Oesterreich-ngarn.
Der Kaiser empfing heute den Kardinal Agliardi, , den päpstlichen Nobelézardtsten Grafen Miccioli und den Auditor bei der päpstl en Nuntiatur in Wien Locatelli.
Das österreichis e Herrenhaus hat heute mehrere Geseßentwürfe, darunter das Zuckersteuerges eh, in der Fassung des Abgeordnetenhauses angenommen.
In Großwardein erstattete gestern der Abg. Koloman TiSza seinen Re„chenschaftsbericht. Er betonte darin daß die Apsprache des Konigs bei der Eröffnung der Millenniums- feter von der innigen Liebe des Königs für die Nation gezeugt und weise Warnungen enthalten habe, die in "edes Ungarn Herz xinge„raben sein mü13ten. Ohne jede Anipielung auf
arteten o er Personen gedachte Tis (: der trauri en olgen des Farteibaders, ermahnte zum Fektbalten am Li eraltSmus
und chloß: das Vaterland könne nur lücklick) sein, wenn essick) mit em König einig wisse, und die ynastie könne nur glück- lich sein, wenn unter ihr ein freies glückliches Volk lebe. Die Rede wurde mit großem Beifall aufgenommen.
Großbritannien und Irland.
Jm Unterbau e erklärte gestern der Staatssekretär für die Kolonien CYam erlain: die Re iernng beabsichtige, einc: weitere Unterfr; zung iibrr dcn Einfa in TranSvaal durch die Streitkräfte' der Chartersd Company vorzunehmen, sobald der Pro es; gegen Jameson abgeschlossen sein werde; die Regierung Wim? 8 daß der Untersuchung alles das fern bleibe, was ihr einen parteitscixn Charakter geben könne; sie beabsichtige daher, die Ansichten des YUM zu Hören, um über die orm und die ein einen unkte der Untersuchung in emmiithixZer Uebereinétimmung vorzugehen. Forwood fragte, ob die e-
ierun angesichts der ernsten Ruhestörungen im britischen
üd-Aérika „eine Vermehrung der Reichstruppen in jenem Distrikt beabsichtige. Chamberlain erwiderte, er sei bereits mit dem stellvertretenden Ober=Kommissar der Kapkolonie in Verbindung getreten; dcr leßtere sei aufgefordert worden, das Gutachten Sir F. Carringtorks einzuholen. Bartlet fra te, ob die _am Sonnabend veröffentlichten De- pes en der Südafrikanischen Republik an die britische Regierung echt seien, und wclchc Schritte die Regierung in dieser Sache zu thun beabsichtige. Chamberlain antwortete, ,die Telegramme seien in dem Wortlaut eingegangen, wie fte von der Regierung in Trans- vaal veröffentlicht worden seien. Was den zweiten Theil der Anfxage betreffe, so lehne er es ab, Auskunft Über den Inhalt dxr ]eßt abge anatm Antwort zu geben, bevor er wisse, .daß dieselbe der e ierunq von Transvaal zugegangen sei. Der Parlaments-Se rctär ch Aeußern Curzon theilte mit, daß die Bérichte dcs Vize-Konsuls in Kreta im allgemeinen die Meldungen der Blätter über die Plünderung christlicher Dörfer bestätigten. Es lägen keine authentischen Nachrichten darüber vor, dqß tüxkische Truppen daran theilgenommen ätten; andererseits heiße es, daßf'mobamedanische Dörfer von hristen ange riffen 11110 gcpluydert worden seien. Der britis eGeschä tsträger m Konstantinopel habe erst vor kurzem die ufmerksamkeit dér türkischen Regierung auf die Zustände in Kreta gelenkt und die Nothwendigkeit betont, die
ruppcn im S ach zu halten, sowie, falls militärische Maßnahmen bcchloffcn würden, strengxte DiEziplin aufrecht zu erhalten und Gewaltthätigkeitcn un Meßeleien zu verköindern. Die Vertreter der europäischen Mächte handelten in cbereinstimmung und hätten der Pforte: dM-egendc Vor- stellun en betreffs der zur Wicdcrhcrstcliung der Ordnung er- sorder ichen Maßregeln gemacht. Die Vertreter seien an- gewiesen, die sofortige Durchführung folgender Maßregeln zu betonen: die Ernennung eines christlichen (Gouverneurs, die Wiederherstellung des Vertrags von Halepa, die Einberufung der National-Versammlung und eine aligcmeine Amnestie. Curzon erklärte ferner: die Berichte des Vize-Konsuls in Charput über den Not stand in dem dortigen Distrikt und über den von den Loka behörden aUSgeübten Druck seien jüngst eingetroffen, Dcr türkifchen Regierung seien wiederholt ernste VothelLun en durch den britischen _Geschäftstxäger cmacht mor en. Zn Tc'“""an1M des britischen Vize-Konxuls in
„kW .. . Wan werde uber Ruhestorungen uno Verlutc an vorgekommen
Menschenleben, die seit dem 16. Juni, seien, berichtet. In den Telegrammen heiße es erner, die Lokalbehörden und die regulären Truppen ätixn fi gut benommen. Die Vertreter „dcr Mächte in Konstantinopel ättcn nicht selbst dix Bcdm ungen für „cm Abkommen zwis en den türkischen Behordcn un den Armemern in Wan aufgestellt, sondern die türkische Regierun habe Vorschläge gemacht, der britische Geschäftsträger sei a er der Ansi t gewesen, diese Vorschläge bedurften einer bedeutenden Nbän erun . Da der Sultan die lokale Vermittelung de_s britischen- ichonsulS in Wan und cines von dem französ1- chen Botschafter ernannten Delegirten verlangt. hab?, so eien diese jeßt in Gemeinxchaft, mitndem russischem" und em persischen Konsul bemü t, eme Losung herbetzufuhren. Infolge der Gefahr neuer Niedermeßelun en in Diarbckx, fuhr Curzon fort, wel eauck) die fortdauerndek nwesenbeitde21eßigen Valt daselbst wa rscheinlich nicht abwenden werde, hälten der französische Botschafter und der britische Geschäftstrcigex dem Sultan und der Pforte energische Vorstellungen hinsichtli der Nothwendigkeit der Entlaffuan des Vali gemacht, aber no nichts über das Ergebnis; ihrer ortellungen gehört. „ Der ,Standard“ erfährt, Sir .Harcourt habe sick) egen die Bildung einer gemeinsamen Kommission beider Häuser es Parlaments ausxzesprochen und sei vielmehr da ür, daß eine Kommisfion des Unterhauses das Vorgehen der. xhartered Company untersuche. Da aber eine solche Kommission nach der Vertagung ohne besondere ParlamentSakte aufhören würde u beste:?en, werde die Re ierung _wghrscheinlich die Unter- fuchung urch cine gerichtli e Kommission führen lassen.
Frankreich.
