1896 / 115 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 13 May 1896 18:00:01 GMT) scan diff

„; WMWWMW-ÉQQI“ „:.*=7,.-_«.„- «„ - ...-„„..-

KYYKQWMWOMUQOWWN - *“ .'

""*“Pyrmont bestellt. Rintelen, Major a. D., zulekt Kommandeur des daraus. Scbleswig. uß-Art. Bats. Nr. 9, ml seiner Penfion und der Qlaubniß “zum ernsten Tragen der Uniform des mannien Bals. zur Disp. kestellt. Frhr. Gans Edler Herr zu utli , Major a. D., zu c t von der 2. Jagen. Jnsp. und Ingen. Offiz er vom las in Küsi . der Charakter als Oberst-Lt. verlieben. rankfurt a. M., 10. Mai. v. Monbart, „Gen. _Major ?. D., zuleßt von der Armee, v. Chauvin, Gen. Major z. D., zu- " 5 1a suibs der Armee und Gen. Telegrapben-Direktor, "- der C arakter als Gen. Lieut. verlieben. Im Beurlaubtenstande. Frankfurt a. M., 10. Mai. Molle, Hauptm. a. D., zuleßt von der Inf. 1. Aufgebots des Landw. Bezirks Kottbus, der Charakter als Major verliehen.

Beamte der Militär-Verwaltung. _

Durch Allerböck; te Bestallungen. 29. Apxil. Munzer, Militär-Intend. Rath, orsiand der Jntxnd. der militärischen In- stitute, zum Ober-Milit. Intend. Rath mit dem Razige eines Ober- Re ieru s-Ratbs, Marcard, Spellerberg, Kruger, Heyne, MFitär-Zntend. Assefforen, Vorstände der Jntendanturen der 8. bezw. 31., 35. und 17. Div., zu Militär-Intend. Rätben, - ernannt. '

DurcbVerfügun desKrie s-Ministertums. 17.April. Kolck, Zablmstr. vom hüring. Fe d-Art. Regt. Nr. 19, auf seinen

ntrag zum 1. Juli d. J. mit Pension in den Ruhestand verseßt.

2. Mai. Andrzejewski, ])r. Bartels, Bierbaum, Diefenbach, v. Drygalski, Friedlaendex, Hassencamp, Schneider, 131". Schweißer, Sternenber , 131“. Uecker, 1)r. iegler, Unter-Apotbeker de_s Beurlaubtens andes, zu Ober- Avot ekern befördert. Bartels, Beuttel, Burchard, Daudt, Dietericbs, Dietrich, Dietz, Eger, Geerdes, Görner, Grotemeyer, Hanner, PoScicb, Scholz, ])]: Tosse, Werner, Wiesenbavern, Ober-Apotheker des Beurlaubten- standes, der Abschied bewilligt.

Königlich Bayerische Armee.

Offiziere, Portepee-Säbnricbe 2c„ Erziennungen, Beförderungen und Ver chungen. Jm aktiven Heere 1. Mai. Reinhard, ort. Fähnr. des 2. Chev. Regts. Taxis, zum Sec. Lt. in diesem e t. befördert. . ' ,

2. Mai. Beutlbau?er, Major 3. D., zum Bezirks-Ofßzter beim Bezirks-Kommando Straubing ernannt.

5. Mai. BöSmiller, Oberst-Lt. 3. D., zum Kommandeur des Landw. Bezirks Ki ingen ernannt.

Abschiedsbewil igungen. Jm aktiven Heere. 28.21 xil. Beutlbauser, Major a. D., unter die mit Pension zur isp. stehenden Offiziere eingereiht.

1. Mai. GWT v. Hirschberg, Pr. Lt. des 2. Cheb. Re ts. Taxis, unter Verle hung des Charakters ais Rittm, mit der gefgeß lieben Pension und mit der Crlaubniß zum Tragen der bisherigen Uniform mit den für Verabschiedete vorgeschriebenen Abzeichen der Abschied bewilligt. '

2. Mai. Küblwein, Major ;. D., Bezirks-Offizier beim Bezirks-Kommando StraubinL, mit der geseßlicben Pension und mit der Erlaubnis; zum Tragen er Uniform des 18. Inf. Regts. Prinz

Ludwig Ferdinand mit den für Verabschiedete vorgeschriebenen Ab- zeichen der Abschied bewilligt.

3. Mai. Frhr. v. Lamezan, Major a. D., unter die mit Pension zur Dis . stehenden Of 'ziere eingereiht. 5 Mai. Za

. rtmann, berft-Lt. 3. D., Kommandeur des Landw. Bezirks Kißingen, mit der geseßlichen Pension und mit der Erlaubnis; zum Tragen der Uniform des 11. Inf. Regis. von der Tann mit den für Verabschiedete vorgeschriebenen Abzeichen der Ab- schied bewilligt.

Jm Beurlaubtenstande. 2; Mai. Vogel, Sec.", Lt. von der Res. des 18. Inf. Regis. Prinz Ludwig Ferdinand, der Ab- schied bewilLigt.

Beamte 'der Militär-Verwaltung.

30. April. Knorr, Hauptm. a. D., verwendet im Kriegs- Ministerium, zum Geheimen expedierenden Sekretär daselbst, unter Reicbzeitiger Verleihung des Titels eines Rechnungs-Raths, mit dem

ange unmittelbar nach dem Geheimen expedierenden Sekretär, Rechnungs-Ratb Spahn, Ebenböch, Oekonomie-Praktikant, zum Verwalt. AsY'tenten beim Remoniedepot Schleißheim, - ernannt.

Durch ' erfügun des General-Kommandos 11.Armee-

Korps. M ichler, Zalestr., im 2. Fuß-Art. Regt. eingeiheilt.

!]1. (Königlich Sächsisches) Armee-Korvs.

Offiziere, Portepee-Fäbnriche xc. Ernennungen, Beförderungen und VerseFungen. Jm aktiven Heere. 25. April. Brödner. Ober- euerwerker vom Fuß-Art. Regt. Nr. 12, Fun Feuerwerks-Lt. bei der Geschoßfabrik befördert.

