Dien?“ Ferdliuer sYhil armonisebe Or ester ist am - ta en von ner majbtsémß dasselbe in Ko enbagen fünf “Konzerte und zwei öffentlcbe "Generalproben, 'in Cbri iania fünf Kon erte, in Gotbmbur drei " KMM? und zwei Matinéen in Malmö, ock. Stra! und; reifs- wald und Anklam je ein, Konzert gegeben bat. Ni t nur der „künstlerische, ondern *auch der materielle Erfolg der von der .Konzert-D rekTion Hermann Wolff arrangierten Rundreise war ein außerordentlicber Am 2. Juni begiebt eßck) das Phil- ' “1337"352ch“"B"13171"“3NTM- 5..?,...d§? «:?; we der eu e o er e egen er - veranstaltet, mitzuwirken; Hof-Tkapellmeifier 1)r. Muck w rd dieses
rtdiii . , Konze ür dieß'ieTri-fxfüßruug bes „Requiem“ von Berlioz, welche
' en Wun rer Ma estät der Kaiserin am „Montag, FY 1Yu§Zstin der §PstXYilIhhartnonie stattfindet, ist eine offentlicbe Probe nicht angesetzt. Außer dem Pbilbaxmonischen Orchester. welches “tm Interesse dieser Aufführung seine Ferien unterbricht, wixken, wie bei den früheren Aufführungen, noch vier Neben-Orchester mtt.
Maunigfaltiges.
Am mor i en Sonnabend bai die Berliner Gewerbe-Ays- stell ung ihre? gerste'n Galatag. Es ist eine prachtvolle I llumin a'tt on " der Partien um den geplant, zu der die großartigsten . Vorbereitungen getroffen werden. *Die Ufer-Etnfaxsungen des
Sees und die beiden Promenaden um dexiseb en werden durch Tausende und Aberjaufende von Glublampchen in länzendster Weise erleuchtet werden. So wird dieser Theil der Aus- tellung, der scbon durch die jeyt in voliem Umfange funktwnierqnden elektrischen Bogenlampen taZeshell beleuchtet tt, dann in ver- stärkber blendender Lichtiü e erstrahlen. men besonders prächtigén Eindruck werden die Bogen dex Wandelbaüe des Hauxt- industrtegebäudcs machen, die ebenfalls mit Tausenden von Gini)- lämpchen geschmückt werden. In d_en Haupipartien des Parks werden von [FM zu Zeit mächtige bengalijcbe Feuer abgebrannt werden, die in (: en Farben schillern und weithin em Meer von Licht Verbreiten. Der Eintrijtspreis beträgt bis 5 Uhr 50 „3, Von 5 Uhr ab 1 „ja.
.Kießlina's Großer Verkehrsplgn von Berl_in und Vororten“ (Maßstab 1:20000; sechßfarbtg Pt. 2 W, funffarbig Pr. 1:1 519. Unter diesem Titel veroffentlicht der Verlag von Alexius Kießling (Berlin ZM„ Kleinbeerenstraße 26) soeben , einxn neuen Plan.. Derselbe reicht westlich „bis zum Spandauerbock," niirdltxh bis Reinickendork und Pankow, östlich "bis „Lichtenberg, subltch bts Stegliß, Tempe bofund Britz; er exitbalt sammtlicbe fertigen und "» projektierten Straßen Berlins und seiner Vororte, die Hausnummern an den Straßenecken, die Berliner Postbezitke und Gemarkungß-
renzen. Die Linien der Eisenbahnen, Dampfstraßenbabnen,_ elektri- cben Bahnen und Pferdebabnen smd roth gedruckt. Auch dre Trace der elektrischen Hochbahn und die der südlichen Vorortbabnxn sincht man bereits darauf eingetragen. Ein besonderes Lob Verdienen die saubere Ausführung und der geschmackvolle Farbendruck.
Rechtzeitig vor Beginn der Reisezeit bat dxr ng zklub auch in diesem Jahre wieder seine .Routenkarte der wichtt sten Wege, Post- und Omnibuslinien im Harz" (7111. Ja rgang 1896,“ Preis 25 H) herauSgcgeben. Durch Hmsieüunq tn Steinbruck ist die neue Ausgabe gegenüber ihren 7 Vorauflagen wesentlich verbessert: die Linien smd zarter, das Kolorit gefälliger, alle Namen deutlich und die
"niveise _an die Kilometertabelle zum direkten „Ablesen der Ent- ernungen in die Wigelinien selbst eingeiragen. Dre Karte hat [)somit eine ganzliche Umarbeitung ihrer äußern Gestqlt. und, zwar se r zu ihrem Vortheil erfahren. Aber auch inhaltlich ift fie wieder weseytlich erWeitert worden. So findet man jeßt die Bezeichnungen für Wohnplgße in vier Gruppen gejbeilt: Städte, Dörfer, einzelne Gehöfte und Forstbauser. Sehenswerthe Ruinen sind durch ein Zeichen kenntlich gemacht, ebenso die von den Zweigbereinen erbauten Schußbütien und Aussichtsthürme. Die Rückseite enthält die Sommerfabrplane aller in den Harz hinein führenden Eisenbahnlinien und ferner eine Zusamxnenstelwng aller Posten, Postomnibus- und Privatomnibus - qbrzeitcy. Die Karte, welcbe alien Harzwanderern als zuvkrlässigcr eisebe'gleUer empfohlen sei, ist von dem Ersten Schriftführer des Harzklubs, Buchbändler «H. C. Huchin Quedlinburg, zu beziehen.
Kiel, 13. Mai. Heute Vormittag Zfand bierselbit die fcicr- liebe Eröffnung der Schlcswig-Holfteinischen Pro- vinzial-Gewerbe-Yusstellung statt, welcbe mit eincr inier- nationalen SchissabrtS-Ausstellung Verbunden ist. Die
ordlands-Künftlerfa rt antückacklidrk-,_
Zeieerurde mit einem Festmarsä; und dem Gesang einer estkantate
n eleitet. Dann hielt der Ober-Büxgermeifter Fuß die röffnun s- redL, weiche in einem Hoch auf Seine Majestät den Kaiser gipbfe te. Auf Ersuchen des Geheimen Kommerzien -Natbs Sartori ert eilte
ierauf der Ober-Präfident von Steinmann die Genehmigung zur
röffnun , an welche sich ein Rundgang der zahlreichen Festversamm- lung dur die Ausstellung entschloß.
