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. Rückgabe der Anlei es eine und der n
' * Diesélbewwerden den Besißern mit der Aufforderuné ge- _ kündigt, die tn den aUSgeloosien Nummern verschrie
enen anuar 1897 ab ge en Quittung und
ati? diesem Termin zahlbar werdenden insxcheine Reihe 1 Nr. 16 bis 20 nebst Anweisungen ur die nächste Reihe bei der Staatsschulden-Tilgungskaffe in Berlin, Taubenstraße 29, zu
Kapitalbeträge vom 2.
' xrheben.
'“ Die Einlösung eschiebt auch bei der „Haupt-Seehand- lunJSkasxe und der ckck on der Diskonto-Gcsellschaxt in Ber in, ei der Vereinsbank, der Norddeutschen Bank un bei L. Behrens u._Söl)ne in Hamburg, sowie bei M. N. von Rot!) child u. Sohne in Frankfurt a. M.
u diesem Zwecke können die Effokten einer dieser Stellen chon vom 1. Dezember d. I. ab eingereicht werden, welche ie der Staatsschulden-Til un skasse zur Prüfung vorzulegen hat und nach erfolgter eiiitcilung die Auszahlung vom 2. Januar 1897 ab bewirkt.
Der Betrag etwa fehlender Zinsscheine wird vom Kapital zurückbehalten. Mit dem 31. Dezember d. I. hört die Verzinsung der verloosten Anleihescheine auf. Berlin, den 3. Juli 1896. Hauptverwaltung der Siaaisschuldon. von „Hoffmann.
Nbgercist:
Seine Excellenz der Chef des Militärkabinets, General der Infanterie und General-Adjutant von Habnke;
Seine Excellenz der Staatssekretär des Neichs:Marinc: amis, Admiral Hollmann;
der Präsident des Reichs:Eiscnbahnamts 1)r. Schulz, mit Urlaub nach Tirol;
der Vorfißende der Verwaltung des ReiW-Jnvaliden- fonds, Wirkliche Geheime Ober-NcgicrungS-Rath 131". Nöfing, nach dem Rhein.
Yicßiamtki-hes.
Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 4. Juli.
Seine Majestät der Kaiser und König find, wie „W. T B.“ meldet, an Bord der Yacht „Hohenzollern“ heute Lü!) bei klarem Wetter in Kopcrvik in Norwegen cingeiro cn. ,ür morgen früh ist die Weiterreise nach Sundal in Aus icht genommen.
Die vereinigten Ausschüsse dss BundeÉ-rat s für Koi]- und Steuerwesen, für Handel und Verkehr un fiir cch= nungswcsen hielten heute eine Sißung.
Gegen die altbewährt-en preußischen__Landschaficn und ihre Pfandbriechmissionen rind neuerdings im Reichstage und in einkm Theile de_r Presse aUcr- hand Bemängclunqcn erhoben worden, die lediglich auf Unkc'nntniß der erhälinisse bcruhcn. Obwohl die An: nahme auxigcschloffcn ist, das; durch dcrgleichbn An riffs das Vertraucn in die Sicherheit der landschaftlichen Pßand- briefe irgendwie beeinträchtigt werden könnte, so crfordcrt es doch das bercchtigte Jntcreffe der Landwirthschafi, wie nicht minder des in Pfandbricfen angelegten soliden Kapitals, grundsäßlick) auch ]edcm Versuche einer ungerecht: Ytigien ._Hcrabseßung dcr Pfandbriefe entgegenzutretcn. Dcr
inister ür Landwirthschafi, Domänen und Forsten hat dieser- halb in der Sixung des Reichstags vom 27. Juni d. J. cine formulierte Er lärung abgcgcbcn, wclche karin gipfelt, daß nach der bestimmten Ucbcrzcugunq dcr als Aufsichtsinstanz mit den Verhältnissen der Landschaften genau vertrauten land- wirthschaftlichen Verwaltung
die landschaftlichen Pfandbriefe, und zwar sämmtliche Gruppen
und Systeme von ihnen, als ersjklasfige, beste Anlage-
papicre anzusehen find, dercn vollkommene Sicherheit außer allem ZWLLfi'l steht, _ _
Er haiTxuglcich die prinzipiell zustimmemdc Au assung der Reichsbank! crwaltung konstatiert gegenüber Mi dcutungen und Mißverständnissen, denen frühere Aeußerungen dcs Prä- sidenten des Reich§bank-Dirckioriums trotz ihres doch nicht zweifelhaften Sinncs an ('Meincn Stellen be egnet waren.
Der Landwiribschafts- inisicr hat mit uckficht auf die Gesckiäftslagc des Reichstags, die dcn beschleunigten Abschluß der Beraihungen über: den E.".twurf des Bürgerlichen (Heseß- buchs gebieterisch erforderte, zu scincm Bedauern von einem näYeren Eingehen auf den (Heaenstand absehen müssen imd au die hier nachfolgende ergänzende Darstellung verwiesen. Leßtere bcschr_c_inkt sich auf die Hauplpunklk, die bei der öffent- lichcn Diskusion hervorgetreten find. “
1) Zn der obigen Erklärung ist absichtlich davon abgesehcn. die mehr ach erörterte Frage der Vewcrthung der Pfandbriefe im Vergleich zu _er der Reichs- und StaatSpapiere zu be- rühren, Können sich dieLandschafien darauf berufcn, daß der Staat zur Zeit oer tiefsten Not Lage im Jahre 1807 mit seinem Grundbesißb der Qtprcußischen und der Schlesischen Landschaft beigetreten ist, _um sich durch Aus- ßabe von Pfandbriefen erleichterten Kredit zu verschaxfen, so st doch nicht zu übersehen, daß seit dieser Zeit kapital- reichtYum und Steuerkraft gewaltig gestiegen find. Jene Thatache ist daher für die Ießtzcit wohl nur insowcii von Bedeutung, als si? dic gro“e Wideii'tandsfähigkeit des auf Grund und Boden basierten "rcdits auch zu Zeiten schlimmster Krisen darthut.
