» , . ...*-...:». „. .--«_-, =*-_.-- ...;-„...,» «.», . „.;-,- *“- om; -*“ ** .* ; „. ' -“V**“i**-ck -5-*'-**“ LU'Q'WUE-s-IK»*Y-UW...ch«MH«M-WW ' ' “ “ * - " _ , &.xx, „
- ., -,. -. , ,_ . ' , , :: *. „ “*.* “*,. . _, *- „.:E!;QU*:«YMchchM“«Z * «WM*W-W“W*“"N-W “:s-“;,- -**"„*"“**,'* * : “. J:“) - . ._.-.* 7- „:*- ; * „.. * * z- ** .*. . .,“ , „ . . . . * „ *
:* “s _-
“ 7! ,. r „. “'“) Z . x';
“,'-S*“. ck ** SEW “?“." ' ,.“?"2'31"? :?I?“ ?,;- 9";-
!“-x* A*. ., .::-„„,
““T““
., .
,. “- ...*-... ;-_--.;**.=.«.-.-;..-,;o
'“? SEM)" .*ék
:W*:ch*»chck-«Y „.
liegen im Mmmorbuja aus und sind für 5 Cent bei 97:36. 1). 78a Kassbsrgs 230011 -- Uoubbuiu 37 -- erhältlich-
Verkehrs-Austalteu.
_ Am 31. Juli wird von Hamburg ein Postdamyfer nacb Swakopmund (Deutsch-Sudwestafrika) abgefertigt. der eine günstige Gelegenheit zur Beförderunß von Briex- und Packet- sendungen nacb Deutich-Südwestaxrika ietet. D e Sendungrn müssen Vom Absender mit dem Le tvermerk „üb er Hamburg mtt direktem Dampfer“ verseben werden. Das Porto für Postpackete bis 5 kJ beträgt auf diesem Wege 3 „M 50 43.
Laut Telegramm aus Köln (Rhein) ist die erste eng- lische Post uber Ostende vom 18. Juli aUSgeblieben. Grund: Sturm im Kanal und Zugverspätung in Bei ien. - Die zweite en lische Post Über Ostende vom 1 . Juli, welche in Herbest al den Anschluß an den Zu 3 verfehlt hat, ist mit Sonderzug in Köln eingetroffen und at dcn Anschluß
Nach Berlin noch erreicht.
Die Vorarbeiten für die Bahn Usingen-Weilmünsier 1sini: angeordnet. Von dieser Babu wird lebhafter Wechselberkxbr zwischen Frankfurt und dem Oberlabnkreis erhofft. Weilburg speziell rechnet auf Zunahme des Fremdenverkehrs.
Nachdem der staatsseitige Ausbau der Nebenbahn Herborn- Weidenbausen beschlossrn ist, sind z. Zt. die Verbandkungen Tvkgen Aufbringung dcr Kosten für den Grunberiverb im Gange. Es ist zu hoffen, daß dieselben im Laufe des Sommers zum, Abschluß Tommen. Die Westerwälder Bevölkerung wünscht sebr eine Fort- seyung dieser Linie zur Ober- bezw. Unterwesterwald-Babn.
Bremen, 19. Juli. (W. T. B.) Norddeutscher Lloyd. Der Schnelldampfer . Ems" Hat am 17. Juli Nachmittags Punta Delgada passirt. Der Poitdamvfcr „Roland ' hat am 17. Juli Abends Dover passiert. Der Dampfer .Löwerrburg" ist am 17. Juli Abends in Bremen-Freibafen angekommen. Der Yostdampfer „Kronprinz Friedrich Wilhelm“ istam18.Juli
ormittags in Ovorto angekommen.
London, 18. Juli. (W.T. B.) Der Castledamvfer ,Doune Castle“ ist auf der Heimreise gestern in London an-
gekommen. Nach einer bei Lloyds aus Valp ara i s :) eingrqangenen Meidung
Fkt der gestrandete Dampfer .Ceniaiir“ als gänzlich verloren. (Vgl.
r. 170 d. Vl.) Rotterdam, 19. Juli. ' ZW. T. B.) NiederländisÖ'
Amerikanische Dampfscb ifabrts - Gesellschaft, Der Dampfer „Masdam" isi Sonnabend früh von New-York ab-
gegangen. Theater und Musik.
Jm Neuen Königlichen Opern-Tbeater (Kroll) wird
morgen Carl Goldmark's Oper „Das Heimchen am Herd*Ger1 ra ,
Eduard: Herr Sommer, das Heimchen: Fräulein Deppe, John: Herr Frau Järnefelt. _ Im
10. Mal aufgeführt. Die Beseßung lautet: Dot: Frau
Fricke, Tackleton: Herr Drewes, May: ' arten findet von 6 Uhr Nachmittags ab Militär-Konzert statt.
Im Sch
Ter Brentano-Keller'sche Schivank .VergnügteFlitterwochen' zur Führung kommt.
Bei dem am Mitiwoch, ben 22. Juli, Mittags 12 Uhr, in der Marienkirche bei freiem Einlaß stattfindenden Orgelvortrage kommen folgende Orgel-Komposiiionen zur Aufführung: das E-äar- Yräludium von Bach, Cboralrwrspiele bon Back), Karow, Brieger und
ienel. Adagios bon Mendelssohn, HS 8 und Schumanteetboven'S .Die Himmel rühmen dss Ewigen E re“, gespielt mit der (kuba
“wjrabjjjg, Dienel's Flöten-Adagio und [**-äar-Konzkrtsaß u. a.
Aus Bayreuth wird berichtet, daß die diesjährigen FestzsUvifele
n ang haben. Schon seit Sonnabend Waren säm_mtliche _dort einlaufenden Zü e mit Fremden überfülit. Das Theater ist voüstandig ausberkaust, vie € Gäste, welche obne Billet angekommen waren,
“Daseibst mit dem .Ning ies Nibrlungkn“ Zkstcrn ibrcn
genommen
anußten underrichteter Dinge wieder abreien. Die Aufführun bes .Rbeingold' war wunderbar_ stilgere t und stimmungch) insceniert und machte einen macbiigen Eindruck. Einzelleistungen ragte besonders der hervor. Zwei Amerika, JYan und China. Hoheit die
Frodora zu Sckpleswig-Holstein sowie Ihre ,' Prinzen und die Prinzessin Friedrich Von Sachsen-Memmgen.
iller - Tb eater Wurde der Spielplan dahin abgkändert,
"daß morgen und Sonnabend statt des Schwanks „Ein toller (EinsFllf' U 1
Unter den Alberich des Herrn Friederickps Drittel des Publikums bestand aus Ausländern, darunter Engländer,_ namentlich viele Franzosrn, sowie Gäste aus In den Logen bemerkte man Ihre erzogin Adelheid und Ihre Durchlaucht die Prinzessin Durchlaucbten den
* Mannigfaltiges.
