Der Re kerungs-Affeffor 1)r.' Schwarzlose'zu Marien- werder ist er Königlichen Regierung in Köningerg zur weiteren dienstlichen Verwendung überwiesen mordin.
Nach telegraphischm Meldungen an das Ober-Kom- mando der Marine ist S. M. S. „Kaiser“, Kommandant Kapitän zur See eye, mit dem Chef der Kreuzer- Division, Kontre:Adm1:al Tirpiß an Bord, gestern m Amor) angekommen und beabsichtigt, am 29. November nach Hongkong in See zu geben; S. M. .S. „Molrke“, Kom- mandant Korvetten-Kapitän Stiege, ist gestern in Smyrna angekommen.
Württemberg. Der L a n dta g ist auf den 11. Dezember einberufen worden.
Reus; ö. L.
Der Bevollmächtigte zum Bundeswtw Oder:?)i-“gierunos- Rath, Kammerherr von Meding hat sich am 25. d. M. behufs Tbeilnadme an der gestrigen Sißimg dcs BundeSraths nach Berlin begeben.
Oesterreich-Ungarn.
Der Kaiser ist heute früh von Budapest Wieder in ien ein etro en. , W DasßstexfreichischeAbgeordnetcnk)ausberiethgestern den Grießentmurf, betreffend die Re gulier ung der Bcgmten- ebälter, und nahm den Art. 5, welcher den Brgmn der Zßirksamkrit mit drm Zcitpimkt der Veroffentlichung des Gc- seßes verfügt, mit beträchtlicher Mehrheit m der Fassung der Regierungsvorlage an. Dr? Fassung des Aussckiusss, welche den Beginn der Wirksamkeit zum 1. Juli 1897 beantragte, wurde abgelehnt. Jm weitereii Verlaui dci“ Slßung wurde der (Hi'skßi'nsWka, betrcffciid die prodi1ortschevNegelung der Bezüge der in die Kategorie der Dienerschaft gehörigen Staatsdiener, unverandert nach dem An- trage des Ausschusses angenommcn, wonach der Gcseß- entwurf am 1. JUN 1897 in Kraft _trcten soll. Im Lqufc der Debatte sprach sich dcr Finanz-Mimster ])1'. von Briinski entschieden für die Regierungsvmlaqe aus, weiche benimmt, daß das Gkskß erst mit seiner Vcröffrptbchupg m Krafitreien solle. Der Minister erklärte fernrr, dic chwrungjbcads1chtigß für einen großen Tdcil der Diurniiicn niedrig dotierte Posten zu schaffin. Die Frage der Aitcrs- und Invalidiiats- versorgung dr Diurnisten werde demnächst gerxgelt werden.
Gestern Abend fand in Budapest 010 crjtc Konferenz der liberalen Partei statt. " Der Präsident Baro'n 5Pod: maniczki) bearüßie die volizabiig cisch1rnencx1 Mitglieder. Der Mmister-Präsident Baron Baufix) hielt eine Ansprache und hob darin hsrdor, die abgelaufenen Wahlen seien ein? Endabrechnung gewesen, weiche dariibcr Arifflärung ge- geben, ob die Tdätigkrit der liberalen Pinter den Jnier- essen und den Anforderungen des Landed cnisprocbz-n 5959. Diese Endabrechnung habe auch der Partei Gcrechtigkcit mxdcrfahren lassen. Redndr bctdntc die Zustimmung zu dem Programm, auf 1velchrm die Partei siche; dicses Programm music die Thätigkeit der Partei auch in der Zukunft ldiicii. Man siehe vor großen, wichtigen Aufgaben, zu down Losung man einrr starken, einhciilicben Partei benöthige. „Die (Hegnewtrachtctcn die Einheit der Partei aus p,.r'sonlichcn (Grunden é'zu spalten, da fir dies anf prinzipielicr Gk11ndl0gc mcht thun könnten; darum ersuche er, die Parterwoge voll_es Vertrauen zur Regierung baden und übcrzeugt sein, daß die: selbe zähe an il)rem Programm _fcftdaltcn werde; sie'babe kcinc Sonderiniercffen und werde sick) nur die staatlichen und materielien Interessen drs Vajerlandcs vor Augen halten. Er zweifele nicht, daß die Regierung und die Partei in der Lage sein würden, die ihrer barrcndcn Aufgaben mit Erfolg u lösen. DLL" Abg. Berzcwiczy gab darauf dcm Vertrauen ber librralen Pariei zur Regierung unter lebhafter allgemcincr Zustimmung AUIdruck.
