von Vanffy und die beiderseiti en Minister der Landes- vertheidigung Grafen Welsersheim und Freiherrn von exSr- 115.11) in Spezialaudienz. Die Gemahlin des Minister- räsi- denten Grafen Badeni wurde von der Kaiserin von Ru lgnd empfangen. Später fand 111 der Hofbur ein Galadiner Mü, an welchem die russtfchen urid d e österrei is en axestäten, die Mitglieder des osterrei ischen ai er- hau es, das Gefol e, die of-, Staats- und ilitär-Würden- träger mit ihren amen t eilnahmen. Beim Eintritt in den Saal führte der Kaiser FranZTFokeph die Kaijserrn Ale andra und der Kaiser 1 0 aus die Kai erin Eli abeth. Nach dem dritten Gange erhob sich der Kaixer Franz Joseph und brachte in französischer Sprache folgen en rinkspruch aus:
Indem ich Eurer Majestät für den Besuch danke, welchen Sie so güti waren, mir abzustatten, und in welchem ich mich fre11e, em Unterp and der Freundschaft zu sehen, die uns vereint, trinke 111) auf das Wohl Seiner Majestät des Kaisers von Rußland und Ihrer Majestät der Kaiserin von Rußland.
Der Kaiser Nikolaus erwiderte:
Indem ich Eurer Majrstät für den liebenswürdigen Empfang danke, welchen Sie uns zu bereiten so ütig Waren, trinke ich auf die Gesundheit Seiner Majestät des Kaißers 11011 Oesterreich, Königs von Ungarn und auf diejenige der Kaiserin und Königin.
Nach beiden Trinksprüchen stießen die rusßschen und die österreichischen Majestäten mit den Gläser?) an. Die Kapelle spielte nach dem ersten Trinkspruch die russische und nach dem zweiten die österreichische Nationalhymne. Die Unterhaltung der Majestäten während der Tafel war überaus lebhaft.
Abends fand eine esworstellung im Hof-Opernhause statt. Bei dem Eintritt in ie Hofloge führte der Kaiser Franz Joseph die Kaiserin Alexandra, der Kaiser Nikolaus die_Crz:
'her 0 in Maria Josepha, welche in Vertretung der Kaiserin EliYaßeth dic Honneurs machte. Kurz nach 10 Uhr war die Vorstellung beendet. ,
Die auf heute Vormittag angescßte Parade ist drr un- günstigen Witterung wegen abgesa t und auf morgen Vdr: mittag verschoben worden. Der KaiJer Nikolgus begab sich heute früh zur Pürsche nach Lainz, wo er Mit dem Kaiser Franz Joseph das Deeuner einnimmt. Die Kaiserin
lexandra stattete im aufe des Vormittags dem kunst- historischen und dem naturhistorischen Hof:Museum einen Besuch ab und gedachte das Dejeuner in der Hofburg einzunehmen. Nachmittag 4 Uhr findet in Lainz ein Familiendiner statt.
Das ,Fremdenblatt“ von heute hebt hervor, daß der Kaiser in seinem Trinkspruch bei dem gestrigen Galadiner dcn Besuch des Kaisers von Rußland als ein 1161er Unterpfand der Freundschaft bezeichnet habe, und sagt:
.Die Freundschaft zweier Monarchen, die so überzeugtc Anhänger des Friedens sind, ist werthtwll für alle Völker. Alle Er- scheinungen, die seit einigrr Zeit wieder die Aufmerksamkeit auf den Orient lenken, verlieren an beunruhigender Wirkung durch das gute Verhältniß zwischen Oesterreich-Un am und Rußland, dessen Konstatierung hüben wie drüben mit aufri tiger Befriedigung aufgenommen wird. In Rußland wie in Oesterreich-Ungarn und auch außerhalb weiß man die Bedeutung dieses durch den herzlichen Ver- kehr beider Herrscher noch gekrästigten Verhältniffrs zu schäßen.“
Frankreich.
Der französische General-Konful in Leipzig Dcrrais ist, wie dem „W. T. B.“ aus Paris berichtet wird, zum Unter- Direktor für HandelSangelegenheifen im AuSwärtigen Amt ernannt worden. Prinet wurde zum Ersten Botschafts- sekretär in München, der Kabinetssekretär Delaroche: Vernet zum Zweiten Bot chaftsfekretär in Berlin ernannt, an Stelle des biSherigen Zweiten Botsghastssekretärs Gauderax, welcher in die Direktion des Auswartt en Amts fur politische Angelegenheiten eintritt. Der Bqtscha tssekretär beim, Vatikan de Foutarce geht in gleicher Eigenschaft nach Berlm.
Rußland,
Wie die „Russische Telegraphen-Agcntur“ meldet, begrüßte die polnische Presse die Durchreise des Kaisers und d er Kaiserin durch Warschau mit großer Begeisterung und „gab der Hoffnung Ausdruck, daß „Warschau die Freude eines längeren Verweilens der Majestäten haben werde, um an den Stufen des Thrones die Aeußerungeu dcr treuen Gefühle der ergebenen Unterthanen niederlegen zu konnen.
Italien.
Der „Agenzia Stefani“ zufolge wird die Vermählung des Prinzen von Neapel mit der Prtnzessin „Helene von Montenegro im Herbst d. I. stattfmden.
Spanien.
Der Senat hat gestern den Geseßentwurf gegen die Anarchisten angenommen. _ '
Die „Gaceta de Madrid“ veröffentlwht ein Dekret, welches die Ermächtigung zum Ankauf des bei dem Hause Ansaldo in Genua um Verkauf stehenden Panzerschiffs für den Preis von 90000 Pfd. Sterl. ertheilt.
Türkei.
