„ uhr zubereiteten “Schweinefleisch“ . aus Rußland. fü Land irth t Er'mä ii an des errn Ministers r & m * _ , MDWäneY JudgForstenH wird auf Grund des § 3 des , ischen Ausführungsxxese es „vom 12. Marz 1881 . .S. 128) das Verbot er Einfuhr friseh Schweine- * s es aus Rußland auf dem Seewege vom 1 . Marz d. I. --- .-Bl. S. 94 Nr. 269 -- auf, ane, aus Rußland ammenden Zubereitungen von Schweinefleisch, wie z. B. LLurst, Sülze u. der [„ mii alleiniger AUSnahme des argekochten Flekisckzes und des außgeschmolzenen ettes vom Beginn es dritten Tages nach Publikation dieser ÄnordnunZ hierdurch, auSgedehnt. Schleizwig, en 3. Juli 1896. . Der Königliche NegiernngS-Präfrdeni. Zimmermann.
n Els let wird am 13. Juli mit einer Sekeschiffer- Prü2ung ffiir lerdße Fahrt und am 23. Juli d. J. mit einer Seesteuermanns-Prüfung begonnen werden.
Königreich Preußen.
Seine Majestät der König haben AUergnädigst geruht:
auf Grund des § 28 des Landesverwaltungsixeseßes vom 30. Juli 1883 ((H.-S. S. 195) den' Regierungs-Rath Schmelßer in Marienwerder zum zweiten Mitglieds des BezirkSauSs ufses zu Marienwerder auf LebFUSzcit, ferner
den bis erigen Spe ial:K*0mmiffar, ReFterungs-Rath ])1'. Heyer zu Soest zum Äofkammcr-Rath, un
den Zntendantur-A essor ])r. Schulß von der Zntendantur des 2117. Armee-Korps zum Militar-Jntendantur-Nath zu er- nennen, sowie
den Konfistorial-Direkwren _ agrmanxi in Hannover, Vaustädt in Stade und Schef er 111 Aurich den Charakter als Konsistorial-Präfidenk, und ' '
den Landes-Bauinspckwren Daniel Herrmann m Frankenberg, Alexander Georg in Wabern und Eduard
ambrecht in Hofgeiömar den Charakter als Baurath zu
verleihen.
Seine Majesiät der Kön ig haben Mlergnädigsi geruht:
den Pfarrer Bichlxer in Charlottenbrunn zum Super: intendenten der Diözese aldenburg, RegierungsbezirkBreslau, zu ernennen.
Hauptverwaltung der Staatsschulden.
Bekanntmachung.
Bei der heute öffentlich in (Gegenwart eines Notars bewirkten Verloosung der Köthen-Bernburger Eisen- bahnaktien sind folgende Nummern gezogen worden:
!*" 3688, 3689, 3692, 3694, 3696 bis 3705, 3707, 3710, 3712, 3713, 3716 bis 3718, 3720 bis 3726, 3728, 3729, 3732 bis 3734, 3737, 3740, 3741, 3743, 3744, 3748 bis 3751, 3754 3757, 3759, 3763 bis'3767,
zufammen 50 Stück über ]e 100 Thlr. : 5000 Thlr. =
15000 916
Dieselben werden den Bcsrßern zum 1. Januar 1897 mit der Nufforderun gekündigt, die in den ausgeloosten Nummern verschriebenen apitalbeirä ? vom 2. Januar 1897 ab egen Quittung und Rü gabe der Aktien _und der nach Ziesem Termin zahlbar werdenden stschetne Reihe 117 Nr. 4 bis 10 nebst Anweisungen, zur Abhebung dcr Linsscheinreihcs bei der Staatsschuldchilgun skasse hierselbst,
aubenstraße 29, zu crhchU. Die Zahlung cr?0[.t von 9 Uhr Vormittags bis 1 Uhr Nachmittags mit Ausfchiu dcr Sonn- und esttage und der leHien drei Geschäftstage jeden Monats. ie Einlösung Yesthteht auch bei den Re icrungs : Haupt- kaffen und in Fran furt a. M. bei der Kreis asse. Zu diesem Zweck können die Effekten einer dieser Kassen schon vom 1. Dezember 1896 ab cingerctckit werden, welche sie der Staatsschulden-Til ungskasse ziir Priifung vorzulegen hat und "89177 erfolgter Feiistcllung die Auszahlung vom 2. Januar 1 ab bewirkt.
Der Betrag ctwa fehlender Zinsschcine wird vom Kapital zurückbehalten. _
Vom 1.Januar 1897 ab hört die Verzinsung der verloosten Aktien auf.
Die Staatsschuldcn-TilgunZskaffc kann sich in S rifiwechsel Mit den Juha Za lungsleistung nicht einlassen.
. ormulare zu den Onittungen werden von den oben- bezei netcn Kassen unentgeltlich vcrabfolgt.
Berlin, den 3. Juli 1896.
Hauptverwaltung der Staatsschulden. von Hoffmann.
, eincn ern der Aktien über die
Topographische Spezialkartc yon Mittel-E im Maßstabe 1:200000. uropa
Im Anschluß an die diesseiti e Anzei 0 vom 11. ebruar d. . wird hierdurch bekannt gemacht, da? nachste end genannT Blätter:I 133, 134. Le a, 135. u ig, 282. HOLM, 341. ohlau, 567. Colmar iE. durch die Kartographische Abtheilung veröffentlicht worden sind. Der Vertrieb drr Karte erfolgt durch die Verlagsbuchhandlung von R. Eisenschmidt hierselbst, Neustadtische Kirchstraße 4 u. 5. Der Preis eines jeden Blattes beträgt 1 24 Berlin, den 3. Juli 1896. Königliche “Landes-Aufnahme. Kartographische Abtheilung. von Usedom, General - Major.