Das KönYlicbe Polizei-Präsidium hat eine sofort in Kraft getretene erordnung, betreffend die innerhalb des Stadt- kreises Berlin betriebenen elektrischen Bahnen, erlassen. Unter den 29 Paragraphen der Verordnung sind die folgenden, welche als Neuerun en ge enüber den bisherigen Gebräuchen bei Benußung der Pferdebaßnen ezeicbnet werden können. bcrnerkenswerth: unächst wird jede Beschädigung der Bahn und dcr dazu gehörigen nlagen sowie der Betriebsmittel nebst Zubehör, die Nachahmung der Signale, die Versteuung oder Versperrung der Ausweich- Vorrichtungen, überhaupt jede den Bahnbetrieb gefährdende oder störende Handlung untersagt. Es wird verboten; die elektrischen Leitungen zu befassen, die Quer- und Arbeitsdrabte mit irgend welchen Gegenständen zu behängen oder zu berühren sowie Fahnen oder sonstige Gegenstände an Gebäuden oder Masten derart anzubringen, daß die Drahte der elektrischen Bahn berührt werden. Das eigenmächtige Oeffnen der Wagxnverscblüffe“ das Stebenbleiben auf den Trittbrettern, sowie das Aufsteigen auf LMM vom Schaffner als .beseßt" bezeichneten Wagen ist verboten. Das Rauchen ist nur auf den Außenplä en und in denjenigen Wagenabtheilen gestattet, Welche für Rau er bestimmt und mit einer entsprechenden Bezeichnung verse en find. Das Lärmen und Sin en der Fahrgast? sowie jedcs unanständige und die Mi! abrenken elästigeu e Betragen derselben ist untersagt. Personen, welche den Mitfahrenden durcb abstoßendc Krankheitscrichsinungen oder unreinliches Aeußere lästig fallrn, sowie trunkene Personen sind von der Mit- beziehungsweise Weikerfabrt ausgeschlossen. Dxn im äußeren Betriebsdienst beschäftigtln ersoncn ivird zur Pflicht ge- macht, dem Publikum gegenüber höfick; und bescheiden aufzrztreten. Sobald die fiir den Wagen bestimmten Innen- und AUHanlaße be- seYt sind, darf dsr Schaffner weitere Personen zur Fahrt nicht auf- ne men. Zuwiderhandlungcn geaen diese Verordnung werden, soweit nicht nach sonstigen geseßlichen Vorschriften eine Höhere Strafe ver- wirkt ist, mit Geldstrafe bis zu 60 „66, im UnVermögensfall mit Ver- bälinißmäßiger Haft bestraft.
Die vom Magistrat eingeseßts Kommission zur Vor- beraibunß der Frage der Erhaltung einzelner Bauten der Gewer e-Ausstellunq bat beschlosskn, ein bautechnisches Gut- achten über die Wetterbeständigkeit und vorauYchtliche Dauerhaftig- keit drr Gebäude einzuholen; der diesbezügliche uftrag ist bereits er- theilt worden. Das Gutacbtkn soll fich insonderheit auf die nach- folgenden vier BaUWere erstrccken: den vorderen Theil des Haupt- Jndustrie-Gebäudes (bie zur Zeit Von Café Vausr besrßte Arkaden- halle, sowie den großen Kuppelsaai, Welch leßterer eveniuel] durch eine „Wand nach hinten zu abgeschlossen werden müßte), das Cbemie- (Gebaude, den PaviÜon der Stadt Berlin und das Adlon 11.Dr€ffel'sche Haupt-Restaurant. Von dem Ausfali dieses Sachverständigen-Gut- aZthxns würden die weiteren Entschließungen des Magistratswescntlich a ngen.
In dieser Woche werden in der Gewerbe - Ausstellung im Hörsaal des Cbemiegebäudes folgende Vorträge gehalten: Monta , 20. Juli, Professor 131". Frank: ftanzenschusz, Dienstag, 21. Ju i, Geheimer Ober-Regierungs-Ratb pinola: Die hygienische Bedeutung der Eingemeindung der Berliner Vororte, Mittwoch, 22. Juli, Professor 1)r.Rumpf-Hamburg: Krankenhaus und Krankenpflege, Donnerstag, 23. Juli, Professor Dr. SorZuer: Der Hausschwamm und andere Krankheiten der Baubölzkr, Sonnabend, 25. Juli, Dr. P. Jesericb: (Gerichtlichx Photographie. Die Vortrage finden in der Zrit von 6 bis 7 Uhr Nachmittags stait und sind unentgeltlich.
Jm Marinesaal des Kaiserschiffs „Bremen" ist neuer- dings rechts am Eingang ein interessantes Schiffsmodeü ausgestellt. Es ist dies der „Ting-Yuen', das Panzerschiff, Welches seiner Zeit von japanischen Torpedobootcn gekapert wurde. Der .Ting-Yucn“ war Von der Aktiengesellschaft .Vulcan“ in Steitin ebaut und zählte bei einem Deplacement von 7350 r 6300 PferdekräLte. Er war mit zwei 34,5 Zentimeter-, zrvei 15 Zentimster-Gescbüßen, zwei 37 Milli- meter-Revolverkanonen und drei Torpedo-Kanonen armiert; seine Bc- saßung zählte 400 Mann.
Der „Deutsche Kriegerbund' erläßt an sämmtliche zum Bunde gehörigen Kriegerbereine zwkcks Be ründung von Arbeits- naÖWeisen für entlassene Reserviten folgenden Aufruf: .Aüjähriich ist ein großer Tbei[ rer aus der Armee entlassenen Re- schisten in Sorge um das notbtvendige Unterkommen. Msist ohne eigene Mittel zum Unterhalt, verfallen sie vielfach einer längerkn oder kürzeren Arbeitslosigkeit. Tausende Von jungen Kameradkn geratben so anibrlich nicht nur in unwerschuldete Noth und in (16:2 die sittlichen Gefahren, welche die Arbeitslosigkeit sich bringt, sondern werden auch erbittert darüber, daß der Dienst, den [ie dem Vaterland geleistet haben, die Schuld an ihrem Ungemach tragt. Hier helfcnd und zwar schnel] einzugreifen, ist eine neue Aufgabe für die Kriegersereine. Einerseits entspricht es den Grundsäßen drs Kris ervereinSwesens, Kameraden in Roth und fitt- lichen Gefahren beizuxizjebcn, andererseits aber ist die Gelegenheit ge- geben, alljährlich vielen Tausenden Von jungen Kameraden naher zu
mit
veranlaßt füblen, den Samen„den dieArmee in ihre Herzen in B» auf Königstreue und Vaterlandsliebe gelt t hat, weiter zu pfte OM Die Arbeits-Nacbweise sollen gebildet wer en durch eine Zentra ieÜ in Berlin und Einrichtung von weigstelien an dem Sitz de General-Kommandos, denen sich später nach Bedarf andere Zweje stellen innerhalb der??)rovinzen anzugliedern Haben. Diese Arbeit? nachweise sollen für rbeitqeber und Arbeitnehmer unentgeltlich sein' -- Ays Dresden tbeilt „W. T. B.“ mit: Die Generalversammiun' des sgcbsisckoen Militärvereinbundes hat im Prinzip beschlossen eineStellenvermijtelungs-Zentralefür edienteSoldatex; zu errichten. Eine aus sieben Mit liedern betebende Kommission wurde zu diesem Zweck eingese t, wel e der nächstjäbrigen General. versammlung geeignete Vorst!) äge in Bezug auf die Gründung diese; Zentrale machen soll.
