1896 / 136 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 09 Jun 1896 18:00:01 GMT) scan diff

* _. .',-Hamburg, 8. Juni. , * “'Amrrika-Linie' bat angesi ts des Erfolgs, welchen die drei

* “?NWTM»ch„ ckck.,

W. T. B) Die ,Hamburg- ve'r' ucbsweise unfernomménen Damßfer- abrten wischen Hambur undf Galveston in Txxas ergeben baben,Fdie Errk tung einer te 2 - mäZ'iLen Linie für die Passagier- und- Frachtbeförderuna zwisZen Ha, urg und Galveston beschlossen.

Theaterm-dMufik.

*Jm Königlichen Opernbause gebt morgen C. M. von Weber's .Oberon' unter Kapellmeister „Surber-Zs Lettung in Scene. Di? Rezia ßngt Fräulein Nein!. die Fattme Frauxein Rothaufer, den Hüdn Herr Gude us und den ScheraSmin Herr Lreban. _.

'JmKöni lichenScbaufpielbgusewirdmorgenObakespeare's „Komödie der rrungen' gegeben.. Dl? Herren Ludwig, Matkowsky, Vollmer, Oberländer, Purschran, Hartmann, Link, Eichholz, Heine, die Damen von Hochenburgrr, Lindner, von May- burY und Abicb sind „darin beschäfttgt. _ Hieraus foxgt: Ro erich Benedir7 Genrebtld .Die Dienstbotcn'. Die Beseyung ist folgende: Köchin: Frau Schramm; Milrlxmädcben: _Fray Conrad; Kammerjungfer: Fräulein Abicb; Stubknmadchen: Frayletn Krause; YuschZann: Herr Eichholz; Reitknccht: Herr Purschtan; Bäcker:

err er er.

Im xzBerlirer Theater gkbt am Tonnersjag (Ernst von Wildenbruch's „König Heinrich“ zum hundertsten Mal in Scene.

In den nächstwinter1ichen Sympbome-Abendcn der König- lichen Kapelle, welche wieder unter Leijung des Kapellmeisters Weingartner stattfinden, Werden neben klassrschcn Meisterwerken unter anderen folgende neueren Kompositionen aufgeführt rvrrden: Rimsky-Korfakow: .Schcberazade'_; Bruckner: Fünfte Symphrmir; Glazounoff: Vierte Symphonie; Cornelius: Ouvertürr zur Oper .Der Barbier Von Bagdad“; ericek: „Lurispiel- Ouvertüre"; Dvorak: V-äur-Symphonie; Brahms: 0-m011- Symphonie; ferner erke, von Raff, Lisrt, Bcrlioz. Am 17. De- zember werden ausschließlich Kompositionen von Veethovrn, am 29. Januar als Vorfeikr zu Schubrrr's.100. Geburtstag nur erke von Schubert und im leßten Konzert, am 17. April, wie anävrl:ch, BeejhovenD Neunte Sympbome aufgeführt werden.

Mannigfaltigcs. '

Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin wobntrn gestern dem Großen Armee-Jagdrennen in Hoppegarten bei. Den Sieg erstritt Lieutenant von Eduard auf seiner nchs- stute „Aubépine'. Der Ehrenpreis bestand aus einem “srl"ernen Humbert von reicher getrirbener Arbeit, welchen Ssine Majrsiat dcr Kaiser dem Sieger persönlich überretckote.

Die Besichti ung des 1. und des 3. Garde-Ulanen- Regiments fand Ieutr Vormittag aur dem Bornstedter Felde bei Potsdam statt. Der Beginn der Befickptiguna war auf Aürrböchstrn Befehl auf 7 Ubr früh verlegt worden. Die Befichtigungkn dcr übrigen Garde-Kavallerie-Reaimcnter werdcn qm 10. d. 'M. Regiment der Garros du Corrs und Lrib-Garde-Husaren-Regtment _ und am 12. d. M. _ 1. und 2. Garde-qugoner-Rrgimrnt _ eben- Falls um 7 Uhr früh, und am 13. d. M._ Garde-Kürajfier-Regiment und 2. Earde-Ulanen-chimrnt _ um 6 Uhr früh beginnen.

Der Zentralvorstand des Evangelischen „Vexeitrs dcr Gustav Adolf.Stiftung macht brkannt, daß die dtesjabrtge 49. Haupt- versammlung des Gesammtvcreins in den Tagen vom 15. bis 17. September 1896 in Dessau stattfinden werde, und ladet die Mitglieder und Freunde des Vereins zu zahlreichem Besuche rin. Anträae, welcbe auf drr Versammlung zur Beratbuyg gelangen_so[len, sind spätestens bis 15. Juli, bcabfichtkgtr Vqrtrage bis sparestens ]. September bei dem Zrntralvorftand m Letpztg, Thomaskirchhof Nr. 25 11, anzumelden.

„...-...

Das Programm für den am 26. Juni in Berlin siarjfindenden

*,21. ordentlichen Berufs enofsenschaftstag ist nunmehr

de nitiv fkst_estel]r und zur «Zersknkung gelangt. Es ftrbt zu rr- wcxirten, daßqder Berufsgrnossrnsckyaststag dteßmgl besonders zablrerch besucht scin wird; de'nn abgesrben don den wzcbttgen Fragen, die aus der TageSordnuna stehen, rvtrd dre erlmer ererbe- Aus- stellung auf diejenigen gewerblichen Kretsc, welcbe m den Berufs- enoffenscbaften vertreten find, ibre Anziehungskraft nicht verfehlen. ?Oemgemäß ist denn auch am Tage narh der Versammlung eme ge- meinsame Befichtigung der Ausstellung m Aussicht genommen. Die

1 vom 9. Juni, orgens.

S*

Wetter e 8

ck 71- L*

:=“- K* S e-x-

wiegend trüben Witterung mit _finkender Trmpkratur und Gewittern demnächst wabrxchemltcb.