Die ungarischen Industriellen entsandten gestern eine Abordnung von 100 Mituliedern an den Kaifxr und König, um für AUerdöchstdeffcn und „der Kaiscrin und Königin Tdeilnabme an dvr MiUenniums-Ausstellung zu danken. Auf die Ansprache der Abordnung erwiderte der Kaiser und König: Es gcrcickzc ihm zur be: sonderen Freude, daß die Jndustricllrn durch ihr Er- cheincn idm Gelegrnhcit gegrbcn hätten, ii)ne_n fiir enen opferwiliigi'n und unermüdlichen Eifer, den sie ziim Vortheil der Ausstellung entfaltet hätten und dem dcr glänzende Erfolg in ersier Reihe zu verdankan sei, seine voUc An: erkennung mündlich aussprechen zu können. Die Abordnung sprach sodann bki dem andels-Ministcr Daniel vor.
Das ungarische „ mtsblatt“ von heute vcröffcnilicht ein ehr huldvollrs Königliches Handschrcibcn an den bis- berigen Präsidintcn des Magnatcnhauscs von Szlam), worin dem Brdaucrn AUSdruck gegeben wird, daß von Szlavy aus Gesundheitsrücksichten das Präsidium niederlage.
Frankreich.
Der gestern Vormittag abgebaltepe Ministerratb hat fich, dem „W. T. V.“ zufolge, noch nicht mit dem Entwurf des Zuckersteuergeseßcs des Abg. Graux beschäftigt. Der Ministerratki wird der Frage erst näher tieren, nachdem die Zoükommission den endgültigen Wortlaut des Entwurfs fest- gescßt haben wird.
In der gestrigen Sißung des Senats gcdachte dcr Prä- ßdynt mit ehrenden Wortén dcs gestern verstorbenen Mitgliedes des Senajs Arago und schloß darauf zum Zeichen der Trauer die Sißunq. '
Die Deputirtenkammer sctzte gkstern die_am 25. d. M. begonnene Berathun dcs Budgets des offentlichen Unterrichts fort. er Dcputirte Iourdan (radikal) ver- langte die Vermeltlichung sämmtlicher Mädchenschulen innerhalb zweier Jahre. Der Berichterstatter Bouge brkämpfte den Antr , der beträchtliche Ausgaben mit ck bringen würde. Der mister-Prästdent Méline lehnte den Antrag, dessen Aus- "hrung unmöglich sei, ab; die Regierung wei?: em solches
anöver zurück und bitte die Kammer, die wiikl chc Berathung des Budgets wieder aufzmiehmen, Hirrauf wurde der Antrag Iourdan mit 326 gegen 237 Stimmen abgelehnt. , '
Die Vureaux der Kammer wählten eme Komm1sston, die
mit der Prüfung des Gesehentwurfs, betreffend die Er-
neuerung des Privilegiums der Banque deFrance, beauftragt werden soll. _ _
Die Mehrzahl der Pariser Blätter erklart die Ablehnung des Antrages Jourdan für sehr bedeutungßyoll. „ Die gemäßigten republika nisch en Zeitungexi begluckmunschen das Ministerium dazu, daß es dies 11 Kompromxß mituder Oppo- sition abgelehnt habe. Die konsersoatrvken Blatter er- klären die Ablehnung als einen Beweis dafur, daß drr Anti- klerikaliSmus an Zugkraft verloren habe.
Italien.
