1896 / 131 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 03 Jun 1896 18:00:01 GMT) scan diff

"“*ratben worden; wir haben vollkommen Zeit, die Vorlage zu prüfen; ck en die Besivverbältniffe der Gesells ft geprüft werden. „1895 is die rage im Reichstag besprochen wor en, und alle Redner mit Einfchlu des Direktors der Kolonialabtbeilung Kayser äußerten sich dabiu, aß, wenn das Reich die Verwaltung an sich nehmen würde, die Neu-GuineazGeselljcbaft dem Reiche eine Entschädigung zahlen müßte. Der Stille Ozean wird in Zukunft ein eld des Wettstreites fiir die Nationen werden. Es gehört keine hautafie dazu, um eine Jroße Entwicklung dieser Gebiete in den nächsten 30 bis 40 Ja ren vorauUuseben. In der Budgetkommis on kann die Sachexjeßt nicht !o schnell entéchieden werden, wie die eu- Guinea-Kom agnie es wiin cbt; desbal sollte man die Sache ruhig bis zum Her st verta en. . Abg. Richter (tir. Volksp.): Dunkle Prophezeiungen sind von unserer Seite allerdings immer vor ebracbt worden, aber wir rkD'ind es auch gewohnt, daß die dunkelsten ro bezeiungen von der Wi cb- keit MY übertroffen werden. Wer htte gedacht, daß die Sand- büchse üdwest-Afrika so viel Geld verschlingen würde! Wir haben beffere Gelegenheit, im Inlande Geld zu verwenden als für koloniale . Zwecke. Die Aufgabe Samoas war sehr dankenswerth, denn es würde sonst nur viel Geld auSgegeben werden, um einigen Planta engesellscbaften ein klägliches Dasein zu fristen. Hatte man amberger's Warnun en ganz befol 1, dann würden uns viele Millionen erspart geblie en sein. an glaubt, daß man vom Reichstag Alles bewilligt erhält. Was hat sich geändert seit 1892/93, daß plößlicb das Reich die Landesberwaitung wieder übernehmen soll, die es erst 1892 an* die Kom- pagnie zurückgsgrben hat, Weil sonst der oberste Beamte der Kolonie nicht genügend zu thun gehabt hätte? Die ganze Sache ist ja akut geworden durch die beWe lichen Klagen des Abg. Bachem über die altun der Beamten der eseÜs aft gegenüber den Missionen im ismar Archipel. Aber dieStreitig eiten entstanden daraus,daß die Missionen konfessionell gegen einander abgegrenzt wurden. Was hat ein Reichsbeamter eigentlich für eine Bedeutung? Er ist in der Ausführung seiner Anordnungen und der GLsLßL auf die Organe der Geseüschaft angewiesen; er _bleibt von der Gesellschaft in Bezug auf seine Versorgung abhangig. Für die Gesundung der Landschaften und für die ErschliiFung von Steuerquellen wird der Beamte nichts thun können. Es nd für keine Kolonic so_viel Ver- ordnungen und Steuerreglrments erlassen, wie gerade für Neu- Guinea. Aber die direkten Steuern briagen nur 7000 „M, die esammten 36116 21 000 „14 ein. Die Bedeutung des Stillen Ozeans Est schon frübsr dieselbe gewesen, aber niemals hat jemand daran edacht, Neu-Guinea zu nehmen; am allerwenigsten haben die Eng- izänder früher daran gedacht, troßdem Australien so nabe lie t. Ick) möchte Sie bitten, etwas Mitleid mii der BudgkktkommiiZ on zu haben, zumal die Frage gar nicht so eilig ist. Verbanden Sie die Sache im Plenum und lehnen Sie die Vorlage ab! Direktor der Kolonial-Abtbeilung im Auswärtigen Amt Dr. K a y s c r : Es wird leicht sein, die Bedenken des Vorredners zu widerlegen. Der Vorredner bat Unrecht, daß er es als naiv bezcxicbnet, mit dieser Vorlage heute an das Haus zu kommen. Bereits seit dem Herbst vorigen Jahres wird zwiscbrn dem Reichs-Schatzamt und der Neu- Guinea-Kompagnie über diese Frage verhandelt. Es ist bei früherer Gelegenheit anerkannt wordén, daß es nicht möglich sei, durch eine souveräne Geseliscbaft, wie die Engländer sagen, durch eine r07811 0118.1'1301'00 001110121137, die Verwaltung zu führen. Die Klagkn des Abg. Dr. Bachem bewieien das. Erst nach mehrjährigen Erfahrungen kam man zu einer Entschließung. Dre Königlichen Kompagnien waren vor 300 oder 400 Jahren am Play. _ Aber wenn man vor 12 Jahren an die Gründung solcher Kompagmen gedacht hat und ihnen die Ausübung der Hohritsrecbte übertragén woÜte, so hat man dabei nicht die Lehren dsr Geschichte zu Ratbe gezogen. Man hat jeden- faUs nur daran gedacht, diese Form als ein Uebergangs- stadium zu betrachten. Die Erfahrungen sprechen dafür, daß die Hoheitsrecbte vom Reich ausgeübt werden. In Ost-Airika wird niemand mrhr Neigung finden, die Hoheitsrechte der GeseÜscbath

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zu übrrtraZrn. Der Südwestafrikanischen Grscllschaft ist die Gewä