Bekanntmachung.
Von den zuständikzen Sxaais- und Kirchenbehörden wird die Er- richtung einer elbstandigen evangelischen Kirchen- emeinde für die zwischen der Alt-Moabit- und Thurmstraße am einen Thiergarten" in Berlin gele ene Heilands-Kirche beab- [Jicbtigk Demgemczs; sollen nach nbörung der Organe der St. w:): (:DD-Kirchengemeinde zu Moabit folgend: Festsetzungen getroffen
' “1. . Die Evangelisiben in demjenigen Gebiet von Berlin, welches umschrieben wird im Osten von der Lessin brücke nordwärts durch die Mittellinien der Strom- und Putkivfiraße, sowix der im BebauunXZ-lan värgesehenen Verlangerung der Putltßstraße bis zur Wei ild- renze, „ d und We ten durch die Weichbildgrenze yon der im Mäxelleiiiie der verl ngerten Puilikstraße West- und sudwärts im (FWF ?ZFGNS Spree von der verlängerten Mittellinie der Beußelstraße bis zur LeYin brücke, werden aus der St. Iohanni6-. ir engemeinde zu Moabit ausgepfarrt und zu einer selbständigen Heilands-Kirchengemeinde vereinigt.
11.
Das Ar idiakonat der St. Johannis-Kircbengemeinde zu Moabit ge t als ersithfarrstelle mit seinem derzeitigen Inhaber ais Pfarrer au die Heilands-Kirchcn emeinde über. In der letzteren wird außer- dem eine zweite Pfarrfte e errichtet.
111. „
Die HeilandS-KirMngemeinde hat, so lange sie noch keinrn eigenen Kirchhof besiht, jedoch nicht länger als sechs Jahre „vom, Tage der Errichtung an das Recht der Mitbenuyung der Ktrchhöfe der St. Johannis-Kirchengemeinde zu Moabit mxt der MZHgabL, daß
3. die Verwalmnq dieser Kirchöfe ailein der Stammgememde verbleibt, welcha auch aUe Verwaltungs- und Unterhaltungskosten allein zu tragen hat, „ "
b. die Zweiggemeinde nur die Stolgebubrerx fur Begräbn e ihrer Mitglieder bezieht, während aÜe übrigen Gehuhren emschließ ch derjenigen für Grabgitter und Denkmaler der Stammgemrinde zu-
ie en. | ßJndrm wir diesen Parochialr09ulierizngsplan zur öffentlichen Kenntnis; bringen, fordern wir die Bethetligten auf, etwaige Em- wendungen gegen denselben bis zum 411. Juli d. I. wahrend der Zeit von 10 Uhr Vormittags bis 2 Uhr Nachmittags in dem Amtßzimmer Nr. 2 unseres Dienstgebäudrs (Schüßsnstraße 26) bei dem Kon storia!- Sekretär Winter oder deffen Steliveriretzxr iinter'gscignetem uSweis über ihre Legitimation zur Sache schrtftlcch einzureichen oder zu Protokoll zu erklären. ,
Berlin, den 15. Juni 1892?“ Z)
Königliches Konfistorium der Provinz Brandcnburg, Abtheilung Berlin. Faber.
Bekanntmachung.
Gemäß YM des Kommunalabgabengcscßes vom 14. Juli 1893 (Geseß: amml. S. 152) wird hiermit zur öffentlichen Kenntni gebracht, das; aus dem Bciricb der Ronsdorf- Müng tenerEisenbahn für 1895/96 ein kommunalabgabc: pflichti er Neinertrag nicht erzielt worden ist. E6berfeld, den „2. Juli 1896. Der KöniglicheTJisYibahiikommissar. tc .
In der Ersten Beilage zu der heutigen Nummer deß „Reichs: und Staats-Vlnzeigers“ wird ein Privile iiim wegen Ausfertigung auf den Inhaber lautender AnleihcizMinc der Gemeinde Völklingen im Betrage von 1000000 „44 veröffentlicht.
Angekommen:
Seine Excellenz der General der Kavallxerie Graf von Schlieffcn, (Hencral-Adxutant Seiner Majestät des Kaisers und Königs, Chef des Generalstabs der Armee;
Seine Excelienz der General der Ztifantcric vanintcr- feld, (Hencral-Adjutant Seiner Majestät des Kaisers und Königs, kommandierender General drs (Harde-Korps. '
Abgereist:
Seine Exceücnz der Staats- und Schönstedt, mit Urlaub nach der Schweiz;
der Ministerial-Dircktor im Ministerium der gcistlirhsn, Unterrichts- und Medizina[:Angcli'genhcitcn,Wirkliche (Geheime Ober-chierungSRafh 1)1*. von Bartsch, auf Urlaub;
der Ministerial: und Obcr-Baudircktor im Ministerium der öffentlichen Arbeiten Schrocder, mit mehrwöchigem Urlaub nach Thüringen.
Zastiz = Minister
Yiihtamtliehez. Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 6. Juli.
Seine Majestät der Kaiser und König trafen, wic „W. T. B.“ meldet, am Sonnabend Nachmittag um 3 Uhr an Bord der Yacht „Hohcnzollern“ bei Sundal im Mauran er-Fjord ein. Bald darauf gingen Seine Majestät mit GLJOLJE an Land und machten cinen zweistündigen Spa ier ang nach dem Bondhus-Glelsrhrr. Unmittelbar nach der 11 kehr Seiner Ma'cslät an Bord, gegen 6 Uhr Nach: mittags, wurde die eise nach Odde fortgeseFl, wo die ,Hohenzollern“ um 9 Uhr 45 Minuten vor nker ging. Gestern früh unternahmen Seine Majestät einen S azicrgang an Land, icltcn dann um 10 Uhr den (Hottesdient ab und machten achmittags abermals cinen Spaicrgang. Heute Vormittaq bexquen Sich Seine Majestät na dcm Lobefoss, wo das Fruhtuck eingenommen wurde. Die Rückkehr von dort sollte Nachmittags gegen 4 Uhr erfolgen.