_ 28 Die lgndwirihschaftliche Nothlage bildet für den Pfand- briefs efiß kein Moment der Beunruhigung. Es ist zunächst Fewoxzuheben, das; seit der Konvertierun der 41/2 proz. land- ch_aftlr en ** fandbricfe in 81/2 und „“prok. die Höhe der Einze belei ungen niir auSnathweise geste en ist. Durch den Rückgang des msfußes erhöht sich a er der innere Werth dcr Hypothe,_ weil die Belastung des Schuldners eine cntsprcchknd niedrigere wird, er also um so eher in der
den Erträgen des Grundstücks die
_La e ist, aus _ SZuldzinsen aufzubringen. Soweit die Sicherheit des land-
Éastlichen Kreditwesens in Betrack t kommt, werden daher die rkungen der allgemeinen Depre fion durch das Zurückgehen des Zinsfußes ungefähr aus eglichen; lägen die allgemeinen Konjunkturen der Landwirthpchast noch ebenso günstig wie vor einigen Jahrzehnten, so würde mit Riicksicht auf den Nückßang des Zinsfußes cine all ememe Erböbun _des landschaftl chen *fMTidligsMck) vom Stan punkt der Sicher eit durchaus gerecht- er g en.
Demgemäß ist die Lage_ der vortrefflich verwalteten land- schaftlichen Kreditinstitute cine vonommen gesicherte. Soweit die Landschaften übeyhaupt Ausfälle an Zinsen und Kapital ge abt haben, smd diese so ering, daß auch die zur ersten De ung bestimmten Sicherhc isfonds nur ganz un: weéentlich in Miileidenschaft Jezogeti smd, geschweige denn, da ein Rückgriff auf die sonst gen eigenen Fonds der Institute und die fol enden Reserven iiberhaupt nur in K_ragc käme.
um claÖe mag auf die Verhältniffe dcr- Sstpreußischen Land chaften e ug genommen wcrden, einmal, weil diese Provinz unter er landwirthschaftlichen Deprcffion in be- sonderem Maße leidet, und dank), weil gerade dicse Institute verhältnißmäßig schwächer mit eigenen Fonds aUSJestattet sind als die übrigen alten Landschaften. ("Fiir die Rittergüter und die übrigen ländlichen Besitzungen bestehen in Westpreußen Zwei besondere. Kreditinstitute: für jene die Westpreußi che andschaft von 1787, für diese die Neue Westpreußische Land- schaft von 1861.
Bei de_r (ritterschaYlichen) Westpreußischen Landschaft bestehen zwci gctrxnnte fandbriefsscrien. Für die 1. Serie, die auf die Veleibungen bis zur 1. Werthshälste basiert isi, haftct der Eigenthümliche Fonds, dahinter dcr Tilgungsfonds, endlich die Gcneralgarantic der sämmtlichen ehemals adcligcn (Hüter. Für die Ffandbriefe 11. Serie, aus den Beleihungcn auf das sechste Ze ntel der Taxe bcrrührend, haftet neben dcn
ypothckenforderun en ein besonderer Sicherheitsfonds; der i enthiimliche Fon s und die Gcnoralxiarantie stehen diesen P andbricfcn nicht zur Seite. Am 1, April 1896 betrugen
in runden Zahlen die Pfandbriefsschuld 144 Mill. Mark (darunter 18 Mill. Mark 11. Seric), dcr Eigsnihiimlichc Fonds 61/3 „ „ dcr Til ungsfonds 71/3 „ „ der Si erhciisfonds 11/2 „ „
Die gesammten Verluste der Landschaft in den [eßten zehn Jahren belaufen sick) auf 536 653 4/16, also jährlich durch- schnittlich 53 6654/17: und repräsentieren bei einer Verzinsung des Eigenthümlichen Fonds zu 81/2 Proz. nur etwa 1/4 der Zinsen dieses Fonds. Als Beweis, mit welcher Vorsicht die
andschafien operieren, diene die Thatsache daß die West- preußische Landschafi auf dem diesjährigen Écneral:Landtage leichwohl noch eine Verstärkung des Eigenthümlichcn Fonds eschlosscn hat, um für jede Eventualitc'it cines Anwachsens der Verluste voll gerüstet zu sein.
Der für die Pfandbriefe 11. Scrie haftende Sicherheits- fonds ist, ohne daß die Gesammtsumme dieser Pfandbriefe wesentiich gestiegen wäre, seit 1884 von 880458 «16 auf 1520 436 «16 gestiegen. Mit alleiniger AUSnaHme dcs Jahws 1889 zeigt er eine ständige unahmc, woraus sich ergiebt, daß er nur in sehr geringem mfang ur Deckung von Ver: lusten in Anspruch genommen worden Ft.
Bei der Neuen Wcsipchßischen Landschaft, welche nicht mit der Gcneralgarantie aus;;estaitet ist, betrugen nach der [LMU Zusammenstellun
die Pfandbrie sschuld 103 Mill. Mark die Fonds des Instituts 112/5 „ „
Der in erster Linic_zur Dcckun, von Verlusten bistimmte Sicherheitsfonds belief sich auf 51/5“ 2il1.-/FÉ, dieq esammtcn Verluste des Instituts von 1869 bis 1893 beim cn 124831 „W, woruntcr 43000 „16 infolge Durchbruchs rs ngaidcichcs bci Jonasdorf und totaler Versandung mehrerer dahinter bclcgener Besißungen, also infolge cinrs ganz außer- gewöhnlichcn Zufalls. _ _
Gcrade dic ]cßigc Krisis und ihre Einflußlosigkeii auf die Lage dcr Landschaften bildet also fürdcren Verwaltungen eincn giänzendcn Vertrauensiitcl, weil ste zeigt, mit welchem Erfolge es die Institute vcrstandcn haben, dem in Zcitc'n besserer Konjunktur häufigkn Andrängcn anf Erweiicriingdcs Kredits nur in dcn Grenzen der gcbotcncn Voriicht Rechnung zu tragen. Verluste kommen bci ]cdcm Kreditinstitut vor, bckannilich mich bei der Reichsbank; wesentlich ist nur, daß sie die Sicherleit in keiner Weise gefährden. Ein Verglcick) mit den „H)ypoilwkcnbanken 1,1th nahe. Sicherlich beruhen auch diesc Instiiute in Dcutsch: land auf durchaus solider Grundlage. Vergleicht man aber die jcßige Lage der Landschaften mit den Schwierichiien, in welche einzelne Htpoihekcnbankcn bei dem Kückgange sjädtisch9r Grundstücks onjunkturen gcrathcn sind, so wiirde ein solcher Vergleich, der bic'r nicht näher auszuführen ist, den Landschaften sehr zum Vortheil gereichen.
