1896 / 113 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 11 May 1896 18:00:01 GMT) scan diff

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s i en der ßaatliehen und städtischen Be örden die O' iere dex vBeurlaubtenftandes, die von den erschiedenen S ulen

entsandten Lehrer und Schüler, ferner,. der Sän erchor des ,

Lehrervereins und die Sänger des Frankfurter L ederkranzes eing unden. ' enige Minuten vor 111/ Uhr verkündeten brausende ochwfe von der Bockenheimer Straße her das, Nahen Ihrer » axestciten. Die vor dem Opernhause, mrt der ront gegen das Denkmal, auerteliten Truppen prasent erten unter den Klängen des Pr sentiermars es", xmd unter den Fanfaren der Husaren fuhr der se ßpanmge Galawagen am Kaierzelt vor, wo die Mitg leder des Denkmqls- Ausschu es mit dem Ober-Bürgermeister Adrckes an der Sptße

- YM Empfange bereit standen. In weiteren Wagen fol ten

hre Köni lt e oheit die Land räfin-Mutter von „_ e en, eine Hohegitckher “?ßrinz Friedrich Karl und Ihre Koh? ltche Hoheit die Prinzessin Margarethe von Hessen, sowie das Ge „olge, in dem fich auch der ehemali eOber-Burgermeister Ehrenbur er der Stadt rankfurt,Finanz- inisterDr.M1quel hefand, (**-";er Ehrenjung rauen überreichten den Majestäten und den Prmz- lichen Herrschaften prachtvolle Bouquets, worauf die Aherhochsten Herrschaften nach huldvollen Worten des Dankes Sich, von end- losem Iubel begrüßt, in das mit (Gobelins geschmückte und den einer Kaiserkrone überra te Kaiserzelt begaben. Seine Ma1estät der Kaiser trug kleine enerals:Uniform mit dem Bande des Schwarzen Adler:Ordens. Ihre Majestäten dankten huldvollst durch mehrfache Verbeugungen und erwiderten besonders herz: lich die ehrfurchtSvolle Begrüßung des Ober-Bürgerrneiters Adickes, der sich von Seiner Majestät die Erlaubmß zum Beginn der Feier erbat. "

Machtvokl erklangcn die -von Männerchoren gesungenen

“marki en Aceorde der von Felix Dahn gedichteten und vom

Must :Direktor August Gluck komponierten Hymne „UÜLÜS ISUST jmyeraWr“ über den wetten - estpl'ah. Nachdem der Chorgesang, welchen der Komponist selbt dirtgierte, verkßungen war, trat Ober-Bürgermeister Adiches__ vor das Karscrzelt und hielt eine Ansprache an Ihre Maxestaten.

Er dankte Allerhöchstdenselben zunächst für die hohe Ehre, welche der Stadt Frankfurt durch diesen Besuch erwiesen worden sei, und schil- derte sodann die Begeisterung, die vor 25 Jahren das Volkserfaßte, als die Kunde von dem Abschluß des Frankfurter Friedens dre Welt durchdrung. Auch heute erfülle fick) die Seele wieder mit den Bildern jener Tage. Die Erinnerung sei um so mächtiger, als daß Deutsche Reick) diese 25 Jahre hindurY fich als Boüwerk des Friedens er- wiesen habe. Bei dem blick auf jene alorrcichen Tage müsse man in erster Linie des Großen Kaisers Wilhelm ]. gedenken„ upter deffen Führung das deutsche Volk mit einem Schlage auf dre thm gebührende Stellung erhoben wurde, und dre ihm das gab, was die Besten so lange ersehnt hatten: die stolze Freude am Vaterlande. Redner schilderte sodann mrt begeisterten Worten die Gestalt des Großen Kaisers, den troxz herber Ent- täuschungen das schöne Gleicbmaß der Seele niemals verlassen habe und der für alle Klassen des Volkes zu sorgen bemüht war: er, der „„keine Zeit hatte, müde zu sein“. „Wie kein Anderer“, fuhr Redner fort, „war Kaiser Wilhelm [. berufen und befähigt, die alte und die neue Zeit zu versöhnen und dem preußischen Staat die neuen Glieder mehr und mehr zu gewinnen. Die allgemetne Liebe und Verehrung, welche dem großen Heldenkaiser während seines Lebens gezrllt wurde, kam, wie überal], auch in Frankfurt nach seinem Tode zum Außdruck. In einmüthiger Begetsie- rung wurde der Beschluß gefaßt, als bleibende Huldigung für ihn ein Reiter-Standbild zu errichten, für ihn, den le ten Wahlkaiser, in dem zuglejeb zum ersten Mal_ die in der eth der Zeiten langsam gereiste, stürmisä) bekämpfte und end- lich alles überwindende Idee des Erbkaiserthums der Hohenzollern Gestalt geWann, Welche dann in den erschütternden Schlägen des schweren Jahres, in dem der Hochselige Kaiser und sein früh qestorbener ritterlicher Sohn zugleich _von uns ?chieden, durch Eure Majestät so bald und so fieghaft ihre Kraft bewähren soüte.“ _

Sodann dankte Ober-Bürgermeister Adickes allen denen, die zum Gelingen des Kunstwerks beigetragen, vor aUem dem S öpser des- selben, Bildhauer Buschek, und schloß, nach dem Denkxna gewendet: „Und nun tritt hervor, ehrwürdige Gestalt des großen Herrschers, dem, Friede bringend, der Sieg voranschreitet und dem Kunst und Gewerbe gleichwce Vertreter des Bürgerthums begeistert huldi en. Mögest du alle Zeit auf Geschlechter herabschauen, die dein Wer in Treue hüten und in deinem Geiste weiterbauen!“

Unter dem begeisterten Jubel der estversammlung senkte [ich nunmehr die m Frankfurter Stadt arben gehaltene Hülle an sam zur Erde, die TruppenNHrasentierten, und Seine Ma1estät sowie alle _anwefenden Ofnztere, erwiesen dem ehernen Bildnis; des Hochseltgen Karsers den m1l1tärischen Ehrenqruß.

