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Yißtamtlkhes. Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 2131111.
Seine Majestät der Kaiser und König find, wie „W. T. B.“ meldet, gestern Abend 11 Uhr nach etwas be- wegter Fahrt vor Molde eingetroffen.
Die Ta eSpreffe bes äftit sich mehrfach mit einem_in dem Julihet der „MaYne-Ziundschau“ enthaltenen Artikel „Panzerschi e im Gefecht“ von Weber. _
Die , reisinnige Zeitung“ vom 14. Juli sizcht an ,der Land diefes Aufsaßes nachzuweisen, wre; rasch in „Marme-
eisen die Ansichten über den Werth der emzrlnen Srbiffßtypxn
origeseßt sick) verschöben und wie nothwendig eZ?- sei „ slch m er Bewilli ung von SchiffSneubauten nicht zu uberturzen.,
Das „ erliner Tageblatt“ geht noch weiter, indem es in der MorgenaUSgabc vom 14. Juli behauptet, in "dem Aufsatz wären zum ersten Mal die Ziele fur die Grundsgße der Ent- wicklung unserer Kriegsflottc von amtlicher Seite dargelegt und dann den Aufsas noch an mehreren Stcllcn als amtli be ei net.
z ckii))em egenüber ist darauf hinzuweisen, daß der Jnhali der
„Marine-Fundschau“ nichtamtlich und nicht als eine, Wieder- gabe der Ansichten leitender Stellen _aufzufassen _ist. Die darin auf enommenen Artikel geben lediglich die prwaie Ari- ficht der erfaffer wieder. Em dementsprechender Hinweis findet sich auf der inneren Seite des Umschlags jedes Hefts der „Marine-Rundschau“. _ , '
Wenn der militärische Mitarbeiter des „Berltnxr Tage- blatts“ Fencn Aufsas als amtlich bczrichnct, so ist dies daher
irrihüm ich geschehen.
Dcr Kaiserliche Gesandte in Rio de Jamiro, Gchrime Legations-Raik) V1“. Kraucl ist von „dem ihm Allerhoch'st bewilli ten Urlaub auf seinen Posten zuruckgckehrt und hat die GeschäHtc der Gesandtschaft wieder übernommen.
Die Bevollmächtigten um BundLSraih, außerordentlicher Gesandter und bevollmäthigier Minister des Herzogtbums Brauns wkig Freiherr von Cramm-Burgdorf,„ außer- ordentli er (He andter und bevollmächtiqtcr Minister. der ansestädie 131: Klügmann und Königliöb württcmbergischer irektor von Fischer haben Berlin mri Urlaub verlassen.
Der am hiesigen Allerhöchstcn Hofe be laubiqte Kaiserlich russische Botschafter (Graf von der Oßcii- acken hqi Berlin mit Urlaub verlassen. Während seiner AbwekenYit n iert der Botschafts-Rath Baron von Budberg a s e- chä tsträger. Dcr CheftPräsidrnt des Königlichen Kammergericbts, Wirkliche Geheime Ober=Jusiiz-Rath Drenkmann ist nach Tirol abgereist.
Sachsen.
Seine Majestät der Kaiser hai, wie das „Dr. Journal“ meldet, am 11. Juli 13. J. Seiner Majestät dem König das nachstehende Handschrcibcn durch den General der Ju: fanterie von Winterfeld, Gencral:Adjutantcn Seiner Majestät des Kaisers und Königs und kommandierenden General des Garde-Korps, überrcichcn lassen:
.Durchlaucbiigster Großmächiigstkr Fürst, freundlich lieber Vcitcr und Brudrr!
Die fünfundzwanzigjähriqe Wiederkehr drs Tages, an welchem Mein in Gott rubrnder Großvater Eure Majestät in dankbarer Er- innerung an die Ibm in großer Zcit gkleistete ruhmreiche Unterstüyung als Heerführer zum Gcneral-Feldmarschall ernannte, giebt Mir und Meiner Armee den erfreulichen Anlaß, Eurer Majestät zu diesem Gedenktage die bsrziiäpsten Glückwünschc außzusprechen und die Ver- sicherung Unserrr dankbarsten Verehrung für alle Zeit zu erneuern.
Möge Eurer Majestät noch rin langes segensreiches Wirken durch Gottes Gnade beschieden sein.
Genehmigen Cure Majestät die Versicherung der voilkommensten Hochachtung und wahren Freundschaft, womit Ich verbleibe
Odds, an Bord Meiner Yacht .Hobcnzoiicrn“, den 6. Juli 1896
Eurer Majestät freundwiüigkr Veiter und Brudsr Wilhelm R. An des Königs bon Sachsen Majestät.“
Seine Majestät der König hat hierauf folgendes
Schreiben an Seine Majestät den Kaiser gerichtet: .Durcblauchtigsier Großmäckptigster Fürst, freundlich lieber Vetier und Bruder!
Für die Mir durch den General von Winterfeld am 11. Juli überbrachten Glückwünsébe Eurcr Maicstät und Eurer MajestäiArmee zum fünfundzwanzigjäbrigcn Gedenktage Meiner Ernennung zum General-Feldmarscbal] sage Eurer Majrstät Ich Meinen allerberz- lichsten und iicfgefübltestrn Dank.
Mit diesem Grfüblc gedénke Ick) an solchen Tagen ganz besonders des unbergeßlichcn Kaisers, unter dessen rubmreicher Führung Ich an Meinem bescheidenen Theil mit beitragen durfte zu jenen unbrrgleich- lieben Erfolgen, mit Stolz erinnere Jeb Mich dcr Zrit, in der Ich Eurer Majestät Garden und 117. Armce-Korps gegrn den Feind und zum Siege führen konnte, und von Herzen empfehle Eure Majestät Ich dem Schutze unseres allmächtigen (Gottes.
Genehmigen Etre Majestät die Versickyrrimg dsr vollkommensten Hochachtung und wahren Freundschaft, womit Ick Verbleibe
Dresden, den 13. Juli 1896
Eurrr Majestät
freusid-willigcr Vetirr und Bruder
A lb ? r 1. An des Kaisers und Königs Majrstät.“
Hessen. Die “Zweite Kammer hat in ihrer heutiZe'n Sißung Segen 8 Stimmen dcn Geseßeniwurf, betreffend ie Wein- euer, verworfen.
Großbritannien und Irland.
