1896 / 128 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 30 May 1896 18:00:01 GMT) scan diff

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die Truppen der Berliner und Spandauer Garnison abhielten.

der arade nahmen Seine Majestät auf dem Parade- felde militarische Meldungen entge en. und ritten sodann mit der Fahnen-Kompagnie nach dem iextgen Königlichen Schlosse, xvo um 11/4 Uhr Frühstückstafel statt and. Um 6Uhr Abends tft Paradedmer zu etwa 340 (Gedecken im Weißen Saale und den an renzenden Gemächcrn des Königlichen Schlosses. .Nach dem Dner gedenken Ihre Majestäten mit den anderen er: tauchten Herrschaften der Parade-Feftvorsicüung im König- lichen Opern aufe beizuwohnen und dann nach dem Neuen Palais zurü zukehren.

Die diesjährige große Frühjahrs-Parade über die in Berlin und Spandau anisonierendeu Truppentheile, sowie über das Gardc-Schüßen: ataiUon und die Haupt-Kadetten: anstalt in Groß-Lichtcrfelde Fand beute Vormittag 9 Uhr auf dem Tempelhofer Felde, öjlich der Chaussee, vor Seiner Majestät dem Kaiser und König statt.

Die Truppen erschienen im Paradeanzug mit Gepäck _ die Fußtruppen und Bedienungsmanrrschaften der fahrenden Batterien in weißen Hosen, das Regiment Kaiser Ale ander mit Grenadier=MüHen, dre Hoboisten, NeFiments- und * ataillons: Tambours, Fahncnträger ohne Gepä , das Garde-Kürasfier- Regiment mit Küraffcn _ und rückten 10 Minuten vor Be: ginn in die durch Tafeln bezeichneten Linien ein.

Die Parade befehligte der kommandicrcnde General des Garde-Korps, (Hencral-Adjutcmt, General der Infanterie von Winterfeld lLChcf des Gensralstabs des (Harde-Korps: Oberst von Woyrf ).

Die Parade-Aufftellung erfolgte in zwei Trcffc'n. Im ersten Treffen befe ligte die Haupt-Kadcttcnanstalt und die Truppen der 1. Garde: nfantcrie-Dwision derKommandeur dieserDivision, Gencral-Lieutenant von Klißing; dic mepcn der 2. Garde: Infanteric-Division, das er te Bataillon Garde=Fufz:Artillerie: Regiments, das (Harde-Pionier-Bataillon und die Eisenbahn- Brtgade der Kommandeur der 2. Gardc-Jnfantcrie-Division, GMera1:Lieutenant von Bomsdorff.

Im rechten Winkel Fur Front des ersten Treffens hatten die Stäbs und die Haupt «Kadettenanstalt (Kommandeur: Oberst Freiherr von Bosnigk) Ikxxfstellun genommen, Im ersten Treffen standen: die 2. 030.de-ananteric-Brigadc unter dym Kommando des Genera1;Majors von Alvens- leben, bestehend aus: dem 2 Garde: Regiment z. F, (Kommandeur Oberst von Hartmann), dpm (Harde- Züfilier-Regiment (Kommandeur Oberst von Krosigk), dcm . (Harde-Negimc'nt z. F. (Kommandeur Oberst von Bülow), daneben: das 3. Gards-chimcnf 3. F. (Kommandeur Oberst von Twardomski), die Z Gardc-Jnfantaric-Vrigade unter dcm Kommando des (HencradMajocm Herwarth von Bittcnfcld, be- stehend aus dem Kaiser Alexander Garde : Grenadicr- Regiment Nr. 1 (Führcr ObersPLieutcnamt von Wedel), dom Königin Elisabeth Gard? : (Hrcjtadicr : chimeUt Nr, 3 (Kommandeur Oberst Fre'ihsrr von Buddknbrock: cttersdorf), dLm Garde-Sckzüßanatailion (Kommandeur Ober t-Licutenant von Pawlowski), die 4. (55arde-Jnfantsrie:Vrigadc unter dem Kommando des General:M1j0rs_ Prinzen Fricdrick) Leopold von Preußen Königliche Hoheit, bestehend aus*: dem Kaiser Franz Garde:Grenadier-Negrmcnt Nr. 2 (Kommandeur Oberst Frei- herr von Buddenbrock-Hctte:sdoxf), dem Königin Angusta Garderenadier-chimcnt Nr, «1 (Kommandc'ur: Oberst und Flügel Adjutant von Brannschmrig), dic zusammcngkstellte Brigade untcr Véfehl dcs (Zencral : Majors Freiherrn von Nösfing, gebildet aUs dcm 1, Bataillon (Hards-Fuß: Artiklcricchimems (Regimen1S=Kommankk11rOberstRathgcn), dem Garde-Pionier-Bataillon (Konnnaxxdsur Major von Ammon), dcm E:sc*nbal1n:2)kcgim€nt Nr. 1 (Kommandeur Obkkst Schubert), dem EiscnOahn-ngimcnt Nr. 2 (“Komman- de::r ObersßLieUtenant Crcuzinger), dcm Eiscnbahn-chimcUt Nr. 3 (Kommandeur Obcrst Taubert), dcr Luftschiffer-Abtk)ci: lung (Kommandeur Major Rieber).

Im zweiten Treffen standsn: die zusammengkstcllte Garde- KavaMrie-Brigade unter Befehl _des General-Majors von Sick, Kommandeurs der 1. (Hardc-Kavallcrie-Brigadc, und zwar das (Harde-Kürassikr-chiment (Führer Major von Kramsta), das 2. Garde: Ulanen - Negimsnt (Kommandeur Oberst: Lieutenant Freiherr von Langermann und Erlencamp), die 3. (Harde : Kavallerie : Brigade befehligt vom Obersten und *lügebAdjutanten voyMoßncr, bestehénd aus: dem 1. (Hards- Zragoner-chimcnt Königin von Großbritannien Und Irland “Allerhöchft beauftragt mat der Führung Major von Falken: Zayn), dem 2. (Harde-Dra (mch cgiment Kaiserin Alexandra von Rußland (Führer ajor von Stangen), auf dsm linken Flügel das 1. (Harde : Feld : Artillerie : NegiMLnt (Kommandeur Oberst von Slunterman:“nngkmxyde) und das GardwTrainataiUon (Kommaudcur Obcrst:Lieutenant Eis: waldt) unter Befehl des Gxncral-Majors von SalderwAblimb, Kommandeurs der (Harde-Feld:ArtiUerie-Brigade.