„Ueber die Witterun im Monat Juni 1896 berichtet das Königliche Meteorologische nstitut auf Grund der angesteliten Be- obachtungen Folgendes: Warm und trocken Waren die Hauptkennzeichen der Witterung. Nach dem kühlen Mai setzte der vergangene Monat unt großer Hitze ein, die mit kurzrn Unterbrechungen um den 7. und 11. bis zum 18. anhielt. Zu dieser Zeit wurde meist die höchste Temperatur mit 30 bis 34 Grad beobachtet; ja, die Tages- mittel Vom 17. und 18. übertrafen zu Berlin sogar die seit 1848 bekannt gewordenen höchsten Werthe. Dann aber irat eine so energische Abkühlung ein, daß die Temperatur während der ganzen drittsn Dekade unter dem Durchschnitte lag. Beim Monats. mittel ergab sich eine Wärmeüberschufi,_der am geringsten im Westen (mit 1 Grad), am bedeutendsten im Oiien, besonders in Ostpreußen (mit Zé Grad) war. Der größte Tbesi Norddeutschlands hatte es zu trocken, obwvhl einzelne Gewitterschauer beträchtliche Niederschläge brachte_n, und zwar wurden am meisten daysn die Gegendrn um Weicbiel, Wartbe und Niederrhein brtroffsn. Dagekien ist das Elb. gebiet nach séiner Reansumme zu naß gexve en, vornehmlich Thüringen und Branden urg, wo beinahe das Doppelte ter normcilen Menge fiel. Die Ursache bierbon waren zahlreiche, (Gewitter, die wolkenbruchartige Regen und srbr starke Haacliallc im Gefolge hatten. - In der e'rsten Dékadc wanderte ein Hochdruckgebiet, ge. drängt von einem Minimum, ostwärts über Deutichland binwkg und lagern: dann über Rußland. Infolgedessen webten vorwiegend süd. liche Winde die bei gleichzritigem klaren Wetter eine schnelle Tem. peraturzunaßme brwirkien. Nur um den 7. trat nach heftigen Ge- witterscbauern Vorübcrgebend Abkühlung cin. Vom 10. bis 12. zog das Minimum im Westen über Dru1schland hinweg und brachte bei nördlichen Winden starke RegenfäÜe, Trübung und Abnahme der Tempc'ratur. Da aber vom 13. an ein?.- neue Antj- cvkwne von Westen ber vordrang- so traten Wiederum südliche Winde und Aufklarcn ein, woduräy die Temperatur rasch bis zu außer- ordentlicher Höhe gesteigert ivurde. Als jedoch am 18. eme'Depre-s um von Nordwesten her im Norden vvrübrrzog und dabei Wrstlichr Winde und Trübung beworrief, erfolgte ein sebr empfindlicher Umichlag der Witterung, da nunmehr die bisher wsit übernormale Temyeratur unter dkn vicijährigkn Durchschnitt zu liegen kam. Unter dem Einfluß neuer im Norden oder Osten vorüberwandernder Dspressionen bltsb das Nr- ändrrlicbe kühle Wztter _bis zum Monatschluf; bestehen.
Altona, 18. Juii. Ja der vorigen Nacht ist in der Elbstraße der Quaischupven 0, in welckykm große Quantitäten Stückgüter, Getreide, Zucker :c. lagerten, niedergebrannt. Der Schaden beträgt über 1 Million Mark.
London, 19.Ju[i. Die bsiden Panzerschiffe .Resolution' und ,Repulse“ stießen bei den MaiiöVern bei Bearbam'n an der irländiscben Küste zusammen; .Rksolution“ wurde über der Waser-
linie beschädigt.
Madrid, 19. Juli. Die Stadt Yecla in der Provinz Murcia Wurde gestern durch ein Erdbeben heimgesucht. Eine Panik be; mächtigte fich der Einwohner, welche die Stadt verließen und auf freiem Felde lagerten. Ein Verlust an Menschenleben ist nicht zu
beklagen.
Orense, 18. Juli. Diébé, welche den Pfarrer von Barjas b?- sieblen wollten, legten unter desien Schlafzimmcr zwei Dynamit- bomben. Die Explosion derselben verursachte roßen Schaden, doch blieb drr Pfarrer unverletzt. Derselbe gab einige Flintenschüffe auf die Diebe ab, die indes; entkamen.
Nach Schluß der Redaktion eingegangene Depeschen.
Paris, 20. Juli. (W. T. V.) Der Präsident Faure ist heute Vormittag nach Havre abgereist, wo er einen Tbctl seiner Erholungszeit zuzubrmgen gedenkt.
treten, sie wenigstens auf die Wichti keit der'Kri'egerVekreine auf- merksam zu machen, und falls fie si zum Eintritt
in dieselben *
(Fortseßung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)
““M“-___“-
om 20. Juli,
Wetterb ri tv Morgens.
8
::ev * 45“ “L*
Stationen. Wetter.
Bar auf 0Gr u. d. Meeressp. red in Miuim
Maximum hat seinen Kern nach Süddeutschland ver- lagert und bedkckt ?entral-Europa.
ist das Wetter wol
peratur normal bei chwachen, im Norden südwest- li en bis nordwestlichen, im Süden nordöstlickoen W nden; Regen fiel vereinzelt im Süden, mit Ge-
' ' 5 ""““ '" BMWA“ zösisähkxxn des Labiche von F. Lichterfeld.. Anfang
In Deutschland WWW ' Theater.
ig, im Süden beiter, die Tem-
Deutsche Seewarte.
?Yr
bedeckt wolkig wolkig ' bedeckt wolkenlos wolkig wolkenlos
bedeckt Leiter alb bed. bedeckt bedxckt wolkig heiter heiter wolkenlos wolki Nebe eiter edeckt balb bed. wolkig bedeckt 766 bedeckt le d'Aix . . 762 O wolkenlos Lza . . . . 762 itil] wolkenlos T est . . . . 762 still halb bed.
Uebersicht der Witterung.
NordWeitwärts der Britischen Inseln lagert eine neue Depression über dem Ozean, während die gestern erschienene nach Nordosten abgezogen ist. Das
Belmullet . . 760
Aberdeen . . Cbristiansund Kopenbalgen . Stockbo m ¶nda . oskau . . . Coerueens- town . . . Cherbourg . lber . . . . vlt ..... Hamburg . . Swinemünde Neufabmaffer Memel . . .
BTW ' | . . finster . . . Karlsruhe . .
q-q«1 (7:03:73 OOO
757 756
4.4 U" W
764 765 766 765 766 764 762 7 60
765 766 766 766 768 768 7 66 763
:P «-
;oo-U- WWWWWU-k“
Professor
“
Königliche Zchauspiele. Dienstag: Neues Opern-Tbeater (Kroll). Heimchen am Heerd. Oper in 3 Abt eilungen Frei naFoDickens' gleichnamiger Erzählung) von
„M. :Uner. Musik von Carl Goldmark. In Scene gesetzt vom Ober-Re iffeur Tetzlaff. Dekorative Einrichtun [bf?nk Ober-Jn pektor Brandt. Dirigent: e 8.