Nordseebad Westerland-Sylt, 13;Mai. Bei dem Wett- bewerb um Entwürfe zum Neubau des hiesigen Kurbauses hat von den einge angenen 23 Arbeiten dieÉniFe des Professors an der Te nischenFo schule zu Cbarlotienburg o mer und des Architekten JaFoy in .nl 11 den ersten Preis erhalten. Auch nd die Verfasser von der Gemeindevertretun? mit der schleunigen uEarbeitung der s eziellen Entwürfe, Detai s u. .w. und mit der Oberlettun des Hanes betraut wvrden. Somit st Aussicht vorhanden, daß der 'eu- vor Eröffnung der Saison 1897 vollendet. wird. die Arbeit der Architxkten Hetmgnn,
abr und Vabl zu Neubabelsberg bei Berlin, an dritter
teile die Arbeit des Architekten Eugen 'Frißscbe _ zu Berlin mit reifen ans ezeicbnet wyrden. Zwei „weitere Entwurfe wurden auf ntrag des - reisgerichts von der Gememdevertretung an- ekauft. Verfa er der leßteren sind die Architekten Mabrenbolz und &bronicker zu erlin und Architekt Georg Thielen zu Hamburg. Die vertbeilten Preise betragen der Reihe nach 2000 „;ck, 1200 “M und 800 „ss Die angekauften Entwürfe gehen zum Preise. von je 500 ck in den Besiß der Gemeinde über. Außer den pramtierten _und (111- gekauiten Arbeiten bieten auch noch viele der übrigen Enxwurfe reiz- volle Einzelheiten und geben in ihrer Gesammtbeit Zquntß 'von dem rastlosen Fortschreiten, dem ernsten Streben und der vielsetitgen Ve- gabung unserer jungen deutschen Architekten.
amm i. Westf. Der hiesige Rathsherr B,a_charach hat an- läßli der Feier seinks fünfundzwanzigjährigen Jubilaums als Stadt- verordneter die Summe von 10000 .16. der Stadt Hamm Mit der Bestimmung vermacht, daß von den Zinken dieser Summe arme Wöchnerinnen aus hiesiger Stadt unter iüßt werden sollen.
Nürnberg, 15. Mai. Bei prachtvoliem Frühlingswetter'und unter dem Gelaut aller Glocken der Stadt wurde gestern Mittag 12 Uhr Von Seiner Königlichen Hoheit dem Prinz- Regenten die zweite bayerische Landes-, Industrie:, Gewerbe- und Kunstausstellung in demim Stadtparkerbautsn Aussteüungsgebäude eröffnet. Dar Prinz-Regent' war bxxetis am Mittwoch eingetroffen und auf dem Babubofe oon denSpttZen derZwil- xmd Militärbehörden empfangen worden. Die daselbst versammelte zahlreiche Volksinenge begrüßte Köcbstdenselben mit brausendcn Ho ryskn. Nachdem Seine Köniali e Hobeit die EhrenKompagnie abges riitett und sich in den Königssalon bsgeben hatte, hielt dxr Bürxzermxtster Dr. von Schub eine Ansprache, in der er emen bist0r11ch6n Rückblick auf Nürnbergs frühere Glanzzeit warf und bsrvor- hob, daß das gegenwärtige Wiederaufblühen der Stadt dem Hause der Wittelsbacher zu danken sei; die Rede schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf Seine Köntglixhe Hobxtt den Prinz-Regenten. Alsdann fuhr Höchstderselbe durch'die festlich geschmückte Stadt, Von der Bevölkerung überaus herzlich begrüßt, nach der alten Burg. _ Dem gestrigen EröffnungSaki wohnten auch der Minister des Innern reiberr von Feilitzsch, der General-Adjutani, General-Lieutenant (Graf erchenfeld und andere hochgestellte Personen bei. Nack) dem Vortrage eines Fest csangs hielt Bürgermeister Dr. von Schul) die Festrede, worauf Line Königliche Hoheit der
rinz-Regent die Ausstellung für eröffnet erklärte. Nach einem von dem
irektor von Kramer auSaebrachten Hoch auf Seine Königliche Hoheit, in welches die Menge beÉeistert einstimmte, besichtigte der Prinz-Regent die AussteUung. _ päter fand auf der Burg Hoftafel statt, zu welcher, gegen 100 Personen geladen Waren. Seine Königliche Hoheit der Prtnz-Regent toasiete bei der Tafel auf das Gedeihen dEr Aus- stellung und unterhielt fick) mit vielen Personen auf das buldvoÜste. Glei zeitig war im Haupt-Restauranf des Stadtparks ein Gastmahl eran faltet, „an dcm fich gegen 1000 Pkrsonen, Aussteuer und Ehren- gaste, betbetligtsn; dasselbe Verlief unter zablreichen Toasten auf das festlichste. Abends erstrahlte die ganze Stadt in berrlicbfter Be- leuch_tung: der Marktplatz, die Kirchen, Brücken und öffentlichen Gedanke, aber auch Vik]? Privathäuser bildeten Glanzpunkte. Der Verkehr in den Sjraßen war gewaltig. Als Seine Königliche Hobsit der Prmeegent mit Gefolge nach dsr Ausstellung fuhr, wurde öcbst- ders_elbe überall mit Iubkl und Bcgeisterung begrüßt. Die aupt- gcbaude dsr AuSsiLUung mit den dabor bkfindlichen Wafferkünsien waren ebenfalls glanzend bkleuchtet.