Die Bataillone standen in aufgeschlosscner Dopyclfolonne, die 4. BataiÜone in aufgeschloffener Tisfkolonne, die Luft: schiffewAbtheilun in Kompo nie'kolonne; die Kavallerie in nach der Flanke aFgeschw-xnktcr egimentskolonne, ArtiUerie in Breitkolonnc, Train in Linie.

Bei dem Erscheincn Skinsr Majestät des Kaisers und Königs WUrdcn di? Honneurs merst im (Janzen, dann brigadeweise ausgeführt. Die Besichtigung des zweiten Treffens erfol tc vom linken Flügel aus. Es fanden zwei Vorbeimärsche Statt:

Bei dem ersten Vorbsimarsch dcfi1ierte das erste Treffen in .Kompagniefronten, vom zweiten Treffen die Kavallerie in Eskadronsfronten mit halbem Tiefenabjtand, ArtiUerie in Batteriefronten, Train in Kompagniefwnten _ sämmtlich im Schritt. _

Der zweite Vorbeimarxch Wurde von den Infanterie- Regimentern in Negimentekolonne, die 14. Kompagnie links nebkn der 13, Kompagnie, von den selbständt en Bataillonen in Kompagniefrontkolonne, von der Eisenbahn-Fri: gade in Brigadekolonne, von dkn Truppen des zweiten Trkffens wie der erste Vorbeimarsch, jedoch im Trabe, Kavallerie mit ganzem Tiefenabstand ausZeführt. Die Haupt-Kadettenanstalt und die Luftschiffer-Y bthetlung fielen beim zweiten Vorbeimarsch aus. Nach beendeter Parade formierten fich k-ic Truppen zum Abmaxsch und rückten unter klingendem Spiel in ihre Quartiere ab,

Die Fahnen und Standarten waren heute früh 73/4 bezw. 71/4 Uhr vom Köntglichen Sch1offe abgeholt worden und zwar die Fahnen durch eine Kompagnie des 2. Éarde-ReZi: ments z. ZZ, und die Standarten durch eine Eskadron des Gar - Kürasfier: egiments. Nach der Parade wurden die Feldzeichen

durch eine Kompaßxt-ie des 2. Garde-Regiments bezw. durch eine Eskadron des Gar -Kürasfier-Regimer_1"s nach dem Königlichen Schlosse zurückgebra t. Seine Ma1estät der Kaiser und „95an begleite-ken die Fahnen:Kompagnie.

cute Abend 8 Uhr findet im Opernhausc eine Fest- vorste ung statt, zu welcher an die bei der Parade bethciligt gewesenen Stäbe und Truppentheile Villets veraUSgabt sind.

Der am hieLigen Allerhöchsten Zofe beglaubigte Königlich bayerische 'Geéan te GWF von Ler cnfeld-Köfering hat Berlin mit urzem Ur und verlassen. Während der Dauer ferner Abwesenheit fungiert der chationS-Nath Freiherr von und zu Guttenberg als interimistischer Geschäftsträger.

_Der Wirkliche Geheime Ober: Regierungs- Rath im Ministerium der geistlichen, Unterrichts: und Medizinal- Angesxegcnheiten ])]: Stauder ist nach der Rheinprovinz ab- geret .

4 Der am hiesigen Allerhöchsten Hofe beglaubigte Gesandte der Republik Chile Don Francisco Antonio Pinto ist nach Berlin zurückgekehrt und hat die Geschäfte dcr Gesandt- schaft wieder übernommen.

Sachsen-Vkeiningen. _ Dic Beffsrung im Befinden Seiner Hoheit des Herzogs 1chWltet, dcm „Req.:Bl. f. d. erzogtbum Sachsen:Meiningen“ zufoclge, langsam fort. Das nie wird täglich massiert und passtv bkmegt, (Gehversuche und Aufstehcn sollen nochum einige Tage verschoben werden. Das Allgemeinbkfindcn ist gut.

Anhalt.

„'Ihre Hoheiten der «Öchog und die „Herzogin sowie Jbrc Kömglicbc Hoheit ic Erbgroßhcrzogin von Mecklenburg-Streliß und Ihre D11rchlaucht dic Prin: zcssin Alexandra haben fich gestern zu1ängeremAnfenxhalt von Dessau nach Wörliß bkgcben.

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Qefterreich-Ungarn.

Der Kaiser begiebt sick) [Mule Ach WU Wien Nach Budapest.

211 der Eröffnung der Delcgationsbcratlwngen haben sick) der 5 inistcr dcs Auswärtigen Graf (Goluchowski, der Kriegs-Ministxr von Kricghammcr und dc-r österrcichische Mimster-PräUth (Hraf Badeni nach Budapest begeben.

Der österreichischcKultktß-Nkiniste'r Freiherr von (Hautsch ist zu einem dreiwöchigen Kurgebranck) von Wien nach Karls- bad abgereist.

Der heute den in Budapest zusammentretcndcn Dele- gationen unxsrbrcitete gemeinsame Staatsvoranschlag pro 1897 weist kin (Hesammtcrfordcrniß von 160 484 751 Gulden auf, wovon 2711283 Gulden aus eigenen Einnahmen gedeckt werden; somit verbleibt ein Nettocrforderniß von 157 843 468 Gulden. Nach Abzug der [mit 50537130 präliminierten reinen Zoüüberschüsse ergiebt sich ein Ncsterforderniß 11011 107270883 (Huldkn und nach Abzug von 2Proz. zU Lasten Ungarns als quotonmäßiges VcrtheilungScrforderniß ein solches vom 105124981 (Huldcn, wovon auf Oesterreich 78587452 (Gulden Und auf Ungarn 31587 479 (5311113011 entfallen.

Das österreichischs Ilbgkordnctcnhatxs naUm gestern in dritter Lesung dic gsfmnmtcn Ztsusrrcform:(§csexze, ebenso in zwcitsr und dritter Lesung dcn GLsLHLUtWWf, kkc'trsffcnd dicHeradseßnng des Wahlzensus von 5 axxf 4051111111, an und lehnte den Minoritätsautrag auf Herabscßung Tes Wahl- zcnsns W 3 Gulden ab. Sodann m'r andxlts das .HaUs i'tber dic dringlichen Anträge der Abgg. ])r. Lueger und Hauck, betreffend die Maßregelung der fmdcntiscben