Mittwoch: 146. Vorstellung. Die Afrikaneriu. Oper in 5 Akten von Giacomo Meyerbeer. Text von Eugöne Scribe, deutsch von Ferd. Gumbert. Ballet von Paul Taglioni. cesco d'Andrade, Königlich bayerischer Kammersanger, Vasco, de Gama: ?OZPLÜUZÖÜUW in Frankfurt a. M., als Gäste.) Anfang
r,
Deutsches Theater. Gesammt-Gastspiel des Les ng - Theaters: An cm;; 75 Uhr.
Mittwoch: Madame Sans-Géue.
Donnerstag: Das Glück im Winkel.
Lessing - Ensemble mit Julius Spielmann als Gast. Leßte Woche der Aufführungen von: Waldmeister.
Erlauben Sie, Madame! Theater.
145. Vorstellun . Das
Gastspiel des gesammten Unter den Linden. Novitäi. bureau. Große komische
Anfang 71T Uhr.
(Nelusco: Herr Frau-
Uenes Theater.
Dienstag: Gastspiel Tata-Toto.
Herr von Bandrowski, -vom von
Anfang 7 & 11
Dienstag: Der Probepfeil.
Adolph Ernß-Theater. unter Direktion Adolph Ernst.
oite Berlin.
Theater. Ferenczy - Operetten-
Direktion ;
Laufenburg. Dienstag: Der Stellvertreter. (l-o lkomplaeaot.) Schwank in 3 Akten von William Vusnach und Georges Duval. von Max Schönau. - Vorher: Erlauben Sie, Madame! Lustspiel in 1 Akt nab dem Fran-
Mittivoch: Der Stellvertreter. -- Vorher:
Frwdrrch-Wr1helmßädttscherMonzert-Dark. Chausseestraße 25-26. Direktion: Iulius Fritzsche.
Dienstag: Große Spe ialitäten-Vorsteüung. alletkorps des Theaters
Aus dem Liebes- antom me in 2 Akten. Arrangiert vom Balletmeiter Poggiolesi. Anfang des Konzerts 6 Uhr, der Vorstellung 7 Uhr. Dauer- und Ebrenkarten haben Gültigkeit.
Schiffbauerdamm 4 a./ 5.
Vaudeville in 3 Akten nach Bilbaud und Barts von Victor Léon und F. Zei]. Musik von Antoine Banss. In Scene geseßt von Sig- mund Laufenburg. Kapellmeister: Gustav Wanda.
r. Mittwoch und Donnerstag: Tata-Toto-
Große Ausstattungs - Ge angs osse n 3 Akten von Leon Treptow und Ed. Kuplets und Quodlibets von G. Görßj Musik von G. Steffens. 2. Akt: Alt-Berlin.
Mittwoch: Das flotte Berlin. Der Sommer-Garten ist geöffnet.
_
Familien-Nachrichten.
Verlobt: Frl. Lina Malotki von Trzebiatowski
mit Hrn. Oberlehrer ])r'. "ur. 9x yvi]. Oéch Reich (Görliv). - Frl. Cbarlotte Schneli mlt Hrn. Professor Dr. WSÜ. Heinrich Reinholx (HannoVer). - Frl. Margarethe Thielemann mti Zw. Amtsrichter Ernst Bock (Berlin-Raiibor)-
Sigmund
Deutsch
rl. Helene Falch mit Hrn. Pastor Rudolph fißner (Vrieg-Sprottau). Geboren: Ein'Sobn: Hrn. Pfarrkr Crüsemann Heimsen a. d,Weser). - Hrn. Oberförster A- reuß (Friedrichsfelde, Kr. Ortelsburq). -- Hrn- egierungs-Affessor Petersen (Neumünster). - Hrn. Grafen von Wengerskv
Gestorben: Hr. Superintendent a. D., gswk Otto Büchsek (Wolmirsleben). - Hr. Hof- aßsk' meister Cai von Ahlefeldt ( otsdam). - Erbbékr Yiln'mr von Mansberg ( einbrexen). - Hk-
ittmeister Otto Lehmann (Forbach). - Yk- Yastvr 9111. Methner (Konradswaldau). 7- k- orstmeister a. D. Otto Keber (Königsberg 1.Pr-)*
Y-
Verantwortlicher Redakteur : I. V.: Or. F if ck er in Berlin. Verlag dcr Expedition (Scholz) in Berlin- Druck der Norddeutschen Buchdruckcrei und Vsrlass' Anstalt Berlin ZW., Wilhekmstraße' Nr. 32-
Sechs Beilagen (einschließlich Börsen-Beilagc), (12911)
und das Verzeichniß der ge ogeneu Stams“ _ Aktien der Niedersckxlefis -Märkischeu Eisenbahn.
Ein 6 Tochte r: (Pschow O.-S.).
Leopold Deutsch.
Monat Das
Letzter DienstaL:
aco son.
nfang 7T Uhr.
Erste Beilage
zum Deutschen Reichs-Llnzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.
„zx, 171.
Ueber Goethe-Forsthung und Goethe-Bücher.
Zn Weimar, der klkinen deutschen Muscnfiadt. war ' [syten Tagen des vergangenkn Monats ein hohes, schönes Fes? YUM? Dag n'eue „Goetbe- und xSch_iller-Archiv“ ist im Beisein der Mitglieder des Großherzoglich sachsischcn Hauses, des Weimariscben Hofes und einer großen gelehrten und liierarischen Gemeinde Von seiner hohen Crbauerin und Besitzerin, Jbrer Königlichen Hoheit der Großherzogin Sophia von "Sachsen, fe-iérlich eingeweiht und der deutschen Wrffenscbaft geoffnet worden. Es war ein Ereigniß nicbt allen) fur unser wiffensckyaftliches, sondern für unser gesammtes nationales Leben. Mit voliem Recht bob einer der Redner des, Tages hervor, daß das stolze, schöne Haus auf dem sanft ansteigenden Ver 8 am buschigen Jlmufer, dessen klar eglisderter Sandsteinban so ell und licht aus dem Grün der Bäume Yerausieuckrtxt, und Von dessen bober Terrasse man weit binausscbaut über die Dacher und Giebel und Tbürmchen der Stadt bis zu den «fachen Linien der niedriJen Thüringischen Berge in der Ferne, - daß dies Haus im Jubilaizmsjabre des Reichs dkn beiden anderen großen d'eutsxben'Baudenkmalerii der jüngsten Zcit, dem Reichstags- gebaude in _Berlui und dem R§tchsgerichtsgebäude in Leipzig, als ein thttestarZitektontsches Wahrzeichen der deutschen Einheit würdig zur
ere re .
