Der R ierungs- ffefsor 1)r. Michelly aus _erford ist 'der .KöniglikbJ Regierung zu Münster und dex- WM.“ Assessor von Damniß Lu Rüdes eim„der Koni [chen e- gierung zu Caffel zur wei eren dien lichen Verwen ung über- wiesen worden. _ _
Der Regierungs-Affeffor 131: Kley aus L_uneburg ist dem Landratl) des Kreises Stade und der RegierungH-Asseffor Kretschmann aus Danzig dem Laiidrath des Kxeises Ino- wrazlaw bis auf weiteres zur Hilfeleistung zugetbeilt worden.
Kiel, 21. Mai. Das am 23. April i_mter dem Kom- mando des Vize-Admirals Köster oon h_ter aizWelauZene ]. Geschwader ist heute von Bergen hier Wieder cmgeiro en.
Sachse", F d “ck A st e e Köni li e obeii der Prinz rie ri u_gu_ hat sFbiZestern Ilind ?iack) Wien begeben, um Seine Majestgt den König bei der Beiseßung des Erzherzogs Carl Ladung von Oesterreich zu vertreten. Württemberg. _ck S _ mAu tra eSeiner Majestät des Königs hat i__ eme KönigIliche &th der Herzog Nikolaus don Wurttem- berg nach Wien begeben, um dqrt de_r Beiseßung des Erz- herzogs Carl Ludwig von Oesterreich bmzuwohnen. _ _ In der heutigen Sißun _ der Kanzmer der Ab- qeordneten erklärte der 5 tnister : Vrafideni Dr. Frei- herr von Mittnacht in Beantwortung einer Jiiikr- pellaiion, daß die Arbeiten, betreffexid die_ Revtstqn der Verfassung, gcgcnwärtig forigefuhrt wurden. Bis um Ende des Jahres werde der Geheime Raik) Mit dem ?)Sevisionßentwurf sicb befaßt haben; __le?tercr werde dann den Ständen noch vor Abschluß der nachten Etatsbergthungen vor elegt werden können, Die; _Jnterpeliqntxn erklartcn sich dur die Mittheilungen des Ministers befriedigt.
Sachseu-Meiningen. _ __ch______
dem csiri en ärztlichen Bericht ist eine 1 i e
BcffcYng in dgem xZJZeidcri Seiner Hohen _des ._erzogs fest-
qestelit. Höchstderselbc kon_nte gestern bereits einige Stunden äußerhalb des Bettes zubrmgen.
Sachsen-Coburg-Gotha. __ _
;“ rc obeit die Herzogin___-Wittwc it geiern aus
NizzaFLcichHSchloß Callenberg zuruckgckehrt. Anhalt. _ _ _
Seine obeit di'r Herzog bnght heute die eiex eines Wjährigche icrungS-Ju_bi_laum6. _Zur hetinnhme an der eier sFnd Ihre Komgltchen Hoheiten der_ Priiiz
riedri Leopold von Preußeii,_ die Prinzessin
Friedrich Karl von Preußen, somie der Erbxßroß: herzog und die Erbgroßberzogin von Mccklen urg- Streliß in Dessau eingetroffen. _ _ _
Die Feierlichkeiten begannen bereits _acstern mxt der _Cr: öffnung des „FriedrichsPatks“ und der Enthuliung dxs Friedrich- Denkmals am Eingange des Parks. An der Feier iiahnien der gesammteHof und die _in Design anwesenden fremden Furftlicl): keiten theil. Mittags empfm Seine Hoheit der H c rz o g 52 Depu- tationen, welche ihre Glü wunsche darbrachten und Geschenke überreichten. Unter leßtereg ist das Geschenk des Landes be: onders bemerkenswcrch ein silberner Tafclaufsiiß, dcr vo1_1 Pro: essor Lessing in Berlin entworfen und auSgsfuhrt ist. Die An: proche an den Herzog hielt _im Namen de_r Teputqlioii der Präsident des Landtags, Geheime Rath Lezius. D1€_ St_x-dt ist festlich geschmückt. Gxstern Abend faiid einc JUzimmation statt, welche sich bis in die entferntesten Straßen erjtrcckti'.
Ein heute aUSchebenxs Extrablatt des _ „Anhalnschcn Staats-Anzeigers“ veröffentltchi einen Herzoglichen Erlaß, der eine weitgehende Amnestie anordnet.
Reuß ä. L.
Der österreichisch-ungarische außeroi'dcziilichc Gcsandie und bevollmächtigte Minister Graf oon Lußow in 051116de überreichte am Mittwoch Seiner Durchlauchi __dcm_ sursten sein Beglaubigungé chrcibcn als Gesandter am Furstlichcn ofe. Nach dér Audienz and Galatafel stati, zu der auch der «rste Gesandtschafts-Sekretär (Graf von Kinsk 1) gclgdcn war. _
In Vertretung Seiner Durchlaucht des Fursten hat sich gestern dcr Ober : Regierungs- : Rath L_ijid Kammeibcrr von Meding zu den Jubiläumsfetcrlick)keiicn miei) Tissau
begeben.
Oesterreich-Unggrn.
Dcr K aiscr sprach gestern bei der dem Bürgermeister Strobach gewährten Audienz die Hoffnung _aus, daß jLHt wieder geordnete Zustände in der Wiener chnemdevcrwalfung eintreten wiirden. Der Bär ermeister versicherte, cr_ werde mit ganzer Kraft danach stre en, den Wunsch des Kaisers zu
" en. _ erfuuDic Leiche des Erzherzogs Carl Lydwxq wurde cstern Abend in die Pfarrkirche d_cr_ Hofburg ubeYubri, Der Zlbschied der Erzherzoglichen Familie von dem_ erblichenen war tief ergreifend. Der Erzherzog _ranz Ferdinand i_vohnie dem Abschiede nicht bei. Bei der msegnung der Leiche in der Pfarrkirche der Hofburg wgren die Erzherzdge Otto,
erdinand, Carl und Ludwig Victor anwesend. Troß_ des Jegens bildete eine chYreichxS Menschenmenge cntbloßten . u is an dem an en ege pa ier.