ercine wegen dcr Kundgebungen gegen das Millennium, Déc Antragsteller be ründetcn die Dringlichkeit. ])]: Lueger sagte, es sei die Kfticbt der östkrreichischcn Regierung, in disser Sack)? neutral zu sein. Jeder Ossterreicher, dor noch Patriotismus bssißc, müsse Budapcst meiden, wo die öster- reichischen Nationcn in dcr unglaublichsten Weise beleidigt würden. In Wirklichkeit handcle es sich um keine magyarifchc Feier, sondern um eine jüdische. Der Untorrichts-Mmistcr Freiherr von (Hantsck) Lntgeg-ete: Ms wesentlchc Thema der Reden der ngg. Hauck und angcr bestehe in einer Summe der schärfjtsn und heftigstkn AusfäUe? gegen Ungarn. Am ent: sprcchendstcn würde Es skin, eine Argclesxsnhcit, welchc aus: schließlich Ungarn betreffe, im österxsxchxschcn Parlament ent: weder garnicht oder mit größter Reserve zu vesprech-xn. „Wir fassen unser Verhältniß gegenüber Ungarn jederzeit durchaus loyal auf und find immer bereit, 1thngarn freundschaftliche Be ishungen zu pflegen. Bei der Regiernng ist das (Gefühl der GKammtmonarMe überaus lebendig und mächtig. Wir sind überzeugt von der Nothwendigkcit der Gemeinsamkeit der wichtigsten staatlichen Einrichtunen. Dic Feier, welcbe Un arn gegenwärtig be eht, regt das efühl des ungarischsn olks mächtig an. A eFeierlichkeitcn kulminieren aber in der Huldi- gung für unseren erhabenen Monarchen“. Bezüglich der an: geblichen Verfolgung der österreichischen Studentenschaft mies Der Minister entschicden den Ausdruck ,Vcrfolgung“ zurück. Von Verfolgungen könne keine Rede sein, bloß von Be- strafungen. Nicht wegen vcrweigerter Duelle mit den Juden, ondern wegen der Motivierung des diesbezüglichen Be- chluffes seien Bestrafungen erfolgt. Wenn es in dcr Moti: vierung heiße, ein Jude sei der Ehre vöÜig bar, 0 sei das eine direkte Beschimpfung. Betreffs dcr Ausweiung eines reichsdeutschen Studenten sagte der Ministcr: ir können bei unseren eigenen Studenten wenigstens verlangen, das; sie sich in der Oeffentlichkeit gcziemend betragen. Wenn aber ein Studierknder, der bei uns das Gastre t gknicßt, dasselbe taktlos verleßt, dann muß er sich gefa en lassen, daß wir unter Umständen auf seinen Besuch verzichten.“ Der Minister wies dann darauf hin, daß in dieser Sache ein Rekurs anhängig sei, wclchem er nicht vorgreifen wolle, betonte ferner das Wohlwoüen der Unterrichtsverwaltung gegenüber der Ju end und bat, die internen Vor änge an der Universität 11th in die Diskussion zu ziehen, a dadurch der Friede in der Studentenßchaft sicherlich nicht würde gefördert werden. Er konstatiere, da gegenwärtig an der Wiener Univerfität ruhige und geordnete Zustände errschten. Der Minixter schloß mit der Erklärung, die akademis e Freiheit beruhe au der Autorität der

Professoren und auf_dem Vertrauen der Studenten. Man möge die Universitätsbehorde. welche ihre Pflicht in korrektesier Weise erfüllt habe mcht angrei en. Nachdem der Unter- richts-MinisterFrei err von Gams gesprochen hatte, erklärten fich der Abg. rzorad, namens der Jungzcecben, und der Abg. H o fman n, nametzs der DeutsYnationalen, für die Dring- ltchkeit, le terer namentltck) mit Rückxcht auf die Unterdrückung der Deuts en in Ungarn. Sodann sprachen nochnxals die Nbg . Hauck und [)]-. Lueger. Letzterer sagte: „Diejenigen,wel e mit Ungarn gemeinsame Sache machen, sind VolkSverräther“, wofür er einen Ordnunquuf vom Prästdenten erhielt, worauf ])1'. Lueger bemerkte, er möchte auch nach Dcutschland den Ruf ertoncn lassen, daß jeder Deutsche, der mit Ungarn gemeinsame Sache mache, ein Volksverräther und ehrlos sei. Die Dringlichkeit beider Anträge wurde abgelehnt. Sodann führte das Haus die Gencraldebatte über das Privilegien: eseß zu _Ende. Im Verlauf der Berathun erklärte der ZandelS-Mnuster Freiherr Glatqz von EicZa, daß die 5usschußfaffung des Geseßentwurfs die äußerste Grenze des Entgeqenkommens der Re “terung bilde. Das Zustandekommen des (Heseßes werde den Emtritt Okstyrrcich in die Union zum SchuZ der gewerblichen Rechte ermöglichen. as „Ungarische Korrespondenz-Bureau“ meldet: Die ungarische Regierung habe prinzipiell die Bethciligung Ungarns an der im Jahre 1900 in Paris stattfinden- den Ausstellung beschloffen. Die rumänische Regie: rung habe bezüglich der Betheiligung Ungarns amtlich ange- xraqt, um auch ihrerseits Über die Bctheiligung an der Aus: teliung zu beschließen.

Jm ungarischen Unterhause bsgann gestern die Be- rathung der Vorlage, batrcffend die Zuweisung der Geri ts: barkeit über die bei Raichstagswablen vorqskommcnen (He exz- widrigkeitcn an den Obersten Gxxichtshof. Dcr Abg. Graf Apponyi erklärte, er und feine Parteigenossen würden für die Vorlage stimmen, wcnn dicselbe auch nicht alle von ihm gewünschten Garantien für die Wahlreinheit enthalte. Graf Appomß bemerkte ferner die Blättcrmkldung, cr w011e ßch vom politischen Leben Zurückziehen, für unrtchtig. Die ge: mäßigte Haltunq der '“ ationalpartei cntspringe der Rückficbr- nalnm auf die Jahrtausendfcicr.

Frankreich.

*Das „Journal officiel“ von heute vrröffcntlickzt T'?» Er: netmung dcs Marquis de' Noailch znm Votschafxcr 4.71 Berlin.

Der „Matiu“ erfährt, der Kricgcs-Ministck kaLite cinen (Heseßcntwnrf vor zum Zweck dcx' Vcrjüngung der Offizicrcadres, nnd zwar soUe die' Altersgrenze ?:“cr Divisions:(§cneralc anf (NL oder 63 Jahre, für Gencral- Majors auf 55 bis 51 Jaere und für Gcnerale, mslcbc Lit: KricgÖkotnmando innehaben, auf 08 Jahre festgeseßt Mrden. Diks? Maßnahme soÜe zugleich Oazn bcnnßt wcrdcn, Um der: RaUg von Kox*p§-Koxnmandeuren zu schaffen.

Rußland.