Z) Die Kritiker weisen auf die Verschiedenheit der Fun: dierung der Pfandbriefe hin und zwar vielfach mit einer Miene, als ob es sich dabei um eine neucEntdcckung handelte. In Wahrheit sind jene Verfcbikdcnheiicn dcm interessierten Publikum längst bekannt, sie sind seit vielen Iahrcri m dym verbreiteten Börsenbandbuche von Saling-Siegfried cm-
e*l)cnd geschildert und in ihrer Bedeutung hervorgehoben. Mit Jkkcht legt aber das Publikum auf diese Unterschiede nicht aUzuvicl Gewicht.
Ür Lin genoffenschaftliches Grundkredit-Jnstiiut, das nicht auf rwerb ausgeht, also auf Spekulation mit Gewinn, aber auch mit Verlust verbundene Transaktionen von vornherein verzichtet, ist an sich nur ein Betriebskapiial von mäßigcr Höhe erforderlich. Für die Beurtheilung seiner Sicherheit kommt es in erster Linie nicht auf die Höhe der Garantiemittel und Kapitalreservcn, sondern daraufan, ob die A kt ivforde run en, d. b. der Hypothekenbesi Vertrauen verdienen. Zu_dcr Sicher- ?eit der landschaftlichen “ cleihungcn hat aber bei diesen offent- ichen Instituten das Publikum mit Recht noch und leich- mäßiges Vertrauen. Wenn z, B. in den den andsxajten abgünsiigen Prcßäußerungcn auf die verhälinißmäßig geringe Fundierung der Landschaft ür die Provmz Sachécn bin- gcwicsen ist, so wird das an niemanden den _qerin ten Ein- druck machen, der die Verhältnisse bei dieser Landkchaft u_nd ihre vorsichii en, fast iibervorsichtigen Vcleihungen wirklich kennt, bei enen Verluste überhaupt noch nicht vor- gekommen sind und nach dem leßten Geschäftsbericht bei einem Darlehnebestande von 70 Millionen Mark nur 3456 „E 12 Pfennig Zinsrückstände, aus dem leßten Jahre herrührend, vorhanden waren, von drnen 2555 „M gestundet waren. Die Mittel des Instituts wclche, abgesehen von dem Tilgungsfonds, eincn Sicherheitsionds von 798 245 «16, einen
Eigenthümlichen onds von 242 359 ask und das Geschäfts- arundstück in Ha e im Werthe von 212000 „44 umfaßten, in Verbindung xmt der 5proz; Nachschußp icht der Mitglieder des Verbqndcs smd demgegenuber für a e Eventualitaien völlig aUSreichend,
4)_ Im Zusamuimhang mit dem Vori en wird mit einem Anschein von Recht uber die geringe Ueber 1chtlichkeit der land- schaftlichen Vcrhäitnisse geklagt, die es dem einzelnen Kapitalisten chwer i_naciße, sich über die Fundierung der verschiedenen
fandbitefs ysieme und deren richtige Bewerthung ein eigenes Urchil zu bildet). Von den Pfandbriefsbefißern selbst sind Anfrage auf Veroffet1tlichun von Geschäftsberichten und Re : nungßabschlüssen der Lapdscha ten bisher an die Zentralstelle ni t gxlangt. Immerhin wäxe arxchm Interesse der Kreditinstitute eme derartige, auf großere ublizität abzielcnde Maßnahme wobl u erwägen, wenn es eben mc“) lick) wäre, die für die Sicherkécit der Pfandbriefe maßgebcn en MoMcnte in der Form eines Rechnungsabschlusses, und zwar, was für die Vergleichung der vsrschiedencn Institute wesentlich wäre, nach einem_ übereinstimmenden Scheinw darzustellen. Das ist indessen audgeschlossem weil die Einrichtungen und Rechtsverhältnisse der Landschaften zu verschiedengcstalsig sind und weil eine Reihe für die Vcartheilung wesentlicher Punkte in der Form eines (He- schäft§_abschlußes überhaupt nicht klar zu sieüen sind. Das gilt iiicht bis von der Gkneralgaramie resp. Nachschußpflicht von den Beleihnngs: und Taxgrundsäßen, es gilt namentlicß auch von den Grundsäßen für die Bildung und Verwendung der__ landschafilichcn Fonds. So sind z. B. bci dcn MLLJiLn Landschaften die Verwaliurigsfosien-Beiträge oder QutttungSgroschcn außer Hebung geseßt, aber nicht fo_rmc_ll auf ehobcn, sondcrxi können, wenn ein Be: durfmß _da Ür vorliegt, ]edetzcit durch Beschluß der landschaftlichen Organe wieder cingcféi rt werden. Es liegt auf der Hand, da die Mö lichkeit, an diese Weise auch die vdthtidencn Schu dner zu ?tärkeren Betträgen heranzuziehen, die Sicherheit des Instituts wescntlicb erhöht. Auch die bloße Vergleichung dcr bilanzmäßigen ingrückstände würde cin gan uzizuirc'ffendes Bild geben. 52th die alianandschaficn haben dur dic ihncn zustehkiiden ExckutionSprivilegien die Möglichkeit, raf und fest zuzugreifen, sie können eben deshalb eincm vertrauens- werihen SchUldner länger Stundung gewähren als die Hypo- thekenbanken, denen es überdies gewöhnlich an Organen fehlt, um den Stand der einzelnen Wirthschaft und die Vertrauens- würdigkeii des Schuldners dauernd gcnau zu ver olgen. Es l_iet also in der ganzen Einrichtung dcr Lands asien, daß sick? ein spezielles Urtheil über ihre Vewhältnisse nur durch ge- naucS Eindringen gewinne'n läßt. Den Landschaften kann eine solche Untersuchung, wenn sie nur gründlich ist und fi nicht auf die schematische Vergleichung einiger Zahlen bes i(inkt, nur höchst erwünscht sein. Eine derartige Prüfung des ubli- kums wird die vollige Sicherheit auch der schwächer fundierten neueren Pfandbriefsystcme darthun und deren Krcdit keines- falls schaden, wohl aber der Bcwerihung dcr bcstgarantikrten Pfandbriefe crhcblich nüßcn.