30. pril. Beckmann, Unteroff. vom 8. Inf. Regt. Prinz Johann Georg Nr. 107, zum Port. Fähnr. ernannt.

Beamte der Militär-Verivaltung.

DurchVerfügung des Kriegs-Ministeriums. 16.April. Jahn, Zablmstx. der 2. Abtheil. 3. eld-Ari. Regis. Nr. 32, auf seinen Antrag mit Pension in den Ruheiand, Otto, Zablmstr., von ?erJZ. zurs Zi Abtheil. desselben Regt6., - beide unter dem 1. Juli

. . vere .

YichtamtlichesY

Deutsches Reich.

Preußen. Verlin,13.Mai.

' Seine Majestät der Kaiser und König kehrten mittels Sondexzugs heute Morgen 9 Uhr 10 Minuten aus Wiesbaden uru , wurdeii auf der Wildpark-Station von Ihr er Majestat er _Kaiserin und Köni in empfangen und begaben Sich mit Allerhöchstderselben nac?) dem Neuen Palais.

_ Um 10 Ye 17 Minuten reisten Beide Kaiserli en und Koniglichen ajeftäten in Begleitung Ihrer Ho eit der Herzo in Friedrich. Ferdinand zu Schleswi :.Holstem-Sonder- burg- lücksburg mittels Sonderzugs nach rimkenau ab.

hre Majestät die Kai erin und Königin haben dem er og-vo-n Ujest, wel er im KriegSjahre 18 0/71 Fm te vertreter_ des „Königlichen Kommiffars und Militär-

spekteurs für die FreiwilligeKrankenpflege im Jnlande be- rufen war, ein auf ene Thatigkeit sowie auf die Gedenkfeier vom 8. Mai bezügliézes Erinperungsblatt übersandt. Dasselbe trägt die yon hrer Majestät unterzei neten Worte: 11,5???) / FÜWNU Ermnerung Ihrer hervorragen en Verdienste

Der Bund eSra th versammelte fichUheute Zu einer Plenar- fißun . Vorher beriethen die vereini ten * usfch sie für Handel und erkehr und für Nechnungsw en, sowie die veremizten Ausséu e für das Landheer und die Festungen und für Rcch- nung m en.

' Der General-Lieuienani Becker , Inspekteur der 1. Pionier- Jnspektion, ist von Berlin abgereist.

Frankfurt a. M., 12. Mai. Der Ma iftrat hat am Sonntag folgendes Telegramm an den Fur en BiSmarck

gesandt: ,

„Beim Beginn des festlich gefeierten Tages, an welchem Eure Dur laucht hier vor 25 Jahren denn denkwurdigen Frieden schlossen, der d e herrliche Frucht gewaltiger Kampfe unh SieSe dauernd fieberte, senden wir in brerbietung und Dankbarkeit he ße SeqenSwunZckZe für das fernere Wohlergehen Eurer Durchlaucht, deren Abwesen eit wir schmerzlicbst empfinden.“ ' ' '

Hierauf lief von dem Fürsten Wißmarck aus Friedrichs- ruh fol ende Antwort em: _

.O er-Bürgermeister Adickes. E15.Hochwol_)lgeboren bitte ich, dem Magistrat für die ehrenbolle Begrußung meinen verbindlichsien Dank übermitteln zu wollen.“

Baden.

hre Königliche oheit die Grgßherzogin ist am MonJg von Berlin naY quLSruhe zuruckgekehrt.

Ihre Königliche Hoheit die Kronprinzessin von Schweden und Norwegen Wird, der „Karlsi'. Ztg.“ zu- folge, am 15. d. M. in KarlSruhe eintreffen.

Sachsen-Cobtirg-Gotha.

Seine Königliche Hoheit der Herzog, Ihre Kaiserliche und Königliche Hoheit die Herzogin und Ihre Königliche Hoheit die Prinzessin Beatrice werden, der „Cob. Ztg.“ zufolge,“ am Sonntag von Coburg abreisen, um sich 331 den Krönungsfeierlichkeiten nach Moskau zu begeben. Den Hochsten Herrschaften wird Sich unterwe 6 Seine Koni, liche oheit der Erbprinz anschließen. Nach en Krönungs?eierli keiten in Moskau wird sich der Her QZ von dort nach England begeben, während die Herzogin uebi? en übrigen Tamilienangehorigen vor aussichtlicb noch einige Zeit in Rußlan verbleiben wird.

Waldeck und Pyrmont.

Ihre Dur taucht die Fürstin zu Waldeck und Pyrmont, ge orene Prinzessin zu Schaumburg-Lippe, ist heute Nacht von einem Prinzen glücklich entbunden worden.

Schaumburg-Lippe.

Seine Köni liche Hoheit der Prin“ Christian von Dänemark tra? gestern Mittag in BücLeburg ein, wurde von Ihren Durchlauchten dem Fürsten ' und den Prinzen Wilhelm, Maximilian und Albrecht zu Schaumburg- Lippe empfangen und in das Schloß geleitet. Die hohen Neuvermählten, Seine Durchlaucht der Prinz und Ihre Königliche Hoheit die Prin essin Friedrich zu Schaum- burg-Lippe trafen um 5 hr ein. um Empfange waren Ihre Durchlauchten der Fürst, die Für tin und die in Bücke- burg anwesenden Prinzen und Prinzessinnen am Bahn: hof anwesend. Die Hohen Neuvermählten und die anderen

ürstlichkeiten begaben sich sodann durch die festlich geschmückten

fraßen nach dem Schlosse, wo am Abend Galadmer stati- fand. Bei demselben brachte der Fürst das Hoch auf das neuvermählte Paar aus und begrüßte die Prinzessin Luise als Mitglied der Fürstlich Schaumburg : Lippeschen Familie. Der Prinz Friedrich zu Schaumburg=Lippe dankte und brachte ein Hoch auf den Fursten und die Fürstin aus.

Oesterreich-Ungaru.

Der ungarische Minister-Präfident Baron Banfft) ist heute früh in Wien eingetroffen.