Nach der „Enthullung des Denkmals rtchtete Seine Majestät der Kaiser, dem „W. T. _B.“ zufolge, nachstehendes Telegramm an den rste n v o n B rs m a rck nach FriedrichSruh:

„Der Frankfurter Frieden, welcher vor 25 Jahren geschlossen und dessen Erinnerung soeben durch Enthüüung einer Reiter- Statue für den in Gott ruhenden Kaiser Wilhelm den Großen in weihevoller Weise gefeiert Wurde, bildet den Abschluß einer genealtigen Zeit, in welcher Deuschland seine Einigkeit und Größe, sowie die ihm im Nathe der Völker gebührende Stellung wiedererraug. Welche under- geßlichen Verdienste Sie, Mein lieber Fürst, fich hierbei erworben, Ihnen heute von Neuem in Dankbarkeit und Verehrung auszusprechen, ist Mir Bedürfnis; und Pflicht. Neben dem Namen des großen Kaisers Wilhelm wird der Name seines großen Kanzlers in der Ge- schichte aUezeit glänzen, und in Meinem Herzen wird das Gefühl unauslöschlicber Dankbarkeit gegen Sie nie ersterben.

Wilhelm. 1.12.“

Hierauf ging folgendes Antwort-Telegramm des Fürsten an Seine'Maxestät den Kaiser ein:

„Eure Majestät haben mich durch die huldVolle und erinnerungs- reiche Begrüßung vom heutigen Ta e hochgeebrt und beglückt, und :ck bitte AUerhöcbstdiefelben, meinen e rfurchtIVOÜsten Dank dafür Eurer Majestät zu Füßen legen zu dürfen.“

Das Denkmal, ein Werk des Düsseldorfer Bildhauers Clemens Buscher, zeigt auf ranitnem Sockel die fast 5 m hohe Reiterfigur Kaiser Wilhelm's ]. Der „Kaiser ist in chlichter Haltung, wie er in der Ertnnerung *des Volkes lebt, bekleidet mit dem Militärmartel, dar- gestellt. An der Vorderseite des Hauptsockels er:

blickt man drei Fi uren: eine stehende, den Friedens enius, -

und zwei st ende, unft und Industrie darsteUend, n der Rückseite erhebt sich die Gestalt der „Francofurtia“, die Reichs- Znsignien beschirmend. Den Schopfer des Denkmals lteß

ich Seine Majestät der Kaiser durch den Ober-Bürgermeister Adickes vorstellen. _ ' _

Den Schluß der Denkmalsfeter btldete dte' von den beiden Männerchören gesungene Hymne „Friede“, aedrchtet von Geor Lang und komponiert von Max Meyer-OlberSleben. Na Beendigun des Gesanges brachte die Festversgmmlung abermals begeisterte ochrufe aus, worauf die Allerhochsten Herrschdften Steh auf d'en Opernplatz "begaben. Dort nahm Seine Majestät der Kaiser die Parade uber die Truypcn ab. Der: Vorbet-

marsch der in Zügen ol tee erö ete die vom 2. Groß- Zerzogüch Hesfi chen In an erte-Reg ment ,Nr. 16 gestellte hrenkompagnie. ES" fol te das 81. InfanterixNegiment einschließlich zweier egsstarker _ Kompagmen der Jegenwärtig “übenden Reserven und chlteßlich das q ammte 3. Husaren-ReHikment zu Pferde. ach dem Vorbe marxch richtete Seine a'estät huldvolle Worte an die Regimen s- kommandeure und Fuhr sodann mit Ihrer Majestät unter be- geisterten Hochrufen der zahlreichen Men 9- welche die anze yje- brjumbeUZ flankierte, nach Aller ochstihrem A teige- quartier, dem otel „Zum Schwan“. , _

Um 17 hr begaben Sich Ihre Maxestäten der Katser und die Ka erin, einer Einladung der Landgrä n-Mutter von Hessen folgend, nach der Savignyftraße zum rühstück, wäh- rend das Kaiserliche Gefolge im Hotel rem Schwan“ ein von der Stadt rankfurt dargebotenes rükftück einnahm. Ihre Kaiserlichen ajestätetr kehrten um 33/4U r urück. Kurz darauf besuchte Ihre Ma estät den Dom, rend Seine Majestät eine Ausfahrt na dem im Frankfurter Stadtwalde belegenen Forsthause machte, von wo llerhöchstderselbe Sich um 4 Uhr 20 Minuten nach dem Hotel „Zum Schwan“ zurückbegab.

Um 5 Uhr begann das Festmahl im Palmengarten. Der Saal war prächtig mit Draperien und Blumen- gewinden geschmückt; vor der südlichen Längsseite, an welcher sich unter einem mit Theerosengewinden ge- schmückten Baldachin die Plähe für Ihre Majestäten befanden, war die Aus icht. auf das geöffnete Palmenhaus freigelassen. Seine * a1estät der Kaiser na m zur Rechten Ihrer Majestät der Kaiserin Plah. Lin 6 neben Ihrer Majestät der Kaiserin saßen der Landgraf von Hessen, die PrinzcsfinUFriedrich Karl von Hessen und der Finanz: Miniter ])1'. iquel. Neben Seiner Majestät dem Kaiser Latten die Landgräfin:Mutter von Hessen, der Prinz Friedmch

arl und die Prinzessin Sybille von Hessen Play genommen. Den Majestäten ge enüber saß der Ober : Bürgermeister Adickes, JT dessen inken der Ober-Präsident von Hessen: Nassau, agdeburg und der Bär ermeister Heußenstamm; zur Rechten der kommandierende eneral des )(]. Armee- Korps von Wittich, der Stadtverordneten-Vorsteher, Iustiz: Rath ])r. Humser und der Kommandeur der 21. Division, General-Lieutenant von Noon. Seine Majestät der Kaiser 1rug die Uniform der Gardes du Corps. Nach dem ersten (Hang richtete der Ober:Vürgermeister Adickes eine Ansprache an Ihre Majestäten:

Er wies darin auf die Allerhöchstdenselben dargebrachten be- geisterten Huldigungen hin und führte dann weiter aus: Seine Ma- jestät-drr Kaiser sei der Träger aller der roßen, Von den glorreichen Ahnen überkommenen Traditionen, der Be ßer und Hüter eines reichen vererbten Schayes von Vertrauen im Auslande, von Liebe und Hin- gebung im eigenen Volke und zugleich die feste, auf fich selbst beruhende, mit der Gegenwart und ihren Bedürfnissen in engster Kühlung stehende Herrscher estalt. Möchte es Seiner Majestät dem

aiser auch in Zukunft bes jeden sein, des Friedens kostbares (Hut in Ehren hüten zu können und froh Parteiklüftungen und Gegensäßen den Weiterausbau des Reichs zu fördern und auch die widerstrebenden Herzen mehr und mehr zu gewinnen.

Redner gab dann noch in herzlichen Worten den Segen?:- wünschen für das Kaiserliche Paar Ausdruck und schloß mit einem Hoch auf Ihre Majestäten, in welches die Festver amm- lung begeistert einstimmte. _

Seine Majestät der Kaiser crwiderten auf diesen Trinkspruch mit folgender Rede:

.Véein verehrter Ober-Bürgermeister! Wer wollte es Mir heute verdenken, an einem solchen Tage und umrauscht don solchem Jubel, wenn Mein Herz besonders bewegt wäre! Denn es ist selten einem Volke gegeben, ein solches Fest zu feiern, wie wir heute, und an einem solchen Tagewie dem heutigen. Wo an diesem Tage deutsche Herzen schlagen, ist der Germane auf das Knie gesunken und hat seinem Schöpfer Dank dargebracht, daß unter seiner Hut das Vaterland fich wieder geeint hat. Wie es einer alten Kaiser- und Krönungsstadt ziemt, in wür- diger und patriotischer Weise, so hat die Stadt Frankfurt den heutigen Tag erfaßt und gefeiert. Jnnigen Dank seitens der Kaiserin und von Mir sage Ich für Ihre freundschaftlichen Worte und den herrlichen Empfang, den Uns Ihre Bürgerschaft bereitet hat. Vor allem aber muß Ich dafür danken, daß Sie in richtiger Erkenntniß der Bedeutung des heutigen Tages denselben ein- geleitet haben mit der Feier der Cnthüüung des Denkmals Meines verewigten Herrn Großwaters; denn wvhl geziemt es fich, an dem Tage der Friedensfeier auf Seine Figur zurückzublicken. Cs schweift unser Blick bin zu der Zeit, wo der junge Herr in schwerer Bedrängnis; an der Seite Seiner Mutter und Seines schwergeprüften Vaters ferne im Osten weilte, und wir erkennen aus dem prüfungsreichen Gange dieses Hohen Herrn, wie der allmäéhtige Schöpfer Herrscher und Volk führt, um das Rüstzeug zu bilden, welches endlich der Welt den Frieden zurückgeben sollte. Die Jahre gingen über das Leben des Hohen «Herrn hin, und schwere Prüfungözeiten in gereiftem Manneßalter, wobei anderer Menschenkinder Leben schon zu Ende geht, Waren Ihm beschieden, um erst an den Anfang Seines Ruhmes zu kommen. Unser aller Blicken steht vor Augen jener Augenblick, als Er zu Königsberg, das König- thum von Gottes Gnaden neu betonend, das Szepter in der einen, das Reichsschwert in der andern Hand, nur Gottdie Ehregäb und Von ihm Sein Amt übernahm. Er ist damit zu dem außerwählten Rüst- zeug geworden; aber nicht nur das, sondern auch zum Vorbilde für uns Andere, zum Vorbilde für alle Monarchen, die nur dann etwas für ihr Volk und mit ihrem Volk erreichen können, wenn fie fest darauf gegründet find, daß ihr Amt, vom Himmel ihnen verliehen, fie auch dazu zwingt, dereinst dem Himmel dafür Rechen- schaft zu gehen. Nach unvergleichlichen Erfolgen, die Ihm vergönnt Waren, wurde Ihm die Freude in Seinem Alter beschieden, Sein deutsches Volk geeint hinter Sich zu sehen; es wurde Ihm gewährt ein sonniges Greisenalter auf dem Thron des neugeeinten Vaterlandes. Darum danke Ich Ihnen als Sein Enkel. Und noch ein Wortdes Dankes für das Instrument, mit dem Er uns das Reich erwarb, mit dem Er Sich die Kaiserkrone schmiedete, für unsere Armee. Er schuf Sich dieses Instrument, Er sorgte, Er kämpfte für sie; fie hat Ihm nie versagt, und fie hat das geleistet, was wir jetzt bewundernd vor uns sehen; fie hat nach glorreichem Kriege durch ihre Vollendung, die fie in der Hand des alten Meisters erreichte, unserem Volke, Europa, der Welt 25 Jahre des Friedens gebracht. Und so hoffe Ich, daß ein Jeder von Ihnen auch mit Mir darin übereinstimmen wird, das; es unsere Pflicht ist, unser Volk in Waffen hochzubalten, zu achten und zu ehren und es fern zu halten von allen Parteiungen und allem Eingreifen politischer Doktrinen. Sie

bleiben fern von ihr! Das Heer und der Allerhöchste Kriegsherr sieben da allein für die Sicherheit des Reichs und den Frieden der Welt. Dankbaren Herzens für den, der uns dieses Geschenk machte, hoffe Ick, daß uns nun auch ferner eine FricdenSzeit von 25 Jahren beschieden sei, daß in diesem Frieden das Reich fich ausbauen und gleich dieser Stadt als ein Produkt des Friedens in höchstem Glanz sich entfalten möge. Von Herzen habe Ich Mich ge: freut über den Anblick des herrlichen Frankfurt, dank der Unternehmungslust seiner Bürger, dank auch seian früheren berühmten und seinem jeßigen Bürgermeister. Ich spreche die Hoffnung aus, daß es der Stadt Frankfurt beschieden sein möge, wie Meinem ganzen Volke und Vaterlande, noch ferner in langer Friedenözeit sich zu entwickeln, daß auch wie bisher der deutsche Michael in goldener Wehr strahlend, vor dem Thore des Friedenstempels der Welt stehend, dafür sorgen wird, daß niemals irgend ein böser Geist im stande sei, den Frieden unseres Landes ungerecht zu stören. So erhebe Ich denn Mein Glas und trinke es auf das Wohl der Stadt Frankfurt. Sie lebe hoch! und nochmals hoch!_ und zum driiien Mal hoch!“