rung von obeitsrcchtrn abgeschlagen worden, und fie Hat es wohl, niemals bereut. In En land giebt es nur zwei 1003-01 0110r10r€c1 001110011105, die Ni11er-Ge?elischaft und die Südafrikanische Gesellschaft. Aber die Verhältnisse dicser Kompagnicn bringen manche Mißstände mit sich, ich will nur an den Fall Hönigsberg erinnern. Im englischen Yarlament ist oft genug drr Antrag gesteüt Wordan, der Niger- ompagnie ihren Freibrief zu cntzirbrn. Von dcr Südasrikanisckyen Gesellschaft brauche ich wohl nicht erst zu redcn. Nich bloß die Anxedler in Süd-Afcika befchwcrcn sicb übcr dicse Gesellschaft, sondcrn an an anderrr Stelic ist man Wohl der Meinung gewordrn, daß solche Gesellschafirn nicht inchr am Playx find. Die Ncu-Guinexa- Gesellschaft ist in erster Linie Erwerbsgewilscbaft. Danach muß sie ihre Beamtrn auswablen. Diese: Beamtrn können sehr ute Kaufleute sein, 0er sebr schiechtr Verwaltungsbcamtc. * uf Grund der Reichsgcsrßs, an denrn der Reichs- tag selbst miigrwirkt bat, muß eine geordnete Vrrwaltung und Rechtspr 6 gescbaffen werden. Eine Privatxeseüschaft kann ck ein ersonal dafür nicht beschaffen, fie Zieht drn anderen nsiedlern als Mitbewcrbrrin gegenüber und es begcgnrt ibr dés- balb ein Mißtrauen, wclcbcs die Erschliyßung drs Landes erschwrrt. Die Klagrn gegen die 91cu-Guinea-Gescllschaft sind sehr vielfach: die! Steuern sind zu bock). rer chbtsfcbuß ist 511 mangelhaft. Aus Anlaß drs Falies Stokcs wurde festgestellt, daß im Conaostaai ein lauterer Wettbrwkrb nicht möglich sei, wrii die Beamten an demselben mit cri)=blichcn Prozcnwn brtheiligt sind. Dir Klqgen der Missionen sind in dem Schußgebiet der Neu-Guinea-Gejelischaft lebhafter gewesen, als in_ allen anderen Schu gebieten, „weil die Beamten der PrioatgescUWast krin Verstandni für dirje Dinge haben. Es ii auf die rrtblofigkeit des Grbietes hingewiesen worden, wei es bis jcßt n0ch keinen Nußen aufzuweiren habe. Aber es handelt fich um ein Gsbict, wslcbes zwei Drittel so groß wie Deutschland ist; es ist daher begreiflich, daß die Nußungen drr Taback- und Baurnwoilenplantagen noch nicht ausgereicht haben, die öffrntlichen Ausgaben zu decken. (Ts smd ber- sYiedene Aufwriidungsn xzrmacht wordrn, WS1ch€ j€13_t Dividenden aus- s ließen. Die Komwagme bat 21 Millionen ausgewrndrt für die Herstellun ein-Zr SchiffsNrbindung, fie bat HMiUion aufgcwendet für die Erforßcbung des (Hrbicts. Daraus wird die Gesciiscbaft niemals selbst einen Nuyrn babcn; dicsr Ausgabe kommt nur der Allgrmeinbeit zu gute. Besonders schm€rzlich hat (*I mich bsrübrt, daß «H-rr Barti) auf die Wertblosigkeit drs Gebiets hingewieskn hat. Es liegen objektive Berichte vor von den Hsrrcn Finck, von Schlrinixz, Ur. Zoller, Landeshauptmann Kraetkc u. s. w. Wmm man schen will, was von Neu-Guinea zu erwartrn ist, dann sollte man einmal die Sißung der Budgrlkommisfion m die Kolonialausstcllung verlegcn. Der Reichstag würde dort dez1 Dank finden für die Bewiüigunq der Mittel für die Kolonialaussteiiung. Ick „weise auf eine Schrift bin, welcbe auf Veranlaffun der Koiomaiabtbeilung beifaßt ist, und darstellt, wi: die rodukte der Kolonicn. namentlich Neu-Guineas, von der deutschxn Industrie berwrndrt werdrn: Taback, Baumwolle, Arzneipflanzen 20. (ernrr verlirst dic brtreffendrn Stellen aus der angegeben?!) Schrift.) Das Prinzip des Vertrags besteht darin, daß drr Regierung der gxsammtr Bismarck-Archipel xufäUt, während der Gekeliscbgft ,das noch wenig rr1chlossene Kaiser Wilhelms-Land _zufäilt.' Es ist i_m- Reichstag ausgetprrzckpen worden, daß die Gesellichaft cm.? Enticbadtgung gkwäbren musse, für die Uebernahme ker *Hobeitsreckote seitens „des Reichs. Dtkse Ent- schädigung lieat nickot in baarem (Heide„ sondern in dcr Ueber- lasiun des Bismarck-Arcbipels, welcher mal mehr dem Verkehre erschlÄsen ist als Neu-Guinea selbst. An diesem Objekt kann das sic!) sich für feine Unkosten erholerx. ,Das Reich bat voll- kommene Steuer- und ollfceibeit und tbatsaibixcb wird die Kompagnie als die vornehmste. ntemebmerin aueh die meisten Lasten zu tragen haben. Die roßen Kolonialqesellschaiten baben sich immer das Landmonopo vorbehalten. Von diesen Gesichtsvunkten Hebt auch die Neu-Guinea-Geseüscbaft aus. Aber es bestehen zwei usnabmen von dem Monopol, welche eine ungehinderte Entwickelung

Iesiatten. Die Gesellschaft muß für Eisenbahnen und öffentliche Wege en Grund und Boden abtreten und berrenloscs Land, welches ste m B v genommen hat, meixibietend zum Verkauf und zur Verpachtung ste en, wenn sie es- ni t iir ibre ei enen Unternehmungen ebraucht. Diese BMmmungen so en nicht bloß für die Ansiedler, son ern auch auf die issio'nen für ihre Bedürfnisse an Grund und Boden An- wendung finden. Wenn das Reich nicht eintritt, Lo find alle auf- &ewendeien Mühen vergeblich gewesen. Wenn ie Neu-Guinea-

ompa nie aus dem Lande scheidet, welcher deutsche Unternehmer wird |J dann finden, um die Ansiedlung zu wagen? Man sollte denen die Anerkennung nicbt versagen, welche im Dienste der Kom- pagnie bemüht gewesen sind, das Land zu halten für die Geseüschaft und für das Deutsche Reich.

Ab . Graf zu Limburg-Stirum „(d. kons. : Ich habe selten in den . achtrags-Etats Dinge gefunden, die wirkli sehr eilig Waren; so steht es auch bezüglich der osition für eu-Guinea. Das Debet der Kolonialpolitik ist ailer 1an größer als das Kredit vom pekuniären Standpunkt aus; indessen, d e Kolonialpolitik ist populär, da kann man nicht rechnen wie der Kaufmann. AÜein die Sache ist nicht aufgeklärt genug, das; sie jet schon entf ieden Wrrden könnte. Was wir geben soÜen obne where Ge anleitung, ist sehr bedeutend. Eine ausgiebige Prüfung der Sache so te erst im nächsten Herbste stattfinden. Für die Kolonien haben wir ein großrs Be- amtenpersonal, aber wir bewirtbschaften fie nicht richtig; man müßte etwas intensiver und konzentrierter und weniger bureaufratiscb wiriZ- schaften. Den bautechnischrn Hilfsarbe'iter für die Kolonien z. 5 . brauchen wir nicht. Bezüglich der elektrischen Beleuchtung im Auswärtigen Amt sollte sich die Reichsregierun mit den preußischen Verwaltungen in der Wilhelmstrczßxée in Varb ndung seßen. Auch die Repräsentationskosten für die oskauer Feierlichkeiten sind srhr boch; solche Kosten wurden früher nicht vom eiche aliein bezahlt.

Staatssekretär des Auswärtigen Amts, Staats-Minister Freiherr Marschall von Bieberstein:

Ich möchte dem Herrn Vorredner nur erwidern, das; die Forderung für die Moskauer Krönung deshalb nicht in den Haupt-Etat auf- genommen wurde, weil damals noch jede Unterlage für den Betrag dieser Forderung fehlte. Es war erst in neuester Zeit möglich, etwas gsnaucr die Rechnung aufzustellrn. Richtig ist, daß frübkr der- artige Forderungen im Etat nicht gestellt wurden; das rührt daher, weil beispiclsweisr bei der 168th Krönung die betreffenden Forde- rungen auf das Extraordinarium, d. b. außeretatsmäßig verrechnet wurden. Es ist auch in diesem Jahre die Frage an mich bcrangetreien, ob in gleicher Weise verfahren wcrden soll. Ich habe diese Frage bernrint, weil ich es für richtiger erachtete, nachdem doch einmal 0111 Nachtrags-Eiat dem Reichstag Vorgelegt war, die Position in diesen Nachtrags-Etat auf- zunehmen, statt wie diss früher geschah, den Reichstag später Vor das 1010 0000111011 schon geschehener außerctatsmäßiger Ausgaben zu stellen. (Brabo!)

Direktor dsr Koionial-Abtbeiiung im Auswärtigen Amt ])1'. Kayser: Dir KoionialWrwaltung kann nicht 0118 ihrs Bauten selbst ausführen, sie müssen in den Kolonien bergesteÜt werdrn. Abrr für eimelne Bautr'n besteht die Nothwendigkeii, fick bier Prüfen zu lassen, und dazu leistet dc'r bautechnische Hilfsarbeiter dem Aus- wärtigrn Amt skbr ute Dienstr.

Abg. Veckk) Jr. Volksp.) meint, daß dir Vrrbältnisse irt Neu-Guinea einigermaßrn geordnet srien, trotzdem 61“ die Zuitänds als nicht besricdigsnd bezeichncn mit €. Es werde als glaubhaft bezeichiiet, daß den Einzelnen das Gsfü [ d.".r Rechtssicherheit beeinträchtigt werde; tbatsäcbliche Beweise seien dafür aber nicht vorhanden. Das Gefühl dcr Rcchtsunsichcrbeit brstebe zum tbril auch in Deutschland und in dcn anderen Kolonien ebenfaas. Redner radelt die Auswahl der Beamten und bcmängrlt ferner, daß die Süddeutschen, welche sich für dieKoloniaibcrwaliung meldrn, nicbt grnügend berüik- sichtigt würdrn. Redner b?bauptet endlich, das; ein Gonorrneur das Zimmer eines brurlaubten Beamten durchsucht, fich Gkgknständc an- geeignet und diese erst nach energischen Vorhaltungen wieder beraits- gegeben babs.