Ha 1ZOer .err7,ogg Azlbrecht von Württ_emberg, welcher sick) nach Moskau zu den Krönungsfeierlichkeiten begeben hai_te, ist infolge des Hmscheidcns des Erzherzogs Carl Ludwi , seines Schwiegerxaters, von dort miedcr abgereist und tri t eute in Wien e n. h Im österreichischen AbYeordnetcyhause brachten gestern die Abgg. Pacak und enoss_en_ eme Interpellation an die Regierung darüber ein, ob das Ministerium beczbfichtigc, ohne vorherige Einholung eines Gutachtens des bohmrschen Landta cs ein Krengericht in Trautenau zu errichten. Der Abg. asaty brachte einen dringlichen Antrag em, nidrin xr Aufschluß über die Hö e und Bexghaffenheit der Kassenbestande bis Ende 1895 sowie 1": er die _tsherige Verwendung derselben verlangte und den Finanz-Mimster aufforderte, mit dem jedes- maligen Budget eine Vorlage betreffs _dcr Verwxndung der Kaffenbestände einzubringen. De_r Finanz :Mmister 131“. von Bilinski erwiderte, man _konnte aus_ der Rede des Abg. Vasaty entnehmen, es seien _100 Millionen Kasen- bestcinde verloren gegangen. Er bitte, die Kaffenbestände
"Betrage von 10 Mill
von den Ka enübe chüsen zu mit cheiden. Erstere seien bei“ jedem nternxßmen, _ aucb be:? dem Staat, noch wendig. den LandesbaUpkka en und m den_Staaiskassen bifänden ich 102 bis 110 Mill onen Kassenbestaiide, weitere 100 Millionen befänden si in anderen Kassen meeZondere in den Eisenbabnkaffen un _in den ungezählten Po = _und Teleqraphenkaffen. Die Regierung könne aber nur_ uber Sunimen verfügen, die sich in der Sta__ais-F_entralkaffe befänden. In Betreff der Frage der Ueberschuss abe_ er bexeits im Ausschuß anerkannt, daß die Kontrole uber die Yer- wendunq derselben dem Abgeordneteiibause zu teh_e. Er musse edoch die Ansicht berichtigen, daß diese Uebe e_huffe sehr hohe keien; er verweise au! die Einlösung von Salmenscheinen im_ onen und die Auggqu von_4 Miliionxn für die Stadt Laibach. Nachdem der'Minister sich schließlich gegen die Diinglichkeit drs Antragks Vasam ausgesprochen hgtte, wurde diese mit großer Ma'orität abgelehnt. _ In der Fesmgen Abendfißung interpellierte ei; Abg. Schwarz wegexi es Ver- botsdes Sokolfestes in Teplitz. Dex Mmisixr-Prasident Graf Badeni antwortete darauf, _die Bebordxn hatten _im Vertrauen auf die Besonnenheit dcr Bevolkexung beide Feste, das Turnerfest und das Sokolfest, bemiUigt. Da nun infolge des Ablebens des Erzherzogs Carl Ladung das deutsche Festcomité das Turnxrfest abgesagt habe, sei die Sachlage eine vollständig veranderte; die __Behorden hätten besorgen müssen, daß die Ab_haltung_ des Sokolfestes eincn ungünstigen Eindruck auf die Bevolkerung machen werde. Dies sei der (Grund des Verbots_ des SokolfoteS und nicht irgendwelche Nnimofität gegen die bobmische_ Bcvolkerung. Sämmtliche ungarischen Minister, mit Ausnahme des Handels-Ministers Daniel, haben sich gestern Abend von Budapest nach Wien begeben, um der_ heut; stattfindenden Beiseßung des Er herzogs Carl Ludmig beizuwohnen und morgen an dem Seekenamt theilzunehmen. Daß Unterhaus hat zu demselben Zweck 17 Mitglieder nach Wien entsandt. _ Die Munizipalversammlung von Budapest ab in der estrigen Sißung ihrer tiefsten Trauer und 1h_rcm eileid anlä [ich des Ablebens des Erzherzogs Cgri Ludmig Aiisdruck und beschloß, Beileidöadressen an den Konig und an die Exz- herzogin Marie Therese zu richten,_soww zur Leichenfeier eine Abordnung zu entsenden, welche emen Kranz an der Bahre niederlegen 911. Das Unterhaus hat gestern dcn_ Geseßentwurf, bc- ireffend die Errichtung von VerwaltungSJerichten, angenommen.
Großbritannien imd Irland.
Das Oberhaus hat fick) gestern bis zum 8. Juni vex- tagt. _ Jm Unterhause erklärte der Staatssxkretäx fur die Kblonien C1) a m ber lain , er habe denDepixschen iiberdte Urthcile
egen die Gefangenen in Transvaal nichts hinzuzufiigcn. Eo [i_ege ein Grund vor zu vermuthen, daß dkr Fall von Wahnsinn und Selbstmord eines der _(Hefangencn_ dcr Harte der Gcfangcnschaft zuzuschreiben se_i._ Nach einem _Telegramm, welches gestern von dem britischen Agxnten in Prätoria eingegangen sei, habe der Präsident Kruger dcm Agentßn versprochen, das; sofort besondere_ Gefangmßrcglements, fur dies? Gefamgencn anwendbar,_ wurden entworfen und Vor- kehrungen für die gesundheitliche Pflege _de_r Gefangenen getroffen werden. WEnn irgend _mogiich, wurden die Gcfangcnrn nicbt getrennt und nichr m_qndere Ge- fängnisse iibergefiihrt werden, 100 die britisxhe Rc: gierung njchi die erwünschte Ucbczrwachung uber di?- selben habe. Dies bSci das Ergebmß der Vorstelluxigen, welche der stellvertrctende Agent in Pratorta auf Anweisizng Sir Herkules Nobinson's gemacht habs. Weder die briilschü Regierung 11061) deren Vertreter hätten den Fahrern dcr Agitation in Johannesburg Schuß verspxochxn. Nach Be: richten, die ihm Chamberlain)_ aus Prgtoria zugegangen seien, wiirden die efangencn nichtunb1U1Z_bel)andclt. Das Haus trat sodann in die Einzelbsratbung der orlage, betrefFend dic Erleichterimg dcr Lokalabgabcn des der Landrmrth- schaft qewidmktcn Bodens, cin. Dic Berathurig, welcbe gestern Nachmittag um 4 Uhr begonnen wurde, fuhrte heute früh 3 Uhr zu eincm Zwrschenfall. Als der Schluß der Debatte über den Art. 4 beantragt wurde, weigerten sich mehrere Abgeordnete ihre Stimme abzugeben. Darauf wurdcn Lloyd Georgs, Herbert Lcwis, Dillon, Tannxr und Donald Sullivan wegen Ungehorsams gegrn dcn Voxfißcndcn mit 209 gegen 58 Stimmen von der Sißung ausZeschloßen. _Yrt. 4 wurde sodann mit 198 gegcn 70 Stimmen angenommen. «ir W. Ha r: court beantragte die Vcrtagun dcr Debaxtq, weil das Haus i_iach dem befrcmdlichcn Vorfall ni t die gehorigc Rubczur C'rortc- rung der Vorlage besiße. Der Erste__Lord des_Schaßgmts Balfour bekämpfte den Antrag und erklartc, es wurde schlimm für die (Heseßgebung sein, wenn die Kammer durch das Vorgehen cinigcr Mitglieder des Hauses in ihrkr Bcrathu_ng behindert würde. Der Antrag Sir W. Harcourt's wurde mit 200 gegen 70 Stimmen abgelehnt. Die Debatte dausrte um 51/4 Uhr früh noch fort. _ _ _ _ _
Bei einem Diner der Sudaxrikamschen (Gesellschaft im Hotel Metropole zu London äußerte gestern der _Staaisfekreiar "iir die Kolonien Chamberlain, die Wolken m SudzAfrika Leier: noch nicht qeschwunden; der Fortschriti zur_Versohnung
cs englischen und holländischen Stammes sx! gering, was er um so mehr bedauere, als er stets an die Großmutl)_ des Präsidenten Krüger qegenüber Personen, welche tro ihrer Fehler zur Wohlfahrt TranSvaals durch ihre T atkraft und Unternehmunaslust beigetragen hätten, geleaubt habe. Die britische Politik sei klar und bestimmt ciuSge prochen und werde dieselbe bleiben. England _werdc seine legalen Ver- pflichtungen erfüllen, aber auch semi; legalen Rechte aiifrecht- erhalten. Chamberlain wies auf die großen Fortschritte im Maiabelc-Land hin, welche der Ener ie der CharieredzCompan zuzuschreiben seien. Er habe das erxrauen m die Zukunt nicht verloren und hoffe, man werde die Stellung behaupten, welche mit so großem Aufwand von Blut und Geld er-
kauft sei. Frankreich.