bau noch An zweiter Stelle ist
Nordenham, 14. Mai, Dex Schnelldamvfer des Nord"- deutscben Lloyd .Spree'. mlt welehem Kapitän Willigexo'. seine 200. Reise über den Atlantischen Ozean znrücklegte, beute Nachmitta um A Uhr glücklich ier„ein. Zur BJrüIn des Kapitäns batten cb Mitglieper des Auisi „töratbs und des ir o Ums des Norddeutschen Llo d, die Herren rasident Plate und der Konsul Aebelis, DirektorD.W egand, Direktor remermannfowie der ßjsche General-Konsul Herr Delius aus Bremen, Stadtdirektor Mann aus Bremerhaven, und die Bremerhavener Lloyd-Inspxktoren Udow, Hamelmann und Heyse auf dem Dampfer „Rettet“ in Bremerhaven eingeschifft und waren der .Spree' entgegengefabren. Nachdem die
erren "fi an Bord der .Spree“ begeben , _batten , hielt räsident late eine Ansprache an den Kaprtan Willigewd und überreichte demselben im _Namen des Aufsichtsrathz des Norddeutschen Lloyd eine prachtig außgestattete Adresse; Direkior Wiegand überbrachte Geschénke im Namen des Vorstandes;
Herr Delius überreichte im Auftrage Seiner Majestät des Kaisers .
und Königs eine OrdenSauSzeichnung, éerr_Direktor Hagemann namens des Bremerhavener Stadtratbs e nx _kunfilexisxh aus efübrte Adresse. Tiefbewvgten Her ens dankte Kapitan Wtüigerod ?ür djs Ebrenbezeugungen. Daran? fand an Bord der .Spree“ ein Lumb statt. Bei der Ankunft der .Spree' in Nordenham wurde Kapitän Willigerod Von einer zahlreichen Menschenmenge lebhaft begrüßt, Es wurden Böüerschüffe abgegeben, und die Nordenhamer Kapelle spielte vor dem Lloyd-Gebäude einezi Choral. _ Von seiten der Deutschen in New-York War am 2. Mmzu Ehren Willigerod's ein Fest. mahl Veranstaltet worden; als die .Spree“ den New-Yorker Hafen verließ batten sämmckicbc dort liegenden deutschen Sch1ffe Flaggen. schmuck angelegt. „
Mülhausen i. E. In dcr „Herberge zur Heimatb“ jn Mülhausen i. E. wmdsn während des vergangenen Jahres 2808 Reisende in das Herbergsbuch eingetragen, Iegen 3218 im Jahre vorher; 4709 Schlafnacbte wurdcn in der Abt eilung der Herberge von Durchteisenden verbracht (gegen 5067), und 7168 ( 6 en 7166) Fallen deren Pensionären zu. Dann Wurden noch 3260 lafnächte 1": das Hojpiz aufgezeichnet, welchen 3760 fur 18 4 gegen- über stehen. Die Totalsumme war: 15 137 Schlafzmchte gegen 15 993 des vorhergegangenen Jahres. An Mahlzeiten wurden 56 690 gegen 57 840 im Jahre vorher verabreicht." Der Jahres. betrieb weist eine Einnahme Von 31 092,20 «sé auf, wahrend die Aus- gaben 29 997,37 .,le betrugen. Von diesem Ueberschxzß von 109520,“ sind noch aÜgemeine Unkosten sowie Zinsen der geliehenen Kapitalien abzuziehen, sodaß der Reingewinn 413,17 „44 aufweist, und zwar ohne Zinsen für das Grundkapital. Leider brachte, das leßte Jahr _der Anstalt keiné der edelmüthigen (Gaben, welche ihr vorher öfier ihre finanzielle La (: crlcichtert haben. Gestüßt auf den vorliegenden Rechnungsabs luß, macht der Verryaltungsrath der Anstalt freigebige Wohltbäter auf sein Werk aufmerkxam und empfiehlt dieselbe dringend ihrktn Wohlwollen. _
Toulon, 14. Mai. Ein? Explosion, deren Ursache unbekannt ist, entstand gestern an Bord des Kreuzers ,AdmtralDuperréx' in der mittelsten Pulverkammer. Der daraus ausbrechende Brand Wurde rasch gelöscht. Personen wurden nicht bsrlest, jedoch herrsch! hier große Errkgung über den Vorfall.
Nach Scbiuß dcr RedaktioU eingegangene Depeschen.
MassomalZ, 15. Mai. (Meldung der „Agenzia Stefani“) Ras Manga cha befindet sich mit 6000 Mann, die mit Gewehren bewaffnet sind, in Adtandai. Er seßt den Kampf ge en Schilet mit geringem Erfolg fort., Ras Aiula, dcr sick? mit 2000 Mann bei Adna befindet, hat ihm davon abgerathcn, den Kampf anzunehmen. Ras _Sebat und Ras Agostafari befinden sich nordöstlich von Adtgrat. Große und klemc Eingeborencnfiihrcr fangen wieder an, den Italienern ihre Dienste an:, :bietcn. Mcnelik hatte versprochen, LebenGmittel nach Tigre zu schaffen; allein die 5Zroyinzen, welche dieselben zu liefern haben, verweigern ibm den ehorsam. Obgleich der italienische Vcrpflegungsdicnst srcb gebessert bat, bietet derselbe noch Schwierigkeiten dar,
(Fortseßung dcs Nichtamtlicben in der Ersten und Zweiten Vciiagk.)
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vom 15. Mai, ONLY.
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txübe, im Süden nahezu wolkenlos. Eine wesent- liche Aenderung des WitterungScbarakte-rs ist für das nördliche Drutschland demnächst noch nicht zu er-
Sonntag: Waldmeister. Montag : Waldmeister.
Deuxstbe Seewarte. UeWka-Theater.
Stationen. Wind. Wetter.
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Bar. auf 0Gr. u. d. Meeressp. red. in Millim.
"Tem in 9 50 C.: 40
766 3 bedeckt 6 bedeckt 756 N 4 bedeckt 4
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Aberdeen . , Lbriftibansund open a en . Stockbolgm . YMUY' . e er g. Moskau . . . Coerueens- town . . . Cherbourg . lber . . . . ylt ..... mburg . . winemünde Neufabrwaffer Memel . . .
Zraris . . . . ünfter . . . KarlSrube . . 764 Wiesbaden . 763 München . 765
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wolkenlos beiter wolkenl.4) wolkenlos beiter wolkenlos bedeckxs) halb bed. bedeckt
wolkenlos
763 still wolkenlos
1) Etwas Regen. ' Etwas Regen. 3 Na ts Regen. *) Thau. 5) Jormittags Regen. ) ck
Uebersicht der Witterung.
