1896 / 272 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 14 Nov 1896 18:00:01 GMT) scan diff

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2. Feld-Art. Regt. Horn, Graf von

Ludwißsbafen v. Winkler im 14. Inf. Neat. Hartmann, auck im 1 . Inf. Regt. Köni Albert von Sachken, Wöl [ im 16. Infanterie - Regiment roßberzog Ferdinan von Toskana, Cramer, Niedermeier, Bauer im 18. Jnfanterie-Regiment Bünz Ludwig Ferdinand, _ zu überzäbl. Pr. Lts. _ befördert. ie Sec. Lw.: Frhr.v.Redwiß, Graf zu Cafteri-Casten, dieser kommandiert zur EquitationSanstalt, beide im 1. Ulan. Regt. Kaiser Wilhelm 11., König von Preußen, Frhr. v. Eyb, Scherf, ersterer kommandiert zur Equitationsansialt, beide im 2. Ulan. Regt. König, Raika, kommandiert zur Equitationsansta1t, im 1. Feld-Art. Regt. Prinz-Regent Luitpold, F öttinger, Dieß im olnstein aus Bayern, v. Schleich im 3. Feld-Art. Re t. önigin-Muttxr, v. Oel- bafen, Heidemann im 4. Fe d-Art. Neat. König, Maurer, kommandiert zur Kriegs-Akademie, im 5. Feld-Art. ngk, Mayer, Schroll im 1. Train-Vat., Dieminger im 2. Train-Bat., _ zu über äbl.Pr.Lts., _bsfördert. Daumann, Oberst-Lt. u.Kommandeur des andw. Bezirks Wasserburg, als Oberst; die Majore und „Bals. Kommandeure: Ade im 5. Inf. ngt. Großherzog Ernst Ludwxg von affen, Aurach er im 7. Jnf. Regt. Priyz Leopold, Kraemer im 2. Inf. Regt. Prinz Arpulf, v, Spies, Major und etats- mäßiger Stabsoffizier im 6. Cheb. RE" 1. vakant Großfürst Konstantin Nikolajewitsch, von Prielmayer rbr. v. Priel, Major z. D., verwendet im Kriegs-Minisierium; die Majore z. D. und Bezirks- Kommandeure: Böck in Ansbach, v. Oelbafkn in Bamberg, Riiter Edler v. Willin er in Bayreuth, Hartmannin Landau, _ als Oberst - Lts.; die auvtleute (Rittmeister) z. D.: Gößl, Bibliothekar bei der Armec-Vibliotbek, von Fabris auf Mayer- hofen, Bezirks-Offi'zikr beim Bezirks-Kommando Erlangen, Edler v. Gäßler,_ als Majore, Adam Müller, Jakob Müller, Pr. Lts. a. D., als Hauptlcute, _ charakterisiert. Nüßler, Major und etatswäß. Stabsoffizier im 3. Chkv. Regt. Hyrzog Karl Tbxodor, Menzel, Major 5 18. 811ij des 2. Fusi-Att. Regis, kommandiert zur Insp. der Fuß-Art. und zugleich mit Wahrnehmung der Geschäfte des Direktors der Ober-(Yeuerweiksrsäoule beauftragt; den Haupt- leuten und Komp. Chefs: raf v. Montgelas dcs Inf. Leib-Reats., Keim, Kollmann des1.Jnf.Regts. König, Pommcr, Hüttner des 4. Inf. Rems. König Wilhelm von Württembkrg, Burkhardt, Kobler des 6. Inf. chts. Kaiser Wilhelm, König 5011 Preußen, Frhr. v. RkißLnstkixi. v. Lossow, Kirchgeßner des 7. Inf. egts. Prinz Leopold, Riedl, Hauptm. 11 10 8111105013 8. Inf.- Regiments Pranckk) undx Adjutant bei der 10. Jusanterie-Brigadk; den Haubtlxuten und Komp. Chefs: Woppcrer des 10. Inf. Rems. Prinz Lukwia, Babinger des 11.Jnf. REMZ. von der Tann, Wülflrt des 12. Inf. Regis. rinz Ar-uls. . Weichselbaume'r, Hettinger, Dürr des 13. ( nf. ngts. Kaixcr Franz Jossph von Oestetreicl), Lohmann, Kiefer dss ]4. Inf. Regis. Hart- mann, Scbulß, Parst des 15. Inf. Regts. König Albert boa Sachsen, Welsch, Dannkr des 17. Inf. „5116016. Orff, Frhr. v. Junker u. Bigako des19.Jnf.Reais.,Usselmann, Hauptm. und Battr. Chef im 1. Feld-Art. Regt. Prinz-Re'gkr-t Luijpold; den Pr.Lts.: Schmidt des 5. Ins. Reats. (Hi'oßbcrzog Ernst Ludwig von Hessen, Lindner des 17. Inf. Régls. Olff, EPP des 19. Inf. Regjs., kommandiert zur Kriegs-Akadcmie, Manne'rt des 1. Fuß- Art. Regis. vakant Bothmer, _ Patsnte ihrer Charge bkrliebxn.

In der Gendarmerie. 7. November. Daffenreitber, Hauptm. und Chef der Gsnd. Komp. von NiederxVaykrn, zum über- zabl. Major, Eberhard, STC. Lt. bei der Gcnd. Komp. yon der Pfalz, Schröder, Sec. Lt. bci der Gcnd. Komp. von Schwabcn nnd Neuburg, _ zu überzäbl. Pr. Rs., _ bkfördert.

Abschiedsbewilligungen. Jm aktivsn Heere. 30. Ok- tober. Loi“; Hauptm. und Komp. Cbef Vom 2. Pion. Vak., unte'r Verleihung der Aussiéht auf Aristeüung im Zivildienst, mit der Feschßlichen Pension und mit der Erlaubniß zum Tragkn der bis- erigen Uniform mit den für Verabschiedete Vorgeschriebene'n Abzcickyen der Abschied bewilligt.

Jm Beurlaubtenstande. 26.0ktober. Oti(1Münch1-n),

r. Lt. Von der Landw. Inf. 1. Aufgebots, Strunz (Bamberg),

r. Lt. von der Landw. Inf. 2. Aufgebots, Hellrätb (Asäyaffsn- bura), Bergmann, Will (HVV, Pr. Lis. von kér Landw. Inf. 2. Aufgebots, _ dc'r Abschied bewiÜigt.

Jm Sanitäts-Korps. 26. Oktober. ])1'. Wundcrlicb (Würzburg),“ Assist. Arzt 1. Kl. von der Landw. 2. Aufgebots, der Abschied bewilligt.

, 3. November. 1)1*. Kayser, Unterarzt des _]0. Inf. chts. Prinz Ludwig,zum Assist. Arzt 2. Kl. in diessm cht. befördcrt.

Durch Verfügung de's General-Stabsarztes der Armee. Becker, kiiijährig-freiwiüigcr Arzt 1365 2. Man. ngts. König, zum Unterarzt in 51812111 Regt. ernannt Und mit Wahr- nehmung einer offenen Assist. Arztstklle béauftraxzt.

Beamte der Militär-Verwaltung.

]. November. Jllinger, Burkaudiätar fü! de'n RMistrntur- dienst der Jntend. ]1.A1mse-Korps, zum chistraWr-Ajsist. die'skr Jntend., Lechner, Kanzlkifunktior'är Vom Gknkralstab, zum Kanz- listen bei der Jniend. 11. Artitce-KOkps, _ crncmnt. Gruber, Re- ?)isftraturt-Asfist. bei derselben Jniknd., zUm ngistratwr dieser Intent).

e ördei .