5) Nach dem Gcsagien wird fiir die Mehrbkit dcr Kapi: talistcn nach wie vor das Vcrtrauen in die Sichclbkit der landschaftlichen Verwaltung und in die Garantien der Staats- aufficht für die Würdigung der Pfandbriefe entscheidend sein.
Um so bcdaucrlichcr ist es, daß im Reichstage von einer Seite '
ein vereinzelter Vorgan , - die Biwilligung von 3000 916 an den
Bund dsr Landwirthc scitens dcr (Glogau-Sa anerFürstenthums: ck landschaft- ohneGrund zur Erregung von Lisztraucn „(Wen die /*
Verwaltung der landschaftlichsn Fonds und genen die' Staats: aufsichtsbchördcn anSgcnnßt worden ist. Die Vcrwcndung der landschaftlichen Fonds ist statutarisch festgelegt, und es ist gänzlich atthcschlosscn, daß sie ihrer statutarifchcn Bestimmung cntzogcn werden könnten. Nic'mand kann im Eriist dcn Land- schaften sclbst den Widcrfinn zutrauen, durch Prcngabe jener von den Krcdiivcrbändcn aufgebrachtcn YUM die Grundlage dcs landschaftlichM Kredits zu zerstören. 5 nhl abcr liegt auf der Hand, das; öffsntlicbe Institute, dic Über Millioncn eigenen Ver: mögcns mr_fugen, in der Verwendung der ihnen für allgemeine Zwecke, Yniandsauszqaben und dergl. zur Beifügung sichcndcn Fonds eine gewisse Frcihcit haben müssen und das; OS einc burcniikratische Kleinltchkcit scin wiirde, AuGgabcn dieser Art ständi von Aufsichtswcgcn zu konirolicren. So liaben die preußischen Landschaftcn Beiträge geleistet fiir die Denkmäler preußischer Könige und ruhmreichcr Feldherren, ohne daß die Aufsickssbebörde solches beanstandet hätte. Mit der obiqen
AUEgabc für den Bund der Landwirthc lag die Sache ailcr: -_ weil der Bund audäwsprochcncrmaßcn politische ;_ cn Gründen eine derartige
dings anders, "Zwecke verfolgt, und aus prinßipic Verwendung landsckmfilichcr I.) iticl zu beanstanden war. Der damalige Landwirtl)schasts:Min_ister hat deshalb, sobald1ene Qlusgabc u seiner Kenntniß gelangte, den__Schles1schen (General : 2andschaftd - Direktor durch Vcrfngun vom 20. ebruar 1894 angewicscn, dcn Engeren dsr lcsischcn Landschaft,
stätigt batte, auf die Unzulässi keit derarii er Vcrwcn landsthtlichen Fonds aufmerkßam zu ma _ cn.
dcr 5:ncral:Landschafts-Direktor angewiescn, in etwa cn ähnlichen Fäücn künftig den Beschluß des Engercn A11Sschu es Zu beanstanden und vor der AusfÜYrung an den Minister zu crichten. Dadurch ist für die Zu unft das Erforderliche_ge- schehen; zu- weitergehendeii Ma nahmen lag bei der (Hering: fiiqigkcit des Betrages, bei dem wetfellos guten Glauben der bcschlußfassenden Organe und a Beschwerden der Kredit: verbände nicht eingegangen waren, nicht der Yeringste Anlaß vor. Hierdurch erledigt sich also der einzige peziglFall, der zur Begründung aligomciner unmotivierter Angriffe ange- ii rt war.
f h Wie in diesem Punkt wird auch sonst das Publikum aus der vorlic enden Darstellung und der eigenen Prüfung der Verhältnis 2 entnehmen, daß die Landschaften das Vertrauen, das sie in mehr als [)undertjäbrigcr Entwickelung erworben haben, nach wie vor in alleroollstem Maß verdienen.
Der Gencral-Lieutenant v_on Bomsdorff, Kommandeur der 2. Gardc-Infantcrie-Division, ist von Berlin abgereist.
Der am hiesigen Allerhöchsten Hose beglaubigte schweierische Gesandte Herr Roth hat Bcr in mit Urlaub verlaféen. Während seiner Abwesenheit fungiert der Legations- Sekrctär Charles C. Tavel als interimistischer Geschäfts- träger. -
alsdann .
Zlasskhnß - der übrigens nur mit e- rinqch chrhcit den Beschluß der Fürstenthqu-Landeft de- **»
an er *- Glcichzeit? ist 7,
richte laut
** Kiel, 3. Juli. Das Manöver-(Heschwader, unter dem Kommando des Vize-Admwais Koester, welches beute Mitiag zum Kohlenladen in den Kieler Hafen _eingelaufen war, ist Abends wieder in See ge angen, um sich um das Kap Skagen herum zu den gro en Schießübungen nach Helgoland zu begeben.
Köln, 4. Juli. Die ahrt nach dem Drachi'nfels, welche der Rheder Rudolf Wah zu been des chinesischen außer- ordentli cn Botschafters, Vize-Konigs Lj; Hung-Chang veranstatet hatte, fand gestern Vormitia statt. In Köni s- winier begrüßte der Bürgermexislcr den Vize-König am Ba n; hof. Die (Gesellschaft begab sich-dann zu Wagen durch die reichgeschmückten Straßen, in denen Vereine und S ulen Spalier bildeten, nach dem Bahnhof „( um Drachen cls“. Auf dem Drachenfels selbst wurde der Vze-König von dem Kölner Liederkranz mit Chorgcsänaen _empfangen. Gegen 101/2 Uhr erfolgte die Riickfahrinaci) Köln auf einem Extra- dampfer, der nm 121/2 Uhr in Köln eintraf. Nachm1tiags be- sichtigte Li-Hung:Cl)ang in Begleitung des Gouverneurs, G9ncral-Lieutenants vnn Leipzigcr das alte Fort 1 und dcis neue" Fort 7. Heute Vormittag trat der Vize-Kömg die Weiterreise an.