Die Depression, die gestern über dem Bottnischen Busen lag, ist mit zunehmender Tiexe südo twärts nach den russis en Ostse rovinzen ortges ritten, während das ochdruckge iet im Westen wenig Aenderung zeigt. „An der deutschen Küste weben stark bölcke westliche und nordwestliche Winde während m Vinnenlande die Luftbewegung schwacs
ist. n Deu [ d ist kühl,? tsch “" das Wetter andauernd
_ Abends 7x Montag :
m Norden, wo stellenweise Regen gefallen ifi, 71 U :.
W1g11che §chausptele. Sonnabend: Opern- 125. Vorstellung. Die lnsti en Weiber von Windsor. 3 Akten von Otto Nico ai. nacb William Sbakespeare's glei namigem Lustspiel. Tanz von Emil Graeb. Obßr-Reaiffeur Teßlaff. Dirigent: WÉFaan'erW AnfeLLZZ 7T; Uitnl.1 au vie aus. . or'e ung. Hava a. Ein Märchen-Drama in 4 Aufzügen von s Die zur Handlung gehörende Musik Von Ferdinand Hummel. Anfang 7i Uhr. und Sonnta : Opernhaus. nau. Heer in 2 Akten mit Tanz von Wolfgang _ ozart. Text von Lorenzo Daponte. YYY)“ R71?“ 133 V an p e aus. . orstellung. Don Carlos. - Infaux von Spanien. Trauerspiel in 5Aufzügen Jm prachtvollen Park. Großes Dovpel-Konzert. von Friedrich von Schiller. Anfang 7 Uhr.
Deulstves Theater. JUZZM: Die Stützen der Gesellschaft. Anfang
r. Sonntag, Na mitta 6 3 Ub : Di . _ Abends 8 [[im-Zn g r e Weber
Montag: Lumpur agabnudus.
Derliner Theater. Sonnabend: HZ- th' ?tnfxngitik axxus avm ei onn ag, a m a s : . Uhr: C?xrueliu; Voß. g H “W ökig Heinrich.
mmd's ekoutrakt.
Theater.
Komicb-pbantastis Oper in if Tet von Mosentbal.
In Scene eseJt vom ape meister
Sonnabend : Kostümen, Hm: erleidet.
Georg Engel. Dekorationen und
126. Vorstellung. Don
dee des Mark Twain. Scene
Herr Schnitt. Anfang [15 .
7 Uhr
Sonnabend: Neu ein- ersten Ranges.
acivagabuudus.
Victor Leon und F.
König
ang 8 Uhr. Sonntag: Tata-Toto. Montag: Tata-Toto.
ri omische
mei ier Winns.
Direktion: Sigmund Lautenbur . Sonnabend: Zum leyten Male: Fer- (1111 111 & ]: haue.) Schwank in 3 Akten von Georges Feydeau, übersetzt und bearbeitet von Benno Jacobson.
Sonntag : Zum ersten Male: Villa Beanmignard. Schwank in 3 Aufzügen von Marc Sonal und Victor Grébon. _ Vorher: Vermischte Au eigen. Schwank_ m 1 Akt nach dem F R. Dreisus von Maximilian Bernt.
Frxedrnh - Wrihelmßädttsrhes Theater. Cbauffeestraße 25-26.
Mit großartiger Ausstattung an RequksUen: Ausstattungs-Komödte mit Gefan allet in 10 Bildern von Julius Keller an n Louis Hermann, mit theilweiser Benutzung einer Uerhlau)
Musik von Louis Roth. ' gesest von Iulius Frißsche. Dirigent: r
ranzösis en des
Auftreten von 20 Spezialitäten ersten Anfang des Konzerts 6 Uhr. Anfang der Vorstellung
Sorintag: Im Theater: Der saugerleider. _ Jm prachtvollen Park: Auftreten von Spezialitäten
Neues Theater. Schiffbauerdamm 4 a. / 5. Sonnabend : Tata-Toto. Vaudeville in 3 Akten von
11, nach Bilbaud und Barts.
Musik von Antoine * anés. Jn Scene gesJta von
iéißmund Laufenburg. Kapellmeister: Gustav n
Uffing-Thmter. Sonnabend: Waldmeister, Theater Unter den Linden. Direktion: Operette in 3 Akten von Gustav Dabis. Musik Iulius FZR» Sonnabend, Die Fledermaus. 51.555.565-«Wy-«M „K.. ......
“ n m ur , m . _ Kare ag und Eduard Steinbeder als (Hasel. MY“ Uik von Johann Strau
verette in 3 Akten von Meilbac und lévy, bearbeitet von C. Ha ner und Rich. Genée. irigent: HerrKapell- Anfang kUbr. * Sonntag: Die Fledermaus.
Mittwoch, dcn 20. Mai: Mit durchaus neu" Ausstattuna an Kostümen, Dekorationen und Re- quisiten. Der Großherzog. Operstte in 2 Akten bon Gilbert. Musik von Arthur Suliivan.
Adolph EM!]"TUMM. Sonnabend: Das flotte Berlin. Große Ausstattungs-Gesangspoßk in 3 Akten von Leon Treptow und Ed. Jacobson. Kuplets und Quodiibcts von Gustav Görß. Maß! von Gustav Steffens. In Scene geseßt von Adolph Ernst. 2. Akt: Alt-Berliu. Anfang 7k Uhr.
Sonntag: Das flotte Berlin.
Familien - Nachrichten.
Verlobt: Frl. Bertha Hobxntbal mit Hrn. Rinek utspächter Heinrich Lobmever (Gatetsleben- iieder-Göllscbau). _ Frl. Clara Hoffmann mii
Forftkassen- Renbanten Robert Schaegnkk
Anfang 8 Uhr.
Der
Verehelicbt: Hr. Graf Wilhelm von Oeyn- hausen mit Hedwig Freiin von Gramm (Bad Driburg). _ Hr. Sec.-Lieut. Friß rbr. von der Gols mit Frl. Hertha von War urg (Frank- furt a. O.). _ Hr. Lieut. Guttmann mit Fk] Ida Ackermann (Glas).