6. November. Porsch, Militäranwärtcr, Feldw. und Zahl- meister-Aipir. des 14. Jnf. Reajs. Hartmann, 501 dcr Garn. Ver- walt. Würzburg, Wirsching, Militäranwärte'r und Zeua-Fc'ldw. vom Art. Depot Augsburg, Öli der Garn. Ve'rwalt. Nku-Ulm, _ zu Kasernen-Jnspekioren Ernannt.

R11]. (Königlich Württembergisckxes) Armce-Korvs.

Offiziere, Portepee - Fäbnriche 2c. Ernennn_ngen, Beförderungen und Versetzungen. Im aktiven Hserc. 4. Nobember. Gansser, Pr. Lt. iin Inf. cht. Kaiseerriedrich, König von Preußkn Nr. 125, unter Enthebung Von dem Kommando zur Dienstleistung bei dsr trigonometriscben Abtheilung dkr Landks- aufnahme, bis auf weiteres zur Dienstleistung beim Auswärtigen Amt kommandiert.

Abschiedsbewilligungen. Jm aktiVLtt Heere. 9,5110- vember. Peeck, Skc. Lt. im Inf. Rexit. Kaiser Wilhelm, König yon Preußen Nr. 120, der Abschied ertbeilt.

Kaiserliche Marine.

Offiziere 2c. Ernennunaen, Beförderungen, Ver- sexungen. Neues Palais, 9. November. Wilde, Kapitän-Lt., au die Dauer yon zwei Monaten zur Dienstleistung beim Reichs- Markneamt kommaßndiert.

Im Sanitats-Korps. Neues Palais, 23. Oktober. 1)r. Brunhoff. Marine-Ober-Stabsarzt 2. Kl., zum Marine-Ober- StabSarzt ] Kl., Or. Koch, Marine-Stabsar.t, zum Marine Ober- StabSarzt 2. Kl.,“ _ bside unter Vorbehalt der Patentierung, ])r. Meyke, Martne-Assist. Arzt 1. Kl., zum überiäbliqkn Marine- Stabsarzt mit einem Patent vom 22. Mai 1816, ])1'. Fröse, Marine-Asfist. Arzt 2. Kl., zurn Marine-Assist. Arzt 1. Kl, unter Vorbehalt der Patentierung, _ befördert.

Kaiserliche Schußtruppen. Schu trupve für O_eutsch-Ostafrika.

Offiziere, anitäts-Ofsiziere ic. Neues Palais,

10. November 1896. auptmann a D. und Oberfübrcr v. Naß- mer der Charakter a s Major verliehen, Hauptmann a. D. und Kompagniefübrer rbr. v. Eberstei 11 zum Hauptmann und Kompagnie- Cbef mit einem atent vom 19.0ktober 1893, Premier-Lieutenanis a. D. und Kompagnieführer Johannes und Herrmann zu HanFr- leujen und Kompagnie-Chefs mit einem Patent vom 25. Juli 18 4 der Kapitän - Lieutenant a. D. und Kompagniefübrer Fromm zum Hauptmann und Kompagnie-Cbef mit ckan Patent vom 12. September 895, remier-Lieutenants a. D. und KompagniefübrexL e ue, Lan (; b eld und amsav, Premier-Lieutsnant a. D und Kompo nie- Oifizier v. Kleist iu Fauptleuten und Kompagnie-Cbefs mit e nem Patent vom 19. Okto er 1896, Second-Lieutenant a. D. und Kompagnie- führer Prince zum Hauptmann und Kompagnie-Cbef vorläußg obne

Patent, Premier-Lieutenants a.D. und Kompagnke-OsfiziereS cb [ o b a cb , v. ißmann, Bros17, Kielmeyer. Kollmann,v. Beringe, Engelhardt, Glaun ng,Jany,Cba,risius, v.Stocki„Fonck éAugust), Storch und Merker zu Premrer-Lleutenants mit ihrem isberigen tent, Second-Lieutenants a. D. und Kompagnie-Ofßziere Fonck (Henrich), v. Grawert, Kuhlmann, Schnorrenpseil, Stadlbauer, Albinus, 19. der Marwitz, yon Stuemer, Graf Fugger v. Glött, Passavant, Braun, Von Wulffen und v. Trotha zu Second-Lieutenants mit ihrem bisherigen Patent, Hauptmann a. D. und Kompagniifübrer Fischer unter Stellung 13. 19. 5111136 der Schußtrupve sür Deuisch-Ostafrika und gleichzeitiger Kommandierung zur Dienstleistung beim Auswärtigen Amt zum Zauptmann mit einem Patent vom 15. September 1892 ernannt,

ber-Stabsarzt zweiter Klasse a. D. und Chefarzt 111". Becker der Charakter als Ober-Stabsarzt erster Klasse verlieben, Stabs- arzt a. D. und Oberarzt Gärtner und Siabsarzt a. D. und Arzt ])1'. Berg zu Stabsärzten mit ihrcm bisherigen Patent, Asfistenz-Aerzte erster Klasse a. D. und Aerzte Ollwig, Zupißa, ])1'. Simon, Hösemann und Dr. Eggel zu Assistenz- Aerzten erster Klasse mit ihrem bisherigen Patent, Asfistenz-Arzt erster Klasse a. D. und Arzt 131: Drewes zum Asfistent-Arzt erster Klasse mit einem atent vom 21. Januar 1896, Assistenz-Aerzfe ztveiier Klasse a. . und Acrzte 1)1'. Meyer, ])1'. Reinhard, Uhl, 1)r. Bludau, Hofft, 111: Stierling und [)1'. Schreber zu Asfistenz - Aerzten mit ihrem bisherigen Patent ernannt. Premier-Lteutenants Charisius und Storck) auf ihr Gesuch das Kommandb zur Schutztruppe nach Ablauf ibres Kom- mandos zu dkrsclben auf weiixw drei Jahre vsrlängert, Hauptmann a. D. und Kompagnie-Ééübrkr Schemer scheidet mit dkr geseßlicben Pmision nebst usficht auf Anstellung im Zivildienst und der Erlaubniß zum Tragen de'r bisbsrigcn Uniform mit, den für Vsrab- schiedete vorgeschriebenen Abzeichen mit dem 30. November 5. J., Stabsarzt a. D. und Oberarzt 1)1'. Schwesinger scheidet mit dEr gkse'ßlichxn Perision mit dem 30. Nobember d. I, aus der Schuß- truppe aus.

Schußtruppe für Kamerun.

Second-Lieutcnants a. D. und Kompagnic-Osfizécre Frhr. von Stein zu LauSniY und Nolte zu Skcvnd-LÖLUN'UQÜÉ mit ihrem bisbkrigen Patenk, Adsis1cnz-Arzt sister Klasi? a. D. und 21131 111". Lichtenberg zum Ajfiste'nz-Arzt erster Klasse mit 59111 bisbkrigkn Patent ernannt.

S chuß1ruppefür D eutsch- Siüdwestafrika. PremiLr-Lixutenqnt Bethe , unter Befördkruna zum Hauptmann unk? ?ompagnie-Cbcf, in die Schußtruppe für Deutsch - Ostafrika ber ey .

Deutscher Reichstag.