JhreMajestät die Kaiserin und KöniFn empfin en vorgestern Abend auf der Wildparkstation llerhö sti re Mutter und Schwester, Ihre Hoheit die Herzogin Adelheid und Ihre Durch1xiucht dig 5 rinze sin Fevdora zu Schleswig= olstem, und geleiteten Hoch tdieselben nach dem Neuen Palais. ,xuie „Vormittag empfingen Ihre Majestät den Besuch Ihrer omglichen Hoheit der Kronprinzessin von Schweden und Nor-
Au enthalt im Neurn Palais eintraf. Am Nachmittag ge- de_n en „Ihre Majestat nach Berlin u kommen, um der Trauer- feier fur den verstorbenen Ober: ofpredi er 1). Kögel in der Kapelle des Domkandidatenßifts beizuwo nen, und sodann
nach dem Neuen Palais zur ckzukehren.
MTM, Höchjtwelche mit den beiden ältesten Prinzen zu kurzem
Einer im ,Marine-Verordnun blatt“ vom 4. Juli ver- Zkentlichten Bekanntmachung des taatssexretärs des Reichs- arineamis zufolxke ist durch Allerhochste Kabinets- ordre vom 1. Jul d. I. bestimmt worden, daß das Panzer- [Jchiff 1. Klasse „Kaiser Friedrich 111.“ der Marinestation er Nordsee zuzuthcilen ist.
Der am hiesigen Allerhöchstcn Z?dfc beglaubigte Bot- schafter der Französischen Republik éarquis de Noailles hai Berlin verlassen. Während seiner Abwesenheit fungiert dez: Botschafts-Rath Hcrr Soulange-Bodin als Geschafts- rager.
Laut tclegraphischrr Meldun en an das Ober-Kommando der Marine sind S. M. S. „Ho enzollern“, Kommandant Kapitän zur Sec Freiherr von Bodenhausen, und S. M. S. „Gefion“, Kommandant Kapitän zur See von Eickstedt, am 4. Juli in Odd? eingetroffen" S. M. S. „Stein“, Kom- mandant Kapitän zur See von Ölhlcfeld, ist am 3. Juli in Yelsmgfvrs, S. M. S. „Moltke“, KommandantKapitän zur
ee Schneider, am 5. Juli in Queenstown und S. M. S. „S eeadler“, Kommandant Korvetten:Kapitän Cörper, am 4. Juli in Mozambique angekommen,
Kreuzna , 5. Juli. Ihre Königliche Hoheit die Kronprinzessin von Schweden und Norwegen at heute Mit den Prinzen Adolf und Wilhelm die Ruck: reise nach Schweden angetreten.
Elsaß-Lothringen.
Dcr Kaiserliche Statthalter ürst zu Hohenlohe- Langenburg begicbt sich heute zu ängerem Au enthalt nach Langenburg.
In der vorgestrigcn ersten Sihung des neuen Gemeinde- raths von Straßbur wurde mit 31 Stimmen beschlossen, den früheren Biirgermcischr Back wiederum für die: Bürger- mcistcrwürdc vorzuschlagen. 3 Stimmzettel waren unbeschrirbcn.
OesterreickxUngarn.
Dcr deutsche Reichskanzler Fürst zu f-ZZVhLUWN- Schillingsßiirst ist gestern in Ausce eingetro cn.
Der nie erösterreichischeLandtag ist amSonnabcnd wieder gcfchlosscti worden.
Der krainischc Landtag, welcher am 11. Fcbruar d. I. vertagt worden war, nimmt heutr in Laibach seine Thätigkeit wieder auf.
Großbritannien und Irland.
Nach der ,Armh und N00!) Gazrtic“ war das stcbcnde Heer am 1. „ganuar d. I. im (Hanzcn 222194 Köpfe stark, 5. i. reichlich 32 000 Mann mehr als vor 20 Jahren und 3874 Mann mehr, als dcrHrcrcShanshrilt vorsicht. Der durch lchteren fcstgescßti: Staud war von fast 011011 Waffen Über: Fritten, bsi dcr anantcrir, dic cm Unteroffizieren und Mann-
aftcn 125 056 Mann ählis, um 2728 Mann. Von dsn 222194 Köpfen Zandcn am genannten Tage 106100 im Bareinigtcn Königrcick), 33 644 in den britischen Kolonirn, 78 043 in Ostindien und 4407 in Egyptcn. Der Zugang im Jahre 1895 hat 31319 Mami betragen; cr HMT ich aus 29583 angeworbcnen Rekruten, 43 aus der [rmcc-Rescrve Ucbcrgetrctrncn, 1656 wieder eitigcfangcncn Dkscrtcurcn imd 37 Sonstigen zusammcn. Dcr Abganxj war um 25 Mann größer und belief sich mithin auf 31344 Mann, wovon 1774 gestorben , 3522 dcscrticrt, 10 496 ab- gelohnt, 14 593 zur Arnrec-Rrssrve, 659 ziir Miliz, dcn Frei: willigen 2c. iibcrgctrctcn und die iibrigen, etwa 300, in anderer Weir abgängig geworden waren. Die Armec-Rcschc war am 1. Öanuar d. J. uahczU 80000 Mann stark, etwa 4000 Mann wcnigcr als im Jahrs vorher. Die einschließlich 30000 Mann Milizrcservc rund „117 800 Mann auf dem Papirr zählende Miliz hatte ebenfalls beinahe um 400029107111 abgenommen. Die Freiwilligen dagcgrn hatten fich um 376 Mann vermehrt und mit 231704 Köpfen von allen Chargcn zusammen den bisherigen höchsten Stand erreicht. Die gesammte Landstreitmachi, stehendes „Heer, Reserve, Milizen und Freiwillige aller Chachn zusammengenommen, beläuft sich mithin auf mehr als 65 000 Mann.