Ueber den Verlauf der Unruhen in Konstantinopel berichtet „W.T. B.“ weiter, daß auch die Vorstädte Psamdtia und Jenikapu vorgestern der Schauplaß von .Erei mssen gewesen seien, die anßeblich lcichfalls vonUrmexnern ervor:
erufen wurden, 1“: er we che jedoch Einzelheiten fehlten.
ie Nacht zu gestern sei, soweit Informationen vorlägen, ver- hältnißmäßi ruhi verlaufen, nur an einzelnen Punktxn seien Schüsse efaYen. JI.?olizei, Infanterie und Kavallerie hatten in den Stra en patrouiüierr. Die Mohamedaner hätten ruhig in den Kaffeehäusern geseffen, sich aber bereit ehalten, etwaigen Pro: vokationen enigegenzutreten. Einige otschafter _hätten kleine Matrosendetachements zur Bewqchung ihrer Palais nach era beordert. wei Stationsschi e sxien von Therapia und Buxu dere nach der tadt dirigiert un die übrigen unter ngpf estellt worden. Gestern um 9 Uhr Vormrtta s' seien die Gc?chäfte grö tentheils _qes lossen gewesen; dWFUl e1habeAnsammlu11gen er treut, den Mo amedanerxi die Sto e a genommen und Wider: Lpenstige verhaftet; es beginne Beruhigung Plaß u greifen, och werde der *Gejchäfwgang zweifellos m" die en Tagen leiden. n diplomat schen Kreisen sei man uberemstimmend der Aufi 1, daß die Armenier allein die Schuld an den Ereignissen trügen. Die Botkchafter hofften, die Pforte werde jext durch strenge Maßrege n eine. ForxsesungQ der Gewglt- th tigkeiten verhindern; wahrscheinlich wurden ieselben „dies- bezüglich freundschaftliche Rat schläke ertheilen. Zu diesem Befehu e habe gestern eine Be amm ung der Botschafter statt- e 1111 en. 9 Von den Beamten der Ottomanbank ist_ niemand getbdtet worden. Durch, eine von Armeniern aus einem „Hause neben der Polizeidire ion von Vera geworfene Bombe wurden sechs
Gendarmen getödtet einige verwundet. Auch an anderen Orten wurden Boméen geworfen. Die Armenier schossen aus dem Gebäude der Ottomanbank und aus benachbarten Gebäuden auf die Polizei und das Militär, ebenso aus anderen äusern in Galata. Gestern um 2 Uhr früh wurde den in ie Ottomanbank eiMedrungenen Armeniern nach langen Verhandlungen freier Zug gewährt, da sie drohten, das Bankgebäude in die Lut zu sprengen. Dieselben wurden an Bord der _dcm Gouverneur der Bank Sir Ed ar Vincent gehörigen Yacht" „Gulnare“ geführt, we che in der Bai von Moda-Burun vor Anxer gegangen ist, und werden aus dem türkischen beiet verrmesen werden. Die aufgeregte mohamedanische Bevolkerung hat übrigens AnderSglaubige und Fremde, die sich zur Zeit der Unruhen an den gefährdeten Stellen befanden, in keiner Weise beheüigt, sondern richtete ihre Erbitterung nur gegen die Armenier.
Das Wiener „K, K. Telegraphen-Korrespondenz-Bureau“ meldet, es sei nunmehr festgestellt, daß die vorgestrigen Ereignisse von den Armeniern zu dem Zweck in Scene gesc t worden seien, um eine fremde Intervention hervorzurufen. chon vor einigen Tagen seien Gerüchte verbreitet worden, daß das armenische Comité. im Verein mit dem ]ungtürkischen Comité etwas plane, doch habe man diesen Gerüchten keinen. Glauben geschenkt. Vorgestern hätten alle Botschafter 0011 dem armenischen Comité. Schreiben erhalten, worin die Unhaltdar- keit der Verhältnisse auSeinandergeseßt und gewaltsame Er- eignisse als bevorstehend angezeigt worden seien.
Die französische egierung hat _beschlossen, das weite, zur Zeit in den kretischen erässern befindliche Stations- ?chiff nach Konstaytinopel zuruckzuberufen.
Das Wiener „Korresp. Bureau“ crfährt, die Pforte habe die Vorschlä e der Botschqfter bczüglich Kretas im Yrinzip, vorbekgmltlich einiger Einwendungen, angenommen.
ie bisherige Zögerun erkläre sich daraus das; die Pforte
nicht unbedeutende Oper bringen musxe. Jn diplomatischen Kreisen herrsche keine Besorgmß, da die Kreter weitere Forderun, en erheben würden. ' '
Die e?erbische Regierung ist seitens der Pforte ersucht worden, Delegirte zu Verhandlungen über den Abschluß eines definitiven HandelSvertrags zu ernennen.
Griechenland. Dcr Kronprinz und die Kronprinzessin sind gestern wieder in Athen eingetroffen. Serbien.
Das in auswärtigen Blättern verbreitete Gerücht von einer Verschwörung ge en den König ist, wie „W. T. B.“ aus Bel rad erßährt, durchaus unbegründet und wahrscheinlich an die Thatsachr zurückzuführen, daß der Adjutant des Königs Ciric zur Dtöposition gestellt worden ist: eine Thatsache, der eine übertriebene Bedeutung beigelegt werde.
Bulgarien.
Nack) eincr Meldung der „Agence Balcani 116“ liegen aus Nilo keinerlei Mittheilungen Über die'ZFrage der__Er- gänzung des Kabinets vor. Der Mmister-Prändent Stoilow gedenke noch einige Tage als Gast des Fürsten "111 Nilo zu verbleiben.
Montenegro.
Der Fürst und die Fürstliche Familie sowie der Prinz von Neapel sind, wie „W T. B.“ berichtet, gestern Nachmitta in Podgoriza ciygetroffewund VOU der gesammten evölkerung aller_ drei Konfess1011811 11111 Begeisterung empfangen'worden. Die Skadi war mit 110112- nis en und montenegrimschcn Fahnen geschm11ckt. Nack) gemein: scha tlicher Besichtigung der Sradt begab s1ch der Prinz von Neapel 111 die katholische Kirche. Die Stadt war Abends festlich beleuchtet, auf allcn Hohen stammten Freudsnfeuer auf.
Amerika.
Aus Cuba wird berichtet, ahlrciche Jnsurgentcn hätten bei Bayamo einen Angriff au? 125 Spaniergcmacht, dic sich nach Formierung cines Carrés hcldcnmuthig vertheidigt hätten. Auf spanischer Seite habe der Verlust an Todten 1 Kaviiän und 7 Mann, an Verwundeten 24 Mann betragen. Der Verlust auf Seite der Jysurgenten' sci e_hanso groß ge- wescn. .Bei wiederholtem Angmffen auf einen E11cnbahnzug bei Facunayaguar hätten die Jnsurgenten 100 Mann yerloren.
Die brasilianischcn Minister des Auswartigen und der J ustiz haben, dem „W. T. B.“ zufolge, ihre Entlassung eingereicht. Der Präsident de Morgrs Barros werde heute seine Entscheidung über die Dem1sf10n§gesuchr treffen. - Nach Meldungen aus Bahia haben dortAJletchfalls' Kund- gebungen ftattgefunden, bei denen das appcnschild des italienischen Konsulats abgerissen wurde,
Afrika.