123. Sitzung vom 13. November 1896, 1 Uhr.

Tachordnung: Fortscxzung dcr zwc'iten Bcratbung dcs Gescßcntwurfs, bc'trcffcnd Abänderung und Er- Yinzung dcs (Herishtsvcrfassungsgcseßcs und der

trafprozcßordnnng, und zwar bei § 73 des (Horichts- verfassungsgcschs, bclrcffcnd die Zuständigkeit der Straf- kammern.

Ueber den Anfang der Sißung wurde in dcr gcstrigcii Nummer des Blattcs berichtet.

Zu § 80 beantragen die Abgg. Beck!) und Munckcl (fr, Volksp.), die Vergehen, welche durch den thalt einsr im Jnlandc Lrschict1€nLi1 Druckschrift begangen sind, den Schwur: gerichien zu iibcrwciscu.

Bérichte'rstatter Abg. Lanzmann (fr. Volkkp.) macht darauf aufmc'tksam, daf; dll? Antrag in dcr _Kommissimi mit 13 JSJCU 5 Stiinmkn abgklkbnt sei, weil dic N?xzikrmixxsbc'i“trktcr ibn (ils unannkbmbar bkzkicbiie't häitkn. UpM dcn 13 Gi'giic'rn hätten fick) mcbrkre bifundkn, dic 170111 decmksn des Antrags 151116212116 fre'midlich gegcnübersläiidkn.

Abs]. 246€?!) (112101155411): Dio: Vkrtrktkr dcs BUiidésWibs babcn vsrscbikdkntlicb gln'ariit, Anträge anzunebmsn, 10016)? 5011 0501115 ge- fährdcn 161101911. Man s011t€ 1,011) 0er erst 0511011911, ob D1LR8311L11111Z wirklich kiisc 11010111711d1g8 Vorlage an 5911 Bkschlüsskn dcs Mickys- tags sch€il€rn [assai i_vill. DL:" Rcichstaa 1701 sich 5115er dadurch nicht schrscken lasjcn. Wssbalb 1011 man nicht bci disse! (8618061117111 11151111) die Frage dsr Zuständigkcit 1'(*k Sckpwurzxcricbte für PrßßVSrakbcu rcgcln mib dk" iibkrall bkrbreite'tkn 281111111) 020 Volkes kndlick) erfüllkn! Es ist bedankrlick), daf; ;;csiern dis Submar- gkricbte' abfäUi-F, 0611'1118111 113003011 sind, daß man sie 010 cine Bastärd- 0190101011011 bkzkichnet hat, wäbrc'txd sie doch sin Pal1adi11m d(r F-yibcit smd. Ick weise auf die' 2461500550101" des Juristentagcs von 1875 hin, wo ("1:1 Affcssor sicb abfällig übst dikaätigksit der Prsssc au cic- sPkVÖM und fie als Skandalpwduzknt bkzeicbnkt bat; wcnn s01ch8 2111sch011u110611 über die Preffe in den K'rc'isen dcr (1119850115611 ?)1ichicr Verbrkitkt sind, dann müffkn Vorfichtsiiiaszre§1€ln 111111 Skiwßs der Prcffe actroffkn Wirken. Es muß das bayérische Vorbild aiif das Rlick) aubgcdsbnt und nicht im Reicht: ach nacb Prsußiscbcm Muster reglementiert wsrden, wäbrknd man für Bayxrn cin flaincs Partikularrecbt rcserviett. (Rcdncr führt einzelne Fälle 5011 2111111191311 und Vernrtbeilmmen wegsu Preßbsrgebcn an.) Es sind AWße'rkagM der Press als Bélcibiziungen, namenllich als Berufsbelcibigungkn dcr Bcamjkn bestraft wordc'n, bis man frübki niemals (ils Jtijurié, sondern als Ironiik und Spott betrachtet hätte. Ick biTte dabkr, meinen Antrag anzunebmc'n.

Gebkimcr Ob r-Rkaierungs-Ratk) bon Lentbc: In dem AUM!!- blick, wo durch bis Einführung der Berufung ein 061111Tbk1€r Rcchtsfchuy ac'wäbrt wird, liegt keins Vcranlaffung vor, lic 011€ Streitfrage dEr Ukberwc'isimq dsr Preßbcracbkn an die Schwurgerichte, die schon 1876 entschiedén worde'n ist, Wik'dék aufzuncbmkn. Bekanntlich kam damals Ein Kompromiß zu stande, wonach für die süddkutscbsn Staaten, in denen die Scbnwrgcxickyte über Prcßbergkben ab- uribeilten, der bisherige Zustand aufrccbt erbaltcn Wurde. Die verbündeten Regierungkn stehen auch noch 501114 auf démsclben Stand- punktx', daß für politische ebensowenig wie für Preßviérgeben eine Ausiiabme zulässig ist. Es likgt kein Grund vor, von dem Grund- saße des GerichtSverfaffungsgkssyes, daß die Zuständigkeit der Gerichte durch die Schwere der (1110601051611 Strafe bésiimmt wird, bei den Preßbergebcn abzuwcichi'n. Irrjbümltchi: 111152116 11er Prißbsrgeben sind bei dcn Schwurgerichten ebensowenig ausgeschlossen wie bei den Strafkammern. Bis zum Beivcise dcs Gchtbekls muß ich be- strsitcn, daß Zkiiunge'n »Lifolgt worden sind, weil sie das Vorgehen bon Bkbbrden gctadklt haben, Welche Strafantrag gestellt batten gkgen P?isonen, die in einer antisemitischen Vkrsammlung bci 61118111

och auf Skins Majestät den Kaiser und König und den Ober- räsidenten Wen geblieben sind. Auch ist ein Beweis dafür, daß in den Staaten, in welchen die Schwur- gerichte über Preßvkrgehen nicht aburtbcilen, Preßfreibeit nicht denkbar sei, nicht erbracht wordkn. Fernkr stelle ich in Abrédc, daß die Geschworenen der Entscheidung von Preßbergében unbefangener egenübersteben; im Gegentbeil ist zu befürcbten, daß bei diesen Ent- cheidungen die politischen oder religiösen Ueberzeugungen der Ge- schworenen, wenn auch unbewußt, einen Einfluß ausüben. Ick kann mich dem Eindruck nicht entziehen, daß dem Verlangen, die Preß- prozesse der Zuständigkeit der Schwurgerichte zu unterstellen, doch etwa die Idee zu Grunde liegt, daf; die Geschworenen sich leichter mit der Anwendung der Gesetze abfinden und geneigt seien, ihr Er- messen über das, was bikliger Weise Recht sein soUte, an die Stelle des Gésetzes zu sehen. Das schien mir auch durch die Rede des Abg. Vcckb bindurcbzugeben. Damit trägt man aber eincn Gedanken in die Schwurgericbte, der in der That nicht darin enthalten sein soüte. Ich bitte Sie, im Interesse des Zustandekommens des Gesetzes,

drin end um Ablehnung des Antrafzs. Den deutscben Staate" wel e bis 1th von der Zweékmäßigket der Schwurgerichte für Preß: ver eben überzeugt find, wollen die verbündeten Regierungen dieses Jnßtitut weiter lassen, meinen aber entschieden, daß diese Zuständigkeit der Schwurgerichte aus prinzipiellen Gründen nicht gerechtfertigt sex

Ab. Frobme (Soz.): Wenn ich auch die Schwurgeri nicht aks das PaÜadium der Freiheit betrachte, so bin MLT bereit, mit meinen Freunden für ihre Erhaltung einzutreten; ja wir gehen noch weiter: wir 113011811 0118 politischen Vergeben deri Sckywurgerichtsn überweisen. Seitens der Regierung unternimmt man akles Mögliche, um die Schwurgerichte zu diskreditisrkn und in der- öffen111chen Meinung berabzuseßen und in materieller Byziehung dieser Jystttution den Boden zu ent1ieben. Je mehr die Abhängigkeit der Richter von der Regierung s1ch zuspi t, desto mehr muß die Rcchts. unsicherbeit wachsen. Hier sol] ein ch1ag gegen die Schwurgerichte geführt wxrdkn: wir müssen das Gkgkniheil thun und die Institution Ltüye'iiNiva wir befinden uns dabki in der Gemeinschaft der Mebxheit es '«0 s.