Das Archiv, das den Namen unserer beiden ewalti ten Geile - helden tragt, m'acht neben den ErinnérungsstJtten akixss WeinsiaZs großer Zeit das ltcbe Siadtcbkn auch heute wieder zu einem Mittel- punkt des beutscbsn geistigen Lebens, zu einem nationalen WaÜfabrts- ort. Freilich, wre dre kleixie Residenz an der Ilm vor hundert Jahre," eme Stadt der „Literatur war, so ist sie nun eine Stadt der LiisraiurgEschi te. Wie dxreinstens Dichter und Schriftsteüer zu dem Meister deuts er P-oesie pilgerten, so ist heute Goethe's Name der kliiagnzsté der aUZs m irnserm Volke mächtig an sich zieht, was ck aus Lie e _mrd Beruf rnit der Geschichte unserer Litkratur wissen- srbaftltcb beschaftigt, aber auch Zilles, trias aus dem Drang des aÜtäg- lichen Lebens Erqmckung sucht im Ausblick zu dem herrlichsten Geiste, den' die, deutsche Erde trug. „Was Homer für Griechenland“, so schrieb emmal-Hermarm Grimm, „Dante für „Italien, Shakespeare für die Lander bedeutet, in denen englisch gesprochen wird, das ist Goethe fur ane dre, Weiche wohnen, soweit die deutsche Zunge klingt. Wären &,er rind Dani? mcht _gewesen, so würde die Geschichte ihrer olier Zucht den Anblick glanzender Schönheit bieten, der sie umgiebt. quunfitgsn Geschlechtern Werdezi aus Shakespeare's und Goethe's Dichtungen unsere Zriten Von abnlichem Glanze übersirahlt einmal entgeÉentFten.l' t L
oe e's 613 € ebensjabre wareneinsrneuen Gesammtaus abe ein
Werke gewidmet, die als „Ausgabe [Lyter "and“ erschien. Mit dTr grkößtxt: Sorgfalt und Umsicht hat der Dichter sich ei den Vorbereitungen wie brim Druck urn alle Emzrlbeiten gekummert; er brtrachtete sie als dLn Ab- schluß scinkr LkbenMrbeit, als sein Vermächtniß. Eine Reihe von Schuster: hatte er selbst geordnet und druckreif liegen lassen, damit ße erst nach seinem Tode aÜÉemein bekannt werden soUten. Johann
eter Eckermann, de_r treue Lhilfk dss Dichters und der Bewahrer der wundervollen, nut drm großen Freunde efübrten Gespräche, sowie der hilolog F. W. Riemer, auch Jahre indurch ein Freund und Mit ewobner des Goethe'schezi Hausxs am .Frauenplan“ zu Weimar Jem jeßigen Goetheplatz), fugten dieren .Nachlaß“ der Ausgabe bei.
ald a Lr woÜtsman mehr Von dem Dichter wiffen. Man woÜte brim Studium seiner Werke auf die Manuskripte zurückgeben. Man wbÜte den ganzen Menschen kennen lernen, wollte seben, ML ' cr earbcttet hatte, wollte seine Briefe und die an ihn' gsrtchteten lesen, wollte sicher sein, ob auch nicht im bandschrtftlrcben Nachlaß sich noch manches fände, das nicht verborgen bleiben durite. Man' verlangte die Herausgabc der Goethe'schen apiere, die' zum wettaus größten Theil in den Händen der beiden nkel des Dichrers, Walther's und Wolf ang's von Goethe sich be- fanden. Die beiden leisten leiblichen Nachkgommen des großkn Dichters aber waren_ taub gegen (1118 Wunsche, die an fie berantraten. Sie lebten im großvaterltchen'Hause, deßen ErdYckpoß und Hauptstockwerk sie vkrmietbßt hatten, in den geraumigen * ansardenzimmern des zweiten Sxocks em einsames Leben. Hohe Wün che, etwas zu leisten, krampf- baiie Anstrengungen, sich des Zroßen Namens, der mehr auf ihnen lastete ais sie emporbob, windig zu erweisen, und die traurige Erkenntmß, dgß die qufte mcht im Einklang standen mit drm WoÜen, daß xede'das,Mitteln_1aß übersteigende Leistung ihnen versagt blieb, bcrtten sie in eine Verbitterung geführt, in der sie schwc-igsam, tinßmutbrg und freudlos _1brs Tage binbrachtcn, 0an Freunde le_nd auch ohrie das Bedurfniß nach Freunden. Wolfgang, der juygere, der fruber starb, eine hohe, schöne Gestalt, in altung und Zugen an den Großwaier erinnernd, batte sich auch poetisch versucht, 2er er w„ar gescheitert; Walther, der ältere und immer kränklicbe, er den jun eren und gesunderen Bruder um einige Jahre überlebte, Wollte als usiker etwas erreichen. Er war ein Schüler des be-
. rübmten Balladenkomponisten Loewe, aber vom Geiste des Lehrers
War fo rveni auf ihn übergegangen wie Vom Grite ei s Ahnherrn. Fixohl hat er ein Liederbuch hinterlasscns anZee KYLIX thiFartzili GLdIiJMUÉ dfestrÖßleers yerxaßt, auch eine mächtige _ ur . er ra on et en“, a ' uber IilLtZaTisck-É? sStückark hinaus. er es kommt nichts darm
«: 2 en n amen üteten eifrig und ängsili den (Host e's 5)?)(Uchiß; Sie waren eifersüchtig auf jeden, der etwas FberGoethsckZF Flick veroffentlichte, ohne aber selbst einen Finger zu rühren. Unrubig b ckten sie heruber, als das Von Profeffor Ludwig (Geiger in Berlin erausgegebene Goetbe-Jaerbuch !Feit 1880 erschien und einen Mittel- Yllxnkt fur die deutsche, oethev' ors ung bildete. Aber sie selbst leben wieder mißmutbtg allen diesen 5 estrebungen fern. Immer mehr 59555 .