Frankreich.
Präsidrnt Faure iibcrrcichte vorgestern im Elyséc dcm päpstlichen Nuntius Msgr. Fcrrata mit dem hc'rgebrachten Zeremoniell das Kardmals-Barett, wobei sehr hrrzliche 5 nsprachcn gcwcchselt wurden. Ferrara äußerte: der Papst wolle den rsligiösen Frieden i_inter Achtung der politischen Einrichtungen des Landes herstellen, er wolle die Katholikrn im patriotischen (Geiste vereinen, die Mißverständnisse beseitigen und daß Mißtrauen cntwaffncn; er wolle nach ].“der Richtung hin Beweise seiner Fürsorge geben, welche durch nichts entmuthigt werden könne.
Bei der gestern erfolgten Einweihung des Bahnhofs in Troxes brachte Casimir-Périer Linen Trinkspruch auf den 5iZiräsidcnten Faure aus, wobei er die extremen Parteien kritisierte und das Ministerium Méline lobtc. ,
Die Dcputirtenkammcr scßtc am Sonnabend dic Bcrathung über die Reform der direkten Steuern fort. Der Deputirtc Donmer bekämpfte die Vorla e und führte aus, dicselbq sei _schlecht gefgßt, h212e Du nichts und sei nur ein poliitschcs Manovcr. Die .)kentcnsteucr werde die Kapitalien_ in das Aus- land treibrn. Es würde gefährlich sein„ den Markt der französischen Renten im Nuslande_ u erweitern, denn dicsscr Markt würde nach Belieben 230160 oder ausse veranlasen können. Der Deputirte Jau r 0 s erklärte slch mrt gewissen Theilen des Cochery'schen Entwurfs einverstanden, warf i m aber vor,daß er, anstatt dieLandwirth cha 1 zu begünstigen, ie Kapitalisten entlaste. Nach der Rede (aurSs' wurde die Gcneraldebatte
eschloffen. Der Deputirte Raibcrti beantra te die
Feberweisun der Vorlage an eine Kommission. Der inister- Präsident V Eline bekämpfte diesen Antrag, dessen Annahme er als ein Mißtrauensvotum betrachten würde. Raiberti zog darauf seinen Antrag zurück. Die Kammer beschloß, heute in die Spezialdebatte einzutreten.
Rußland. „
Der Kaiser und die Kaiserin wurden am Sönnabend bei ihrer Ankunft auf dem Nikolai-Va? nhof i'a St. Peters- burg von den Großfürsten Wiqdim r, Cyrill, Alexis, Michaöl und Georg, den Ministern und hohen Würden- trägern, sowie“ von Deputationen des Adels, der Stadt und Kauf- mannschaft empfan en, welche ießteren Brot und Salz überreichten.
n der Kasan-Kat edrale wurden die Maxestäten von dem
etropoliten Paliadiuö mit der Geistlichkeit empfangen. Um 12 Uhr trafen der Kaiser und die Kaiserin von der Festung auf dem Warschauer Bahnhofs ein und reisten um 12 Uhr 10 Minuten nach Zarskoje-Sselo weiter.
Italien.
Die Dcputirtcnkammer beschloß in ihrc-r vorgciiri en Sißung, durch eine Kommission untersuchrn zu lassen, ob „er Eisenbahnbetricb grmäß dcm Vertrage von 1885 fortschrerte und ob die Aufnahme in den Dienst und das Gehalt des Eisenbahn-Personals den ?ntercffsn des Staats entsprächen. Die Untersuchungs-Kommis ion soll aus 6 Senatoren, 6 De- putirten und 3 von der Regierung zu ernennenden Mii- gliedern bestehen und ihren Bericht itz 6 Monaten erstatten. Sodann wurde die (General-Diskussion iiber den Gefes- entwurf, betreffend die Einfeßung eincs Zivilkommissars in Sizilien, ohiie Zwischenfall fortgeseßt und die Writcrberathung au! Montag vertagt. Am Schlusse dcr Sißnng erklärte der Mnister-Präsident di Rudini in Beantwortung einer An- frage des Deputirten meriani, die von der „Agenzia Stefani“ veröffentlichte Note über seine Ausführungen in Betreff des Dreibundcs in der Kammersiyung vom 1. d. M. (siehe Nr. 157 d. Bl.) sei von ihm eigen- händig vkrfafzt worden, weii es seine Psticht gewesen sei seine Worte in ihrer einzig wahren Bedeutung wiederhcrzufiellen, nachdem er erfahren habe, daß man seinen Worten, mit denen er auf die Ausfiihrun en des Dcputirten Fortis erwidert, eine Deutung gegeben ha 0, wie ivrdcr er noch_ ortis noch sonst jemand in der Kammer. Der Minister:Präsi ent fügte hinzu, wenn die Kammer seinen Erklärungen den Sinn bei- gelegt hätte, wie es irrthiimlich Andere gethan häitcn, dann würde sie (die Kammer) wahrscheinlich nicht die äußere Yolitik der Regierung gebilligt hhbcn, was doch geschehen sei.
er Depuiirte Imbriani erwiderte, deutschen und risier- reichischen Blättern zufolge scheine der Dreibund bis zum Jahre 1903 vrrlängert zu sein, und sprach sein Bedauern darüber aus, daß die Regierung hierüber keine Erklärungen abgeben wolle. Die Si ung wurde sodann geschlossen.