Der Herzo von Nemours, der weite Sohn dxs Königs Louis P?iilippe, cboren am 25. ktober, 1814, ist heute rüh in Versailles eJtorben. Derselbe „war xmt her (am 10. ovember 1857 vertorbenen) Prinzessin _Vtctoxta voii Sachsen-Cobur und Gotha vermählt und htnterlaßt zwei Söhne, den rafen von Eu und den Herzog m_)n Alengon, von denen der erstere mit ,der Prinzessin sabella von Braganza, der leßtere mit der Herzogin ophie in Ba ern vermählt ist.
In der e7trigen Sißung der Deputirtenkammer entwickelte der eputirte Jules Guesde bei der Berathung des Geseheniwurfs, durch welchen die rauen: und Kinder- arbeit in abriken eregelt wird, die Le ren der Kollektivtsten und Marxt ten und uhrte aus, seine Parte wolle nicht die Unter-
drückun des Kapitals, aber die der Ka italisten; die Arbeiter soliten itbefiver der ein elnen Unterne mungen sein, und alis roßen Unternehmunßen Sollten StaatSMonopole werden. Dte
ewegung sei in uß gebracht und werde troß der Feinde seiner Partei fortge eßt werden. Guesde begründete alsdann ein Amendement, wonach die Arbeit auf 8 Stunden des Tages beschränkt werden soll, und führte aus, diese Reform werde eine ErhöhunZ1 der Löhne und der Produktivkraft herbei- führen. Der rbeiter werde mehr verzehren, und so werde ein neues Absaßgebiet geschaffen werden. .
Spanien.
Der Finanz-Minister hat, dem „W. T. B.“ zufolge, die Erklärung abgegeben: die Nachricht, er sei ein (Ge ner des_ GeLcßentwurfs iiber die finanziellen HilquueUen Cu as, set un e kündet. _ Jm Senat bezeichnete gestern bei der Be- spre ung der Antwort auf die T ronrede der Senator Ximenes die Regierung in ihrem Verha ten gegenüber den Vereinigten Staaten als feige.
Zwischen derNeaierung und derOppositionsPartei ist hinsichtlich der Bestreitung der AUSgaben fiir den Feldzug auf Cuba ein Einvernehmen erzielt worden.
er Re "terung soll es freistehen, die Erträgnisse eines einzigen er Monopole für die Garantie der neuen cubanischen
'Anleilen zu bestimmen, oder eine neue Steuer einéufübren.
estern haben in Barcelona weitere Verba tungen von Anarchisten stattgefunden. Auch ein Italiener, der Kor- respondent eines Mailänder Blattes, ist verhaftet worden,
Schweiz.
Aus Bsrn wird dem „W. T. B.“ berichtet, daß nach An- gabe der_ Veranstalter dvs Referendums gegenwärtig statt der erforderlichen 30000 bereits etwa 40000 Referendums: Unterschriften gegen' die BundeSgeseHe über das Eisenbahnrechnungswesen und über die Dis- ziplinar-Strafordnung beisammen seien, während Die Zahl der Unterschriften gegen das Viehhandels: geseß nock) mcht ganz genüge; das Zustandekommen dieses Neferendums sei je_doch auch wahrscheinlich, sodaß über die beiden erste (Heseße jedenfalls, iibcr leßteres voraussichtlich die Volksabstimmun stattfinden müsse; den eitpunkt hierfiir werde der Bun cSrath nach Prüfung drr 1 ntcrschriften fest:
seßen. Türkei.
„W. T. B.“ berichtet aus Konstantinopel, der Grieche Zovanakt Effendi sei 7511111 Kaimakam in Zeitun ernannt _worden. _ Auf Kreta hätten in den letzten Tagen 111 den Bßzirken Kissamo, Selim), Sphakia, Netbymotz, Agbiowassili und Milopotamos zahlreiche bcftiqe Scharmüßel staitgefunden. Die seitens der Türkei unternommene Paztfikation der Insel durch offensives Vor- Jehen mache nur geringe Fortschritte. Abdullah Pascha
abc noch 4 Bataillone und GchirgS-Ariillsric verlangt. Die Kauptstyüungcn der Aufständischen bc'fändcn sich zur Zeit in *akodtkt und Madaras im sphakiotischcn Gebirge.
' Dic National-Vcrsammlung in Kreta wird ihre Sißungen am 29. d. M. eröffnen.
Amerika.
Der britische B0tschafter Sir J. Pauncefotc und der venezolanische (Gesandte (General Andrade konfcriertcn, wie „W. T. B.“ aus Washington berichtet, gestern getrennt mrt dem Staatssekretär dss Acußcrn Olnet) in Betreff Oer Verhaftung des britischen Beamten Harrison. Dem Ver- nehmen nach batSir J. Paunccfotc dcnSlaatssekretär, Lr möge seine guten Dienste der Sorge für die Frcilassung Harrison's während der weiteren Verhandlungen widmen. Olnct) habe bereits Schritte qethan, um dem amerikanischen Gesandten in Caracas die entsprechenden Mittheilungen zu machen.
DieOperationcngegenMaceohaben,micaus avanna gemeldet wird, mit der Zerstreuung der Aufständjs en, welche auf der Flucht 60 Mann verloren, ihr Ende erreicht. Die spgnischen Truppen beseßten die Vcrtheidigungswcrke der Auf- standischen auf den Höhenzügen dcrHProvinz Pinar del Mio und steckten 300 Häuser, darunter daswnige Macco's in Brand. Dre Spanier hatten 30 Verwundete.
Afrika.
Aus Buluwayo wird amtlich gemeldet, das Fort Charter in Maschonaland sei von den aufständischen Ein: geborenen eingeschlokscn. Dieselben hätten einen Wa enzug mit Lebensmitteln, wc cher nack) Gwelo unterwegs gewesßn sei, angehalten und'die Station Mirandella geplündert, wo ste 25000 Flintenpatroncn erbeutet hätten. Eine aus 60 Mann bestehende Kolonne mit einem Maximgeschuß werde sofort von Buluwayo nach Maschonaland abgehen. '
Der General:Agent von TranSvaal in London hat, wie „WT. B.“ berichtet, dem Staatssekretär für die Kolonien Chamberlain ein Telegramm aus Transvaal übermittelt, worin dem Bedauern Ausdruck gegeben wird, daß die lthen Telegramme des Staatssekretärs Leyds als_von einem feindlichen (Heist einYegeben an esehen worden seien. Es sei nichts Feindliches bea Fchtibgt. ie Regierung von Transvaal wünsche lediglich mit er ritischen Regierunq in freundschaft- lichem Sinne darauf hinzuarbeiien, die S uldigen zur Be: strafung zu bringen. Auf diese Weise würden beide Re ie- rungen den Frieden und das Vertrauen in Süd:Afrika wie er herstcUen.
Parlamentarische Nachrichten.
Der Schlußberi t über die gestrifze Sißung des Reichstags befindet fi in der Zweiten Ve lage.
