Yißtamtliehes. Deutsches Reith.
Preußen. Berlin, 1. Juli.
Ihre Kaiserlichen und Königlichen MaÖestäten trafen gestern Nachmitta bald nach 3 Uhr an Bord _er Yacht „Hohenzollern“ in Wilhe msbaven ein. Die im Hafen liegenden Kriegsschiffe „Mars“, „Siegfried“, „Beowulf“ und die Salut- Batterie „gaben beim Einlaufen der Yacht den Kaisersalut. Ihre Ma estäten der Kaiser und die Km erin standen auf dem unteren romcnadendcck und dankten auf as huldvollste s[ür das „Hurrah“ der Mannschaften und der Menge; das Mu ikkorps spielte beim Einkaufen eine Fanfare. Nachdem die „Hohenzolxem'“ am Oslquai vor Anker gegangen war, begaben Seine Majestät der Kaiser Si? auf einer Dampfpinassc nack) der Werft und besichti im da elbst das neue Panzerschiff „ErsaH Preußen“. Am A end fand an Bord der ,.Hohenzollern“ ein Diner stcztt, zu welchem die Admirale von Knorr und Hollmgnn, der Vize- Admiral von Valois, sowie mehrere andere hohere Marme- Offiziere eladen waren. Die Yacht mar elektrisch beleuchtet. Die Murk wurde von der Kapelle der zweiten Matrosen- Divifion auögeführt.
Die vereinigten Ausschüsse des Bundesyaths für Zoll- und Steuerwesen umd für Handel und Verkehr hielten beine eine Sißung.
Der Wirkliche Geheime OberBauratb' im Neichs:Eisen- bahnamt Streckert ist aus Süddeutschland zurückgekehrt.
Der RegierungsRatl) Bartels aus Caffe; ist der König- lichen Regierung zu Hannover znr weiteren dienstlichen Ver- wendung übermiesen worden.
Der NegicrungL=Vlffessor von Schmidt in Schleswig ist der Königlichen Regierung zu Frankfurt a. O., der Regierungs- Affefsor Or. Bourwieg zu Gelsenkirchen der Konigiichen Regierung in Münster und der ?)1eaicrunqS-Assessor S tcinmexz zu Hannover dsm Königlichen Ober:Präsidium daselbst zur weiteren dienstlichen Verwendung überwiesen worden,
Der NcgierungGZAssessor von Loebbccke aus Danzig ist dem Landratb dcs Landkreises Harbarg und der Regierungs- Asseffor 131". Zapp aus Düsseldorf dcm Landratb dss Kreiscs „Herford bis auf weiteres zur Hilfeleistung zugctbcilt worden.
Der Spezialfommiffar chirryngs-Naih O1: Jaeger: bisher in Niedermüdungen, ist nach Cassel verskßt, und ck in demselben die weitere Verwalturg dcr Spezia1:Kommission [Cassel 11 übertragen.
Dem Regierungs-Affcffor Röm er ist die weitere Ver: waitung der SpeziaHKommission in Niederwildungen und dcm Gerich1s:Affch-ffor Schmidt die nwitere Vkrwaliimg der Spezial-Kommission in Treysa übertragen.
Cronberg, 30. Juni. Seine Majestät der Kiiwig von "Dänemark traf _beute zum Besuch Ihrer Maßstät der Kaiserin Frie'drich aus Wiesbadeii 11117 Schloß Friodrichs: hof ein.
Sachsen.
Ihre Majestät die Königin bot sich beute früh zii mrbr- wöckchm Kurgebrauch mn Pillnixz nach Brsimcrbad in Tirol bege en.
Württemberg.
Seine Majestät der König empfing am Monkag in Bebenhausen den bisherigen ös1errcichisch ungarischen Gesandten “Grafen von Zieht) behufs Ucberreichung jcim-s Abberufungs: schrcibcns in Audienz. Der Gesandie wmde sodann zur “Tafel ibci Ihren Majestäten geladen.
Oesterreich-Ungaru.
Der Kaiskr cmpfin gestern Vormittag dcn Kardinal Agliardi in Audienz un nahm dc'ffen Abberufungsscbrviben entgegen. eute haben sich der Kaiser und die „Kaiserin zu Längerem Lufenthalt von Schloß Lainz nach Ischl bcgcben.
Der Kaiser hat den Erzbcrzo Franz Ferdinand
um Protektor der Böbmischen Kaistr Franz Joscph=911adcmic rotcktor der Akademie
er Wissens axten in Prag und ziim 5
der Wissens a ten in Krakau ernannt.
Wie die Wiener Blätter melden, bat der Kaiser den Ersten Stellvertreter des OborsxHofmcistcts, den Prinzcn zu Liechtenstein, untcr Belassung in seinen Funktionen als Oberst-Stallmcister, zum Ersten OberstrHofmcisn-r ernannt.
Das ungarische Oberhaus gcnebmigte gestern die Novelle" zum Zuckersteuergcseß und vcriagte sick) sodann bis zum Herbst.