In dem gestern abgehaltencn_Mini_sterrath machte der Finanz-Minister Cochery Mittheilung uber den Budgetvor: anschlag für 1897, besonders über die Reform der direkten Steuern.
Die Vudgetkommission hat gestern ihre Arbeiten wieder auf enommen. An Stelle Cochery's wurde Delombre zum Präs denten gewählt.
Rußland.
Ueber den gestri enEinzug des Kaiser_s, der Kaiserin und er Kaiserin- ittwe in Moskau liegt folgender Be-
richt es „W. T. B.“ vor:
Milla s künd ien dreiSchüffe der Batterie im Petromgk - ark.den Beginn lJex; Fe-tzuges an. Als derselbe _an d:);- annmeile der Stadt emtraf7, Yb?! die Geschuße der Stadt einen Salut .von _1 chuffxn ab, während der General-Gouverneur Großfurst SeYuß die Majestäten empfing. Zugleich begann das eläut sammtlicher Glocken der Kirchen Moskaus._ Der FesiYug be- weqte sich in ziemlich schnellem Schrittmaß, sodaß ie ganze Sireckc in etwa 13/4 Stunden zuriickgelxgt wurde._ Der Kaiser, in der Uniform des Preobrafchenskt-Reßiments, mrt dem Bande des AndreaS-Ordenß, war 7.11 Pfer e; ihm_ folgten __dic_ in Moskau anwesenden Großfurften und di_e_ aUStvartigen Fürstlichkeitcn. Beim Nerannahen des Kaijers_ be annen die Trommler cinen arsch zu schlagen, die palier bildendcn Truppen präsentierten. Die nach Hundert- tausenden zählende Menschenmenge __brach in brauscnde Iubelrufe aus, Hüte, Musen und Tu_chcr schwenkerzd. _Der Kaiser grüßte huldvollst nach allen Seiten. Ami) die beiden Kaierinnen in den mit acht §]3_ferden beßpannten vergoldeten Kutßchen wurden jubelnd begrußt und _anktexi durch Ver: Beide Kaisermnen_ tt_ugen ebenso die Großfürstinncn befohlenen Damen. Bei
neigungen nach _allen Seiten. weißscidenc russisch? T_racht, und die zur Bkglcitung _ der alten Triumpbpfortc', an dcr Einfahrt zum Seml- janoi- (Borod, fand Empfang durch das _Moßkauer Stadtbaupt mit den Stadtverordneten und denVcttgliedern des Moskauer Stadtamts, sowie durch die Mogkauer Kauf- manns-, Kleinbürger: und Handwerkeramtex und Handwerkcr: innungcn mit ihren Emblemsn statt. Beim Stxastnoiklostcr, an der Einfahrt zum Bjely-Gorod, wurde dcr Kaiser von dcm. Präsidenten des Moskauer GouvernementS-Lands aftSamxs mit den Mitglicdkrn desselben empfan cn. uf dcm Tmerschcn Plnß, gegenüber dem Hau c des General: Gouverneurs, empfing der Adel dcs_ Gouvernement? Moskaii, nebst den Kreis-AdclSmarschäUcn, beim Wosskreffenskt-Thor der Moskauer Gouverneur mit den Beamten der Gouvernements", Administrativ: und Gerichtsbehörden den _Kaisex. _ Bet diesem Thor stieg der Kaiser vom Pferde urid die Katscrmncn verließen die Karossen, um in der Jmernchen Rayelle _vor dem Heiligenbildc der Mutter Gottes von Jwerien ihre Ehrfurcht zu bewxiscn. Dic gan e Prozession mgchte _so _lmigc Halt, bis der Kaistr wieder zu P erde stieg und die Kaisernmczi in ihren Karoffen Play genommen hatten. _Veim Sp_asski: Thor empfing der Kommandant von Moskay_ m Begleitizng der im unterstellten Stabs- und Ober-Oxfizicre deri Haiskr und s loß fich sodann zu Fferde dcm Gefol e Seinex Majestat an. Bald nach 3 Uhr tra der Zug am rkml ein._ _An dem Thor zwischen dem Glock-enthurni dcs 3111011 Wciiki und der Archangcl-Kathedralc machten _dt_e Maxcjtqten Halt. Der Kaiser jiicg vom Pferde, die Kaiserinnen verließen die quoffyn und begaben sich in die Us:)enski-Katbedrale. "Prim Eintritt in die Kirche wurden 85 Salutschussx gelost. In der Vorhalle empfing der Heilige Synqd nntdem Hohen K'icriis das Kaiserpaar und die Kaiserin - Wittwb i_mtcr dem Gesang eines PalmsonntagR'anonJ. _ch Kals__81'[1ch€11_.§3)i'kié- schaften verneigten sick) vor den Reliqmeii und kuszten dic dai: gcbotencn heiligen Bilder, worauf Allcrhochstdicselbexi sieh nach der ArchangelKatbcdralc begaben, i_yd dcr Erzbnchds von Nischny-Nowgorod dic Majestätcn cmpsin ._AUerbochstdicfelbcn küßten auch dort die Heiligenbiidcr nnd * eliqiiien und bcgabcii sic!) sodann unter dem Vortritt dcs Metropoliten von Moskau in die Blagomeschtschci:ski-Kathedrala und von dort nach dcm Kreml, wo der Krötiungs:Marschall auf der unterexi Terxaisc der rothen Treppe dem Kaiser Vr_ot und_Sa1z uberrcxchtc. Jm Augcnblick des Eintritts dcr Maxestäten m__ den Kreml _vcr: kiindctcn 101 Kanonenschiissc und das (Helaiit sammilichcr Glocken der Kirchen und KÜP'LÜLN Moskaus dic Beendigimg des fcicrlichcn Einzugs. __