_ In der heuti en (115) Si ung des ReichstaYH, welcher der Staatssekretär es Reichs: ufttzamts Nieber lng und der Justi :Minister Schönstedt beiwo?nten, erklärte vor Ein- tritt in ie TageSordnung zur Geschä tSordnung der
Abg.1)r.Rintelen (Jentr. : Er habe nicht gehört, ob der Fräfident gestern über die §§ 154 _1551, die bon der Chef etdung andelten, eine Abstimmung herbeigeführt babe. Wäre des der Fall gewesen, so würde er gegen jeden einzelnen derselben gestimmt a en.
Die Abgg. Gröber (Zentr) und Dr. von Bennigsen (nl,)
mit dem Hause erklärt habe, daß jeder
araßraxsb, der nicht auße- focbten sei, als enehmigt zu betrachten ei; sel iverständlicb ble be dabei dem Einze neu eine abweichende St mme vorbehalten. Die zweite Verathung des Bürgerlichen Geseßbuchs Yurxe darauf fortgeseßt beim § 1552. Derselbe lautet in der or age:
machten darauf aufmerksam, daß der PräTOdent in Uebereinstimmung
„Ein Ehegatte kann ciuf Scheidung klagen, wenn der an Ehegatte in Geisteskrankheit Versalien ist, die Krankheit wä der Ehe mindestens 3 Jahre edauert und einen solchen Gra Wiihtb bbat, daZ jindex eissijiith fWi b | U au ge o en, an e e u au eder er e un d' - schaft ausgeschlosfe ist.“ g teser GxMem.
er-
Die Kommission hat diesen Paragraphen gestrichen; die “ _
Sozialdemokraten imd der Abg. Lenzmann (fr. Volksp) beantragten die Wiederherstellung der Vorlage. '
' Ab . Lenzmann: Die Beschlüsse“ der Kommission smd Fiemft" * WM.; .. .. . .. ..
e rag; er e e ung e andet at. iefe kirchli e , menxfalitat ist aber bei dem Abschnitt über die obligatoriXHeYthZ ehe mit treffenden Gründen zurückgewiesen worden. Da das Bürger. liche Geseßbuch im wesZntiichen dsn je igen Rechtszuxtand kodifizjeren sol], und da dies bezuglich der Zivi ebe geschshen is , so sollte man auch bier davbn absehen, in den bestehenden RechtSzustand Linen ge- waltsamen „Einbruch zu machen. Selbst die sakramentaie Eigenschast der Ehe hindert, nicht die vollständige Lösung des bürgerlichen Ebe- bundes, ,wenn ksin Verschuldkn vorliegt, Wenn die Scheidung auf Grund einer Schickung dkk Vorsehung erfolgt. Alle GTÜk-dk, W[Flche geltend gemacht smd, bezüglich der Kindcr u. s.w., treffen vieUeicht bei j€8€r axzderen besÖCldllnng'LsachL zu, aber nichi beider Geisteskrankheit Dte wtrtbschaftltchen Verhaltnisse dsr ärmer?" Klassen zwingen, zui Erbaliung rcs Hausstands und namenjlicb zur Pftege der Kinder dey Mann, wenn seine Frau gsiiieskrank ist, fick) wieder zu ver: betratben. Wenn man ibm das nicht gestattet, so wird er zu unfin.
" lichen Verhältnissen gedrängt; dcsbaib bitte ich Sie dringend, Den
§ 1552 wiederherzustellen.
, Königlixh bayerischer Ministériai-Ratb Ritter bon Heller ba- strttt, da?, die'SteÜungnabme de'rnbaykrischen Regierung beeinflußt sei v'on der, trchltcben Scn'timenialitat und dsr Rücksicht auf die ckck.). lische Kirch€. Es sei die chr1stlich8 und sittliche Anschauung von dsr Chez, welch? dabm'fübre, „daß nur schwere VLkl? ungen der ehelichen Pflichtbn zur Scheidung fiihren soÜen. Diesen tandpunkt babe die bayerische Regierung bon Anfang an eingenommsn.
Abg,1)k.t)on Buchka (d. kons.) legte Verwabrnng dagegen cin, daß den Konserbattven andsre Motibe unterqelkgt würden als sachliche, und trat für die Streichung des § 1552 ein. Die Antrag. steiler erxeichten „durch Wiédcrberstellung des § 1552 nicht das, was sie praYttsch crretcben Wollten ; kein Jrrenarzt könne féstßkllkn, daß eme GStsteskranxbeit unheilbar ski. Es würde nur eine ebr nginge Anzahl bon Fallen untsr diess Bestimmung fallen. enn sine Fraiz schwex krank sei, sodaß der Mann die Pflegekosten nicht verdienen könne, sb [132€ auch eine schwiérige ökonomiicbe Lage vor, ohne dgß deshalb die S eidung zugelassen würde. Bei der Gsistss. kxankbeit folie aber die Scheidung zugelaffen werden, obgleich V18U61cht die okonomtschn Schwierigkeitsn nicht so groß seien; der gesunde Ehegatte sZÜe das Recht erhalten, den kranken in skinem unbsrscbul. deten Unglnck zg VLrTasscn. Darauf könne man sich niemals einlasskn. Solange die Seele mit dem Körper Verbunden sei, [,'-abe man nicht das:,Recht, ben irrsinnigen Ehegatten zu behandeln, als wenn cr fcbon gestorben ware.
' An der weiteren Debatte, über welche morgen ausfiihrlich berichtet werden wird, bethciligtkn sick) bis zum Schluß des Blattes der Justiz:Ministcr Schönstcdt und die Abgg, Stadthagen (Soz.) und (Hrbbcr (Zentr).
Entscheidungen des Reichsgerichts.