Großbritannien und Irland. In der gestrigen Sitzung des Unterhaus es crwiberte
dcr Parlaments-Sekretär dcs Ki'iezisamts Brodrick' au“ eine Anfrage, der Bcfchlshaber dcp Trupp-"n in Süd-lerika babe gegenwärtig 5230 Mann Reichstiuppcn ur freien Ver- fiigurF2 für xedcn Fwünschten Dienst. Ju dicée Zahl sei das von alta nach e*üd-Afrika beorderte Viitaiüon nicht mit inbegrizxfen. Baglay fragte an, ob der Staatssekretär der olonien Chamberlain some Aufmetksamkeit auf “die in dem Freibrief der Süd-Asrifa-Gcsellschaft ent- baltene Klausel gclcnk1 habe, in welcher die den Freibrief Nachsuchcnden der Ansicht Ausdruck gäben, daß der Zustand der Eingeborenen in dem Gesellschaftsgebiet wesentlich werde gebessert werden; zweitens, ob die in dcr Tbronrcde verheißene Unxetsuchung aller gndlungxn der Gesellschaft seit dem Beginn ihrer Thätig eit ÜUch die Ausführung der Klausel um Schuß der Person und des Eigenthums der Eingeborenen umfassen werde, und drittens, Welche Schritte die Gesellschaft zur "materiellen Besjerung des Zu- stands der Eingeboxenen etban habe. Der Staatssekretär . Chamberlain erwrderte ezüglick) der ersten Frage, daß ihm die Aufzählung (nicht Klausel) im Freibricf bekannt sei. Be- üglich der zweiten Frage_habe die Regierung bereits am
onnerstag erklärt, daß die Untersuchung umfassend
genu sein, daß sie sich auch auf bis mit denyFeßigen Aufstgand verknüpften Tbatsachen erstreckxn und auch die Unter- suchung etwai er Ant agen über Maßbandiung von Ein- geborenen um affen werde. Was die dritie ra e be- treße, so könne er sagen daß butch dix , rr chtung me izinischer Hilfe, die Unterbaltung einer Polizeiwacht, die Einrichtun eines Netzes von Verwaltungsbeamten im Laube, die Durch übrung des bürgerlichen und „des Strafrechts, die Anlegung von Straßcn und die aUgememe Entmickelung des Landes der (Gesellschaft bis zum Ausbruch der Rebellion obne Zweifel der Zustand der Eingeborenen wesentlich gebessert worden sei. Weiter erklärte CbamberLain, die Kaprekjicrung und die Re ietung von Natal hätten ihre Hife an- geboten, die Behörden an Ort und Stelle hätlen jedoch deren Annahme bisher nicht empfohlen. Dem General Carrington und dem Ober-Kommiffar _Earl (cht) sei volle Diskretion gelassen, imd die “brixische Regierung 1ei bereit, an Streitkräften zu schicken, was immer für nöthig erachtet werden sollte. Bartlett fragte an, ob an Chamberlain? Raik) die Dirsktion der Chartered Compan?k die Demission Cecil Rhodes' angenommen habe, ob das 'olonialamt eine Pciition erhalten Habe, welche von. einn ungeheurexi Majorili'it eng: lischer Bcwobner in Rhodesia unterzeichnet sei, und in welcher gebeten werde, das; Rhodes in_sciner. dortigen Stellung verbleibe, und welcbe S ritte die Regierung beabsichtige, um die englischen Kolonitcn in Rhodesia bei der jeßiaen kritifchen Lage iiber den Verlust Nhode's zu beruhigen. Dcr Staatssekretär Chamberlain erwiderte: am 21. d. M. bärwn die Direktoren der Chartered Company ihn benachrichtigt, sie seien der Ansicht, daß die Demission Nbodes“ und Beit's an: genommen werden solle. Er habe seine Uebereinstimmung mit dieser Ansicht ausgedrückt. Ferncrbabeerthatsäch1ich eine von etwa 700 Emmolmcrn des (Gebiets dcr Company unterzeichnete Biltschrift empfangen; diesclbe sei aber nicht in den in ber Anfrage angedeuteten Ausdrücken verfaßt. Er sei bcn_achrich- tigt wordkn, daß Über den bctrcffcndcn (Hkgcnstand Meinungs- vcrfchicdcnheitcn vorhanden scicn. Den driticn Tbcii dex An- frage verstehe er nicht völlig, aber dic Regierung bcabfichtige nicbt, spezielle Schritte in dicser Sache zu thun. Ucbrigens scheine cs kanm richtig, zu sagen, daß die Kolonistcn Rhodcs verloren hätten, da dieser doch scincn Wunsch ausgedrückt Habs, in Rhodesia zu leben imd dem Lande seine (Zukunft und Arbeit zu dessen Entwickeluxig zu widmen, Dcr Ersté Lord der Admiralität (Joschcn erklärte, die auf dem Kontinent von den Bläitcrn verbreitctcn Nachrichten __Uon cinem angeblichen ungebiibrlicbcn Betragen dcr cmglixcbcn Matrosen anläßlich ihrcs Besuchs in Rom seien dmcbaus unwahr und unzutreffend. Schließlich nahm das Haus mit 155 gegen 5 Stimmen die zweite Lkslljlg der Vorlage» zur Schlichtung von Sirc'itigkciten zwiscbcn Arbeit: gebcrti und Arbeitnehmern an.
Frankreich,
Der Minister-Piäfidcnt Mélinc beabsichtigt, wie dem „W. T. B.“ aus Paris berichtkt wird, Mitte Juli einen (518: seßeniwurf einzubringen behufs Schaffung von Ausfuhr: prämiert für französischen Zucker. Die hierzu er: forderlichen 15 Millionen Frcs. sollen durch eine Erl öhimg der Zuckcrsteuer auf ebracht werden. Der MmistenPräsyident wird beantragen, da die Vorlage noch vor den Ferien bc- ratHen werde.
Die Dcputirtcnkmmmer scßte gestern die Veratbung über die Reform der dircktcn Steuern fort. Der Devutirtc (Hauthiex kritisierte die Vorlage, Wélchk eine um: „ercch1frrtigte Konzcsjion an die Sozialisten sci. Der Dcpntirie Zkaqnct sprach sich gegcn dic chtensteucr aus. Vlquntt'ag bes Finaaninistcrs C0chCkl1 bosch1oß dic Kammcr mit 421; gcgcn 35 Stimmen, heute eine Sißimg abzuhalteii.
Italica.
Der Senat 11011111 g(stcrn das proviwtichk Bubgst an. Di? Deputirtenkammxr ssßtc dic Bcrarbiwg dcs Budgcts bes Ministerimns dss Acujzcrn „fort. Der Dcpuiirte Damiani bekämpfte die Politik des K'abincts; der Dcpatirte Vinicola“) sprach zu Gunsten derselben; dcr Dcpntirtc Barzilai wanbtc sicb gegen den Dretbimd. Hierauf ergriff, dem „W. T. B.“ zufolge. dm“ Ministi'r dcs Acußcrn Herzog bon Scr moneta das Wort zu folxxcnder Erklärung:
In der Richtung bc'r Politithalikns babe sib ubixilui uichtsxirändsrt. Das Vkrbakrsn beim Dreibundc sei crst jüngst Von dem Minister- Präsidenten bestätigt worden. Der Dreibund ski xur Vsribcidigung bci; Friedkns aksäoloffcn worden, auf ben die Wsisbeit der chicrcn- dcn und der Willi“ der Völke'r unwankslbar gcrichtct st'ic'n. An dieskr Absicht könne "101110110 zwcifi'ln. Das Festbalisn am Dre'ibund ski cin Aft (ieacrifritiger Traue, Welcher nicht ausschlikße, ja 19 ar dazu bc11*f1ichte, das; jkrer der Vsrbündcten gute und bc'rzlichc' 5,6- ziebungen zu jeder auchn Macht untc'rbalte. Dic frku:1d1chast- ]icben Bézisbungcn Jtalixns zu Rußland vnd daß Mstrcbcn, gute Bmiebin'acn zu Frankrccb xu crbalrkn an Grund der gcgechiiigkn Eympntbikn, welcbe ber ?)iaffknvc'rn*andtschaft ".:::d der Ermm'rung an unvergcßiiibs Ercigniff? emsptäcben, könnt' feilWL-WLJI die' Intimität und das uubewenztc Ve'ttraue'n dcr beicc'n Vkrbünkcten, Oestkrreicb- Ungarns und DkUisÖlanrb, Verringern. In Wowi; aus England babe die italienisob-Z Politik glkicbjallz kktm' Aenderung kaahrcn. Die frkvnrscbaftlicben Bezicbungsn mit England 101011 die natürlich Ergänzung dcs T):?ibunrcs und ('!!TsPkäÖi'n den qcme'insanikn Interessen und dx" gegmrfeitigku traditionkürn Empfindungen. Dic Brössrnjlichung Tes (Htünbuckos babe di:]"o: Be- zilbvngcn nicbt qcstört; biksklben seie-n im Ge,;cwtbcil intimsr und herzlicher [:e-wcrden durch die militärische Aktion, wc1cb8 bkire Mächte, obschon obne." gegcnfeitige Verpflickytimg, gi'Jkll rsn qlcicbcn Feind entfalteten. Die übcr die' Stellung des italikniscbkn Botschaftcrs in London geäußetten Zweifsl seien aus umiÖtiger Deutung ker Von einem cnglischkn Minister qcsvrocbpnen Worte bewor- aegangen, während die' richtiae, vom Forsign Offick rer italie'nifchmt Regicrung mitgktbeilte Jnterprctaiion 018 Gcnauigksis und Wabxbeir der von dem italienischen Botsckzafxer in London, Gknkral Ferrero, übkrmittcltcn Berichte außer Fra e ftcÜs. Dcr aüspmeine aufrichtige Wunsch nach Fiicden gebe die :*wißbkit, daß die Oriknt- frage jetzt nicht auftaicben werde. J'aliera, wrlches im Orient so bedeutende Intkresikn babe, Wkkdi' unablässig bemüht sein, unter kon Mächten jenes gegenseitige Einbernebmc'n zu erbaltxn, wklches allein einen Eifolg hoffen [affen Die Politik im Balkan- Lande habe immer 116 Aufrechterhaliung des Jtatng (1110 daselbst zum Ziele, und die Nrstbiedcncn, dort auf nationaler Bass erricl'teicn Staaten könnten sich unter ki-cscr Voraus- seyung innrrbalb “ker durcb Verträge 895041011611 Grenzen entwickeln und kräftigen. Was Vulgaxien im beyondkren anßzebe, so habe die Anxrkcnnung duxcb die Pforte und das ute Einvernehmen, welches Bulgarien nunmehr mit allkn Staaten P egen könne, einen dunklen Punkt am politischen Horizont beseitigt. Die Erhaltung des Zdaiug quo sei auch das Grundprinzip der itaéienisoben Politik am Mittel- meer und bezüglich der afrikanischen Küstenländer. Der Handels- vt-rtrag zwischen Italien und Tunis ende infolge der im Jahre 1895 notifiierten Kündigun am 29. September 1896; jedoch bestanden ne en diesem Hande svertrage noch Vereinbarungen älteren
Datyms, sodas! nur die Konsulargeticbtsbarkeit aufhören werde. Wenn bis zum 29.“Se tember d. J., kein neuer Vertrag abgeschlossen sein saure“, wozu es cberlicb seitens der Regierung an gut1m Willen nicht fehlen werde, so bleibe doch ein Rechtszustand aufreibt, der die Inter- effen Italiens wahren werde. Ueber diesen Fall beute zu sprechen, Zei jedoch unzeitgemäß. Die tripolitanisobe Frage hänge auch zu- ammen mit der Integrität des ottomaniscben Reichs und falls. „daher unter das in Europa geliende Vöjke-rrccbt. Die Politik Italicns bezüglich Tripolis lasse sich in die bereits abgegebene Erklärung resümieren, daß der 801513 (7110 auf- recht erhalten werden solle. Bezüglich Krktas sprach der Minister die Hoffnung aus,. daß bank dsm Einschreiten ksr Bojscbafter die Ordnung bald" wieder ber.:estellt sein werde. Im Interest- der europäischen Volker wie im Intereffe der Türkei und des euroväiscben Friedens werde es enügen, die für Kreta speziell abgeschlossenen Ver- träge gsnau dur zuführen. Die Pforte- werde gewiß diefes einfachste und sicherste Heilmittel nicbt vkrrveigern. Italien würde 66 als aufrichtiger Freund der Türkei tief bedauern, wenn gmvaltsame Reprkssalien fich erneuern sollten. Der Minister schloß mit der Bémkrkung, daß es in der lebten Zeit nicht an Bewxiscn gegmiseiiiger Herzlichkeit und gegensein Ln Woblwoüens zwischen Italien und den Großmääoten, sowie an e- wc'iskn der Sympathie und rt'undscbaft, Welche Italiknund England so Lnge verbände", gkieblt abk. Iicuexlicbe herzliche Kundgebungen wien «_nläßlicb der Anwesenheit der englischen Sexleute m den italienixcben Häfen zu Tage getretsn. 116er die italienische Armee seien kürzlich herzliche imb aufrichtige Worte de'r VL- wunderung skitens Lines Vérbündetkn («sprochen worden, als (FMM Anerksnnung dsr bsroischen Haltung der Oifizikxe xmd «oldatkn, welche das Vertrauen TLZ Landks verdienten. (Ébknw 1chmyich€1bgft für Italien sei der dem italienischén Kronprinyen vom russisiben 1)be bereitate frkundlickpe Empfang nkwi'sen, wo dessen An: weiknbeit während der Krönung des Kaissrs die Wünsche de's italienischen Volks für die Wohlfahrt des Zare'n und des russiscbcn Volks feierlich bekräitiqt baba. Frankreich habe die zivilifi-xrte Welt zu einem este der Wissen1cha7t und der Arbeit gsladen, und Italien sei glü lich gLWeden, eincn Bewkis skiner innigbn Gefühle gebkn zu können, indc'm es die Einlabimg angenommen babe,
Spanien.
Die Königin-Regentin hat ein Dekret unterzeichnet, wmin angeordnet wird, daß das gegenwärtige 23110th bis zur Annahme dss ncuen Bad 6113 in Kraft bleibsn soll.
Der Senat bat gestern die ?Marincvorlagc für das nächste Finanzjahr und den (Heseßcntwurf bczügliä) Ver: längernng dcr Zuschlags'zölle 311 den (Hctrpidc: zöllcn angenommen. Bei dci“ Fortseßung der Debatte über die Botschaft griff der Senator Merdo das Verhalten der Re- gierung gegenüber den Vereinigten Staaten .von Nord-Amcrika bestig an und beschuldigte dic Ichicrung, sie handle zu vor- sichtig. Redner verlangte sodann Aufschlüsse bezüglich Cubas. Dcr Marsiball Martinez Campos und die Generals, welche an dem Feldzug in Cuba theilgcßommcn button, wobritkn dei" Sißung bc-i.
Türkei.