Der König von Serbien begab fich, wie aus Rom gemeldet wird, gestcrn nach dem Dejeuner im Quirinal zu Waden nach dem Hötel ,Zum Ouirinal“, um dem serbischen Grsandtcn Bogitschewitfci) einen Besuch zu machen. Von hier aus fuhr sodann der König mit dem KriegS-Mmister und sieben anderen Personen, sämmtlicl) in großer Uniform, ' in Privatwagen nach dem Vatikan, um dem „Papst seinen Besuch abzustatten. Eine Kompagnie italienischer & Cara: binieri mit Fahne und Musik erwies unter den Klangen der serbischen Hymne die militärischen Ehren. Zu beiden Seiten des Wagens, in welchem der König saß, und welchem je ein Zug Carabinieri voranritt und folgte.», ritten zwci Offiziere dicser Trupps. Von dem Rusticucci-Plaße_uber dcn Peteerlaß bis zum Portikus Karl's des (Großen bildete eine italienische Jufantcrie-Brigade Spalier. Ddr Wagenzug fuhr um 31/2 Uhr in den Vatikan ein. Beim Eintritt in den Palast wurde der König von dem Almoscnier und mehreren geist- lichen und weltlichen Persönlichkeiten cmpfange'n, „welche den Monarchen und das Gefolge bis zu dem Vorzimmer und den pävstlichen (Hymächern begleiteten. Dcr Konig betrat dcn Audienzsanl allein und verblicb daselbst mit dem Papst gegen 3/4 Stunden; alsdann. wurde des (Gefolge des Kdyigs dem Papst vorgi'stelit. Nach der Audienz machte der Konig dcm Kardinal=Staat§sckrelär Rampolla einen Besuch. _Um 43/4 Uhr verließen der König und das Gefoige dcn Vatikan. Der König nahm spätkr dcn Thee bei dem serbischen (He- sandten Bogitschewiisck) cin und begab sich [)1i'kÜUf nack) dcm Quirinal. Dort fand Abends ein diplomatischcs Dincr und später im „Teatro Costanzi“ cine Galavorstellimg staii. Haute wird sich der Köniz] von Serbien nach Neapel begcbcn und voraussichtlich am Montag nach Rom zurückkehren.
Einer Meldung der „Italie“ zufolge ist der Friede'nsz: vertrag von Addis Abeba gestern in Harrar käfifl- zicrt worden. Man erwarte die Rückkehr des Majors Ncrazzini nach Rom für Mitte Dezember.
Türkei.
Dem Wiener „Telegraphen:K0rrespondcniBurcau“ wird aus Konstantinoprl gcmrldet, die Botschafixn hättcn gestern gemeinschaftlich bei der Pforte dic Erklarung ab: gegeben, das; sie den Standpunkt der MiliiäiK-Attachéss bezüglich der theilwcisen Einreihdng von Ausländern in die krctcnfische Gendarmerie und der Vcrwcndimg fremder Miliiärs als Kommandanten derselben tbeiltcn, und das Verlangen gestillt, die Abreise: der Kommission zur Reorgani- sation der Gendarmerie auf Kreta möge am 1. Dezcmbcr erfolgen, auch wenn der streitige Vimki bis dahin uncrledigt geblieben sci. Dcr russische MilitäßAttÜÖÉ Oberst Pcschkdw habe erklärt, er werde nicht eher abreisen, als bis alles er: lcdigt sci. _
Unter den Steckbriefcn, welche gegen kompromitticrtr Armenier erlassen sind, befindet sich auch eir1s01chrr gegen den fiiihcri'n Schuldirrktor in Galata Mostidschjan, dcr glrich: zeitig Erster Sckrctär dcs aimeniscbcn Patxiarchcn szirlian gewesen und seit dessen Rücktritt flüchtig ist.
Asien.
Nach neueren, aus Bombay in London ringctrdffenen Nachrichten bat die Mcutcici unter den Si'pdiis des 27. Punjab-anantcric-Ncgimcnts in Rawulpindi nicht den bedrohlichen Charakter angenommen, den man zuniichit dcn Ausschreitungen beilegic, ' ES soÜen nnr ungefähr 40 Zcpoys an den Vorkommnissen bcibeiligt gewesen sein.
Afrika.
Der Volköraad dcr Südafrikanischen Nopublik berieth gestern das Gesetz, betreffend die Beschränkung der Einwanderung, und nahm die Bestimmung an, daß kein Aus: länder das Land betrelcn dürfe, der nicht im Besitz eines Passes sei, aus welchem Hervorgcbc, daß der Paßiiihadcr Mittel besiße odcr in der Lagr sei, Arbeit zu erlangen.
