.“ 2) „Die verbündeten Regierun en zu bitten, dahin u w rken, daß uberall dort, wo öffentli e, bezie ungSweise staatli e Untersuxhungßanstalten noch nicht beste xn, folcbe zum Zwecke der allgemeinen Nahrungßmittelkontrole, be onders aber zur Kontrole von Molkereiprodukten, deren ErsaßmiéTeln und Speisefetten ein- Yrichtet werden und die Leitun derselben technisch, gebiideten

eamten übertragen werde; daß ei dem Fehlen öffentlicher Unter- suchungßanstalten, wenn möglich, diese Unterxucbungen vorläufig von den landwirtbschaftlicben Versuchsstationen ü ernommen werden' da zur Beaufsichti an des Handels mit Nahrungs-undGenußmitteln, !) [onders mit o ereiprodukten, deren Ersatzmitteln und Speise- sfetten, sachverständige Inspektoren angestellt werden; daß eine Ver- iändi ung unter den Re ierungen der Bundesstaaten über eine mögliL übereinstimmende Brgamsation und Instruktion der Gesund- heitspo izei herbeigeführt werde.“

Abg. von Podbielski regt an, die Resolution 1 auf die Butter außzudebnen. _ Die beiden Resolutionen werden angenommen. Damit ift die zweite Berathung des Margarinegeseves erledigi.

S luß 51/ U r. Nächste Sißun Donnerßta 1 . (DrittechBerathuirg ki_ses Geseßes, betre nd die VW