Vegrüßunß der Tbeilnebmer am Berufs eno etzsebaftstage findet am 25. Juni Abends im neuen Rcfiden -Ho !, rlhelmsiraße 62/63, die Verfammluna selbst am 26. Juni, ormittaas 10 Uhr, im iser- bof' statt._ An diese wird ck das übliche Festmahl im Neftaurqnt des oologtschen Gartens an chließen.

er Deuxscbe männern 'bäl seine )(Uxsl. Jabreßversammlung am16., 17. und 18. Juni in Berlin ab. Die Si ungen finden an den e- nannten Tagen im Hörsal des Cbemiege äudes_ sfatt' den Vor 3 führt der General-Direktvr W. von Oechelbaufer-Öeffau. Vor- träge haben 11. A. angemeldet: Geheimer Bergrath Profeésor Vr. Wedding-Berlin. Direktor Dr. E. SÖillkng-München, Dire tor Beer-Berlin, Professor Dr. Bunte-Karlsrube. ür dte Dauer der Versammlung sind eine Reihe festlicher Veransta tungext m Aussicht genommen. Die Begrüßung der Tbeilnebmer und (Haste geht am 15. Juni, Abenrs 7.3 U r, in der Philharmonie vor fick); das roKe Festmahl in der Flora zu Charlottenburg ist auf den 18. Juni, „Ta - mittags 51 Uhr, angeseßt. Im Programm find ferner besonders um- fassende Besichtigungen der GeWerbe-Aussteaung vorgesehxn.

In „*All-Berlin“ herrschte gestern Vormittag em _rkges und frohes Treiben. Von der Einladung der Direktion an sammtlicbe Waisen-Anstalten Berlins batten zuerst die 350 Zöglin e drs städtischen Waisenhauses in Rummelsburß Gebrauch g_ema t, dre unter Führung ihrer Lehrer und Erzieher ,'llt-Berlin“ oeficbtigten. Die Kindrr Wurden nicht nur bei aÜen Sehenswürdigkeiten herum- gefüer, sondern auch im Nathhause mit Kuchen und Lxmonadc br- wirt e . *

Prinz Mebrmed Ali Pascha, der einzige Bruder des Kbedtve don Ezyvtkn Abbas 11. Helmi, welcher am Sonnabendaus Paris bier king'xtkOffxU ist, um die Berliner Gewerbe-Aus- stellung, inSbesondere die kunstvoüe Nachbildung der egyvtifcben Haurtstadt zusrbrn. stattrtr gestern Nachmittag gegen 5Y Uhr der Ausstrllung .Kairo' einen Besuch ab. _ Ueber das Programm des großrn orientalischen Festes, welches unter dem Titel „eine oo iknralisMNauhr“ am nächsten Freitag in ,Kairo' stattfindet, wird Folgendes mitgktbe-„lt: Bci eintretender Dunkelheit werden (1116 Bautrn Und befondrrs die Minarers der Moscheen mit Echt orientalischen Beleuchtungsförpern illuminiert; in der Arena findet um 8x Uhr Abends ernc großeFestdorstxÜung mithdumenkämpfen und Fantqfias statt, wr1che von 500 Personen mit Pferdcn, Dromedarkn, Cjeln, GazeUen und anderen Thieren außgefübrt wtrd. Diese Ausführungen währen eine Stunde. Den ganzen Abend über konzertiercn vier Ka- pellen: die Kapeue dcs Kbedive in Uniform, (“ine Kadalleric-Kachc, eine Infanterie- und eins rumänische KapeÜr. Das Frstbeginnt um 7Uhr Abends (Eintrittspreis 1 «M). "

In der Kolonial-AusfteUung Frcffrn in den nachsten Tagen Hottentotten und Herero ein, die m der Sansrbar-Stadt un16rgcbracht und sich dort produzirrcn werdcn. "

Jm Haupt-Jndustrirgebaude hat max nruerdings an ver- sehiedenen Sirllen chr LängrhaUe und der Scitengängc clcgantc Divans, Bänkc 25. ausgcstrlxt.

Nürnberg, 9. Juni. Gcstrrn Nachmittag grgen 41 Uhr trafen, wie „W. T. B.“ meldet, ctWa100Mita1iederder bayerischen Abgeordnetenkamr-ncr, sowie die Staatr-thster Frhr. von Crailsheim, Frhr. von Feilitzsch, Frhr., von Leonrod und Frhr. von Asch zum Besuch der btesigrn Landes- ausstellung ein, Nach der Brskäxtigrzng, derselbc'n sand um 7 Uhr die Bcarüßung der Gaste 1:81 emem schwedischrn Buffet durch den Ober-Bürgermeiner von Schyb statt. Der Kammer-Präsident von Walter antwortete mrt emcm Hoch auf die Leitung der Aurstellung. Nack) Einjritt der Dunkelbxrt ryurdk der AussteUungspark festlich brlruchtrt. Heute Vorunttag rvrrd eme abrr- malige Befichtigung der Ausstellung stattfinden.

Hamburg, 8. Juni. Dcr Schnellramvfer „Fürst Wißmarck', welchen die Hamburg-Amerikanische Packeisabrt-Akttengesel]schaft zur Ueberfabrt drr Mitgliedcr dcr „1n5b1b11b10n_01' Raya] &rcüjrczad-Z“ von London nach Hamburg zur Verfugung gestellt hatte, ist brut: früh 2 Uhr in Cnxhaven eingetroffen. Am fruhen Morgcn fahr ibm drr Dampfer .Blazrkenefe' , auf wrlchem fick) ch Hamburarr Empfangsdrvgratwn befand, cnrgegcn. Die Mitglieder drr „[Usritutjon“ bkgaben fich alsdann an Bord der .Blankcnese', welcbe s1e_ ngck) ,Hamburg brachte. Heute Mittag gcgcn 12 Uhr larrdeten dre (Haste tn Sankt- Pauli, wo mehrere hundert Cquipagen tn Berettscbaft standen, um dieselben in ihre Quartiere zu bringen. _Dte gm Landupgsplaß auf- gestellte Militärkapelle des 31. Infantcrre-Reglments sprclte: „800

Deutsche Scervarfc.

ratur elßus

Stationen. Wind. Wetter.

FX 596 2 WR.

red. in Millim: . Te in

Bar. auf 0Gr. u d Meeressp

Belmullet.. 754 NNO halb bed. baus.