Im Oberha'Ais e erwiderte gestern 'auf die Anfrqge, ob die Regierung über eine an eblich kurzlich erfolgte Nieder- Jten in der UYegend von
meßelung von 400 Chri , Kbarpui und über die ]ungsten Erergn Fe_ in Wan anormationen erhalten habe, der, Premter- imster Lord alisbury: es sei ihm augenblicklich noch unbekannt, ob dem Auswärtigen Amt anormaiiozien hiexuber zuge ungen seien, er halte es jedo„ _nicht fur eruwunscht, dg ']ene Greuel so s nell als moglich bekannt wurden damrt thurn möglichst gro e Aufmerksamkeit zugewendet wer e. Wenn im Hause die ufmerkiamkeit auf solche Greuel gelenkt werde, werde auch am Orte ihres Geschehens dW Aufmerksamkeit m qleichcr Weise erhöht. Durch ,die Besprrchxmg werde das Vorgehen einer ziigellosen Bevölkerung, die ]ene Schreckens- ihaten be ehc', nicht gemildert, vielmehr boscs Blut zwischen ohamedanern und Christen erregt. "- Zw Unterhause erklärte der Staatssekretär fur die Kolonien Chamberlain, dic Direktoren dcr,„Chartcrcd Company“ hätten ihn am 9. d. M. benachrichiigt, daß die Vollmachten Cecil Rhodcs' aiifgeboben seien. „Er Chamberlain) erachte die kritische eit des Aufstands nicht iir den geeigneten Augenblick, die ra e der Ve__rwaltung§- ordnung in den Gebieten der Gesell chat zu erwagen. Dcr Parlaments-Sekretär des Acußcrn Curzon bemerkte, die türkische Regierung habe die Anklage gegen den StattZalter von Diarbekr als unbegründet bezeichnet, der Stati alter werde nicht abberufen werden, aber die erthciltep Warnungen würden genügen, um die ernste Aufmerksamkeit der Pforte auf die dort herrschenden Zustände zu lenken. Die Ver- treter der Mächte hätten die Pfortz: ersucht„ dcn Ober- befehl Über die Truppen in Kreta einem O'ffizicr von ge- ringerem Range als Abdullah Pa cha IJU ubertragen und denselben anzuweisen, entsprechend den 8erpfltéhtmigen der Pforte gänzlich defensiv zu verbleiben. Eine amtliche, B'e- stätigung der angeblichen Piunderung und MLHLlEl 'm Eg'm in Armenien liege nicht vor. In _Ain-Tab'ckßcheiiie dicHaltung der iiirkischen Behörden das GefiihlndcrUnst crhett und Besorgnis; erweckt zu habrn. Nach drcistundiger Debatte nahm das Haus sodann mit 299 gegen 106 Stimmen dZn Antrag des Ersten Lords des Schaßamts Balfour an, fur dcn Rest der Session das Mitiernachis-Reglcment aufzuhcbcn. Der Prozeß gegen Jameson und 5 Mitatigeklagte hai estcrn vor der High Court of Justice untcr Vorsiß des Lord- Hbcrrichiers von England, Lords Russel begonnen.
Rußland.
Die Königin von Griechenland wird, dem „W. T B.“ zufolge, demnächst in “St. Prtcrsbur erwartet; die Königin wird von ihrer Tochtcr, der Vrinze7sin Maric, dcr quut des Großfürsten Georg Michailowitsch, begleitci sein. Die Vermählung der Prinzessin soll im Laufe des Sommers stattfinden.
Italien. Der König hat gestern ViEconti Vcnosta zum Minister des Auswärtigen ernannt. Der „Offcrvatore Romano“ veröffentlicht die Ernennung des Monsignore Taliani zum Nuntius in Wien.
Belgien.
Der König tritt, wic „W. T, B.“ aus Brüssel crfährt, heute eine Reise nach dem Nordkap an.
Nachdem die britische Regierung Einspruch gegen das den Hauptmann Lothaire fi'eisprcchendeUrtbcil erhoben hat, wird ein neuer Prozeß gegen ihn am 3. August vdr drm Appellationshofc in Brüssel zur Verhandlung gelangen.
Türkei.
Dcr „Politischen Korrespondenz“ wird aus Salonichi berichtet, es seien drei kleine Banden in dcr Stärke von ungefähr 110 Mann im Rboddpcgebirgc aufgetaucht und hätten siti) dort vcrschanzt. Die Banden würden von ungefähr 21/2 BataiÜonen Infanterie mit einer Gebirgsbaiierie ein: geschlossen.
Aus Athen erfäZri die „Agence savas“, in Santorin scicn gestern 400 un im Piräus 600 [richtlingr aus Kreta eingetroffen, welche die Lage in Ca neu als sehr erm: schildertcn. Die Häuser und Läden daselbst seien geschlossen. In Heraklcion seien 10 Christen getödtet und mehrere verwundet worden. Die britischen und französischen Kriegsschiffe seien vor Herakleion eingetroffen.
Schnieder: und Nortvegen.
Nach einer Meldung des „W. T. B.“ aus Christiania verwarf das Stortbing gestern mit 58 gegen 56 Stimmen die Verlängerung der interimistischen Erhöhung des Zricker- ails, verwarf ferner einstimmig die Vcrlängeruiig dcs erhobten YPetrolcumzolls und lehntc mit 74 gegen 40 Stimmen die Ein- führung eines Fleischzolis ab.
Amerika.
Der Scnaior Tcllcr und sechsiein€r Anhäiiger, die sich von der republikanischen National:.Konvention in St. Louis zurückge 0 en Hatten, habrn, wie „W. T. B.“ aus Denver- Citr) erzfäß 1, an dic rcpubliianischen Silberieuic cine Adrrffc gerichtet, worin sie die Unterstüßung Bryan's und de?- Chicagoer
Programms ankündigen. Afrika.
Liffaboner Blätter melden den Riicktritt drs (Hou- verncurs von Mozambique, Mawrs Albuquerque infolge von Mißchigkriten mit der Negicrnng wrgcn dcs Verlaufs der koionialrn AUJclcgcnhciten.
Nach einer Meldung es „Neuter'sckxn Bureaus“ aus Vrätoria vom 15. Juli ist von dem Volksraad das
Gescß, betrsffcnd dasVerboi des Verkaufs alkoholischer Getränke an Eingeborenc, definitiv angenommen worden.
Nr. 30 des „Zentralblatts 'für das Deutsche Reich“, beraußgegeben im Reichsamt des Innern, vom 17. Juli, hat folgenden Inhalt: 1) Konsulatweskn: (Ermächtigung zur Vornahme bon Zivil- stands-Akten; - Cxequatur - Ertbeilupg; - Cntlassun . - 2) Zoll- und Steuerwsskn: Abänderung der Anlage 13 zu den eiiimmungen, betreffend die Denaturierun bon Branntwein; - Errichtung eines
reibezirks an dem HafenbaLsin bei Neuf.chrwaffer; - Bestimmungen Ublk die Statistik der Branntwcinbrennerei und Branntweinbestkuerung. - 3) Polizeiwesen: Anchisung bon Ausländern aus dem Reich§gebiet.
Entscheidungen des Reichsgerichts.