' Abg. Günther (ul.): Namens aller deutschn Richter muß ich Widerspruch erheben gegen die Akußerungkn dks Vorrednkrs, der den Richtern vorgewvrfen hat, daß sie nicht nach Nc'cbt und Geseß uxjhe'ilten, sondern abhängig seien. Die Richter wsrdcn ihre Unab- bangtgkeit stets wahren und werden nicht durch die öffeiijlicbe Meinung sicb beeinfluffen lassen.

Abg. 131“. Conrad (d. Volk»): Man hat uns zu ver. siehe:" gsgkben, das Volk habe den VListand nicht, sich gewisse Delikte zu erklärsn, gewisse Spixzbübircikn und Verbrsäxen zu durchschauen; das ski viel zu 9800111611 für das Volk, nur die juristische Gébeimwiffenschaft mit ihrem formalistische'n Abracadabra rsiche dazu gas. Gerade durch diese Jurisprudenz und durch ganz furchtbare .Oaatspalterkic'n, Vor denen sich der gesunde V;)?knsckzkn. Vcrsjand bkkteuzigsn muß, ist 50111 5611111171311 Volk skb!" oft ins Gesicht gcscblagkn worden. In Betrcff dchre-ßceliktc hingegen scheint mir mm die? Politisch1'Tcndc'nz, die? man mit dér Entlastung dsr Schwurgericbte Vérfolgt, so (3ka hkraus, daß man es vffsn aussprechen muß: Es bandklt sich um tikfkre Dimas. als dis Vcrtreter der Rogierung zu. gebcn oncn, e's bandclt sich um bis woblekWOZCP-(I Absich1, die Schmuriicrichte in Vcrr11f zu brit'gkn. Ick) Hoffe abkr, bie Virtreter BLZ Volks wxrdcn ivisscn, was sie sv'Ü-Zn; in kciner Sache babkn wir mehr (51111115, dk" Regierungsjuristmi zn mißtrauan, als in QÜCM, was mit dem giistigsn Lebkn dsr Nation und was mit dem Lck'kn der Pressc zusanmiciibängt. Wir babsn bier die schmcrzlicbstcn Er- fabrungsn gcfcnnme'lt, 5010110er in dsr Zeit so bkfiigcc Kämpfe, wie Wir fie [161116 bnben. Es 11001 im Jiiterrffc kinls ruhigen Ausbaues Unsé'l'kk Volkskultur, dciß wir dkm Antrags Bchh-Muncksl in allen Punktkn béistimnmn.

, Abg. Träger (fr. 2117111711): Ju dicsknt Hause ist Wohl Niémand, wclcbcr nicbt Wcrib daraus 1101, daß ackakc diesks Geseß zu stands 1171111110. Wir 111011011 ctwas Gutes schaffs". Die Re- gierung fiillt dis Wikdercinführung dsr Bcrufung als 8111 dsr Opfer wcrtbrs Ding bin. Dia Berufung kann auch ein Phantom skin, und dafür 0058 ich 10016, wirklich€ Dings nicht bin; für die' Bkrufung kann 11101!" nicht _cim' VLischlccbfc'rung 1501 Llstkll Instanz gebcn; denn dic BCkUsUkU iit etwas so Sclbsibcistänklickpcs, daß 0an sie selbst die 51110 Strafprozc'ßordmmg nicbt brauchbar ist. Ick) wil] mir keine Garantikn dcs Verfahrens 101111011 laffkn, 111"er liisst ich dieganze Bi'rufung fÜÜ€11._ Die Aburtbsilung dkr politisch?" und Prcßbkrgkben ist sti'ts als die Hauptaufaabc dcr Schwurgcr1cht€ bezwickmct worden. Nur durch das Kompromiß uns-éligkn Uligedkiikens, 503 11111811“ GlsLB“ Lßbung um Jabrzkbntk zurückgöbracht bat, ist Eine dahin gebend“ Be- timmung aus 12611 Justizgkséysn wiedsr bkrausgkbracht worden. Dcr chicrnngsvertrctcr bat mme (511111158 Verlangt. Ja, dis Gründe wachskn doch nicht wi? die Brbmbkcrkn 0111- Jahre 11011; es ge1tcn ebsn für kiksc Fordkrung dis alte'n 1.11th Gründen Jcb wüßte nicht, das; die Sckykvurzxc'rikbw zu b91€chtiglcn Ausstellungen Anlaß gcgebm bättcn, abcr 1k0130€111 bat man si», nach und nach abgk'traiikn und Ye bei 5911011, dic als GLsÖkUOkaW7111111161111, zn diskrcditicrcn gksu t. Als die Sckywurgcrickptsscssionen 11011) längkr dauerten, irak großer (Eifer 1211150111011, dcr jiyt bsi der Bischräkifung dsr Tbätigkkit erkaltc't ist. Das; bis Schiv111001ichte ihre 3117011111111; an die Siellc ke's geschriebknen Geskyks staUcn, ist Cin unbkrksbtigtcx Vbrwurf. Das Schwurgkricbt foU ric Vél'sÖijMg dis starrkn (Hsscßksbuckpstabcns mit “dem An- 1ch01m110011 dcs Vollss bcdkntcn. Dic Pkkffé sol] das Sprachrohr dxr öff1'111[ich(*11 Mkiimng sein Und s11' 10111191, 11101111 sie gegen die Sttb-mmg dcr Mchrbsit de Volkes ['ich nve'iidkt. Deshalb muß die Présic dsn Sch1vi1rg€richten 1111111116111 werden, 10611 der gelcbrte Rscbti'r zu abhängig ist 5011 51111 Biicipstabe'n dss Geskßks. Der Abg. (5111111591 hat sich dagcgmi 011113013111, das: die: Richte'r dt'r Öff€11111ch611 3111811111110 fich fügcn s01111n. ““S-is sollten das Uribeil der bfseaitlichenMcitii1ng übe'r gkrickytlicbe Elitsch1101mg€n beachten, d(*11_k1 die bffiiitliclx 2116112111111 ist doch 1chließlich dsr gcsutikc Ykenfchen- 501161115. Ick) bitte Sie, dcn Antrag anzunehmen.