Aberdeen .. 756 ST)

Cbristiansund 758 WSW Kopenhagen. 758 O

Stockholm . 760

aranda . 761

t. Petersbg. 761

Moskau . . . 765

Cork„Queens- town . . . 753 Cherbourg . 747 Zelda . . . . 752 vlt. . . . . 755 mburg . . 755 Swinemünde 757 Neufabrwasser 759 Memel . . . 759

Paris . . . . 748 Münster. . . 751 KarlSrube . . 750 Wiesbaden . 750 . München .. 752 . Cbemniß . . 753 Berlin . . . . 755 Wien . . . . 755 Breslau . . . __757 OSO 750 W 754 758 OSO

1) Tkaa. 9) Nachts Regen. 3) Gestern Gewitter

und Regen. *) Gestern Gewitter und Regen. Uebersicht der Witterung,

Dic Witterung West-Europas sieht unterdem Ein- . Uuß einer Devresßon. dercn Kern mit etwq 746113111 vaaabnndnk Barometerstand über der Kanal egend ltxgt; am Palmyra. böcbfien, über 76511111). ist der urtdruckrtber dem nördlichen Rußland. Während in Frankre1ch aÜent- halben trübe Wittrrung mit Regenfall einaetreten ist, herrscht in Deutschland, außer an der Westgrenze,

wolkenlos

bedeckt bedeckt SMM"

“***-“WWAWß-“W

wolkenlos

(191ka z 7 Ncch) , Anfang & wolkenlos

bedeckt von Rossini.

halb 51-89) Theodor Haupt. bedeckt") bedeck14) wolkia Anfang 7 wolkenlos

wolkenlos MWE _ __ wolkig

balb bed.

_! :!: “Qs; WWHWWWQUÖ ***-“WWUD-“WW

heiteres und trockenes Wetter. Die Temperatur liegt riYMKAnfang 7 uFrbt1'00 Male" Kön? Heinrich Vorher" u

Abonnements- Vorste ng): Zum ale: Der letzte Brief. d.

in Deutschland an der Küste bis zu 9, im Mittel-

krst : land bis zu 6 Grad über dem Mittelwettb' in den RMH? F8.

nordö fliehen Gebietstbeilen baben stellenweise Gewitter erften mit . egenfällen stattgefunden. Ausbreitung der vor-

FKönigliche Brhanspiele. Mittwoch: Opern- O iLYÄTZOZstLUMZ)? séberoxtx. lRÜma'ntifcbc b K f (l) per n uz gen. u1 von ar * arta von L t b _ Mittwoch: als ü er op. 11 YFF Weber. Die Recitative von Franz Müllner. Ballet au en ura H

w [ki von Emil Graeb. In Scene geseyt'vom Ober- Alexandre Bison, deutsch von Paul Block. _ o (; ngiffkuk Teßlaff. Dekorative Einrichtung vom

N Öänfan§h711br7Kr a) G fcbls es - ea er 0 . e o1en. Weckt SFMspiMus. 157. Vorstellung. Die Komödie beiter Éxll'erSung. F" d' Vüb ' 'chtt ___-.

tram aepeare. ur re , ne cmgcrt »: * * _ * - * _ oedeckt „o„ Karl „on Holte. In Scene Met vom Frtrdrrrh thhelmßüdnsMrKonzcrlPark. , Ober-Regiffeur Mar Grube. _ Die Dieu boten. oedeckt Genrebild in 1 Aufzug von Roderich Benedix. beiter Ju Scene ertzt Vom Ober-Ncgiffeur Max Grube.

r.

Donnerstag: Opernhaus. 150. Vorstrüung. Wil- helm Tell. Große romantische Oper in 4 Akten Tet nach dem Französischen von

helm Tell: Herr Theodor Rei_chmann, K. u. K. KammersätFer von der Hofoper m Wien, Als GCM) Victor Leon und F. 811, nach Bilbaud und Bartz.

bk“ Mufik von Antoine 5 anés. In Scene gefe t von DNeueXs: OveresbeeKkek (KELLY 107- VYFÜUUS- Si un? Laätxenburg. Kapellmrister', Euskal) anda. eiter er comp er an a ngen. er m A„ an r. b 4Akten nebst einem Vorspiel von Victor E. Neßler. * AnKang 7x Ubr.

Schauspielhaus. 158. VorsieUuna. Wallenstein? La er. Schauspiel in 1 Auszug von Friedrich von Regen S iÜer. _ Die , .

?lAXßzügen von Fr edrtch von SchtUcr. Anfang 2 k.

Freitag: Lurupaeivagabnuvus. Berliner Theater. Mittwoch: König Hein- Thomas.

71 Uhr. _ . Donnerstag: Waldmuster.

Reßdenz - Theater.

Theater.

Lustspiel in 3 Aufzügen von

allet von PaulTaglioni. (Wü- Neues Theater.

Donnerstaa: Tata-Toto. Freitag : Tata-Toto.

iccolomini. Schauspiel in Unterwelt.

Anfang 71- Uhr.

Jacobson Und Benno Jae F. Roth. Anfang 8 Uhr. '

Verein von Gas- und Wasserfacb-,

Cesßrrg-Thcater. Mittwoch: Waldmeister. Operette in 3 Akten yon Gustav Davés. Mufik von Johann Strauß. Fercnczy-Ensemblr vom Carl W “" SchulZe-Tbcater in Wambnrg, mit Julke Kor'qczv- Karczag und Eduard Steinbergs: als (Haften. Anfang

Cbauffeestraße 25-26. . Direktion: JUUUS Fri sche. _ befi er Franz Latté (Brengu-Verlm). Mittwoch: SpezialitätenzVor ellung. Krafte VOLLTLÜÖÜT Hr- Prem.-Lteut. Hans zur Megrde ersten Ranges. Anfang des Konzens 6Ubr. Anfang der Vorstelluna 7 Uhr. Bei einbr_echcnder Dunkel- heit: Feeuhaste Illumination.

Sebiffbauerdamm 4a. /5. Mittwoch: Tata-Toto. Vaudeville inZAkten von

Theater Unter den Qndrn. Iulius Frissche. Mittwoch: Orpheus in der Burleske Oper in 4 Bildern von ZMF Creminx, besarFFetvan EFFI IZUWYYZ

u von acque en a . r en: DkUsslhks TUM“. Mittwoch: Lumpaei- Kavellmeifter Jedermann. Regie: Anfang 8 Uhr.

Donnerstag: Zum 25. Male: Der Meister von Donnerstag: Orpheus in der Unterwelt.