Wie die „Agenzia Stefani“ aus Zeilah von, vorgestern meldet, ist eine Karawane, die mit nothwendigen Unter: hal19mitteln fiir die italienischen Gefangener) qnghen soll, zum Ausbruch bereit. Man erwarte,nur, daß d051ta11en1sche Kriegsschiff „Provana“ aus Aden mit Vorräthen zuruckkehre. Die „Provana“ wird in Zeilah am Sonnabend erwartet. Major Nerazzini wird sich am Sonntag nach .Harrar be:
eben, g Aus Sansibar berichtet das „Reuterffche Bureau“"von gestern, daß der §],;xalaft des Sultans'und das alte Zollgchaude voUständig in Trummern lä en. Em dem Sultaxi gehdriger Dampfer habe während des owbardements auf die cngl1schen Kriegsschiffe geschossen, sei aber in den Grund gebohrt worden. Said Kalid und der Befehlshaber semxr Truppen Sales hättensichindas deutsche Kon ulat gefluchtet. Diean Laund'be- findlichen britischen Matro cn seien zum theii damrt beschaftigt, das Feuer im Palast zu [5 chen, andere AbthetlunÉenjammrlten die Leichen der im Kampf gefaliencn Ynhanger a1d Kaltd's. Vereinzelt dauerten die Kämpfe noch 111 den Umgxbuxigen drr Stadt fort, wo Kapitän Raikes mit 400 Man_n, die sich Sard Kalid ni t anges [offen hätten, und 40 Marme-Sdldaten die hau tsäch ichsten traßen beseßt halte. Die Geschafte stockten voütändi .
Eineg in London eingetroffene amtliche Depesche aus Sansibar bestätigt die e Meldung des „Reuter'sch'en Bureaus“ und fügt hin 11, ein ffizier sei au britischer Serie verwundet worden; es Hei dies der einzige erlrist, den die En [Finder erlitten hätten. Der Verlust der Anhan er Said Kalds [ei bedeutend. Der Vetter des verstorbenen ultans, Said b n Hamond, sei von den Enßländern zurn Sultan ausYrulfen worden. - Der „Times wird berichtet, das; der er ust der Sanfibariten einige 100 Mann betrage. Das europäische
Stadtviertel sei i_11 Sicherheit, in dem indischen Stadtviertel Enden jedoch Plunderungen statt. Zweihandert Mann indischer ruppen würden heute von Mombasa erwartet.
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Statistik und Volkswirthschaft.
Das soeben von dem Kaiserlichen Statistischen Amt auIaegebene dritte est der „Vierteljahrshefte zur Statistik des Deuts en Reichs“ (Verl'ag von Puttkammer u. Mühlbrecht, Berlin) giebt zunächst einen Beitrag „Zur Ge schichte des Kaiser. lichen Statistis en Amts“, welcher außer einer Uebersicht über die Aufgaben des 11119 und seinen jeßigen Personalbestand zwei Nekrologe für seinen früheren Dtrektor Kar [ Becker und sein kürzlich verstorbenes Mitglied Matthias Schumann enthält. -- Nachdem in früheren Iahrgänacn der „Vierteljahrshefte' die amtliche Arbeiterstatistik in England und rankreich behandelt wvrden ist, folgt im vorliegenden Zeit eine Darf ellung der „Amtlichen Arbeiter-Statistik in
esterrcich.“ Es wird hier das in Oesterreich bei arbeiter. statistischrn Erhehungen beobacht€te Verfahren mifgetheilt und eine Ueberficht der auf diesem Gebiet in Oesterrkich 1101 handrnrn Leisiun en gegeben. Auf das Ausland bezieht sick, ferner noch 61116 Statiéiik der monatlichen Preise einrr Reihe wichtiger Waaren an dSn Börskn 11011 Paris und Amstsrdam in dem Jahrrn 1886 bis 1895. In den übrigkn zehn Artikeln „ drs Heils Werden ausschließlich Beiträge zur Statistik des Deut1ch111RLichs 1101101011. Einige der. srlben folgrn dcn Ereigniffen knapp auf dem Fuß nach; sc) betreffen die Angaben über die überseeische Auswanderung und die über die Konkurse 56156 das zwritc Viertel des laufendes Jahres. Auf das Etatsjahr 1895/96 bczirhcn sich die Nachtveisungen über die den Weinhändlern gewährten Zollbegüniti- gunan, übrr die Zoll- und Steuer-Straffälle und über die Spielkarten-Fabrikation und„ -Vrrsteuerung. In umfän . lichen Tabsllen wird die: Ernte-Statistik für das Ernteja r 1895/96 gebojen. Ein interrssantcr Artikel behandelt die Schul- bildung der im Ersaßjahre 1895/96 in die deutsche Armee und Marine eingestellten Rekruten unter Beibringung des Vergleichs- materials für dir leßten zehn Jahre. Eine Statistik der Klein- bahnen bezirht sich auf dsn Stand zu Anfang des Jahres 1896. Nur €i11€r diesrr Beiträge, die Statistik des staatlichen Montan- betriebs, betrifft das Jahr 1894.
Ucber die Ergebnisse der Rekruten-Prüfungen im Deutschen Reich
enlhält das soeben außgegebene dritte Heft der .Viertsljahrshefte zur Statistik des Deutschen Reichs" Nachweise für das Ersayjahr 1895/96. Danach hatten von drn 250 661 Rekruten, welche in die Armee und Marine eingestellt wurden, 249 373 Schulbildung in deutscher Sprache, 914 Schulbildung nur in fremder Sprgche, und 374 waren ohne Schulbildung, d. h. solche, welche in ke'mer Sprache genügend lessn odrr ihren Vor- und Familiennamen nicht leserlich 1chreiben konnten. In Prozenten der Grsammtzahl allrr Ein estellrcn betrugen diejenigen, Welche weder lrsén noch ihren Namen s reihen konnten, im Criaßjahre 1885/86 1,08 1889/90 0,51 1893/94 0,24 „ 86/87 0,72 90/91 0,54 94/95 0,22 87/88 0,71 91/92 0,45 95/96 0,15 „ „ 88/89 0,60 92/93 0,38 StLÜt man für die Bezirke, 11011 Welch€n die mristen Ykann- schaften ohne Schulbildung gestellt wurdén, _das erste und das [6816 drr vorstehend grnannten Jahre, gegeniiber, so kamen Analphabeten auf je 100 eingestelits Rekruten 111 dsn Regierungsbezirk": 1885/86 1895/96 Yosen . . . . 8,02 1,22 * karienwerder . 8,84 Gumbinnen . . 6,70 Königsbrrg . . 4,47 Oppeln . . . 2,76 Danzig . . . 3,64 Bromberg . . 6,72 „ . Uebsrall ist also einr schr bedeutende Besserung u brmcrkén; am stärksten ist die Vrrmindkrung dsr Eingestellte'n ohne Schaibildung in Posen und Marisnwwder.