Parlamentarische Nachrichten.
Die Berichte über die gestrigen Sitzungen des Reichstagrß und des Hausesber Abgeordneten bc- srnden sich in der Ersten und Zwe1ten Beilage.
_ In der heutigen (134) Sißung _des Reichst_a cs, welcher der Staatssekretär des Reichs=Zustizamts ])r, Nic cr- ding beiwohnte, wurde die zweite Betathung des (Hescß- entwurfs, betreffend Abänderung und Ergänzunéz des Gsrichtsverfasiungsgescßes und oder Stra : prozeßordnung, fortgisi-Yt. . '
Die §§ 364 und 366 der lcßieren ordnen die BFME-
aufnahmc in dcr Berufungsinstanz. Die Vorlage schlagt zu diesen bciden Paragrapbcn keine Abänderung vor, es soll dadcr bei den geltenden Vorschriften auch nach Wirdcreinführung der Berufung ge en die Urtheile der Strafkammer?) verbleiben. Die KommisYion hatte, da sie daiin CML, Durch- brechung des Prinzips der Mündlichkeit erblickte, in ihren beiden ersten Lesungen eine andere Fassung des F 366 vorgeschlagen, wonach Proiokolie und Aussagin der n erster Instanz vernommcnen Zen en und Sachvrrfiandigcn ohne Zustimmung der Staajsanwaltßchast' und des Angeklagten vor den Ober-Amngetichti-n überhaupt nicht, vor den Straf- kammern der Landgerichte dann nicht verlesen werden dürften, wenn die wiederholte Vorladung der engen und Sachverständigen erfolgt oder von dem Aanc mgten rechtzeitig vor der HauptverÉandlung beantragt sei. Auf de_n bestimmten Wideispruch der crtreter des BundeSrathcs Hat die Kommission in' dritter Lesunkz diesen Beschluß Wieder fallen lassen, dagegen dcm § 364 fo genden Zusa gegeben:
„In der Ladung des Angeklagten smd d e von Amtswegen zu ladendeu Zeugen und Sachverständigen namhaft zu machen. Der Angxklagte ift ausd1ücklich darauf hinzuweisen, daß, wenn er die wieder- bolte Vernehmung anderer in der Hauptverhandlung erster Instanz ver- nommener Zeugen und Sachve1 ändigen verlangen woÜe, er deren Ladung rechtzeitig beantragen müffe, widrigenfalis die Verlesung der über ihre AussaeLeu aufgenommenen Protokolle ohne seine Zu- stimmung zulässig 1 “
Abg. Schmidt- Warburg (Zentn) beantragt und befürwortet das Festhalten an dem urspründlichen KommiisionSbesckyluß. Eventuell wolle er dem § 366 des geltenden GeseZes folgenden Sas anzefügt wissen: „Jm Verfahien vor den Ober- andeSgericbten darf die Ver. lesung auch dann nicht erfolgen, wenn _die Aussagen bei der Protokollierung nicht vorgelesen uud gensbmuzt waren.“ Im FaUe der Annahme seines Hauptanteages folie der von der Kommijsion be- schloffsne Zusatz gestrichen werden. Redner sucht dann darzulegi-n, daß die Verlesung der Zsugenaussagen erster Instanz die Wabrscbemlicbkeit der völligen Aufbeliung drs Tbatbestandes nicbt erböbe, sondern zu Ungunsten des Angeklagten vermindere, zumal wenn man bedsnke, daß die Aussagen nicht stenograpbiert, sondern von subaiternen Persönlichkeiten, Aktuaren u. s. w. aufgenommen würdkn, welcbe weder in Bezug auf die Lage des einzrlnen Fach besonders gcrignet ssien, das E-bebliche vom Unerheblichen zu unterscbkidkn, i_iocb mit ihrer manuellen Fertigkeit ersetzen könnten, was die Bkruiun:»sinstanz durch den Fmtfail der wirderboiteu Vernébmung de'r Zkugsn und SachVLrs1äudigen iniikren würde.
Bei Schluß des Blattes nahm der Geheime Ober:Justiz- Rath ])r. Lucas das Wort.