Adolph Ernß-Theater. Mitjwoch: Char. [ey's Tante. Schwank in 3 Akten von Brandon Repxrtoirestfxck tdes GÜJbTZFbÉKF in

. „' o rn . _ , London Yu SW“: *g*Lelzxftanng: 'Die Bajazzi. sowie die Inhaléskmgabe zu Nr. (! ves Meni; arodistiscbe Posse mit Gesanß'ßs

o .

83.76 bbs (Jason“. Die,Échiffe im Hafen, die Docks und Schiffs- werftcn, sowie die Sve! er am Quai und zahlreiche Häuser am Hafen prangen in brmtem laggxnschmuck. Nachmittags unternahmen die Mitglieder auf drei, großen Dampfern eine Fahrt durch den Hafen. Sie besichtigten die Lade- und Löscheinrichtungm und bewunderter den lebhaften Schiffsverkehr und die überall herr- schende Tbajiakett. Alle Schiffe hatten über Topp geflaggt, dir deutschen Schiffe trugen meist die rnZlLisckze Flaggeim Vortopp. Dann ging die ahrt an den verschiedenen elften vorüber. Bei der Werft von Mo m u. Vo? wurdcn sämmtliche Abtheilungen, die sich in vollem Betriehc be andrn, besichtigt. Die Einrichtungen daselbstr fanden allgememe Anerkennung. _ Nach Beendi ung der Hafenfabrr kehrten die Mijglieder in die Hotrls zurück. bends Um 101151: fand der Empfang der (Gäste durch den Senat im Narhs- weinkeller statt.

Lemberg, 9. Juni. In Delatyn smd gestern 50 Häusrr abgebrannt, darunter zw-et Hotels.

Dover, 8; Juni. Die Yacht Seiner Majestät des Deutschen Katsers .Meteor“ hat heute in einem 50 Meilen- Rexmen wiederum gesiegt; an zweiter Stelle erreichte die Yacht Semer Königlichen Hoheit des Prinzen von Wales „Britannia' das Zxcl.

Barcelona, 9. Juni. 116er die Vomben-Exvlosion i:: der Straße „Nuevos Cambios“ gclcgentlick) einer Prozes sion (vgl. Nr. 136 17. Bl.) theilt „W. T. B." noch folgende Einzelheiten mit: Die *)“konsiranz war gerade vorüber ctragcn worden, als die Bomrc explodierte. Sehr viele Personen xniek'n zur Zeit, fünf wurden so- gleich. gctödtet. Die Polizci ließ das Hotel, w€lches in der Straßc, wo dre Exwlofion statrfand, fich bcfmdet, schlicßen; niemand durfte das- selbe Vrrlassen. Der Zivil-Gouverncur und der Bürgermeister rietben dcm General DeSpujols, den Bclagrrungßzustand zu erklären. Zablrriché: Haussucbungen werden Von drr Polizei vorgenommen. Der Polich- Chef begab fich nach dem Lckal, wo der anarchistische Klub der Fuhr.- leute sich befindet, fand dort aber niemand, während sonst 0116 Sonntage das Lokal voll Menschen ist. Der Anblick des Unglücks- orts war schrecklich: Gliedmaßrn, Sjückc don Schädrln lagen übcrall herum. Zahlreiche Vrrrmmdcte Wurden in die in der Straße .Naevvö Cambios“ liegenden Häuser gkstbafft. Die Bombe war nach den) “System dcr Orfinibomben brrgrstellt und hatte Mehr als 23 Kapjeln. Man glaubt, dirfelbe sri Von dem Balkon 81an Miethsbauses geworfen worden, und vcrmuthet, das Attentat sci gegen den General Drswujols grrichtrt gewesen, welcher die Fahne vdr drm Baldachin trug. Soweit bisher festgestellt ist, wurden 8 Personen„ getörtkt und 32 Verwundet. Unter dcn verwundeten Personcn„„ befinden fich ein Journalist und mehrrre Soldaten. Zwei Kindér und drri Arbriter, welcbe bri der Explofion verwundet wurden, find inzwischen gestorben. Die zablreichen aus- ländifchrn Anarchisten, Welche namemlicl) in den Vorstädtcn wobnrrr, werden streng überwacht.

Konstantinopel, 8. Jani. „W. TV.“ meldet: Dkk Urin“: Dampfer der deutschen Borsebaxt, mit dem Botschafter Frci- bkrrn von Saurma-Jelisch und dcn Herren und Damrn der deutschen Botschaft an' Bord, stieß; auf der Jabrt von Tberapia bri Dolma- bagdlche infolge drr Versagung drs Stauch an ein Segrlscbiff umd erlitt starke Havarirn. Sämmtlickpe Insassen wurden geretter, ein Matrox? Wurde verwundct. _ Gestern wurden die SchWester und die Nichte drs Dragomans der serbischen GcsandtscbaftTcrkhan und ('i-12 Französin auf drm W852 nach drm dsn Prinzrn-Jnseln gegenübcr licgendcn Badeorte Jelova, zwei Stunden vom Marmarameer ent- fernt, von einer Räuberbandc übcrfallen uud der Mann, rrr dée Damen begleitete. getöotet. Die crstgrnannte Dame Wurde mit dem Auftra e zurückgesandt. binnrn fünf Tagcn cin Lölegcld Von 1000 Pfarrd . zu bes affen. Die Pforte bat sofort die nothwendigrn Maßrcgcln angeordnet.

Nach Schluß der Rcdaktion cingcgangerre Depeschen.

Massowah, I,Iuni. (W.T.B.) Nachdem im Prwcß ge cn den General Baraticri gestern das Verhör dcr TBc- laßungé-zcugen beendct worden ist, wird nunmehr morgen ch Vernehmung dcr Entlastungszcugcn beginnen.

(Fortseßung des Nichtamtlichcn in der Ersten Beilage.)

Donnerstag: Charley's Tante. _ Vorher: Die Bajazzi.

Familien-ZTaclzrickxten. [16741]

Dergestern Abrnd 8 Uhr erfolgten sanften Tod unsrres gclirbtrn jünqsren Sohnes Axel zetgen statt

Direktion: Sigmund jrder besonderrn Meldung an.

Münster i. W., den 8. Juni 1896. Regierungs-Rath Brandt

(Jony (lo Löw.) Schwank in 3 Akten von und Frau.