Geboren: Ein Sohn: Hrn. Professor Tb. Nie“ meyer (Kiel). _ Eine Tochter: Hrn. ])1'. pw]- Bülyw (Breslau).
Gestorben: Hr. Reaierunqs- räsident a. D. von Groß, gen. von Schwarzbo. (Berlin). _ Yk- Ober-Forstmeister a. D. Hugo Ewald von Kl Ü- _ Tr. Geheime Legattons-Ratb . Freifk- von Nicht ofen, geb. von Hartmann (Kairo). _ ' Major a. D. Hermann Schroetter (Breslau)-
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Ranges.
nba.
Verantwortlicher Redakteur: Siemeuroih in Berlin.
Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin- Anstabt Berlin ZW., W lmstraße Nr. 32. Siebe'n Beilagen (einschließlich Börsen-Beilage).
Druck der Norddeutschen Bu druckerei und MMU“
.I./,“? 116.
Erste Beilage
zum Deutschen Reichs-Llnzeiger nnd Königlich Preußischen Staats-Llnzeiger.
Berlin, Freitag, den 15. Mai
Deutscher Reithstag. 90. Sißung vom 13. Mai 1896, 2 Uhr.
Die zweite_ Berathun des Entwurfs, eines Geseßes, betreffend dre Zucerteuer, wird fortgeseyt, und zwar bei den Bestimmungerx uber das Verfahren bei der Kontingen- tiequ; der uckerfabrzken. .
ach § 5 soll dix exstmaltYe Feststellun der Kontingente unmittelbar nach Verkundt ung es Gescßes €éür das Betriebs- jahr 1896/97 erfolgen „un alle bestehenden oder vor dem 1. Di- ember 1895 „in ihrer Hersteliung begriffenen Fabriken umfafßen. DW „spateren Kontmgentterungen finden bis zum 1. November. cities Yeden Betriebsjahres für das darauf folgende Betrrebö1ahr tatt.
Abg. Müller-Fulda (Zenit) will in die Kontingentierung al]? Fabriken, ob sie nur Rüben, Rüben und Melasse, oder nur Melasse verarbeiten, hineingezogen wissen.
Abg. von Podbielski (d. kons.) beantragt einen Zusaß, dahin gehend, daß dik'enigen Fabriken, welche theilweise ihre bisherigen regelmäßigen Rü enbauer von der Lieferung dex Rüben ausschliYen, auf Antrag der angeschloffenen Rübenbauer eme entsprechende er- minderung ihres Kontingents erfahren können. Die reichliche Kon- tingentierung, welche beschlossen ist führt Redner aus, giebt die Möglichkeit, entstehende Härten zu befeiti en. Die Landwirtbschafts- kammer der Provinz Brandenburg hat ck gegen die ganze Vorlage auSgesprochen, namentlich wegen der Befürchtung, daß die Kaufrüben- bauer rechtlos würden. Die Fabriken baben vielfach schon Rund- schreiben erlassen, daß fie diejsnigen Rübenbauer, die sich jetzt auf einen für die Fabrik Vortheilbaften Lieferungsvertrag einlassen, in erster Linie bei der Vertheilung des Kontingents bsrückfichtigen wollen. Gegenüber solchen Maßnahmen müssen wir die Nübenbauer scbüßen, denn die Vorlage ist ja doch dazu bestimmt, den Nübenbau zu schüßen durch die Stärkung der Zuckerindustrie. Wären die Zucker- fabriken genossenschaftliche Unternehmungen, dann würde ein Bedenken
nicht Vorlie en.
Abg. iüller- ulda: Der sehr gut gemeinte Antrag des Vorredners dürfte si doch leicht als unausfübrbar eriveisen. Es könnte der Zweifel entstehen, ob die Melaffefabriken auch unter das Kontingent faÜen' mein Antrag soll diesen Zweifel beseitigen, der aber auch vielleicßt durch eine Erklärung der Regierung beseitigt
werden kann.
Staatssekretär des Reichs-Schaßamts 1)r. Graf von Posadowsky-Wehner: ' -.,...
Ich kann die Anfrage des Herrn Abg. Müller (Fulda) dahin beantworten, das; nach dem Zuckersieuergeseß von 1891 Zucketfabriken alle diejenigen Anstalten sind, Welche krystallisierten Rübenzucker ber- sieÜrn. Da nun nach der jeßigen GeseßeSVorlage die Kontingentierung der Zuckerfabriken vorgesehen ist, so würden selbstverständlich, auch wenn der Antrag des Herrn Abg. MÜUer (Fulda) nicht Aufnahme in das Gefkß fände, die Mclaffefabrikcn der Kontingentierung mit unter-
liegen.
Abg. Gump (Rp.): Man hatte eine Berücksichtigung der Rübenbauer auf die Weise erreichen wollen, daß der Rübenbau kontingcntiett rvcrdkn sollte; aber das war schließlich undurchführbar. Der Antrag des Ab . von Podbielski wird, wenn cr Anrxabms findet, die Fabriken zurückzbaltc'n, in ungerechtfertigter Weires ibre bis- herigen Rübenbaner zurückzuweisen, weil diese fich beschwerdefübrend an den Bundesratb wenden könntsn. Dis Durchführung dks Antrages Wäkk wohl möglich, Mnn dsr Bunde-sratb mit d€r Entscheidung dsr Einzslsäüe die Landesbehörden oder die Provinzialstkucrbehörden beauf- tragcn würde.
Abg. Dr. Von Komierowski tritt namkns dcr Polski ebenfalls für den Antrag bon Podbiclski ein.
Abg. von Staudy (d. kOns.): Wenn dßr Antrag MüÜer- Fuida und der des Grafen Carmer (welcher die Kontingentierung neu errichteter Fabriken betrifft) angenommen WerLn, und" webu 66 ge- lingt, die Betriebssieuer wieder zu beseitigen, dann erklarc 1ch,daß ich meine Bedenken ge en das Geseß faüen lasse. Der Staatssekretär Graf Posadowsky Fat 61118 Petition aus Posen borgebracbt, welche sich für das Gkskß günstig ausgesprochen babe'n sol]; davon ist mir nichts bekannt geworden, ich kenne nur eine Eingabe, welche sich auf die Kommisfionsbesckylüsse bkzikbt.