Eine Verpfändung von Waaren durch i_ogenoannte sym- bolische Uebergabe nämlich durch Außbandtgung des S [üssels zu dem Lokale in welchem sich_die Waaren befinden, ist, na einem Urtbeii des Reicbsixerichts, 171; Zivilsenats, vom 19. März 1896, im Gebiet des Preußischen Allgemeinen Landrechts wirkungs- los, wenn der Verpfänder einen zweiten Schlüslsel zu dem. selben Schlosse des Waarenlagers offen oder beim ick) zurück. behalten bat, gleichviel, ob der Verpfänder von der Möglichkeii, nach seinem Belieben zu ken verpfändeten Sachen zu gelan en, übe: fie zu verfügen und Anderen den Zutritt zu ßestaiten. Gebrau machen will oder nicht. .Es mu ein Zustand ergeftellt werden, welcher dem Gläubiger den auss ließiichen Gewahrsam verschafft und die Einwirkung Anderer verhindert; sonst ist eben eine derartige Ver. Pfändung nicht statthaft.“ (383/95.)
- Die an die Wittwe eines beim Eisenbabn-, Bergwerks- 2c. Betrieb Getödteten auf Grund des „Haftpflichtgrseßes zu zahlende Eniscbädigungßrente hört, nach einem Urtbetl des "Reichsczerichts, 111. Zivilsenats, vom 24. März ,1896, zwar re elmaßig mit der Wiederverheiratbung der Wittwe auf., jedo ist die Rente in dem Fakir, wenn der zweite Ehemann zu ihrer Alimentation nicht fähig ist, weiter zu zahlen. .Die Wittwe ?rleidßx zwar, wenn sie sich wieder verheirathet, regelmäßig weiterhin emen “Schadrn nicht, da der zweite Ehemann zu ihrer Alimentation berpfiicbtet ist; soweit aber die er dazu nicht fähig ist, wird an ihrer Lacie durch die neue Ehe ni ts geändert, sodaß die Mb,;licbkcit einer Haftung drs Beklagten Tiber/xie)Wiedervcrbeiraihung hinaus kein-LSwrgs ausgeschlossen ist.“ 404 5.
- Die an einen Reethnwalt, weicher lediglich den Verkehr der auswärts wohnenden Partei mit dem Prozeßbevoilniackyttgten fübri, ezablte Korrespondenzgebübr braucht, _nach ernem Beschluß des Ziciäpsizericbts, 111. Zivilsenats, vom 24. Marz 1896, Von der unter- liegenden Gegenvartei nicht erstartct zu werdrn, Wrnn die obsicgende Partei in drr Nähe des Ortes, an welchem der Prozeß_sta11findet, wohnt und ihre Fabri nach dem Prozeßort „zur mündlichen Rück- svracbe mit ibrrm Prozeßbeyylimäcbtiqicn we1entiich geringere Kosten verursacht hätte, als der schrifilicbe Verkehr durch einen Korrespondenzmandatar. .Es mag zugsgeben werden, da bei dem einigermaßen Verwickelten und umfangreichen Streit- material , wie es namentlich in der Klagebeantwortung bervortrat, die Kläger ibrrn in [. wobnrnden Prozeßbsvollwäcbtigtcn nicht wohl auf schriftlichem kgc instruieren konnte'n. Immerhin war aber zu diesrm Zweck die aniebun Links chhtSanwälis nicbt notbwwdig; vielmehr konnte dir Jntruktion dcs „roze bevoÜ. mächtigirn recht wohl auch in der Wrise ersolqen, daß ich die Mit- klägcrin N. oder deren Ehrmann Persönlich zum Fler Anwalt begab; dirs crfordcrte höchstens zwei Reisrn Von W. nach Fl., drren Aufwand offenbar dkanrtrag von 60.34 nicbt erreichte. Es war hiernach die berecbnrtr KorrsspondcnzgebübZ dxs Rechtßatiwalts S. zu sircichen, als Ersalß dafür aber den Klgzierxi der Aufwand für eine zweima ige Reise der Miiklagertn Von W. nach Fl.zuzubi11igcn.“ (46/96.)
Entscheidungen des Ober-Verwaltungsgerichts.
Skßi ein Pfandbrief-Institut den Zinsfuß ibrxr Pfand- briefe berab unterZabluna eincr Herabseßungs-Entschadigung neben den herabgexeßtm Zinsen an die Pfandbrief-anaber, so aebört, nach einem Urtbcil des Ober-Verwaltunqßgericbts, 7]. Senats, 1. Kammer, vom 21. Nooembrr 1895, hinsichtlich der Veranlagung drs Pfandbrief-Jnstituts zur Gewerbesteuer dicxsx Entschädigung 7136an wie die Pfandbriefzinsen zu den abzu Siahtgen thrtebZ- kosten. „Die Entschädigung ist eben o, wie die ?Zmsen, ein Aequivalrnt fiir die Benußung der Kapitalien eitens der Schuldnerin und deshalb in rechtlicher Béziebung genau so zu beurtbrilkn, wie die' Zinsrn selbst (vgl. AÜg. L.-R. Tb. 1 Tit. 11 §§ 803, 810 ff.). Dürfcn diese in Abzug gebracht werden, so 111 das Gleiche hinsichtlich dc'r Herabseßungs-Entschädigung der Fall, Das; drr Betrag auf einmal gszablt wird, ist ebrnso unerheblich, wie in dem Fall, wo das Kapital zuglcicb mit sämnttlichen_ insen dem Gläubiger zurückgezahlt werden muß. Ueber dir Zulas gkeit dsr Abzugsfähigkeit der Pfandbriefzinsen hat aber bei den Veranlagungs- bebördrn niemals ein Zweifel grberrscbi." (171. (1. 143/95.)
- Der Fäbrbeirieb gegen Entgelt auf Grund eines staat- licbsrfeits vcrliebenen Privilegiums unterliegi, nacb einrm Urtbeil drs Ober-Vcrmaltungßgerickpis, 171. Senats 1. Kammer, vom 9. Januar 1896, drr Gewerbesteuer. .Das Recht, Fäbrrn und Prabmen zur Uebersetzung JLJM Entgelt über öffentliche Flüsse zu balken, ge- hört nach §§ 21, 24 Tit. 14 Th. 11, § 51 Tit. 15 Tb. 11 des AUg. L.-R. zu den niedchn Rrgalisn, kann also nach § 26 Tit. 14 Th. 11 a. a. O. an:!) von Privatversoncn erworben und bescffcn werden. Das von einrr Priwatperson erworvrne oder von ihr besessene: Recht zur Haltung eincr derartigsn Fähre ist aber zweifellos ein Privatrecht. Wrnn jemand auf Grund diejes Rechtes dcn Fäbrbetrirb gegrn Entgelt, also das Transportgewrrbe ausübt, so ist er ganz in derselben Lage, als wenn er das chht zur Ausübung vom Staate nur grpackoiet hätte. Ob ihm das Recht ais eigrnes entgeltlich oder uneutgeltlich Verlieben ist, kommt nicht tn Betracht; er steht nicht anders da, wie z. B. der Inhaber einrr Rsal- scbankbcrechtigun . Es kann hiernach kein Zweifel darüber sein, da der BeschwerdefÜ rer mit Rücksicht auf das von ibm durcb den Fährbkiric über dir Weichsel ausgeübteTransportgewerbe der Steuerpflicht nach Maß-
abe des GeWerbesicuergcfeßes vom 24. Juni 1891 unterliegt. Dem steht
insbesondere auch nicht der Umstand Entgegen, daß die Bestimmungßy der Gewerbcordnung für das DeutscbeReich nacb drr VVksk-bklst in § 6 auf die Befugnis; zum Halten öffentlicher Fähren keine An- wendung finden. _ Denn die kaerbcordnung b-Zzwsckt nur die Zr- werbepolizeiiicbe Regslung, schließt aber nicht aus, daß das Gcwcr e- fteuergrsetz drn Begriff des Gewrrbes weiter aquebnt und auch s01chs Tbätigkriten drr gkwerblichen Vcsteuerung unterwirft, welch? die Ge- werbrordnung nicht für Gewerbe crachtet odcr überhaupt nicht be- rührt." (71. (3. 659/95.)