(Hestcrn brachten dic Großfürstinne:r, Dis aus: wärtigen Prinzessinnsn, die Oder:.Hofmcistcr“mm'?, die' Damen des diplomatischen Korps, die Hofdamen und die Damen der Hohen Aristokratie d:*m Kaiser und der Kaiserin ihre Glückwünsche dar. Abends fand in dem neu auMestattcten großen Theatkr eine Fcstoorstc11ung statt, Als der Kaiser und die Kaiserin, umgeben von (111911 Fürstlichkciten, gegen 81/9 Uhr in der Kaiserlichen Loge crsäxicrxxw, **rhoben sich al1e Anwesenden von den Sitzen, und das Okckxxsm ;s-„tonicrte die National-Hmnnk, wclche M16 stkhe'nd a111)6rtc:'. 21.113 die Mufik vcrstummtc, brach das Publikum m Hnrrabrnfc ans, worauf die Hymne wisderholt wurdc. Das Tücatcr 1301 ein glänzcnch Bild. Dkr Kaiskr und die Kaiscrin nahmen 1316 Mitte der Loge cin: neben dsm Kaiser saß diy Königin von Griechenland, neben dEr Kaiserin die Gemahlin des Prinzsn Fkrdinand vw: „M:!närxi-U. DicLogLn dcs srstep. Ranges, rechts ncbcn dcr „Kaiserliche?! Loge, nahm das diplomatische Korps Fin; 1111k6 Hatten dke höchstsn „Hof- chargon, ein (Theil der *.Nixxést-xr' nnd der Mitgliedsr (ws RciäxIxaths, in den Pmrchtlogcn dic .Hofdamcn 11111) „Hof- chargm1 Plus genomnxkn. Zn dsa crstcn Reihen dW Parquets saßen die übchn Minister 11110 Mitglieder des Reichsraths sowie das (Hefvsx:cdcs31ajscrs. Znerst wurde ein Akt dcr Oper „Das Leben für den Zaren“ gcgcbcn und hierauf das Ballet „Dic Pcr1c“ aufgeführt. Nucl) Sckyluß jcdon Theils wurdo: dic National-Hnmncgcsyiclt, ::acl) welcher das Publikum €:: Hurrahrufc ausbrach. Die ganze Front des Theaters sonne die' den The'atekploß Umgebendcn Hällskl" maren glänzknd erleuchtet.

Italien.

In der gestrigen Zisnng dor katttirteknkammer sr: klärte dsr Mtnister des AusWärtigcn „Herzog von Sermo- ncta auf eine Anfrage der Deputn'Lcn Lucifcro und meriani, die 1913th Nachrichten aus Kreta meldeten eine Bcffkrung der Lage; der italienisch,? Vanzkr „Piemonte“ sei in den Gcmäffcrp. von Kreta eingetro "cn,

Der Deputirtcnkammcr ist das zwischen der Schweiz und Italien abgeschlossene Ueb ereinfommen, betreffend die Simplonbahn, vorgelegt worden.

Spanien. Der Madrider „Ticmpo“ will wissen, daß der (Genxrai Wenler auf seiner Entlassung bestehe; der General Prtmo Rivera werde ihn als Gouverneur von Cuba ersehen.

Niederlande. Die Zweite Kammer hat gestern. mit 62 _ gegen 36 Stimmen den Art. 1 des Wahlrevrsionögexeßes, welcher die Wahlberechtigung sehr weit ausdehnt, angenommen.

Türkei.

Am Mittwoch sind, wie „W. T. B.“ aus Konstantinope1 beri tet, die Botschafter abermals zu Liner Besprechung üher die 2a_ c in Zeitun zufammengetreten; es wurde verem- bart, da die Botschafter ein ein wegen _der bisher unerfüUt gebliebenen Bedingung der rnennung emes chrtftlichen Kar: makams Vorstellungen er eben sollten. '

Nach der „Agen ia Stefani“ ist die Lage _m Kanea un: verändert. In der mgebuan von Kanea plunderten_mzoha- medanis e Banden. Kletnere Uusfchreitun en ließen dre Lage auch in ethmon ernst ers einen. Derötcrxeichtschq Kreuzer „Kaiserin und Köntgin aria Theresta“ isthanea angekommen. . '

„W. T. B.“ erfährt: die in Konstantinopel unge- troffencn Meldungen der Konsuln auf Kreta besagten, daß, wenn die (Garnison von Vamos von einer „Katastrophe betroffen

merden„sollte, ein Ausbruch wilder Leidenschaften zu befür ten sei, Dye Konsul!) beqntragten Übereinstimmend eine Vermtte- lung bei der, Epttropte; denn ste hofften, wenn die von den Türken umzmgelten Aufständischen in Kalves 3/4 Stunden von Vamos entfernt) „frei egeben würden, die ufständis en zur Aufgabe dxr Umzmge ung von Vamos bewegen zu önnen. Einige Mttglteder det; Epitropie hätten vérsprochen, fich eventuell in diesem Smne bemühsn zu wollen. Die Bot- schafter seien darauf zu Berathungen zusammengetretcn und hätten das Konsular:Korp-3 angewiesen, Verhandlungen zum Zweck der geixachten ereinbarungcn mit der Epitropie und den Lokalbehorden emzuleiterx; diese Beschlüsse seien der Pforte mttgetheilt worden. Die Pforte Habe fich denselben gegenüber nicht abgeneigt gezeigt, 1edoch den Botschaftern die Mittheilung gemacht, daß militärische Maßnahmen zur Unterdrückung des Aufstands gctroffen seisn. Sechzehn Bataillone würden nach Kreta abgeben und in Reserve bereit Dstellt werden; Gestern seien die Botschafter neuerdings zu „eratbungen uber die Lage auf Kreta zusammen stretcn.

Nach ejner Meldun des „Reuter'schen ureaus“ aus Suakim smd 3000 ann türkischer Truppen in Djeddah eingetroffen; Schiffe mit weiteren Truppen scien unterwegs.

Griechenland.

Der „Agence Havas“ wird aus Athen berichtet, in “zänér gestern Nachmrttag daselbst ab ehaltenen Versamm1ung von Kretensernxsei ein Antrag zu unsth Liner autonomen Verfassung auf Kreta gemäß dem Berliner „Vertrage ab- gelehnt und der Wunsch aus ?prochcn worden, das; die freien .pellsnen dcn Kretensern zu .)i fc kommen möchten.

Rumänien.