Staatssekretär des Reichs - Schaßamts Vr. Graf von PosadowNy-Wchncr:
Gegenüber den Ausführungen des errn Abg. bon Staudt) sicUe ich fest, daß die Petition, welche dem hohen Hause borlicgt und we'lchc von angksehenkn Personen in dm Verschiedsnsten Krcissn dc'r Provinz Poskn unterzeichnet ist, fiel) nicht auf die Kommissionéborlagk, sondern auf das Gesetz bezog. Der Wortlaut ist folgender:
das; sie den Beschluß (30,11. der Landwirtbscbaftskammcr) nicht mit den Interessen der Zuckerrübsnbaucr für vereinbar halten, viel- mehr in demGeseß einen dausrnden Schutz gegsn den Niedergang auch dieses lstztkn gewinnbringenden landjvirtbschaftlichen Gewerbes erblicken. Die Eingabe, von der der Herr Abg. bon Staudy gssprochkn hat, ist mir nicht zugegangen. Es ist mir aber eine andere, mit zahl- reichen Unterschriften aus Verschiedenen Theilen der Provinz Posen versehene Erklärung zugkgangen, worin ausdrücklich gesagt wird, daß die Unterzeichner Vollständig auf dem Standpunkt der dem hohen Hause zugegangenen, eben vkrlesenen Petilion stehen. So ist das Sachberbältniß. Ich glaube, damit ist die Sache vollständig klar- gestellt.
Abg. Szmusa (Jean.) stellt einen Antrag im Sinne dé's An- kxagss von Podbielski; er wiki das Kontingent der Fabriken, welche eme größere Fläche als bisher mit Rüben bebauen, um eine der
Mebrernte entiprechende Ménge verkürzt wissen. „ § 75 wird unter Ablehnung aller Anträge unverandert
angenommen. „ Nach § 76 sollen die neuen Fabriken im erslenIahre ar kein Kontingent, im zweiten die Hälfte des ermrttelten
ontingents erhalten.
Abg. Graf von Carmer (d. kons.) will den genosfcnschaftlicb Jßründeten Fabriken, deren Tbeilbaber selbst ein entsprechendes _uantum Rüben lie ern, schon im ersten Jahre die Hälfte des Kon- tMJEnts gewährt wi en.
Abg. Gamp( p.) beantragt, den neu gegründeten Fabriken ein Kontingent nur insorveit zuzutbeilen, als dadurch den bei der ersimaligen Kontin entierung betbeiligten Fabriken das Gesammt- kontin ent von 17 Millionen Doppel-Zentnern nicht gekürt Werde.
d bg- Gra von Carmer bebt hervor, daß die * estimmung es § 76 wob gegenüber den Aktien-Zuckerfabriken am Plaße sei, aber nicht gegenüber den Landwirthen, welche sich zusammentbun, um 'in? Zuckerfabrik auf gemeinschaftl1che Kosten zu errichten. Sie
könnten nicht ein Jahr lang die Zinsen für das Ka ital entbe . Die Freisinnigen hätten in der Kommission für seiYeu AnkraYrZY- stimmt, fie souten es auch im Plenum wieder thun. .
Abg. Gump (Rp.): Ich halte den § 76 für eine Un ere ti keit gegenuber den Landestbeilen, welche jeßt am Rübenbau Juve? Liebt tbeilnebmen. Ostpreußen hat einen vorzüglichen Boden für Rüben- bau, aber § 76 verhindert,fast vollständig die Errichtung neuer Fa- briken, denn die Einbuße infolge des fehlenden oder verkürzten Kon- tnxßents in ben ersten Jahren würde zu groß sein. Wozu die über- nia ig gunstige Bebanbluxcg der bestehenden PFabriken?) Sie soUen nicht nur ihre gegenwartige durchschnittlicbe roduktion als Kontin- MUZ bekommen, ,sondern auch no an dem Zuwachs tbeilnebmen.
em Antrag will den alten Fabri en ihre Produktion bela en, die neuen aber an dem Kontingent theilnebmen lassen, namentli soweit der Zuwachs in Betracht kommt. Allenfalls könnte ich mich mit dem 5I'lntrag des_Grafen von Carmer begnügen. Kein Vertreter der öst- lichen Provinzen, wenxi er noch so sehr die Solidarität der Intere en der Landwirtbschaft in ganz Deutschland vertritt, könnte “ür as Gesetz stimxnen, Wenn auf diese Weise die Errichtung neuer abriken erschwert wird.