Gkbsimcr Obcr-chicrungs-Rajl) Von Lsntbc: Es ist aner- diii-zs ricbtig, raf; Cinzc'lne Strafsachkn de'n Schirnrgcricbten ab- gexxonimcn 10111011 sbklcn, ablr mir 111851411 de'! (Eigknatt dt'r bi'treffkndkn Vcrbrcchkn, Slbst diese'n Grund 501 dcr 918113501011 "11171 übkrall an- cikaiint; er hat also 16111911 (Hrnnd, für bis Jrcßvkrgchn Line Ab- 1v6ichung 5011 15611 allgkmeinen(Hrnndsäßxn 111 f affen. Tie verbün- deten Regierungen rvvllsn aber «[ckckst chbt für Alle schaffen. Wie Mit die 011112111411 '.)Ticbtcr sink" unabhängigkn Charakter baben, kann nicht fostgcsteüt wsrdkn; cs kommt darauf an, daß dis Garan- 11011 dcr Unabbäiigizike'it Vorband?" sind, das; uns1*re* Richter sub unabbängix] füblc'n; daran wird, 5011 bCr Sozialdemckratie abgcfcben niemand in Dkutscbland zwsifsln. Auel) wird daran nichts 5160111)le durcb die Aufforderung der ,Hamburgkr Naänicbtcn“ an die Ricbtcr, ohne Rücksicht auf das Gcséiz zu urtbeilkn. S01che Aufforde'rung hat doch nicht unbe'dingt kin? Wirkung; ks [ical also kein Grund vor, eine Auznabme zu 1110619911. Wenn der Wunsch nach 61117! raschen Re- pression cines Vergebcns irgcnkwo am Maße ist, so ist das bei den Prcßvcrgkben dcr Fall, die Von 5111 pciiodiscb zusammenlrktenden Schwurgericbtsn nicht schne'll Llli'digt werden können.

Abg. Stadtbagcn (Soz.) bebauptst Ebenfaüs, daß die Richter abhängig s("ié'lk. '

Abg. Günther: Dcr Abg. Stadtbagkn bat gksagt, es sei ein. Erlaß des Gc'sainmt-Ykinisterinms m'gangcn, worin dcn Bcamten untersagt words" sei, ihre politische Meinung zu äußkrn. Ick babe dcn (Erlaß nicht zur Hand, erinner? niich abkr genau, daf; darin steht: die Königliche StaatSrcgierung crwaite', die Beamtcn würden oder 101111711 999911 die Masmabmsn der Regierung nicht agitieren. (Zurufe bsi den Sozialdcmokraten: „Ist dasselbexY Das ist ctWas sani Anderks. W016 Ter Abg. Stadthagen der nbaber eines Geschäfts und bäite kr eincn Untcrgébcnen, ker gkgen ibn agitictt, so würde er dEr aUerlkßte sein, der fich dies gcfallsn ließk.

Abg. Beckb wendét sick) gkgen die Ausführungen des Regikrungs- vértrcters. Jx-dcnfalls Weide in Bayern die Regierung und das Volk sich energisch dagegsn verwahren, daß an dem bisherigen Zustanke der Aburtbeilung der Preßdelikte durch die? Schwurgericbte gerüttelt werde. Die Schwurgerichte seien eiakntlich die ordkntlichen Gerichte“ nur was ibncn nicbt zugxwiesen würde, solLte dcn Strafkammern ufaüen.

Geheimer Ober Regierungs-Ratb von Lentbe verwa rt _fich dagegen, daß aus seinen Worten irgendwie hervorgebe, cs wurde beabsichtigt, den besfebenden Zustand in dcn süddcutschen Staaten bc'züglich dcr Schwurgerichte irgendwié zu ändern. Eine Dis- kreditierung derselben habe ihm vollständig ferngelegen.

Abg Bebel (Soz.): Der Abg. Günther bat den Erlaß des Staats-Ministeriums dahin ausgele 1, daß die Beamten nicht gegen die Regierungen aaitieren sollen. DUH die Regierung ebenso das Recht habe, wie ein Arbsitgeber, seinen rbcitern etwas zu verbieten, kann nicht anerkannt werden. Die Preßverbrecben gehören vor die Schwur“ erichtk, die Preßdelikte in Bayern und Oldenburg auch, und die

keinung, daß das richtig sei, galt früher auch bei den Freunden des Abg. Güntbkr. Aber freilich, mit den Schwurgerichten kann man bei Preßprozessen nicht so leicht fertig werden; der Interpretations- fanatiSmus dcr gelehrten Richter existiert bei den Schwurgericbten

nicbt; fie ätten den 1101115 0701111111113 nicht anerkannt. Wenn die S wurger chte in Preßprozeffen urtbeilen, so wird das auf die übrgen politiscben Prozesse sanierend wirken. Die Richter sollen urtbeilen obne Ansehen der Person und der Partei; deshalb trägt ja die Gerechtigkeit eine Binde.

Aba Günther: Der Unterschied zwischen dkm Abg. Bebel und mir bestebt darin, daß wir verschikdene Folgkrungen ziehen. Ich habe den Erlaß dahin verstanden, daß die Beamten nicbt agitieren sollcn, aber ihre politischkn Meinungen aussprechen können. Ich habe deshalb nie-mals Bedknken getragen, meine Meinungen hier und außerhalb des Hauses vorzutragen.

Damit schließt die Debatte. Der Anixag wird gegen die Stim men der Sozialdemokraten, der Freisinnigen, der Deutschen VolkSparkei und einiger Zentrumsmitglieder abgelehnt.

Bci § 123 (Zuständigkeit der Ober:LandeSgerichte) kommt

Abg. Schröder (fr. Vgg.) auf die Fraxxe der Bcrufunß im allgemeinen zurück und führt aus, daß sie in alten Zeiten über aupt nicht existikrt babs und erst eingkfübrt sei, als dieGer1chtsorganisation eine sslch (.eWorb-n, daß nicht mybr die Garantie für einen richtig€n Spruch in erster Instanz unter 011811 Umständsn gewährt wäre.

§ 128 wird angenommen.

§ 124 beschäftigt sick) mit der Bildung detachiertcr Straf- senate für die vom Siße der Ober:LandeSgerichte entfernteren Landgerichte; den Vorfikzcndcn und den " Tellvcrtretcr des- selben soll die Lwnch-Zu tizvcrwnllung erncnncn; die Beifißcr sollen aus 5911 Mitgliedern der Obrr-Landcsgerichte, theilweise aus Mitglisdcrn der bcircffsnden Landgerichte berufen werden.

Abg. 1)1*. yon (Cuny (nl,) will das Wort „tbcilweiss“ gestrichen wiffkn, sodaß die' Bildung des SCUÜW aucb lk'diglicb aus Mitglic'dern der Landgerichte erfolgen könne. Dis Befürchtung, daß durch die Bildung 1766 Bérufungssenats aus Mitgliedkrn des Landgerichts eine Störung der kollc'gicilcn Vkrbältniffe eintreti-n könnte, babe fick) nicht erfüUt.

Geheimer Ober - Régierungs-Ratk) von chill)? bat gkaen den Antrag dés Vorrsdneis nichts 91n1unckenden, wenn er auch nicht in Aus- sicht steÜen könne, das; die Mitglieder des Senats nur aus Mitgliedern des Landgerichts genommen ivyrden würdkn.

Abg. Beck!) (fr. Volksp.) will mindestens dreiMitgliedc-r einschließ- lich des Vorsi enden ans den Mitgliedsrn des Ober-Laiidesgericbts Entnommen wi pn.

Beide Anträge werden achlshnt und § 124 unverändert angenommcn, cbenso dcr Rest der zu dcm (Gerichtswcrfassungs- gcsqz 00rgcschlagcnen Acndcrim 011.

Darauf wird gegen 5 Uhr die weitere Bcrathung bis Sonnabend 1 Uhr vertagt.

Parlamentarische Nachrichten.