Vor .er: Der neue Gan med. (Oaks beton.) _ , Obrr-Jnspektor Brandt. Dirigent: Kapellmeister Schikrsank jn ] Akt von (Ybarlrs Levcau, deutsch von Verlobj. Frl. Emma von der Hagrn mit Hm. Heinrich Langer. Anfang 7 Uhr.

Donnerstag und folgende age: Hals über Kopf. _ Vorher: Der neue Ganymed.

rcm.-Lieut. d. R. Hans von der Hagen (Züllichau_ c*chmiWeberg). _ Miß (Gwendolinx Pcel tmr YM. Lieut. V7cwr von Müller (Berlin). _ Frl. obanna von Bosc mit dcm Senioratsberrrr und Sec-Lirut. d. R. Guido von Bose-Brrttmqrn (Jßcboe i. H._Ober-Rudel§dorf'b. Seidenberg O.-L.). _ Frl. Gcrtrud Mohr unt Hrn. Fabrck-

mit Frl. Annie Großrenor Heacock (Berlin). _ Hr. Richard Frhr. Wrber von Rosenkrantz mis Frl. Maria Von Schrader (Rosenkranß). Geboren: Ein Sohn: Hrn. Hans Hermann Grafen von Scbwrinißq (erlin). _ Hrn. Magistrats-Affeffor Albert: (Stegljts). _ an. Fabrik-Direktor Adolf Guder (Ratibor). _ „Hrn. Professor Hermann Süskind (Stuttgart). _ Erne Tochter: Hrn. Bodo Frbrn. von Malßahn (Chemnitz b. Neubrandenburg). ' ' Gestorben: Frl. Ida von Kuylensijerncr éBcrlm). _ Fr. Pastor Helene von Lieres u. Wil au. geb. Gräfin Lüttichau (Greiföwald. _ Hr. Major a. D. Ferdinand Kunze (Graz ölkau). _ Stifts- dame Freiin Elisabeth Von Gfug-Vollersdprkf (Breslau). _ Frl. Elise von Holleuffer (Liegmy).

Direktion :

Verantwortlicher Redakteur: Siemenroth in Berlin.

Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin.

D ck der No ddc'u chen Buchdruckerei und Verlags- ruAnstalt Berrrlin YUM Wilhelmstraße Nr. 32.

Sieben Beilagen (einschließlich Börsen-Beilage),

Herr Hanno.

in 1 Akt von li enAuzei era (KommandüaeskusW'WU - - 'r :- ktie 11 chaften)-siir bis WW n * Musik von A“: ,e-n ":om' 1."_1?iesst6!Inuch 1. "„U“ ;

NL“? 136.

Deutscher Reichstag. 99. Sitzung vom 8. Juni 1896, 2 Uhr.

Auf der TageSordnun steht zunächst die zweite Berathung des andels- und SchiFfahrts-Vertrages mit Japan. bxi; Graf von Kaniv d. kons.): Deutschland darf_nicht zurück- bleiben er dem Abschluß von ,HandelsVerträgen; es muß den inter- nationalen Verkehrsverbältniffen Rechnung getragen werden, meine Freunde werden daher dem Vertrage zustimmen. Der javaniscbe andelsvertrag lie ert den Beweis dafür, daß die Staaten immer mehr dana streben, ihre Industrie selbständix? und unab- hängi? vom Auslande zu machen. Der deutscb-japan sche Vertrag verwe sr ausdrücklich auf den englisch-ja anischen Vertrag. Es beZeht aber eme Drfferenz zwischen dem eng ischen und dem deutschen er- trage. Im deutschen Vertrage ist nur von dem ErWerb beweglichen Vermögeqs die Rede, nicht von dem des unbeweglichen Vermö ens. Im engltscb-jayanifckxen Vertrage ist aber nach der Veröffentli ung im HandelSarchw von dem Erwerb beweglichen und unbeweglichen V_ertpögens dre Rede. Der linguistische Sachverständige des Aus- wart: en Amts scheint mit dem englischen Text nichts anzufan en ewu t zu haben. Der englische Te t ist aber nach dem italieniscßen ertraxxe bei der Entscheidung von treitigkeiten maßgebend. Welche bedenkl chen Folgen Ueberseßungsfebler haben können, beweist der rusfiscbe Handelövertrag und dessen Auslegung bezüglich der Getreide- frachten. Redner bittet um Auskunft, ob im alle von Streitig- FZerjtrns Jer deutsche, der japanische oder der englis e Text maßgebend em o e. _Staatssekretär des Auswärtigen Amts, Staats-Minifter Frerherr Marschall von Bieberstein:

Der Herr Vorredner ist in seinen Ausführungen von zwei irrigen Vorausfeßungen auSgegangen. Er glaubt einmal, daß neben dem deutschen Text noch ein japanischer bestehe. Das ist ein Jrrtbum. Der deutsche Text ist der einzige Text, nur Hr kann der Interpretation zu Grunde gelegt werden. .'

Der Herr Vorredner ist auch in so fern von einer irrigen Vor- aussetzung außgegangen, als er glaubt, daß der Ausschluß des Erwerbs von Grundeigentbum seitens Ausländer in Japan etwas Neues sei gegenüber dem bestehenden NechtSzustande, während umgekehrt es nur die Erhaltung des bestehenden Zustands ift (Widerspruch rechtß),

während es nur eine Bestätigung des bestehenden Rechtßzustands'

ist. Der englische Vertrag, auf den der Herr Vorredner s1ch bezogen hat, enthält genau dieselbe Bestimmung wie unser Vertrag. Der Herr Vorredner hat ganz richtig ausgeführt, daß die englische Sprache unterscheidet zwischen ysrgonal 6589.83 und rsa] 651.816, und daß nur unter dem leßten Grundeigentbum verstanden sei. In dem amtlichen Text des englischen Vertrags, wie er mir von der deutschen Botschaft in London mitgetheilt ist, ist genau übereinstimmend mit unserem Vertrage nur von „811006881011 bo psrgonal 68138130“ die Rede, es ist also nach dem englischen Vertrag der Errverb von Grundeigentbum seitens der Engländer genau so außgeschlossen, wie seitens der Deutschen.