Statistik und Volkswirthschaft.
(Hritern wurde bierseibst dsr von ctwa 100 Delegirtén beschickte )(171. Deutsche Glascrtag mit Liner Bk rüßungßansvracbe dcs Obermeisters Jeffel-Berlin eröffnet. Dcm escbäftsberirht 31110le zählt der Verband z. Zt. 1769 in 77 Innungen béreinigts Mitglieder- Jm abgelaufrnen Jahr sind ihm wirr Innungen uad 211 Einzrlmkk“ giiedrr beigetrstén; z1V81J1111U11,18-'l wurden nru gegründet. Bst Bk- ratbung iiber dic? Neuorganisation dcs Handwrrks nahm der LGT“ beime Obkr-Regierungs-Rati) Ur. Sieffcrt, weicher als BE!“ treter des Ministrriums für Hande“! und G'wcrbe drn VT?“ handlungen bciwobnts, zu Einer längérrn RWL das WM- in welcher er nähere Mittheilungen iiber drn Inhalt der VU" der preußischen Regierung beim Bundeßratb eingrbrachtcn VN“ lagr, betreffend die Orßanisation des Handwerks, machte. Im weiteren Vrrlauf der Verhandlungen wurde nach einem Referat des Obermristers Jesssl über die Errichtung einer Verbands-F.ickpslbule der Vorstand mit der AUSarbe-itung dieser Idee einstimmig beauftragt“
Auch der Verband deutscher Friseyr- und PLT“ rückenmacher - JnnunZZn trat estern bierjelbit zu skmkm 25. Kongreß zusammen. er Verbau zählt jeßt in 313 Innung?"
Als Vertreterdes Ministeriums für Handel und Gewerbe war 173 ngierungS-Asieffor Von Vkeyeren anwesend, und naeh Beslnn Beratbungen erschien noch der Geheime
Rath 1)» Sieffert. Verbandelt
25 386 Mitglieder, einschließlich 3038 Gehilfen und 7000 Leb'rlingkn' *
Ober . Regisrunsß' * wurde über die Orga“ .
ation des Handwerks und über die Sonntagörube. Jn
ezu? auf leßtere wurde eine langere Resolution genehmigt, in der es be ßt: .Die Versammlung beschließt, bei den Verwaltungsbebörden dabin vorstellig zu Werden, daß es uns gestattet werde, unser ersonal bis 4 Uhr Ncicbmittags zu beschäftigen, da in den eingeschrän ten, uns noch übrig bleibenden freien Stunden das Geschäft kaum zu bewältigen ist- In den Ausführungsbestimmungen über die Sonntagßrube sind unseren Gehilfen und Lehrlingen für die wenigen Stunden der Sonntags- arbeiten bedeutende Vergünstigungen (Freigabe eines halben Wochen- tages 2c.) vorgesehen, wodurch den Inhabern unserer (Geschäfte schwere Opfer auferlegt sind. Diese Bestimmung ist namentlich mit Bezug auf die Lebrlin (? lebhaft zu bedauern, da die Prinzipale wäbrend der freige ebenen ochenta € nicht in der Lage sind, die ihnen pflicht- gemä zysiebende Beau?sichtigung ihrer Lehrlinge- in geeigneter Weise durcbzufubren. Durch die freier! Wochentag-Nacbmittage sind die Lehrlinge den" schwersten sittlichen und moralischen Erfahren außgeseßt._ Wahrend sie einerseits bei schkechiem Wetter und im Winter die fme Zeri nicbt im Freien zubringen können, ist anderer- seits der Besuch _von Lokalen, sel st wenn sie die hierfür erforderlichen Mittel, zur Verfugung hättrn, außrrordentiich bedenklich. Dikser u- siand isi namentlich für solche jun en Leute nachtbeilig, welche 9 ne Angehörige am Ort sind, und be denen der freie halbe Tag nicht durch Fackxschulbesuchdusxxefülit werden kann. Der Verbandstag hält deshalb eine Einsxhrankunq dieser Bestimmung im aÜgemeinen für wimscher'swextb, fur die Lehrlinge aber ist eine Aufhebung der Be- stimmung mrt Rücksicht auf die damit in Verbindung si€benden sitt- lichen und moralischen Gefahren unumgängiich erforderlich, und er beauftragt sxinen Vorstand, mit aUen Kräften in diesem Sinne einzu- treten.“ Die Fordsrung, bis 4 Uhr das Personal beschäftigen zu dürfen, Wurde mit 158 Stimmen angenommen; 138 hatten für 2 Uhr gestimmt. Der sonntägliche Vier-Uhr-Sch1uß soll aber nur für die Zeit vom 1. November bis 1. März erbeten werden.
Unfall- und Krankenbersicherung für die Betriebe der Königlich bayerischen Heeresverwaltung.