T-ic Straßcn, durch welchc sick) dcr Fxstzug bewegte, wqrcn von Truppcnspalicrcn bcscßi und von emex zablioseii, dichi: gcdrängtcn Volksmcnge eingkfgßt, welche die Majestatcn rnit stets wicdoiholten begeisterten Yurrahrufcn bcgrußten. __
(Hestcrn Abend gcgen 8 Uhr bcqaben sich der K_aiycr imd die Kaiscrin vom Kreml nach dem Al_cxandcr :Palais. Nach 9 Uhr begann die Illuminatign. Die Hauptstraßen iyarcn glänzend erleuchtet, ganze Häuserfronteii von_ lektklschM Lampen und Lampions iibcrdcckt; am meisten zeichnetexi _sich aus: das Palais des Gkneral:Gouverneurs Groszfurzicn Sergius und die Tuma. _ _ _
Bei dem Fürsten und der Fürstin R adoliii fand gejtch große Galatafcl statt. An derselben nahmen i_heil: der P1*1_Uz Hcinrick) von Pl'eilßi'kk, dci" (Großherzog und die Großherzogin von Hessen, der Prin, Georg von Sachsen, der Herzoq i_ind dxc F?rzogin von Sach?cn-Coburg und (Gotha, dcr xmz von
ieapel, der Kronprinz von Dänema_rk,_,der _Erbprin?_vdn Sachsen-Coburg und Gotha, der Großfurst "und dl? Gk0_ß urst_1_n Constantin, der Her og von Connaught, der Vizc-Konig_§,i- 5ung-Tschang, dcr * “mister dcr auswärt1q_en_ Angelegenhettczi ürst Lobanow-Rostowski, dcr Kriegs-Minister Waimowskt, sämmtliche Botschafter, mehrere Gesandte sdrme thßlieder dcr Aristokratie und der Gcneralität. Fur _die 104 T_eilnchmcr war an zwei Tafeln gedeckt; in dcr Mitte_der grdßerei) sqß Yrinz Heinrich von Preußen, i_bm gcgcnuber die_ Furstm adolin; in dsr Mitte der kleineren _Tafel saß _die Groß- herzogin von Hessen, ihr gegenüber der Furst Radolin.
Italien.
Der Großfiirst-Tbronfolgex von Rußland „ist gestern an Bord der „Starnißa“ in _Neapel emgetroncn- Nach kurzem Aufenthalt ging die Starm?a“imch ancÜamqre in See. Dort wird der Großfürt:Thron olger drei oder vtt'r Tage verblciben. _ _
Am Schluß der gestrigen S_ißung der Deyutichn- k ammer bestätigte der Kriegs:Mimste_r Gencxal _Rxcottl auf eine Anfrage, daß der Major Salsa m das italienische L_age? zurückgekehrt sei. Was das Einziehexi der Flagge in Adtgrk? anbetreffe, so sei das eine natürliche Folge der Aufga e des Forts.
Spanien. n der cstrigcn Sißung dcr _ bcanIagte Gxsset, bei dem Kabinet in Washizigion cnergijcb Einsprache zu erheben gegen die im Senat bezuglich YU; EM; richtungen in Spanien eäußertexi Ans1chten. Der Prasidend äußerte si? mißbilligen über die Sprache des Redners un
kautirtenkammcr
betonte, da zwischen Spanien" und den Vereinigten Staaten gute Bezie ungen bestünden.
Amerika. _ _
Dem Madrider „Imparcial“ wird aus Havanna be-
richtet, daß es der Vorhut der Hauptmacht der unter dem
“stb
. der industriellen
Befehl des Ma imo Gomez stehenden Aufständischen ge- anabna zu * überschreiten; Gum? sexe esten fort,: wo er sich mit den tret-
gliickt sei,“ den" luß di“? Bewcqung nach kräften Maxeois zu vereinigen bcabfichtigyx.
- _ Asien.
Aus Bombay meldet das Oberst ngrton sei gestern mit dem der Punjab-Jnfanterie nach Suakin Der Rest des ngch*-Afrika zu entsendenden kontingents sei im Begriff, sich cinzuschiffen,
Afrika.
Gestern haben sich in Massowah 1000 Soldaten an
Bord des „Umberto“ nach Italien eingeschifft.
Das Op er ationskorps ist in kleinen Tagemärschen auf dem Marsche nach Massowak) begriffen; die erste Kolonne war gestern in Senafe eingetroffen. In der Nähe von Keren wurde vorgestern eine kleine Schaar abeffynischen Raub- _ mit _der mehrere Zusammenstöße statt- Eizi itqliciiischcr Soldat, der aus dem LaHer Menelik's geflohen ist, ist m Haussa angekommen und w
gesindels vernichtet, gefunden hatten.
nach Asad weitergeben.
Die „Times“ erfährt aus Kapstadt vom der Staatssekretär Leyds babe wiederum cm SU“ Herkules Robinson gesandt, Klage führe, Mafeking gesandt seien und Truppen in dieser Stadt angesammelt wiirden. son habe in seiner Antwort diese M bezeickmet und dkk Hoffnung von Transvaal werde durch Nachricht mithelfen, die Erregung zu besänftigen.
Wie das „Reuter'sche Bureau“
Kapkolonie, gelehnt.
„Reutcr'sche Bureau“, der Stabe und einem Regiment in See gegangen. indischen Truppen-
cine Depesche _ worin. er darüber daß, Wie gemeldet werde, 40 Kanonen nach der Nachbarschaft Sir L_;erkules Robin-
el ung als unrichtig Ausdruck gegeben, die Regierung Verfolgung des Urhebers dieser
aus Bloemfontein von gestern berichtet, hat der VolkSraad die Konvention mit der betreffend die Erbauung von Nebenbahnen, ab:
rd 20. d. M.,
Entscheidungen des Reickxsgerichts.