Die „A*ence Roumaine“ berichtet, das; sch011 soit ewiger Zeix die herr chsüchtige Haltung des Metropoliten und Primas von Rumänien Ghenadius Petreßco daran abziele, sich der obersten Gewalt in der rumänischen Kirche zu bemächtigen, welche nach der Verfassung des Sxaats den Canoncs dsr Kirche und den KirchengescYen dsr Heilixc'n Synode zukomme. Daraus hätten sich Mißhe ingiten zwiscsen der Majorität der Synode und dkm Metropolitkn Ergeben, welcher die Antorität dorse1ben boi Seite geschoben und die' Mchrzablder Diözcsansiße fÜr vakant erklärt hab?. JN ihrkr qestrigcn Sißung habe nun dxe heilige Synode, welche aus 12 Mitglicdern, dem Erz: bisckwf von der Moldau, 15 Diözesan-Bischöfen und SBischöfcn [11 szrrjbc» bcst-anden habe, einstimmig beschlossen, den Pri mas yon Rumänien in AnklagczUstand zu verscßcn und ihn VN? seiner gesammten Amtsthätigk-Zit zu suspcndiercn. Zu dxescm Bebufc habe die Synode zwci Kommissionen zn je drsi Mitgliedern eingeseßt und dsr einen die gerichtliche Vcr- fyiqnng dcs Metropoliten, Der anderem dis provisorisch? VET: w-xlTUNg der Diözesen übertragem.

Afrika. 'Der Oberst chiton ist 1101119 mit 97:3 Mann indischor TTUVPLU in Suakin angekommen. Aus Prätoria erfährt das „Reuter'scbe Bureau“, Bar- :". 310 habe fick) in einer Audienz bei dem Präfidcnten Krüger für dL-z gefangenen Reformistcn verwendet. Der Präsidcnt Krüger kmbe erwidert: Er thus sein Möglichstes, um eine weitere Mildkrung dcr Urtheile zu crlangen. Die Exekutive warte abcr die Vkrichte des Staatssekretärs LEUÖS und dcs Kom- mandanten Joubert ab, bevor sZe sich writer mit de»?! Ur: WOKÜM be'schäftigcn werde.

;11r.-22 BCI „Centralblatks 11]: das Dkursckpch-éck)“, b-zrausgcgkben im Reicbsnmt des Innern, Vom 29. Mai, hat .“)!„zkudkn Inhalt: ]) A(lgemsine MrwaltungsszMn: leändcrung des Verzeichnisses dsr Nkéchs'vcamten zur Verordmxna, betréffknd dil? Tagsgeldkr 2c., vom 21. JUni 1875 in „271611xe aus die? Beamtkn der Verwaltung 1762; Rsichsbkcres. _ 2) 3011 und Stcucrwescn: Ab- änderung dcr Ausführungsbestimmungkn,zum ©2168, bstrcffcnd dis Vergütung des Kakaozoüs bsi der Aussuhr won Kafaoxoaaret1;i_ Aufhebung gemischtkr Gétreide-Tranfitlager. * Z)K0nsulatwch18n: Ernennung; _ (Ermächtigungen zur Vornabmk von Zivilstandsaktkn. _ 1) Polizeiwsscn: ?luöwsisrmg von Ausländexn aus dem Rsichs- .;»xbccx.

Nr.22dsr„VcröffentliahungenDssKaiscxlickyknGesund- !) 3ZTIamt9“ vom 28. M*ai Hat f:»lgstOc'n analt: Gésundbéitsstand Uno (Hang der Volkökrankbeitsn. _ Zcitweiligk Maßregeln gsgen Cbolsra :c. _ Dcsxl. geg?" Gelbftébcr. _ Sanitätsbkri 1 des oberschlofiscben Kuarpßcbaftsvereins, 1894. _ Aus dkm Statitischkn Jabrbucbe Wiens, 1893. _ Gesesgebuug u. ?. xv. (Preußen. Reg.- Bez.?)otödam). kalügelcboUra. _ (Rég-Bkz. Stgmsxrmgen). Schul- Gesundbsitspflege. _ (Waldkck). Statistik dsr Gkbnrtkn :c. _ “SÖaumbxtrg-Liuvk). Dicnstanwxisunx für Sanitätsbcamtc. _ F*amburg). (Giftbandlungc'n. _ (Othxrreicb). Tbkerfarbcn. _ (Hoblcfien). Pharmazcutischc Spkzialitaten. _ (Sckyweiz. Kanton S!. Gallen). Bikrdruckapparate. _ (Norwe'gkn). Fleisch- kouxrolk. _ Gang der Tbikrseuckn'n in Großbritannien, 29. De- kmber bis 28. März. _ Zeitwäligc Maßregeln „xc e'n ' 61T19uchem (De'utsMs Raich, Prkuß. Reg.-Bezirfe Posen, DMI?!- dorf;. _ Vermischtcs. (Dkutfcbes Reich). Krankrnvérficherung dcr Acbsiter, 1893. _ Ausführung des UnfqUverficherungsgcseßkI, 1894. _ (Prkuszen _ Badln _ Oesterre'ichj. Gcbcimmittel. _ (Ost- indékn). Volkszäblumh 1891. _ „Gefchenkliste. _ Wochentabsllc übcr die Sterbkfäl]? in dkutschcn Orten MZ! 40000 und WM Ein- wobu-Jrn. _ “Ox-Izjl. in größc'rcn S_täkten dss Auslandes. _ (Er- kxankungen in Kranfknbäusern d91111chcr „Großstädtk. _ Désxü. in deutschen Stadt- und Landbezirfsn. _ thtkrung. --- BLANK; (5,38- ricbtliche Entscheidungen auf dcm Gsbist dsr ökfcntlicbcn kaundbe'its- Wege (Heilmittel).

Entscheidungen des Reichsgerickxts.

Die Bestimmung des § 21 des Rkichgsscsss iibcr dyn Erwerb

und den Verlust dcr Bundes- und Staatöangcbörigkc-it [zom 1. 7313111 „1370, daß Deutsch?, welche das Bundesgebiet Ocrlamcn 1md1ich zkhn Jahre lan ununterbrochen im Auslande" anfbaZt-cn, dadurch ihre StaatSangeYörigkeik verlieren, findct nach cmsm Urt1181l des Reichögerichts, [. Strafscnats, Vom 28. Nowotnbcr 1895, auch auf Minderjährige Anwendung, wel 2 sich zehn Jahrs lang ""Unter- brochen im Auslande aufhalten. _ * ebrerc Elsas cr batte'n sichlanger als zehn Jahre Vor dem Eintritt ihrer Militäracste'l un ;spsttcbt nach dem Aus1ande bkgeben und sich daselbst ununterbrochen me r als zehn Jahr? lang aufgehalten. Wegen Hinterziebung der Militärxflickot aus F" 140 .1 SWGB. angeklagt wurden 6 von der Stra kammer (Colmar