, Das „Verordnungsblatt des Könixilicky bavsriscben Kriegs- Ministeriums" veröffentlicht in der jüngst erschienenen Nr. 20 eme den Vollzug der §§ 2 bis 9 des Rsichsgeseßcs über die Ausdehnung der Unniall- und Krankrnbersickyeruna vom 28. Mai 1885 betreffende AÜerhdcbfte Vrrordnuug vom 3. Juli d. I., nach welcher künftig d1_e Befugniffr und Oblicgrnbeiten eincr Ausführungsbebörde durch diE Jntendantur der militärisckxen Institute wahr- genommen werden. Drr Geschäftsbericikt der Ausführungsbebörde erstreckt sicb auf qlle Betriebe der bayérischen HeereSverwaltung. Für deri Grschaftsber€ichfder Ausführungsbebörde wird ein Schiedsgericht errichtet, wrlches _skme'n Siß in München bat und die Bezeichnun fubrt: „Schiedsgerickit für die Betriebe der bayerischm Herrrsverwa - tung". Drr Vorsiyende des Schiedsgerichts, sowie sein Stell- vertreter sind durch das Kriegs - Ministerium zu ernennen. Die Feststeüung der Entschädigungen für die durch Unfall Vrrleßten und fiir die Hinterbliebenen der durch Unfall Getödteten erfolgt durch die Jntendaniur der militärischen Institute. Eine glsichzxitig veröffentlichte Ministerialentsäplikßung vom 16. Juli_ erlasit die durch dir vorstehenden Arnderungen vcr- anlaßlten Ausfuhrungsbestimmungen, sowie als Anlage dazu ein Re- gulattb, betreffeyd die Wahlen drr Vertreter drr Arbeiter und der von_ diesen zu wahlendkn Beisißer zum Schiedsszrricht auf Grund des Unsailbersicherungs esryes vom 6. Juli 1884 und des Ausdehnungs- gefeßrs vom 28. ' ai 1885.
Verbandstag der sächsischen Jnnungßberbände.
Der 9. V'erbandStag der sächsischen Jnnungßverbände wurde gestern in Gcgenwart der Vertreirr der Staatsregierung, der stadtiscben Brbörden und der Handelskammer eröffnet. Von den 282 Jnnun en waren 124 Vertreicr für etwa 200 Innungen er- schienrn. ach langerer Debatte über die Gründung landwirtbschaii- iichkr und gswerbitcher eingetragener Genossenschaftrn wurdr, wie „W. T. B.“ weldet,jem Antrag genebmiat, nach welchcm eine Kom- mission zu wahlen iii, _ die das Interesse für gewerbliche Genossen- fcbaftkn in „Handwerkerkretscn förde'rn und bierdurch für die Errichtung solcher Stimmung machrn soll.
' ' Zur Arbeiterbcwc ung.
JiiLeivzig hielten die Glasergeßiifen am Frritag eine Vrrsammlung ab, in ercher über den seit Anfang Vorigrn Monats bestebrnden Lindstan d verhandelt Wurde. Es wurden damals von 230 Glasergebilien 130 ausständig, welche aber grgenwärtiq fast sämmt- ltcb wieder arbeiten, nachdem sie eine entsprechende Lohnerböbung erzielt bgben. Jm Ausstande befinden sich jest nur noch 11 Gehilfen. Durch die Annahme des Von den Gebilfrn in Gemeinschaft mit der Innung ausgearbeiteten ncucn, bon dem alten Gebilfentarif nur unwesentlich Verschiedene_n Lobntarifs erklärte die Versammlung den Ausstand für beendei, beichioxz aber, die bisher über eine Fabrik verhängte Sperre - weil daselbt die dort beschäftigten Tischler zugleich die Glaser- arberten aussi": bren - bis auf weiicres aufrecht zu erhalten.
Aus Bayreuth wird drr Münchener „5211131. Zig.“ unter dem 18, d. „R. gemeldet: Die Aussiäudigen in der Hof-O Lnfabrik L.Sei1er babrn durch Unterschrift erklärt, daß sis fi theilweise nur durch Drohuggewgenötbigt sahen, dem Ausstand sicb anzuschließen, feiner daß sie freiwiiitg aus dcm Fachverein außgetre'ten find und sich nie wieder in xinen solchen auinkbmen lassen wrrden. Auf diese Er- kläruxi und ihre? Biite hin wurden die Ausständigen wicder in die Fahrt aufarnommrn,
Aus Tonio u se meldet „W. T. B.“: Der Appellationsbof ver- urtbeiite den Deputicten Jaurds und die Zritungcn „DSW e' in Toulouse und „Petite République“ in Paris zu 15 000 Fr. S adsn- erscZF zu Gunsten dcs Direktors der Glasfabriken in Carmaux, Re eguier, der sie wegen Bkrleumdurgrn und beleidigender Aeuße- rungen, welche sie über ihn während des Ausstandes der (Glas- arbeiter zu Carmaux Verbreitét batten, berklagt batte.
Kunst und Wissenschaft.
Der rofessor der Augenheilkunde an der Universität Marburg W. Ubi qff bat, wir „W. T. B.“ von dort meldet, einen Ruf an die Universitat Breslau erhalten und denselben an- genommcn. _ - Bei einer Erdaufgrabung in Kastel beiMainz wurden, wre_ die .Nat.-Ztg“ miitbeilt, dieser Tage zwei römische Meilen- steine aufgedrckt. Dixselbcn standen noch aufrecht, wie ehedem, nnr waren bei einer spateren Straßcnanlagc die Kövfe abgrschlagen wordxrr, sodaß die Inschrift drs einen größtkntbeils zer- stört ist; Dagegrn brsaqt die Inschrift des zweiten Steines, daß derwlbe untsr Kaiser Hadrian im Jahre 122 n. Chr. 1128131 ist und daß die Entfernung Von 11 119.6 Uabdiucorum Wiesbaden) 6000 Schritt beträgt. Es mu also an dieser telle eine römische Straße nach Wiesbaden sich abgszeigt haben. 6900 römische Doppelschritte sind nahezu 9 km; die Entfernung ist "ck11 angegeben. Die Steine standen in 1,50 m Abstand an drr St_ka_e, welche schon in Römerzeitrn, wie noch heute, Kastcl und Nbxun in gerader Linie verband, und zwar anscbcincnd nur wenige [) ch§ritte vor dem Thore des alten Castrums. Die Steine wurden in ie Ultrrthums-Sammlungen von M*ainz aufgenommen.
-Laud- und Forstwirthsthaft.
Saatensiand in PreuFetli'qugZie Mitte des Monats u i . b Nach den Ermittelungetx des Königlichen Staiiftisäpen Bureaug “WNW der Stand der Saaten in Preußen um die Mitte des vnats JUli zu folgenden Erwartungen (Nr. 1: sehr gute, Nr. 2: Wie, Nr. 3: mittlere (durchschnittlicbe), Nr. 4: gerings, Nr. 5: sehr ßer nae Ernte): Winterweizen 2,4 (wie im Juni), Sommerweizen 2,8
viebmarkt vom 18. Juli 1896.