Der Herr Vorredner hat dabei die allgemeine Bemerkung ein- fließen laffen, daß das Auswärtige Amt in der Ueberseßung aus fremden Sprachen nicht immer sorgfältig zu Werke gebe, und hat fich dafür auf den bekannten Paragraphen im Schlußprotokoll im deutsch-rusfiscben Handelsvertrage berufen. Mir scheint, es handelt fich bei diesem Paragraphen weniger um einen Ueberseßungsfebler seitens des Auswärtigen Amts als um einen Zitierungsfehler seitens des Herrn Vorredners. Denn der Herr Vorredner hat diesen Para- graphen nicht richtig zitiert, wenn er die Behauptung aufstellt, daß wir uns ganz allgemein und unbedingt verpflichtet hätten, nach den Städten Memel, Königsberg und Danzig unser Getreide unter allen Umständen genau zu dem Tarif zu führen, welchen die russische Regierung allgemein vorschreibt. Es ist in dieser Beziehung lediglich erhalten, was vorher schon bestand, daß nämlich die Durchgangs- tarife von russischen Plätzen nach den genannten Hafen. orten nach den russischen Tarifen gerechnet werden sollen, die Rußland in dem Verkehr nacb Liban und Riga eingeführt hat und einführen wird. Auch der Herr Vorredner wird wohl wiffen, daß der Paragraph einen dritten Absaß hat, in dem bestimmt ist, daß diese ganze Bestimmung lediglich davon ab- bänge, ob die betreffenden Privatgesellscbaften gesonnen find, diese russischen Tarife anzunehmen _ es handelt fich hier namentlich um die Ostpreußische Südbahn und die Marienburg-Mlawkaer Bahn _ und wenn denen die Tarife zu niedrig wären, fie jeden Augenblick sagen können, wir fahren nicht zu dem Tarif. Dann enthält derselbe Absatz die Bestimmung, daß auch die Staatsbahnen nicht mehr verpflichtet seien, zu diesen Tarifen zu fahren. (Zuruf.) _ Es find meines Wissens dicse russischen Durchgangstarife nach den drei ge- nannten Häfen beute genau dieselben wie vor dem Vertrage. Das ist richtig, daß nach dem jeßigen Wortlaut der betreffenden Bestimmung das Getreide in Königsberg, Danzig und Memel in den freien Verkehr gebracht werden kann, während früher die Bestimmung an die Vor- ausseßung zur Ausfuhr zu See geknüpft war. Nach den amtlichen Statistiken bat fich aber ergeben, daß durchaus in keiner Weise eine Schädigung eingetreten ist. (Widerspruch rechts.) Meine Herren, einmal ist es ganz unmöglich, daß dieses Getreide, welches die Durch- gangstarife bezahlt bat, wieder zur Bahn ins Innere des Landes be- fördert werde; auch weist die Statistik nacb _ Sie begreifen, daß ich dieselbe nicht bei mir habe _, daß der Konsum von inländischem Ge- treide in Königsberg, Danzig und Memel seit Einführung dieser Bestimmung nicht nachgelassen, sondern im Gegentbeil fich erhöht hat. _ Ick Werde vielleicht in der Lage sein, bei anderer Gelegenheit das des näheren nachzuweisen.

Also wenn der Herr Vorredner gegen das Auswärtige Amt den allgemeinen Vorwurf erhebt, daß wir es mit der Uebersesung fremd- ländischer Texte nicht genau nähmen, so kann ich das mit aller Ent- schedenbeit zurückweisen. Es ist überhaupt in dem ganzen russischen Vertrag auch nicht ein einziger Uebersevungsfebler enthalten; wir waren uns genau dessen bewußt, was wir beiderseits wollten, und haben auch jeweils den richtigen AuSdruck sowohl in französischer wie in deutscher Sprache dafür gefunden. (Bravo! links.)

Abg. Müller- ulda entr.): Ick) halte die Bedenken des Grafen Kants für nith begrrztrédet. Der japanische Vertrag hat keine

Erste Beilage _ zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

Berlin, Dienstag, den 9. Juni

Gefahr für Deutschland, namentlich nicht für die Landwirtbschaft, denn wir führen landwirtbschaftlicbe Produkte, Hopfen, kondMierte Milch und _Zucker nach Jaéan aus, und nur eine gerin e enge von Reis wtrd-na Deuts and eingeführt. An der deutßchen Aus- fuhr nach Javan i haupts cblich die Industrie interessiert die Te til-, Eisen- und chemis 6 Industrie. Ein besonders roßer Fortschri ist es aber, daß wir jetzt schon den gleichen Musterchuß genießen sollen wie England.

Abg. Graf von Kaniß weist darauf hin, daß eine Erhöhung der Ypanischen Zollsäße stattgefunden babe. Troßdem werde er für den _ertrag stimmen. Der englrsch-japanische ?HandelSvertrag sei im Agsryartigen Amte falsch überse t worden; die er Fehler sei Ya; nacb- traglrch anerkannt worden. Au in Bezug auf den ruéßscben ertrag habe der Staatssekretar ihn nicht widerlegt. Das ru sche Getreide werde zu enorm billigen Tarifen nach den Ostseebäfen gefahren, und mindestens der Konsum der afenstädte gebe für die deutsche Land- wirtbschaft verloren, und des alb habe man die niedrigen Getreide- preise in Ostdeutschland.

Staatssekretär des Auswärtigen Amts, Staats-Minister FreiherrMarschall von Bieberstein:

Meine Herren! Ich bin außerordentlich gern bereit, die Verant- wortung für alles zu übernehmen, was im Auswärtigen Amt geschieht, und werde niemals einen Fehler beabreden, Wenn wirklich ein solcher vorgekommen ist. Wenn aber der Herr Vorredner das Auswärtige Amt für das, was im Handelßarcbiv steht, veranWortlich machte:, so muß ich das dankend ablehnen, denn wir haben keinerlei Verantwortung dafür; insbesondere ist die Uebersetzung nicht im Auswärtigen Amt angefertigt worden. Wir haben es hier lediglich mit dem amtlichen Exemplar des englisch-japanischen Vertrages zu thun , der hier vorliegt auf Grund eines Berichts des deutschen Botschafters in London; und hier ist genau. dasselbe enthalten, was in unserem Vertrage steht.