-- Das Haus der Abgeordneten seßte in seiner heutigen (6) SiHung die erste Bcraihung dcs Gesetzentwurfs, betreffend das Dtenstcinkommen der Lehrer und Lehrerinnen an den öffentlichen Volksschulen, fort.
Abg. von Schenckendorff (nl,): Im Namen eini's Tbeils meiner Freunde wili ich die Ausfiihrungen inkines Freundes Noekle in einigen Punkten ergänzen. Wir haben das ernste Bestreben, dazu mitzuwirken, daß diesinal die Vorlag-x durch alle Klippen glücklich hindurch sti-ern mögr, damit endlich das dringende Bedürfniß dcr Veibcsjrrung dcr Besoldxtngßderhältniffe der Lehrer befrisdigt WkldLU kann. Aber die's enthebt uns nicht der Aufgabc, aiif einige Verbessrrungsbedürftige Punkte bin- zuweisen. Nack) § 7 kann dsn Lebrrrxi die AlterSzulage auch auf Antraz-i dis Schuldorstandes, besondrrs der öitlichen Schulbebörde, Versagt werden. Ich fürchte, daß der Minister von den Schul- vorständen solche Anträge bkkommcn wird, wo Zwistig- keiten zwischen den einzelnkn Schulbcbördkn brstrben. Die Re- gierung grbietrt über 10 viele DiEzipiinarmittel, daß sie hier kein neues zu erbaltrn braucht. Die größer?" Städte können den Alters- zulagx-kaffc'n fsrn blcibcn. Si? battkn die Befürchtung, daß dadurch ihre Sklbsiverwaiiung beschränkt wird, daß eine Verstaatlichung drr Schule einirchn winde. Disse Béfürcbtung heikle ici) nicbt. Ich bin dirimrls der Mdinuwg, daß es besser Zeweicn wärc', (1116 Städte einzuschiisßen 11! dicse Kaffsn, damit die Freizügigkeit drr Lrbrer gewahrt wird. Dir. Vorschiist drs § 22 bezü4lch der Strafvrrsrßung ist eine Vsrbesscrung. Der neue Entwurf bringt auch für die arbßrrcn Gem€ind€n LiliL Erbébiirde Vcrbrsisrung. abrr von kriner Seite MLiUk'k politischen Fie'unde kann dies; Verbesserung als befriedigend ang-Zsebeii werds". Wir €rachien es fiir notbwrndig, daß die staatlich einmal iicwäbrirn Zu7chiiffe unvrikürzt bléibkn müsie'n, Weil die Siädte suf Grund disser Zuichüffe ihre Lebrec- gebälfrr verbesskrt und das Schulgcid aufszHVÖln babrn. An diesen Verhältnissen 19016 di'r Stain (ani wrnigstcn etwas ändsrn. Für die Lebrsr bringt die Vdr1age Link nicht rmrrbebiicixe Brffcrung namrptliä) bezüglich der Gewährung dEr ?liierbzulage ur-d bkzügliä; drr Anre'cbnung der Diknstzeit iin Pr.uß11chcxi SÖUlDiLl-Zst. Abrr die Vorlags gsbt über die früher? nicbt hinaus, und es ware dock) wobl Sucks dcr Staaißirgirrung g(ivkskn, dkn vrrändérten finanzielisn Vkrbältnisicn ibrrrsriis brrcits RcMiung zu tragen, zumal die Gebältc-r der Staatsbeamtkn crböbt Wökdi'il 1911811. Dir chrerismd _aUer- dings keins Sjaatdbcamtcn, (iber dir Bciiastung gewäbriemxt ihnen doch ein Mi11ima1€inkdmm€n. Eine Erhöhung dsr BWP? der Lebrrr auf KOstlii drr großrn Städte, wis fie bon rimr Skike der- [andi ist, ist wobl nicbt dsnibar; d nn an der Benackyibriligung der Städtr ist ja dis Vorlags im Frühjahr gescbriirrt. Dir Wünsche der Lehrer bezirbrn fich aus 0106 Erhöhung dc“? Grundgehalt?) und der Dienstaltsrsznlaiie. Ick) bdffk, wir werde'n darübyr 61116 