(im Juni 2,9), Sommergersie 2,9 (im Juni 2,7), Hafer 3,0 (im Juni 2,8), Erbsen 3,0 (im Juni 2,8), Kartoffeln 2,6 (im Juni 2,7 , Klee (ami) Luzerne) 3,2 (im Juni 3,1), Wiesen 2,9 (wie im Juni)
Erläuterxid wird hierzu in der „Stat. Korr.“ bemerkt:
_ Die bereits im Juni aus einzelnen Provinzen gemeldeten Kla en uber anhaltende Trockexibeit haben im laufenden Monat noch eine er- starkung erßabren. Die in den meisten östlichen Provinzen auf- getretene Durre hat nicht nur angehalten, sondern auch eine nicht
eruige quabl der westlichen Bezirke ist in der verflossenen
erichtsperiode obne _außreicbende Niederschläge geblieben. Im Osten sind Es hauptsachlich die Provinzen Ost- und Westpreußen, Xommern und ' Posen sowie der Regieruanbezirk Frank-
urt, in denen insbesondere die mit Sommerfruchten be eilten Felder infoige der langen Trockenheit weniger erfreuliche Ernte- aussichten 11181an im „Westen leiden unter der Dürre hauptsächlich die Negierunnßbeznke Murzsier, Minden, Wiesbaden und ein Theil der Rheinprovinz._ Auch in drr Provinz Schleswig-Holstein fanden in der zweiten Halfte; des Zum keine nennenSWertben Niederschläge statt; Zrst' Anfang, Juli steilte sich eine kurze Regenzeit ein. In allen ubrigen Regierungsbezirkxn war das Wetter im allgemeinen fruchtbar, wenngleich es guck) htrr nicht an (Gegenden EHU, in denen aber Trockenbeit Klage geführt wird. In en Regierungs- bezirkeii Stettin und Trier, welche im Iuniberieht als besonders bon der_Durre betroffen angeführt'wurden, Haben zwar Gewitter Nieder- sch1a,g€ gebracht und die bei einzelnen Früchten befürchtete Mißernte Verhindert; sie haben aber einen nennenswertben Nutzen nieht mehr zu bringen xder gar den entstandenen Schadcn zu beseitigen Vermoch1.- Hagelschaden Werdkn (1113.61 Bericbisbezirken gemeldet gegen 49 im leichen Monat des Vorjabrcs. Davon entfallen auf die Provinz
acbsrn und Hannover 18 13, auf Schléswi Holstein 7, auf Pom- mern 6, auf Brandenburg 5, auf OstpreuFen und éeffen-Jiaffau je 4, aui Schlefirn 3, auf Westpreußen und Westia en je 2, auf das Rbrmland und _Hobenzoüern js 1 Berichtsbezirk. Zn 20 der ang'efuhrtrii Falle war der Umfang des angerichteten Schadens ern , großerer. - Beschädigungen durch Insekten werden nur veremzrlt gemeldet. In einigen Theilen des Regierungs- bezirks Cassel sollen jedoch die in Massen vorhandenen Engeriinge bksonders Utzier dcn Hackfrüchten Srößcrrn Schaden anrichten, auch macht fich dic: Mausebiage wieder emrrkbar, und kommen hierüber besonders mis den Regierungsbezirken Schleswig und Stade sowie ??Uls den ngirrungsbezirken Lüneburg, Aurich und Koblenz mehrfach
agen.
„Dcr Simid dks Winterweizens ist im wesrniiichcn dersribr Lkbllebkn wie im Vormonat. Auf autem Boden und besonders kräftig estaydenen Fridern bat sick) durch dir mit Sturm Verbundencn Erwittrrr'eaen Vielfach Lager qebildrt, was auf dic Ausbildung drr Kornrr nicht obne Einfluß bke'ibx'n dürfte. Aus fast aUen Landes- ibetle'n kommkn Nachrichten über Beschädigungen durch Rost, die in den Regierungsbszirken Posen und Breslau einen größeren Umfang angenommen haben.
'Mit dem Schnitt des Winterroggens bat in den meisten Bezirken brgonnen werden können; es werdsn jedoch Klagen darüber laut, daß drr (Ertrag hinter den grbegtkn Erwartungen zurückbleibe. Infolge der großen Dürre sch€int die normale Ausbildung der Körner elitten zu haben; vielfach werden die Aebrrn als leicht bezeichnet.
umibeii hat auc!) Sturm oder Regen die Blütbe estört, und soll der KornsransaÉ l'uckenbaft sein. In den von der Hütte besonders beimgesuchien ebietrnfist auf leichtem Boden vielfau- Notbreife ein- getreten. Das Stroh ist im allgemeinen lang.
. Bei _der Sommerung hat der Mangel an ausreichenden Niederschlage'n die ("Ernteaussichten berabgemindert. In den meisten dsiltchen Bezirken diirfte nicht mehr auf eine Mittelernie zu rechnen sein. Die Gerste zktgt bin, und wieder Rost und hat im aÜgemeinen nur'lexcbtes Korn; immerhin wird dieselbe im Durchschnitt noch einen befriedigendeti Ertrag geben.
Am wersien, zumal in. Gegenden mit leichtem Boden, bai der Hafer ge'lttten. Derselbr ist fast durchweg kurz im Stroh, ins- besbndere m eirizelnen_östltchen, namentlick) westpreußiscben Berichts- be'zirkcn. Wo im Friihjahr dte_Saaten zeitig den Boden bedeckten, zrkgtbfich dde'r Hafer wrderstandßfahtger. Hin und wieder findet sich
ug ran .
Auch die Erbsen haben unter der Trockrnbeit gelitten und mir wenig Schoten angesrxzt. Mancherorten sind dieselben, wir überhaupt allrs Rundgeircide, vom Mébltbau befallen.
, Am besten scheine!) fich„die Kartoffeln gkbaltcn zu haben. Dieselben sieben 'zumaist kraftig im Kraut; jedoch wird für den Knollenansaß baldiger Regen ewünscht. Kranke Kartoffsln sind bis- her nur ganz Vereinzelt bemert Worden.
Der erste K_le'eschniit hat nur geringe Erträge geliefert, ist aber - wenige Bértchtsbeznke ausgenommen - in uter Beschaffen- heit eingebracht worden. Der zweite Schnitt gil! beßondcrs im Osten vielerorten schon jest für verloren.
" Auch die Wiesen babén im aligemeinen nur mittelmäßige Er- trczge'gcgkbrn, da das Untergras entweder ganz fkblte oder doch nur sparltciy ncicbgcwacbsen war. „In dcn Provinzrn Sch1€sien und Sachsen sdkvte in einem" großén Thetl von Hannober bat anhaltender Regen dt? Ernte de_rzogert; das Heu ist dort zum tbcil verdorben oder doch minderwertbti_ ewordrn. Vom zweiten Schnitt gilt dasselbe wie Vom Klee. ÖV, er gßlxgene Wiesen haben Von der Dürre gelitten; nur bxt Flußwrescn laßt fich noch ein befriedigender zweiter Schnitt erwar en.
Eine große Ausstellung Von Kaninchen aller Rassen, Hasen, Lepor1d_en, Freitckpen, Si ngvögein und Tauben , verbunden mit Pramiierung und Verloosung, findet in den Tagen vom 1. bis 9. August cr. im Westfälisckpen Hof zu S t cg ii 8 statt. Veransiaiiet wird diese Aussteuung Vom Verein für Kanincbrnzucht in Berlin (Z., und sie bezwcckt, die Zucht des Kaninchens in den Vororten durcb Vorfubrung großcr, schwerer Edelkaninchen-Nassen und rationeller Stalleinrichtungen zu fördern.