Nach dem Festmahl begaben Sich Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin zu der Festvorstellunq nach dem Opernhause. Bei dem Erscheinen daselbst wurden Allerhöchstdieselben von dem Ober - Bürgermeister Adickes, dem Theater-Intendanten Claar, dcm Verwaltungs- rath und der Direktion empfangen. Beim Eintritt der Maxestäten in die Loge brachte der Stadtverordneten:Vor: steher, Iustiz-Rath Humser ein Hoch auf Allerhöchstdieselben aus; das Orchester intdnierte die Nationalhymne, die das Publikum stehend anhörte. Nach der Weber'schen „Inbel: Ouvertüre“ wurde ein von dem Intendanten Claar ver aßter Prolog vorgetragen, welcher auf die Bedeutung des Tages hinwies. Dann folgte die Darstellung des leßten Akts der Wagner'schen Oper „Die Meistersm er von Nürnberg“. Nach Sluß der Vorstellung begaben Sl Ihre Majestäten in das Foyer, mo Sich die Kaiserin eine Anzathamen vorstellen ließ.

Um 10 Uhr verließen Ihre Ma'estäten das Opernhaus und unternahmen eine Rundfahrt durch die glänzend erleuchtete Innenstadt. Sodann be aben Sich Allerhöchstdieselben nach dem Yauptbahnhof, wo der , inanz-Mmister ])r. Miquel, der Ober: ,Ürgermeister Adickes, die Generalität und der Polizei - Prä: stdent Müffling zur Verabschiedun anwesend waren.

Um 10 Uhr 25 Minuten reite Ihre Majestät die Kaiserin nach Potsdam ab, und um 10 Uhr 30 Minuten erfolgte die Abreise Sr. Majestät des Kaisers nnch Wiesbaden.

Seine Majestät der Kaiser und König haben mittels Alxerhdchster Urkunde vom 16.21prild.I, dem er: wählten Bischof, bisherigen Bisthumsverweser Dr. Theodor Weber 111 Bonn die nachgesuchte landesherrliche Anerkennung Allergnädigst zu ertheilen geruht. Die Urkunde ist am 5. Mai d. I. durch den Ober=Präsidenten der Rheinprovinz dem Bischof Weber aUSgehändigt worden _nachdem derselbe den BischofScid nach der durch Seine Majestät den Kaiser und König für diesen Fall genehmigten Formel abgeleistet hat.

s' Der Bund (* Era th versammelte fich heute zu einer Plenar- thung.

Das Staats-Ministcrium trat heute Nachmittag 3 Uhr Unter dem Vorfiß des Vize-Vräsidenten, Staats: Ministers Dr. von Boetticher im Reichstagsgebäude zu einer Sihung zusammen.

Der Wirkliche Geheime Ober-BaUrath im Reichs-Eifcn: bahnamt Streckert ist aus Süddeutschland zurückgekehrt.

Laut telegraphischer Meldungen an das Ober-Kommando der Marine ist S. M. S. „Bussard “, Kommandant Kor: detten-Kapitän Winkler, am 9. Mai auf der Reise nach den Schußgehieten in Cooktown angekommen und wird am 12. Mai die Reise fortseßen; S. M. S. „Kaiser“ _ Flaggschiff der Kreuzer=Dtoifion, Chef Kontre-Admiral Hoffmann _, Kommandant Kapitän zur See Iaeschke, ist am 9. Mai 'm Nagasaki angekommen,

Bayern.

Die gestrige Friedensfeier in München nahm einen überaus ?länzenden Verlauf. Dieselbewurde durch estmufik vom Ba kon des Rathhauses eingeleitet. Um 9 hr Vor- mittags fand in der Frauenkirche em Festgottesdienst start, welchem Seine i liche Hoheit der Prinz-Ne ent" mu sämmtlichen in Mün en weilenden Prinzen beiwo nte. Den Mittelpunkt der Z'Yer bildete die Grundsteinlegung des Friedens- Denkmalsauf der rinz:Regenten-Terraffe. DiestudentischenKor- porationen, Veteranenvereine und die Schul1ugend bildeten auf den prächtigen Zugängen zur Terrasse Spalier. Auf der Terrasse selbst war ein Festpavillon errichtet, in welchem die Prinzessinnen des KöniglichenHauses Plaß nahmen. Dort fanden sich ferner ein: die Gesandten der deutschen Bundes- staaten, die Minister, die Generalität, die aktiven Ofßzrere, welche den Feldzug von 1870/71 mitZzemgcht haben, dre m- validen Offiziere und die Spißen der ehorden. Um 12 Uhr erschien Seine KöniHliche Hoheit der Prinz-Negent Mit den

r inzen des König chen Hauses am Fuße der Terrasse, woselbst ne von den Vertretern der aktiven Armee, der _Veteranen und der Stadt München begrüßt wurden. Der Prmz-Regent ritt die Front der Veteranenvereine ab und richtete dabet qn melt? Veteranen Ansprachen. Nachdem der Prinz-Regent stch alzf die Terrasse begeben, hielt der Ober-Vürgermeister Borjchr dre

estrede, worin er dl? Segnungen des nxmmehr 251ahrtgen Friedens pries und ein Hoch auf den Prmz : Re enten gus- rachte. Unter Kanonendonner und dem (Helaut (i'mmtltcher Glocken der Stadt vollzog sodann der Prinz-Re ent dre Grund- steinlegun des Friedens - Denkmals und rach bei den „Hammers en den Wunsch aus,_ daß dre tadt Munchen in Frieden ge eihen und blühen moge. Den Schlu der Feier

bildete die Bekränzung des Grundsteins durch inder ver-

bener Veteranen. Später folgte ein Vorbeimarsch der

Veteranenvereine. xAbeyds fanden m allen Theatern Fest-

vorftellungen statx. Wertere Friedensfeiern werden noch aus

Augsburg, Nurnberg und zahlretchen anderen bayerischen

Städten gemeldet.