Ist ein Lokal zur Schankwirtbfchaft vermietbet words", so hat, nach eincm Urtbeil dks Ncichßgcrichts, 171. Zivilsenats, born 30. März 1896, im Gebiet des Preußischen Ailgkmeinen Landrschts dcr Varmietbcr_ dem Mietbcr das Lokal in konzessionsfäbigem Zustande (bctspiklsweife mit nach außen fich öffnknrcn Thürkn) zu übexgebcn; hat 11.110 zuständige Behörde (der Stadt- oder Kretöausschuß) klo Konzcsfion _wegsn Konzessionsunfäbigkeit des Lokals _ wenn auch _tbat!ächiicb mit Unrecht _ _ver- weigert, so ist der Konzeffion nachsuchcnde Mietber dsm Vcr- mietber Egenüber nicht unbedingt Verpflichtet, da;]cgen ein Rethsmittel einzulegen; visitncbr kann er, wcnn wsder Arglist noch Vérscbulden skinsrfeits vorliegt und insbesonderk kin Lib- Warten des Erfolgs des Rccthmittels den Bcginn dcs Schank- betriebes um einsn nicht unerheblichen Zcijraum binausscbieben würde, vom Mietbébertrage zurücktreten. „. . . Daß der Schankbetrikb im Sinne beider Vcrtragscblicßenden den (Endzweck des Mie'thertrags bildete, unterliegt keinem Zweifel. Die Konzessionsfäbigksit dxs Lokals gehört somit zu der Ueberlieferung der Mistbsachc 'm brauchbarkm Zustande, der Vorleistung des Vermietbers im Sinne des § 272 1" 21 21119. L.-R. _ _ Hat der Stadtaitsschuß, wie das Bérufungsgericht annimmt, aus ('inem Versehen die Kon- zession verrveigeit, so ist ein Hindernis; des Gebrauckps eingetrete'n, das weder bom Vsrmietber noch vom Mictber Verursqcht ist. Das, Be- rufungbgericht is! der Meinung, daß die Mietberin sofort dieses Hmdc'r- niß durcb Einlegung eines Rechtsmittels hätte beseitigen könnbn nnd dabon hätte Gebrauch machen müssen. Eine unbedingte VLkpÜtÖiun? des mit einc'm Antrags Abgewiesenen, ein Rechtsmxtie einzulsgen, besteht Zedcnfails nicht. In Betracht kommt hier auch der Um fand, das; ein Abwarten des Erfolgs des Rechtbmittcks den Beginn des_ Geiberbetricbs um einen nicht unerbcbliäpcn Zeitraum hinausgcicboben hätte. Ob'und unter Welchen Vorausseßungen die Anforderung, daß em RechtMnitcl eingelegt werde', überhaupt g-stellt werden könnts, bedarf biér keiner Erörterung. Nach der hier vorliegenden Sachlage kann in dcr Uxiter- laffung dcr Einlegung cines RechtSmittels weder Ar [ist, noch ubxr- ;)aupt ein Vcrschulden gefunken werden. Die Unter assung dex _Em- egung eines RechtSmittels würde „somit den BcklaZten das tziwlge des Hindernisses des Gebrauchs ?maß §383 ] 21 A. .-R. begrundcte Recht des Rücktritts nicht entzie en.“ (399/95.)
_ Hat eine Versicherungsgesellschqft sich Fretbklt von der Le itimationsprüfung des Police-Prajentagiten auk- bedungen und Lich deshalb das Re 1 vorbehalten, an den rasentcinten der olice abiung zu leisten, ,so at, nach einem Urtbei des RUM“ geri ts, [. ivilsenats, vom 11. April 1896„die Vßrsicherun ögkseÜ“ schaft das Recht, an den Inhaber der Police mtt liberterender_ irkunß
ablung leisten zu können, vorauögeseßt, daß sie selbst bezuglich 77“ mpfangsberechttgung dLs Präsentanten sich in gutem Glauben be- findet. (444/95.)
Entscheidungen des Ober-VeWaliungsgerickzts-
. . “ t Der Gemeindebesäpluß der israeliti chen Gemeinde zu Franks!n a. M. vom 5. Januar 1893, wonach alie innerhalb "pes FMF; [artet Stadtbezirks wohnhaften Juden Mitglieder sten Staelitiscbeu Gemeinde und als solche verpüichtet Lud, zu deren LLM beizutragen, ist, na einem Urtbeil des Ober- erwaltungsßkki “ 11. Senats, vom 26. ärz 1896 Juden e enuber, welche nach “(15e- furt a. M. zuziehen, ohne die Mitglieds a?t u der iEraelitiscbsn irk- meinde ihres bisherigen Heimatbsorts au zusge en, ni t rechtsw au- f a m, dieselben können nicht zu der israeliti chen Gems ndesteuer [)an- ezo en werden. .. . . Kein Gefeß hat der iSraelitischen GUY m Sie Löefu niß beigelegt, Beschlüsse, wie die vom 5. Januar 189i, bie! rechtsverbiindlicher Wirkun zu fassen, insbesondere scheidxt bfw eltend emachte Autonom e" auß" weder kann e, wenn ter FW“ nnerbakb gewisser Schranken. ielbft von er Au W e anerkannt auf eine über die internen Beziebun
worfenen ezogen werden noch lä t ck _ zumal in so __ fange _ aus den dafür, angezogenen Bestimmungen herleiten-
dere rend “ €meinschaft zivischen den Ehegatten »
die kirchliche Sentimentalität, mit welcher man ,' '
bi , reichende Frage wie die der Umßreikkxm des Krei es der 152515111? 1
vom bekla ien Gemeindevorstand in Bezug genommene Ge (? über YFZ V.:vältn13- der Juden vom 23.„Juli 1847 s' eidet ff 1: die Beurtheilung ganz aus," weil es im Gebiete der vorma s freien Stadt ran'kfurt nicht eingefulirt ist. Was aber den Hinweis auf die otibe des Gesetzes, betreffend den Austritt aus den jüdischen Synagogengememden, vom 28. Juli 1876 anlangt, so mithalten freilich dieselben den Sex?, daß *die Vorschrift, nach welcher jedkr Jude ver Synaßongemeinde eines Wohnorts oder doch ir end einer be. Mmmten jüdis en Kultys'gemeinde mit Rechtönotbwendig eit angsbören ol]? guck) in der Vormaltgen freien Stadt Frankfurt bLstebk. Allein 5ie1e Annahme entbehrt einer außreichenden Unterlage. __ , Das Gutachten des Rabbiners Dr. H. gelangt auf Grund einer ge. chjcht1ichen Darstellung der Verhiiltnisse der rankfurter Juden vom ittelalter an bis auf die neuxsteZett im wesentl chen zu dkm Ergebniß: es ermächÜIL das von d'en zustandigen staailicben Bebbrdsn für die innercn Angelegenheiten der iGraelitischen Gemeinde als maßgsbend anerkannte jüdisÖC Glaubenßgeseß die (Gemeinde, Von jedem länger als ein Jahr in Frankfurt wohnenden Juden eine seiner Leistungéfäbigkeit entsprechende Steuerkzu Gemeindezwecken zu erheben. Dem egknüber bedarf es zunächst uberhaupt nicht der Prüfung, Welche 5 edeutunß den in dim H 'schen Gutachten zmber erwahnten, aus den talmudiscben Schriften entnommenen Bestimmungen an fick) zukommt; denn es sieht _ ganz abgesehen davon. das; die_ nsuerc Regklung der Verbältniffx der Frankfurter Juden nicht aus dcr Grunrla e des jüdischen Religwxisxzeseßeb erfolgt ist _ obne Weiter-Zs fsst, da jene Vcstimnmnger) die staatliche Sanktion nicht erhalten babkn. Mögen immer auch_ m frübercn Zeiten die staatlicbkn Behörden bei dem Mangei bewnderer BeschMrden tbatsäcblicb keinen Anlaß gefund€n habkn. der Anwendung soixber Satzungen bindernd entgegen zu treten, [9 konnte dock) die israebttscbeGemcinde (zin in die Rechte Dritter eingreifendes Bsstluerungsrcchx kemenfaxib obne Mitwirkung der Staats- gewalt,13»bne Geseiz odsr diesem gleichrvcrtbigs Saßung erlangen.“ (11. 50 .