reigesprocben. Die Rcvtßon des taatöanwalts, in welchcr ausge- fßbrt Wurde, das; der Verlust der Staatsgnßehörigkeit durcb zehn- iahri en Aufenthalt im Auslande auf der Ftkt on cines konkludenten Berz cbts beruhe, ein solcher aber bei de'"! wiÜens- und handlungs-

unfähigen Minderjährigen nicht angenommen werden könne, wurde vym ReichSgericht verworfen, indem es begründen?) aus- fybrte: ,Das Geseß vom 1. Jxxni 1870 sagt im § 2,1 mcbx. daß der aussxewanderte Deutsche die StaatSangebörigkert verlzere, wenn er nicht Schritte tbue,Zie fich zu bewahren, sondern besttmmt, daß Deutsche, Welche das * undeßgebiet verlassen und sich urzunterbrochen im Auslande aufhalten, dad u rch ihre Staatöangebörtg- keit verlieren, Der Verlust wird also Nicht von einem thZenSakt des Betreffenden abhängig emacht; er tritt vielmehr ein mtx uyd obne Willen desselben. ur zur Abwendung dxs Verlustes xstxtn WiÜenSakt erforderlich, nicht aber zu seinem Etntritt. ES existiert auch kein Rechtssaß, daß ein Minderjähriger ein Recht, deffen Er- YFZYZZ ?urch einen WiÜensakt möglich ist, nicht Verlieren könne.“

_ Der Vermietber eines Geschäftslokals, deffen Mietber nach den Anforderungen seines Geschafxsbetriebes der Ein- richtung eines Telephons in seinen Mietbßraumen bedarf, kann, nach einem Urtbeil des Reichsgerichts, 7]. Zivjlsenats; vom 30. Ja- nuar 1896, im Gebiet des Preußischen Allgemetnkn Landrechts ntcht obne wkiteres die Duldung dieser Einrichtuyg versagen, beznZ. die der Postverwaltung gsgenüber erforderltcbe form-Üe Erklarung verWeigern. _ Ein Buchdruckereibefitzer und Zeitungzsverleger, welcher in seinen gemietheten (Geschäftsräum-kn sem Ee- werbe betrieb, bsantragte bei der Postverwaltung fernen telephonisckyen Anschluß, worauf die Postwerwaltung dem Hausei enthümer ein Schriftstückzur Unterschrift Vorlegte, durch welches dieser sLcky zur Duldung der erforderlichenEinrich1ung verpflichten soÜte. Dcr Eigenthümer aber, obwohl er durch die Einrichtung wexer eine_n Schaden, noch eine nennenswertbe Belästigung batte, verwergerte die Unterschrift. Hierauf erhob der Miether Klage gegen den Vermieth'er auf Duldung der HersteÜung und erstritt ein obficsgendes Urthetl. .Muß“, führt das Rsicbßgericbx begründend aus, .die Herstellung emer (EinriÖtung wie die einer Fkrnjprechstelle nach der konkreten Sachlage, insbesondere nach den Anforderungen des in den MietbSräumen bytriebcnkn Geschäfts und des Kampfss mit der Konkuxrenz als dringendes Bedürfnis; des Gebrauchs der Mietbsraumc? erachtet werdsn, währsnd andererseits die Hersteüung auf Kosten YES Mietbers dem Vermiether weper irgend welchen Schaden noch eme nennenswerthe Belästigung brmxxt, so läßt fich die Versagung Her Duldung zwar aÜerdings nicht als Mißbrauck) des Eigenthums lm Sinne dsr §§ 27 und 28 1, 8 A. L.-R. auffassen, fie verstößt aber gegen die auch für MiethSVcrhältniße geltenden Grundsäye 13er hoax). kchSZ, gegen die Vertragsfreue. Muß die Verpflrch- tung zur Duldung der HLrsteUung als begründet erachtet Wkrden, so würde die Verjvcigerung der erford€rlichcn Formellén Erklärung als bloßeCHikank erscheinen und ert rkchtgeg€n 1101111. tic10§ und TWUS und Glauben verstwßen." (384/95.)

_ Ein Blanko-AcCLpt, WelcheI obne Hinzufügung einer Beschränkung begeben wordsn, kann, nach einem Urtbeil des Reichs- gerichW, 11,1. ZWilsenaks, vom 18. Fsbruar 1896, vom Inhaber des- sslbkn obne wsiterxs „auf Sicht“ angcfüÜt werdkn. „Allerdings Hat das Nkichsgericbt bereits entschieden, daß in einsm äbnlickpén FaUe die Hinzufügung eines Domizilvermerks nur dann gerecht- fkltigt ssi, M*]!!! die ErmächtigUng zu derselbkn nacbgswiksen wsrds, Aber der normale Zabkungsort ist nach der WSÖsLl- ordnung der Wohnort des Bezogencn, dessen Abändérung daher ein in der allgcsmxinen Ermächtigung nicht liegender Zusaß; eine ausdrückliche Eintragung der Fälligkeit ist aber z_ur Gültigkeit des Wechsels nötbig, liegt daher nothwendig tm Rahmen der aÜgemeincn Ermächtigung, und die Stellung des Wechsels .,an Sicht“ ist nach dkm GMS ebenso normal wie andere zulässige. Außßrdem dkutet di? ohne Ausfüllung und ohne Einschränkung erfolgte Hingabe darauf hin, daß dem Jndoffatar eine gewiss? Freiheit in dcr Ausfüllung zu estanden werdcn "soll, und schon deshalb kann man eine zwingend? 5LJeschrc'mkung auch daraus nicht berleitsn, daß in Wknigen vorhergcbenden FäUEn die Wechsel auf .“; Monxtc ausgestellt warsn.“ (364/95.)

Entscheidungen des Ober-Verwaltuugsgerichts.