Direktor der Kolonial- Abtheilung im Auswärti-Jcn Amt ]")1'. Kayser: Ich habs die Ausführungen des Vorredncrs, die: sich augcnscbeiniich auf 0611 Gouvcrncur 11011 Puttkamer bczogrii, nicht voUständig bristandrn; ich kann dabrr nicht darauf ringrlwn. Da- grgcn muß 10) aber protestieren, das; die Südrcutschen in dchoionial- verwaltung zurück,;eseßt würden. Sic? findrn sich JSMDL jeyt in sebr wichtigkn Verwaltungsposicn in Südwest-Afrika und 110111011111.

Abg. 1)1'. Bachem (chtr.): Ich halte es nicht für zWLci'mäßig, die Neu-Guinea -Angclegenbeit gleich im Plcnum zu cricdiqcn, wenn man nicht Von vornbewin einc Ablcbnung beabsichtigt. Eine érüfung ist bcsscr in dchommission zu erziclrn. Der Ncu-Gninea-Gpscil- (hast kann man Unmöglich so weitgkbrnde Rechte lassen, während das Rcick) die Lasten übernimmt. Acndcrn kann der Rsichstag den Vcrtrag nicht; er kann nur dic Position ablcbncn, und wcnn das Zeichicbt, so wird das für die Herren 0011 dcr Ncu-Guinra-Kompagnic srbr gut sein. Die? Kommissionsbcmibung wird feststrllcn müffrn, wo_ die Aenderungen zu irrffcn sind. Die Thrilung des Geschäfts dahin, daß das Reich die Gefahr des Verlustss übgrnimtnt, an drm Gewinn aber nicbt br- tbeiligt wird, iyt nicbt durchzuführen. Das Zentrum unierstüst dic Kolonialpolitik, bci allkm Bestreben fie zu mäßigem, aus idealen Gründen, namentlich wcgrn der Förderung der Niission. Von dissem Standpunkt aus ist dcr Vertrag nicht zu biÜigen. Hätte die Gesell- schaft dir Mission besser bchandrit. dann würden wir eher geneigt sem, ibr enigegkn zu kommen.

Abg. Fresse (sts. Vgg.) brbauptct, das; der Abg. Bartl) nur das Kaiser-Wiibelmsiand als werthlos bkzeichnet habe, nicht aber den Bismarck-Arcbipel. Die Gcsrllkcbaft, fährt Redner fort, hat Eine Station aufgeben müßen, trotzdem fie dcn besten Taback lieferte, Weil dir: Kutis nicbt grbalten werden konnten; bei “eder *]ieurodung brachrn brfiige Firbcr aus. Die Ncu - Guinca- GeéellschaFt hat ihre Baumwolle nacb Liverpool und 111151 nach Bremen verauft. Den Taback bat sie zuerst in Bremen abgesetzt, aber im nächsten Jahre nachdrm ein 50er Preis eriielt worden, bat sie sich damit nach Holland gewendet und nach Drutscbland nur eine schlechte Ladung geschickt, die auch in Holland schlechte Preise erzielt hätte, um zu bewxisen, daß sie berrchtigt war, nach Holland zu geben. Das Urtbeil über die Vorlage ist wohl deutlich genug gesprochen, daß ich mich des Weiteren enthalten kann. *

Abg. Graf 0011 Arnim meint, daß die Vorlage einer Kom- mission überwiesen werden müsse, da die Mcbrbeit des R8ichstags sie nicht & 1imjn6 zurückzuweiscn, sondern Modifikationen des Ver- trages brrbeizufübrrn wünsche. Wenn die Sache bis zum Hrrbst ver- schobrn würds, so könnten sich Dinge ereignen, die Vom nationalen Standpunkt aus nicht zu wünschen wären.

Damit schließt die Debatte. Die Vorlage wird der Budget- kommisfion Überwicscn. ,

S lui; 51/2 Uhr. Nächste Sitzung, Mittwoch 2 Uhr (zweite erathung der Anträge wegen eines Reichs-erxms- geseßcs auf (Grund des Berichts der betreffenden Kommission).

Statistik und Volkswirthfthast.

Das Ende Mai d.J. vom Kaiserlichen Statistischen Amt beraus- Bgebene zweite Vierteljabrsbeft zur _Stati tik des eutschen Reichs des Jabrgan s 1896 enthalt Na weisun en über eme große Anzahl von Begenständen. Zunächst wer en die Zahlen für den auswärtigen Handel des deutschen Zollgebiets (Einfuhr, Ausfuhr und DurchfuhIrZ im Jahre 1895 in der definitiven Feststellung nach Menge und ertb der Waaren-

Lattunge'n Veröffentlicht, dann für den Verkehr auf dcn deujscken W 11 ff er- traßen (1872-1894), den Srevrrkcbr in den deutschen „Kufen. plä en und die Seereisen deutscher Schiffe im Jahre 1894, d e An. mu terungen von Vollmatrosen und _unbefabrenen Schiffsjungen im Jabve 1895. Dann folgt eine vorlaufige Mittheilung über Pro. duktion d_'e r B er werke, Salinen undHütten im Jabre 1895. Als Beitrage kur tatiftik der Preise werden gegeben leisch. preise im K einbandel für Berlin (1891-1895 nach onaten), ebenso Viebpretse in Paris, berechnet in Reichswäbrung unter Be- rucksicbtigung des Wechselkurses auf Paris, und G ro ßba 11 de ls- Preis v_on 28 Waaren in London für die 50 Jahre 1846-1895, beiechnet fur Kilogramm ewicht in deutscher Währung. Alsdann folgt die Statistik der Hranntwein-Brennerei und -Besteuerung ür das Betriebsxabr1894/95; die weiteren Mittheilungen beziehen ck auf die ubersZeiscbe Auswanderung im ersten Vierteljahr 1896; die Volkszablung vom 2. Dezember 1895 (Bevölkerungs- zablen der Staaten und Landestbeile, sowie der Städte mit mehr als 20000 Einwohnern); chbrlingsbaliung im Handwerk (aus der un Sommer 1895 Veranstalteten Erhebung über Verhältnisse im Kandweck); diz? Krankenversickycrung im Jahre 1894 und die

onkursstatrsttk für das erste Vierteljahr 1896.

11.*)