Dée dem NcichShauShallS-Efat bLigcgebene Denk- sch rift bcmerkl:

Die assammtkn fortdancrndkn und einmaligen Ausgabcn aller VkrwaltUiigszweiac, mit Ausnahme? der foxtdausrmen Aitsgabcn der Bstricbsv-krn'altumgen (Post und Tklegraphik, R€ichsdruck€rei, Eiseababnen), sind

vcranscbkaat aaf ............ 1 328 301824 „45 und übcrsicigen die Gesammtausgabs des Voijabrs um ........... 61277265 Cs kommxén auf dis fortdauernden

Ausgaben 111651: 32 552 365 „44 und auf die sinnialigkn Ausgabkn

mehr 28 724 900 _

wis Vorstsbend übcrbauvt 111951 61 277 265 „46 Wcrdkn 518101111 dix diirch1anf8ndkn Posten. :iänilick) für 1897/98

die' Ausgabi'n des R€ichs-

JnValibcnfonds Von 28 504 497 „44 und dic 01153 5811 Einnahmen

011 Zöllsn, Tiibacksteuer,

Branntweinsteuer und

Sfctnpslabgabc'n in G?-

mäßbkit Der 0218 lichen

Bestimmungen (111 1.8 ein-

zslncn Bundesstaaten zu

überwcissndcn Beträge

für 1896/97 28 862 508 «46

404 056 000 , 387 472 000 mit znsammc'n . . . 432 560 497 „47- 416 334 505 044

als die Höhe der Matrikslarbiiiräge und das Abschluß-Ergebnif; des Rkicbsbausbalts nicbt bkéinfsussend, aiisgeschilde'n, so stellt 1151) für die Verbleibénden fortdaucrndkn Ausgabsn und bis einmaligen 2111130013811 5 ('s ordéntlicben Etats Lin Gksainmtbkdarf von 838137 580 „46, bezw. ein Mébrbedarf von 24 209 238 „44. *) bsraus, während der außkrordentlich Etat dcr einmaligcn Ausgabsn mit einkm Gesanimtbkdarf yon 57 603 747 „44 und einem Mchrbedarf von 20 842 038 „44. abschlikkii.

Dcr erstg000chts Mcbrbcdarf dss ordéntlichcn Haushalts von s24U209 238 „44- Lrgicbt sich im eiiizsliicn aus folgkndcr Zusammen- te' ung:

fortdauernd einmalig

sknd “"IT-7191? mcbr chniger mehr 1 weniger 1 [

für den Re'iihskanzler und di? Reichskanzlei . . das Auswärtigc Amt . das Rkichsamt des . Jnnsrn 3144417 _ ,k die Vkrivaltung des [ Reickysbkercs 6 935 571 772 370 die Verwaltun der ! Kaisérlichen f).. arine 3 542 971 6 704127 die Reichs - Justiz- verwaltung . . . . 6896 _ das Reicbs-Scldayamt . 57 490 _ das Reichs-Eisenbahn- amt ....... 1 460 _ dic Reickpsschuld . . . 248 750 _ den Rechnungshof . . 3200 _ _ den Allgsmeinen Pensionsfonds . . . 2024 911 _ 298 297

die Post- und Tele-

gravhenberwaltung . _ _ die Reichsdruckerei . . _ _ 35 000 dieEisenbahnberwaltung _ _ 240 000 _ [Y 326 376 _ L 765 314] 882 452 16 326 376] _ 7 882 862! _

4 F

24 209 238 ckck

4340 _ , 28000 715520,“ _

854 452

356 370

sind mehr . . . also wie oben überhaupt mehr . . . .

*) Necknet man die fortdauernden Ausgaben der Betriebsver- waltungen hinzu, so ergiebt sicb bei den Ausgaben ein Gesammtbedarf von 1 161 215 708 „44 bezw. ein Mehrbedarf von 39 920 580 „46, während bei den gewöhnlichen Einnahmen statt des s1ch ergebenden Mehr- besxrsges von 12 328 775 «44 ein solcher von 28040117 .4( entstehen w r e.

Andererseits find bei den gewöbnlichen E in - n a b m e n veranschlagt:

1) die Zuckersteuer . . . . . . . . 2) die Salzsteuer . . ....... 3) die Maischbottich- und Branntwein- materialsteuer . ..... . . . 4) die Brausteuer ........ - die für diese Steuern aufkommenden Aversen ......... . . _ der Svielkartenstempel ..... 38 000 die Weckyselstemvelsteuer 347 000 _ die statistische Gebühr 49000 _ der Uebe1schuß der Post- und Telearaphenverwaltunq ..... 7 338 621 _ der Usberscbuß der Reicbsdruckerei 21160 _ der Ueberschuß der Eisenbahn- verWaltung .......... 1 941 706 _ die Einnabmsn aus dem Bank- 2116800

wesen _ “1 102 875

höher niedriger um um

ckck :“

1 000 000 _

1 129 000 _

_ 904 000 1 097 000 _

350

die vcrscksiedenen Verwaltungs- Einnabinkn .......... _ bie Einnabmkn aus der Ver- außerung ehemaliger Festungs- terrains ........... _ 15) die Ueberscbüffe aus frül)€ren Jahren 4662 457 17 623 938 5 295 163

12 328 775 „46

1171 138

Sind mehr

Diesem Mebrxrtrage treten hinzu die unter Tit. 3 dss Einncihms-Kapitels 18 (virgl. den Etat 11er den NEWs- Jnvalibsnsonds Seite 22/23) als nachträglicher Käpitalzuschnß für das Etatéjabr 1895/96 vorgssebknen

Welche zur Deckung bon in letzterem Etatijzbrü über den Etat hinaus zunächst zu Lasten der gkwöbiilichkn Reichsmittel aelkisieten Ausgaben dcs (Etatsabschnitts .Rsichs-Jn- validiknfonds“ diencn.

Die g(iyöanicbsn Einnabmxn ergeben mit- hin qegsn das Vorjahr cimcn Msbrbetrag Von ........

Zur Dkckung dcs Mehrbedarfs bei den Ausgaben Von 24 209 238 .

feblkn hikrnach . . . 11701980 444 welche' bsi den Matrikularbeiträaen 111 Zugan gebracht sind. Was insbesondere die Verwaltung des 5' eicbsbckéres anlangt, so find für den ordentiiäxe'n Etat zum Ansas gebracht: 1) an sortdausrnden Ausgabkn, unter Kapite'l14 bis ein- schließlich 44, bsi einkm Gksammtbsdürfniß von 486460645 „46, gegen das Vorjahr mehr .......... 6935 571 «46 2) an Einmaligen AuSgabsn, untcr Kapitslk), bci cim'm Gcsammtbsdürfuiß Von 46 046 965 446, gcgkn das Vorjahr 1n€br - .......... 772370 , überbaUPt gegen das Vorjahr 1118171" . ., . 7707941 „44 Für die einzelnén Militärverwaltungcn smd angeseyt: zu 1 an fortdauernden AUFJÜbLn: für Prsußen 2c. meébr .......... 5629 936 «44 , Sachscn :nkbr ........... 27109 , . Würjti-mberg mcbr ..... . ..__4_93_L«19__ sind mehr . . . 6150504 „41. , Baykrn antbsilmäßig mehr ...... 785067