' Aus Anlaß der Feter_ hat Seine Königliche Hoheit der xjnz-Negent emer großeren Reihe von Offizieren außer jenst die Erlauhnjß zum Tra en der Uniform mit den für

verabschiedete Offrztere vorgeschrtebenen Abzeichen ertheilt.

Hessen.

Seine Königliche Hoheit der Großherzog hat an die Kriegskameradschaft „Hasfia“' einen Erlaß gerichtet, worin es, dem “JW'd TCB.“ zufolge, TUR:!)

n er tizmerung „an en ru mvollen Antheil, wel e t meines Vaters Fuhrung dre Sßhne Hessens an dem Kriege LÖHQT haben, der zu Deutschlandh Emtgung führte, bestimme ich am heutigen 25. Jab_resrage des Frankfurter Fxredens, daß meine Kabinetskasse an das Prafidtum der „Hasfia“ anehrlxch fünfhundert Mark außzahle und daß dieser Betrag in erster Ltnie zur Unterstützung von heysischen Veteranen und Don thterbltebenen solcher Verwendet werde."

- Mecklenburg-Schwerin. Seine Köyigliche Hoheit der Großher o , ö tmel er am 8. d. M. 111 Marseille einYtroffen ist, ZatgvoKzeFesrn sYne

- acht verxassen und sich nach aris begeben. Das Be 'nden Heiner Komglichen Hoheit ist im allgemeinen befriedigenßd. BraunschiUeig. .,

I re Königlichen Hoheiten der Prin Albre t von PreuZen/ Regent dcs Herzogthums Öraunschwéiq, die Prtnzesstn'Albrecht und die Prinzen ZricdrichÜHein- mh Ioachtm Albrecht Und zriedri Wilhelm sind am rettag Nachmittag auf Schw Blankenburg eingetroffen, woselbjt um 5 Uhr TaFel zu _30 Gedecken stattfand.

Dem V1ze-Ober-Iagermetster Grafen Gebhard von der Schulenburg auf Nordsteimke rst der Titel Ober:Iägermeister verltehen und der _Hof:Iägermeister Freiherr Leo Knig e a_uf Beyenrode mterrmistisch'mit der Führung der Geschäéte emes Chefs des Herzogltchet-r HoßIagdamts beauftragt worden.

Oefterreich:1lngarn.

Die Kaiserin und Könix in i"t vor etern A Budapest nach Wien ab_ ereist. (] ' g s bend von

Aus Anlaß der Millenniumsfeier fanden vorgestern in den Schulen des ganzen Landes Schulfeste und gestern in kgmmtltchen'Ktrchen und Gotteshäusern alLer Konfes- wnen _feterl1che Dankgottesdienste statt. & Dte4.Sesfion des ungarischen Reichstags wurde am Sotxxabend geschlossen; die 5. Session wird heute eröffnet wcr 71.

Frankreich.

Der _Fmanz-Minister Cochery theilte, dem „W. T. B.“ Jufolqe, 111 dem vorgestern ab ehaltenen Ministerrath mit, er (Horwerneurn der Bank von rankreich werde ihm demnächst Vorschlage bezztgltch der Erneuerung des Privilegiums der Bank unterbrerten. In dem Ministerrath kamen ferner die yon mehreren Blättern veröffentlichten pessimistischen Berichte xxber dre Lage guf Madagaskar zur Sprache. Es wurde kon: ytatrert, "daß dtese_Ber,ichte nur die Wiederholung von Mel: dungen uber Vorgange tm Monat März seien; den ein egangenen amtlichen Telegrammen zufolge sei die Lage auf V adagaskar VieltUÖhr etÉe görte.ß

qs r e ni der „estern in Paris vor enommnnen 28 Srtchwa [err zum Yemeinderath ist, cFaß 5 pro: gresfisttsche „Republtkanenr, 11 Radikale, 3 so ialiftische Radikale gnd 9,Soztal1s't'en gewahlt wurden. 22 frü )ere Gemeinderäthe smd wredergewehlt und außerdem 6 neue Kandidaten gewählt worden., Dre Zusammenseßung des Gemeinderaths von Paris blklbt dieselbe wie früher. Prxrcrhz FÉshimFtsItdst dFe dÜbrigen MitxYeder der ]apam en e an a m etern von aris na Rußland abgereist. g s ck

Rußland.

Die Mitglieder der auswärtigen diplomatischen Vertretungen smd m Moskau eingetroffen.

Italien.