Das österreichifche Herrenhaus hat gestern die Vor- lagen über die Wahlreform einer Kommisfion von 15 Mit- gliedern überwiesen. Im Laufe der Debatte betonte der Minister-Präfident (Graf Badeni, baß er auf das Votum des Hauses in dieser Frage das größte Gewicht lege, nicht wegen der verfassungswäßigen Notbwendigkeit der Zustimmung des Hauses, sondern in dem Gefühl, daß die Angelegen- heit eben an dieser Stelle eme von „jedem Parteistand: punkte unabhängige, nur durch die Rücksicht auf die höchsten Zwecke des Staats und des allgemeinen Wohles geleitete Be- urtheilung finden werde. Graf Badeni hob den Ernst, den Pflichteifer und die Opferwilligkeit sämmtlicher Parteien des Abgeordnetenhauses hervor, welche es allein ermöglicht hätten, daß die Regierung das erste Stadium ihrer Aktion in ver- hältnißmäßig so kuriZer Zeit habe abschließen können. Es gebe eine Schranke, we che die Regierung als unüberschreitbar betrachte. Die Reqierung würde einer Wahlreform nie zuge- stimmt haben, welche entweder die Eigenthümlichkeit der ein- elnen Könißreiche und Länder berühre oder welche in der

erfaffung as anerkannte Prin ip der Jntereffenvertretan geschmälert hätte. Der Minister-Zxräsident erklärte schließli im Namen der Regierung, sie werde dem Votum des Hauses getrost entge ensehen.

Das A eordnetenhaus feste gestern die am Montag begqnnene De atte über die Steuerreform fort und nahm Artikel 1 der Vorlage betreffend die Neuregelung der Erwerbs- steuer und die Ein ührung einer Rentensteuer sowie einer Personal:Einkommenfteuer, mit 161 gegen 53 Stimmen in der Fassung der Kommission an. .

. Der Eisenbahnausschuß Leßte gestern die Debatte über die Verstaatlichung der Nor westbahn fort. Der Abg. R_uß beantragte, die Beschlußfaffun zu vertagen, da die Er- klarunZ der Gesellschaft, das; das. ebereinkommen nur bis zum 1 . d. M. bindend sei, ein reines Belieben einer Privat- gesells akt gegenüber der Legislative bedeute und die Regie- rung a urch freie Hand für neue Verhandlungen verliere. Der Eisenbahn-Mi iter_ von Guttenberg erklärte, er habe gegen den Nntra nichts einzuwenden, halte das Ueber- eznkommen aber finanz e11_für ehr ünstig, auch ein eventueUes finanzielles Opfer, mit Ruckfi t au? die großen Voriheile ins- bxsqndere die Erwerbung der sehr michi en entwickeéun s- xahigen Elbethalbahn, für erecht ertigt. ach längerer e-

atte wurde der Antra Ruß angenommen.

Der LandwirthsgchaftSausschuß hat die Berathung dex Reßierungsvorlage betreffend die Errichtung von Land- w1rth chafts-Berungenolssenschaften, beendet und in namentli er Abstimmun? mi 12 gegen 8 Stimmen das Prinzip es 'Zwanges m Sinne der Gesehvorlage ange- nommen.

Großbritannien und Irland.

In der gestrigen Sisun des Unterhauses erklärte arlamentL-Sekretxix des Kr egsamts Brod tief, das KriexF inisterium habe ]ungst das deutsche Segelschiff „CarlBooth“ für den TranSport von Kohlen nach Kgpftadt gechartert, da ein Yeignetes britisches Schi L_Ucht berfugbar gewesen see. Der

taatssekretärChamber ain theilte„mit,daß bis ur Ankunft Carrington's Martin den Oberbe ehl uber die_Streit räfte gegen die Matabeles führe. Cecil Rhodes halte, wre er höre,Grye[o wie jeder andere Kolonift cs „thun könne, an der Spjé einer Schaar von Kolonisten Wie er selbst (Rhodes) einer sej_ Der Staatssekretär äußerxe erner, er habe mit Bedauern ge- hört, daß der britische Agent m rätona De Wet es fm: nothwendig gefunden habe, seine xiassung I??" nehmen, da seine Gesundheit zum vierten Mal m„acht onaten gelitten habe" er habe beim Schaßamt die Gewährung einer Penkion befürwortet. Der Parlamenis-Untersekretär des Aeußern Cur oxi erkiärte: unter den auf Cuba zum Tode Verurtheilten efmde sich ein Engländer, von dem es indessen heiße, daß er in den Vereinigten Staaten naturalifiert sei, Die „Re ierung müsse weitere Nachrichten abwarten, ehe sie sich arüber schlü fig mackie, ob ein Fall vorliege, der Anlaß zu diplomatis en VorsieUungen biete. Curzon be- merkte ferner, daß die von Indien nach Suakin gehenden Truppen zur Vertheidigung Suakins und des um- gebenden Bezirks verwandt werden würden, aber nich an den Operationen im Nilthal theilnehmen sollten. Derselbe theilte weiter mit, daß die Berichte des Konsuls Fix;- maurice in Smyrna über die Niedermeßelungen in Biredfchik und Urfg eingetroffen seien und dem Parlament zu- gehen wurden. Aus den Berichten ergebe sich, daß die turkischen Behörden keine Maßregeln zum Schuhe der Armenier oder zur Verhinderung der Gewaltthaten in Urfa und Biredschik getroffen hätten; vielmehr sollten an der zweiten, in Urfa stattgehabten Meßelei die türkischen Truppen ihätigcn Yntheil genommen haben. - Schließlich nahm das Haus nach funftägiger Debatte mit 423 gegen 156 Stimmen die zweite Lesung der Unterrichts-Bill an.

Frankreich. Der Prinz Eugen von Schweden und Norwegen staitete, wie aus Paris gemeldet wird, gestern dem Präsidenten Faur e einen Besuch ab, den dieser bald darauf erwiderte.

Rußland.

In der neuen Admiralität fand gestern, wie „W. T B.“ aus St. Petersburg erfährt, in Gegenwart des Kaisers die Kiellegung des Hochseckanonenboots „Guiliak“ und der Stapellauf des Panzerschiffes General : Admiral Apraxine“ statt. Alsdann erfolgte von dem Doch der balti-

-schen Werft der Stapellauf des Kreuzers [. Klasse „Rossija“.