Der Herr Vorredner bat die Behauptung aufgestellt, ich hätte ihn bezüglich seiner Ausführungen betreffs des Art. 19 des deutsch-rusfischen Vertrages in keiner Weise widerlegt. Ich habe gesagt? es liegt kein Uebersetzungsfebler vor; wir waren uns vollkommen klar, was der französische und deutsche Text enthält, wir waren uns aller Konse- quenzen der betreffenden Bestimmungen bewußt. Trotzdem behauptet der Herr Vorredner einfach: es liegt ein Ueberseßungsfebler vor. Ick bemerke, daß der deutsche Text garnicht maßgebend ist, vielmehr der französische Text, und die Russen sowie wir vollkommen klar darüber waren, was damit gemeint war. Der Herr Vorredner sagt, es würde jest rusfisches Getreide zu biÜigeren Tarifsäven nacb Königs- berg, Memel und Danzig gebracht. Ich habe ihm schon erwidert: das ist nicht richtig; die jetzigen Tarifsäße sind genau die- selben wie diejenigen vor dem deutsch-russischen Handelsvertrag. Das nennt der Herr Vorredner „keine Widerlegung!“ (Heiterkeit links.) Er sagte dann: diese Tarifsäße find „enorm billig“. Das ist wiederum nicht richtig! Diese Tarifsätze sind auf kleinere Distanzen sogar erheblich höher als die deutschen Tarifsäße. Sie werden allerdings _ ich glaube, auf eine Entfernung von 180 km jenseits der russisckoen Grenze _ billiger und zwar mit einer sehr rasch abfallenden Skala. Daraus folgt, daß, wenn russisches Getreide auf so große Distanzen nach den genannten Häfen gelangt ist, dort den 3011 bezahlt hat, dort umgeladen ist, es doch unmöglich noch auf eine nennenswerthe Distanz die deutsche Eisenbahnfahrt tragen kann. (Zuruf rechts.) _ Es bleibt in Königsberg. Der Herr Vor- redner hat seine Behauptung wiederholt, daß infolge dieser russischen Tarifsäße nach Inkrafttreten des deutsch-rusfiscben HandelSVertrages diese Stadt dem Konsum für das innere Getreide verloren sei. Ick) babe vorhin unter dem Außdruck des Bedauerns, die Statistik nicht bei mir zu haben, ihm bereits erwidert: das ist nicht richtig. .Der Konsum des deutschen Getreides in jenen Hafenstädten hat seit Inkrafttreten des deutsch - russischen Vertrages nicht abgenommen, sondern zugenommen. Auch das ist wieder keine Widerlegung im Sinne des Herrn Vorrednersx (Heiterkeit links.) Ich weiß dann in der That nicht, in welcher Weise man Behauptungen widerlegen soll!

Der Herr Vorredner hat dann troß meines Hinweises auf den dritten Absaß des Art. 19 gesagt, Deutschland babe fich damit ver- pflichtet, einfach die russischen Tarifsäße zu adoptieren, mögen sie hoch, mögen fie noch so niedrig sein; und wenn die Privatbahnen nicht wollen, so müssen die Staatsbahnen herhalten. Ich will dem- gegenüber den betr. Saß, auf den ich vorhin schon hingewiesen babe, vorlesen:

Sollten fich jedoch trovdem die am Verkehr in einer der bezeichneten Richtungen betbeiligten Privatbahnen diesen Grundsäßen der Tarifbildung und Verthei- lung nicht unterwerfen, so sollen diese Grundsäße auch für die Staatsbahnen der Vertragschließenden

. Theile nicht mehr bindend sein.

Das ist ungefähr genau das direkte Gegentbeil von dem, was der Herr Vorredner gesagt hat! (Heiterkeit links.)

Abg. Graf von Kaniy: Ich muß mich darüber wundern, daß der Staatssekretär behauptet, daß der Zustand derselbe ist wie früher; das it nicht der Fall. Das Getreide aus Ru land mu te früher zur ee exportiert werden, während es jetzt- an den inl ndischen Konsum einwirkt. Es wäre zu wünschen, wenn die ver- bündeten Regierun en welche den 3 fliehen Provinzen einen erheblichen Schaden zugefü t aßen, diesen S aden auf irgend eine Weise wieder gut zu machen ?uchen.

Art. 1 des Vertra es wird genehmigt. Bei Art. 17, welcher Far den Japanißchen Import nach Deutschland die Gleichste ung mt den anderen taaten vorschreibt, wovon nur auf Grund sanitärer und anderer Verbote welche durch die öffentliche Gesundheit, die Erhaltung des Vsehes oder der der Landwirthschaft nüßlichen Pflanzen begründet find, eine Aus- nahme gema t werden kann, kommt

Abg. GUF von Kaniß auff eine Debatte im anuar d. Z. zurück, in Wel er ihm der Staats ekretär reiben von arscball ent- e engehalten habe, daß man o ne den ru scbxn Handelkvertrag zwar

öTere Getreidezöüe aber n edrigere etretdepreise haben wurde. Er habe damals n1cht antworten können weßen des Schlusses der Debatte, müsse aber darauf hinweisen daß ie russische Industrie immer mehr erstarke und dadurch der Vertrag von geringerer Bedeu-

' 1Z9-

tung für die deutsche Industrie werde. Aus amerikani (ben Berichten gebe hervor. daß die japanische Industrie immer me r erstarke, und zwar bauptsachli infol e der niedri en Silbervreise. Die apanische Baumwollenindu trie de ne nament (h_in China und ihren Absatz aus auf Kosten der Textilinduirie der europäi chen Kultur- staaten. Es Lei aber an der aufrich1ki en Gefinnung apans wobl !!;th zu zweife n und deshalb sei das este von dem Vertrage zu o en.

_Auf eine Anfrage des Abg. Dr. Hahn (h. !. F.) erklart der

Direktor im Auswärti en Amt, Wirkliche Geheime Rath Reichardt: Meine Herren ie beiden Fragen des Herrn Vorredners beantwortexr steh anz einfacé dahin: unter .wirklickzeereiS“ werden vom Außxvarti enJUmt verstanden und können nach en§ esprechunßen, die daruber ei den Vertragsverbandlungen stattgefunden ba en, auch nur „verstanden werden die im einzelnen Geschäfts all in die Fakturcz eingetragenen Engrospreise _ da t fich alsok ne generelle

- nitron geben, sondern im jedeömaligen E zelfakle wird der in die Fal. ura eingetragene Engrospreis als der wirkliche Preis an?,eseben, von dem der Vertrag spri t. Was die Kommisfionsspesen etrifft, die, wre es tm Text ausdrü lich heißt nur eventuell in Anrechnung xommen, so können solche nur in Rechnung efteUt werden, wenn uberhaupt die Dazwischenkunft eines Kommi onärs stattgefunden hart. EntfäÜt diese Dazwischenkunft, dann giebt es auch keine Kom- mtsfionsspesen. '

Art. 17 wrrd genehmigt.