Die Bestimmung dks § 56 Nr.6 der YreußisckZen S_Yidteoydnxng un er emetn e- Yende Dienstleistungen
vom 30. Mai 1853, wonach die Anste bcamten, soweit es sich nicht um Vorüberge
handelt, auf LebcnSzeit erfolgt, findet, nach einem
Reichßgericbts, 117. Zivilsenats, Vom 10. Februar 1896, auch An- Magistrat anfänslich probeWeise, hindurch ununterbroch€n in den
wendung auf Personsn. welbe vom sodann aber eine Reihe von Jabren verschiedenen Zivkigt'n der städtischen die der Regel nach von sxbsn Werken, betraut und in _ Jahre lang _ belasieq sind, ohne- jemals f aesikllt zu sein; unerbeblicb
Verwaltung mit
ist hierbei die Tbatsacbe,
Annahme 1oich_er ais Hilfsarbeitdr angenbmmenen Personen eine jederzeitige Kündigung des Dienstverbaliniffes vereinbart worden
und später wiederbolt dic Ansie_llungSgcsuche des Vom Magistrat ablehnrnd beschikden worden si
angenommen mit der Vereinbarung,
eine dauernde Beschäftigung zunächst im Zentralburcau ZusteUungen 2c., seit
werde. Führung der etwa zwei
nicht .it-geben mit 1879
Spezialregistxatur, sodann im Bureau der Armendirektion
Weise, im Konvertierungsbureau mit Führung von Kasxenbüchern, in M Stadt-Haupikaffc niit AUÖ-rsichunzi Von Kupons be chäftigt und, «(WM kr noch mtic'c 'Stciiunge'n kingcmmtnen hatte, im Juni in wklchem ihm bis Beitreibung der Steuern, anden? in die Steuer-
1884 dem Siknersinziii)ungsamt überwi;chscn 1889 die Kontrole iibe'r die Erhebung und die Führung von Listkn und Büchern und vsrwaitung einschlagende Arbkiten übertragrn- wurden. 1879 Wurde auf eine Anregung des Vorstehers des
klärte, M. mit dem Diensteid bels t, mals eröffnet war, daß er durch die * feste Ansieüung erlange. In den Jahren 1883 und 1887 wiederholt bci dkm Magistrat seine Zulassung zur
bruar 1889 wurde LN. nach des Dienstes entlaßcn.
des bis 31, .Der Kläger ist zur ständigen Behörde berufen. Cr !) funktionen unter der Aufsicht und bkbörde audgeübt Und demgemäß
[) ngig eitßberbältnif; eines Beamten zur Behörde getreten.
aber zu, so ist die Folgerung, die Von dem Berufungsrichier aus dem von dem Magistrat bsi der Verleihung der Beamicneigenfcbaft an den der Kläger nur
Kläger gemachten Vorbehalt bergkléitet ist, da nach außen bin als Beamter, dagegen nach zur Stadtgemeinde und in ais Beamter anzusehen sei,
innen in, im
steliung von Gemeindebeamten nicht an.
lich er vollen mfange, deren Dien sie gktreten sind, zu statten. dieses dur das Gesetz geschaffenen durch die für _ die städtische Vkrwaltung in JUZ! ZZL_;Z)2__ais1rat erlassenen „Bestimmungen' über die 11 ( beiwobnt,
In
eine Aenderung nicht herbeigeführt Werden.
Berufungsrichter ausgeführt hat, daß es Vorkomme und geseßlich nicht daß die Besorgung obrigkeitlicher Geschäfte gegen e dkr privatrechtlichkn Dic'nfimietbe übertragen Werde,
ausgc'scblossen sei, Entgelt im We so kann die Ri tigkeit dieses Saßeé dabinZestillt bleiben. 1 t er nur zu, wenn einzelne Gesch
obrigkeitliaher Geschäfte handelt.“ (268/95.) senats agegen sind, "“ck einem Urtbeil des ReichSgericbts,
inne des § 56 Nr. 6 der Städteordnung zu erachten ersonen, aftlichen selbst Wenn 1 neu „ und ÜkUndeten besonderen Fonds gewährt ift. abre ' 1888 als Ober - Kontroleur der
tung mit einem Jahresgehalt von 2100 „ji
UU Beleu
angxsteüten Gemeindebeamten einzelnen Stellungen bleibend örmlicb an-
_ _ nd._ _ M. wurde im Jabre1878 als Bureau-Hilfsarbeiter vom Magistrat zu Berlin _ _daß das V8schäftigunJSVerbältniß zu jeder Zeit mittels vie1wöchiger Kundigung lösbar sei und dem M.
Koutrolc _ Jabre im Bureau dis Arbeitshauies und Jrrknbauses mit Führung einer
chtralbureaus, der die Vereidigung des M. im diEnsilichen Interesse für géboten er- n_achdem ibm zuvor noch- erkidtgung keinen Anspru
Prüfung behufs Anstxllung nach, er Wurde aber stets ablebnend beschieden. voxangegangenkr vierwöckyiger Kündigung M. klagte, ka seiner Annahme nach die Dienst- cntlaffung ungkrecbtfertigt war, gkgcn die Stadtgemeinde auf Zahlung seines Diknstemkommens won 120.48, monatlich bis zum 31.0ktobcr 1893. Dic'Klage wurde in beidsn In stanzsn abgewiesen, auf die Von ihm eingelegte NkVifiOn aber veiurtbeilte das Reichsgxricht die Beklagte zur Zahlung _ Oktober 1893 rückständigen Dienstsinkommens von zu- ?ammen 6120 5-6. nebst 5% Zinsen, indem es bcaründknd aquübrte: AuSübung öffentlich - rcchtlicher Dienstfunktionen von dkm Magistrat als dcr zur Uebertragung solcher Funktioncn zu- at die ihm übertragenkn Dienst- Yutorität der vorgeseytcn Dienst- ist er in ein ledialicb nach den GrundFäßen dLS öffcntlicben Rechts zu beurtbeiléndes Dienst- und Ab- (1
Bkzug auf privatrechtliche Anspiüche, nicbt _ nicbt letbar. Das Gesey und insbesondere die hier maßgxbende Städteordmmg erkennt eine derartige Rechts- Allcn in den Gemeindcdienst berufcncn Personen kommen, ebenso wie ibnk'n die Crfüiiung sämmt- slichten obliegt, auch die Rechte eines Beamten im und daher auch der Gemeinde gegenüber, in
Rechtszustandes Berlin
äftigung dcs Beamtenpersonals, denen Gesetzeskraft nicbt
fte in Frage sieben, nicht aber auch dann, wenn es sich, wie hier, um die dauernde Besorgung
vom 19. März 1896, nicht als Gemeindebeamte im
welcbe in den industriellen und sonstigen wirth- Betrieben einer Stadtgemeinde auf Grund eines privatrecßtlichen Engagementsvertrags dauernd beschäftigt sind,
Penfionsberecbtigung aus einem für die Beamten sonstigen wirthschaftlichen Betriebe
Urtbeil des
Funktionen, VSL.“-
daß bei dsr
Bediensteten
M.