* *
OOSKOO FPOQAP «»»»-1-
Zur Arbeiterbewegung.
Aus Barmen wird dem ,Vorwärtö' berichtst, daß die Lohn- bewegung drr ormer und «Hilfsarbeitrr der Firma vacrbéck und Ziegler (Vgl. Nr. 198 d. Bl.) brrndet ist. Sämmtliche Forderungkn der Arbeiter sollen bewilligt worden jrin.
In Ohligs bri Solingen haben nach dkmselbsn Blatt sämmt- liche Schlüsselbohrer der Firma Karl Wipperfürlh u. Komp. wegrn Verweigerung cine'r Lohnforderun dis Arbeit 11icdergelegt.
In KarlSruhL haben der „R .*Westf. “Ztg.“ zufolge das Setzerpersonal und sämmtliche Personen, die 111 der Druckcrri der „Badischen Pressc?" angrstcllt sind, 26 Mann an der Zahl, die Arbeit nirdergrlegt, wsil d€r Besiyrr den 111311811 Tarif nicht be- wiÜigt hatje. Wir die ,Frkf. Ztg.“ brrichtkt, ist der Ausstand noch an demselben Abend aufgehoben worden, da die Tarifbewilligung er ol te.
f an Braunschweig haben nach dem „Vorwärts“ sämmtliche Arbeiicr der Bürstenfabrik von J. Ehlers Wegen der Entlaffung cines Arbeitrrs dir Arbeit niedrrgelegt. Einigungswrfuche der Arbeiter und einer Kommission des Deutschen Holzarbeitrr-Verbandes verliefen resultatlos. ' '
Hier in Berlin sind, Liner Mrttheilung der „VOY- Ztg." zufolge, die Glas er in eine Lohnbewe ung eingrtreten und 311811 Jesstern 111 einer Versammlung fol ende orderun cn aufgesteüt: Neun funden- arbeitstag, 27 „44 eindestwochenlan für Bleiglaser, 24 „14 für Bauglaser, Abswaffung des Tra ens größrrer Lasten nach dem Bau und Hinauftra 611 der Jen ierflügel 11011 der Straße in die oberen Stockwerke, Zersteüung eines verschließbaren Raumes auf jedem Bau für AufbeWahrun der Sachen u. s. w., 25 „z Au]- schlag für Ueberstunden bis 10 U r Abends und 50 „3 Aufschlag f11r Ueberstunden nach 10 Uhr, Annahme der Akkordsaße, wonach 25 bis 75 «5 für das Quadratmetér der Verglasung zu bezahlen sind.,
Die Maschinenbaumeister am Clyde haben„ wie dir Lon- doner .A. K.“ meldet, dem Gewrrkverein der Maschwenbauer an- gekündigt, daß sie eine allgemeine Arbeas perre 'Verhangen werden, wenn die Ausständigcn in (Hovan nicht 110 in dieser Woche an die Arbeit zurückkehren. Die Arbeitgeber 111 Beljast und an der Nordost- küste haben den gleichen_Beschluß'gefaßt. Dze Fabrikbesißer erklaren, daß sie sich vor einem Kampfe mit den Arbettern 111 t furchtc'n. Ihr Verband sei so stark wie je. Jede Yehottische Ma chinenbauanstalt gehöre jetzt zu demselben. Es heißt, da die Leitrr des Géwerkyereins die Handlungßweise der Maschinenbauer in Govan nicht b1lligen. (Vgl. Nr. 203 d. Bl.).
Kunst und Wissensckzaft. Internationale Kunst-Ausstellung Berlin 1896.*)
1711, Frankreich, Schweiz, Großbritannien.
11. X(. - Die französische Abtheiluzig der Aus- stellung, im Mittelsaal 711 untergebracht, erd Vixle enx- täuscht haben; sie steht bei weitem nicht auf der HU,? me im Vorjahr. Kalte Virtuosität und weichliche Emp ndung bestimmen den Gesammteindruck. Bilder von der Wucht des Temperaments, wie BeSnard's marokkanische Rosse, fehlen fast
F S. die Nrn. 114, 124, 127, 141, 156 und 191 d. „R.- 11- St.- .“
ganz. Bes n 0 rd_ ist diesmal nur mit einem kleinen, zwar virtuos gemalten, aher eindruckslosen Interieur „Mädchen mit Apfel“ vertreten, einer Pastellmalerei von äußerster Delikatesse des Farbengefchmacks, die indeYen den großen Künstler nur un- ureichend charakterisiert. _oldini führt uns ein Brillant: ?eucrwerk p1ka11te_r, mit spißeni Pinsel hingezauberter Effekte vor, aber von icinen acht Bildchen wecken doch nur drei Tieferes _Intereffe. Das Porträt unseres Altmeisters Adolf Menzel ist eine Charaktertudie von blendender Prägnanz des Ausdrucks, ohrie Effekthafcherci; es ist fiir den Staat erworben. Das kleine Kmestück, das uns einen französischen Maler in Keinem Atelier vorführt (280), wirkt bei aner Subtilität cr Ausfiihrung doch echt und groß. Es darf am ehesten als oollgiiltiges Zeugnis; für die Genialität srines Schöpfers angesehen werden. Die dckorative Anmuth der in lichten Rococofarben angelegten Veduten aus Versailles und Venedig besticht den Beschauer immer wieder aufs neue, aber die ganze Intimität der Auffassung, dercn Boldini fähig ist, tritt in einer kleinen Marinestudie (278) zu Tage, die fast eines Whistlér würdig crschrint. Raffaelli, 11013 seines italienischen Namens cin gcborcncr Yariser, kokctticrt wie Voldini gern mit der nie vcrsagcndcn irtuosität seines Pinsels, mit dem er allerdings mehr zrichnet als malt. Die Ansicht des in 11011013 Sonnenlicht gctauchien Trocadero-Palastcs wirkt vrrbliiffcud in ihrer scheinbaren Nachlässigkeit des Vortrags, bei dcr abcr keine den Augenblickseindruck bestimmendeéEinzclhcit zu knrz kommt. Die kleinen Studien eines Lumprnsammlcrs und 611101? Pariserin sind sorgfältiger ausgefiihrt, tragcnjedoch, namentlich mit Boldirii's geistreichen Arbeiten dieser Art vrrglichcn, allzusehr Nipp-zscharakter. Alexandre Lunois, drr geniale Ltthograph, 91th in zwei Pastellen, dercn cines (Spanische Tänzcrinnens) die Vorlage für einen farbigen Stcipdruck ist, flotte