Es ist „dies der größte Kreuzer der russischen Flotte; von den europäisehen Flotten besiht nur die britische zwei größere Kreii'er, den „Terrible“ und den „Powerful“.

er Minister des Kaiserlichen Hofes Graf Woronzow- Daschkow, der Ober-Hofmarschnll Fürst Trubeßkoi und der Großmarschali für die Krönungsfeierlichkeiten Graf Yahlesn sind gestern von St. Petersburg nach Moskau a gerei t.

_ Zn Moskau sind gestern bereits der Großfürst Nikolaus, mehrere Botschafter, Gesandte und andere Mit- glieder des diplomatischen Korps ferner der Unterrichts- Minister, der Gehilfe des Obcr-Prokurators des Heiligen Synods, der General Ganehky, sowie die Deputation der orientalischen Patriarchen angekommen. Lestere wurde am Bahnhof von den Vertretern des General-(Gouverneurs, dem Metropoliten, dem General-Koniroleur, dem Bürgermeister, deiii Präfekten, dem griechischen Gesandten und der griechischen Geistlichkeit empfangen. Aus dem Kaukasus ist die zu den Kroiiungsfeierlichkeiien befohlene Abtheilung des Dragoner: Regiments „Nishnij-Nowgorod“ eingetroffen.

Italien.

Ein großer Theil der &estrigen Si ung der Deputirtcn- kammer war, dem „W. . B.“ zufo ge, der Begründung der von den Deputirten Cavallotti und Moratori gestellten Anträge, betreffend die Vorlage der Akten über die Unter- suchung, welche auf Anordnung des Minister-Präsidenten di Rudini über verschiedene administrative Dienstzweige im Ministerium des Innern angestellt wurde, gewidmet. Die Anträge gaben Anlaß zu lebhaften Augeinanderseßungcn zwischen den Deputirten meriani und 5 eroni, sowie Cavallotti und (Halli. Die Si ung mu te unterbrochen werden. Der Minister:Präsident di udini lehnte eine von- ständige Veröffentlichung der Akten ab und erklärte, daß nur diejeni en Theile zur Veröffentlichung gelangen würden, welche das arlament interessieren könnten.

Zum Präfekten der vatikanischen Archive an Stelle des verstorbenen Kardinals (Halimberti wird der Kardinal Fran- ceSco Segna ernannt werden.

Spanien.

Die Deputirtenkammer wählte Pidal mit 253 Sifimxneln zum Präsidenten. Ein Gegenkandidat war nicht an gete 1.

Der Minister für die Kolonien Castellano hat die Nach- richt, daß der General We ler die Absicht habe zurückzutreten, formell für unbegründet e iärt,

Rumänien. Die Session der eseßgebenden Körperschaften ist ostern durch eme Bot (haft des Königs geschlossen worden.

In derselben wird konstatiert, daß trotz der Auxhebung der Steuern für den Klerus und der Herab ckung der Budget-Voranschläge, dank den eingeführten Er parmsien, das Gleichgewicht des_ Budgets erhalien geblieben sei. _Die bewilligten Kredite sicherten die Vollendung der Eiken- bahnen und des afens von Costanza; die genehmigte Anleihe werde der wirih chaftlichen EntwickelunT des Landes dienen; fie finde ein Aequivalent in dem durch as rumäniéckze Eisen- bahnneß dargestellten Werthe. Die Botschaft zählt o ann die angenommenen Gesekentmürfe auf und dankt dem Parlament für seine Arbeiten.

Serbien.

Der „Neuen freien Presse“ wird aus Belgrad beri tet- der Minister-Präsident Novakowic habe an den österreich fck- ungarischen Gesandten von Schießl eine Note geri tet,-worin die Ernennung des Präfekten Stefanowic zum In pektor im Miniéterium des Innern als Degradierung bezeichnet werde. Auf erbi cher Seite werde gehofft, daß durch diese Aufklärung der Zwis enfall erledigt sei.

Bulgarien. Die Fürstin Marie Luise ift estern Abend mit den rinzen Boris und Cyrill in So a eingetroffen und am Bahnhofe von dem ursteii empfan en "worden. „Ferner waren die Mitzister, ie _„Spißen der ehorden, sämmtliche Geistliche forme der iurkische Vertreter zum Empfang

erschienen.

Schweden und Norwegen.

Zn gan Schweden wurde gestern der vierhundertste Geburtstag ustav Wasac's gefeiert. In den Kirchen und Schulen wurden Vortrage Über das Leben und Wirken dieses Kimi s gehalten. , .

as norwegische Storthing _hat den Vorschlag, am National-Feiertage, dem 17. Mat, die sogenannte reine norwegische " lagge, ohne die Unionsmarfe, auf dem Starthing-Gebau e zu hiffen, mit 85 gegen 29 Stimmen ver-

worfen. Amerika.

Dem argentinischen Gesaridten in Berlin ist, dem„W. T. V.“ zufolge, vbn der, argentinischer) Regierung eine Mit: theilung iiber die Gr'enzreézulzerung mit Chile zu:

e angen , wona die we entlichen Bestimmungen des 8Lib ommens folgende «sind:

Die grgentiniscbe Grenze dehnt „sich auf der Anden-Kette nach Norden bis zum 23. Grad sudl. Breite aus. Zu der Absteckung dieses Theiles der Grenze wird die Republik Bolivia mit eingeladen. Der Hito von San Francisco ist bei den Verhandlungen ganz außer Be- tracht geblieben und nicht einmal mehr als mögliches Präzedenz für eine zukünftige Abgrenzung behandelt worden; die dort früher vor- genommenen Arbeiten soklen nur_ als erläuterndes Studien- material betrachtet werden. Die. in den Verträgen von 1881 und 1893 und in der Konvention vom 6. September 1895 festgestellten Verfahren bleiben in Kraft. Meinungsverschiedenbeiten, welche bei der Festsetzung der Gxenzpfähle in den Cordilleren entstehen könnten, und 1": er welche die beiden Regierungen eine freundschaftliche Ciniguna nicbt sollten erzielen können, werden dem Schiedsiiericht der großbritanniscben Regierung unterbreitet, welche über solche Meinungs- verschiedenheilen, unter genauer Berücksichtigun der erwähnten Vertrage und nach vorhergehendem Studium des etreffenden _Landstricbes, durch eine von dem Schied§eichier selbst zu ernennende Kommisfion in jedem einzelnen Fall entscheiden soll.