In der vorgestri en SJung der Deputirtenkammer beantwortete,“w1e „T. .“ berichtet, der Minister des Aeußern Herzog von Sermoneta eine Anfrage des Depunrten Lucrferd über die Absichten der Regierung zum Schuse der 1ta11emsche1rInteressen in der tripolitanischen An: elegenhett dahm, daß slch der Fragesteller offenbar auf den im onat Aprtl _an der Grenze von Tunis und Tripolis ent- standenen Konfttkt beziehe, de en Bedeutung in der Presse sehr uhertrteben wordensez. Der inister erklärte, die französische Re- Jterung habe 111 dreser Beziehung die weitgehendsten Zu- rcherunqen, uber ihre Abstchten geßeben. Die Befürchtung,

Wklche "Luctfero zu dieser Anfrage ewogen habe, sei qänzli uxnbearuydet. Der Abg. Lucifero erwiderte, er hoffe, da? dre ReJerzrng m allen ällen die Erhaltung der freundschaft- ltch_en * eztehungcn zu (3 en Staaten, besonders aber zu jenen Machten zu pflegen missen werde, welche Italien in der Er- !)gltung "des polmschen Gleichgewichts im Mittelmeer unter- mzßen konnten. Darauf wurde die Berathung über Afrika wreder aufgenommen. Der Deputirte de Fortis brachte eine Tageöordnung em, welche besagt, daß es nicht zweckmäßig sei, da§ Proxxramm der Kolonialpolitik zu diskutieren, solange der Krtegeutand bestehe. _In der Begründung seines Antrags FUN) igte de Fortts ,die 5Faltung des Ministeriums RUM, während er dre olitik der gegenwärtigen " Wlerung bekampfte und das ckT)4ro§ramm des Kriegs- xUTUlnisrers thottt ablehnte, mona ie der Erythräischen [ ?llome gezogenen Grenzen nicht überschritten werden 0 ten, 'Der, Deputtrte und ehemalige Kriegs-Minister ocennt" wres 111 einer kurzen Erklärun den Vor- Iuirf zuruck, da? er während seiner mtszeit den drveg bis zum Aeu ersten habe führen wollen. Die General- be atte wurde geschlo en und eine Reihe von Ta eHordnungen t'YCkntragt. De_r Abg. i,or [ni erinnerte bei der“ egründnung da?; vyn ihm emgebrachten agesordnung die Negierun daran, ab esstel fruher gesagt habe, daß, solange kein neuer ertrag weJdch d en „sei, der vo_n Uccialli in Kraft bleiben bestäte“ iorgmi bat _den Mmister-Präsidenten, diese Worte u eichlgen. Der Mmister-Prästdent di Rudini gab e?n en der Zustimmu Der Minister-Präsident erwiderte

von dem Minister des Aeußeren und dem Krie s:Mini er MHegebenen_ Erklärungen anschließe. Baratieri, gsagte Fer Mstex=Prafident, musse, von militärischen Richtern ab- Éeyrthetlf ,werden. Er mtes die Verseßun des Kabinets rlSpl m_ den Anklagezuftand zurü , weil dies nur fortwahrenden und ew: e Rekriminalionen ?yr Folge haben ' wurde. Die volkständige Veröffent- Öchzmg" aller Afrrka betreffenden Dokumente in den _ krunbuchern lasse ]eden _Verdacht verschwinden und nu": e ]e es „Verlangen nach emer Unterxuchung beseitigen. Dre moraltschen Interessen,'das Ansehen, er Einfluß Italiens und dgs vergessene Bhut' semer Söhne verbiete Italien, Afrika zu raumen. Der thster -. Prästdeni wies darauf jede Tages: ordnung zu Gunsten der'Ausdehnung der Occupation und MYM Beseßng der" Ltme Adigeat-Adua, welche zu einem ers dpfenden Kriege fuhren würde, zurück. Italien dürfe sich ays_ poltttschen und militärischen

Ltme Mareb_Belesa nicht entfernen. werde jeder Grund eines Konflikts mzd _Menelt_k verschwinden und ersteres endlich eine wrrkltche Frredcnßstcherhert haben. Er verlange kein Ver- trauensvotum; dre Regierungen verlangten im allgemeinen Verjrauensvotetz, wenn fte Unrecht hätten, die Kammer müsse Sachen und mcht Personen beurtheilen. Er hoffe, daß die Kammer das tt_nzwetdeuttge Programm und das Verhalten der Regionen? btlltgen werde. Um Mißverständnisse zu ver: meiden, 1_vun che er, daß dre Kammer wisse, daß er dre Räu- nzung Adrgrats .angeordnet habe. Er wünsche, daß die Ab- strxnmung uber erne Tagesordnung stattfinde, die von den Er- klärungen derRegteru'ng Aktnehme. Di Rudini schloß, indem er der Armee m Afrika und ihren tapferen Kommandanten Baldrssera, Stsedaxu und Prestinari seine (Grüße entbot. Der Präsident kundtgte hierauf an, daß die Regierung die Tagesordnung Suardz-(Hianforte annehme, wonach die Kaznmer, nachdem fie dre Erklärungen der Regierung gehört, d1e1e zur Kenntmß nehme und zur Berathun des einzigen Artrkets des Gesehenxwurfs Übergehe. Der AJg. Sonnino bemerkte, dre Regrerung habe zwar kein Vertrauens- votum verlan t, 1vunfchejedoch, daß man ihr Programm upd ihre Ver andlungen' bt's auf den heutigen Tag billige, daes ser gletchbedeutend mrt einem Vertrauenßvotum; er werde gegen ' dre Tagesordnung stimmen. Die Ta eSordnung SuarerGtanforte wurde hrerauf mit 278 gegen 13JStimmen genehmrgt und sodann der Gesehentwurf, betreffend die Ueber: s rettung dcr Auggaben für Afrika, durch Aufstehen und Siken: b ebe angefncömmcn.