Farben tudicn, denen nur, wie allen diesen Virtuoscnstücken, dcr tiefere künstlerische Ernst frhlt. Mit dem lcßteren scheinen Firmin-Girard 11110 HcUri) Tenréx jene bei Spaniern und Italienern be- liebteSpißpinsclcizuverwechseln, die alle Details hart, wie durch ('in Mikroskop geschsn, erscheincn läßt. Auch Rochegrosse, dessen „Uebsrfal] ciner gallorömischen Villa durch die Hunnen“ stark an Siemieradski erinnert, läß1 troß dcs dramatischen Motivs kalt, wcil der Befchauer aus1edem Pinselzuge kleinliche Bercchnunq herausliest. Ebenso weis; Adolphe Binet in seiner großen, auf Sensation bereckwctcn „Versuchung des H. Antonius“ die Kluft zwischen der phantastischen, in einzelnen Zügen packenden Erfindung und der süßlichen Glätte der 8 usführung nicht zu Überbrücken; da 11 kommt, daß das Bild mit grauenvollen Einzelhciicn wirr ii crladrn ist. Viel eher stimmt die zarte, liebevolle Behandlung zu dem poetischen Motiv der Abcnddämmcrung, das Victor Vinct in der Umgebung von Roucn fand (227).
Weichlichc Formen 111 einem süßlichen Kolorit vermögen troß allen Raffmements (mf die Länge keinen ernsten Kunst: “freund zu befrikdigen; daher verfallen eine ganze Reihe fran: ösischcr Maler, zum thcil berühmten Namens, wie Dubufe, kemi), Courtois, Billdttc, (Handara, Girardot und Lagarde dem Schicksal, dcn Beschaurr zu langweilen, ohms" ihn geradezu wie die gelehrten Fraucngestalfcn von Frappa und Jenny Tvcrmoes zum Widerspruch herauSzufordcrn. Durch luministische Effekte cutschädigcn wenigstan fiir das Fehlen Lieferrr Qualitätcn (Gaston Latouche, Léandre, Vondoux und Nosset-(Hranger. Kräftigerc Töne, die in solcher Um- gebung besonders erfrischen, haben Jacques Blanche und Charles Cottet angeschlagen, wenngleich dcs Leßteren„Wall- fahrtsprdzcssion aus der Bretagne“ (461) vicllcicht etwas über das Ziel hinauSschießt.
Unter den französischcn Porträts sind schließlich noch einige besonders gelungene Leistungen, wie das Damenbildniß von Fantin-Latour, das schon erwähnte Porträt von Jacques Blanche (Nr.2»15) und einc01111101s1criichcBildniß: studie 0011 Grivcau zu 1101111011, dcr auch in scinen kleinen Vcdutcn aus der Bretagne verräth, daß er mit Vorliebe den Spuren der alten Meister folgt.
Den schweizer Künstlern sind iiur zwei Kojen des westlichen Rundganges zugewiesen; 0011 den wenigen dort auf: gehängten Bildern verdient eigentlich nur A. Böcklin's neuestes Werk, die„Ja ddcr Diana“, cingehendere Aufmerksam- keit. Der heroische C araktcr dcr herbstlichen Landschaft ist meisterhaft getroffen, die Staffage der jagcndcn Göttin mit ihrem (Gefolge, obwohl in ganz kleinem Maßytabc gehalten, giebt dcm (Janzen aber erst die persönliche Note Böcklin'rchen Geistes, Wie wunderbar ist der Gazellen chritt und die visionäre Erscheinung der Jägerin mit wcnig-sn 5Yinsclstrichen angcdcutct, im Gegen- saß zu der wilden Hast ihrrr robusteren Begleiter. Auch in der Landschaft 51113011 Einzelheiten von höchster Schönheit auf, aber sie klingen nicht zn fo machtvoUen Accorden zusammen, wie in älteren Schöpfungen des nahezu singjährigen Meisters. Troßdcm sicht auch dieses erk des hohen Alters hoch über alicm, was jugendliche Nach- ahmer Böcklin's, dic dieswal in der Schweizer Abtheilung iibrigens fehlen, zu leisten vermöchten. Neben dem Bilde des Altmeisters vers winden Leistungen, wie die Paul Kaem- merer's, dcr charfe Linien und minutiösen Vortrag mit idyllischer Landschaftstilisierung verbindet, auch zuweilen in das Gebiet klassischer Formengebun iibcrgrcift, ebenso wie die Rococozierlichkeitcn von A. Grißon und der unmalerisch harte Reali9mus cines Burnand. Auch der prächtigen Frühlinkxs: landschaft von Paul Robert (1885) wäre ein anderer P aß zu wünschen, als der neben Böcklin's Zcrbstbild;
Unter den Engländern und S otten smdctz sich nur wenig neue und fesselnde Erscheinungen. Die klassische Vor- nehmheii, die, ein Erbe Lcighton's, aus den Werken Yther's spricht, hat etwas Müdcs, Typisches. Auch
. . Im), der eine Achorie der Wahrheit ausZeFtcllt hat, weiß troß dcr 6111109 moderneren Mache die uber- ommcnen Formen nicht Mit individuellem, frisch pulsierendem Leben zu füllen. Aus den Bildern der Familie A lm a - T a d e m a weht uns ebenfalls der kalte Hauch berechneter Reflexion entgegen. Diese unpersön- liche Haltun , die einer großen Anzahl englischer Bilder, wie cames' „(Heri tsverhandlung“, und vollends Calderon's großem Historien ildY81) eigen ist, kommt dem Repräsentationsbildniß vornehmen tils zu ute. Wie immer 0 zählen auch dieSmal die Porträts der en lilkchen Schule, wie ie Arbeiten von Ouleß, Hallé und orimer bezeugen, zu'den erfreulichsten Leistungen. Etwas energischer chgrakte- risieren George Sauter und I. C. Gotch; das originellste und am meistenfesselnde Bildni bleibt aber daS1_11 vornehmem Farbengeschmack mit großer elikateffe qus efuhrte quen- porträt von S. Melton Fisher, das sich ehr vortheilhaft
von desselben Künstlers aufdringlich buntem Bandladen (689) unterscheidet.