te oet e or _uq na mzunächstibren Weg Weiter, als wenn das Ycitoiv, der bandscbrtftli e Nachlaß Goethe's, garnichtvorbanden wäre. d banger Sorge sal) man arif das altehrwurdige Haus zu Weimar; denn es war begrundete Besorgnis; Vorhanden, daß der ganze Schuß nach “WEIL? ZFUW? sder21 Zselrspkiitterdung 2(Tnlyrimfaklen oder gar von ern e u s " - Kommen werden könne. an e em aterland fur allezeit ge Da starb Walther von Goethe am 18.April1885. Am folgenden
. TNF ward sein Testament eröffnet, das er schon am 24. September 1883
ver aßt hatte und alle die mehr oder minder verdro enib , , n e 01th aztxn- Wurden von Herzen wieder versöhnt, ja ffbeschämgt.sch Das 5115 bebaus_ vermachte er dem Staat, in dem der Großvater sein önßel? Gluck erreicht hatte; das (Gartenbaus an der Ilm Seiner er 8 chen ?obeit dem Großherzog Karl Alrxander, dem Enkel des WFM Kar August, der es einst - im Jahre 1776 - dem o ei? geschenkt hatte; das ,Goetbe-Archiv“ Ihrer Königlichen chi der Großherzogin Sophie. .ch ernenne', so lautete der Wi"! paragraph des Testaments, „zur Erbin des von Goethe' chen öni lien-Archws, wie solches bei meinem Tode sicb vorfindet, hro eda Ft ck16 Hoheit die Frau „Großherzogin von Sachsen. Es umfa t 3] ten es rcbtv die großbaterlichen von Goethe'scben Schriftstückße, aftliu.„s. w., ferner das Privatarchiv meines Großvaters, wi en- erthcben' poetischen literarischen, administrativen und famili ren I es, soweit sie sich in dem gedachten ArchiVe vorfinden. Möge
Berlin, Montag, den 20. Juli
YFFIFWWW, als ein Beweis tiefempfundenen, weil tiefbegründeten „ Ye bobe Frau hat sich mit unablä cm Ei er und Liebe dieses Erbes angenommen. Sie bcsrßges im fGoetbe'schseenlbsÉYiTisrTx wabtrbaft erworben, um es zu NHMW- Eine Reibe von Entschlüffen Wir ? gefaßt, u'nd die Ausfü rung unverzü lich begonnen. Das ohnbaus des Dichters, Ward,zu einem .Goet e-National-Museum' anYoandelt, dessen Leitung in die Hände des Geheimen Hofratbs d'r. , . Ruland. gelégr Wurbr. Man suchte die Zimmsr, soweit fich HTS MZF erreichézxn ließ, wieder „19 einzurichten, wie sie einst gewesen. S e 0 el, die Bilder, die Basten und Modelle und Reliefs, die Karrimlunger) von Gemmen, Steinen, Siegeln, Bronzen, Zeichnun en Acyprn, Streben und Radierungen, chemischen und pbysikalis eri Nikop'argten, ausgestopften Thieren, ausgkgrabenen seltenen Gegenständen axoltken und anderen Gefaßsn, aufgesiavelt in den roßen, mit, mustcrbaftsr Ordnung einßertckpteten Schränken, die Éoetbe noch selbst hatte anfertigsn affen, - alles Wurde in sorgsame ut _gegebkn. Dazu wurden die zahlreichen Reliquien, die cb im Goetbebause fanden, unter Glas und Rahmen ch'm Besuxher sichtbar aufgestellt. 'Geschenke flossen von allen Seiten mzu, Ankaufe wurden,Zemqcht, “bis das schöne nationale Heiligtbum entstand, dgs'nun alijgbrlrck) Viele Hunderte von Deutschen und Fremdkn, die ihr Weg uber Weimar führt, aufsuchen, das gesehen zu aben bemnabe zu deLFNderungen gehört, die 'Wer gebildete Deutsche glgubt erquen zu um en und ern erfüÜt. ' ie grüßt uns aus diesen rnit Kuxistwerkeri ailer Art ge'üllten Räumen der Dichicrgeist des Gewaltigen, wre staunen wir in den Zimmern, da die Sammlungen Unterkunit gefunden haben, _über die Universalität seiner Jntereffsn, wie iszangi uns in drm giedrigen kleinen Arbeitsraum mit den traultchkn Ztnfachen Mobelsturken und den winzigen Fenstern, durch dre das Grun dcr Baume schimmert, ein Gefühl der Ehrfurcht, und YYY?! uns die schmucklose Bescheidenheit des Sterbezimmers in Doch zurück zum Jahre 1885, und zu den Entschlie un €]! der r - bcrzogm bon Sa-chse-n. „Nebe'n dem Goetbe-National-VéuseJm wurée l()xißn .Goetbe-Urchiv m_tt einer besonderen Verwaltung ins Leben gsrufen, das den gesammteri schriftiichen Nachlaß drs Dichters umfassen sollts. Erich Schmtdt,_der xugendliche Professor für deutsche Literaturgcsckyichts an der Universitat Wisn, Wurde als Direktor berufen. Auf Grund des riesen- haften ,nerzen Maierials solite eine neue gro € Lybensbksckprkibung LGoetbes in An kiff „génommen werden; Gutav von Loeper, der Berliner Litrrar istortker und Goetbeforscher, wurde dazu auserssben. Ferner wurde der großartige Pian gefaßt, eine neue, voÜständige Aus- abe der, Wékké Goethe's mtt Berücksichtigung aller vorhandenen kanuskrtpte zu Veranstalten, und in einer gemeinschaftlichen Be- rat'bung der Großherzogin mit G. von Loeper, Erich Schmidt und 'WiZlbelm Schkrsr, drm Profeffor für deutsche Sprache und Literatur tn Berlin„wurden dre Grundsaße festgestellt. Iii vier Tbsile Wurde! der gewaltige Stoff zulegt: der erste soklte die „Werke“ im Engeren Sinne eiitbalten,_der zweite die naturwiffensÖaitlichen Schriftsn, der dritte die Tagebucher und der vierte die Briefe. Eine stattliche Zahl von Banden ist yon dieser „Weimarer Goetbe-Ausgabc“, die „im Auftrage dsr Großherzogin Sophie Von Sachsen“, wie das Titcl- blatt verkundet, bxrausgegkben wird, seit 1887, da der erste Band dis Briicksrpresse verließ, bis heute erschienen: Von der ersten Abtheilung 31 Bande, von der zweitxn 12, von der britten7 (Tagebücher bis zum Jahre 1820), 'Von der vierten 18 (Briefe bis 1805). Ganz Drutsch- ZZZ!) Fat ax! 518kad n(ZstcikßinalSleit Wte'rke mitgearbeitet" die PkOfLffOkLn ' ozxn en „er Lu en tera ur an unsren [) : sich 1311) dßlksxllxbélltFUbeilÉ s chsch1lcn haben a 16 i ein ammelpunkt es affen werdc“1"rr alle dic“ Bestrebungen und alle diejenigen im Kei ?, densn dirsse Dinge CU,]? erzen [((ng wurde _unier drm Protrktorate dss Großbcrzogs Karl .llexander undödfem Prafidtunx des damaligcn Rsichsgerichts-Präsidrntkn Edgard von Simson, der langst als ein hervorragender Gostbrkrnner beryhmt ryar und der noch selbst als junger 1)1'. _jurZS einst drm Kreiseri DtckZtLr seitie Yufwartung gcmacht battc, die .Gosihc-Gsse'ä- cbaft gegrundet, die in'der konstituierendsn Versammlung am 20. Jimi 1885 die Goetbe-Gememde zum ersten Male, und seitdrm allsommer- lick), ianeimar vereinigte, _ Wilhelm Scherer's plötzlichkr allzufrüber Tod im Jabre 1886 Wr- anderte die Situation ein wenig. Es folgte Erick) Schmidt drm Ruf auf den Verwaisien Bkrlinsr Lehrstuhl für dcu1schc Litcratur, und drr airsgezeickmkte Herder-Forfcber und Herausgcbxr Bernhard 5Supban, bis dcrhin als Obsrlshrer am Wkrdxrschrn Gymnasium zu Bsrlm tbattg, ubernabm die Leitung des Archivs, das bald cincn ungeahnten Auf1chwung und eine unVOrbergi-rscbcnc Ansdkbnung gewinnsn (L;)llte.