Asien.

Aus Shanghai berichtet das „Reuter'sche Bureau“, der Agent der Russischen _Dampfschiffahrts-Gefeüfchaft habe ein dem Hause Fergusson m Chefoo gehöriges Stück der Küste erworben: wie man vermuthe, zu dem Zweck, um dort eine Mole zu bauen. Andere äuser in Chefoo hätten hiergegen Einspruch erhoben, die chinefi chen Behörden aber, auf Intervention der russischen Regierung, einem betreffenden Antrag des russischen Vize:Konsuls siaitge eben. Wie das genaiinte Bureau weiter erfährt, laufe diese Yusiimmung der chinesischen Behörden den verbrieften Rechten der britischen Unterthanen zuwider, und es Unterliege der Thaibesiand zur Zeit der Prüfung der britischen Regierung.

Afrika.

Der „Tribuna“ wird aus Massomah berichtet, das Militärgericht habe gestern den Ankla e-Beschluß gegen den General Baratieri erlassen. Der ajor Salsa werde noch immer von Menelik gefangen gehalten.

Parlamentarische Nachrichten.

Die Berichte über die gestrigen Sißungen des Reichs: tags und des Hauses der Abgeordneten befinden sich in der Ersten Beilage.

- In der heutigen (90.) Sißung des Reichstags, welcher der Staatssekretär des Innern, Staats-Minister ])r. von Boetticher und der Staatssekretär des Reichs-Schaß- amis ])t'. (Graf von Posadowskt) nebst Komniiffaren beiwohnten, wurde die zweite Berathnng des Geseh- entwurfs, betreffend Abänderung des Zucker- sieuergefeßes, fortgeseßt bei „8 75, welcher bestimmt, daß die erstmalige Feststellung der Kontingente un: mittelbar nach Verkündigung dieses Gesetzes pro 1896/97 er- folgt und alle diejenigen abriken umfaßt, welche bei Ver- kündigun des Geseßes ereits im Betriebe oder zum Betriebe ?eriig oder welche vor dem 1. Dezember 1895 in der Herstellung begriffen waren. Die späteren Kontinßeiitierun en sollen bis zum 1. November eines jeden Betrie S1ahres xZint das darauf folgende Betriebsjahr stattfinden.

Abg. Müller-Fulda (Zentr.) beantragte den Zusatz, da die Kontingentierung für al1e Zuckerfabriken stattfinden solle, glei viel, ob sie nur Rüben, Rüben und Melasse oder ausschließlich Melasse verarbeiten.

Aba. von Podbielski (d. kons.) wünschte den Zusaß, da die- jenigen Fabriken, welcbe theilweise ihre bisherigen regelmäßigen üben- bauer bon der Lieferung der Rüben ausschließen, auf Antrag der aus- geschlossenen Rübenbauer eine entsprechende Verminderung ihres Kontingents erfahren können. '

Bei Schluß des Blattes begründete der Abg. von Podbielski seinen Antrag.

- In der heuti en 71.) Sißun des auses der Abgeordneten, inwe cher er inanz- inister r.Miquel, der Minister der öffentlichen Ärbeiten Thielen und der Minister für Landwirthschaft 2c. (Freiherr von „Hammer- steinÉugegen waren, gelangte der eseßentwurf, betreffend dixs nerbenrecht bei Renten: und Ansiedelungs- gutern, zur dritten Bexathung. _

Eine Generaldiskussion fand nicht statt.

In der SpezialdiskuYion wurden die §§ 1 bis 23 ohne

batte angenommen. ei § 24, welcher in der zweiten LLsung nach dem Antrag Gorke fol ende Fassung erhalten at: „Eine nach Maßgabe der §§ 2 und 23 begründete „entenbankrente wird, soweit sie etilgt ist, auf Antrag des Elgenthümers im Grundbuch elö cht“, bemerkte

Geheimer Ober-Regierungs- atb Hermes: Die Absicht des Hauses, daß die Rente obne Intervention der General-Kommission auf Antrag des Eigentbümers gelöfcht werden solle, weide allerdings dUkch „diese Fassung erreicht, er habe aber Bedenken gegen die Worte ._soweit sie-getilgt ist“; denn ene theilweise Löschung einer Amor- tisationsi'ente könne überhaupt nicht vorgenommen werden. Die

sicht des Hauses werde erreicht, wenn statt „soweit' „sobald“ ge- sagt oder der § 24 auch aus estrichen werde.

Abg. Gorke (Zenn. er rte ck mit der Streichung des § 24 einherstanden, da der Eigentb mers on nach dem Eigentbumöerwerbs- Issey und der Grundbuchordnung das Recht habe, das ihm durch “2: 2x. “3?" "““?“iiile- . . .. F . .. . .

. 1 ti on . ean rag e, C a ung kk erren au ' NWR"? wiederherJUJieLlen, wonach eine getilgte Rentenbankrente im

Grundbuckoe nur gelöscht werden kann auf Ersuchen der General- Kommisfion. wenn das Gut die Anerbengutseigenscbaft verloren hat.

Abg. Graf Strachwiß (Zentr.): Man könnte den Antrag Schilling einnehmen, wenxi sich das Gesch nur auf die Rentengü-ter bezoge, die in Zukunft gebildet werden. Ich habe darauf verzichtet, einen dabin ge enden Antrag zu stellen, weil er keine Aussicht auf Annahme bat. ,Ich bedauere, daß das Geseh rückwirkende Kraft bat.

Abg. Schelling machte darauf aufmerksam, daß § 24 fick) nur auf Renten bezieht, Welche nach §§ 22 und 23 dieses Geseßes, also erst in Fukunft, begründet werden. '

Ge eimer Ober - Regierungs - Rath Hermes bestäiigie dies und bat um Annahme des Antrags Schilling.