CriSpi hat, wie „ . T. B.“ berichtet, aus Neapel an die „Riforma“ folgende telcgraphischc Dcpeschc gesandt:
.Der Dreibund ist ein Von Natur defrnfiber. nicht ein aggressiver Vertrag, durch dcn die drriMäÖte sich gegenseitigibrrn gegrnwärtigen Besitzstand garantieren. Ich habe daran, während ich MMF“ war, in keiner Wrise mitgewirkt; ich hatte nicht einmal Gelegen eit, ihn zur Anwiéndung zu bringen. Der Vertrag Wurde im Jahre 1882 Von Mancini ab dschlossen, im Jahre 1887 von Robilant auf fünf Jahrs und ierauf bon di Rudini auf zwölf Jahrc rrncUe'rt; ('r hatte das Crgebniß, daß de'r Frieda erhalten blieb, und er war cine heilbringende Wohlthat für das von so dialen
ragen und so birlkn Leidensckyafien crrrgic Europa. Ick fühle die flieht, dirk; in drm Auarnblick zu erklärrn, wo Partcirxrist den Glaubrn zu erwrcken sucht, 03 brständrn mögliche: Weise zwsi Biindnißverträgr: rinkr, den ich bcobachtet hätte, und cincr, dcn nisine Grnnrr zu beobacht€n beabsichtigcn odrr Von dcm LS so auIschc, als jvoiltrn sie ihn beobachten.“ Spanien.
In der vorgestrigcn Sißung "rer Dcputirtenkammsr verlas Silveia, dsr Führer der kon rrvativcn Dissidenten, eine Erklärung als Antwort auf die »hrdnrcdc. Er sprach der Regierung seine“ Ancrkcummg aus fiir ihr kriegerischer; Vorgehen, tadciic jcdoch ihre politischc Apatsc auf Ciiba. Silvola bcdcmcrii', daß die ngcrung nicht?; versucht habe, um Spanien aus scim'r isiilicrtrn Sicilmig u bringen, und forderte Maßnahmen zur Hebung der; moralischen Wld politi- schen Sinns im Lando.
Niederlande.
Dcr Vize:.§iiinig Li:.H1:ng-Chang ist am Sonnabend Nachmittag im Haag eingetroffen und am Bahnhof von dcn Spihcn der Behörden empfangen worden. Vertreter der Königin und der _Kiinigirt-Ncgrniin waren ihm bis zur (Brenz? cntgrgengefahrrn. Am Abe'nd wohnte der Vieriinig eincm Diner bci, wclchcs dcr Mmisicr dcs Acuszcrn 1)1'. Roé'xll veranstaltet. hatte. Der Minister brachte einen Toast auf den Kaiser von China aus und hob die giitanc-zichunqen hervor, welche seit Jahrhunderten zwischen China und drn Niederlanden bestehcn. DerVizc-Kbnig dankte und brachte die Gesundheit dcr Königin und der Königin:é)icge:itin aus. Grstcrn fand im Kurhaus von Sck)cvcningen ein offizielles Diner statt. „Heute wird der Vize-König von dcr Königin und derKöiiixzi11:chcntin im “Zchloß Soesidyk empfangen.
Belgien.
"In Belgien haben gestern 77 Neuwahlen ur Rc- prascrrtantrnkammer statt efundcn. Das Rcsukztat der- selben ist, dem „W. T. V.“ zu olge, annähernd folgcnch: Jn Namur _sind die auSgrfchicdencn Radikalen und Liberalen mtcderacwahli worden; ebenso in Dinant 2 Klerikale mii 3000_St1mmen Mehrheit „gegcnjdie vereinigten Liberalen und Sozialistcrz, In. PéillppLVllle ist eine Stichwahl zrmschen 2 Klerikalcn'cmer cits, 1 Liberalen und 1 So ialistcn andererseits, erforderlich. YT? Marche ist der Miniitcr dcs AUQiiJklrtigcn mit großer chrheii wiederZewählt worden. In Yastognc und Neufchäteau smd die lcrikalen wieder- Zewahlt worden. InArton ist an die Stcllc eines ausgeschie- ctzcn Libxralen der Klerikale Graf Limburg getreten. In Vrrton Ut der. ausFeschiedcne Radikale Lorand wiedergewählt worden. 'JnNivel cs at eine Stichwahl zwischen Klerikalcn und Sozialisten statt ufin en; es handelte sich hier um den Ersa von drci auss eidcndcn Liberalen und einem Klerikalen. Ini ntwcrpcn war die Wiederwahl der Klerikalcn schon beim erster) Wahlgang esichert. In Brüssel kam es zu einem erbitterten Kam ? es hat eine Stichwahl zwischen 18 gusgeschiedenen Klerikalen einerseits und 18 vereinißten Ngdikalen, und Sozialisten andererseits lstattzufin en. Die lerikalen erhielten daselbst durehschnitt ich 88000, dig vercmi _icn Sozialisten und Radikalen 71500, die e- maßigten , ibjeralen 40500 Stimmen. Das Ergebnis; er Stichwahlcn in Brüssel häu t wesentlich von der Haltung der gemäß! tc-n Libxralcn ab_. enn die Stichwahlen in Brü el, 131111an rlszchediinlic?Z P, fur sdZe KleFikalZi günstig vexlau en, ir e u ammen e un er rä entanten ammer
nicht wesentlich verändert werden? ep s
Türkei.