Saatrnstand in Dänemark. Der Stand der Wintersaaten wird durchschnittlich (116 ein guter bezeichnet. Auel) die Frübjabrßsaczten haben sich im (Großen und Ganzen ßut rniwrckrlf; sie „bedürfen jedoch zu ihrem wcitrrcn Fortschreiten aldi Er und reichlicher Niederschläge, da der Ackerboden infolge der anba tenden Dürre der leßien Zeit sebr ausxzetrocknct ist.
GesundheitZWesen, Thierkrankheiteu nnd Absperrungs- Maßregeln.
(W. T. B.) Die Cholera ist im Ab-
nehmen begriffen; estern kamen 159 neue Erkrankungen und
119 Tvdcsfälie bor. n Kairo und Alexandrien war kein Todesfall, bei der cgyptischrn Armee nur einer zu verzeichnen.
Kairo, 20. Juli.
Handel und Gewerbe.
Tägliche Wagengestellung für Kohlen und Koks an der Ruhr und in Oberschlesien. An der Ruhr sind am 20.1). M. gesteüt 12313, nicht rechtzeitig gestellt keine Wa en. In Oberscßlcsien sind am 18. d. M. gestellt 4002, nich1recht. zeitig gestellt keine Wagen.
AuSweis über den Verkehr auf dem Berliner Schlacht. Auftrieb und Marktpreise nach Schlacbtgewicht mit Ausnahme der Schweine, Welche nach Lebend. ewicbt gehandelt werden. Rinder. Yuftrieb 2538 Stück. (Dur . Zckpnittsvreis für 100 kJ.) 1. Qualitat 110-116 „M, 11. Qualit
100-108 „M, 111. Qualitat 90-96 „46, 17. Qualität 78-86 «M -- Schweine. Auftrieb 6897 Stück. (Durchsckonittspreis für 1001cg.) Mecklenburger 88 „46, Landschweine: ute 84-86 .“, b. e-
im uni 2 6 Winterspel “ , , 3 2,5 (wie im Juni), Sommerspelz 4,0 (im uni 3,0), Winterroggen 2,5 (wie im Juni), Sommerroggen 3,1
Ü. ringere 78-82 „jk, Galizier -,- .“, leichée Ungarn -,- „ji, ei
20 9/0 Tara. Bakonyer -,- .“ bei - 1: Tara pro Stück. - Kälber. Auftrieb 1204 Stück. éDurcbschFittspreis für 1 kg.) 1. Qualität 1,06-1,16 .“ 11. Qua ität 0,92-1,04 .“, 111. 113155710 «,.-, 5944.45 (
r - - , - , , - 1,00-1,04 .Fr, 111. quasität _u-a_ „ii 4 ““ U Qualität
- .Saling's Börsen-Jahrbuch', wel es den zweiten (finanzierten) Theil von „Saling's Börsen-Papiere“ biLet, ist im Verlage der „Lande u. Spener'schen Buchhandlung (F. Weidling) in Berlin in der ux 1896-97 bestimmten Ausgabe ers tenen, welche zu leich die zwanziasteYuflage des vortrefflichen Nack) chiagebuchs für Öanquiers und Kaxttaiisten darstellt. Auch diesen neuen Jahrgang, wie alle lfruheren, hat der ,als Statistiker bewährte Schriftsteller W. &. Hertslet beqrbeitet, dessen fachmännisches Verständniß und dessen Sorgfalt in der Zusammenstellung und Sichtung des" uxnfangreicben St_offs hinlänglich bekannt ind. Salin- 's BorsenjabrbuYunthrsch'eidet„sicb von allen ähnlichen achschlagewe en durch. die in balttgkeit [Lines Inhalts, der nicht nur alle an der Berliner Borse markiéxan igxn Papiere, sondern auch die fiir weitere Handels- und Kapixali ten reise wichtigen Werthpapiere, die an andern deutschen Börsenpla en gehandelt werden, umiaßt. Eingeben!) wird m diesem Jabrbu dczs Kapitel .Münzyn, Papiergeld und Wechsel“ behandelt, wie auch die Finanzen aller durch An- leihen Vertretenen Staaten, soweit möglich, erschöpfc'nd dar. gestellt werden. In der vorliegenden neuen AuSgabe sind wieder alle neu an die Börse gekommenen apiere - was dicßmai besonders für den Markt der industriellen Aktien wichtiß isi - der arwobnien sach- lrch€n Bespreziyung unterzogen und die ei älteren Papierkn einge- treienen Veranderungen angemessen brrücksicbtigt wordkn. Im Herbst wird auch in diesem Jahre ein ,Ergänzun sbefi“ erscheinen, durch weiches „drm Nachschlagebuch dauernd mögli ste VoUständigke-it und Sicherheit der Angaben und Nachweise verliehen, und das den Käufern des HZuptwerks unentgelilicb nachgeliefert wird.
Stettin, 20. Juli. (W, T. B.) Getreidemarkt. Weizen Fschafislos, lyko -, per Juli-August - psr Sept.-Oktober 137,50.
oggen geschaftslos, loko -,-, per Juli-August -,-, vr. Sept.- Okt. _111,00. Pommerscher Hafer loko 118-124. Rüböl loko unberandcrt, per Jult-Aug. 45,50,Pcr Sevtbr.-Okibr. 45,50. Spiritus fester, 1010 mit 70 «14 Konsumsteucr 33,60. Petroleum loko 2130,55.l
rss au,20. Iuii. (W. T. B.) Geirride- und ro- dlitkéennéarth. [ SPIXX per 100 1 100% exkl. 50.34 Verbrthhs- a ga sn r. ui 5“, ., do. 0. 70 „44 ißrbra Juii3340. L uch§abgaben pr.
Magdeburg,„20. Juli. (W. T. B.) Zuckerberi t. Korn- zuxker eil. von 92% -,-, Kornzucker exkl. 88 0/0 ' endement 9,45, *mcbprodukte exkl. 75% Rendement -,-*-. Matt. Brotraffinadel 25,00. Broiraifinade 11 24,75 Gem.Raffinade mit FY; 24,50-25,50, Melis 1_mit Faß 23,75. Ruhig, stetig. Rob- zu _er 1. Produkt Tranfiw s. a. B. amburg per Juli 9,30 (Hd., 9,37€ Br., pr. August 9,35 1:84. und 5 r., pr. Srptembc-r 9,47-1 bez., 9,50 Br„ pr. Okwber-Dezember 9,90 b€z„ 9,921 Br„ pr. Januar- März, 10,10 bez., 10,129l Br. Flau.