2159. Willebrand (Zentr.) bemerkte, daß der Bauer nie gern zu Loschungen_ geneigt sei, „daß es ihm aber, wenn er einmal Kapital ayfnebmen muxse, auch fretstehen müffe, dies an der Stelle einer ge- itigten Renten ankrente zu thun, weil er dann den Vortheil billigerer Zinsen habe. Er bitte, den § 24 zu streichen, weil, was er bezWecke, schon durch das Geseß bestehe. -

_ Daxauf wurde nach der Ablehnung des Antrags Schilling der § 24 gestrichen.

Der Rest des Geseßes und das Geseß im Ganzen wurden

angenommen.

( Schluß des Blattes.)

Entscheidungen des Ober-Veertungsgerichts.

Die Ortspolizeibehörde ist, nach einem Urtbeil des Ober-Ver- Wltyngßgerichts, 1. Senats, vom 12. November 1895, zum Ein- schreiten gegen öffentliche Ausstellungen befugt, welche den öffentl'icben Anstand verletzen und geeignet sind, öffentliches AergermßäFu erregen, wenn. auch diese Verlehung des öffentlichen An- standes ni t strafbax erscheint. - Der .Naturarzt“ X. batte in sei- nem Schaufenster ein Bild öffentlich auSgesteÜt, worin Jesus, in der Hand eine_ Weintraube Birne und Kornäbren haltend, dargesteüi, und das'mit der Ueberscßrist „Unser Jesus als göttlicher Naturarzt", sowie unt der Umschrift:

.Das ist das Brot Gottes, wel es Vom Himmel herabsteigt

uni) der Welt das Leben giebt. ob. 6, 33.“ vexseben ist. Die Polizei-Dicektion gab dem X. die Entfernung des Bildes unter Anprobun einer Zwangsstrafe auf, que en X. Klage erhob. Der BezirkIausßchuß hob die angefochtene Poizeiverfügung auf. Der Berufung der beklagten Polizeiberwaltung wurde vom O_ber-Verwatungsxzericbt stattgegeben, indem es begründend aus- fubrte: _ „Die Polizeibehörde ist im Vorliegenden Falle nicht zur Ver- fylgung oder_zur Verhütung einer strafbaren Handlung eingeschritten; eine unter die Strafbefiimmung des § 166 Str-G-Li. fallende Be- schimpfung Christi yder des_Sakraments bes Abendmahls ist, wie die Beklagte aiisdrucklich erklart hat. Von ihr in der Aushängung des Bildes, mcht erhlickt worden. Vorausseßun _des polizeilichen Ein- schreitens ist aber nicht nothwendig aUein ein igirafbares Verhalten desjent en, gegen welchen eingeschritten wird. Wenn im gemeinen Recht Jin Uebereinstimmung mit der positiven Vorschrift im § 10 11 17 des Allg. L.:N.) unter anderem die Erhaltung der öffentlichen Ordnung dem Amt der Polizei zugerechnet wird, so ist dadurch die öffentliche Sittlichkeit und der öffentliche Anstand mit unter den Schutz der Polizei gestelitx und zwar auch dann, wenn deren Ver- leßung nicht gerade strafbar erscheint. Im vorliegenden Fall hat der als sogenannter Naturarzt praktizierende Kläger einer bildlichen Darstellung Jesu durch die Ueberschrift, mit der er sie ver- sehen, und durch den Play, auf welchem er sie angebracht, eine solche Beziehung zu seinem Gewerbe gegeben, daß daraus eine Reklame für das leßtere und gewissermaßen die Bestimmung des Bildes c:!s Aus- hängeschild für das Gewerbe deutlich ersichtlich wird. . . Von der bildlichen Darsteüung der Person Jesu ist unter Umständen (Ge- brauch gemacht, welche geeignet find, öffentliches Aergerniß zu erregen. Hiergegen, wie geschehen, einzuschreiten, ist die Polizeibehörde für wvhlbefugt zu erachten, und ist daher,. unter Abänderung der Vor- entscheidung, die Klage gegen die polizeiliche Verfügung abzuweisen gewesen.“ (1. 1430.)

Kunst und Wissenschaft.

Wie die „Kölnische Zeitung“ aus Bonn meldet, ist der Kaiser- liche Geheime Regierungs-Rath, Professor Dr. Karl Finkelnburg, eine der bervorragendsten Autoritaten auf dem Gebiete der öffentlichen Gesundheits- und der Irrenpflege, am Montag Abend daselbst am Herzschlage gestorben. Finkelnburg War gm 16. Juni 1832 geboren und absolvierte das ärztliche Staatßexamen im Jahre 1854. Er widmete sich der Jrrenheilkunde und verband damit ein spezieÜes Studium der Hygiene, habilitierte sich später für dieses Fach in Bonn, wo er auch zum außerordentlichen Professor ernannt wurde. Nach mehrsaihen Studienreisen veröffentlichte er im Jahre 1874 eine eingehende Schilderung des damaligen Standes der öffentliiZen Gesundheitspfiege in England, ferner eine Abhandlung über den , influ der beuti en Unterrichtsgrundsäße in den Schulen auf die Gesund eit“ und ii er den „Schuh der Xistigen Gesundheit“ Auf Grund dieser Schriften wurde er bei rrichtung des Kaiserlichen „Gesundheitsamis _in Berlin als erstes ordentliches Mitglied dieser Behörde hier- ber berufen und fungierte als Deiernent füx das_ ge- sammte Gebiet der Hygiene. Nach mebrxabrtgem Wirken sc_bied er aus dem Gesundheitsamt wieder aus und ging iiach Bonn zuruck, ivo er seine akademische Lehitbätigkeit wieder aufnahm. _chn seinen weiteren Publikationen sind noch hervvrzubeben die uber den „hygienischen Gegensaß von Siadt und Land*, über die „Errichtung und Organisation ländlicher Krankenhäuser", über die „Einrichtung von Volkssanatorien für Lungenschwindsüchtiiie“ xc. In den le ten Jahren hatte Professor Finkelnburg an der UniVersiiät Bona eine Vorlesungen mehr gehalten.