Der Minister des Aeußern Tewfik Pascha machte, wie das Wiener „K. „K. TelegraphewKorrespondenz-Vureau“ aus „Konstantinopel erfährt am Freitag dem Do _en der Bot- schafter die Mittheilung, Laß, wre von den Bo chaftern gc- wüns t, die Feindselr keiten gegen die Authändischen auf reta, von dem alle eines angriffsweisen Vorgehen; derselbenab esehcn, ein gestellt seien. Jin olge dessenhaben die Botschafter ie Konsulate in Kanca angewr en, die Epitrdpie zu verständigen, daß die ZugeständniK-J? der türkischen Regierun den Anträgen und Intentionen der ächte entsprächen Und daß die Mächte für mehr nicht eintreten könnten. Die Epttropie moge die Konzessionen annehmen und 011 der Bsruhigung mitwirken. Auf Wunsch der türkischen Regierung mid mrt Erniäch- tigung der griechischen Regierunxxk bildete der griechische Gcneral-Konsul in Kaneu eine ommission von fünfzehn Notabeln, welche fich in die Bezirke Kiffamo, Selina, Khdoma und Npokorona begaben, um die Bevölkerung über die Lage aufzuklären und die Deputirtcn zu einer versöhnlichen Haltung forme zum Erscheinen auf dcm Landtage zu veranlassen.
Der„Agence Havas“ wird aus Athen gemeldet, die revolutionäre Versammlang auf Kreta werde am Sonntag zusammentretcn, die Vereinigung mit Griechenland proklamieren, den' Wortlaui für cinen Aufruf an das kretische Volk" feststelicn, eine proviwrische Regierung einsehen und un- verzuglich cine Denkschrift (m die Mächte richten. Es sei keine AUSstck)t vorhanden, daß die ordentliche Nationalversammlung zufammentrcicn werde.
'Die fiber Athen verbreiteten Meldung?", wonach otto- mamsche Truppen auf Kreta wehrlose Greise niedergemeßelt oderlebende Personcn verbrannt hätten, werden von kompetenter tu_rk1[cher Seite für vollständig unbegründet erklärt. Ebenso sei die Nachrtcht, daß dic Fremden aus Besorgnis; vor Un: ruhen Halcb und Smyrna massenhaft verlassen hätten, un-
r ti.
Zu Ziyil:Znspckiorcn sind ernannt worden: Handi) Bet) fiir die Vilajets Adrianopel und Saloniki, Mubas in Ber) fiir die_ Vila'ets Janina und Skutari und Fehim Vet) fiir die Vilaxets onaftir und Kosowo.
' Dem „Reuter'sMn Bureau“ wird aus Saloniki bc: r1cht€_t, cd sei der Befehl dort eingegangen, alle Reserven der RLdlfS und der Mustahfiz einzuberufen.
Serbien.
Infolge cines Zerwürfnisses zwischen asic UUd Tau- schanowic ist, wie „M.TB.“ erfährt, eine auf den 6, Juli nach Belgrad einberufene Versammlung der Radikalen au unbestimmte Zeit verschoben worden. Die Spaliung wird an einen Stimmungswechsel innerhalb der radikalen Partei in- folge des Besuchs des Fürsten von Montcncgro zurückgeführt.
Bulgarien. Dic Fürstin von Bulgarien begicbt sich heute mit den beidenPrmzen zu mehrwöchigem Aufenthalt von Sofia nach dcm Kloster Nilo.
Amerika.
_ Aus New-York berichtet „W. T. B.“, daß während der Fier der Unabhängigkeitserklärung in „Tammani) Hall“ cin * ULf ch Präsidenten Cleveland verlesen worden sei, worin derselbe erkläre, die freie Silberanßpräguug dürfe nicht in das demokratische Programm aufgenommen werden.
' Untrr den Dclegirtcn fiir die bevorstehende demokra- tische Koiivcntton in Chicago, soweit diesrlbcn Silber: anhänger sind, scheint eine starke Neigung zu herrschen, dcn Senator Teller als demokratischen Präsidcntschaftskandidatcn aufzustellen. Tcllcr, wclchrr Republikaner ist, ist aus der rrpablikanischen Konvention wcgen dercn Annahme der Gold- währung ausgeschicdcn.
Nach einein Telegramm aus Guayaquil hat der pro- visorische Präsident von Ecuador (Hetrcral Alfaro die Auf- ständischen unter General Vega vollständig geschlagen.
Asien.
Nach einer im HaaZNLingctroffcncn amtlichen Depesche aus Batavia vom 4. d. , ist die Ruhe in Amfiian auf der Insel Timor bon neuem ernstlich bedroht. Die 6106301 dürfte, nachdem sie Verstärkungen erhalten, die Ordnung wicdrrhcrsteilcn. Das Kricgsschi ,Bornco“ liege zur Zeit vor Kiipang, dcm Hauptorte dcr nscl Timor,
Afrika.
Dem „Daily Telegraph“ wird aus Kairo berichtet, cs verlaute daselbst, daß sich 20000 Mahdistcn bei Dongola sammelten, dic entschlossen seien zu kämpfen.
Parlamentarische Nachrichten.
Nach amtlicher Feststellung erhielten bei der am 4. Juli im 5. Licgnißer Wahlkreise (Kreis Lömcnberx) vor- genommenen Ersa wahl _zum Reichstag von 9*'5 ab- gegebenen Stimmen * cktor Kopsch-Bcrlin (fr. VolkSp.) 4594, (Graf Nostiß-Zobten (kauf.) 4498 Stimmen. Es ist somit eine Stichwahl erforderlich.
» Graf Al red von Schlabrcndorf und Seppau, Erb-Obcr-Landcs- audirektor im Herzogthum Schlcsicn, und der Bürgermeister von (Hrcifsrvald Heifriß, Mitglieder des Herrenhauses, sind gestorben.
Entscheidungen des Reichsgerichts.