Aus Albexi wird bsrichtct, der Urne Gomwmciir von Krcta Georgi Berowitfcb sei in Canon cingctroffvn und wcrd-c den Landtag hsutc fc-ierlick) eröffnen. Derselbe werde dabci eine Botschaft zur Vorlesung bringcn, welche die Vertreter des kretischen Volks zur Mithilfe an der Beruhigung dsr Jmscl auffordcre, und die Meter der wohlwollenden Gcsinmtnch des Sultans Unsichere, bcsscn leb: Fisker Wunsch es sei, die Bcfchwcrdcn, welckyk seinen “ ouvcrätiitätsrechtcn nicht Mtgcgcn scicn, in Erwä ung zu ziehen. In Canea seien gegenwärtig 43 chk1stliZk und muhamcdaniscbc Dcputirte (von 70 meirlcn übcrhaupt) anwssend.
Die „Daiilt):*.1161vs“ crfabrcn aus Causa vom 29. v. M„ am Sonnabcnd babe in der Nähe von Bukolies cin bef- tigés Gefecht zwischcn Cbristsn imd irrcau'éircm türkischen Truppcn sxattgcfimdcn. Lcßtcrc ssikn untcr Vcrliist von 17 Todtcn und viclc'n Vcrwmibctcn znriickgeschlagkn worden, die (Tlirisien häticx'. anch mcbrcrs Kanonen erobert
Serbien.
Der König und der Fürst 11011 Montenegro wohnten gestern in Bklgrad cincr großen Parade bei. Dcr König fiibrtc das seinen Namen traacndr Regiment dcm (Jütsten 001“, CbMsU defilikrtc der Fürst mit dcm seinen “Kamen triigc'nbkn ?)éi'ginicnt vor dem König, Absnds 73/4 Ubi“ trat der Fürst die Riickrcisc nach Wien an.
Bulgarien.
Die „Agence Balcanique“ mcldct: In gut unterrichtstci'. Kreisen wcrdc auf das bestimmtcstc versichert, das; der Kriegs: Minister Petrow weder scim' Demission gegeben, noch daß bcffkn Rücktritt wegen Mc111ungSvcrschicdcnhciicn mit den übrigcn Mitglichn dcs Kabinets m Bezug auf den Wieder- eintritt dcr aUsgewanbcrti-n Offi icre in die A rm c c z'cmals in Frage gcstmidcn babs. Dchrtegs-Minister trete in dyn nachsten Tagen mit scincr Familie einen ibm vor längerer Zcit schon kalUigtku Urlanb an und werde sicb wegen eines Kraiikbcitsfalls in seiner Familie zunächst nach Wien und dann nach Karlsbad bcgcbcn. In den erwähnten Kreisen werde darauf hingewiesen, daß die Frage des Wiedereintrilts dcr aiisacwandcrtkn Offizicrc in die bulgarische Armee keine rein militärisch Angelegcnbeit sei, dabrr auch nicht allein den Kriegkuinistcr, sondern auch den Fürsten und die gesammte Regierung berühre, welche in dieser Frage in vollem Einver; nchmen vorgehen wiirden.
Amerika.
Das Defizit im „Haushalt der Vereinigten Staaten fiir das mit dem gestrigen Tage endende Rechnung61abr wird auf 25 500000 Dollars gcschäßt.
Afrika.
Dcr französischcn chierung ist noch keine Bestäiigung dcr Nachricht zugegangen, daß auf Madagaskar bci Betafo ein Gefecht zwischen den Truppen unter General Oudri) und anfständiscben Schaaren stattgefunden babe.
Dem „Daily Telegraph“ wird aus Buluwaiio gemelbet, Cecil Rhodes habe in ciner Unterrebung gcaußert, seine Jntcrcsscn in Rbodesia würden durch seinen Axustritt aus der Direktion der Chartered Company nicht bcrubrt; er bcqb: sichtige im Lande zu bleiben, bis das Land aus den_Schw1ertg- keiten herausgekommen sei, und er glaube, der Aufstand werde bald untcrdruckt werden,
Parlamentarische Nachrichtem
Der Schlußberi t über die gestrige Sitzung des Reichstags befindet fi in der Erfien Beilage.,
- In der heutigen (118) Sißung des Reichstags, welcher der Staatssekretär des Innern, Staats-Minister 131: von Voetticher, der Staatssekretär des Reichs:Justizamts Nieberding und der Justiz-Minister Schönstedt bei- wohnten, stand zunächst auf der Tagesordnung die Berathung des Anika s der verbündeten Regierungen, daß der Reichs- tag seine ustimmung zu seiner Vertagung bis zum 10. No-
vember gebe. . _ _ .
Die Berathung war tn Uebereinstimmung Mit den ver- bündeten Regierungen eine einmalige.
Der Antrag wurde obne Debatte angenommen.
Darauf wurde die dritte Berathung des Bürgerlichen (Heseßbuchs fortgeseßt, und zwar beim Abschnitt über die Grundschu1d(§§ 1174-1181). ck . _-
Abg. Grafoothrback) (d.kons.) beantragte, die Bemm- mungen sämmtlick) zu streichen.
Abg. von Ploeß (d. kons.): Der Absibnitt über die Grund- schuld ist für uns der bedenklickzste in dem ganzen (Hefe entwurf wir batten gehofft, daß das deutsche Recht bier zum Durch x_uch kommen Werde; das Gegentbeil ist eingeireten. Cs Und der römitcb-rcchtlicben Auffassung immer mehr Konzessionen gemacht wordxn tanLzUJ aiif die Mobilifißrung dss Grunbés und Bodens. Dkk Eigentbumcr ist m der Lacie, dcn Grundschuldbrief über den Rest seines Vermögens in die Tasche zu ftecken und bei jkder_Gelcgenbeit einem Wucherer odkr sonst Jemandem zu zedieren, und_ [omit den Rest seinks Grundes und Bodens loéznwerden. Eine |chlimmere Mobilisierung des Grundes und Borens kann ich mir nicht benkkn, und des- halb bin ich voll und ganz für den Antrag des Grafen Mirbach. Ueberbaupt ist auch das Aeußkxste zu bedaue'rn, daß eine sachliche nnd gründliche Prüfung views Abschnitts durch die Schnellig- keit, mit der er durchberatben worden ist, ykrbindert worden ist. Ick svrecbe nicbt sowohl von dem Pke'num als von der Schnelligkeii dcr Aufeinanderfolgs von Kom nisfions- und Plenarberatbung. Die be- tbeiligte'n Berufsstände babsn _ absolut nicht 3811 gehabt, sick) gründlich mit dlm chxßbucb zu beschäftigen; eine Ocimttierung formte erst nach Vöxöffontlicbun des Kom- missionsbericbts lintrsten, und nun folgt?“ 9191 die Plenar- beratbmn]. Dre Jntcressentenfreise wußten crit qebört oder ihnen Geleaknbeit aegeben jvcrdcn, sich xu äußern und Anträge zu stCUen, welcba die Stimmung xtr landwirtbsÖanickyen Bevölkerung wider- sbikgcltcku. Aus alien dtcskn Gründen bin (1) leider gex-öthigt, gkgén das „4111sz Bürgerliche Geseßibucb zu stimmcn. _
5L1b;;.Graf Mirbach b. kons.) kaläksé, das er dyn Antrag im Namen der Ykebxbkit seim'c Parisi zarückziebc'; ('r woÜe abcr dock) noch die vrinzivinile' St'ijc' dcs Antrags dahin darlch'n, daf; dc'r Antrag be- zwecken sollte, der Ueberbersckzuldung und weiteren Mobilisikrung OSS Grunbbcfiscs vorzubeugkn.