Köln, 20. Juli. (W. T. B.) Geireidemarkt. Weizen Xoxo FZZ? fremdelr k10k11155025'“ RWFLJ diesig? ioko 12,75, fremder
o o , , neuer O o , . Iairr ie gyr o o 13,50, emder loko 13,75. 'Rü-böl lolo 50,50, vr. ktbber 49,30. fk
Leipzig, 20. Juli. (W.T.B.) Kammzug-Terminbandel. La lata. (Grundmuster 13. pr. Juli 3,22k „x(,pr.August 3,224 .“, vr. eptember 3,221 „xs, pr. Okwber 3,25 „46, pr. November 3271.64, vr. Dezrmber 3,2711 „46, pr.,Januar 3,30 „45, rr. Februar 3,32€ „44, pr. Marz 3,324; „kü, pr. April 3,323 «ki, pr. Mai 3,35 „44, pc. Juni 3,35 ,“ Umsay 40 000. Ruhig.
Mannbemi, 20. Juli. (W. T. B.) Produktrnmarkt. Weizen pr. Juli 14,40, pr. November 1420. Roggen vr. Juli 11,40, pr. November 11,60. Haier pr. Juli 12,60, pr. November 12,10. Mars pr. Juli 8,50, pr. November 8,70.
5Yrernen, 20. Juli. (W. T. B.), Börsen - SchluFericht. Raffiniertes Petroleuxn. (Offizielle Notierung der reuter Fetrolcum-Börfe.)“ Ruhig. Loko 6,25 Br. Russisches Petroleum. ,oko 6,15 Br. Schmalz _rubig. Wilcox 21 , Armour sbield 20145, Cudabv 211,1, Choicewroxry 21.“ «5, Wbite label 214 z, Fairbanks 20 „z. Speck rubxg. Short clsar middl. loko 22 „z,. “ eis ruhig. Kaffee ruhig. Baumwolle stil]. Upland middl. [010 36 4,3. Taback. 183 Faß Kentucky.
,Hamburg, 20.Ju_1i.„ “_ W. T. B.) Getreidemarkt. Weizen l'oko rubtg, bolncmi! er loko neuer 146-152. Roggen loko ruht? hi gxr -,-, meckleyburger loko neucr 120-124 russischer oko 'rubtg, 74:80. Haier fkst. Griffe fest. Rüböi (unverzollt) ruhig, lolo 46. Spiritus brbaubtct, pr. Jisii-August 17-1 Br., pr. Augusi-Septrmbcr 17.1 Br., pr. Scptcmber-Okwber 171 Br., pr. Oktobrrvabembcr 17§ Bc. Kaffxc ruhig. Umsas 2000 Sack. Petroleu_m ruhig. Standard wbiie loko 6,15.
Kaffee. (Nachmtttagsbericbi) Good aberage Santos pr. September 56z, vr. Dezsmber 541, pr. März 54, pr. Mai 54. Behauptet. - uckermarkt. (Schlußberickot) Rüben-vazuckcr 1. Produkt Wa 18 “83 0/0 Rendcmrnt neue Usance, frei an Bord Hamburg pr. uli 9,271, pr. August 9,35, pr. September 9,47-1, pr. Oktyber 9,821;- Pr. Dezrmber 9,95, pr. März 10,20. Matt.
W1en,20.Juli. (W. T. B.) Getreidemarkt. Weizen pr. Herbst 6,63 (Hd., 6,65 Br., pr. Frühjahr 6,96 Ed., 6,98 Br., Roggen pr. Herbst 5,63 Gd, 5,65 Br., pr. Frühjahr - Gb., - Br. Mais pr. Juni-Juli - Gb., - Br., pr. Juli-Auxcust 4,04 Go., 4,08 Br., pr.?!ugust-Septi'mber- Gb., - Br., pr. September- Oktober 4,14 Ed., 4,16 Br., pr. Mai-Iuni - (Hd.,- Br., Hafer vr. Herbst 5,55 (Hd., 5,57 Br., pr. Frühjahr - Ed., - Br.
- 21. Juli. (W. T. B.) Die Brutto- Einnahmen der Orientbahnen betrugen in drrr 27. Woche (Vom 1. Juli bis 7. Juli d. J) 163 556 Fr., Abnabme gegen das Vorjahr 20 337 Fr. Seit Bkginn „drs Betriebsjabres (vom 1. Januar bis 7. Juli 1896) betrugen die Brutw-Einnabmen 5506 515 Fr., Zu- nahme grgen das Vorjahr 222 082 Fr.
_, London, 20. Juli. (W. T.B.) Getreidemarkt. (Schluß.) Sammtltche Getreidrarten ruhig, aber stetig, für schwimmenden europäisch8n Mais zicmlichsr Begrbr.
Wollauktion. Preiss stetig.
An der Küste 5 WeizenladunZken angeboten.
„969/0 ngazucker 12 ruhig, übcn-Robzucker loko 95/1- ruhig. - Cbtle- Kupfer 491/143, pr. 3 Monat 491.
New-York, 25 Juli. (W. T. B.) Die Börse eröffnete unregelmaßt ; im weiteren Verlauf Wurde die Haltung auSgesprochen matt, und er Schluß war wieder unregelmäßig. Der Umsav in Aktien betrug 412000 Stück.
Der ungünstig; Eindruck der politischen Lage und die Besorgniß bor irrncrcn betrachtltcbkn Goldberscbiffungen läbmten brute das Gcschait auf dem Geldmarkt.
An Gold ist zur Ausfuhr bestimmt: 3030000 Doliars für Deutschland und 350 000 Dollars für Canada. Man spricht von- einer Bewegung, die darauf hinwirken oll, daß von Banken Gold gegen Greenbacks bis zum Betrage von 25000000 Doliars an das Unterschaßamt eingezahlt Werden. Der Prajident der Nationalbank bat die Erklärung ab rgcben, es könne, wenn nötbig, eine beträchtliche Summe Gold bescbaÉt werden.
Die schwache StimmunZl für Weizen welche am Sonnabend in der Nachbörse noch zum usdruck kam, ,berrscbte auch heute noch bei der Eröffnung des Markts vor. ' Die Abnahme der Visible Supply übte zwar einrn beixbenden Einfluß auf den Markt aus, so- daß eine lebhafte Reaktion eintrat, der Verlauf des Cffektenmarkts wirkte indessen xo entmutbiÉend, daß bald wieder ein allgemeiner
reiSrückgang si in den ordergrund drän te. Später'zogen die reife nochmals an, da die Exportnachfrage ch besserte, aber auch diese Aufbesserung konnte sich der schwa en Stimmun des E ekten-
markts ge enüber nicht behaupten, und er Markt fck o , wie er er- öffnete, sYwach. - Eingetrofxxexrkte günstige Ernteberich e batten zu- nachst ein allen der Preise für als zur Folge; darch dir Deckungen ,