- Aus Budapest vom heutigen Tage meldet „W. T. B.“: Das ,Amisblatt" veröffentlicht ein Königliches Handfckxreiben, welches gestattet, daß die Budapester Universität anlaßlich des iausendjäbrigen Be landes des ungarixchen Staats den Erz- herzog Joseph zum Ehrendoktor der ilosopbie und den Hexzog Karl Theodor in Bayern zum, brendoktor der Medizin, ferner die ÉYrofefforen Sobm-Leipztg, Hübler-Berlin, von Liszt-

lle zu rendoktoren der gesammten Rechtswiffenscbaften, den

rofe or Freisen-Paderborn zum Ehrendoktor des kanoni chen Rechts, den rofeffor Virchow-Berlin um Ehrendoktor ber xdiztn, die

rofe oren von Bunsen-Heidel erg, Wundt-Le zig, Grmim und Nommsen-Berlin zu Ebrendoktoren der Pbilosop ie promoviere und denselben die betreffenden Doktordiplome ausfolge.

Land- und Fokskwjkthslhkst-

Auf dem mit Fahnen escbmückten Zentral-Viebbof ist heute die 22. Mastvieb-AuÜtellung eröffnet worden. Die Schau gehört zu den besten, die Berlin je eseben, wenn auch die Beschickung ein klein wenig gerin er ist als im orjabre. In diesem Jahre batten insgesammt 168 Aus teller in 811 Nummern 1098 Thiere angemeldet (im Jahre 1895 1175), die allerdings nicht alle zur Schau gebracht sind, weil Seuchen und andere Krankheiten eine Reihe von Kollektionen vom Berliner Markt ferngehalten haben. Von den 177 :Uusétellern des Vor- jabrs sind 55 wieder vertreten, während 123 entweder uber auxt kum ersten Mal oder doch nach längerer Pause die Berliner Schau be ch ckt haben. Das Interesse der brandenburgischen Züchter ist sichtlich im Stei§e9n

begriffen, denn 1 re abl ii seit 1892, wie fol t, estiegen: 25,

37, 48. und bett gt n die em Jahre 54. Au osen wendet der Berliner Ausstellung größere Aufmerksiamkeit ja" den 6 Ausstellern dieser Provinz im Jahre 1892 Leben n diesem Jahre 32 ge enüber. Pommern hat schon seit Ia ren die Bedeutung des erliner

, sluis: Lieferun von Garn, Hanf, Band Tuch, Leinwand, "YUV- .ÉUL und s

Marktes ricbti begriTen, in diesem ahre aber die Zahl der auSgestellten iere no Jesteigert. W reußen ift diGmal durch weniger, aber größere Ko ektionen vertreten. Schleswig-Holftein ma ! einen erneuten Versuch, neben dem Hamburger *Markt, auf dem die robinz schon dominiert, aucb Berlin sich als Absavgebiet zu sichern. Das Königreich Sachsen ist dießmal ganz weggeblieben, nachdem die: Versuche, dem Meißener Schwein bier Geltung zu verschaffen, wenig Erfolg. gehabt haben. Braunschweig und Bremen vertreten wieder in bedeutsamer Weise die Ge- biete der Zucht der Doppellender. -- Was nun die einzelnen Ab- theilunxéen der Ausstellung anlangt, so ist wie immer die größte die der R nder mit 661 Haupt. Das schwerste Thier der ganzen Ab- tbeilun ist ein brauner siebenjähriger Ochse (Nr. 533 , ein Thier ?sfiscber Raffe, das 1190 kg wiegt und damit das s werft: Thier der vorjährigen Schau noch um 20 kg übertrifft. Die beiden älber- kla en zählen zusammen 193 Nummern" darunter find 92 Doppellender.

Au bier finden sick) recht stattliche T iereMso das Bullkalb Nr. 177 ..

mit 274 kg. Das Thier gehört einer von eyer-Vremen aus estellten Ko_l1ektion an, deren 7 Thiere ein Gesammtqewiibt von 166 kg re- prafentieren. Die meisten der Züchter und Mäster von Kälbern sind Kleinbesißer. Das Hauptinteresse beanspruchen die beiden Klassen der, jun en Ochsen, deren Aussteller diesinal um den Preis eiiier Maje tät des Kaisers zu konkurrieren haben. Man findet in beiden l'affen Kollektionen, deren Anblick jeden Kenner erfreuen muß. Durch, die Zahl der Thiere imponiert vor allem der bekannte brandenbur tsche üchter Kreßschmar-Sellin, der zwei große Kollektionen gusste :, von denen die eine. Nr. 207 bis 220, 14 Thiere, em Geiammtgewicht von 8607 und die zweite, Nr. 260 und, 263 bis 267. ein solches von 3805 kJ zeigt. Sehr _außgeglichene und schwere Thiere hat auch Opitz von Boberield-Mitoslaw unter Nr. 221 (675 kg), 270 (775 kg) aus- Ystelli, während die Thiere, die Rittergutsbesißer von Tiedemann-