Die roß'berzogin selbst war 'schsn in den ersten Jabrmi eifrig auf eine Erweitsrung dcr handsckyriftlichen Schäxze bédacbt. Bcrcits 1885 erxvarb sie vofn drr Familie des“ gro cn Stuttgarter Vcrlsgcrs Cotta die Manuskripte des Goethe-Scbi echLen Bricfwrchscls, mit densn sie das Archiv um ein kostbares Bksißftü ereichsrick. Dazu kamsn Weitere "Ankaufe. Die andschriften aus dem Hausarchiv drs K*anzlrrs chn Muller, aus dem * esiß des Herrn Von Loeper,dks Rcchtsanwalts Kiel wurden erworben". ' Der Großherzog ließ Abschriftrn aller auf Goethe's amtliche Tbattgkeit sich beziehenden Aktensiücks nach dem im Staqtscirchiv befindlichen Originalen anfertigen und drm Gostbc- Archiv uberweisep; er fügte einc Réibe von Briefen und dir Aktc'n bes Großherzoglichen Hoftheaters aus drr Zeit, da Goethe als Theater- direktor es periönlich eleitet batte (1791-1817), hinzu.
Dann aber, im ahre 1889, kam die wicZiigste Vergrößßrung: der Enkel uiid der Urenkel Schiller's, Freiherr udwig Von Gleichen- Rußwurm in Weimar und sein Sohn Freibkrr Alrxander Von Gletcben-Rußwurm in Darmstadt, übergaben in hochbcrziger Frii- gebigkeit laut Urkunde Vom 5. Mai ,das Schillkr-Archiv, entbalicnd Schiller's handschriftlicbentNachlaß und Bibliothek, drr bobcn Bs- sißerin, des Goetbe-Archtvs, „Frau Großherzo in Von Sachscn, K nigl1cher ?rinzessin der Niederlande, zu Besitz und Eigen- tbum, ch ursorge und deni hoben Sinn Jbrer Königlickpcn Zoheit Schuß und Obhut dieses bisher von ibnsn gchütctcn
rbschat3es des deutschen Volkes anvertrauend'. Disse Worte der Urkunde finden sich in großen goldenen Buchstaben auf eine bobs, rechteckige Marmortafel eingxmeißxlt, die zwiscbc'n zwe'i Fcnstern dcs Hauptraums im neuen Archivgebaude, des Handsckpriftensaals, ange- bracht ist und mit ihrem Pendant, einer leich großen Tafel, Wslche die Worte_des S lußparagrapben von altber Von Goethe's Tcsta- ment enthalt, die cbönste und einfachste, würdigste und geschmackvollste Dankesbezeugung egen die selbstlosen Spender darstellt. 'Seit enem age führt _das Archiv den Namen „Goethe- und SÖiÜer-Ar iv“.' Und fortwabrend flossen und fließen nun neue Gaben diesem einzigen Grabdenkmal unserer rößten Dichter zu. Der inzwixchen auch schon verstorbene weimarichc Staats-Minister von Stichlng, der Enkel Herder's, ging mit dem schönen Beis iel voran, kostbaren handschriftlichen 9Familienbesitz in die sichere ut des Archivs zu geben; seine ngeböri en fügten später noch anderes hinzu. Die Nachkommen ieland's gaben Briefe und Handschriften. Der Urenkel Kestner's in Hannover vermachte testamentarisch die herrlichen Briefe Goethe's an seine Urgroßmutter Lotte Kestner, geb. Buff, das Vorbild von Wertber's Lotte, und ihren (Gatten, 106 an der Zahl, der Großherzogin für das Archiv; die Wittwe von Eduard Boas schenkte das Manuskript der Goethe-
ro KÖngliche Hoheit die rau Gro berzo in die es i V - YZYYW, ich sage beffer, dieFes GoetYe'schegVermäxhtniFLiY deetrn Wpfangen. in dem es Höchstderselbenk durch mich entgegen-
Schiller'scben Xenien, das ihr Gattescbon veröffentlicht und zur Grund-
1896.“
lage seines Werks „Goethe und Schiller im Xenienkam 2“ em batte. ,Hierzu kamen, von der Familie Carlyle's estiftektp,f diegBrTY: Gostbes an dZn „großen englicben (Gelehrten, erner der wichtige Nachlaß des ha ltchen,geiftbollen, vielgeneckten „Thuschen', d. i. Fräu- lein Luise yon oechbausen, Hofdame der Herzogin Anna Amalia, der Murter des Herzogs Karl August. Der Goetbeverebrung diefer' wtßigen Dame werdanken wir die Kenntnik; manchen Goethe- schen Gedichts, das sie sich sorgsam ab chrieb , vor allem abkr "die Erbaltunß des .Urfauit", d. b. der ursprünglichen, von, _der spater veroffentlichten Faßung ganz und gar abweichenden, höchst interessanien Gestalt des au f, die Goethe im Jahre 1775 bereits nach Weimar mitbrachte, ie dann über ein Jahrhundert den Augen der Menschen verborgeri und unbekannt blirb, im Goetbebause nach YYZÖNF TLeFerXclöltchdtgeLucht 15151) Zsstt1b887 burch einen glücklichen on rt tm eim ur ö ern des Goe a ' ?iachlaffes zu Dresden entdeckt wurde. chb ufen schen Aber noch größer ward drr Umfang des Archivs. Es tauchte der Plan imm€r deutlicher auf, hier in Weimar einen Sammelpunkt für dyn Nachlakß'aller unserer Dichter zu bildsn, einen ficheren Play, wo du? Manus ripte vor Zersplitterrmg und vor dem Untergang bewahrt bliebsn. Mit der Ensrgie, die hier aufgeivendet wurde, und vor allem guck) mir den uberreichen Mitteln, welche die Großherzogin aus ibrsr, Prtvatscbatuüe unausgeseYt zur Verfügung fteüte, konnte eine in Berlin „aus dem gleichesn Bestre Ln unterTbeodor Mommsen's und Wil- brlm Dtltbev's Lenung ms'Leben getretene .Literatur-Archiv-Gesel1schaft“ nichr erfolgrxich konkurrieren. Das Programm des Goethe- und SchiÜer-Arcbtvs Wuchs nun übkr die klassische Zeit hinaus. Nach Wetchr kirni der N9chlaß qul Jmmermann's, Friedrich Hebbel's, Otto 'LUÖWLJ s, Lubrvi? B_echstem's, Eduard Mörike's, deren Papiere nim m' sicheren Eisen chranfen ruhen. Jm Weimarer Archiv de o- merte die chutscbe „Schiller-Stiftung' den in ihrem Befi befindli en Nachlaß FWH Reuter's. Ferdinand Freiligratb's Nachla wird dem- nachst won iemer Wtqttive dcr Weimarsr Schaßkammer einberkeibt wcrdzen. _Verlagsbuchbandler wre Georg Westermann in Braunschweig der L-Zegrunber nnd Besißer der bekannten „JÜustrierten Monats: beste , und Redaktcurs bon Zeitschriftkn wie Julius Rodenber , der Herausgeber