„ Unter den Werken moderner Richtung ra tBrangwyn's ,Fischzu Petri“ besonders hervor; Der Ma er hat es meister- éaÉt ve landen, durch rein_ koloristrsche Mittel, d e er souverän
e xrrscht, dte Illuswn einer sorgfälti durchgeführten Kom- position zu wecken; 111 jeder seiner (Heßalten pulsiert tisches, unmrttelbares Leben, jede BewegunZ ist wohlverkanden, ohwohl das (Ganze beim ersten [nblick wie ein zu- fauig zusammeiigewürfcltes Farbenmosaik wirkt. Jeden- fallxz steckt 111 den Arbeiten Brangwhn's, der in Munchey studiert und dort auch im verganéwnen Sommer emsen Fischzug auSgestellt hatte, eine ungewöhn ich starke künst- lerisch? Kraft, deren Entwicklung noch manche Ueberraschung verspricht. Jm Grgrnsaß dazu hat Walter Crane, der erfeierte Hsld der präraphaelttischen Dekorationskunst, fast gar eme bemerkenswerthe Entwickelun aufzuweisen. Seine Kunst hatte von vornherein ein so chimmtes Gepräge, daß man fast yersucht wäre, 'von cinrr Schablone zu sprechen. Auch angenehts des_ dwswal ausgesteüten Bildes „Englands Embleme“ gewmnt man die Ueberzeugung, daß der Künstler 11119 kaum noch etwas Neues zu sagen hat. Auch die den feinen verwandten Schöpfungen von Robert Fowler, Adr1011_ Stokes _und Ralph Peacock werden der prä- raphaelitischen Stromung kaum neue Bewunderer werben. Schr tuchtige Leistungen smd die Marinen von Wyllie und die Landschaften von Knight, sowie die bei aller Derbheit der Ausfuhrung fein charakterisierte „Sprechstunde des Prälatcn Kneipp“ von George Sauter.
Die Hauptmeifter der schottischen Schule sind ziemlich vollzählig vertreten, zum theil mit hervorragenden Leistungen, wie I. Lochhead, (T. Mackie, A. K. Brown, A. Frew, John, Henderson, David Fulton und J. P. Whitelaw Zamrlton, zum theil mit jenen DurchschnitTSarbeiten, deren
eschmacksnivcau zwar immer noch ein hohes genannt werden muß, die aber doch etwas eintönig wirken, wie die Bilder von Newbcrg, Z.Terris, E. Sherwood Calvert, Thomas Hunt 11.21.
_ Dkk Archäologenikongreß, dsr in Riga tagte und gestern ge] loffcn wurde, hat Kirn) zum Ort der Tagung 5823 nächsten Kon- gre Ls gewahlt.
Handel und Geiverbe.
, In der, heute unter dem Vorsixz des Präsidenten, Wirk- l1chen Gehrnnrn Raths 1)r. Koch abgehaltenen MonatssiJung des Zentral-Ausschusfes der Reichsbank gelangte der Status der Bank zum Vortrag. Die hicran seitens des Vorsitzenden geknüpften Bemerkungen bszogen sick), dem „W. T. B.“ zufolge, darauf, das; zwar seit Ende Juni ein bedeutender Rückfluß der Noten und 61116 Vermindrrung der anderen Anlagen statt- gefunden habe», daß aber im Hinblick auf den nach dem Beispiel der vergangenen Jahre zum Oktober zu erwartenden Bedarf eine Er- höhun drs Diskontsayes gegen Ende September nicht zu den Un- mögli ketten gehören dürfte. Schlier [ich wurde den neuen Anleihen folgender Stadte beztehungsweise emrindcn dic Lombardfähigkeit zugesprocbrn: Bonn, Worms, Ludwigshafen, Groß-Lickyterfelde, Haile, Deffau, Zittau und Charlottenburg.
Tägliche Wagengestellung für Kohlen und Koks
an der Ruhrund in Oberschlesien.
An der Ruhr sind (1111 27. d. M. gestellt 12 890, nichtrechtzeitig gestellt keine Wa en. ,
In Oberschesten sind am 27. d. M. gestellt 5668, nicht recht- zeitig gestellt Trine Wagen.
Liquidationskurse der Berliner Börse für Ende August 1896. 3% Drytsche Reickys - Anleihe 99,50, 3% Preuß. Konsols 99,80, Orsterreiéqchc Krrdit-Akticn 230,50, Lombarden 43,75, Yanzosrn 154,00, Berincr Handelögrsi'llsYZst 152,25, Darmstädter
ank-Akticn Mark-St. 155,75, Deuts e5 ank-Aktirn 186,25, Dis- kotito-Kymmandit-Anthrile 209,25, Dres ner Bank 159,25, National- bank fur Deutschland 143,00, Russische Bank für auswärtigen Handel 129,75, Aachen-Maastricht 91,00, Dortmund-Gronau 167,50, Lübcck-Büchcner 146,75, Mainz-Ludwi shafsner 119,50, Martenburg-Mlawka 90,50, Ostpreußische SüdbaHn 89,50, Busch- tehrqder 270,50, .Canada acific 54,90, Gott ardbahn 165,50, Jt'alicnische Méridwnal 11,50, do. Mittslmcer 93,75, Jura- Stmplon (kom). Schwz. W.) 106,00, _ Oesterreichische' Nordivest- hahn 135,00, do. do. Elbethal 138,25, Princr chri 92,00, Transva01222,25, Schweizcr chtralbahn 138,00, do. Norddt- bahn 137,00, do. Union 89,25, Warschau-Wiener 267,25, Jtalienis 8 5% 9181111: 87,80, Mexikaner 60/0 Anleihe: 94,10, do. 1). 1890 94,10, Orst.1860er L00se 151,75, Rusßische 40/0 Konsols 104,00, do. 4% 80 er Anleihe 102,75, 0. 40/0 Rente 66,75, do. 96 er 3% Gold-Anleibc 92,40, Türken konv. 20,10, do. Loose 103,00, Türkische Tahack »,», Ungarische 40/0 Gold-Rente 104,20, do. Kroncn-chtc 100,30, Ru . 310/0 (Holdaqleibe 99,75, Cbinef. 50/0 do. 99,20, Bochumer Gußsta [ 164, Konsoltdation 253,50, Dannrnbaum 108,50, Dortmunder Union 60/0 Stamm-Prioritätcn 45,00, Gels enkirchrn 17 6,7 5, Guano 96,50, Hamburg. Packetfahrt-Akt. 131,50, Harpencr 160,50, Hibernia 182,50, Königs- und Laurahükte 157,75, Norddeutscher Lloyd 112,25, Trust Komp. 190,50, Rassischc Banknoten 216 50, Buenos Aires 31,75, Mexikaner 1893 92,00. Heutiger anztlt er Durchschnittskurs für dcutsche Fonds u11d Eisenbahn-Aktten, Amtlicher Durchschnittskurs vom 28. d. M. für Oestrrreich. Notcn, Wechsel Pr. Wien 11. St. Petsrdburg.