eeheim vorführt. auch sehr schöne ormen zeigen, nur nicht ganz so schwer sind. . Auch viele Händler, 5 e bei dem Wettbewerb um den Kaiserpreis nicht in Betracht kommen, haben beide Klassen mit beachtens- werthen Thieren beschickt, fo namentlich Louis Alexander-Vromberg, der Thiere aufgekauft hat, welche der fiskalische Gutsverwalter der An- siedlungß-Kommission Krause gezüchtet und gemästet hat. Die Thiere der übrigen 6 Klassen, der Rinderabtbeilung sind nach Stämmen ge- schieden. Unter den in Betracht kommenden 373 Thieren find 186 Vertreter der Stamme des deuéckpen Tieflandes, 118 Rinder des deutschen Höhenlandes, 6 Thiere englischer Raffen, 56 Kreuzau s- Zrodukte und „6 Vertreter der schlesischen bezw. mecklenburgisckßen andraffe. 'Die Niederungsschläge dominieren in den Klassen der Kühe, der 1ungen Ochsen'und der Bullen, die Höhenscbläge bei den älteren Ochsen. Die englischen Rassen treten immer mehr zurück; sie haben, weil sie zu viel Fett ansehen, in der jetzigen, mehr auf das Praktische gerichteten Zeit den Beifall der Züchter sebr verloren. Mit der Vorführung der schlesischen Rasse macht die Herrschaft Bomst eine:) rccht gelungenen Versuch. Kühe sind _ins esammt 66, ältere Ochien 230 ausgestellt;_ dieses Verhältniß entjpxth den tbatsächlichen Vediirfnissenxdes Berliner Marktes. Schöne e haben vor allem Kreß1chmar-Sellin, Opis yon Boberfeld und ])r. Bremer-Jettbausen, fcböpe Ochsen AmtSratb Köhne-Brändel (Nr. 385-389, im (HSsammt- gewicht von 3566 kJ, von KoLcielSki-Milaslaw und Schadow- Alt-Gandau angesteUt. Prachtexemplare sind auch die Produkte der Mast der Zuckerfabriken, die beiden Kollektionen von Schröder-Weffel- buren, Nr. 477-481 und 580-584, im Gesammtgewicht von 9548 kg. Bullen sind 77 ausxzeste'Üt gegen 59 im Vorjahre und 48 im Jahre 1894. - Die Abtheilung .Scbaie' umfaßt 99 Nummern mit 269 Thieren; 63 derselben sind Merinos, 99 ebören dcn kurzwolii en en lischen Rassen an; die langivKligen eng- lischen affen 5Find „gar nicht vertreten; der Rest entfällt auf die Kreuzungen. Die Aqßsteiler bleiben in dieser Abtheilung fast immer diesexben; neu ist dieSmal zu den Ausstellern des Vor- jahrs Schlange-Scböningen hinzugetreten. - Die Abtheilung „Schweine' geht von Jahr zu Jahr zurück; während 1883 439 Nummern und noch 1887 264 Nuxnmeri) ausgefteüt waren, betrug im Vorxabr diese Zahl nur 67, und in diesem Jahre ist sie gar auf 51 gesunken. Die 51 Nummern „umfassen 152 Thiere. Troy des bescheidenen Um- fangs ist jedoch gerade, diese Abtheilung dieSmal interessant. Die deutschen Sch1achtermnungen hatten auf Veranla ung der Schweinezüchter in einer umfangreichen quuéte ibre Wüns e nieder- gelegt, und die Ausstellung giebt nun zum ersten Mal Gelegenheit, zu sehen, wie diese Wünsche von den Züchtern berücksichtigt worden sind. Die Berliner Innung hatte sich speziell für Yorkshires ausgesprochen, ' und 54 von den angesteUten Thieren gehören in der That dieser Ra e an, „während 15 andere weiße Schlage 34 Kreuzungen von Yorks ire mit Berkshire, 15 solche don Yorkshire mit Landschweinen reprasentieren und die Berkshire-Raffe dur 19 und deren Kreuzun en 'mit Landschweinen durch 13 T iere vertreten sind. "YO in ezug auf Haltung und Jütte- rung hat man den ün_schen 'der Berliner Schlächter Re nung xu tragen gesucht, namentlich bei den Thieren, welche die Deutsche LandwirtbsOaftheseÜschc-ft durch Herter-Burschcn bat ausstellen laffen. Als alibewabrter Aussteller sei noch Beilke-Gudenbagen und als neu erschienen 1)r. von dem Borne-Berneuchen enannt. - Mit der Schau ist wieder eine Ausstellung bon aschinen und (Ge- räthen verbunden, welche von 33 Firmen beschickt ist.

Wien, 12. Mai. (W. T. B. Die Sektion für Ackerbau und Viehzucht der Laubwtrtbschafts-Gese schaft berieih den Antrag über die Errichtung einer mttieleuropaiscben Schutzkonventiou mit veränderlichen Sebußzöllexi gegen die überseeische Getreideproduktioii. Es wurde die Einberufung einer Generalversammlung der Mitglieder schrl _?andwirthschaxis - Gesellschaft zur Beratbung des Antrags be-

_ vj en.

Gesundheitswäen, Thierkrankheiten uud Absperruugs- Maßregeln.

Griechenland.

Die für Herkünfte aus Egypten angeordnete 48ftündige Be- obachtungsquarantäne ist in eine solche von fünftägiger Dauer um- gewandelt worden. (Vergl. ,R.-Anz.' „Nr. 101 vom 28. v. M.)

Hinterindien.

Duri!) Bekanntmachung der Kolonialre ierung in Singapore vom 1. v. M. ist für Herkunfte von der In el Hainan wegen Auf- tretens der Veulenpest Quarantäne angeordnet worden.

Verdiugmigeu im Auslande.

Italien. Ohne Datum. Municipium Mailand: Lie erung von Wa ermeffem. Vorab ifi behufs Auswahl des geeignetsten ysiems ein ettbewerb aus eschrieben. Näheres Uuujeipjo (ZSJrstario (161 rjpardo 109)

Ma land. Niederlande.

Ohne Datum. Die Gemeinde-Gasfabrik zn Deventer fordert auf zur Preißangabe für 80000 kg englische oder deutsche Gaskoblen, Bedingungen bei Franko-Anfra e zugesandt.

Ohne Datum. Preisanga e erbeten von 250 Karten MQWZ'W kohlen, balb Brenn- halb Fettkoblen, 1. Qualität, au Probe, 1 kg per Karre, zu liefern vor 1. August d. J. an das a azin von „äs 14661111 78.11 kardon“ zu Spykeniffe. Adresse Dykgxaa C. vanHolK

da elbst. s 22. Mai, Vormittags 111- Uhr: Marine-Direktioa in Uevoet-

euerlö erät aften nethubebör, er, Weißble en- Jaaren,s obilich Leder, Bürsten und Zulickpen Arti ln, en, Köthen, Tafel erätb, Glas, T onwaaren und Porzellan. , Linoleum, u abtretern aus ummi, Lampen, Laternen, tourin- kerzen, “Do ten, Schreib- und Zeichenbedürfniffenwéa “u. . ». Bedin ungen für 20 eig. im Bureau der genannten ar e. on erhält! ck und liegen daselbst sowie in den Bureaux der Provkzsialz

: «..“-* kAKMMQWMW-MMÜW '