der „Deutichn Rundschau“, schr'nkten einzelne Manu kripte bon Ver forbenen und yon Lebenden, die noch in ihrem YFM ck befanden: von Gottfried Keller, Friedrich .)iuckert, Theodor Storm, Berthold Auerbach, Viktor von Scheffel, Emanuel. Geibel, Hermann Stabr, Ilecrnny Lewald, Oscar von Redwty, Paul Heyse, Wilhelm aabe, Konrad erdinand McVer. S'o ward das Archiv ein großes, umfaffendes enkmcrl deurxchn Gerstes obne Gleichen, ein m011um9uburu &er ])SL'SZÖLZ1F5. d b d E ßk) e r un me r wur 6 es zur ewi eit, da ür die en Jaxbr zu Jahxßwacb enden Bestand die freundlichenßRfäume 11T 85722; Flugs) dcs Schw es, welche die Großherzogin dem Ar iv zur Verfiigung gesteUt hatse, iiicht ausrei ten. Die deutsche WiFenscbaft bai bWr em Jabrzebrit bmdurck) für iliche Gastfreundschaft gsnoffen. Viele Hunderte smd diese Stufen hinauf estiegen, um dort, ern zu- ?elaffeti von dem Direktor, Geheimen HOYÜTH Profeffor Sup an und rcunbltcb eznpfangen von den Assistenten Dr. Wahle, ])r. Steiner, Or. Heitmuüer, Dr. von der Hellen, Or. Lei mann, in stilTer Muße zu arbéitrnßund zwischen den' Manuskripten er Großen, wo dem ehrfurcht8rful1ten Forscher die Schriftzüge wie persönliche Grüße dsr Dahmgsgangenen erscheinen, neue Freude und Be- grtstrrung zu holen., Aber bald wurde es zu eng im Archiv, und lmrxlkr besximmxer machte sich die Nothwendigkeit eltend, c.!n'NgMLs Gebäude fur dre Schä e zu errichten, dem Ar iv ein »Man zu grunbkxt,_das niich jeder ichtung bin auf die besonderen Zwsckc und Bedursniffe Zinks solchen Instituts eingerichtet ist. Den aufrcrcxn Anlaß zur Ausfuhrung des lange gehegten rojekts gab der 8. Oktobsr 1892, der goldene Hochzeitstag des roßberzo lieben Paarcs, da Frsunbr Wéimars und Mitglieder der Goethe-Gese schaft bcr 605611 Frqu eine aus Sammlungen hervorgegangene Summe ubcrrrtchten init der Bitte, diese klkine Gabe als einen Britta zum ?.)lräywbau buldVOl] anzunehmen. Freilich, es Waren nicht me r als 30000 .W,_ und dsr Bau drs «Hauses, der nun alsbald begonnen wurde, kostet? etwa das Zwanzigfache dieser Summe! 1893 s on ward der Grundstein Zeleg't, und Baumeister Minckert förderte ein _Wsrk rasch und tuchttg, immer unterstüxzt und geleitet von dem .WMF-n Geschmack und Praktischen Sinn der Erbauerin. Für die innere Unsiniimcknng wurde srbr paffknd ein feiner, diskreter Empireftilgewäblt, dcr YilWU deerendc brs vergan enen Jahrhunderts, da Goethe und, Sch1Ü6Q aus der Hohe ihres * ubmes stehend, gemeinsam in Wrimar WlkktM. Und das Aeußere des Gebäudes, das in alien seinen TlililI1,'aUch m den Decken, das Holz völli ausschloß und nur Ei en Yb «tem _als Matertgl zuließ, wurde ernLt und wurdig aber obne Strgngs, still" und ruhig, aber obne Steifheit gehalten. Weithin ist da:;) 'tOlZL,['YOnx FerxeLkmF deätsäpckßr Licht? si tbar in Weimar, uri wa ,rt , e 1 a ere am e, ara teriti te Wa 8 bis Vergangene, schluuimerride Größe diefer StadtsF'b brz ichen für Arp Tagc der Einweihung des neuen Hauses ward dem Archiv noch ?lil kristbarcr, _C9cba8 zugeführt dur ein Geschenk, das der (Hrrfzbcrzogm zu diijm Fxste feierlich überrei t wurde: es waren die Briese (Hoctbe'swan Frau Von, Stein. Diee wundervolle, einzi : Korrcsybndenz zwtjchen „dem Dichter und der angebeteten Frau, d e ielbst sink grsßartige DiZtung darzustellen scheint, die sieben starken ?olwbandc, die lange (Z' reiben und kurze Briefchen obne Zahl ent- qitsn, iqgebuchartige Hchtlderungen und innerste Herzensbekenntniff rein sachliche, geschaftliche Mittheilungen und ab erifLene Zettel, (mex dcne'n ein „(8511th Morgrn' oder „Gute Na t“ ges rie en steht oder der „spontank'YusdrYuck emes elemsntaren Gefü lsausbruchs bingewüblt' isi, “ Micr Schaß befand sich bis vor kurzem im Befiß der Na - konmicn Cbgriotrens von Stem, der Freiherren von Stein auf K - bmg W'Tburmgtschen. Wohl ist der Inhalt dieser olianten län .'lllgmnsmgut des Volkes geworden, seit Adolf S 611, der o : Gclcbric, sie zuerst gesehen und ihre Tkxte mttgetbéilt bat. izItlber auch bis Yianuskripte durften nicht verloren geben, auch sie sollten an firhrrxr Statte- im Archiv geborgen sein. Da man in Deutschland die Ottmar?“ nicbt zusammenbekommen konnte, welche die Erben der Frau Von Stein verlangten, so fürchtete man, und wohl nicht mit (Unrccht, daß dJs AuSlanb uns den Rang ablaufen könne. Eine lest! Anitrx'ngung fuhrte" endlich zum Ziele. Die Goetbegeeüscbaft ab zwetmql große Betrage, Goethe's Vaterstadt Frankfurt a. . betbeil te sich, die Stadt Weimar blieb nicht zurück; einzelne Per onen hinzu, zuma! der Geheime Kommerzien-Ratb Delbrü in klin. Aber man hatte doch nicht erreicht, was man wolite, wenn UZ; ber Großherzog selbst sic? der Sache angenommen und schl eßlich no des Deutschen Kai ers Majestät den fehlenden Rest dem bisher Geammelten hinzugefügt hatte. Nun sind die ,Stein-Briefe“ nr FZLÖUde Aller fur alle Zeit da geborgen, wo sie ihrer Natur nach in- ge ren. Die Anstren ung, die gemacht wurde, um die en a Scha , „de en nhalt längst bekannt war zuserixerYi, Me?: chara teristi ches Beispiel für den reinen JdeaiiSmus, mit dem Goethe- orschung ,und Goetbe-Angelegeubeiten in Weimar wie im sankt“ olk betrieben werden. Es ist in den zehn Jahren, seitdem ie sorten des Goetbebauses &eöffnet haben, eine .Goet «Wi en- chaft“ entstanden, die in er rforbi'cbunkbdes 5 ten at
ck den unsere Nation ervor ebracbt , i . über diese Goetbe-WLffens aft gescholten werrf in Ütu'tscbm Lauben." "
„...a-.!“