Württemberg.
rc Königli ? Hoheit die Prinzessin Pauline ist, nach Yeendigung clihrer Kur in Pistycm, vorgestirn in Beben- hauscn angekommen.
Baden.
hre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die (Hronerzogin sind * gestern zu längerem Aufenthalt in St. Blasien eingetroffen.
Elsaß-Lothringen.
Der neue Gcmeindcraih von Meß bai einstimmig den bayerischen Kammerherrn, ObexRegierungs-RatZ Freiherin von Kramer zum Bürgermeister auf sechs Ja re gewählt.
Oesterreich-Ungarn.
Tas „Armcevcroidnungsblatt“ veröffentlicht die Er- nennung drs Erzherzo 5 Otto zum Kommandeur dil" 10. Kavallerie-Brigade in ien. _
Dcr niederösterreichische Landtag nahm gcstcrn em- s-timmig das (Hescß, bcircffend dic Abänderunß der Land- tagswahlordnuna, deSgleicbcn das (Heseß, eireffend die Aenderung dcs § 3 der Landes:)rdnun , an. Im Lanfe der Debatte griff dcr Abg. Gregorig die Juden an und beantragte, etaufte oder nicht getaufte Juden vom aktiven "Wahlrecht aUSzuxchließen. Der Antrag wurde abgelehnt, Der Landtag naZm alsdann eine vom Ausschuß beantragte Resolution, ctreffcnd die Ausdehnung des politischen Wahlrechts, an.
- Großbritannien und Irland.
Ucbcr die gestrige! Sißung dcs Unierhauses liegt folgender Bericht des „W. T. B.“ vor:
Redmond fragte an, ob rs ivahr sei, daß SirHerkules Robinson aus GesundbeiiSrücksickpten nicbt nach dem Kap zurück- kkl)re'. Dkk StaaiOsekreiär für die Kolonien Chamberlain crklärte, für diese Nachricht gybe es keine Quelle. Das Gerücht sei un- begründct. Sir Hsrfulc-s Robinson sei sehr krank gswesen, skin Zu- stand ssi jé'St bcsser und er hoffe nacb dlm Kap zurückkehren zu können. Chamberlain crklärte dann weitkr, er habe kein Tilearamm Von den englischen Einwohnern Buluwaros seit dem kikücktritt (Cecil Rhodkß' ltbalié'n; ('r habe nur Ein Tklegramm dow 200 aus Trawßwaal in Rhodesia Cingkwandkrten empfangcn, worin absoluii's Vkriraucn auf Rbodcs und Zubt'rsich_t zu skmer Politik aus;;kdrückt wxrde', vkrmutblick) um den Wun'ch smner Wiedsr- einsixmng anzuderiie'n, obwohl dies nicht anddkücxltch gcsagi Mrde. Die“ QULUM für seine _ Chamberlain's _ C1klarung,_ _daß unter den e-uropäisckokn Anfichcm in Rhodesia Mcinungdberichikdenbeiien Übkk die Wich1igkeit ch Ve'rbikibens Rbodc'éz' im Amte be- siändkn, ssien Zeitungsberichte über Beschlüffe gkwesen, rvclche in Mrsammlnngen angenommen irordc'n seien, die der Vcrwaiiung dcr Gcscllschast fcindsc'lig seien. Der Parlainknis- Scirctär dcs Answärtigcn Curzon crkläric', f:"tr Kreta 161 Cin chris11ickcr (Hmtcral-Gouvi'rm'ur ernannt, und die- Nationalvsrsamm- Lung für Krcta sci cancrufi-n. Curzon (*rwälmtc dann die Prokia- matwn dcs Sultans Und i'rkläkti', cr habs in_zwiscbcn aus Konstanti- nopcb cm Tclcgromm erhaltc'n, das; die Pioric bcdingungélos die sofortige" Ilusiübiung dcr bist von dcn Botschaftern anigcstc'lltc'n “Punkte“. acccpticxe, AbduÜcil) Pascha ici als militärischer Obor- Bkkcblébabcr in Ktcta bkibshaltcn worden jedoch, scwcit ii'r Rc- aicrung bckannt, nicht mit cinem Höbcren Wange, als dEr Gencral- Gouvernknr beileibe; es 21 (be sich babs: nicht die Molbwcndig- keit zu Vorsieliunaen bei der sorts. Hassan Pajcba ssi zum Nuavin ZAsfisienien dLs Gencral-Gouvcrnenrs) crnannt. Auf die Note vom “9. JM: sei noch keine (Uidki'L Aniwvrt cingegangen, außer dc'r bereits ervabnten Proklamation dks Sultans. Auf eine weitere Anfrage? er- klart Curzon, der Bericht de Vizs-Konsuls über den Prozeß Loibaire sei soebe'n in England eingetroffen. (Fs sei eine sorgfältige (Erwaxxung nothwendig vor dcr Entscheidun über die Berufung, welche bereits formell angemeldet sci. r könne daher nicht sagcn, wann die Schriftstücke vorgklcqt werdcn könnirn ode'x wann der Fall im Hause erörtert werden könne. Bei der dann fol endxn Be'ratbnng des AuSgaben-Etais des Außwärtigcn ' mts bsantragie Monk_cine Herabscßung der Ciaicposicn um 50 Ffm», um dadnxck) die Aufmerksamkeit auf Kreta zu lkxifcn. Redm'r edauerte, daß Kreta nicht an Gris enland ab- _etr-Zien werde"; die (Großmächte? soUtcn ihren Einfluß an bieten, um reia von dem türkischen Joche zu erlösen. Robert Reid wünschte die Verficberupg, daß die in anderen Theilen der Türkei verübten Greuel sick) nicht auf Kreta unter dcn Kanonen der britischea Flotte wiekerholcn würden. Um einen wirksamcn (Einfluß außzuüben, müsse England die europäischen Mächte überzeugen, daß es keine selbstsücbti cn Beweggründc odcr AbsiCbten babe. Redner glaubte, die schlie liche Löxung werde sein, daß Kreta in_ Griechenland einverleibi Werde; a er, wenn die Mächte entschlossen scien, dus; Kreia al:?snwartm untir der Türkei bleiben solle, so möge dics_unicr euro- vascber Bürgschaft geschehc'n, Weiche die Kreier berkchttge, an die europäiscbgn Mächte zu appellieren. Dcr Parlamcnts-Sckretär des Auswartigen Curzon erwidertk, Kreta habe u:1_tcr kiiwni fast 7")an kklkgiösen Konflikt elitten. Die 1ürki1che Regierung sek daäaegen apatbi[ch und [ei gültig sie tbue ihre Schritte stets zu sv t. Wedeud e chiixili en noch die mobamedanischen Einwohner Kretas seien Lämmer, (! er beide litten unter der schlechten Verwal- tung, von der beide erlöß werden sollten. Alles sollte Vermieben wx'rdc_n, was di? Feindseligkeit der beiden Rassen schüren könne. Es s?! köln Grund vorhanden 1: Vauban, daß die nach Kreta _Zésandtcn turkischkn Truppew Lbatsä li an den Mcßeleien in tmenikn tbeilgenommen batten. ngland habe natürlich die Vik- Pfltcbtung, die britischen Untertbanen zu schützen, außerdem habe es eine internationale VerpfliÖtung, die es mit den übrigen Berliner Vertragsmäcbten tbeile. Nach einem histori- fchk" Ukbkkblkck fubr Eures" fori, daß nach den Meßeleieu vom 24. Mai die Fforte die br tische R ierun aufgefordert habe ihr bei der Wieder cr teilung der Ordnung eizus eben. Der britische und andere Kon uin seien darin erfolgreich ?swesen, und die neuesten Be-