, te an je Räumung Adi rats und Ka alas be: zughchen Schrtftslücke smd vorgeßtern veröffentlixhst worden. Aus denselben gehx hervor, daß die Regierun am 6. April den „General Baldtssera beauftragt halte, 'Les zum vol]- sxandtgen Verlassen der Landschaft Agame vorzubereiten und Ttch "bre zu den Grenzen _vmx Bclesa : Muna zurückzuziehen. Bezugltch Kassalas henachr1chttgte Baldiffera die Regierung am 22._ Aprtl telegrqphtsch daß er infolge von Nachrichten aus Katro, welche wertere Bedrohungen der Derwische ankündigten, dem Kommandanten von Kassala den Befehl egeben habe, s1ch„1ve'nn die drohenden Bewegungen der *erwische sich verwktrkltchen soUten, nach Agordat ?urückzuziehen. Der Kriegs- thsler habe dann a'nz 25. Apri dem General Valdiffera mrtgetlkxtlt€ daß doltttsche Erwägungen es rathsam er- schemen ließen, die Beseßung Kassalas zu verlängern; demnaxh soUe Baldtssera die Verproviantierung der Garnison durchfuhrendnd den Platz auf die Verantwortun_ des Kriegs- Mmtsters 503 zum Aeußersten halten. General aldissera er- mxderte daran , Kassala werde binnen einigen Ta en Lebens- mrttel fur 2 onate erhalten, und er hoffe, den * laß auch nZetterhm halten.zu können. Am 6. Mai habe General Bal- d1s!)era “ebeten, dle Truppen der Garnisonen Maffowah, Arkiko un" G mda _ un efähr 12 Bataillone _ in die Heimath befordern lassen zu urfen. Die Regierung habe dies bewilligt.

Spanien.

In elner gestern in Madrid abgehaltenen Versammlun zahlretcher Senatoren und Deputirten der konservativen Parket erklarte, wre „W. T.. B.“ erfährt, der Minister-Präsident Canddas del Casttllo, welcher den Vorsiß führte, das; es upmogltch set, Reformen auf Cuba vorzunehmen, so lange nicht die Lage daselbst _theder eine normale geworden sein werde. Der Mtntster-Prastdent erkannte an, daß dem Kriege nicht mit Waffengewalt aÜein ein Ende gemacht werden könne, aber er rechne darartf, daß die Entmuthigung der Aufständischen und das Aufhoren des Raeenhaffes dazu beitragen würden, den Yldzug zu heendigen.

' em Madrtder „Imparcial“ wird aus Havanna be- rtchtet, General Wehler halte die Hinrichtun der Fltdusttere vom „Competidor“ für unumgängli noth- wendtg und habe erklärt, falls die Regierung in Madrid in: kqlge des Emspruchs der Vereinigten Staaten anderer Ansicht em sollte, sofort demisftonieren zu wollen. _

Nach einer weiteren Meldung des „W. T. B.“ aus Madrid von heute verursacht die „Competidor-Frage“ daselbst andauernd große Erregung. Es bestätige steh, daß General Wehler seinen Posten niederlegen werde, wenn das krtegögeri tl1che TodeSUrtheil über die an Bord des „Compe- tt'dor“ ge angenen Freibeuter nicht zur Ausführung komme; dre Generale Ochanda und Ahumada hätten dem Ver- nehmen nach denselben Entschluß wie General Wehler ge- faßt. Dem Blatte „Dia“ [zufolge habe die chierun den General Wehler telcgrapßsch angewiesen, den Proze wegetx des „Competidor“ vor das oberste Marine:KriegSgericht zu brmget). _ Der „Heraldo“_ berichtet, der amerikanische Konsul m „Havanna habe seme Ansicht über diese Frage in emer für Spanien verleßenden Form geäußert. Der britische Konsul habe Schritte gethan, um dte Be nadigung der ver: _urtheilten Freibeuter, u erwirken. _ Die 6 entlrche Meinung 111 Spanien spreche stZ) entschieden gegen die Vereinigten Staaten aus; in den politischen Kreisen herrsche große Erregung.

Gründen von der Auf diese Weise zwrschen Italien

Türkei. Die Vorstellungen, welche die Botschafter am Freitag wegen der Ernennung eines mohamedanifchen Kaima- kams für Zeitun erhoben haben, berühren, dem „W. T. B.“ ufolge, außer der Be chwerde über die- unvollkommene Durch- ?ührung der verspro enen Amnestie und des versprochenen Steuernaehlasses, auch die versprochene urückziehung der Truppen. Die Pforte hat _dem gegenuber erklärt, die Ernennun des mohamedamschen Kaimakams sei nur eine proviForische, und ein christltcher Kaimakam werde

n . odann auf die Ausführungen einiger Redner, daß er s1ch den

demnächst ernannt werden. Die Verö entlichunÉ der Amnestie

und des Steuernachlaffes sei aus betimmten ründen unter-

blieben, die Ausführung di er Maßregel ehe vor sl . Die Zurückziehung der Truppen ehabe schon thaäächlich behbomm'en- und werde fort eßt. T * Dre briti e Botschaft wird auf Grund der Berichte - des Konsuls, _iß Maurice über den durch Zwang und Furcht herber e uhrten Uebertritt von ca. “5900 Armeniern und anderen C rrte'n zum Islam 'in Biredschik, Urfa, Severek, ' Adxaman chrttte rmternehmen. gt ?flus HKT??? Äft inst i.skotf1stantinkwpelsdie Nachri t ein- ero en„ a e mne e ür poii eVer e enbis zum 17. d. M. verlängert worden sei, ck g

Griechenland.

, Die Königin und die Prinzen Georg und Nikolaus

smd ay] Sonnabend Nachmittag von Athen nach Sebaftopol

ILrgsFWt. Der Kronprinz hat seine Reise nach Rußland en.

Rumänien.

Die Parlaments e ion itb's ' ' verlängert worden. sss * s ! Dtenstag, den 12'Mm“

Bulgarien.