- Die nächste Börsen-Versammlung zu Esskn 7111st am 31. August im „Berliner Hof“ statt.
Paris, 27. August. (W. T. W.) Von der BörsL wird be- richtrt: Auf Konstanitnopeler Berichte War anfangs starkes Angebot bei aÜgemkin niedrtgeren Kursrn. Der spätere Verlauf war bei ruhigem Geschäft etwas besser.
_ Robzucker (Schluß) ruhig, 88% loko 281. WeißerZucker behauptet Nr. 3 pr. 100 113 pr. August 35?, pr. September 298, pr. Oktober-Öanuar 28ß, pr. Januar-April 28é.
Die hiesige Direktion der Ottoman ank thrilt cine Depesche mit, welche ihr in der Nacht von dcr Direktion der Ottomanbank in Konstantinopel zugegan 811 ist und in welcher es heißt: „Dank der energischen, thatkräkztigen Jntchention ders Sultans sind die gestrigen Zwischenfälle Fücklicberweise beendet. Wir find alle vollkommen gesund.“ ie Direktion erklärt, daß sich unter den Opfern der Unruhen in Konstantinopel niemand Von dem Personal der Ottomanbank befindet. Diebstähle seien nicht vor- ekommcn, der Aufruhr sei nicht gegen die Bank gerichtet gewesen, Fondern habe einen politischen Charakter gehabt.
Verdiugungen int AuBlaude.
Niederlande. ,
7. September, 11 Uhr. Kolonial-Ministertum: Lieferung von Steinkohlen, Torf und Holz für den Winter 1896/97. Bedingungen liegen für die Bewerber täglich _ geschlossen Sonntags von 10 bis 4 Uhr - im Portierzimmer genannten Ministeriums zur Einsicht aus.
21. September, 11 Uhr, im Provinzial-Verwaltun ögebäude in 's Gravenhage: Lieerung einer eisernen Tauchern! e mit Zu- behör zum Zwecke der Erneuerung der Kaimauern der Eisenbahn zu
yenoord. Schäßung 45000 . Bedingungsbeft Nr. 178 11 dem ?. September 1896 im M nisterium für Waterstaat, HaYel u. therheid in den Provinzial-VerwaltungSgebäuden zur Einfiebt und be „F"ranko-An rage gegen _Be ahlung der Kosten bei der Firma Gebruder van leef, Buchhand er, Spuk 28 a. in 's Gravenbage, und durxb deren Vernrittelun?) bei den rö eren niederländischen Gemeinden xrhdltltch. Auskunfteee ä'ltlicb be m aupt-Jngenieur des 10. Distrikts 8186 510GrIieskLchiFÉJSe undB [Zeilm Ibnézeniekxo des südlichen Arrondissements . r zu ree,ewe emam14.S . .
das Anweisungsprotokoll einYZhen werden kann. eptember d J
nemark.
9. “September, 12 Uhr. 9110011001011 101" T(Föbsubasyg 13,8]78U1UJ87Ü65611, 7081318 1301111371110 22, in Kopenhagen: Lreferung u11d_ Aufstsllung „eines Weaenblechschuppens, dreier Brücken nebst hydraulischen Maschmen 11111 Elevatoren auf dem Kopenhagener Ost.Gaswerk. Bedingungen und Zeichnungen erhältlich an Ort und Stelle gegixn Hinterle ung von 20 Kronen, die bei rechtzeitiger Ein- reichung emes Ange 018 und der außgelieferien Bedingungen und Zerchnungen zurückerstattet Werden.
10. September, 1 Uhr. Staatébahnderwaltuna (Zöfarvgafäa- 1111130115 (30115013 1101'01101078g8110 16) Kopenhagen: Lieferung von 9400 t. Dampfkohley für den Schiffsizebrauck). Bedingungen an Ort und Stelle und betm „(Yeichs-tAnzeiger“ (in dänischer Sprache).
Wem
30. Oktober, Mittags. PräJident des Verwaltungöraths der Eisen- bahnßn, Telegraphen und des Hafens 11011 Alexandrien, in Kairo: Ausfyhrung des e1ser11en Oberbaues der Linie Nag-Yamadi nach Kéneh. 5101111011 400 Egyptische Pfund. Näheres beim . eichs-Anzeiger“.
Verkehrs-Anftalten.
Ludi Telegramm aus Aachen iki die zweite englische Post uber Ostende vom 27. Augut aUSgeblieben. Grund: unbekannt.