_ Zu YUITW, der den Patent: und“ Musterschuß be- trtfft, werft ' .

Abg. Münch -Ferber (nl,) darauf bin, daß die Berner Kon- vexrtion, welcher Japan beitreten solle, nur von dem Schuß des ?'etstigen Eigentbums handle, nicht aber von dem Schuh des ewerb- tchen Eigenthums. Redner stellt eine Resolution in Aus t, in Welrher die Regierung aufgefordert werden soll, dem use Mit- tbetlunß zu machen über die japanische Patent- und usterscbuv-

un .

geseßqe _ . . Abg. retberr eyl zu Herrnsbetm (nl,) trrttdem Vorredner

bei und weist darau hin, daß der deutsche Import nach Japan ba !- säcblicb von den erhöhten Zöllen getroffen werde, daß der japaniche Import nach Deutschland meist aus zollfreien Gegenständen bestehe. Der deutsche Export werde überall zurückgedrängt. Redner will aber troßdem für den Vertrag stimmen.

Staatssekretär des Auswärtigen Amts, Staats=Minifter Freiherr Marschall von Bieberftein:

Daß der Weltmarkt Deutschlands bereits jeßt erheblich ein- geschränkt ist, kann ich nicht zugeben. Aus der Statistik des leyten Jahres entnehme ich beispielsweise, daß im Jahre 1895 gegen das Jahr 1894 unsere Ausfuhr um mehr als 350 Millionen Mark zu- grnommen bat. (Hört, hört! links.) Richtig “rst allerdings, daß wir Vor der Gefabr stehen, daß unser Weltmarkt eingeschränkt Werden könnte, und mit Recht hat der Herr Vorrednsr auch sein Augenmerk auf die Vereinigten Staaten von Amerika und die xu- künftige Zollpolitik derselben servendet. Angesichts der Erkenntniß der Gefahr wundert es mich nur, daß der Herr Vorredner ein so entschiedener Gegner unserer Handelßverträge gevesen ift; dean ck meine: gerade durch unsere Handelsverträge haben wir, soweit" möglich, der Gefahr gesteuert, daß dauernd der deutsche Welt- markt und die deutsche Ausfuhr beschränkt werden könnten. Ich freue mich um so mehr, daß der Herr Vorredner, wenigstens in diesem Fal1, mit den verbündeten Regierungen geht und für den japanischen Handelsvertrag ftirnmen win.

Was nun den Art. )(1711 betrifft, so babe ich mich vorgestern Abend bereits darüber außgelaffen _ allerdings unter einer etwas ungünstigen äußeren Situation _, und ich muß befürchten, daß die mannigfachen elementaren Erscheinungen außerhalb und innerhalb dieses Hauses vielleicht meinen Ausführungen nicht die volle Auf- merksamkeit gesichert haben.

Was die japanische Geseßgebung betrifft, so kennen wir dieselbe vollkommen, und wenn das hohe Haus wünscht, davon Kenntniß zu nehmen, so bin ich bereit, eine Ueberseßung davon anfertigen zu lassen. Ich kann heute sagen: die japaniscbeGeseßgebung stammt vom Jahre 1888 und beruht wesentlich auf den Grundsätzen der deutschen Gesetzgebung, nur“ mit dem Unterschied, daß dem japanischen Handels- Minister ein weit größerer Spielraum bei der Entscheidung gewährt ist, als das bei uns der Fall ist. Der jevige Zustand in dem Ver- bältniß mit Japan ist so unbefriedigend, wie überhaupt mögliÖ; dem: wir genießen dort für unser gewerbliches Eigentbum bis jetzt absolut gar keinen Schutz, sodaß die Japaner in der Lage sind, nicht rm: deutsche Erfindungen für sich patentieren zu laffcn. sondern auch deutsche Muster und Marken mit der Wirkung WP zv lassen, daß die eigentlichen Inhaber, die Deutschen, von da Jibnurg diefer Muster und Marken au6geschlvffen find. Fixe dauernde Remedur dieses unbefriedigenden Zustands kam: WLW an: se- scbaffen werden im Wege von spezielxw K::„Monm uit Zaxxm. Deshalb ist in dem englischen Vertrage vorgesehen. daß die japanische Regierung sich verpflichtet, vor dem Außukrafttreren det Konsular- gericbtsbarkeit der internationalen Konventio- von Madrid bän- treten, welche den Schuß des gewerblichen WW um: Gegen- stande bat. Eine ähnliche Stipnlation konnten wir nitht treffen, weil wir jener Konvention nicbt angehören. Wir haben deshalb in Art. TAL, bnicbungöweise Nr. 4 des SchlafProtokolls, die Be- stimmung aufgenommen. daß Japan ßcb verpflichtet, mit und im Wege von Separatvcrbandlmrgen ein besonderes Abkommen über den Schuß des geworblicben Eigentbums abzuschließen.

Inzwischen war ck aber durchaus nothwendig, auch schon vor- läufig dem völlig unbefriedigenden Zustand ein Ende zu machen. Das hat der englische Vertrag in der Weise gethan, daß er die Engländer vollkommen den Japanern gleicbftellt; analoge Be- stimmungen finden fich in unserem Art. M1. Nur sind wir in zwei Beziehungen einen Schritt weiter gegangen: Wir haben in Ziff"; des Schlußprotokolls bestimmt, daß, sobald ein Deutséet die gesehliöea Bestimmungen in Japan erfüllt hat, der betreffende Schuß ibm gewährt werden muß. Diese Bestimmung slbien mrs nötbig, eben weil die japanische Gesesgebrmg dem Haudelk-Miniftoc in dieser Beziebung freies Ermessen einräumt.

Wir find ferner einen Schritt weiter gegangen als der eulisäe Vertrag, indem die Bestimmung im Art. TM UM erst, wie 4“-