e
en günstiger, obwohl noch ne große Spannung vorhanden
sei. Der Zustand auf Kreta sei nicht so Trübe, wie er von Reid be- schrieben Werde. Der biitische Botschafter in Konstantinopel babe bon Anbeginn an der Pforte hinreichende Information über die Vorgänge auf Kreta unterbreitet und Maßregeln zur Abhilfe empfoh- len; der Botschafter habe darin durchweg in Uebereinstimmung mit seinen Kochen gehandelt. Fast täglich hätten Versammlungen stattgefunden, Welche sammtlich durch die ununterbrochene Einstimmigkeit der zu stLÜe-idewukforderungen charakterisiert __?ewesen seien, ive! e die Pforte jetzt bewt (it habe. Die britische egierung beabsicht ge in dieser Anaelegeybei keine isolierte oder ausschließliche Aktion, die den vo_n Reid erwahnten Ar wohn seibstsücbtiger Beweggründe wecken wuxke. Was geschkben ol1e, müsse durch den vereinten Druck der Machte aexckyeben; soweit, wie die Mächte bereit seien, einen Druck auf die Turkei auszuüben, werde die britische Regierung mit ihnen gxbxn, aber sie Mida nicht allein handeln. Würde Gwßbriiannien allein Vorgehen, so würde das Ergebnis; unheilvoll sein, nicht nur für die Kretkr, sondern auch für den Fried-In Europas. Im Laufe der Debatte sei bmi Li"_k'k Vereinigunß Kretas mit Griechenland esproéhen worden; is_sei leicht, großmüt ix; mit dem Eigenihum * nkerer zu sein, gegenwartig sei Kreta ein Tbctl der Tüiksi. Die Zsii, zu ent- schUden, cm Wen Kreta schließlich übxrgehen solle, sei noch nicht ge- kommen; bis sie gekonimcn, ssi es nicht erwünscht, diese Frage zu erörterti. Monk zog_bterauf seincn Antrag zurück. Der Parlaments- Sckreiar des AuZwäriigen (Curzon bemerkte weiter, er hoffe, daß die Regierima vor Sckpluß der Session in der Lage ssin werde, dem Hause über die Untkrbandlungen mit din Vereinigtkn Staaten von Amerika betreffs Vcnezu_elas txertraulicbe Mittheilung zu machkn; sie Verhandle gegenwartig wit der Regierung der Vereinigten Staaten über die Veröffentlichung des Scioristwc'chsch und hoffe, densklben in zwei bdcr drei Wochen dc'm Hause vorzuli-gen. Fcrncr erklärte Curzon, die Frage wie Englands Stellung durch die Annexion don Mada- gaskar fkitkns Frankreichs berührt Werde, 115€de gsaenwättig mit den Kronjuxisixn Erwogen, und 86 würden kann dcr französischen Re- aierUng weitere Vorstellungen gsmacbt Werden. Das Haus bewilligte _s__chlicsßlich dcn Posten .AnSwättigLs Amt“ und die Aussaben dieses mies.
Die Untersuchung iibxr die Handlungen _der CharteredCom any sol], ww verlauiei, von einem hierzu gcwäbltcn Ausf )uf; des Unterhauses vorgenommen und
vor Schluß der Session begonnen werden.
Frankreich.
Die „Agence Harms“ meldet, daß die Verhandlungen be:
ireffs dcs Zollregimes für Madagaskar einen Aufs ub erlitten hätten, bis der Senat das Gescß, wel es Madagaskar für eine französische 5Frovinz erkläre, an: genommen haben werde. Die Ver andlungen niit _den Vereinigten Staaten seien sehr vorgerückt, Die amerikanische Regierung erkenne an, daß der frühere Vertrag Amerikas mit Made: askar nunmehr seine Rschtskraft verliere. Die anikrikanis 6 Regierung werde am Tage der Amméme dcs (Heseßcs lizr Einverständnis; in offizieller Form aus _preckzen; dabei wer e der Tarif für die amerikanischeti Erzeu_n_1sse eiid- gültig geregklt werden, Die Verhandlungen init (_Hroß ritanxncn käme_n weniger schnell vorwärts und dürften sich schwicnger esta ten. 9 Der Senat Hat nack) mehrwöchigen Bcraihunxxn die Vorlage, betreffend die Reform der Gctränketeucr, angenommen; die hygienischen (Getränke werden vqn der Steuer befreit; die Steuer auf alkoholische Getranke wxrd auf 205 Tres. erhöht. _ _
( n der Dcputirtenkammcr sprach sic!) gestern bei dcr Berathung über die Reform der direkten Steuern der Deputirie Aynard in längerer Rede zu Gunsten der Vorlage aus; er behauptete, daß die Einkommensteuer gcseßmaßig sei und keinerleiGcfahr bringe. Dor Dcputirte_G_amard (Rechte) sprach dagegen. Ter Finanz : Minister Cochcrt) wies auf die Nothwendigkcii von Rcformsn hin; das fiskalische System, welches er vorschlaqc,_ _ lasse die Unregelmäßigkeiten aufhören. Der Minister ver- theidigte sick) gcgen den Vorwurf, daß er das Werk der Sozialisten vorbcreite; das Kabinct strebe_ danach, den Sozialisten dcn ch zu verlegen. Er halte dic Vorlage au_f- recht, welchc keine bestehenden Vcrpflichtungc_n vcrlcßc. Die Einkommensteuer sci vollkommcngsscßmäßig, dicVorlagewcrde keincswcgs dcn naiionalcn Krcdit schädigen und den Geldmarkt iiicht vcrschicben.