wurde _ übxr hindurch
in ähnlicher
Im Jahre
ck anf
suchte M. Jm Fe-
Trifft die's
Verhältniß
Ansehung kann
von Annahme
Wenn der
Jedenfalls
17. Zivil- diejenigen
be- wurde
unt ker Vexeinbarung eberzeitiger Dienstentlaffung nacb voran- egangener vierwöchiger ndigung und mit “der Zuficberun? eines enfionßanspruch i_1acb MaßÖabe des PZnsions-Réglements „ür die „Angestellten der siadtischen aSanstalten', an dessen Stelle'im Jahre 9 ein neues NenFions-Re lement ,für Angestellte 'der wirtbschaft-
_ lichen _und indutrieiien An talien der Stadt Berlin' getreten ist. Ngcb diefkm Rea__[ement erhalten die betreffenden Beamten nach einer mmdestens zebniabrigen Dienstzeit nach Maßgabe der weiteren Be- stimmungen eine lebenslänglicbe Pension. T. wurde einige Jabré später nach vorheraegangener viertyöchiger Kündigung aus seiner Stellung entiassen. Er erbob gegen die Stadtgemeinde Klage auf Anerkennung, daß er Gemeindebeamter der Stadt Berlin und als solcher auf Lebens- zeit angesteÜt sei, welche in beiden Instanzen abgewiesen wurde. Seige Revision wurde vom Reichsgericht zurückgewie en, indem es ausfuhrte: .Der VerufungSrichter bat erwogen: Die ißenschaft von Gemeindebeamtxn könne zwar auch solchen Personen zukommen. welche, obne_ obrigkxitltcbe Befnxznisse auszuüben, in industrieüen und sonsttgen- wirthfchaftlichen Betrieben einer Stadtgemeinde tbätig seien. Dyrcb das Gesxß würden aber die Stadtgemeinden nicbt genoibißt, fich_ dre zur Führung der gedachten Be- triebe erfordertchen wYenscbaftlicben, technischen und mechanischen Dienste lediglich durch emeindebeamte leisten zu lassen; vielmehr seien die Stadtgemeinden berechtigt, für derartige Dienste, gleich jedem Privatxn, _die erforderlichen Kräfte durch privatrechtlichen Vertrag a_uch fur die Dauer zu bsstellen. Es sei daher in derartigen Fällen eine_ Tbatfrage, ob der Angesteüte als Gemeindebeamter im Sinne der Siadteordnuxig berufßn oder _nur durch Dienstbartrag in ein privat- recht_liches Dienstverbaltniß eingetreten sei. _ Diese Ausführung ist FZZYZöZU dem fruhsren RevisionSUrtheile gebilligt wvrden ...“
Entscheidungen des Ober-Vertvaltungsgerichts.
Einer Persbn, welcbe wiederholt in trunkcnem Zustande fich zii öffentlt_chen Beleidigungen bat hinreißen la en, kann, nach einem Urtbetl des Ober-Verwaltunqögerichts, 111. anats, vom 10. Februar 1896, deshalb die Ertbeiluna eines Jagdscheins versagt werder). _ Dem Freigärtner . zu W. wurde vom La_ndratb des Kreises R. der Jagdschein ver agi, weil anzunehmen waxe, daß er im Besitze eines Jagdscheins d e öffentliche Sicherheit aefabxden werdc (§_ 158 des Jagd-Poiizeigeseßks vom 7. März 1850).
earundet war diese Abnahme durch den HinWeis auf zwei Ver- uribeilungen wegen offentlicber Beleidigungen, die er gegen xinen Förster im Jahre 1884 Und ge en einen Gendarmen tm Jahre 1893 in dsr Trunkenheit bkgangen Satte. Wegen der ersten Beleidigung, zu welcher m_)cb Bxdrobung mit einem Vérbreihen hinzu- gekbmmen wgr, war er tmt_zwe1 Monaten Gefängniß und Wegen der zweiten Beleidigung mit enikm Monat Gefängni bestraft worden. Hmficbilicb der Veruxtbeilunq wegen der zweiten eleidigung sprach die Strafkammer in ihrem Urtbeil aus: „ . ist in nüchternem Zu- signd_ein ruhiger, umsichtig und übsrlegt andelndcr, durchaus der- nunfttgex Me_nfch, der im Dorfe als einer der klügsten Leute gilt. A_llgemein_beißt es, daß sick) mit ihm umgeben läßt, solange er nucbtern isi. Es ist aber allgkmein bekannt, daß Angeklagter, _wenn er__ rich berauscht [)Jt, zu schimvfen anfängt und an jedem sktnen Aergxr auslaßt, der ihm aus irgend einem Grund unbsquem wrid, selbst wenn er mit ihm sonst befreundet ist. Unter_dem_Einx1uß des_Alkok)ois begkbt er dann auch Handlungen, die fiel) mit seinerii Wessn im nüchterne'n Zustande nicht wohl Vereinbaren lassen.“ _ Dte_K1age des F. gegen den L4ndratb winde voni Bezirks- ausschuf; abgewiesen, und aiif die Berufung des Klägers bkstätigie das Obex-Verivaltungßgerickyt die Vorentscheidung, indem es“ bsgründend gusfubrte: „Trotzdem der Kläger sonst ein rubiger,arbeitsamer Mensck) ist, Hat ('r in de_r Trunkenheit wiederholt strafbare Handlungsn be- g:“mge'n. Untyr dtesey Umständen ist mit dkm BézirkSausschß zu be- fitrciZten, daf; d€r_Klage_r, faüs er wiedkrum in trunkenem Zustand ist, die offentliche Stcherbstt gefährden Werde.“ (111. 182.)
Kunst und Wissenschaft.
Dcm soeben ccscbienenc-Jn 2. Viertkijabrébéft dcs (LK'UZ) Jabr- bucbs der Königlich preußischen Kunstsammlungen (Berlin, Grote'sche Verlagsbuchbandlung) Entnébmen wir übcr bemerke'inkrtbe Neuerwerbungen dcs hiesigkn Königlichen Mu seums im [kßten Vierteljahr 1895 bezw. über Veiänderungen in der Aufstellung der Samm-lungen Ic. Folgendks: _
In der Gemälde- Galerie kam in dem angegebknkn Zeitraum die durch Herstcüung des Rembrandt-Saales nothwendige Umstsilung innerhalb der niederländisckyen Schulen des )(1711. Jahrhunderts da- durch zum Absch1uß, daß ein bisher Von der Vorwaltung benußtes Kabinet am östlichen Hofe, das neben dem Cyck-Kabinei gelégen ist, als Galerieraum hergerichtet wurde. .Hikr find die kleinen Bildkr der vlämischen SÖUlE und Eine Auswahl der Miniaturgemälde 3711" Auf- stsllung gekommen, während in dem lesten Kabinct des Osiflügsls, in dem dieselben bisbkr aufgestellt waren, Gemälde der holiändiscben Schule wieder zur Aufstellung kommen konn* _ In dem iialienischen Oberlicbtsaal an der Nordwestecke dkr Galerie ist provisorich eine Jntarsiatbür angebracht worden, die eine der beworragendsten ' rbeiten ihrer Art genannt werden darf. Nach dcn Wappsn und Symbolen wurde fie für Piero dei Medici gearbeitet, sehr wahrscheinlich in der Weikstatt des Architekten und Jntarsiaiors Giuliano da Majqno; nach dem Charakter der Ornamente und der figürlichn Dar- stellung („Verkündigung“) etwa im Jahre 1475. Die Thür ist das Geschenk mehrerer Gönner der Museen und ist, wie das Chorgestühl des Pantaleone de Marcbis, die von dem Ver- storbenen Architekten R.Svringer geschenkte Caffapanca, sowie einige Gobelins und anderes, bkstimmt, später zur Dekoration dks Neubaues verwendet zu werden.