Noch wichtixZer, a„ls die Vertheilung der verschiedenen Vieb- Xitungen auf de Flache, isi das Verhältnis; derselben zur ' rnwobnkrzahl, ayswelchem zu ersehen ist, ob dis Viebbaxtung insbesondere den Bedursnissen kcr Ernährung und Bekleidung des Menschen sowie des Verkehrs genügt. Die bezüglichen Berechnungen sind aux Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom ]. Dezember 1890 er olgt, wksbalb dic Zabl-xn in Anbc-tracht des weiteren An- wachsens dcr Bevölkeruna während der bis zur leßten Vieb- zabluria Verflossenr'n zwei Jahre allerdings etwas zu hohe sind, was gegenuber den Vicbziffern für das Areal stets im Auge behalten werden muß; Es zxtgen die größten Verbältnißzahlen an Pferden uberhaupt dux Proptnzcn Ost- und Westpreußxn, die kleinsten das Rheinland" und Hesien-Naffan, untcr den Regierungsbezirken (Gum- bnxnen, Konigsberg, Yiarisnwcrdcr _und Stralsund, bezw. Wiesbaden, Dqsfeidorf, Koblenz, Arnsbkrg, Köln und Aachen. Läßt man die Mtlitarpferde weg, so entfallen auf 1000 Einwohner im Staat 86,00, in' den Provinzrn Ostpreußen 210,60, Westpreußen 151,09, dcm Stadtkreise Berlin 24,56, Brandenburg 100,41, Pommern 128,80, Posen 129,66, Schlesirn 68,15, Sachsen 74,63, Schleswig-Holsiein 138,82, Hannyvcr 95,51, Westfalen 53,82, effcn-Nassau 43,26, Rhein- land 32,86, Hohenzollern 79,32, in den egicrungsbczirksn Königs- berg 199,39, Gumbinnen 227,31, Danzig 140,18, Macienwsrdcr 158,71, dxm Stadtkreise 23011111 24,56, Potsdam 107,42, Frankfurt 91,74, Stettin 116,87, Köslin 133,14, Stralsund 159,98, Posen 123,05, Bromberg14157, 231201011 70,03, Lirgniy 65,62, Opprln 67,93, Magdeburg 86,12, Merseburg 73,47, Erfurt 49,10, Schleswig 138,82, Hannober 73,17, Hildrsbeiur 75,57, Lünsburg 104,14, Stade 136,23, Osnabrück 85,35, Aurich 127,17, Ykünstrr 84,81, Minden 70,83, Arnsberg 34,47, ,Caffel 59,52, Wiesbadcn 27,43, Koblenz 31,06, Düffcidorf 29,51, Köln 33,74, Trisr 38,89, Aachen 37,69, Sigmaringen 79,32 Pfsrde. Auch birr wie:“.eibolt sich die Wahrnehmung, daß sich obne dir Militärpferde keine wesentlich bohere'n Yffern crgcben als mit dcnseibkn, wenngleich besonders für die * ezirke Giimbiimkn, Potsdam, Bromberg und Stettin, tn Welchen ziemlich bisl Militär sicht, dir Untrrscbirdc' 1211008 mehr hervortreten als bsim Vsrbältniß zur Fläcbk. In der Rindviebzuch zctcbnktcn sich Vorzüglich dic Provinzcn Schleswig-Holstcin und Ost- preußrn aus, woqrgen sie im Rheinlande und in Wcstfalen am ent- schirdknsten zurückgebiirben war. Unter den Regierungsbezirkkn batten Aurich, Schleswig, Stade und Gumbinnen dis größte'n, Düssridorf, Arnsberg, Köln und Erfurt dic klsinstcn Zablrn aufzuweisen. Bei den Schafrn nahmen die Provinzen Pommern und Westpreußen sowie die B8- zirkr Stralsund, (Stcttin, Köslin und Marienwsrdcr die ersten, bingegrn Rheinland, Westfalen und Schlcficn fowiekie BezirksDüffeidorf, Köln, Aachsn, Oppeln, Arnsberg und Trick dic lkßtcn Steilcn ein. Die höchste Verbältnißzabl dcr Schweine traf auf die Provinzkn Haniwbc'r und Pommern, dis nicdrigste auf Rheinland und Schlesien, nnterr dcn Regierungsbezirkrn au,- Lünrburg, Köslin, Osnabrück, Stadc', Minden und Hannom'r, bkzw. aus Köln, Düsseldorf, Aacbcn, Wiesbaden und Opprin, Bci dc'n Zicgcn 1185811 die Provinzen Sachsen und Brandru- bura, sowie“ dis Bkzikkk Hildcsbrim, Erfurt, Lüneburg. Mrrsrburg, Casscl und Mindrit 011211011, iu untcrsisr 313111? die Probinzrn Osiprcußen, Schleswig-Holstein und Schlesicn, brziv.dic Bezirke- Gittiibinnen,Köntgs- brrg, Straxlsund, Anri-b, Schleswig und Eircslau. Biriwnstöckekommen am bänfignkn in Schlc'swig-Holsirin und Pommern. am seltenstrnim Rbrinlande und in »eiicn-Nassau, fx-rncc in dc'n ngirrungsbczirkcn Lüncburg, Stade, Schleswig, Köslin, Stralsund, Marienwi-rdor nnd Könichrg, bkzw. in Düsscidorf, Wiesbade'n, Köln, Hiidrshrim,21rns- bi'rg, Mngdcburz imd Oppcln Vor. Vcrqleickzt man die Viehziffrrn für die Einwohnrrzabl mit 001101 für dis Fläche, so fallen bei beidrn dic Höckpstbcträgr in drr Rage“! auf die nämlichen Provinzen und chicrurigsbc'zirfc, wäbrknd bei dcn Miudrsibrträgen dies nur drkimal Vorkommt und si: auch im ÜÖkingl 01118 1061110 übereinstimmknde AUf- cinandérfolge ibrcr 30111011 zrigcn. _ _

Für die Bcurtbrilung unscrrr cinbcimixcbrn Vicbzucixk und -i*-altung ist noch 11011 Wickxtmksir dic Kcantnif; dcr tm lcßten Jabrzebnr eingrtretcncn Licrschirbungrn in dcr Verthi-ilung des Vieh- bestandes auf dic Einwohnerzahl. Jm ganzcn preußischen Staat entfielen auf jr 1000 Einwobnrr 1892 gegen 1883 mehr (+) bezw. weniger (_): Pferde 0,04, Riiidc'r + 9,21, Schafe *- 203,32, Schweine +44,57. icgrn + 3,95, Birncnfiöcke “-3,53. Eins BC- trachtung diescr Za irn für den gaiizcn Staat wie 1101119111110) auch der hier nicht mitßrtbcilte'n Ziffern_7ür die rinzslnen Provinzrn läßt Erkenncn, daß dieselben virl ungünstiger als die über die Verände- rungen in dcr Flächendichtigkeits1nd. Nicht allein für die Schafe, sondern auch für die' Bienenstöckc sowie srlbit für die Pferde wird eine Abnahme dcr Vikbbaltung im Verhältnis; zur Bevölkrrung während der [exten Zählpcriode nachgewiesen, und ebenso sind für die übrigen drei VichTattungen die Ziffrrn der Zunahme erheb- licb niedrigere. Das arf indcß garnicht befremden, weil in dichtrr bevölkerten Ländern mit einem nicht 'zu langsamen Anwachsen der Bewohner dasjenige des Vicbstandes mit jenem nicbt leicht gleichen Schritt 'zu balken vermgg. Ferner tritt brrvvr, daß sich lediglich dic Zahl der „Schweine überall vergrößerte, und daß die der Schafe sich durchgang_1 --- und zwar stärker als gigenübkr dem Areale - vermtnderier, wa rend bet den andrren vier Vichgattungsn Steigrn und ,Faüen im einzrlnen mit einander abwechselten, da bei den Pferden, Rmdsrn nnd Zicgen jean in 8, dieses in 4, bei den Bienrnstöckrn in 3 bezw. 9 Provin en var- txrtrn war. Die SäVL _für sämmtliche inei'dr,_bri wcicben ch Ost- brcußrn an erster und Wrsifalsn an lriirr Stelle brfindct, zeigen infofrrn einen Zufammenbang mii dcr Lolfsbermebruna, als sik, von kleineren Abweickxungen ab;;efcben, in der Regel dort am böfcbsti'u 11110, wo diese am niedrigsten is , und umgrkcbrt. Wenn man die Militar- pferde ausscheidet, so kamen 1892 auf 1000Menschcn nacb rerVolkszäblunq von1890 mehr in Ostpreußen 15,88, Westvreußen 8,49, dem Stadtkreis; Berlin 0,49, Potnmsrn 9,98, Posen 7,07, Schle ren 1,64, Schlesth Holstein 2,10, Hannover 3,90, Hesscn-Nassau ,91 und Rheinlan 2,12, jedoch wenigcr im Staat 0,17, in Brandenburg 1,55, Sachsen 1,66, Westfalen 4,24 und Hohenzollern 0,27 Tbirrx. Bei dem Rheinlande und dem Stadtkreise Berlin ist die Bewegung des ' ferdebestandrs eine wesentli verschiedene. je nachdew man ie Militärpferde mit brrücksi tigr oder nicht. Dalß, 11111 der Einwohnerzahl verglichen, die „Pferdeziffsr ficb im Mlttk ge en den 10. Januar 1883 verringerte, ruhrt wohl aus der inzwischen n- etretenen Verbesserun? der Rassen ?er. Seitdem man die vielfa en ZZortbeile erkannt ba , welcbe selbt der Landwirtbscbaft die er- wendung der kräftigsten und stämmigsten Arten bringt, war zugleich eme