178 483

12 507 258 „46

gkgen das Vorjahr, wis obsn, mcbr ...... 6935 571 „46

zu 2 an einmaligen Ausxiaben: 21511). 11 l 832 549 „45 1925 352 405 (178 , _

3 352 852 «14 761430 046

find Wknigcr. . . 4114255 „jz. für BMW; zu 11 anibcilmäßig weniger 427963 zusammen nikiiige'r. . . 4542 218 .“. Im Vorjahr Wax durch 5611 NaWraWEfat (Gescxz Vom 22 Juli 1896 _ RkiébO-Gsscßbl. S. 661 _) 0011 den darin borgcscbenßn ('in- maligkn Ansaabkn dcs 0150111169811 (Etats zu tbunlicbstcr Vermcidux-g einer 1:achtiägliche'n Er- höhung dk'l' Ykatrikularbkiträxie a1!811(1[)11161VC_1,sL 6111 Bc'trag 0011 5314588 „46, und zwar für Preufic'n sc., Sachsén und Württemblm zusammsn 4713 007 „i(- und für 230122111 601581 «44 auf den außcrordentlickzsn Etat übsrnommsn. Da für 1897/98 die Deckung der sämmtlichen Linniaiigcn Ausgaben dcs ordcntlilbkn Etats wisdcr aas dc'n gewöhnlicbcn Einnabmcn crfol 1, so kommt durch dcn Wcafall jencs ZuschusLLI jest im ordentlichen Emi cin MOHrdeatf zur Ciscbeinung von ............ 5314588 . Mithin gegkn das Vorjahr, wis obern, mxbr 772 370 „44 Die Einnabmkn der Vkrwaltung dss Reichsbcercs an eigenen Erträgniffsn, wklche einestbeil (Kapitel, 9) dm: Bundesstaaten mit Anschluß bon Bayxrn, ankei'ntbcils (Kapitel 98) dsr Gcsammtbkit aUer Bundesstaaten zu gute kommsn, ergeben gegén das Vorjabr bei Kapitcl 9 weniger 338 374 «44 bei Kapitkl 911 kvcniger ........... 128 200 . im Ganzen einm: Minderbctrag Von ..... 466574 „44 Das Gesammteraebniß dsr Ansä ? des ordentlichn Etats der Verwaltung dcs 9191chskckceres läßt ck Hiernach dahin zusammen- fassen, daß bci dén fortdauernden und einmaligen Ausgaben geasn das Vorjahr mehr .......... 7707 941 „46 bei den Einnabmsn gegen das Vorjahr wcnigkr ......... 466 574 ,

zum Nachweis gelangen, woraus fich gcgen das Vorjahr eine Mehrforberung ergiebt von .................. 8 174 515 „44 Die nach dem Ctats-Entwurf duxch Aufnahme einer Anleihe zu dcckenden Beträge von zusammen 56 763 747 „44, zu deren Beschaffung im We'ge des Kredits cine ges? liche Ermächtigung noch nicht ertbeilt isi, bilden in [)Erkömmlicber eise den Gegenstand eines besonders zur Vorlage kommenden Anleibegesesycs. Es find dies Forderuanen für die außerordéntlichen Bedürsni e des Reichsbeeres, der Mar ne und der Reichs-Eisenbabnen, worübsr die Erläuterungen zu Titel 1 des Einnahmekapitels 23 und die Begründung des Anleibegeseves das Nähere ergeben.

Abtb. [; für Prsußcn 2c. wenigcr . 761430 „44 Sachskn Wknig€r _

., Würiikmbkrg mebr

Statistik und Volkswirthsthaft.

Das .SweatingSystem“ in den Vereingten Staaten von Amerika.

In dem neunten Heft ((September-Oktober 1896) der „ÜSUUS 1145100110ij 0111310110“ veröffentlicht Herr (G.Levasseur einen Aufsatz über das .Hweating System" in den Vereinigten Sta_aten von Amerika, aus dem wir in Nachstehendem-einiJe, auch fur weitere Leserkreise in Deutschland interessante Mittbelungen wiedxrgeben. Herr Levasseur erörtert nacbeinander kurz olgendes: Definition des ,Sweating System“, Organisation des 0ystems, Aussagen in der Senatßenquöte von 1883, Besuche des .Sweating System“, Arbeits-

stunden und Lobn, die Geseke gegen das .Sweating Svßem', und die Xläne zu seiner Unferdrückung, Vergleich mit Europa und Ursachen des ortbestebens des Systems.

Was die Definition des „Sweating System“ betrifft, so bat wohl die von dem Verxasser zitierte AuskunftSperson am meisten Recht, welche aussagt: das esr te, was man beim Studium dieses sogenannten Systems entdecke, sei das, daß es als solches gar nicht existiere. Es gebe kein organisiertes System, Welches diesem populären Ausdruck entspreche, und man finde das, was man damit bezeichnen wolle, auch in Jndustrjezweigen, auf die man das Wort niemals anwende. Ge- braucht wird der Ausdruck tbatsächlich wobl nur, um die mißlichen Arbeitsberbältnisse in der Konfektion zu bezsicbnen. Ueber den Stand der Kleiderkonfektion m den Vereinigten Staaten im Jahre 1890 theilt Leoaffeur folgende Zahlen mit:

Herren- amen- Knopflocbbetriebe konfektion konfektion für Herrenkleider 4 867 1 224 200

Zahl der Betriebe 128,2 21,2 0,2

Kapital in MilLionen Dollars

Produktion in MiÜionen DoÜars . . . . . . 251,0 68,1 0,8

Béschäftigtis Personal . . 156 345 42 008 1373

Ueber das, was er Olganisation des Systems nennt, führt er sodann etwii Folgemdes aus: Der Fabrikant, oder besser: der Groß- koufmann, [)0112 in dcr Regi“! Line Zuschneidewerkstatt. Die zuge- aescbnittcnen Stücke übergebe ('r zu Hunderten und Tausendm einem U11t€rnchm€r (001111110001), der zquilen auch das Zuschneiden über- 119111119. Manche disser Uniernkhmer ließm in geschlossenen Zabrifbkfricbeii arbsitcn, manch? gäben die Arbeit direkt an