;? 1288 bestimmt nach den Beschsiinen der zwoiienLcsung, daß zur Ebcschliesmng die Einwilligung des Vaters nicht er: forderlich sein soll, wenn das Rind das 21. Lebensjahr vol]: endet bat. . „
D e Abgg. Freiherr von Stumm (Rp.) unb 111". Nintelcn (th10.1 beantragten, statt der“ 21. chenSxahrcs das 25. zu sxßen, wie (5 in der Vorlage enthalten ge: wesen sci. „ __
Die 21ng, 1)1*. Er_insccerixs (ul.) und _Gcnoncn bran- iragtcn dagkgcn, zu 1agen, daß zur Eheschließung die (532: ncbmiqung des Vaters crfordkriich 191, „jo lang? der Sohn das fünfundzwanzigste, dic T0chtcr das cinundzrvanzigste Jahr nicht vollendet babe.“
Abg. Frkiberr bon Stumm: Man hätte nicht erwarten sollen, das; der Beschluß der zweitsn Lesung zu stande kommen kmmte; 1875 hat das «Haus einx'n ganz entgegbnqessßten Standpunkt in dieser Fra-ge e*inzcnommen. Es ist eine falsche Annahme, daß die „Ebetnündigkeii mit dcr Mündigkeit zusammenfäüt. Die Familie wird durch die zu frübsn Eben obne Einwiili- gung des Vaters dauernd geschädigt. Die frühzeitigM (Fbkn wkrben durch den Beschluß der zwkixen Lesung gcfördcrt; ist das abkr ('in normaler Zustand? Ich halte das Peiratbkn Vor dem 25. Jobis mit Mnigen AuSnabmcn übcrbaupt für ein Unglück. In der Wange- liscbe'n Kirche wird durch die Eingkbung dkr (Eb? vor diesem Alter kik Zivilehe auf das äußcrsie bkgünitigt, denn cins ganz? Masse Arbkitcr wird in diesem Alter auf den kirchlicbkn chkn Verzicbtkn. Wenn ich [WWDC- geikyt hätte, daf; dsr fajboliscbkn Kimi)? in der Frage dt-r Scheidung bon Tisch und Bett Zugcständnissk gcmacbt würdkn, hätts ick) anch Zugeständnis? für dre evanxikliscbk Kirchc Vsrlangt, Dcr Antrag Ennbrcc'rus ist mir imme'rbin noch liebst, als 1761? Bksiblliß der zweitkn Lesung. Nebmcn Sie_nu»inen Antrag an und bélj'i1hk111 Sie dadurch die cvangelische Kirche Vor einer außerorkéntlicbsn Schäiiiiumi
Abb. 1)1*. Rintelkn stntr.) bikltcincY-ancrumikes Vkscbluffes zweite'r Lciung dringknd nothwendig, da sonst die väterliche Gewalt iiwdddamit ber anammenbait dcr ganzcti Familie e'iskbüifktt wcrden Wllk ?.
Präsident Freiherr bon Buy! thrill? mit, das: der Ab.]. Frei- bkkk von Stumm die namentliche Abstimmung 11er seinen Antrag beantragt babe. *
Abg. Bebel (Soz.) wiki“; darauf hin, daß der in ziveitkr Lesung angenommsne fozialdemofrattsckyk Antrag in dkr Kommission nur mit einer Stimme Mabrbcit abgelehnt sri. Die gewichtigsten moralischen Gründc spräcbkn für die Ablehnung des Antrags bon Stumm. Junge Mädchc'n oder junge Männer, die keine Eltern hätten, könnt?" sich obne (Henebmiguna verbeirathkn, ki? anderen jtelltc man dagegkn unter die? Gewalt der Eltern.
Präsident Freibkrr bon Buol tbeilte mit, daß der Antrag auf namc'ntlichk Abstimmung wieder zurückgezogsn sei.
Abg. Dr. Enneccerus (ni.): Die Uebertreibungen des Vl)!- redncxs wexden durch das Gkseß widerlegt, denn die Verweigcrte Gc- nebmigun der (Eltern kann einem vonäbiigen Kinbe gegknübcc vom Vormund chastßgeticht erseyt werdcn, wenn kcine triftigen Gründe zur Verweigerung Vorlicgcn. Die Annahme ch Antrags von Stumm unterliegt also besouvcren Bede'nken nicht. In den Arbettcrkreisen werden allerdings vielfaeh fxübzeitigs Eben geschlossen; aber sie sind nicht wünschenswertb. Dic junge'n Lsute können, wenn sie sich nicht frühzeitig verheiratben, durcb Eriparniffc eine gute Grundlage» für die Familienbildung legen. Deshalb werde ich in Erster Linie iür den
ntrag des Abg. von Stumm ciuireten, erst in zweiter Linie für meinen Antrag. „
Ab?" Stadthagen LSM): Dic liberalen Parteien sind früher für die Beseitigung der C ebinderniffe Lingktreten uud bach fick) das mit Recht zum Ruhm angerechnet. Daf; das Vormuncschafisgerickpt die Genehmigung ettbeilen kann. ist 11Min, aber di.?x Bestimmung ist von Lasker und Windtborst énergisck) bekämpft worden, weil durch die Anrufung bs Gerichts derUnfrikbe' in die Familie getragen würde.
Bundeßratbskommiffar Professor von Mandl!) txat für den Antrag von Stumm ein. 1Übkk, führte der Rxbncx aus, mpßtc ubkrbaupt die GkM'bU-„ißun der Eltern zur Cbc'kckxliexzung kktbi'llt Welden. Pian ist im Ziviläandsgeses auf das 25. chemjabr zurück gekommen. Es wäre ein sehr ra1cher Sprung, wenn'man jstzt auf das 21. Lebenbjabr zurückgsben onte, zumal cs jeden Augenblick m_ÖJllkb lit, beim Vormundsckaftsgeriibt die Er änjung dcr Gzneb- "1111"th xu erhalten, welches dieselbe nur bei wicßtigcn G:ünden ber- sagen wird,
Abg. ])k'. Enneccerus wies darauf hin, dasz Lasker sich da- QWW gewxndet habe, daß das Kind die Klage auf Erganzung bcgründcn mußte, wahrend jetzt der Vater seine Weigerun begründen muffe.