Bei der Zustellung durch Uebergabe ciner beglaubi ten Abschrift des zuzustellendcn Schriftstückss geschiöht nach § 15 der Zivilprozeßordnung bei den auf Betreiben von ecbtsanwalten oder in Anwaltsprozcssen zuzustellenden Schrifistücken die Beglaubigung durch den Anwalt. In Bezug aus. diese Bestimmung hat das Reichs ericht, 71. Ziernat, durch Urthexl vom 30. Januar 1896 aus- gefprocßen, daß die eglaubiguni wirkkam nur von dem Anwalt esche eu kann, der die Zustellung bktreibt oder !elbst ewir t. at dieser Anwalt mit der Bcalaubigung er nen anderen Anwalt beauftragt, so ist die Beglaubigunq und demnach auch die ustellung selbst unwirksam, es wird also bei-
chrift der Berufungsschrift an den ZustellunLSemp än er der Eintritt
Lpielsweise durcb de Uebergabe der nicht gehöri? beglaubigten Ab- er Rechtskraft des angefochienen Uriheils n cht gehin ert. „Nun ist
zwar der eni e Rechtsanwalt, dem nach der La e des , uffes (! . _, , _ obliegen jwüklde, eine ustellung zu betreiben, n1cht be ndert. die Aus- führung dieser sérozeß andlung einem_ anderen Anwalts zu übertragen, jo das; dieser e als Beauftragter fur jenen vornehmen kann; dann st aber eben dieser Beauftragte der die ZusieuunÖ betreibende Anwalt im Sinne yon 156 Abs. 3. - ; - O., und deshalb geht mit dem Zustellungßauftrage auf ihn au die Befu „iß, und die Pflicht zur Beglaubigung dec zuzustellenden bscbrift über. Durchaus verscYeden Von der ebenerwähnten ist die hier maßgebende Fra e, ob der nwalt, der die ihm obliegende Yu teilung selbst be- trei t, die Beglaubigung der dabei dem Zute unaSempfänger zu übergehenden Abschrift einem anderen Anwalt wirksam übertragen kann. Sie ist zu verneinen. Die Bestimmung in § 156 Abs. 2, wonach bei den auf Betreiben von RechtSanwalten oder in Anwaltsprozessen zuzustellenden Schriftstücken die Beglaubi?ung der Abschriftsn durch den Anwalt erfolgt. ist 1'5iifentlich-rrchiiYZ:s Natur, durch sie wird der Anwalt autorisiert, durch sein einfa schriftliches eugniß die Uebereins-timmung der betreffenden Abschrift mit der Urs rift in der Weise felsizustellen, daß diese Uebereinstimmung bis zum Beweise des Ge entbcis als Voll erwiesen zu gelten hat. Eine derarti 6, vom GL eis dem die Zuficüung betreibrnden oder bewirkenden nWalt beigelegte öffentlich-rechtliche Befugniß ist der Uebertragung seitens des Vom Gesetz Berufenen auf einen Anderen völlig entzo en und zwar auch dann, wenn der leistete, dafern er selbst die? Zusieilunq betriebe, die Beglaubigung Vornehmen dürfte bezw. müßte.“ (303/95.)
Kunst und Wissenschaft.
Jn druischer' und französischer Sprache crichienen im Verlage work Gcorg Reither hierse-lbst dic Protokolls der Verhandlungen der Vom 25. September bis 12. Oktober 1895 in Berlin ab- gehaltencn )(]. Allgemeirien Konferenz der inter- ncxtiynalen'Erdmessung und deren permanenter Kom- mtssron, rcdigiert von drm siändiakn Sekretär, Professor A. Hirsch- Jiruenburg imd herausgegeben von der obrn ennnnten Kommission. Die VJFÜHUJLU Vsrhandlungen, welchr, Wik? ?. Zt. berichtet wurde, baupisa lich die Erneuerung der ErdmrffungS-Konveniion zum Gegen- stand haiten, waren so wichtig und umfanareich, daß 06 nothwendig wurdk, fre 1105| “0011 darauf bezüglicben Dokumenten besonders zu Publizieren, um sie möglichst bald den bethkiligten Regierungen sowie dcn Drle trten ziigehkn zu lassen. Die Spczial- und Landesberichtc: uber die ortschtitte der'Erimessungsarbeiten bleiben einem zweiten Bande Vorbehalten, drr in nächster Zrii nachfolgrn soll.