Bsim Vorhandensein eines mehrfackokn Wohnsiyrs dcs Schulbeitragspflichtigen in vSrschicdcncn SchUlbeézizken ist, nach einem Urthcil des Obkr-Vsrwaüungsxzsrichts, 1. Senats, vom 27. März 1896, acssßlich die' mshrsacb? Bestkuerung Links und dcssslben Einkommens in Voller Höhe für dlc Schul- zwe'cke dcr Verschiedsnen Bezirke nicht ausgeschlosssn. „Wie d?!" GL- ricbtsbof bercits wiederholt angczsproche'n Hat, kann § 31 Tit. 12 Th. 11 des Allgemeinen Landrkchté (,Die Bkiträge zur Scbnlunter- Haltung _ müssen unter die Haußvätkr nach Vkrbältniß ihrer Befißungcn und Nahrungen billig Vertheilt . . . werden“) nur dahin gcdeutezt wcrden, das; das WcitragÖWrb-ältniß jämmtlicber Hausvätsr nach biUigen Grundsäßkn bkmcffcn WdeSU soU' nach Billigkkit ist der für AUS gemeinjamc Besteuerungsqu fcstzustcllcn, nicht die' BsitraNéquote res Einzelnen gegenübkr de'r Gesammtbsit. Das Wort .Bssttzungcn' ]Véist aUs den Ertrag der dc'm Hauswater gébörigen Grundstücks, das Wort .Nahrungen' auf das Einkommen des" Haus- vaters bin; beidcs sol] be'rückfichtigt tverdcn; da die Rkalsteuern nach dem Erträge der Ländsrcien, bezw. dem Nu ungswertbe der Gkbäudk, die Einkommc'nste'uer nach dem Einkommen emeffen wird, so ist die Vertheilung nach dem Maßstab der Grund-, Gebäude- und Einkommen- steusr an fich dcm § 31a.a. O. völlig entsprechend. Eine Tbeilung des Einkommens im Fakle Links doppeltem Wohnfiycs des Haas- Vatsrs, wis fis d(xr Vordsrricbter vorgenommen hat, rst dem Schul- stkue'rrc'cbt fremd; cs 871111 an Links positiven Norm, durck) w€lch€ die' Zuläsfigkcit der Doppslbksteusrung sines und desselben Einkommsns für Zwecke des Volkskcbulwesens in ähnlichkr Weise ausgeschloffen wird, wie es für anksrc Gebiete des Abgabcnwessns durcb Gésexz gc- scheben ist. _ Kläger irrt, jvknn er annimmt, das; nur das Ein- kommen aus scincm im Schulbezirk M. bele'ge'ncn Grundbcfis Vom ba'klagten Schulworstand in Betracht gezogen werden durftr. Auf die's?" Tbcil scincs Grundbéßßes konnte es nur in- soweit anommxn, als die Objekt- (? Mb) Steuern zum Maßstab für dis Hoxanziehung des Klägers gkmacht wvrden waren. Bsklagtcr bat beim Ansatz der Rcalstenern andere Grundstücke als solche, die' im Schulbezirk M. liegen, nicht bkrückfichtigt. Der Boklagtc war abcr im übrigen nicht gehindkrt, ne'bcn i_enen Realsteuern auch die Ein- kommensteucr des Klägers dcffcn Heranziehung zu Grands zu lc en. Aus Welchen Bxstandthcilen fich das Von dieser Steusr betro ene Einkommen zusammsnscßt, insbssondere, wo die dabei in Betracht zu ziehenden Grundstücke bclkgen snd, ist rechtlich obne Bélang. That- !äcblick) bat Beklagter für das Einkommen des Klägers eine'n höheren Stcuersav, als denjenigcn, zu wclcbcm der Klägkr zur Staats- einkommcnsteuer Veranlagt worden war, nicht zum Ansay gc- bracht. Dies alle'in ist Entscheidend. . . . JmVerwaltungsstreitVerabre'n mnßtc sonack) dem Kläger der Erfolg für seinen Einspruch und seine Klage Versagt bleiben. Dis Gesichtspunktk, aus denen (*r die Zu- grundelegung sc'incr Einkommknstcuer in ungetbeiltcm Betrage als nicht sachgkmäß bszeichnst bat, hätten sich nur zur Verfolgung der Sache im nge der Beschwerde bei der Schulaufsicht» behörde geeignet. Letztere allein könnte darauf hin- wirkcn, daß der Beklagte in Zukunft Rücksi ten walten läßt, de'rcn Beobachtung bereits in dem V inistc'rial- Erlaß vom 3. August 1888 empfoblc'n worden ist.“ (1. 413.)

Kunst und Wissenschaft.

Einst Meldung des „W. T. B.“ aus Londoszufolge ist der Präsident des „120 al 00110g0 01" 911 341013113" Str Russell Reynolds gestern Na mittag daselbst ges orben.

Sthnlwés'en.

Dix langersehnte Errichtun einer keramischen Fachschule in Bunzlau sieht ihrer demnä fügen Verwirklichung en egen. Die Verhandlungen mit der Stadt find im wesentlichen abges [offen und die Genebmtgqng zum Beginn des Baues ist ertbeilt wvrden. Es steht daher dre Eröffnung der Schule am 1. Oktober 1897 mit Sicherheit zu erwarten.

Der Bau der Vaugewerkschule in Görliß ist durch un- günstige Verhältniss des Baugrundes verzögert worden. Doch thut dies der Entwicklung der Schule selbst, welche interimistiscb in einem städtischen Schul ebäude untergebracht ist, keinen Abbruch, dieselbe er- freut fich vielme r stets wachsenden Zuspruchs.

Land- und Forstwirthschast.

Saatenstand in Spanien.

Jn Südspanien ist__Anfang v. M. der langersehnte Regen eino“

getreten und hat sich nach und nach über die ganze Halbinsel erstreckt.

Es läßx sub jedoch noch nicht beurtbeilen, inwieweit hierdurch der durch dte vorhergegangene Dürre verursachte Schaden hat wieder gut Fmaeht werden können. Jedenfalls lauten die Nachrichten aus einigen

rovinzen, ryie z. B. Andalusien, nach wie vor ungünstig; dag en (Fes? Ich dre Aussichten in den beiden Castilien nicht unwesenxklxicb ge 8 er.