„ ng- Gräber (Zaun.) erklärte, daß die Üchrbeit des Zentrums wie tn zwmtcr Lesung stimmen würde. Nachdem ric Vobjäbrigkeit aqf 21 Jabra festgesxyt sei und jedes Kind mit diesem Zeitpunkt fich wtrtbschaftlich selbftanbig mqchen könne, müffe den 3151le auch die' Eheschließung obne Genehmrguug gesiattsi werden.
Aba. Bebel: Die väterliche Gewalt wird durch den Beschluß zweiter Lesung nicht beseitigt. Der Vater hat namentlich durch die Verfügung über das Vermö en der Familie immer noch so viel materielle Gewa", um eine eiratb verhindern zu können, die ihm nicht zusagt. - „
Der Antrag von Stumm wurde gegcn die Stimmen der Deutschkon crvatioen, der Reichspartei, der Mehrheit der Nationalli eralen und einer sehr geringen Minderheit des Zentrums abgelehnt. * _
Auch dEr Antrag EUNLCCETUS murbs abgéléhnt und F“ 1288 unverändert qenchmiat.
Bei 1346 („Eheliches Güterrecht“) führte der
Abg. Freiherr von Stumm aus, daß Lr auf seinem Standpunkt sieben bleibe, trotz Ablehnung seiner Anträge; ec halte es aber für wahrscheinlich, das; man bald zur Aenderung der Beschlüsse kommen Werde. Man habe ibn eschlagen, aber nicht besiegt und seine An: sichten würdkn boffentlieZ bald sich zum _Sikqe durchringen. ,
Bei § 1552, der gkstrichen ijt, beantragten die Abgg. Munckel ( fr. Volksp.) und Ganoffsn die Wiederberstslluna der Regierungsvorlage, wonach Geisteskrankheit als Ehe: scheidungsnrund gelten soll. *
An der Beratbung über diesen, zunächst durch den An- tragstsilsr begründeten Antrag, Über deren Verlauf morgen ausführlich berichtet werden soll, betheilinten sick) der Justiz: Minister Schönstedt, der Königlich sächsische außerordentlich? Gesandte und bcvollmächtixte Minister 1)1*. Graf von Hohen: tbal und Bergen, der Hroßberzoalich badische außerordent- liche Gesandte und bevollmächtiqte Minister 1)r. von Jage- mann und der Abg. Pauli (Rp.).
Bci Schluß des Blattes wurde in vamentlicher Ab: stimmung der Antrag mit 101 ngLN 13:3 Stimmen an- genommen.
_ Bei der gestern im 4. Merseburger Wahlkreis (Saalkreis, Stadt „Halle) vorgenommenen Ersaßwayi zum Reichstag erhielten, wie „W. T. V.“ meld9t, Kuhnert (Soz.) 15783, Dr. Meyer (fr. Vgg.) 7203, Kübme (Antisem) 4284, Arndt (Ni).) Z71'Z1Stimmcn. Kuhnert ist somit gewählt.
---- Bei der ,qeftc'rn im 4. Danziger Wahlbezirk (Vercnt:StargarWDirschaui abgehaltenen Ersaßwabl zum Hause- der Abgeordneten Erbislt dcr Gutsbksißer Arndt-
artschin (frcikonservativ) 232 und der Pfarrer von Woll- schlßbxétcwHilgenburg (Pole?) 236 Siimmen; !cßtsrer ist somit gema .
Nr. 26 dss „Zentralblatts derBauberwaltung', bé'raus- Leseben im Ministerium der öffenilicbcn Arbeiten, vom 27. Juni, hat olgknden Inhalt: Amtliches: Bsscbluß des Königlichen Sjaats- Ministkriums Vom 30. Oktober 1895, bétkkffknd die Grundsätze für die Reise- und Umzuqskbstkn. -- Disnstnacbricbtén. - Nichtamtliches: Gruppierter Bau bc'i Kirchen. * Der WSUÖLWC'rb für dyn Neubau Links Ratbbausks in Hannovsr. (Schluß.) - Bestimmung des Grenzwlrtbs der Kreuzungswinkel schiefer eiserner Brücken. (Schluß.) - Priifung Links Saßss der Fachwetklebre durch den Vkrsucb. -- Vermijchtss: PrsiSausfcbreibsn zur Erlangung von Entwurfskizzen i_ür den Neubau dsr Hochschule für die bildknken Künste und der *Dochschule für Musik in Berlin. - Wettbewerb zur Erlangung von (Entwürfen für den Nk'UbäU einss Kreishauses in Wanzleben. - Weitbewcrb für eine Simaqogein Dortmund. -Pr€iSc-rtbeiluna seitens des Vereins keutscber Eisenbahnverwaltungen. -- 25. Abgeordnetkn-Ver- sammlung des Verbandes dkutscber Aräyitekten- und Jngknisur-Vkreine in Bsrlin. -- Flußbauliches Laboratorium an der Technischen Hoch- schu1_8 in Drksdkn. »- Stadt-Baurätbe in Frankfurta. M. - Dauer der ilnszc'ifcrncn Fxnkrbuchskn. - Betongewölbe mit Eisknrirpkn nach Mylan'xchér Bauart. -- Schwingungsn cines Trägérs mir bkkMgtkk Last.