Rußland.
Der Einzug des Kaisers und dcr Kaiserin in St. Petersburg Hat hcnte stattgefunden. Die ganze Stadt war festlich geschmückt, namentlich zeichnete sich der „(Hostinoi Dwor“ aus, In den Straßcn, welchc dcr Kaiserliche Zug passierte, hatte eine unzählbare Menschenmenge Ausstellung grnommi'n. Um 11 Uhr erfolgte die Ankunft der Maxestäten. Allerhöchstdicselbcn begaben sich, wie „W. T. B.“ berichtet, vom Balnhof in offenem Zweijpänncr nach der Kasan-Kathcdrale. Auf) der “Hahn dorthin wurdcn dis Majestäten von bcgcistcrtcn & nrufcn der V01k9menge bkglcitet; auf dem ganzen Woge vom Bahnhof bis zur Kathedrale bildeten die Truppen der Garnison Spalier. Nach kurzem Aufenthalt in der Kathedrale begaben sich die Majestäten durch die dich!- bescßten Straßen nach der Festung, um in der dortigen Peter- Pauls-Kat e'drale am Grabe Kaiser Alexanders 111. zu beten; von ort kehrten Allerhöchstdicsclben nach dem Bahnhof zurück. Der Kaiser und die Kaiserin werdcn sich einige Tage in Zarskojc-Sfclo aufhalten und sich dann nach Peterhof
begeben. Italien.
Die Dcputirtcnkammcr begann gestern die Ver- handlung über die Voxiage, betreffend die Einsetzung eines Zivilkammissars fur Sizilien. Der Dcputirte Fulci beantragte, vorher das Geseß iiber die Aufhebung des Ausfuhr- olls_[_ür SchweZTl in Berathung zu ziehen. Der Minister- ?Zixräsi ent di udini bekämpfte den Antrag: er rcchne darauf, das; die Kammer fich nicht vertagen werde, bevor fie die beiden Vorlagen erledigt habe. Fulci verlangte hierauf die Abstimmungö Infolge der hierdurch veranlaßten großen Unruhe wurde ie Sißung unterbrochen. Nach der Wieder- aufnahme derselben wurde der Antrag ulci in nament- licher Abstimmung mit 170 gegen 88 Simmen ab clehnt, nachdem sich die Regicrung nochmals da egen auSgc kochen hatte. 80 Dcputirle enthielten sich der Abtimmung. Hierauf trat die Kammer in die Berai ung der _Voxlage, betreffend die Einscßung eines Zivilkomim ars in Sizilien, ein.
Spanien.
Die Königliche Familie wird, wie „W. T. B.“ aus Madrid erfährt, am 16. dM, nach San Sebastian abreisen.
Der Minister der öffentlichen Arbeiten Bosch_ verlas gestern im Senat den Gesc entwurf, be1rc end dieBew1l1igung von Subventionen an die isenbabn-Geseil affen.
Kn der Kammer verlan te ein carltsti cher Abgeordneter die iitheilun der auf die inen von Aimaden bezüglichen Dokumente an die vollständige Liste der Abgeordneten und
Senaibren, die dem VerwaltungSrath der Eisenbal) esellscha ten angehorten, mit Zemmer Angabe der Gehälter, diexße ett i rer Wa [ bezogen [; tien. -- Das Budget des Kriegs- in steriums wur e genehmigt.
Aus Alicante wird berickztet: Etwa 1000 Personen hätten Protest-Kund ebungen gegen ie neuen MuniSilpaisteuern ver- anstaltet, ver chiedene Stra en durchzogen und [les auf ihrem Wege zertrümmert, insbe ondere die Fenster des Rathhau es. Die Octroi-(Hebäude seien in Brand gesteckt worden. ie Gendarmen hätten die Menge angegriffen und mehrere Personen verwundet. Der Belagerungözuftand sei über die Stadt yerhängt, und die Beitreibung der neuen Steuern suöpendiert worden. “ ahlreiche Läden, welche anläßlich der Steuerkrawalle geschlos en wurdcn, seien darauf wieder geöffnet wyrdcn, Dem Miliiär- ouverneur sei es auch ohne Schwierig- keit gelungen, _weitere AnsammlunZzen- zu zerstreuen. Der Prä_fekt, der Bürgermeister und die ememderäthe hätten ihre Eniassung gegeben, und zahlreiche Verhaftungen seien vor- genommen worden.
Schweiz.
Das Schiengericht in der Delagoa-Bay-Ange- legenheit erkannte, dem „W. T. B.“ zufolge, auf die Noth- wendigkeit einer technischen Untersuchung und wählte als Sachverständige den Ingenieur Stockalper-Sitten, welcher am Gotthard:Tunncl mitgearbeitet hat, und den Ingenieur Distler, den Direktor der Gotthardbahn. Beide nakszmen die Wahl unier dem Vorbehalt an, nicht gezwungen zu ein, die UntersuchunJZan Ort und Stelle vorzunehmen. Daher Wird ein dritter _ achvcrständi er ernannt werden mit der Ver- pflichtung, sich im Nothalle nach Süd-Afrika zu begeben. Ferner wurde ein provisorisches Frageschema für die Sachver- ständigen aufgestelLt.