Für die Sammlung der GiPSabgüsse wurde eine Jünglings- statue aus Subiaco erworben, die sich in dem 11111560 (16116 'Dat-ms
zu Rom befindkt. !
Die Abtheilung der Bildwcrke aus der christlichen Epoche wurde wieder durch eine Anzahl von Zuweisun en und Ge- schenken vermehrt. Die namhafteste Bereicherung it die vom Antiquarium überwiesene Bronze-Statuette eines bo enspannenden Amors. Daß derselbe ein Werk der Antike sei, war sZon lange be- zweifelt worden; bei näherer Untersuchung hat er sich jest als eine eigen- händige treffliche Arbeit Donatelio's aus dessen mittlerer Zeit beraus- Tsteut. Sie steht dcndrci Engeln ganz nabe, welcheDonatello1427fiir das
abcrnakel in San (Giovanni zu Siena arbeitete; doch ist diese Statuette etwas kleiner, sie mißt 25 cm, _ Die Bronze-Abtbeilung erhielt, durcb Geschenke un enannter Gönner, eine männliche Anatomie, wahrscheinlich von Marco grate, sodann einen schreitenden Stier Vom Anfang des )(71. Jahrhunderts, einen Knaben mit einer Muschel auf der Schulter, vielleicht von der Hand des Bellano, sowie einen kleinen bockenden Putty. Dieses Figürcben ist von einer Wahrheit der Bewegunß und der breiten Wiedergabe des Körpers, daß wobl Donatello sel | der Schöpfer desselben sein dürfte. _ Auch die Ab- theilung der Tbon- und Wachmodelle wurde um mehrere Stücke bereichert: ein kleines Wachémodell eines Knaben aus Donatello's Schule, ein kleines Modell der Statue des Monuments Ferdinand's1.“ von Giovanni da Bologna in Livorno, sowie ein größeres Tbonmodeli zu einem Brunnen, Neptun auf hohem Felsen uud unten einen Tiiton darstellend. Es stammt aus ?lorenz und galt dort als ein“ Lver- worfenes) Model] zu Giovann da Bologna's Brunnen auf der Pana della Signoria. Der Künstler, der sehr wohl Giovanni sein kann, hat die schwungvolle Figur des Neptun , der aus dem Brande etwas mager hervorgegangen war, an ver chiedenen Theilen
öffentli en angesie i,
sonders feines früheres kleines Flacbrelief mit Cincinnatus am
_ Die Sammlung italieziiscber Stuckreliefs erhielt eine fein 533112 : Nachbildung von Roffellino's_Madonnenrelief in Marmor in den Kaiserlichen Hofniuseen _zu Wien zum Gesch€nk. _ Die Sammlun der _deutseben Originalbildwktxe wurde ebenfalls durch ein Gesehen? bereichert, und zwar durch eme Gruppe der Maria" Selbdritt, eine dem Veit Stoß aanz nahestehende Arbeit von treffsicher Erhaltung der feinen altktz Bemqlung und des zierlichen Gehäuses.
_Da_s Antiqixarium_ bai durch das Entgegenkommen des erm
éabtck) m Cassel die Möglichkeit erhalten, wiederum zwei altgrie ische emalte T_bon-Sarkopbage aus Klozomenak zu erwerbe'n, sodaß diese für die_ Geschichte der grchatschkn Malerei außerordentlich wichtige Denk- malergattung EU im Ganzen m 6 Exemplaren, also reicher als in jeder andere_n ©amm1ung,_ vertreten ist. Die neu erworbenen Sarko- phage find m der künstlerischen Ausführungder Malereien den übrigen bisher bekannten Exemplaren überlegen; der eine ist dadurch noch besonders wertbvoll, daß bei ihm die Malereien an den bewor- ragxndsten Stelle_n, nämlich auf der Kopfleiste und in den oberen Eckseldern der Langsstreifen nicht, wie gewöhnlich, mit dunkler Farbe aufgeseßt, sondern auSgespart sind, sodaß die Figuren in qelbweißem Ton auf dun_klem Grunde stehen. Es isi daher an diesen Stellen eine der rotbfigmtgen attischen Vasenmalerei entsprechende Technik zur An- wendung gebracht, deren Kenntniß hierdurch als bereits der altioniscben Kunst elaufig erwiesen xvird. _ Von kleineren Gegenständen bat die Samm urig eine_ mykemsche Bügelkanne und zwei mykenische Idole, fkrner drei__griechtsche Terrakotten (Knabe mit Hahn, Flötensvkelerin, sitzender Pada oge und Knabe) und fünf Köpfe von Tarentiner Thon- figuren erwor_ en. Außerdem sind der Sammlung eine Anzahl von g_er_ingen Gefaßen und Gefaßfragmenten aus Thon und Stein, sowie cixitge Gegenstande a_us Bronze, Knochen und anderem Material über- Wtesen worden, die zu'ammen die Funde einer aus Mitteln des Virchow- Jonds unicruommcnen Aussirabung des Herrn Ohnefalsch-Richter auf
ypern bilden. _ Als Geschenk bat die Sammlung von Herrn Dr. Alfred_Körte ein Bleigewtcbt der Prokonefier aus Kyzikos erbaiten.
Fur die National-Galerie wurden folgende Oelgsmälve an-
gekau t: R, vori Voi tländer: Bildniß des Mathematikers Professor Dr. K. Tb. WeierstraZ; L. Manthe: olländische Herbststimmunxi; W Schuck): _Angriff der brandsnburgis en Husaren im Kampfe bei Möckern (Gsyammtaufwand: 39 000 „M).
Handel und Gewerbe.