“*) Siebe Nr. 130 bis .N.- 11. St.-A.“, Erste Beilage.

cwi ? Einschränkung der Stückzahl die Folge. Die Ziffer der Rinder ob ck am meisten in Pommern und sank am tsiefsten_in„Wesifalen; sie ist 31 mal so schwaä) als diejenige für die Flacbendicbtigkeit. iernacb könnte man meinen, daß die Rindviebbaltung nicht dem Ledürfßiß genüge. Das ist aber keineswe s der Fall. Es dürfen nämli die ortschritte, welche zumal das olkereiwefen, untersiüyt durch 11 e Wi enscbaft, vermöge Anwendung vervollkommneter Mascbincn und Gerätbe mittlerweile gemacht, nicbt gußer Acht gelaffen werden. Dieselben gestatten, ungeachtet der Verklenzerung des Bcstandes. eine weitere Ausdehnung in der Erzen una _sowte dem Verkauf der Milch, unter anderem auch dadurch, da Kube, welche keins Milch mehr geben, unverweiit durch frischmelkendc erseßt werden und zum Schlächter efübrt werden. Dazu, kouimt, daß dre in der Nähe der größeren &iädte sich mit der Milchwirtbschaft brfassendexi Gutsbesißrr, Pächter und theilweise selbst die Bauern sich gewöhnlich kaum noch mit der weniger einträglichrn Aufzucht abgeben, sondern es vorziehen, in ihrem Rinderbestande ctntretrnde Lücken durcb Ankauf aus anderen Landes- ibeilen, ja nicbt seltekn sqgar aus dem Auslande, zu ergänzen. So hat der das ganze Wittbfcbaftsleben umgestaiiende Grundsatz der Arbeitstheilung sich „auch "auf dem Gebiets der Wiki)- zucht, auf welches man„ ihn frubrr mcht für anwendbar hielt, neuerlich mit gutem_ Erfolg Geltunq verschafft, bedingt durck) die augenblicklich iiicht gunstige Lage des Landmannes, welche ibn nöthigt, dem sictigrn Cmschrumpfrn des Nutzens durch immer häufigeren Umsa drr Betriebsmittel entgegenzuwirken. Blr dcn Schaf0n hatte das Rhein and den geringsten und Poskn den qewa'ltiastcm Rückgang aufzuwcisen: cr be- trug hier über 1 derselben auf zwei Menschen! Inwieweit drr beregte Ausfall die Ausbreitung anderer Vtxbgattungen gefördrrt 1101, wäre von großem JnterYic zu erfahrc'n, 1051 sich jedoch Vermittels der zur Zeit vorliegenden :igqben 161061" mcht ermessen. Annäbernd ebenso edeutend, wie bci drr Vertheilung auf die läcbr, war die Vergrößerung WSckyweinebesiandes gegenübcr dcrEinwo nerzabl, in welcher Hinsicht Pommern obenarz und S lcfien zulexzt stkbi. Diesrr von keinrr der übrigrn vier wichtigsten Vir gattungenq auch nur entfernt erreicht€ Auf- schwung bänat ohne Frage mit der wahrend des [813th Jabrzebnis sebr verbesserten Lebenshaltung drrfkleinen Leute zusammen, welche jeßt ungleich mehr als 'cbedrin Fleisch *- bauptsäcblich Schweinsfleisck) - verzehren. Dies wtrd ibnrn dadurch ssb"r erleichtert, das; sie sowohl auf dem Lande wie in den meisten Stadten dieses „Ach fre ende“ Borstenvieb selbst zu wasteii Vermögen., Aehnlich, 1111-3061an Rindern Wuchs die Zahl dcr 3161161! im Vergleich zur Vkvölkrruna noch nicht halb so sehr, wie zum Areal; am betrachtlicbstrn stieg fie in Posen und fie'l sie in Wystfaicn.' Obwohl das Vorurtbsilgrgen diesks bisher mißacbtetste ailer Haustbtcrk fich m jüngstc'r 3211 zu le cn begonnen bat. so werden dic Vortbéilr, welch? es bietet, doch no kkineswegs hinlänglich gewürdigt. Es muß das Verständniß, namentlich drr UnVLr- mögenden, dafür erwrckt wxrden, das; die Zie'ge weniger Geld zur Anschaffung sowir nicht so 0191 Raum und Futter bransvrucbt, mithin einfachcr und bill! er zu unterbaltsn ist, 00561 aber verbäitnifxmäßig mehr und bessere ilch als die Kuh [ikferk sowic daß der Verlust einer untezr zwei oder tnebrere'n Zirgen [Lichter als der einer Kub -- gar der Einzigen - verscbmérzt und rrseßt werden kann, Von zahl- reichen anderen Vyrzügcn nicht zu reden. In Betreff der Bienrnstöcke wtxdkrbolen sicix die schon bei Betrachtung der Veränderungen in drr Flachendichiigkrtt gemachtkn Wabrnebmnnaen, in dem Ost- und West- preußen einer und Scblrswig-Holstein andererseits die kntschiedens1enGegem sa ? darstellen. Die ungeachiet der bc'träcbtlirben Vermrbrunq der Stöcke mt beweglichen Waben eingetretsne Abnahme der DurchschnittSziffer für den Staat ist jedcnfaüs durch den Niedergang des Preises des Zuckers beworgrrufen, von welchem beute 3 bis 5 Pfund nur noch oviel kosten wie 1 Pfund Honig; mit bkiaetraqen haben wobl Hierzu die negerdinas leider so schwungbaft betiirbene Honigberfälscbung und auch die lebhaftere Einfuhr von ausländischkm Honig. - Nimmt man alle Viehgattungrn zusawmrn, so hat im Verhältniß zur Einwohner- zahl Pommern die günstigste, Westfalen die ungünstigsie Entwickelung aufzuweisen.

Die Ergebnisse der Untersucbun cn übe'r das Verhältnis: drr ber- scbiedcnen Vtkhgattungrn zur Einonnerz-nbl und 1":er die im [LMM Jahrzehnt eingetrsteiien V8rschiebungrn machen alsb im ailgcmeinen zu- nächst 6111né'111V211igl'k befriedigendcn Eindruck. Aber wrnn sich auch wahrend drr leisten Zäblperiodez für die meisten der Haupt- vtcbgattungen bLl drr Flächrndicbtigkrit cini? ungleich größére Zu- nahme als bsi den Virbstandsziffern im Verbältniz": zur Einwohner- zahl hLMUÉgLstLÜf bai, so darf man doch nicht bcrgc'sscn, daß sich in nkuerrr eit die V0schaff€nb€it dcs Viebes ungemein arbobrn hat. Durch «erbcsskrung des Nachwuchses sowie drs Bestandes vm:- mögs umsichtigerrr Auswahl der uchttbicr€, Einführung edlerer Schlägr, sorgfäitigeérer Pflege, rrick) ichcren und geeignrteren Futters wird grgenwarttg Viki) €111€1s9119 bon ciner bisber nicbt griannten