Statistik und Volkswirthschaft.
Zur ArbxiterbeWegung.
In DreSdcn siiid, wie die .Frkf. Ztg.“ erfährt, die Strob- und Filzbut-Arberter und Arbeiterinnen in dcxn Lobnkambf eingetreten. Sie Verlangen, daß sich die Fabrikanten erklären, ob sis die etwas Lrböbthl 86511? des aufgestsllien einbeitlicbcn Tarifs bezahlen wosien. Wenn dieses innerhalb der nächst€n Tage nicht geschieht, sol] der Ausstand erklärt werden.
In Plauen haben, der „VM. Ztg." zufol ?, dix Tischlermeister am 22. Juni beschlossen„den Wünschen ibrar Gcbilfen in so weit nach- zukommen, als sie bereit find, dis Arbkitszcit von 66 Stundkn die Woche auf"61 Stgnden zu verkürzen Und dem Lohn um 10 0/0 zu erhöhen, wahrend die Gehilfen nur noch 60 Stundén arbéiten rvoücn und 15 % Lohnerhöhung fordern.
In Berlin hielten, wie die „Voss. Ztg.“ Mittheilt, am Mitt- w0ch Abend die anabex der DÜMLn- und Kindermäntcl- Konfektionsfirmen eine gut besuchte Vsrsammlung ab. Man einigje sich zur, Annahme folgender Erklärung: „Ju Erwägung, daß wir zur Beilegung de's Ausstandes durch die: Beschlüsse der gemeinschaftlicben Kommtssionen bom 19. Februar 5. J. sebr bedeutende Opfer. gebracht haben, ferner in Erwägung, daß das infolge „ „dtef'er Beschlüsse gebilstc Schi€d§g€richt nur einmal in_ Tbattgkett getreten ist, und die wenigen dort vorgelegten Fälle gütlich geschlichtet'wurben, in fernerér Erwägung, das; hiernach irgend nennensrvertbe Differenzen zwischen Arbeitgebern, Meistern und Arbeitern nicht bekannt gewvrden sind, erblicken wir in dem Vorgehen der neuen Kommission der Meisterschaft, welche als erstes die Beseiti-
ung der Beschlüsse Vom 20. Februar, bezweckt, eine Gefährdung des be- Ltebenden Friedeiis und erklären uns mit dem Beschluß der Fünfzebner- kommission: „mrt dieser neuen Kommission nicht eher zu verhandeln, als bis sie die Beschlüsse vom 20. Februar, vorbehaltlich etwaiger Ab- änderungen, als Grundlage anerkennt“, vol] und ganz einverstandkn. Mit dsr bisherigen Thätigkeit der von uns gewäblwn Fünfzkbner- kommission bkfinden wir uns in Volier Uebereinstimmung und erwarten byn derselbsn auch in Zukunft, daß alle Ansorderungsn, in welcher Gestalt sie auch
unbkrechtigten mit aller Energie zurückgewiesen Werden.“_
crschein€n mögen, Für beendet erklärt wurde demselben Blatte zufolge am Mittwoch ber Ausstand der Maurer (Vgl. Nr. 133 bis 136 und 141 d. Bl.) 111 einer von 2000 Personen besuchtsn Versammlung. Nach den in der VersammlungIJT-machten Mittheilungen haben 6700 Arbeitkr auf 540 Bauten den eunstundentag und 55 „,s Stundenlohn béwiiligt erbaiten, während noch etwa 1100 Arbeiter tä lich zehn Stunden arbeiten, jedoch durchgehend»? auf kleineren unten. Die Zahl der noch Ausständigen bcträgt etwa 400. _ Die Vertrauensmänner der Drech§lcr [)Ubéü als Grundlage einer in Aussicht enommencn Lobnbeweguna, der .Volks-Ztg." zufolge, fol ende orderungen 1?kl1Pfl)_k)len: Verkürzung der ArbeitIzeit auf 52 tunden pro Woch? und emen Minimaliobn von 21 .“ Pro Woche.
Wie der Birner .Bund“ aus Zürich meldet, ist die Seiden- “fgbrthenneberg in Wollishofen (vgl. Nr. 142 5. Bl.) nun sur zwei bis dreiMonate geschlossen wordén, nachdem die Arbeiter, dxren exste . Forderungen ohne weiteres erfüllt worden waren, diesc? schließlich zu Ansinnen geschraubt hatten, auf welcbe die Fabrik- 5?th nicht mehr eingeben konnte, sodaß es zum Ausstand kommen
11 8.
Kunst und Wissenschaft.
Bszüglich der rechtzeitigen Einholung der vorgeschriebenen staat- lichen Genehmigung zur Niederlkguna, Veränderung Und Vergußerung von Baudenkmälern und betve [ichen Gegenstanden, welche einen geschichtlichen, wissen chaft- [ichen oder Kunstwerth haben, hat der Minister der geist- ljchen 2c. Angele enbeiten, dem .Centralbl.d. Unterrichts-Vkrwaltun “ zufol ?, an die egierungs-Präfidenten unter dem 8. April 1). ZH "ackiseberzdes Rundschreiben gerichtet:
.Bei dem zum überwiegenden Theile schnellen Wachstbume der Gemeinden und dem Bestreben derselben, den Interessen des öffent- liche" kakkbrs 2c. Rechnun zu tra en, mehren sich fortgeseyt die
a e, in denen zur Errei ung die er ZWCcke Bauwexke und andere eJMstande von wiffenschaftlichem, historischem oder künstlerischem Uthe gan oder theilweise preisgegeben werden sollen. Soweit dazu “Wäß den „eskkbenden geseßli en Bestimmungen und Verwaltungs- voik chriften uberhaupt die Gene migun der Staatsre kerung nachgesucbt w * -9eschkkbt dies _ als ob es sich dabeJnur um die ErJÜllung einer Form dgndle * in der Regel erst dann, wenn die betbeiligten örtlichen Or ane “ beabsichtigten Maßnahmen zur Ausführun fertig vorbereitet ba en. As werden vollständi e Entwürfe und An? läge auYearbeitet_zur "sfübkung von Wbauten an Stelle vor andener * audenkmaler, ÖkktEtweiterung, Veränderung oder modernen Ausschmückuna der 1vieren, zu neuen Stm enanlagen und zur Festsetzung von Bauftucbt- “Yb?"- welche den bbruch von Bauwerken der in Rede ck enden Art bedingen, auch werden, und zwar besonders vom:: M 1) um die Veräußerung von bWeglichen Kunst e en- 11118 “' Handelt, bindende Vereinbarungen und Verträge abgesckp o en, lichen “ dann die Anträge Wegen Ertbeilunß der erforder- kennt staatlichen Gknebmigung geßellt. Häufig wir sogar in Un- r Nichtbeachtung der ereits wiederholt in Erinnerung W b " bebüöilkcben Bestimmungen mit Ausführun der betre enden der Ar eiten o neÉede Anzeige begonnen, was die v tere Jubi erung syzjetrkeüm zur o Flt- Wenn ,dann in sol en Fäüen die Der- kann snacbßesuchte S aa genehmigun nicht so leich erjbeilt Werden Mälér YM" im Inter e der Erbaßtun der Bau- und Kunstdenk- der An edenken zu elbe en sind werden Über angebliche Verkö erung „„ „ gels enbeit durch die Staatsregierun gewöbnlicb “ haf“ ““ Z tlkte Klagen gefü rt. Mit Rückßcht hierauf ersuche its - vchwob geboren ergeben 1, gefäliigst auf geeignete Weise den
;2
Gemeinden des dortigen Amtsbezirks in ibrem eigenen Interesse die '
sorgfältige Beachtung der bestehenden Bestimmungen nochmaisFll
empfehlen, da sie nur in diesem FaÜe obne Zeitverlust zum Ziele
YFMM werden.“ Der Minister der gcistlicben 2c. Angelegenheiten. e.