Türkei.
_ Das Wiener „K. K. Tclegraphen:.siorrespondenx-Bureau“ erfahri aus Konstantinopel, der türkische Mnister des Außwqriigen Tewfik Pascha habe gestern den Botschaftern schriftlich mrigethcilt: die Pforte gewähre den Kreiern auch die zwci noch ausstehenden, von dcn Mächten ver- langten Zugeständnisse, nämlich die Bekanntmachung einer (Hencralamnestie und die bedingungslose Wieder- anerkeunung des Vertrages von Haleppa. - An efichts der sichersten Meldungen über die Lage in Kreta gaubten die Botscidfier, die gänzliche Einstellung der Feindseligkeiten gegen die Aufständischen ancmpfehlen u dürfen, um sodann durch Intervention der Konsuln die (Zpitropie zur Annahme der Zugeständni e und zur Unterwerfun zu veranlassen; sie würden dieses 5 erlangen gemeinschaftli stellen. In diplo- matischen Kreisen hkklsck)? die einstimmige Meinung, die Pforte könne nur durch die soforti e strikte Durchführung der be- antragten Maßre cl die dio endc Gefahr einer ungünstigen Lösßing der kretiizchcn Frage und weitere gefährliche Folgen ver üten.
Die „Agence Havas“ berichtet aus Athen, der neue Gouverneur von Kreta Georgi Bcrowitsch habe in, einer Proklamation das Versprechen dcr Amnestie erneuert und er: klärt, der Sultan sei geneigt, Reformen auf der Grundlage des Vertrages von Haleppa u bewilligen, voxauSgeseßt, daß dieselben von der Naiionalvcréammlung formuliert würden.
Montenegro. Der Fürst Nicolaus ist hrute wiedcr in Cetinje cin- getroffen.
Kunst und Wissenschaft.
_ Die Königliche Akademie der Wissenschaften hielt am 2. Juli die dem Andenkcn ihres Begründers und ersten Präsidenten Leibniz gewidmete öffentliche Sißunß ab, wclcbcr dcr Gkhcime RegierungERai 1)1'. Althoff un der Geheime _Reqierungö-Ratlz 111“. Schmit aus dem vor- geordneten Ministerium bciwohnten.
_Dcr neuerwählte ständige Sekretar dcr physikalisch-mathe- 1__naUschcn_ Klasse „Herr Waldeyer führte den Vorst und er- offnete die St_ßung mit einer Ansprache, welche den cibniztag unter dem Gcsrchtéöpunkt dcr C':inncrungsfcier nach verschiedenen Richtungen belcu tctc:
Die Jahre ] 95 und 1896, so ctwa führte der Redner aus, brachten die vieriélbundertjäbtigc Wiederkehr jener un- vérgeßltcben Tage, in bcncn Deutschland seine Einigung und sein Kaiserlickxcs Haupt in gkwaltigcm Ringen mit demjenigen Volke wicht erkämpfte, welchcs dkm alten Reick) den Todesstoß ge- geben hatte. Die beiden Erhebendstc'n Eiinnérungstage, der 18. Januar und dkr 10. Mai, fallin in dieses Jahr 1896. Daß zivci Mijgliedkr dcr Akadkmic', Hkimicb von Sybel und Heinrich von Trsitx ke, Von dcm'n dcr Eine die „Geschichte der Begründung des DWT en Reichs durch Wilhelm 1.“ eschriebkn, während der Andere sicb anschickte, an die Schwelie der &Ychicbie jener großen Zeit im Vkrfolge seines Wkrks „Deutsche Ge! ichte im 19. Jahrhundert“ heranzutrcten, in dem ErinnerungFabr fklbst denTod crleidxn mußten, sei als eine hcrbc Tücke des Schi sais zu bezeichnen.
Die Cinigun _Tcutfcblands und sein Eintritt unter einem Hauvie in die Reihe der chtmäcbte habe auch auf alle deutfcbkn Akaremicn znrückgcwirkt _und ihnen kills: rößece Bedeutung gegcbin, Nen? Ver- binduxigcn mit andersn gelerten Giscüschaßten seien geknüpft, der &;christsnauktauscb sei _reger geworden, es me re sich das wissknschast- lich: _Rüstzc'ug. Dringender als bisher mache sich das Be- dürfm geltend, daß die Vorträge der experimentkllen und biologischen Wissenschaften mit Demonstraticnkn verbunden werden' könnten. Dafür mangels aber der Akademie nicht nur jede Vor- kebrung, sondern auch jeglicher Raum. Der Wunsch nach „einem Umbau oder Neubau des Akademiegebäudes ssi deshalb zweifellos be“ rechtigt, i_md die Akademie vertraue, daß Seine Majestät der Kaiser und „König, wel_cher der Schwester-Akademie der Künsie bei rer 200jabrigcn Gedachtnißfeier ein neues und würdi es Heim zu scha en versprochen habe, auch der Akademie der Wi ens sten nicbt verge en wctde, und daß der bedeutungßvoue 200jä Mie ZErinnerungstag des Jahres 1900 die Erfüuung diefes Wunkches br ngen werde. _
Hierauf hielten die drei neu 6 ngctrctenen Mitglieder der Akademie, die . erren Kohlrausck), Warbur und van't
off, ihre ntrittswdcn, welche err uwers als
ekretar der phyfikalisch=mathematischen K asse beantwortete.
Es folgte odann die Gedächtnißrede des Herrn Schmoller an Heinrich von Sybel iind Heinrich von Treis chke, deren Wortlaut in den „StßungZ-beri der Königli cn Akademie der Wissenschaften“ v'eroffenticht werden wird. “ „
um Sch1u_ß nahm der Vorfi ende von neuem das Wort zur ericbter tattung über ie PreiSerthe,ilunge:n_ und neuen PrciSaufgabcn, die folgchdenWorUßutW
Preis der Cbarlotten-Stiftun Die W. ichs! vorigen abre folgende Preiöaukgabe der arlotten-
bilol e gestellt: ,Cicero's Mimoun _jo auf ' ffentli ten Materials in neuer textkriii