eitnarbcitkr aus, manche wieder an Unteruntkrnebmer (80118- 6111189170116111'8) _ wir wollen “5121? Zwischenmeister ncnnen. Disse Zwiscbcnmsistcr hätten ihrerseits wieder zum tbeil kleiiierc Werkstättcn, zum tbeil gäbkn auch sie die Arbeiten an Heim- arbcüsr wkiter. Die Kontraktorén und Zwifchenmsister drückten sicb untexkinaiider und umsomehr die Arbeiter. Die Preise seien er- heblich zurückgsgangen, und die bksseren (ElSante hätten das Geschäft aufgegc-bkn. Nur die .ivcnigkr skrupulösen“ feßten es fort. Man habe in m€nschenfreundlicher Weise den Ve1such gemacht, die Arbeit kooperativ unter Leitung von Werkmeistern zu organisieren, aber dabei keine böbcren Löhne für die Arbeiter herausgewirtbschaftet. Dic? Werkmeistkr kosteten kbsnsovicl oder mehr als die „Sweaters“, und die: Arbeit fange nichts. Man babe tbeilWeise die Ansicht ILWOiincn, daß, je tikfer die Qualitätder Arbeit stehe,umso nötbiger eine strenge Aufsicht, ja ein gewisser „Despotismus' sei. _ In den Fabrikbe'trikben, in dknen meist mehr als 20 Arbeiter vereinigt seien, 1ägen dic- Vcrhältniffx' am günstigstsn. In den kleinem Zwischen- meisierbetriebsn, msist mit nicht mehr als 20 Akbeitern, den „7201101110115 8170111". 811008“, habe der Meister in dkr Regsl für die Familis ein Zimmer als Schlaf:, Koch-, Spsise- und Schreibzimmer, ein zwLiies di€n0 15 bis 20 Arbeitern, Männern, Frankn und Kindsrn als Arbeits- und Schlafraum. Am schl€chtesten sei die Lage __der Hkimarbéitcr, „7201181118115 1101110 1170114015“, msist Frauen und Kindér, die nku eingewandkrt sind, dann arbeitSunfäbige Per- sonkn, WiitMn iind bcruntergekmnmsne Familien. In Boston scisn 1892 unter 33 Zwisckpenmeistern und Kontraktoren 26 eingewandisrte Juden gkzäblt Wordkn; 1111161: 1107 Arbeiksrn und Arbeiterinnén 448 Juden, 249 Amsrikansr, 215 Italiener, 176 Jr- lä0dkk; di? übrigen Deutsckye und Portugiesen. In Chicago seien 666 BötriCÖL gszäblt worden mit 10 933 Arbeitkrn, von denen 9097 in Wcrkstättcn unk; 1836 zu Hause arbeitéten. Jn Philadc'lvbia arbsiteten in 273 Bi'trieben 1806 Personen, von denen 898 Ruffen wach. Jn Ncw-Yoxk, Boston und anberwärts finde man oft 20 rysfisckye dekn in einem Zimmer zusainmxn. Diese hätten die FM,? sebr gedrückt. Was Deutsche für 2,50 Dollars gemacht

kitten, das Hätten 110 für 1,50 Doüar angeboten.

11?er die Arbeiszeit und den Arbeitslohn weiß der Ver- fasser férner untkr anderem zu berichten, daß in den Fabriken in der 316981 10 Stundcn effcktiv gearbcitet werdk bei einer einstündigen Zwischenpaus0 216er1an nähmen die' Arbeitkr manchma1 Arbeit mit 11011) Hause. In den kleinen Wérkstätten 1118750 11 bis 14 Stunden géarbsitc't, bei dringiiider Arbeit auch noch 1511301. In 061? Heim- arbcit sli keine Grenze gezbgcn, man arbaite bier im Mittel etwa 15 Stunrén, wcnn 11151519 17111081. In Philadelphia vcrdienten nach 611191? Angabe Frauen in der Fabrik bei zebnstündiger harter Tages- arbcit 3 !,-is 4 Danrs wöchxntlick); als Heimarbxiterinnen, Würm (? von 8 Uhr früh bis 10 Uhr Abcnks arbeitsten, 1,50 is 2 Dollars. Nach einsr Zukammensteüung des Arbeitsbureaus in Massachusstts bstdisne die Mübrzabl der Frauen 6 bis 12 Dollars w0ch€k1111ch, die Mehrzahl der Männcr 12 bis 20 DoÜars. Hier soll «'s sich (1061! nnr um Fabrikarbkitér handeln. In New-York kämen dZe Fraucn in den Fabriken auf 5 bis8 Dollars, die Männer aus 14. In 5611 kleinen Werkstätten Verdienten die Arbeiter ein chrtkl wcnigcr, in dcr Hkimarbeit noch weniger. Die Russen und die J'aliener krzie'ltxn dis geringsten Löhnen die DcUtfchen, Amerikaner und Jrländer (110611171811 nur in den Fabriken. Nack) eincr Enquöte aus den Jahrcn 1891/93 VerdiZiiten die Frauen in New-York im Mittel 4,53 Dollars wöchknilich. _ Dabei seien die ungünstigen Saison- berbältniffe in BUracht zu ziehen. Zweimal vier Monate im Jahre sei Arbeit binrsickyenb Vorbanbkn, vier Moriate herrsche Arbeitslosigkeit ode'r doch stark rkduxierter Vcrdienst.

LWaffeur crwäbk-t dann kurz die bskannten Gesetze in Massacbufctts und 'New-York, Mühe die Ausbeutung der Konfektions- 0rbiéit€r ekschWSkkl1 sonen. Wir müssen dieserbalb sowie bezüglich der sonstigcn intkrkffanten tbatsäcblicben Angaben, an denen die Arbeit reich ist, auf diEsL selbst vcrwsiscn. Nur die Ansicht dss Verfassers über déc Gründe für das Fortbsstehen des Systems mög? noch kurz angebsuiet wcrden. Einkrfeits glaubt Levaffeur, daß die Konfektions- industrie im Untlrscbiede von der Maßschnexdxrsi noch weiter zunehmen Wkkdx'. In dkn Vereinigtkn Staaten z. B. wachse die Zahl der Kon- sumcntkn, „Welch billige Preise und zugleich den Schein des Luxus der- langten“, unaufhörlich. Die Produktions und Absayverbältniffe drängten mehr und mehr zur kommerziellsn Konzentration. Die Gxoßkaufleute brauchten immer mehr Kontraktoren und Zwéschenmeiiter, w01che ihrerseits cin Interesse daran hätten, die Arbeiter zur Hand zu haben. Wknn aucb dos plattz Land einkn Theil der Arbkit an sich ziehen könnte, so würdkn die Ykaffen der Konfektionßarbeiter dock) in den ' Städten bleiben. Die Konkurrenz unter einander werde auch ferner 510 Kbiikationärc (Großkauflcute) zwingen, auf den Lohn zu drückén. Dic Zixischcnmeister läden gewisskrmaßcn durch ihr Angebot dazu ein und drückten ihrerseits weiter auf die Löhne der Arbeiter, deren Nach- Jikbigköit, ohne unendlich zu sein, doch Wahrscheinlich noch nicht an der außersten Grcnze angekommen sein dürfte. Dafür sorge die Ein- wandkrun mit immer neuen RCkruten. Vor vierzig Jahren hätten die Deut?chen in den Schneiderwerkstättén ihre Arbeit billiger ang€bot€n als bis Amerikaner. Seit 15 Jahren verdrangtcn die Judkn die Deutschen durch noch geringere Löhne, denen sich die Italiener fügtkn. Der Jude in Ost-Europa und der Bauer in Italien träume: von 1Dollar Tagelohn wie von einem Eldorado und mache sich auf die Reise. Er hätte nicht einmgl ganz unrecht; denn schließlich würde er drüben doch noch besser ernabrt und bester logieet als in der Heimatb, und viele von ihnen sammelten sogar Er parniffe, wie sie die besser bezahlten Amerikaner ni t erzixlten. Des alb ver- lange dsr Amerikaner GxsFe gegen das .Oweatmg System“, wie er sie gegen die Chinesen dur gefest babe.

Literatur.

Literatur über den Entwurf eines Handelögesetzbuebs.

Nachdem der Entwurf veröffenxlicht worden ist, häufen fick die Schrifien, welcbe sich mit der Revision des deutschen andesSrecht] befaffen und den Juristen wie den Kaufmann mit den eitenden Ge- dankcn des Entwurfs vertraut zu machen suchen. Zunächst an die Juristen wendet sich RechtSanwalt Dr. Hermann Gtaub-Berlln* in einem auf dem Deutschen Anwaltstage am 12. Sektmber 1896

ebaltenen Vortrage, der jetzt im Druck vorlie t Ver ag von Otto Ziebmann, Berlin; Preis 80 43). Der Ver (: er theilt bier die.