Der Fürst Ferdinand ist am Sonnabend Vormitta 11 Uhr 111 S_ofta eur etroffen und am Bahnhof von den Mit? gltedern des drp'lqmatt chetx Korps, der Geistlichkeit aller daselbst vertretenen Reltgrdnen, mxt Ausmahme der römisch=katholischen, forme yon den Sptßen sämmtlicher Behörden empfangen worden. Der Vurgermetster Moloff betonte in einer kurzen Ansprache dre Genugthuung, wel'che die Bevölkerung über den freund- ltchen Empfang des Fursten "axe den fremden Höfen empfunden habe. Nach der BegrußungSansprache des belgischen Geheral-Konsuls Petr) de Thozée, als Doyens des diplo- ' mattsehen Korps, begrußte der Fürst den russischen und den Franzdsrschen Vertreter und begab sich dann vom Bahnhofe m emem merspanmgen (Halawagen nach dem Schw e. Auf dem'Wege d'orthm_ bildeten die Truppen, die SchuLn und "Vereme Snpalter; dre zahlreich anwesende Bevölkerung begrußte den Fursten M11: Hurrahrufen. Vor dem Schlosse fand eme Parade der Truppen statt; während derselben

begrüßte der ürt den d 1 ** - Voigts-Rheß. F s enschen Germal Konsul von

Schweden und Norwegen.

Der schwedische Neichstaq hat vor etern in emein- samer Absttmmrrng mtt 220 gegen 140 Stiereh beschlo en, die sogenanyten Krtegskredtte in der gegenwärtigen Höhe von 73/2 Mtllmnen Kroyen beizubehalten. Die Minderheit stimmte fur Herabsehung bis auf 41/2 und 61/2 Millionen Kronen.

Amerika.

Aus New-York berichtet das „Reuter' e Bureau“ di Nachrtchr von der Verurtheilung der cnsrcfh dem Dam/per „Compenddr“ gefangenen Amerikaner zum Tode habe daselhst große Erregung hervorgerufen. Eine vom „Iournal“ veroffentlichte Dcpcsche aus. Washington besagt, der Staats- sekretarnOlnet) habe nach emer besonderen Unterredung mit dem Praftdezrten C'! e v e [ anddem spanischen Gesandten D upuy d e L o 11) e rxntgcthetlt ZderPrafrdentsei derAnsicht,daß die cubanische Frage x_n em akutes Gtadrum getreten sei; derselbe bestehe darauf, daß, dre Gefangenen „mcht auf Grund “eines Urtheils des Milliargxrrchts hmgertchtet würden. Dupuy de Lome habe steh bemuht, das Vorgehen des Generals Wehler durch das lekerreeht zu rechtfertigen, der“ Staatssekretär Olneu habe 'edoch mxt esttgkert geantwdrtet. Dupuy de Lome habedarau ver- spro en, nach Madrid zu telegraphieren. _ Der Präfident Cleveland habe atzgeordnet, Depeschen an den amerikanischen Gesandten m Madrtd, Taylor, und an den General-Konsul erltams m Havanna abzusenden, worin konstatiert werde, daß er (Clevexayd) eine etwaige Hinrichtung der Yerurthetlten ohne Ftvtlpro als eine wenig freund- schaftltxhe andlung ansc en nxüsé'e. Der neue Konsul General Lee set au gefordert worden, _stch sofort auf seinen 5Posten nacb Havanng zu begeben. _ Die eitung „World“ sagt, nach der. Anstcht de§ Staatssekretars [net) seien die Verurtheilten ledtgltch der_Emfuhrung von Contrebande schuldig, wofür fie nur ?u Gefangmßstrafe verurtheilt werden könnten. _ Eine Depe che aus _Tampa meldet, der Gouverneur von Flortda habe infolge der"Nachrichten aus Washington über dte Cdmpettddrfrage das funfte Bataillon angewiesen, sich zu sofortiger Aktton bereit zu halten.

Das. Londoner „Da-ily Chronicle“ erfährt aus New- York, dteZusammenzxehung eines starken-(Hefchwaders m der Bar von NewYork werde als Vor eichen aktiver Maß- nahmen M der Nahe von Havanna betra tet.

Das „Reuter' che Bureau“ berichtet aus Teheran da der brrttsche (Hesanßzte Sir H. Durand, geleitet von den,Mitß- Fredern' der . (Gefapdlschaft, am Freitag einen Kranz der _ ontgtn V1ctorta m den Palat gebracht habe. Der Ge- jandte hahe dexr Kranz,_welcher die Inschrift trug: „l)ns marque, äam1c1e U'SZ §1ULÉk6, sjewrja K. F.“, mit einer kurzen Ansprache am Sarge des S ahs niedergelegt. Der Großye lk habe erwrdert, die amilie des Ver- sxorbenexr set urch dre huldvolle Handlung der Köni in ttef ?eruhrt und werde dteselbe niemals vergessen. Der S ah Mu „affer cd:d1n habe der Königin Victoria für ihre Beiletdsbezeugungen 117 warmen Worten seinen Dank aus- ?zesprochcn und des we1teren erklärt, daß es sein beständiges tel sem werde, den Spuren semes erhabenen Vaters u folgen, vor al1em 111 Bezug auf die freundschaftlichen BezJehungen, welche derselbe so ,unentwegt zu England unterhalten habe. Das „Reutersche Buregu“ „berichtet aus Simla, es sei nunmehr, beschlossen, daß_ tndtsche Truppen, und zwar wet Ncgtmenter Inf'anterte, ein Re iment Kavallerie, eine erg-Batterte und em Detachement appeurs und Minean," nach Suakrm gesandt werden sollen. Das ganze Korps werde rmter dem Befehl des Obersten Egerton stehen und vorausstchrxuh m achtTagen abgehen. Ein, aus Eingeborenen gebrldetes Sanitäts-Detqchement werde die Abtheilung be leiten. ' Aus Yokohama rst dem „Reuter'schen Bureau“ d eMit- hetlurxg zu egangen da Iapan und Rußland über ein gememschatlrches Vorgexerx in Korea verhandelten. apan verlange, "daß fick) der Konig aus dem russischen esandt- schaflsZevaude nach dem Palais Zurückbegebe. Auch werde die Verthe1lung der apamschen un koreanischen Truppen im Lahde und dre cbergabe der Fpanischen Telegraphenlinie Soul_Fusan an die koreanischen ' ehörden erörtert.

Afrika.

Die„Agenzia Stefani“ meldetausMa ow . . : der General Baldissera habe sogleich nasch seiJerZMfM!