Leistungsfähigkeit und andererseits von cinrr crbeblick) größerrn Früh-

reifi'. berborgebracht, Wriclyk wikdrrum zur Steigerung der erstrrrn bci- trägt. S0 könnrne nicht nur bei dcrsrlbrn, sondern sogar bei eincr egen früher “Verringerien Stückzahl dcs Vilbs viel bedeutendere

engen an Ml[ch, Biittrr, Käsc', Fleisch, Fcti, Schmalz, Frlien, Wolle, Haaren, Borsicn, Hörnern, Knochen 11.1. w. für die Er- nährung des Moriscbcn und «dem: Zweck? bkrvorgebracht Wcrden. 93ng kommt 016 mittelbare! Vermehrung dsr ebcngenannten thierischen Erzeugnisse durcb dercn gründlichcre Ausnuvung in- folF drr Vervonommnung drr Verkehrsmxitei. Drr Landmann gebt z. . bcutc 11.)th sp'arsamer mit Milch und Bailer in srinem eigcnen Haushalt und 111 sernch Wirtbschaft um, seit rr fie nicbt mrbr in der ngcbsten Umgegend fiir cmrn seine Arbrit kaum lobnrnden gering- fugige'n Betrag zi; Vcraußern gezwungcn ist, sondern dicselbsii mit drr Eisenbahn nacb jrbr entfernicn Orten bin versenden kann, wo er sie mit 1100676111 Gewinn verwertbet. Der Viehzüchter berzkbri (,x-gon- wartiq Mit seiner Familie und seinem Grfindc manches früher halb vcrgeudete qub, Sckxaf und Scbwein jährlich wsniger, weil ihm schon 016 Schlachter benachbarter klsinrr Landstädtex, von welchen die Hausfrauen der Großstädte und selbst viel- leicht der Residenz ,der Wohlfcilbeit wegrn einen beträchilichen Tbeti ihres Fletcboedarfs ,in Postpacketen unter 10 Pfund Gewzcbi beziehen, bksscre Preise als ehedem byzablen. Durch dicse alimablicbe vollstandige Umwandlunn auf dem Gebiet der Erzeugung wie auch des Vrrbrauchs uqnsfkres Volks an Hausil)i€ren erklärt es sich, daZJ'neuz-„rdmgs xm maßtges Fallen der auf die Bevölkerung be- zo enen8 tebziffern keinen wirklichen Rück an zu bedeuten pflegt, und da daher die be'regten Zablexi, wrlche 0 neJin bereits für mehrere ViebYattungerz (3111611 Fortschritt ausweisen, für den preußischrn Staat tbats chlich viel gunstiger sind, als sie es zu sein scheinen. Nie darf IFtbbeiitnisolYeY LZeLgleÉchung§2 Zergeßen wer172e31i1,kdaf3 I)er Verkaulfs-

a ecn ngi es 0 i en e,cs ur nitti

ganz wesentlich größer sind als vormals.V g chsch ck

Bextßweahsexi und erschuldungsVSrhältnisse im " osterreichisxben Grundbesitz,

„Im funfterz . „eit des fun undvierzigstrn Bandes der „Oester- reichischen „Sztatxsti , Welches orbcn erschienen ist, werden unter anderem dteBerandxrungen im esiß- und Lastensiande der Realitäten im chbre 1893 eingehend behandelt. Die Arbeit, die zum 16811 die Berbältmssx der . Weiter, zurückliegenden Vergangenheit mit berücksichtigt, bietet eme_ Reihe von eststeUun en und Beob- achtung€n, welcbe 'auch fur Deutschland ntercffe aben. Wenn in Nachstehendem Einiges dgrqus dem deut eben Leserkreise näher qebra t werdeii sou, so ist naturlich auf die ittheilung des an sich se r lehrreichen und fur ein tieferes Studium der Sache unentbehrlichen

ablenwerks in weitem Maße zu verzichten und es muß in dieser Be- "qu von vornherein au ie Queue selbit verwiesen werden.

s giebt in Oesterrei verschiedene Arten von Grundbü ern aus denen die Statistik in dieéer Frage zu scbö fen bat. Zunächst sind 11 Vor- arlberg, im Küxten ande,in Ga izien und in derBukowina die Grundbuchverb ltnisse abweichend von den übrigen Ländern, be- Jiaebungsweike überhaupt noch nicbt hinreichend geordnet, um der leich-

re jxtatifti che Daten zu ergeben. Es sind deshalb diese Länßer in

ck ehendem, soweit sie nicht ausdrücklich als einbezo en enannt werden, außer Betracht gelassen. In Nieder-Oesterre ch, ber-

Oesterreicb, Sal burg, Steiermark, Kärnten, Krain, Tirol, Böhmen, äbren und Schlesien sind zu unterscheiden die .Landtafelu', die „Bergbücher“ und die „Grund- bücber". Diese letzteren zerfallen wieder_ in „Grund- bücher für das Gemeindegebiet einer Stadt, wo ein Gerichtshof erster- Instanz seinen SFB bat,“ und in .Grundbücher für die einzelnen, rm Sprengel eines jeden Bezirks erichts gels enen Ge- meinden.“ Wenn nach diesen vier ategorien von rundbüchern auch vier Kategorien des Grundbesißes unterschieden werden„ d. 1). .landtäflicher Befiy“, .Montanbesiß“, „städtischch Besitz“ und „sonstiger Besi *, so ist doch zu beachten. daß em beträchtlicher Theil der in den andtafeln eingetragenen Güter nicbt drm Großérundbefiß, sondern drm städtischen oder mittlerewland- wirtbscbaft ichen Besiß angehört. Ferner sind viele „Realitiiten städti (ben Ursprungs und Charakters, wie z. B. mdustrtelle Etabiiffements, Villen, Kurortgebäude u. s. w.“, mit dem landwirtbscbaftlicben Besiß zusammen im Grurzdbucl) einer Land emeinde eingrtragcn, also nicht als „städtischer Besiß' in o iLem Sinne gezählt; endlich besißen manche Montangesxllschasten neben brem .bergbücberlicben' Besiy aucb Realitätrn, die theils m den Landtafeln, tbciis in den Grundbuchern eingetragen sind. Daraus ergiebt sich, und darauf sei besondsrs aufmerksam gemacht, daß der sogenannte „sonstige Besitz“ der österreichisoben Statistik keineswegs identisch ist mit „landwirtbschaftlichem Besiß' oder gar mit ,bäuxr- lichem Besiß'. Die ganze Gruppierung der Realitäten in die 51er obengenannten Bksißkatkgorien hat deshalb für den Fernerstebenden ver- bältnißmäßiZ wenig Interesse. ein Bild Von dem verschiedenen Zustande in Stadt und and, im Großgrundbesiß und im bäuerlichen Besiy ber- mögen sie ibm nicht zu geben. In Nachitebendem ist davon ganz abgesehen.

Veränderungen im Vesißstande durch Kaufverträge. Nach den Angaben der Grundbuchämter bklief sich die Zahl drr Liegen- schaften aller Art, Welche auf Grund von Kaufverträgen - zu welchen nach der gerichtlichrn Praxis gewöhnlich auch die unter dsr bäuerlichen Bevölkerung üblichen Gutsübergaben gegrn Bestellung eines „Aus- gedingks“ gerrchnet werden - ibren Bsfißer geWecbfelt haben:

1887 auf 130 453 im Werthe bon 231470268 Fl.,

1889 , 130 768 , , 233 322 194

1890 130144 262 953 315

1891 133 431 ., 256600261

1892 136 220 266121510

1893 134 582 284 288 352 In den fünf Jahren 1889 bis 1893 wechseltc'n im Ganzen 665145 Realitäten durch Kaufvertrag den Besißkr. Von dieser Anzahl Ent- fielen auf Realitäten mit einem Vsrkaufswertb bis 1000 Fi. ganze 75,8 0/0; auf Realitäten rnit einem Vrrkaufswerik) Von 1001 bis 10000 Fl. 21,7 0/0; auf Realitäten mit einem Verkaufswertb von 10 001 bis 100 000 F1. 2,4 0/0 und auf Realitäten mit höherem Ver- kaufswerti) nur 0,1%. - Von dem gerichtlich deklarierten Kaufpreise blieben die Käufer in dc-m Jahrzehnt 1883 bis 1893 im niedrigsten Iabrksdurcbscbniit 15,3 6/0 und im höchsten Jahresdurcbslkbnitt 17,8 % schuldig, cin Verhältniß, weichrs - wie_ die „Statistiche Zentral- kommisfion“ bemk-rkt _ nicht als an und i_ür sich ungüns ig bezeichnet werden kann, vorausgesetzt, daß dir betreffenden Objekte nicht schon vor dem Verkauf stark belastet waren. Das ist aber in weitem Maße der FalX, namentlich in Tirol, wo zuglcirb die Kaufscbiaingsresie im Durchschnitt der fünf Jahre 1889 bis 1893 sogar 28,7 0/0 vom Kauf- preise betrugen.