DißKöniglicbe Eisenbahn-Direkiion in Essen erläßt zugle1ch 1111 Namen der Könile. Eisenbahn-Direktionen in Elberfeld, Kéln und St. Johann-Saar rücken folgende, von der „Köln. Ztg.“ mttgktbelÜ? Bekanntmachwig über den Eisenbahn-Güterver- Feb r: „Dre vermehrte Thatigkeit in fast allen Gewerbszweigen, welcbe m den ersten 6 Monatkn des laufenden Jahres eine Steigerung der KohlenZ u1_1d Kokesabfuhr aus dem Ruhrbezirk um 10 0/0 herbeifübrte, sowie das in Aussicht stehende günstige Ernte, deren Er ebniß für Rüben allein,an 16 %" höher als im vorigen Jahre ges äßt wird, läßt LH drmgend erwunscht erscheinen, daß das verkehrtreibende Publikum die Bestrebungen der Eisenbahnverwaltun en, den in den Herbst- moyaten zu erwartenden starken Verkehr an?iandslos zu bewältigen, in geetgneter Weis e unterstützt. Von der Staats-Eisenhahnderwaltung sind zur Befriedrgixng der erhöhten Anforderungen Lkbkblick)? Neubescbaffungen von Lokomotiven und Wagen, neue Geleiseverbindungen, sowie der- besserte Emrichtungkn und Erweiterungen auf den Stationen vorge- twmmey, beffrre und 1chnellere Zugverbindungen eingerichtet und Sonder- znge 11111 erhöhter Fahrgeschwmdigkeit nach den Hauptverbrauckpsftellen eingxlegt. Die Kohlenvrrhrauchsr und Verkehrsintereffenten würden er- hrblrcbe Unterstützungen leisten können, Wenn der erbst- und Winter- bedarf an Kohle'n,Kok€s und Briquets in stärkerem aße schon je 1 be- zogen und daher auch auf voÜe AuSnußung des Ladegewichts der agen mit erhohter Tragkraft Bedacht genommen wird. Namentlich it es drmgend ermunscbt daß der Bezug der Hausbrandkohlen nicht an die Herbstmqnate verschobrwwird. U111er aÜen Umständen ist es jedoch erforderlich, daß sqmmtlirhe Empfanger von Kohlen, einschließlich der GaSanstaltxn und industriellen Werke, soweit es bei der Art ihres Betrirbes irgend thunitch ist, vorsorglich soviel Vorrath ansammeln, daß ihnen durch etwaige vorübergehende Sjörun en im Eisenbahn- betriebe keine Verle enheiten erwachsen. Endli ersuchen wir die Verkehrtreibzxnden, si die schleimige Be- und Entladung der Wa en angelegen Mm" 3,11 1071811, daxnit so lange, als es im öffentli en Interesse angangig rst, Von Lmrr allgemeinen Verkürzung der Lade- frtsten abgesehen werden kann.“
Bremen, 28. August. (W. T. B.) Norddeutscher Lloyd. Der Schnelldampfer .Lahn' 1st am 26. August Vormittags in New- York angekommen. Der SchneÜdampfer „Trave' ist am 27. August Morgens auf der Weser angekommen. Der Schnell- dawpfer „Hawel“ hat am 26. August Nachmittags die Reise von Southampton nach Nrw - York, fortgeseßt. Der ZZdost- dampfer .Pfalz' hat am 26. August Mittags die Reise von igo 11ach Antwerpen fortgeseß't. Dcr Lostdampfer .Witteki nd" hgt am 26.2111 ust Nachm1ttags die 5 eise 11011 Antwerpen nach Southampton ortgesexzt. Der Postdampfer .Weimar' ist am 26. August Nachmtttags von Ncw-York nach der Weser abge an en. Der Postdamvfer „Halle' ist am 26. August Nachmittags in Za ti- more und der Yostdampfer „H. H. Meier“ in New-York ange- kommen. Der 5_ eichs-Postdamyfer „Yrinz Heinrich“ hat am 26s. 1?Zugust Vormutags die Reise von capel nach Port Said fort- ge e _3 .
' Hamburg, 27. Au ust._ (W. T. B.) Hamburg-Amerika- n1sche Packetfahrt - (trengesellkchaft. Der ?ostdampfer .Prussia' ist heute Vorm1ttag in Cuxhaven eingetro cn.
Theater und Musik.
, Jm Neuen Königlichen OPern-Theater wird morgen Richard Wagneris .Lohengrin“ uytcr Professor Kleffcks Leitung ge- gebrn. Herr Ernst 5110119 vom Hof-Theater in Mannheim gastiert als Lohengrm; dre ubrme Besetzung ist folgende: Elsa: räulein Eglt; Telramund: Herr Frtcke; Ortrud: Fraulein Reinl; einricb: Herr Stammer;'Heerrufer: Herr Krasa.
Jm KönHJlichen Scb'auspielhause gelant morgen Shakespeare's . omeo u,nd"Iulta' zur Aufführung. kZIM Romeo giebt Herr Rudolf Christians, vom Deutschen Volkötheater in Wien, als Gast, die Julia Frau von Hochenburger, den EScalus Herr Ludwig, den 'Mercutw Herr Arndt, dre Gräfin Capulet Frau Stollberg, Justens Amch Frau Schramm.
Jm LeYtnngheater grlanat morgen das Schauspiel in vier Aufzjzßen , as'etgene Blut“ von Fedor von Zobeltiß zur er-Zen Auffu rung. Dre Jnscrmerung bat Hans Meery eleitet. ie HauptroUen lte en in den Handen der Herren Ferd nand Suske, Janz Schöqfel , tanz Guthery, Emanurl Stockhausen, Carl
aldow, soww der amen Marn- Elsinger und Friederike Umlauft. DLZ Autor Mrd der ersten Aufführung seines neuen Werks bei- wo nen.
Die .Arbeiter-Bildun sschule' veranstaltet seit eini er Zeit im Sch1ll§rxTheater rrge m(Zßig Sonnta Nachmittags- orstellungen zu xrmaßtgten YrUsen. Fur den näcthen Sonntag ist angefeßt: .Mwna Von 5 arghelm'; für den 6. September: .Gös von Berlichingen“ und fur den 13. September: „Wilhelm Tell“.
Maunigfaltiges.
_ Das Kaiser Zranz Garde-Grenädier-Re imentNr. 2 tftk [ZAF von dem ruppen-Uebungsplav bei Döberitz ierher zurück- ge e r .
Auf dem Dombau wurde gexern die Schlußxteinlegung der vier großen Haupttragebogen der ambourkupke in feierli Weise begangen. Diese vier Haupttragebo en, dazu estimmt, in 11- kunft den von hier ab noch ca. 85 w bo en Kuppel- und Latemar- aufbau zu tragen mußten we en der verantwortim svollen Aufgabe in technisch größter Vollkommenhe tauSgeführt werden ; ae bed zu ihrer
rfjellung der Verwwdun von nicht weni er als 800 einen und haben, indem Hie rein nacb tatisLm nscbauungen der modernen Gcwölbet ik entf sind nicht, wie gewöhnliche gewölbte Bogen, ko Kreisen gebogene Laibungs- und Nückmfiächm, sondem find