Auf der Weltausstellung in Chicago 1893 ist von den an der, DeutKschen Untexricbtsaussiellun beibeiligten Ausstellern (Behörden, Universitaten, Insxituten, Schulau falten, Gelehrten, Firmen u. s. w.) eme 9,7913? Zahl (uber 400) durch_Preise auSgezeichnet wordéii. Die AUZZSTWUUJSU„bL1-tehénd aus Medaille und Diplom, sind in den leßten Zehen tm Retchsau1t des Innern eingegangen und den BL“ liebenexi ubermittelt worden. Auch auf das Ministerium der JLlstlllan , Unterrichts- und Medizinal - Anaeleg enheiten als solches sind,mebrerePreise entfaklcn. Das für dieUnterrichts- ausstellung im Ganzen bestimmte Ebrendiplom lautei in der Uelzsrseßung aus dem Englischkn etwa folgendermaßbn: „Die Ver- xthen Staaten von Amerika haben die National-Kommission der im (1er 1893 in der Stadt Chicago, StaatJllinois, veranstalteten W61191kssk€llu1ig durch Kongrcß-Akie erächtigt. für berborraJendes Vetdtetist, Welches unter Beifügung dsr Unterschrift des Piüxenden Eiqzelrtcbtch bier unten näher dargelkgi ist, auf Beschluß eines inter- nationalen Rtchter-Kol]egiums eine Medaille zuzuerkennen Seiner Exce'Uenz, d€m Ministcr der geistlichen, Unterrichfb- und Msdizinal- Angelegenheiien in Berlin, Deutschiand.
Unterrichts-Ausstellung. Ebrenpreis: Für die umfaffknde Gestaltung der Ausstellung, Welche? die Leistungen jeder Art von Unter- tzchtSansialten Vom Kindergarten bis zur Unibersität einschließt; fiir die erschbpfende Darstcklung der Arbeit innerhalb der einzelnen Unter- richtsgebtetc; fiir die unbkgrenzte Tbeilnabme der Staatsre icrung aii (111811, die bßcbsten pädagogischen ragsn berührenden Intere en, sowre filr dM “Geist, der sich in ihrer flege bekundet; für die außxrbxdent- [iche Wirkung der ErziehunJSarbcit. Die Pädagogik in ihrer höchsten Entfaltung, ist in glänzender Steigerung zur Darstellung gebracht. Jbrde Grundxebren sind durch Beispiele in wunderboller Mannig- faltigkeit erlautert. Gute Pläne und Zeichnungen sind in großer Zahl Vorhanden. Eine Ausführung bon seltensr Vorzüglicbkeit kxöni das Ganze, das eine. Ehre für das Reich ist und ein Beispiel für die Welt. K. Buenz, Präsident des Abtheilungs-Comitéö; Jofiab H. Sbinn, Einzklricbter; Geo. R. Davis, (Heneral-Direktor; John Boyd TbaTYSr, Vorsitzende? dks ausführenden Ausschuffss für Auszeichnungen; T. „Palmer, Prasident der Nationalkommifsion fiir die Kolumbische Weltausstellung; Ino T. Dickinson, Sskcetär der Nationalkommission.“
Land: und Forstwirthschaft.
Gerstenernte Italiens im Jahrc1895.
Nach einer in der „Gazzetta Ufficiale" Von dem italienischen Ackerbau-Ministerium Veröffentlichten Ueb€rsicht stLÜt sicb das Er- gebnis; der italienischen Gerstenernte im Jahre 1895 auf 2619 728 quen 2938112 111 im Jahre 1894. Die mit Gerste besteÜte Fläche betrug 297 485 gcgen 303 047 118. im Vorjahr.
Handel und GeWerbe.
Die Woch6nübersicht der Reichsbank vom 23. Juni 1896 zeigt bei einem gesammten Kacxsenbestande von 977458 000 (1895 1110327000) .“ der Vorwo e (egenüber eine Zunahme von 5459 000 (1895 Abnahme 4909000) „“:; der Metallbestand ailein hat sich um 5924 000 (1895 Abnahme 3 793 000) .“ bermkbrt. Der Bestand an Wechseln im Betrage von 652 566 000 (1895 551406000) .“ erscheint um 28 751000 (1895 Abnahme 8854 000) .“ höher, der Bestand an Lombardforderungen im Betrage von 95145000 (1895 70 355 000) .“ um 319 000 (1895 Zunabms 859000) .“ niedriger als vor acht Tagen; auf diesen beiden Anlagekonten zusammen er icbt sich also ein Ygang von 28 432000 (1895 Zugang 9713 000) .“ Auf passiver 61176 ist der Betrag der umlaufenden Noten mit 1053 370000 (18951069291000).“ um 35669000 (1895 U- nabme 14734000) .“ gestiegen, während die sonstigen täg ich fälliJen Vkrbindiichkeiten (Girogutbaben) bei einem Betrage von 589 87000 (1895 558432000) .“. eine Zunahme von 24398000 (1895 Abnahme 7 362 000) .“ erfahren haben.