Entscheidungen des Ober-Vertvaltungsgerichts,
Nach „H 26 &. Ziff.? des KrankcrwerfiÖcrungsgi-skyss vom 15. Juni 189310.__Amil 1392 kann dnrch das Kassenstatnt bestimmt werbkn, daß chcbkrtc'n, welcbe sich Lim- Kxankbkit boriäßliD oder durch säZulbbastc- Bkibkiliaung be'i Schläciereien oder Rauf- lxanbe'ln zugkzogkn babc'n, für bicse' Krankbkit das statutcnmäßige Kk017k0115101d aarnicbt oder nur tbsilwe'ise zu gewäbrsn ist. In Bezug aus diss? Bcstimmung bat das Ober-Verwaltnnqsgcricbt, 111. Senat, duxch Urtbkil Vom 21. Yowkmbkr 1895 ausac'sprcciy-“n, daß untkr „stbuld- bafté Bcibcrligung bci Schlägcreisn oder Raufbändeln“ nicht cin obne jxde fcitiblicbk_Abficht,_lebiglich zur Erprobung dkk Körvkrträffe unter- uommcnt's Rtngcn faÜt. _ Der Klempnergesslle K., M'italiéb einer Ortsfrankknkaffk, fiel, ais ('r ohne vorherakganaenmt Stréit und lediglich zur (»Ziprobunß ker Kkästk mit dem Schlosscr W. im Ringé'n bkgriffen w.", zuBobcw und brach hierbei Lin Bein. Die Krankenkasse berwcigcrte ibm wegen 7chulbb3ftkr Berbeiliaung an einem Raufbandkl die Krankknunterstüßung, Worauf ibm kie Orthxcmeinde im Wege der öffcntlickykn Arwenrfl-ége in eincm Krankcnbausc die erfordkrlickpe Heil- behandlung und Verpflegung gewährte und die erwachsenen Kosten von der Krankénkasse klagend sinforkc'rte. Der Bczitkö-Ausschus; erkannte nach de'm Klagcantragk, und auf die Revision der Beklagten bestätigte das Ober-Verwaltmmsgericht die' Vorexxtscbciduna, inde'm es begründen!) ansfübrtc': „Nach gemeincm Sprachgebrauch, abi wxlchen in Er- manaclung cincr abweichendkn Bcstimmuna des Begriffs Raufbandel zurückzugeben ist, läßt sick) aber als ein Raufbanbel nur ein solches Verhalten bcmtbeilcn, bci wslcbem cin feindse'li cs Gegeuübkrtreten aus Anlaß Von Streit oder sonst als Folge eines ngriffs im Ringen (*de Raufen skincn Ausdruck findet. Ein Vorgang, bei we'lcbem eine wkchselskitiae widerrechtliche Thätigkeit den Umständkn nacb völlig aus;;kscbloffen ist, kann nicht untsr ben Bagriff des Raufbandels ge- bracht werden“..“ (111. 1448.)
Gesundheitswesen, Thierkranfheiten und Absperrungs- Maßregeln.
Dkk («Hksundbeitsstand in Berlin blieb in der Woche Vom 14. bis 20. Juni ein günstiger und auch die Sterblichfkit sink mäßig hohe (von je 1000 Cinwobnkrn starben, aufs Jahr berc'ckpnet, 20.2), obwohl infolge der anbaltend hoben Temveratur der Luft, die in der Woche vorbkrrschte, wobei das Tbcrmomcter wiedcrbolt über "27,0 C. stieg, akute Darmkrankheiten in_crbcblicb g«steigertcr Rabl zum Vorschein kamen. _Es erlagc'n diesen Krankheitsfoxmen 114 Personen, fast ausschliksxlic'b Kinder im 'Uli-r unter zwei Jahren, und xwar liefettkn die Temvklbofer Vorstadt, das Stralauer Vic'rtc'l und die Oranienburger Vorstadt hierzu dasxxrößte Kontingsnt. Die Tbcilnabme des Säuglings- altcrs an der Stcrblichkeit war xine gesteigerte, von je 10000 (Ein- wobncrn starben. aufs Jahr 'verxcbnet, 93 Säuglinge. Da egen kamen akate Eptzündunaen dcr Atbmunqsorgane seltener zum or- fchein; Todesfälle ar. Grippe sind nicht voigekommcn. Unter 1611 Infekiionskrantbkiteu blieben Erkrankungen an Typhus selten, Erkrankungen an Masern und Diphtherie wurdcn etwas mehr, an Scharlach etwas weniger als in der Vorwoibe zur Anzeige ebracbt, und zwar kamen Erkrankungen an Masern aus der Eckoöneberger Vorstadt, der diesseitigcn Luisenstadt und aus Moabit, an Scharlach aus der diesse'itigkn Luisenstabt, an Diphtherie aus der Tempelhofer Vorstadt, dcm Stralauer Viertel und der Rosenthaler Vorstadt am bäußgstkn zur Anzeige. Auch wurke ein weiterer “Tokes- fxl] an Genickstarrc gemeldet. Erkrankungen an Kindbettficber nurden
4 bekannt. Re[enartige Entzündungen des Zellgewebes der Haut, blieben in beschrankt" Jabs. Erkrankungen an Keuchhusten die in_- 16 Fällen tödtlicb endeten, waren noch häufig. Rheumatische Bektbwerdm, aller Art zei ten in ihrem Vorkommen im Vergleich zur Vorwoche keine wesentliYe Veränderung. - ,
Verdingnngen im Auslande.
Spanien. , _ 27. Juli, "2 Uhr. StaatS-Münxe (JämjniMk'aciön (16 la 1179, bnca Raciona1 (16 18. 111011803 )* 7171111515) zu Madrid: Lieferung von 2000011; Kupfer. Bedingungen (11 Folioseiten) zur Einsicht, oder Abschrift bet der ausschreibenden Behörde. _ , Niederlande.
_ 8. Juli. Ministerium 'für WaffIrbau, Handel und Industrie, im Haag: Errichtung Exner Brücke in Heußden. Voranschlng 58100 Fl-
Belgien.
' 8. Juli, Mittags. Gemeindehaus zu Brüssel: Lieferung in einem einzigen Loose vor) 15 Kreuxungsgleisen aus Stablscbieneu, Profil ,Vtgnoleß'. Kaution 4500 Fr. ** Speziallastenbefte Nr. 170 und Nr. 358.
9. Juli. Gemeindehaus zn Verviers: 800 m ungebleichten Baumwollstoff, Breite 1,60 111; 800111 Kattun, Breite 1,20 111; 700 m Baumwollstoff „(331-01111SWS“, Breiks 1,14 m und 1000 kleine Taschentücher.
17. Juli, Vorwiifags. Gemcindebaus zu Brüssel: Lieferung in 3“ Loosen von Sabeln, Säbelkoypeln '.lklk/ Säbclquasien für , dic“ niederen Polizeibeamten.
_Obne Datum. Börse zu Brüssel: Lieistung in einkm einzigen Looks von 6 Brücksnwaagen mit 15 u Tragkraft; Kaution 750 Fr.
Rumänien.
10. Juli, ".?-5 Uhr. Stadtverwaltung von Vra'fla: Bau einer Kaserne für die Stadisergsantkn. Voranseblag 109 975 Fr. Kaution 4%. Näheres bci 00192k Verwaltung, wkrktäglicb während der Bureauxtunden.
15. Juli, 10 Uhr. Stadtvkrwaltung von BUkarest: Bau einer Kommunalscbule, Voranschlag 198000 Fr.
„ 25. Juli. Ministerium der öffentlichen Arbeiten in Bukarest: Lieferung yon 20 000 cbm Kies für bieLtnie Craiova-Calafat. Vor» anschlag 200 000 Fr.
6. August. Minist9rium der öffentlichen Arbeiten in Bukarest: Bau der Cbauffsc Cuxtra--d'*11rgssb-Tigöni-Su1ci-Caimeni. Vor- anschlag 852 054 Fr.