Dic Befißveränderungen durch Zwau sverkäufe. Während wir diL berbältnißmaßig unwichtigeren Bei veränderungen durch „andere Verträge“ (Tausch, E00, Sehen ungsVLrträge u. dgl.) bicr außer Betrachtung lassen können, nebmcn die Vrränderungen, welche im Bcsi stands der Realiic'itkn durcb „Exekutionsfübrungen“ (Zwangsverkäufe berbcigefübrt worden smd, ein besonderes Interesse in Anspruch. Die Zahl der Zwangsberkäufe war im Jahre 1880 unter den Nachwirkungen dsr wirtbscbaftlicben Krisrs bis auf 13 309 mit einem Lizitationserlös VX)" 39 909 048 F1. gestiegrn; bon da ab batte fish die Zahl alkinabiich auf 9114 Verringert, um Von 1885 an wieder bis auf 11985 im Jahre 1889 zu steigen. Seit diesem Iahrr ist sie dann wiederum gefallsn, und 1893 belief fie fich auf 9505. „_ Wie bei den erkäufen «us fre'ier Hand, so überwiegen aucb ber den ZwangsNrkäusen jabraus jabrein die Objektc kleinster Kategoria Von 13811 in den Jahren 1889 bis ein- schließlich 1893 c ckuttv vrrkausten 5521691601001th überstisg bei 25 0/0 der Kaufs ikling nicht den Betrag von 200 Fl., bei 66,8 % betrug er nicht mehr als„1000 Fl. Ganz besonders bktheiligt an der Zahl der Zwangsberkaufe ist Tirol, in dessrn italienischen Vc- zirken cine unglaubiiche Zersplitterung drs Grundbefißcs bestsbt und, wie es in dem erwahnten 5Yufsa beißt, „sslbst dcrAcrmste einen Fleck Erde odrr cinen Hansantkwtl br 1131". " SPL iellc Erhebungen über die Ursacbcn dcr vorgekommcnsn wangsverkäufe haben bisher in Oesterreich nicht staitgefunden. Die „Oesterreichische Statistik“ bömrrkt darüber: .Es ist aber mehr als wahrscheinlich, das; eine solche (Erbebung aucb bwr zu Lande nichts Anderes konstatiert hätte, als daß die Mehrzahl der jabraus jabrein vorkommrnden Zwangsverkäufe in lkotrr Linie durch das persönliche Verschulden der daiwn Betroffemen selbst Herbeigcfübrt ivorden ist, und daß die allge- mein wirtbicbaftlichrn Verbalinisic zum mehr oder minder häufigen Vorkommcn derartigchatastropben nur insofern beitragen, als sie den Auflösungsprozef; finanziell berabgrkommener Wirtbschaften be- schleunigen, beziehungswrtse verzögsrnk

Bezüglich drr Veränderungen im Besitzstande infol e von Todesfällen begnügen wn“ uns mit der Wiedergabefoigcnder ablen:

Die Erbtbeilungs- und Vermächtnißscbnlden absorbierten von dem Wrrtbe der Verlassenschaftsrealitätcn in

1891| 1892 1 1893 ] 1891 1892 | 1893 Nieder- [ Stciermark “13,40/0 10,6% 16,6% Orsterrrick) 7,0% 6,7%] 8,5% Salzburg . 8,30/010,80/018,10/o Kärnten . . 14,6%] 9,70/012,00/0 Krain . . . 25,30/0 20,99/0 18,60/0 Tirol. . . .]16,20/0 22,00/013,30/0 Böhmen. „23,9% 17,7% 19,2% Ober- , | Schlcsi€n „01,4% 20,4%, 20,9% Oestrrreicb [15,99/0! [5,70/0„15,6“/0 Mähren . „124,50/912230/0 21,60/0

Relative Stärke des" Bcsileechsels iu Realitäten. Faßt man die Zablrn aller Besißvcranderungen in den einzrlnen, vorstehend ge- nannten Arirn derselben zusammen, und berilcicht man die Fläche des davon betroffenen Grundbesi es mit dem" esammtareal der hier in Betracht kommendrn Reichswrile, _so erhalt man folgendes Ergebniß. Die Besißwränderungen in Realitaten bclicfenYY:

1888 auf 857 593 110 oder 4,57 0/0 des 8 ammtareals

1889 983 594 , 5,24 0/0

1890 , 875 785 ., . 4,66 0/0 ,

1891 868 305 , 4,63 0/0 , ,

1892 837 548 , , 4,46 "/o ,

1893 , 863 283 . 4,60 0/o ., Der Brsißw€chsel war sonaä), wie die „Statistische Zentralkommission' sagt, im großen (Hanzcn in icdrm dcr leßtverfloffenen se s Jahre ein maßi rr, .d. 1). er hielt sich innerhalb der Grenzen, deren ' nnebaltung ßwoßl aus bétriebswirtbschaftltciycn wie aus sozialpolitischen Rück-

cbten wimschenSwertl) erscheint".

Veränderungen im Laftenstande. a. Die neue Belastung. Was an fremdem Kapital Zabraus jabrein drm Realitätenbesive zu- fließt, das wird„insoweit da ür hypothekariscbe Sichersteliung gefordert und geleixiet wird, von den Tabularbebörden in eigens zu NYM ZWEcke ge iibrte „Vormerkbücber“ eingetragen und ausgewiesen. uf

rund dieser Ausweise bezifferten sich die Summen der neuen Hypo- tbekenschulden, mit welchcn dcr Grundbesiß belastet worden ist:

1885 auf 264 848 898 Fl. in 247161 Posten, 1886 . 261869239 , 251626 ,

1887 265 532 948 261 823

1888 262 428 022 266 619

1889 267 457 332 255 257

1890 278 622 118 244 932

1891 266 309 182 242 828

1892 279 196 689 238 170

1893 289 831 439 233 394

„Im großen Ganzen“ - bemerkt die „SUMME _ kommission“ hierzu ,- „wurde demnach der Hypothekarkredit eit deln Jahr 1885 alljährlich in „so ziemlicb'gleicbem Anoma e in spruck) enommeu; denn die Differenz zwts en dem mum und dan

inimum dieser Inanspruchnahme eträgt nicht viel mebr al] 27 Millionen Gulden oder 10% des dur schnittlichen Ja res- bedarfs. Bemerkenswertb i_md cbarakterifi sch für die at- wickelung des Hypothekarkredtts_ift qber die That ache, daß seit dem Jahre 1888 die Zahl der Falie, in denen der ypotbekarkeedit in Anspruch enommen wird, von Jahr zu Jahr geringer, das Aus- maß diefer nansprucbnabme dagegen von Jahr zu Jahr größer wird. Die Ursachrz dieser letzteren Er ebeinung _liegt zu einem nicht eringen Theil darm, daß in neuerer ett die Falle sich mehren wo