Tägliche Wagengestellung für Kohlen und Koks an der Rubr und in Obstschiesien. An der Ruhr sind am 25.7). M. gystcllt 12 226, nicht rechtzeitig gest5111 keine Wagen. In Oberschlesien find am 24.1). M. gestellt 3983. nicht recht- ceitig gestellt keine Wagen. sachsischen
_ Auf den Königlich Staatseisen- bab nen wurden im Monat Februar 5. J. 2827 466 (1895 2 318 495) Personen und 1588 029 650 (1895 1371415 685) kg Güter befördert. Die Einnahmen betrugen 7 207 101 .“, 1 146 706.“ mehr als im ebruar 1). I. Die Gesammteinnabmen bis (Ende Februar belikfen s ck auf 74 252 532 .“, 1 788 029 .“ mehr als in 'de-rselben Periode des Vorjahres. _ Auf der Linie Zittau - Reichenberg betrugen die Einnahmen im Februar 49 921 .“, 3502 .“ weniger als im Februar 1895, die Gesammteinnabmen bis Ende Februar 105 709 .“, 9236 .“ weniger als 1895. Auf der Linie ittau-Oybin-Jonsdorf Wurden im Februar 3100 .“ (+ 1003 .“) und bis Ende Februar im Ganzen 7470.“ (+ 1521 «FC)
Forst (Lausiß), 25. Juni. (W. T. B.). Auf der hie en Wollauktion wurden bei lebhafter Betbeiltgung von deut en Schweißwolien und Rückenwäschen sämmtliche gut be andelte Wollen zu leyten WoÜmarktOpreisen verkauft. Lamm- und reuzun swoükn waren vernachlässigt, ausgesteUteKaponeq wurden zu leisten uktions- preisen bis auf einige Loose, die zu hoch limitiert waren, geräumt.
Stettin, 25. Juni. (W. T. B.) Getreidemarfl. Weizen ruhig, loko _,_ vc: Juni-Juli _,_. pr. Sept.-Okt. 142,00. Roggen ruhig, loko _,_, vr. Iuni-Iuli _,_, vt. September- Okwber 113,00. Pommersche: Hafer loko 118- 122. Rüböi loro ruhig, wr, Juni-Juli 45,00, px. Sept.-Okt. 45,20. Spiritus bebauFZtZt, lolo mit 70 .“ Konjumfteuee 32,80. Petroleum lofo , 5.
Breslau, 25. Juni. „(W. T. B.) Getreide- und Pro- duktenmarkt. Spiritus pr. 100 1 100 0/o Yb 50 .“ Verbrauchs- ZbkzainnZ Hr. Juni 52,40, do. do. 70 .“ erbrauchSabgaben pr.
n , .
Ma debut , 25. Juni. (W. T. B.) Zuckerberi t. Korn- ntcker exkkj, von 2 0/0 , Komzucker exkl. 88 % endement 10,15-10,25,Nachprodukte exki. 75 % Nendement 7,50-8,10. Ruhig. Vrotraffinadel _,_. Brotraffinade 11 _,_. Gem. Raffinade mit Fa _,_, Melis 1 mit Faß _,_. Gescbäftslos. Robzucke! [. rodukt Transito f. a. B. Hambur pr. Juni _Gd., _ Br., pr. Juli 10 bB, 10 021 Br., pr. Sep ember 1020 Gd. 10,25 Br., vr. Oktober- ezember 10,40 bez. u. Br., pr. anuar- ärz 10,571 (Hd., 10,60 Br, Rth.
FranY . 1. 25. Juni. Getreidemarktbericbt von Jos e [) trauß. eizen: Kauflut ziemlich schwa? umsomehr als E gner willigeres EntJegenkommen ekundeten. P:: e: ab Um- ZTgend 151-4 .“; frei ber ca. 16 .“; tussi cher, rum nischer und
edwinter 15-16 .“ je nach Quali ät. _ og en batte lustlo'es und ausschließlich auf den Konsum beschränktes Geschäft bei mat: : Tendenz und gedrückten Prei en; hiesiger ca. 13 .“" russischer 1 _ck .“. _ Gerste: rauwaare umfaßlos; utterger 1: stark an dürfte 5 11,1 .“ zu ha en 11, Hafer: besiger 13T_14k.“ ru fischer 13-13 .“ amerikani ca. 124! .“ _ Ma 6: Die NM a e sowohl : Konsum- als ür Exxotnwecke war nur chwach un e ne we entl Preisänderun ist ni 1 zu konstatieren. esunder Mixed ca. “, bes ädigter La ata ca. ZM.“ _ Futterstoffe. _R genkleie (promp) ca. 10- .“, auf L e erung viel unter Kurs; Me zenkleie ca. Ik .“; Malz eime
. eingenommen.
eboten und
La lata. pr. 5ÜpÄugust 3,27.) .“, pc September 3,27.) .“. pr. Oktober 3,27 , pr. November 3.30 .“, pr. Dezember 3.32.) .“, pr. Februar 3,37Z .“. pr. März 3,3725? .“, pr. April 3,37Z .“, pt. Mai 3,37z .“ Umsatz: 65000 kg. ubig.
Raffiniertes P etr o l e u m. ?Lpetroleum-Börse.) Ruhig.
WK «I, Cubaby 24.) „4- Cboice ' Fairbanks 222 .,Z. Speck ruhig. 22? 44. „ _ Upland mivw), Taback. 218 Packen Paraguay, Kentucky, 50 Faß Stengel.
Weizen loko matt, loko matt, biesig
russischer (okt; ruhig, 77_80. Hafer mait. (unverzoüti ruhig, lolo 46.1. Spiritus ruhig. Vr. JUni-Julj LSF Br., PL“ Julé-August 163 Br., ver August-Sevtember 17 Br., per Sep- Lember-Oktober 17 Wx. ruhig. Standard white loko 6,15.
die Stimme des Kün tiers vollkommen aus, während sie (1
am Köni splaß sein jeßiges aft pie falls alle cbä enßwertben Eigen a=ten wieder hervor: das voll u_nd wo lklmgend, die Vo ubiität der italienischen Textaussprache verbiuffend und das Spiel von bürtig stand dem Gaste Herr Naval (: s Graf Seite , neuen
des alten; eine lobenswertbe Koloratur ewandtbeit, mit um gepaart, ließen diesen Künst wie er besser kaum eda twerden kann. Fräulein Dietrich war ne liche, muntere Ro ne, err Ri
Joßer Um cht. Auf die
,Büraersi und Romantisch", das E nan' Heunde, ist gestern im S Uet-Tbeater' ?ZuemwB ' "[K-1 ] "
or kurzem erst, am 2. uguft 1890, i sein Verfa Er, der W" " ,. wickelung des deutschen Dramaß in den verstbiedenen dW“ dk
72-8k .“; 'etr. Viertreber (aerikanisckpe) ca. 8.“- "bekle deut ca. 81 .“; furt a. M.
arixät Fras ck12:
pelzenspreu pro Zentner ca. U .“
Leipzi , 25.Juni. (W. T. B'.) Kammzug-Terminbandel. Ömndmufter 15. pt. Juni _,_ .“, pr. Juli 3,25 .“, '
pr. Januar 3,3 .“.
(W. T. B.) Börsen-SÖlu berich. (Offizielle Noiierun der teme: Lokq 6,20 Br. Russißches Petroleum. Schmalz. Ru (& Wilcox 241 2133 Armour shield _rocerv 24.-F 45, bite label 25 „*.,
Short clear middlina low Kaffee rubig. Baumwolle Weichend. Wolle. Umsatz 139 Ballen. 303 Seronen Carmen, 118 Faß
(W. T. B.) Getreidemarkt. loko neuer 148-455. Rog en 122_1“ 6, Rüböl
Bremen , 25. Juni. oko 6,00 Br.