„Der Kreuzgang Christi“, ein für eine Warschauer Kathedrale bestimmtes Kolossalgemälde drs mrist in Rom lebendc'n russischen Malers P. chdomiskh, ist gegenwärtig durch den Kunsthändler von Cedersiolpe_ m cmrm Nebcnsaal des Marine-Panoramas am Lehrter Bahnhof angesteÜt. Auf den ersten Blick wird man sich drssrn bewußt daß der Schöpfer des Bildes der realistischen Schule angrbört; dochlhater sich erirculichxr Weise von den Uchertreibunaen der Freilichtmaleretferngchalten. Im Mittelpunkt des Gemäldes erblickt man dic (Gestalt des Hrilands, in weißem Gewande, die unregelmäßigen Stufen einer schmalen Gasse htnabschrcitcnd. Hinter ihm ist die dkrbe Ge- stalt Simon's bquyrem', der das Kreuz trägt, und weiter rückwärts sieht man in, „81116111 Gewirr von römischen Legionaren, Männern, Frauen imd Kipdcrn dlé? bridcn zum Toöe Verurtheiltcn Verbrecher uiiter d'er Lgst thrcr'Krruze solasn. Den Hintergrund des Ganzen bildktxmr dusierc, mti innen qekrönie Mauer. übrr w-Zlcher der wolken- lose sudltche Himmrl ch ausbreitet, rechts ist ein Weiß schimmerndes Haus mit fiachcm_Dache, _ links ein orientalischer Krämerladen, an dessen Eingang bmigc Manner thrils spöttisch, theils mitleidig oder auch nur neuthrig, dem Vorgange zuschauen. Die Gruppe, auf . Walche, sia) indesserz das Interesse haupisächlich fon- zentrtcri, brfmdkt fixb rkchts tm Vordergrunde; es sind die Frausn- gestalten drr Maria, der Maria Magdalena und der Veronica. ,sßicrc reicht drm auf sie zuschrcitcndén ijland mit demütbigem, bittcndexn Außdrurk das Schweißtuch dar. Die beiden anderen Frauen sind ,kntexnd dargrstc'lit: Niacin, die Mutter Jesu, mit verhülltcm Azitltiz, m, ticken Schmcrz Versunkcn, Maria Magdalena hingegen mii Vé'rchtflUUgÖVVÜ zarückgcworfkncm Haupt und krampfhaft ausge- brettrtrn Arch". . Was dcm (Hemäids dkn Rsiz verleiht, ist neben der Ysckztrktsn Grupptcrung der Figuren die in dkii Trachten und in allen
010113 der Umgebung streng fesiiichaltknc bistorisckye Tieue die auf sehr grundltche Studien schließen läßt. Jnrrssrn kann man ck dem Ein- druck kaum cniztrhrn, daß auf diese Aeußrrlicbksiten grö Orks Gewicht gelrgi wurde als auf die geivaltigi' Tragik der Situation und auf das ri-ligtöse Momcnt. Eine gewisse Nüchternheit ist drm Bilde eigen. Dthorganiz, drn man da unter dem lachenden blauen Himmel sicb absptrlcn sieht, ist wohl traurig zu nrnnen, eine große erschütternde Wirkung Vermag cr 0011 nicht ausznühkn. -Zum Schluß sei bemerkt, dgf; sich in dcr Internationalen Kunstausstrklung ebenfalls ein Gemälde Srvedomsky's befindrt, betitelt ,Das Frühlingsfest dcr Sklavinncn'.
Zu der fcicriichcén Einweihung des neuen Gebäudes für das württember gische Landes -G€werbemuseum in Stutt- gart, welche am 6. Juni in Grgenwart Ihrer Majestäten des Königs und dsr Königin bon Württkmberg und der böchsikn Staatswürdcn- tragcrstattfand, hat dieKönigliihlentralstelle für Gewerbe und ?Oandel eine grdirgen außgestatte'te, vorzüxxlicb illustrierte Fest- schri t erscheinen laffcn. Dieseibc schildert zunachst die Entwickelung drr einzelnen Ankialtcn, aus drnen das jetzige Muscunz besteht, von ihren ersten An änget: an, also des „württembergijcben Muster- lagerß“, der Bibliothek, drr Sammlung der Gipsabgüsse, der Gips- Modellierwerksiätte und des chemischen Laboratoriums. Dann folgt eine einqchendc Bcschreibung drs Neubaitks, seines allmählichen Entstehens und seiner Vollendung und. innerrn Einrichtung. Nächst dem Präsidenten der chtralsteUe [)r. bon Gaupp hat dcn Hauptantheil an der Abfassun und Redaktion der Festschrift der Obcr-Rk ierungs-Rath von Céäritner; die spezie rn Theile sind von dert Öauräthen Dolmetscb und Knoblauch und dem Bibliothekar Pc" endor'ser ausgearbeitet. -- Die Architekten des Baues,'-Oartcl und I eckelmann, haben die Schwierigkeiten, die der Gru_ndrrß und das ungieichmäßige Terrain bot, in gi'schickter Weise bewaltigt. Der Neubau erhebt sich auf dem zwis en der Kanzler-, Schloß, Linden- und 'ospital - Straße legenden Areal, einem unregelmäßigrn Viere mit einem rechten und einem vißen Winkel. Die überbaute Grundfläche umfaxt 6106 rn. Der 5 an ist viergeschossig, zu einem kleinen Theil ünfciejchoTig. Der Stil 3:3th in der Hauptsache den Charakter der itaimts en Renaissance m t Anklängen an die französische KunskWLksék- Dis FUNDS"- esialtung ist monumuntal, und die GegensäZc drr Fensterfoxmcn
arakicrisieren au na außen die Bureaux, d (! SammlunLSraume und den grolßen Bi liot cksaal in cntsprecbend gesteigerter Wei €. Eine effektvolle G iedcrung erbirlt das Gebäude durch dreirundx, mit Ku peln gedeckte Eckthürme, von denen zwei die Hauptfagade flankieren, wä rend der dritt; als Treppenthurm der spitzcn Ecke des Gebäudes vorgebaut ist. Aus der mächtigen Rustika des ErdgcsckaYes erhebt si in drei Ja' den eine durch zwei Stockwerke reichende äulen- bezw. ilasier- ' rHitcktur, die mit einem Konsolen-Hauptge ms wirkungsvoll ab- s?! eäßt und in der Hauptfac-ade an der Kanzle straße, wo wegen des a fa e'nden Terrains unter der Rustikg ein hohes Unter escho auftritt, Fr reichsten und großartigsten Entwrckelung elan t. I)as esims der
ustika bildet hier den Trä er von sechs prachtvo en äulenvaaren,welche beide Obergefcho e umfa en und zwischen wel fiinx schlanke Bögen aufsteigen die si an den beiden runden (Ecktb rmen armoniscb fort-
eßew mit den sechs Säulenpaaren korrespondieren zwölf i uren auf em anzgesiMS- Die vierte Fasade. an der LindenstraTe? hat an
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