_ Nach Ziffer 643 des canadischcn Zolltarifs von 1894 enießen Bergwerks- und Schmelzmaschinen von einer _laffe und Art, nyelche zur Zeit der Einführung in Canada
n1cht hergestelit_ wrrd, falls 16 vor dem 16. des laufenden Monais eingefuhrt werden, Zollfreiheit.
Die Frist zur_ zoilfreien Einfqu derartiger Maschinen ist nunmehr durch ein in der offizie en „Canada Gazette“ vom 2._ d. M. abgedruxktes Geseß, 59. Vict. chap. 8, vom 23. n. M. bis zum 1. Juli 1897 aUSgedehnt worden.
Nach einem inNr.80 des guatemaltkkischen offiziellen Or ans „El Guamalteco“ vom 15. U. M veröffentlichten De ret des geseßgebenden Körpers kann ungeleimtes und glanzloses Druckpapier, welches in dem Zolltarif von Guatemala unter Nr. 1953 aufgeführt ist, zollfrei cin- geführt werden.
Theater und Musik.
Königliches Opernhaus.
„ -Jn 0“, eine große Oper in 4 Akten, _ Musik Von Fbilipp Rufer, ext nach (Gustav Freytag]; „Ingo und Jngra an' Von einer anonymen Verfasserin, _ wurde gestern Abksid zum ersten Mal aufgeführt;_ Philipp Rüfer ist als tüchtiger Musikc'r hinlänglich bekannt; 121118 im Jahre 1887 hietselbst aufgkfübrte Ope'r .Merlin', welche einen Stoff aus der Artussage bshande'ltc, hat ihm auch auf der Bühne (?inkn geacht€t€n Namcn erworbsn. Der Zkstri :? Erfolg hat zwar dcn Ruf des Komponistin von nsusm bssiätrgt, Zaum abkr vernicbrt. Das Textbuch zeugt Von ewandter Rsimkunst, läßt aber in Bezug auf dramatischkn Aufbgu, Zolgcrichtigke'it dsr Beqebenbeifsn und Verständlichkeit für dc'n Hörer maxich€§ zu wünschen. Die Musik ist mit außerordentlichem Geschick und roßkm Fleiß ZCÜTÖLÜST Und legt von der Jnstrumcntierungdknnst i,res Schöpfers kredtes Zeugniß ab, wenn auch i_aicbt verschwikgc'n werde'n darf, das; die Bebandlum des Orchesters für kik Vernebmbarkeit dsr Singstimmyn gar zu wuchtig und in ibrkrn Bestreben zu charakterisiercn überladcn erscheint. Wagnsris Einflaf; auf den Kom- ponisten ist unverkennbar, aber die bobs Kunst des Bayrkutber Meisters, der Singstimme sowohl ibrcn Antbeil an der Melodik als auch den dominicrcndsn Platz inmitten orchestralcr Kraftwirkungßn zn Wahren, hat sein Jünger nicht crrkicht; diess gebtbicr garzu bäufii in dem Tonmaffcn unter: ein Umstand, der das Jmtsrcffc des Hörers“ für die ibm unver- ständlich bleibenden Vorgän e aufder Bühne erlabmen läßt. Immerhin aber hat ker Komponit den Beifall, der ihn im Laufe des Abends mehrmals vor dc-n Vorhang rief_. _und den Lorbeer, der ihm gkspendet wurde, verdient. Die Aufführung, unter Kapelli-neister Snch€r's Lkituna, war eine glänzende. Herr SylVa sang die außerordentliche Kraft crfordernde Titelpartie mit Aufgebot sLinSs ganzen mächtigen Tonmaterials und fand in Fräulein E,;li als Irmgard eiiie ausgezeichnete Partnerin. Auch die “rägkr der übrigen Haupt- und Nebenroklen, die Herren Bulß, Mödlinger, Siamixer, ' bilipp, Fränkel, sowie die Damen Reinl und Krainz qabcn ibr Beiss. Lebhaften Beifall fand ein von Emil Graeb inscknierter „Schwerterrcigen“ im ersten Akt.
Schiller-Tbcater.
Sbakefpeare's Lustspiel „Viel Lärnx um Nichts“ elangte Mtern Abcnd zu einer recht Yelungcnen Aufführung. Frau lara
ever gab als Gast der übne die Rolle der Beatrice mit ge- wobntem Erfolge. Das heitere Ncck- und Scherzspiel des ungén- gewandten, schlagfertigen Paares Benedikt (Hart Patty) und “ eatrice wurde launiH und anmuibig wiedergegebsn; sebr erbeiternd wirkte die stumme nnäberung der beiden Ebesckycuen, als durch listiges In- triguensviel ein zarter Liebeskeim in ihre Herzen versenkt wvrden ist, der aÜmäb1ich,den Spottreden der Freundezum Troß, mächtig emporblübt. Das mehr im Hinterarande stehende zärtliche und leidenschaftliche Liebes aar Hero und Claudio wurde von Fräuirin Grete Me er mit liebli er Zagbaftigkcit und yon Herrn Ewald Bach mit euri er Empfindung gespielt. Als Don Pedro entfalte'te Herr Froböse :- wandtbeit und Laune, und als GerichtSdiener Holzapfel wirkte Herr Schmafow durcb derbe Komik bslustigend; er weckte namentlich stürmi- scbes Gelächter durch seine wichtig vorgetragenen Wortvcrdrebungen. Die uscbauer wurden nicht müde, ibrcr Anerkcxinun für die tüchtigen schau pielerischen Leistungen durch lebhaften Beifall uSdruc-k zu geben.
Im Königlichen Opernbause wird morgen Philipp Rüfer's ,Jngo“ wiederholt.
Jm Neuen Königlichen Opern-Tbeater findet morgen eine Aufführung von Bor ing's „Waffenschmied' _in_ folgender Beseßung statt: Stadinger: Yar Schubert, Marie: _Fraulein Gradl, Graf von Liebenau: Herr ricke, Georg: Herr Lieban, Adelbo: Herr Schmidt, Irmentraut: Fräulein Pohl. _ Von 6 Uhr Na - mittags ab findet im Garten Konzert statt, aysgefübrt vom Mu . korps des 2. Garde-Regiments E F; unter Leitung des Königli n Musik-Dirigenten Herrn Max tas. _
Jm Königlichen Schaus telbause gelangt mot en Shakespeare? „Kaufmann von Vcned “ zur Auffübrmi . Die :- sc ung ift nachstehende: Antonio: Zett Ludwi BZsanio: Herr
in Wachs überarbeitet. _ Die Sammlung der Pbaketten ist um acht Stücke bereichert, darunter Mehrere von Valerio Beni, sowie ein be-
ati'owsky, Por ia: Fräulein Lindner, Neriffa: räulein von May- burg, Jessika: rau von Hochenburgkr, der eilte Gobbo: Herr