steinMinister für Landwirthschaft2c. Freiherr von Hammer-
Meine Herren! Der Herr Vorredner hat zwar gesagt, er wolle nicht behaupten, daß das Geseß wesentlich im Interesse der Pro- vinzen Hannover und Sachsen zu stande gebracht sei; aber daraus, daß er diese beiden Provinzen genannt hat, und in der Art und Weise, wie er es that, war doch die Absicht zu exkennen, bier einen gewissen Gegensaß zwischen dem Osten einer- seits und Miiteldeutscbland und dem Westen andererseits oder zwischen den Provinzen Hannober und Sachsen gegenüber den öst- lichen Provinzen der preußischen Monarchie: darzustellen. An sich ist diese ganze Ausführung schon deshalb hinfällig, Weil es sich nicht darum Handelt, ein Geseß nur für die preußische Monarchie zu er- laffsn, sondern ein solches für das gesammte Deutsche Reich; also von einem Gegensatz, den dieses Geseß zwischen lediglich preußi- schen Landéstheilen schaffen soll, kann hier garnicht die Rede sein, und wenn man wörtlich den Deduktionen des Herrn Abg. Gamp folgt und nun untersuchen Wollte, ob die spezieüen Bestimmungen, die er angegriffen hat, im § 76 für die einzelnen Landestbeile des Deutschen Reichs mehr oder weniger günstig seien, so darf man diese Untersuchung nicht auf den Osten gegenüber den Provinzen Hannover und Sachsen beschränken, sondern muß sie auf das ganze Deutsche Reich ausdebnsn. Zunächst will ich mich aber auf den Standpunkt des Herrn Abg. Gamp stellen und fragen: be- nachtheiligt dieses Güsexz ganz besonders den Osten gegenüber den Provinzen Hannober, Sachsen und den mitteldeutschen Landes- tbeilen? Das bestreite ich, meine Herren. Soweit also in Sachsen, Hannober und den mitteldeutschen Staaten neue Fabriken gegründet werden, stehen fie ebenso günstig oder ungünstig da, wie die neusn Fabriken, die im Osten gegründet werden. Daß allerdings in Sachsen und Hannover an und für fick) die Industrie schon eine größere Aquehnung genommen hat, gebe ich zu. Aber ich behaupte im Gegensaß zu dem Herrn Nbg. Gamp, daß spezieil in HannOVLr und Sachsen auch noch ziemlich außgedebnts Flächen vorhanden smd, dis sebr 113051 für die Rübenkultur geeignet smd. Für die Provinz Hannover speziell kann ich in dieser Beziehung anführen, daß im ganzkn Fürstentbum OLnabrück absolut kein Rübenbau zur Zeit betrieben wird, daß also diese Theile von HannOVer in Beziehung auf die Gründung neuer Fabriken ganz unter dieselben Bedingungen failen wie die östliche'n Provinzen. Auch in Wsstfalen bat die Rübcnkulkur bisher noch fast gar keinen Eingang gefunden. Wenn also Benachtbeiligungen an fich durch dieses Gesetz geschaffen Werden soliten, so würden fie in Westfalen, Rheinland und in den süddeutschen Staaten, da, wo die Rübenkultur in größerem Umfange bisbér noch nicht Eingang gefunden hat, cbenso vorliegen wie im Osten. ch bestreite das aber an fich. Da, wo neue Fabriken ge- gründet Werden _ und die können im ganzen Gebiete des Deutschen Reichs mehr oder Wenigcr noch überall gegründet Werden _ werden diesklben nach den Bestimmungen dieses Geseßes im §76 durchaus gleichartig bebandklt. Der Herr Abg. Gamp hat nun auch dieVranntweinsteuer er- wähnt. Nachdem Jahre 1866 ist in den westlichen Landestbeilen, und zwar Wssentlich durch die Gescygebung,die Branntweinindustrie ganz außer- ordentlich zurückgegangen und hat sich, durch die Gesetzgebung be- günstigt, dem Osten zugewandt; man hat also den Osten, und zwar in Anerkennung berechtigter Bedürfnisse, in dieser Beziehung in eine günstigere Lage versetzt zum Nachtbeil des Westens und die Brannt- 1veinindustrie im Osten gehoben, während jest vielleicht dieses Geseß thatsächlicb etwas günstiger für die mitteldeutschen Provinzen wirkt, weil dort die Industrie sich bereits außerordentlich gehoben und bochgebaltxn hat.
Dann hat der Herr Abg. Gump eine Bemerkung gemacht, die mir im höchstem Grade auffällig geWesen ist. Er hat gesagt, der Osten sei nicht in der glücklichen Lage, Braugerste zu liefern, während die Mitteldeutsche Landwirtbschaft das könnte. Meine Herren, im Vorigen Jahre babe ich auf der Hopfen- und Gerste-Aussteüung wahrgenommen, daß die erstprämiirten Gerstensorten aus Schlesien, also aus dem Osten, gekommen find , die besser in der Qualität waren, wie die Braugersten aus Mitteldeutschland. Jm aUgemeinen war im Osten bei der Probe das aUSzuseßen,daß die Gerste nicht richtig eingeerntet war, und zweitens, daß sie beim Dreschen gebrochen war. An und für sich war aber die Qualität ebenso gut oder besser.
Darin liegt also eine durchaus unzutreffende Behauptung, daß nach der Richtung der Osten dem Westen gegenüber benacbtbeiligt sei. Richtig ist, was der Herr Abg. Gamp gesagt hat, daß allerdings die mitteldeutschen Provinzen, Hannover, Sachsen und die ganzen west- lichen Provinzen durch ihre Verkehröeinrichtungen tbatsächlicb gegen- über dem Osten begünstigt sind. Aber ist der Osten ganz schuldlos in der Sache? Während in den westlichen Provinzen, z. B. in der ProvinzHannover, wo ich jahrelang Landes-Direktor gewesen bin, schon vor 25 Jahren mit großer Energie von den Provinzialverbänden unter Ziehung eines Wechsels auf die Zukunft, also mit anderen Wortxn
1896.
unter Aufnahme großer Anleihen, die Verkehrsverhältniffe günstig entwickelt sind, hat man eine ganze Reihe von Jahren im Osten, weil man glaubte so großen Werth darauf nicht legen zu müssen, den Ausbau der Verkehrswege vernachlässigt und sucht das jekt _ wie ich anerkennen will _ mit Eifer nachzuholen.
Im übrigen ist das Rechenexempel, das der Herr Abg. Gamp gemacht hat, außerordentlich interessant. Ick; kann die Zahlen, die Herr Gamp angegeben hat, nicht mehr ganz genau rekapitulieren; im Großen und Ganzen kamen sie darauf hinaus, das; er auSrechnete: eine Fabrik, die 100 000 Doppelzentner Zucker bereite, erlitt: in den beiden ersten Jahren eine Benachtbeiligung von, wenn ich nicht irre, 500000916 _ so war es ja wohl außgerecbnet. Meine Herren, wenn die Be- stimmungen des § 65 dieses Geseßes Anwendung finden, dann handelt es sich garnicht um einen Verlust, den eine solche Fabrik hat, sondern es entgeht ihr für ein halbes Jahr oder für ein Jahr, je nachdem die Bestimmungen nach den verschiedenen Anträgen angenommen werden, der Gewinn, der in der Ausfubrvergütung liegt. Also von den direkten Verlusten kann in dem ganzen Rechenexempel, wie der Herr Abg. Gump es außgefübrt hat, keine Rede sein.