tadtgemeinden zur Bestreitung_ erer kommunaler Aussagen rößere Anleihen gegen bypotbekarif e icherstellung aufnehmen.“ - 81011) den amtlichen Auswxifen brstxbt der ?ck te Theil der Hypo- tbekenschulden, mit denen jabraus „jahretn de rundsiücke neu be- lastet werden, aus Schulden im Betrage bis zu 500 [. Diese kleinen Posten 'machen 70% der intabulierten S ul überhaubt aus. Sie haben aber, wie die „Stat ftis Zentralkommission' mit Recht bemerkt, außerdem eine bo e * edeutung, weil sie den _ ?roßten Theil der „Notb- schulden" und insbesondere „sat alle im Wege der exekutiven Jntabulation ins Grundbuch gelatigten Schuideri des kleinen und mittleren Grundbefitz-xs“ m ficb schließen. .Die jeweilige Zu- und Abnabmr dieser Kategorie der Hypotbkfenschuiden“ - heißt es weiter - „sei es nun im Ganken oder nur in dem_ emen odrr anderen der ver- schiedenen Reickystbei e, ist daher mehr wie jed_e andere Rubrik in den Ausweisen dcr TabularbeHinden bezeichnend fur, die Wandlungen in den sozial- und “stnanztell=w1rtb1chaftlichen _Ver- bältnissen des kleinen und uiittleren Realitaten- besitzes'. - „Vergleicht man nun die diesbe üglichen Ergebnisse aus den Jahren 1888 bis Ende 1892, so steÜt ck die gewiß sebr erfreuliche Erscheinung heraus, daß die Zahl dsr kleinen Hypotbefar- schulden (bis zu 500 Fl.) srrt dem Jahre 1888 ununterbrochen abgenommen hat, und zwar von 189819 auf 157 015, das ist um 32 804 oder nahezu 17,3 0/0 „_ . . Die Hauptursache diexer ununter- brochenen und zugieicb erheblichen Abnahme der kleineren. Hypothekar- schulden liegt unstreitig 111 "einer Besserung der xinanziell- wirtbscbaftlichen Verbalxnisse _des kleinc_n Grund- brsißes und in der datmt zutammenhangenden Tbat7ache, daß die exekutib intabulierten Forderungen von 80 850 im Jahre 1888 all- mäHlich auf 57177 iin Jahre 1893 „zurückgezgang-In smd, zum tbeil vikileicbt auch in der [egen8reicben Wirksamfrit drr von Jahr zu Jahr fich mehr ausbreitenden Darlebnska en. . . .'

b. Die Entlastung. Die 1 at1achliche Entlastung des Real- brfißes bon Hypothekenschulden ist aus den bekannten Gründen auI in Oesterreich größer als die von den Tabularbebörden ausgewiesene „bis er- liche Entlastung". Im_allgeme1nen bSt. der Prozeß der EntiastunZ in den leßten Jahren einkn ziemlich rrgcimaßtgen und bsfrirdiéenden Irrlauf genommen. Die nachstehrndrn 305an geben darüber 'Zufschluß. Die buchmäßig ausgewiesene Entlastung betrug:

Posten Posten 1885 in 190094 208 977 634 F1. 1890 in 205122 220952233 Fl. 1886 , 192012 209161002 1891 , 198165 202938400 1887 193610 209202325 1892 198212198670723 1888 , 190370 205473772 1893 193 946 208799209 , 1889 223 701 214718583

Die effektive Zunahme des Hypothekenftandes ergiebt sich aus der Diffsrenz zwischen der nruen Belastung und der Entlastung. Dana ist die im Jabre_1893 eingetretene effektive Zunahme des Lastentandes die höchste fett dkn Jahren 1873 bis 1876. An dieser Zunahme bon etwas über 81 000 000 Gulden haben ails bier bebau- delten Reichstbeile tHeilgenqmmen, aber freilich in kLehr ungleichen: Ma e. Nach den Aufzeichnungen der Tabularbe ördcn 'bat der „bü etliche" Lastenstand im Laufe des Jahres 1893 für das Quadratkilometer zuge/nxommen

in Steiermark iim . . 122 Fl. Salzburg um . . . 276 F1. Nieder-Ocsterrc1ch obne Ober-Oestcrreicb um. 348 .

Wien um . . . . . 161 Ybbmen um . . . 619 ,

Tirol um . , . . . 194 Schikfisn um . . . 637 ,

Krain um . . . . . 196 Niedrr-Oesterreich mit

Kärnten um . . . . 197 Wien um . . . . 1121 ,

M*äbren um . . . . 239 . Wien um. . . . . 91238 ,

Die Ursachen der Belastung. Direkte und erschöpfende Auf- schlüss€ Hierüber können die vonder! Grundbuchämtcrn in dieser Be- ziehung gelirferikn Da-ten allerdings nich_t gewähren, zumal -- wie fich sogleich zergen wird _" mehr 015 dw Hälfte alie'r *ypotbrfen- schnidcu aus Darlehen berruhrt, Darlehen aber bxkanntick; zu den uuterschiediicbstcn wacken gebraucht und ' mißbraucht werden können. Die erste «16116 unter den verschiedenen Ursachen der Realitc'iicnbelastung nehmen, wie gesagt, auch 1893 die Dar- lehen ein. Der ProzanZuale 211115011, mit welchem die Darlehen zur „neuen Belastung" beitragen ist 111 fast ununterbrochener Zunahme begriffcn und im Laufe der cßtsn ,zwölf Jaine von 51,6% auf 62,9 % gestiegen. Daraus folgen die .Kan chillingsrestc im Jahre 1893 mit 16,0%; 00111) 018 „Schulden aus anderen Verträgen“ mit 10,4%. Die Erbtbeilungs- und Ver- mächtnißicbulden machen 7,19/0 aus und die exekutiv in- tabulierten Fordöruyge “„ 3,3 “/0- Nwchstrbende Ucberficbi giebt Aufschluß über die cmjchlaFgcn Verhaltnisse dcs Jahrzehnts 1884/93. Von dcr neucn Bela tung entfiean auf

Erbtbci- Exekutiv-

Kaufschilligs- andere lungs-u. „„ Darlr' en reste Verträge Vermächt. Jnxabula- SMM" h nißs 1110611 tionen ges 1884 52,5 15,9 ,0 0,6 1885 55,3 14,1 1886 59,2 12,3 1887 59,6 12,8 1888 59,1 * 12,7 1889 60,8 11,6 1890 63,2 9,9 1891 61,6 10,9 1892 62,3 10,6 1893 62,9 16,0 10,4 , „3 0,3

Die ,StatistisYe Zentralkommtsswnf bemerkt zu dissen Za len Folgendes: .Diese elativzablen [affen ericben, daß _dieHaupturfa en der Verschuldung dcs Realitätenbesitzrs in Verbaljni eix wur elt, welche 1111) - ohne Beeinträchtigung der Vermögensre tlicben is- pofitionsbefu ni der Staatsbürger - durch keine wie immer gearteten grey ichen Maßnahmen beéitigen oder auch nur beffern 10 en.“

ff Was den Zinsfu der Hypothekenschuldex axtbelangt, so lagen der „Statistischen entralkommission“ Angaben fur die Zeit ua 1890 nicht vor. Die bis dahin erfolgte Entwickelung hat natßrli auckz in Oesterreich eine erhebliche Herabmindrrung des Zinbu es her eigefübrt, wenn auch die Verhältnisse noch immerqin dieser e- ziehun wesentlich anders und zwar ungünstiger liegen als in DeutÉ) land.

er Stand der Hypothckarverschnldnug am Schluss des Jahres 1893 in allen im incbsrath vertretenen Ländern auss lic'ßlich Dalmatien), also mit Einschluß von VorarlbersY der 6üsten ande, Galizien und der Bukowina. wird von der „Stati schen Zentralkommission' auf 3931 313 529 F1. berechnet, wobei eine aiif dem Staatsgüterbefis lasiende Spezialbvpotbek von 102 032 694,51. und die im Eisenbabnzgrundbuch eingetragener: PrioritätensSuldm , (1881 in Höhe von 18 7782 082 Fl. nicbt einger net sind. Auf das Quadratkilometer bcreckxne eilte i“ die elastungöoisfer _

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1 67 F 1891 , 12'925 , 1892“ , 13298 N 010711111 chdi 1639771“ 933169061: atri ee eeaunzernenver tbeilen sebr vers ieden, am niedrigsten mit 3200

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