Der Dextsckye Fischereitag fand gestern Vormitta unter Voxfiß des Fursten zyu HaZfeldt-Tracbenberg im Hörsaal des Ébemie- qebaudks der Berliner Gewerbe-Ausstellung statt. Zu der Tagxmg waren Fischerei; Jnterxffenten aus alTen Theilen des Reichs erschtenen. Der Frscberettag begann mit einem Vortrag des Sanitäts- Raths, ])1'; Thorner-Berlin über giftige Fische. Sodann referierte dxr Ftscbzüchter Iaffé-Bandfort über englische und deutsche Salmo- mdévzqchten. Ueber dre Frage „Wie soll der kleine und mittlere La„nd-Wtrtb Tetchwirtbschaft_ treiben ?“ berichtete Direktor Haack- Humngey. Dey MüggeLree in geographiscbkr, biologischer und fischereütcber Beztehunq"s_child6r_te [)l'. Hubert Jansen-Friedricbsbaaen. Dre Vérsamuzlung beschastrßte 11ch fcrner mit den FischereiVerhältniffen aufder preyßtschsn Seenplatte und im Regicrungsbezirk Erfurt. Zum Schluß bekpxach 1)r.Hof8r-M11nch:n Verschiedene, von ihm speziel beobachtéte ' xschlrankbeiten. _ Den Vcrhandlungen wohnte als Ver- trete'r des 5 _kinisteriums für Landwirthschaft xc. der Geheime Ober- §K8?18rgngs-Ra1h won Friedberg b?i_. Nach Abschluß derselben fand tm estltcb dékormten Tburmfaal des Haupt-Restanrants ein Diner statt, an dkm eth: 60 Personen tbeilnabmen. Den mit Begeisterung auf- genommenen Toast auf Seine Majestät den Kaiser brachte der Prä- fident des Vereins Fürst Dayfeldt aus, ebenso denjenigen auf den an- chsenden Mmister für LandwirtbsÖczft 2c. Freiherrn von Hammerstkin. Dnteser antwortete mjt einsm Trinkkprucb auf den Vereins-Präfidenten Fursten H9 feldt. „Yerx [)1'. von Brunner aus Hamburg toastete auf der) bayert] 2:1 Landssfiycberei-Verein, der die trkfflichen ische für das Diner gelzefert hatte, und_ das VorstandémitgliED diesés ereins Herr Sch1Ürng dankte mit cmem och auf den „Deutschen Seefischerei- Verém“. Für heute? war _ein usflug nach der Untersvree und den Tayylseen, für den 1. Zum 6an Fahrt nach Frankfurt a.D. zur Be- chttgun der Hübnér'kchsn Ftscbzucht-Anstalt in Tbalmüble und von kzort na Tracbcnberg zur Befickotxgung der Fürstlich Haßfeldt'scben Karpfenzuckyt, «iner dsr größten Dentschlands, géplant.

Aus Studs wird geschrieben; Die diesjährige Ausstquns dßrDeYUch€nLandwirthschasts-Ges€llschaftckStuttgart wrrd mlt 7_ Edlen Hannovéxrfchen Stuten und zwar mit 3 aus dem Kreiyk Kebdingsn und je 2 Stutsn aus den Kreisen Neubaus unp Hayeln bsscbickt wsrdsn. Die Betbsili ung an der Ausstellung rst dtchal sin reines Pcivatun'terne men. Die Auswahl dsr Pferde bat deébalb auch nicht durch dis «entlich? Auéerbkkommisfioy, sondern durch Linige, um dte Hebung der kardszucht 1210nd€r§ bsmübte Züchter aus den ge- nanntcn drsi Kreix€n wwic rie Landrätbe der Kreis? Neubaus und Kehdingen stattgkfunden. EH 175 bsgründste Aussicht Vorbandsn, daß durch das Bkkanntwcrdext dcs Hannowsrschen Pferdescblags in Süd- deut1chland_ die Awaxz- Und PrßiSVerhältniffe noch Miter gefördert bezw. gebknert werden.

Gesundheitswesen, Thierkraukheiten nud Absperrungs- Maßregeln.

Hinterindien. DUrcb Bskanntmackpung dcr Kvlonialrsgierung in Sm.;ayork Vom 80. April ?. Z. ist für Hkrkänfte aus Bangfkk M'gen der dor: bcrrscbsndé'n Cbklkl'ä QUarantär's angéordne't word?»

Handel und Gewerbe.

In Britisch-JUÖ1T71 smd nach Verordnungen des General-Gouvemcurs vom 19.311261"; bczrv. 10, und 22, April d. Z. die' nachstchcndck:1 WNÜT'ON i:: Zakunf: vom Eén: gangszoll befreit:

1) Wsierauck) (Snmmi 0111131111111),

21 Wasscrbcbältcr.

3) Maschinen und Maschinenthoile, welche zur Hersteüung von Farbe und Gemischen dienen, die' auf Leder, Holz und Mctan avplizicrt wcrden,

Verkehrs-Anstaltcn.

Nack) Sinkt Bskanntmackpung d:"k Könislicben Etsenbabn- Direktion Hannovkr wird am1.Jun1d.J. auf den Neubau- strcckcn Gccstemünd-I_Cuxbavcn unk Lebe_Bederkesa det Vstrieb Eröffnet. VM den an der Strkcke belégenen Stationen find 28116 und Dorum Bahnhöfe 111. Klaffc. Jmfum, Wremen, Kappel- Midlum, Spikka, Altcnwaldc, Langkn, Debstkdt. Drangfkedt und Bcdkrkksa Haltc'stcücn, ::nd Speckenbüttel, Mulsum und Nordholz Haltxpunkte für Pcrsoqcnverkebr. Auf leßteren werden nur Persom'n nnd Roiscgkpäck abgefertigt. _Auf den übrigen Stationen findet Ab- fsrtiguna von Pkrsonsn, Rcisxgcväck, Eil: und Frachtgütern. Fracht- gütern in Wagknladungen, lchndkn Thieren und Lcicben statt. Fabr- zeug; werden nur abgefertigt in Lkbk, Wre'men, Dorum, Kapvel- Midlum, Drangstedt und Bederkesa. Svrx'ngstoffsendungen sind auf den nkm'n Statwncn auszuscblvffe'n.

Bxemsx', 29.2)331. 1W.T.B.) Norddrutscber Ll_oyd. Dcr Sckpnclldampfcr ,Haks1* ist am 28._ Mai Morgens „(mf der Weskr angrkommcn. Dkk Schnelidampser .Spree' ist am 27. Mai Nachmittag:? in Nsw-York angekommen. Der Schnell- damvfer „Travk' ist am 26. Mai Mitta- s von New-York na der Weser abgcgangen. Der Postdampfer ,kkeckar“ ist am 27. M Abe'nds in Baltimork angkkommen. Der Postdamvfer .Krefeld' ist am 27. Mai Nachmittags von Baltimore nach der Weser ab- gegangen. Der Postdamvfer „Bonn' 111 am 28. Mai Morgen! auf der Weker anqckommyn. Der RetckLs'aPostdampfer Prinz Zeinricb“ itam 27. Mai Nachmittags in angapore angekommen.

er Postdampfer „Salie'r“ ist am 28. Mat Mo. ens in_Ant- wcrpen angekommen. Der Dampfer .Rkverdale' 1 am R.Mai Vormittags auf der Weser angekommen. ,

_ 30. Mai. (W. T. B.) Der Dampfer .Heimbur "eiiß am 27. Mai von Bahia nach dcr Weser ahgcgangeu. Der ' - dampfer „Kaise'r Wilhelm 11.“ ist am 29. Mai Vormi in Genua angckowmsn. Dcr Reichs-Poftdampfer Bayern" i am

29. Mai Vormittags in Suez anßckommen. Dcr eichs- oßdampfec

,Prknßen' hat am 29. Mai P orgens Gibraltar va ekt.

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