Dann habe ich mich bemüht, unter Mitwirkung des Herrn Abg. Gamp den Antrag, der auf Drucksachen Nr. 358 von demselben Ihnen Vorgelegt worden ist, zu verstehen. Bei dem erstmaligen Durchlesen ist er mir absolut unberständlich geblieben; ua:!) den Erläuterungen, die mir Herr Gamp gestern gegeben hat, beabsichtigt der Antrag Folgendes: AÜe Fabriken, auch die neuerrichteten, sollen mit den vor dem 1. Dezember 1895 errichteten Fabriken zunächst ihr Kontingent behalten. Nicht wahr, Herr Gamp? Nun handelt es fich darum: wie so!! nun weiter verfahren werden? Den nach dem 1. Dezember 1895 errichteten Fabriken wird, soweit sie nicht bereits an der erstmaligen Kontingentierung tbeilgenommen haben _ das setze ich eben voraus _, ein Kontingent nur in so weit zugetbeilt, als dadurch den bei der erstmaligen Kontingentierung betbeiligten Fabriken das Gesammikontingent von 20 MiÜionen nicht gekürzt wird. Das heißt mit anderen Worten: die alten Fabriken bleiben immer auf dem Kontingent stehen, was eben bis zur ersten Kontingentierung gewährt worden ift, und die neuen Fabriken nehmen bei jeder neuen Vertheilung und Feststeklung des Kontingents mit den alten Fabriken an der Gesammtfefiftellung in der Weise tbeil, daß die Erhöhung des Kontingents nach der ersten Kontingentierung lediglick) diesen neuentstandenen Fabriken aUein zu tbeil werden soll. So, hat der Herr Abg. Gamp zu mir gestern gesagt, sei dieser Antrag zu verstehen.
Ich überlaffe es dem hohen Hause, jetzt nach dieser Darlegung noch- mals zu prüfen, ob es leicht und überall möglich ist, das, was ich eben dar- gelegt habe, aus der Fassung, wie sie hier vorliegt, berauSzulesen. Zweitens aber überlasse ich dem hohen Hause die Entscheidung darüber, ob es gerecht sein würde, wenn man in der Weise zum Nachtbeil der alten Fabrike'n dieselben auf ein bestimmtes Kontingent beschränkte und die ganze Steigerung in der Konsumtion und damit die Steigerung des Kontingsnts lediglich den neu entstandenén Fabriken allein überließe. Ich will mich auf diese Aeußerung beschränksn und mich auf den Antrag des Herrn Grafen Carnier nicht weiter einlassen und nur die kurze Bemerkung machxn, daß ich es allerdings für zweifelhaft Halte, ob der Antrag Carnier, dessen Grundgedanken ich im allgemeinen sympathisch gegenüberstehe, nicht bei der Ausführung auf die aÜergrößten Schwierigkeiten stoßen würde. Ich beschränke mich darauf, Sie zu bitten, daß Sie sorgsam noch einmal prüfen, ob klar und Verständlich in dem Anfrage Gamp gesagt ist, was er will, und zweitens, ob Sie wirklich gewiUt smd, ein solches Unrecht gegen die alten Fabriken zu begeben.
Abg. Richter (fr. VOMP): Die heutige Diskussion zeigt, wte zweischneidig das Gesetz für die Landwirtbsckpaft ist. Die Anträge, welche diese Zweischneidi keit beseitigen wolien, erinnern etwas an die Quadratur dss Zirkels. om Standpunkt der freien Konkurrenz müssen wir für den Antrag des Grafen Carnier stimmen, weil die Kommissionöbcschlüffe das Entstehen neuer zFabriken erschweren. Ich bedauere nur, daß der Antrag des Grafen (,armer nicht weiter eht und allen'neuen Fabriken einen Antbeil am Kontin ent zusi ert. Man ist bestrebt, die Vortheile dieses Geseßes den Rü enbauern zu- zuwenden. Der Antrag des Grafen Carmer will die Rübenbauer scbüZZn gegen diZ Fabriken, Welche die Kaufrüben schlecht behandeln; die übsnbauer konnen sich dann selbst zufammcntbun zur Einri - tung einer Fabrik. Alle diejeni en, wclche bisher platonisch für d e Rübenbauer eingetreten sind, mü en diesem Anfrage zustimmen. Antrag Gamp drückt das nicht richtig aus, was der Antragsteaer will, er soÜte seinen Antrag für die dritte Lesung verbessern.
Staatssekretär des Rsichs: Schaßamts ])r. Graf von Posadowsky-Wehner:
Zunächst möchte ich gegenüber dem Herrn Abg. Gamp, der eine Verlustrechnung für neue Fabriken aufsteüte, auf die eine Thatsache hinweisen, daß, wenn die Prämie auf 2,50 «;- erhöht wird, und eine neue Fabrik im zweiten Jahre schon ibr halbes Kontingent bekommt, fie also für dies zweite Jahr 1,25 514 bekommt, mit anderen Worten ebenso viel, wie die jetzige Prämie beträgt. (Sehr richtig!)
Zum Antrag des Herrn Grafen von Carmer gestatte ich mir zunächst in formeller Hinsicht zu bemerken, daß er erreichen will, daß diejenigen Personen, die, sei es als Genossen oder als Privattbeil- nehmer oder als Aktionäre, eine Zuckerfabrik bauen, auch die Ver- pflichtung haben, je nach Umfang ihrer finanziellen Betbeiligung das ges ammte Rübenquantum, welches die Fabrik braucht, selbst zu liefern. Würde der Antrag nicht so aufgefaßt, so wäre die Um- gebung eine Kleinigkeit: man schiebt eine Anzahl Rübenbauer vor, betbeiligt am Rübenbau nicbt betbeiligte Personen kapitalistisch oder theilt Genußscbeine aus mit entsprechender Beibeiligung am Nein- gewinn, dann ist es leicht, durch solche Umgebungen der Geseßformel zu genügen und schon im ersten Jahre das Kontingent zu erreichen. Tbatsächlicb würden dann Kapitalisten den Gewinn schlucken, während die Rübenbauern sich mit dem äußeren Schein begnügen müßten. (Sehr ckckck!) Das Amendment "kkw also juristisch so knapp gefaßt werden, daß eine Um-