Reis ruhig. lolo 37-1 43.
ambucg , 25. Juni. H bolfteinifcbcr
cr _, mecklenburger loko neuxr
GZrste matt.
Umfaxz _ Sack. Petroleum Good aVZMJO Santos p:.
Kaffee ruhig.
K a f f e e. (Nachmittagsbericbx)
Juli 581, pr.Septembk-r 571), pr. Dezember 554, pr. Véärj 551. Behauptet. _ Zuckermarkt. (Schlußbericht) Rüben - Rohznckcr [. Produkt Basis 88 U/x- Renbement neue Usance, frei an Bord Hamburg pr. Juni 10,02Z, pr. Juli 10,074, pr. August 10.2211“. pr. Oktober 10,3711, .')r. Dszember 10,47-1, vk. März 10,75. Fest.
Hamburg, 25. Juni. (W. T. B.) Wie die „Hambur ische
Börsenbaile' meldet, hats1chbier unter der Firma „Kam eru n -Ka a o , Gesellschaft mit beschänkter HaftunxJ' eineGeseUfchaft ge- bildet, welcbe dis Herstellung und den Vertrie v
_ on Kakaopulver und Cbokoiaden aus Bohnen, die aus deutschen Kolonien stammen, bezweckt. Das Stammkapital bkträgt 250 000 914 _
Verdingungen im AuZlimde.
Niederlande.
29. Juni, Mittags. Rathbaus zu Amsterdam: Likferung von Steinkoblkn für die Ganinde-Dampfwetke Per 1. Juli 1896 bis Ende Juni 1897. Bsdir] ungen sind gegen 0,15 Fr. in der Stadt- Druckerei erhältlich. Nabercx Aufschlüsse beim Stadtingenieur auf dem Ratbbaus, Zimmer Nr. 106, Von 10 bis 12 Uhr.
1. Juli, Mittags. Direktionsbureau des Direkteur der Artiilerie- Jnrichtingen zu Delft. Leeuwenbox-ksingel in 6 Abtheilungen: Lieferung bon rundem Mesfin , Messingdrabi, Blei in Blöcken und Antimon kSJlÜUZ für Zwe ? der Feld-, Festungs- und Küsten- Artikierie. Bedingungen im obengenanntén Bureau und auf den Burkaux dcr Provinzial-GoUVLrneure zur Einsicht und bc'idem Direktor der obengenannten„Jurickytingen bei Franko-Anfrage, soweit der Vor- rath reicht, erhältlich.
Verkehrs-Anftalteu.
V0m1.Ju1iab werden die Taxen für ostfrachtstücke Nack) Schwsdcn sowie nach Finland über S Wkdkn hinsichtlich der ausländischen Beförderungsstrecke Wesentlich erm äßigt.
Laut Telegramm von (Hoch bat die zweite englische Post über Vlissingen vbm 25. d. M. den Anschluß an den Zug 1 Köln_ annover mcht erreicht. Grund: Zur Seefahrt wurde ein Schiff älterer Art benußt.
Bremen, 26. Juni. (W. T. B.) Norddeutscher Lloyd. Der Schnelldampfer „Havel “', von Ncw-York kommend, ist am 25. Juni 1241Ubr Morgens auf der Weskr angekommen. Der Post- damvfer „Aachen “, bon New-York kommend, ist am 25. Juni Y Uhr Morgens auf der Weser angekommen. Der Reichs- ostdampfer . arlSrube“, von Ost-Asien kommend, ist am 25. uni 1Uhr Morgens in Neubel angekommen. Der Reichs - Postdampfer ,Preußen', nach Ost-Asien bestimmt, ist am 25. Juni Vormittags- in Singapore angekommen. Dcr ostdamvfer .Willebad ". von Baltimore kommend, hat am 24. uni 6Ubr Abends St. Catherines
oint passiert. DerTZPostdamvfe'r „Sali er“ ist am 24.Juni 5Ubr-
kachmittags in altimore angekommen. Der Pvstdampfer . Dresden“ ist am 24. Juni 8 Uhr Abends in New-York an- gekommen.
Hamburg, 25. Juni. (W. T. B.) Hamburg - Ameri- kanischexéacketfabrt - Aktien - Gesellschaft. Der Schnell- dampfer .“ ugusta Victoria“ hat, von New-York kommend, heute früh 6 Uhr Sciiiy passiert.
Theater und Musik.
Königliches Opernhaus.
, Der Wa ner-Cvclus n_abm gestern mit dem Vorabend zur Ntbxlungen-Tri ogie,„dem „Rbetngold“ seinen Fortaan . Die vor went e_n Tagen erwahnten beiden (Gäste, Herren Rei mann und Ober ander mußten wieder als Wotan bezw. Loge für die verhinderten einheimischen Künstler eintreten. Ersterer erfreute dYkÖ die markige Kraft seines Or aus, durch das Bcdeutsame seiner Auffa ung und die Meisterßchaff, mit der er sie zum Ausdruck bra te. errn Oberlander fehlt das zur Verkörperun des gewandten Loge er o_rderltche Temperament und die Verve liZkeit, doch wurde ex wenYtens der musikalischen Seite seiner Zu gabe gerecht. Die ubrige ?seßung_ war bis auf Fräulein Reinl, welche die; Partie dex Fricka wit vorzuglicbem Gelin en Zang, die hier übliche. Die Herren Krolqp und Lieban, die Damen ied er, Herzog und G5 zeichneten sich darm besonders aus. Die Leitung des Orchesters ha e
Herr Kapellmeister ])r. Muck.
Neues Königliches Opern-Tbeater. , HerrKranceSxo d'Andrade eröffnete estern als Figaro ein Ga - spiel in ossini's „Barbier von evilla': eine Partie 11
welcher er an derselben Stätte schon früher die Gunst des ?iei'ifch
Publikums errang. ür den ehemaligen Kroll'fchen Theaterxxa re
den an- spruchsvolleren Räumen des Opernhauses nicht ewachsen eigte; es ist daher mit Freuden zu begrü en, daß der Künstlger in dem Öühnenbause absolviert. Gestern traten jeden-
Organ war
südländis er Bewegli keit. Eben- ?! maviva zur dessen Organ den akustis en Verhältni en des Opernhauses sicb ebenxaUs be er anpaßt a s denen vornehme Erscbe nung, degaYZrtlF S iejl im?
a e n : als einen Vertreter der Me 1521-EL,
echmann ein vortrefflicher : Schubert ein lobenswertber Bartolo. Der KapeUm * deo ölner Stadt-Tbeaters, PrJefforfAlrttto FleffZ slkitete das Werk .; raeb „S avische Brautpnbrersugneg".a a ck von und *" ' ' Schiller-T eate . Das alte Lustspiel von Bauebrnfelrd n ücken der ält