, S ck w e d e n.
1._November. Stadtvkrwaltung von Malmö: Ausschr€ibung ber Plane und Voransckpläge für den Bau einkr neuen Gabanstalt in Malmö. DreiPreise Von 3000, 2000 und 1500 Kr. für die drei besten Entwurfs. Näheres (in deatscbsr und schwedischer Sprache) un Bureau der Gasgnstalt in Malmö Tür 3 Kr.
. , Egbpt-Zn. '
9. Juli. Kriegs-Mimsterium in Kairo: Likferunx; von 60000 Okka Buitkr, _ _
15. Augusi. Miltaxzs. DST Kontrolcur der Salz- und Natron- verwÜtuna mKarro: Lieferung von 20000 Salzsäckkn. Bedingungs- befke alle Tage mit Airsnabms von Freitag und der Festtagk am Sis der Verwaltung in Boulaq (Kairo).
Verkehrs-Anstalteu.
_ Infolge des Preisausscbroibens dls „Vereins deutscher Eisenbgbnverwaltungen' born März1894 für Erfindungen, Verbesjerungew odor schxiftstellerische Arbeiten im Gebiete des Eisenbahnwerens sind folgende Prei e zuarkannt worden: 1) Cinreis bon_7500 „zz dem Ober-Bauratb . Klose in Stujtgart, fur win verbcmertes System von Radiallokomotiven, 2_) Je em _Prsts' Von 3000 0-5 dsr Direktion der Aus- fubrungsn fur“ Eisenbahn - Oberbau in Berlin für die ver- besserte ' Schtenextstoßbxrbindung „Sto fangschiene“ und der Lykomotwfabrtk Krauß u. Co. in 9 ünchen für ihr kom- btnicues Drehgestxll für Lokomotivw. 3) Je ein Preis von 1500 „jk bkm Inkpkkwr A. Prascb in Wikn für seine neuartige Statialkontrole, dym Ober-Jnspektor F. Gottinger in Wien für seine Gewitter1chux_Vorrtchtuna, benz ReaierungS-Baumsister Lescbinskv in Breslau „ux seine sklbsttbatige Sicherung der FabrstrcY beim Durchfahren. eines Zugss Legen beérftübte Umstkllung der eichen, dem Ma_ich:nxn'Dirxktor-Oteüvertreter Bklcsak in Wien für seine Wagenthur mti zweifach Drebangkrickotung, dem Eisenbabn-Bau- Inspektor F. Matß m Y_erlm für seine Velbesserungkn an Lokomotiv- pfeneii _1znd_ beten Gestangen, dem Regierungs-Ratb Kemmann in Berija fur Jem _Werk .Der Vorkebr Londons mit besonderer Berück- fi_chngqng der Cixenbabxzcn', dcm Bureauvvrstand E. Rank in Wien fur jem Werk „Das (xiscnbabn-Tarißvesen in ssincr Beziehung zu Volköwiribscbqft und Verwaltung“, dcm Regierungs- und Baurat!) bon Bomes m „Hannober und dcn Hinterbliebenkn des Geheimen B'auratbs Vüxe 111 Ykggdeburg für das Werk .Die nordamcrikaniscben Etscnbabnxn m- techmxcher Bkzie'bung', dcm Generaldirektions-Ratb 1)r_. Rösi m W161! für 1einc -„Cncyklovädie dvs gesammten Eisenbahn: wcyeps', dem Gkbeimc-n Ober-chierungs-Ratb1)r. Gerstner in Berlin für jem Werk .Znternationakes EisenbahnfraMrecht".
„Hamburg, 30. Juni. (W. T. B.) Hamburg-Ameri- kantycbe Packxttabrt-Aktien-(Hesellschaft. Der ost- damvfer ,Palatra' bat heute Mittag Lizard passiert. Der ost- daapfer .Allemannia“ ist gestern in St. Thomas eingetroffen.
London, 30.Iuni._ (W. T. B.) Der Castle-Dampfcr .Dnnottar Castle“ iit auf dsr Aubrk'ise bkute inKapstabt angekommen.
Theater und Musk.
Jm Neuen Königlichen Obern-Tbeater cbt mor en NEßlEk'Ö Over, .Der Trompkter bon Säkkingen' in &cene. ec Kaijcrl_i_ch Königliche Kammetsänger HIN" Theodor Reichmann aus“ Wien imgt, den Werner Kircbbofcr als leßte Gastrolle, bie Marie: Janke"! Hlkdlkk. - In dem großen Maifest im dritten Akt treten die
amen DeU'Era,_ Urbanska und das Baüetkorvs auf. - Im Garten findet von Nachm1ttags 6 Uhr ab großes Militärkonzert statt.
Manuigsaltiges.
,Die Berliner Gewerbe-Ausstcllung hat gestern eine neue Anziehungskraft erbaltsn, und zwar durch den nunmehr vollendeten . Bauhof" ber Gruppe 111, ißt Bau- und Ingenikuxwesen, welcher gxstern Nachmutagbm 4 Uhr feierlich eröffnet wurde. Wer durch dte harmonisch ge:!rmmte, Eintrittsballe der Gruppe 111, die sicb an "den Jndustrixpalast schließt, den Bauhof betritt, stcbt xunäcbst der imposanten Front des _.Freibauses' dcr Baugruppe gegenüber, die den Play nacb N_orden emfaßt. Dies ist mit dem Bauhof zusammen das Schmuckstuck dex Architekturausstclluna. Das wuchtige Portal aus, Rathenower Kunstsandftein, das ficb übst der granitenen Freitreppe erhebt, ist wie die ganze Giebelfacade von romanischen
ormen. Darüber öffnet sie!) ein kolossales, dreitbeiliges Prunk- fenster, dcffen reiche Gliederung, vou schwerkm achwerk umrahmt." oben in die weiße Tburmfiäche übergeht. deren entrum eine ro elektrische Uhr in cinem prachtvollen Zifferblatt bildet. Währen dle Spise des- i_n allen Motiven malerisch und bewegt gehaltenen Tburmes in ihrer stolzen Höhe vor] 120 Fuß dominierend die aanze Umrahmunfg des Bauhofes uberblickt, leiten rechts zwei steinerne Bogengange, oben zu Laubenbaaen außgestaltet, zu der Front. der sog. „Längsballe, hinüber, die den Bauhof im Osten flankiert. Diese txt ein Meisterstück des Geheimen Regierungs- Ratbv, Pro effors Oven: eme 45 m lange, schwere Facade aus fünf „macht en Runbbogen, deren miitelster nach den Plänen für dte St. Georgenkirche in Berlin zum Portal dieser Seitenballe
ausgebildet ist. Die wuchtigen Bogen, deren Oeffnungen der Kunst-