Ver- ständigung €kii€l(*11. Das GriindgrbUt kommt dkm le1rrr erstfnacb virijäbrigrr Amtszeit zu; bis dahin bat Cr sicb Abzüge b]? zii emxm Fünftel gkfalirn zu lasirn. Die Lkbrrr wünrcbe-n hauptiackyltch eme Erböburg drs Grundgehalts. Das Vorgeschlagen? Grundgcbalt 1011 ja nur für billigt: Ortschzften bkftimmt icin. abcr e'x- werden auch anchre Ort- schaften dabintc'r Schutz suchen. Man soÜtedabcr für jeden ngtekungs- bezitk das Grundgehalt bon 5 zu 5 Jabrsn xistiteumi zum Schiiy de'r Librex“. WEnn wir für die Aufbrffcruna dsr Lage drr Lehrer eintri'trn, ge- schicbt es nicht ans Partriintrrcffk, sdndkrn weil wir r*ie_Atisysiiche der Lehrer als b€rchchtiqt anerkennen und dirkelbrn für eine gctvisse Dauer beiricd'uen WOUM. D*."r Lnge Ziisaiiimrnbang' dchteiiung der Lkbkkk mit dir Volksbildung überhaupt, wie ihn 'Herr bon Kardorff grstrrn dargelcgt bat, wird guck) von uns Volistandig anerkannt. Wclch HOffUUUJCU find dmc!) dri" frübüren deskvgebcrlschen VSksUÖL in dcr Lihxerschaft krwcrkt wdrdrn! All? Hiffnuniix'n sind uncrfüUt grbliebe'n, und das hat immer writere Kreiic der Lehrer unzuiiiedén gsmacbt. Dkébaib sol11c man dancrch sirkben, etwas feriig zu brinxicn. Msine Freunde werden_fur kas Zustandekommén (isles einsetzen, und ich r:chie_an_ dicses Haus sowie an das Herrenhaus, an den Vorstand des Stadtctagcs und nicht zum mindriirn an den Finanz Minister die Bitte, Von der Ver- ganßknheit zu lcrnkn und das Scheitsrn dcr Vorlage verbalen zu wollen.
Abg. Vöttinger (nl,) schließt sich seinem Fraktionsgenoffsn an und
_ weist auf bis große Unzufricdsnbcit bin, welche unter den Lehrern und
auch in den Gemsindrn fich Vkrbkkitkt bare, namenxlicb im Wksten, wo die? Schule grofie Anforderungen an die Grmemdcn stella. In den Lc'brrikre'isrn be'rrscbe dic Bciürcbtuna, das:, wenn das Grundgkbalt auf 900 «44 fkstiiesctzt werde, die Grmemden sich streng'daran halten würden. 900.64 sind aber für den Wcstcn cin? V1kl zu niedrige Summe. Ailcrdings folie eine ALUÖLklillg der einmal feft- geseyten Gcbälter nicbt rintretc'n; abkr das ,bé'ZWk)? sich nur auf die jest in dcr STSÜL befindlichen Lebrsr und. nicht auf die „neu zu er- richtenden Lrbrerstyüen. Er hoffe, daß die Koninndfion' die Wunsche der Betbeiligten beherzigen und "riß. Vorlags wesentlich Verbessern werde durch Erhöhung der Gehaltssatze. '
Abg. Rickert (fr. VW.): Ich bedauere die Abwesenbrit der be- tbeiligten Minister um so mcbr, als ich an die benden Herrkn einige Fragen richten wollte. Die bisherisen Debxtterr haben auf allen Seiten der Gencigtdcit Ausdruck gegeben, das; uber dt-n ?Kabmxn der Vorlage hinausgegangen werden musse. Auch. nb bm mit dem Kultus - Mirister der Meinung, da diese_ Vor- lage Geseß werden muß und zwar Vor dem 1. _pril kuriftigen Jahres. Wik babrn es lebhaft bedauert, „das; der Fmanz-Minisrer, der bei den Herrcn im Herrenhause der bkllkbtkste Minister ist, seine Popularität dort nicht rechtzi'itig gebraucht hat. Als er kam, das Kind zu reitsn. War es bercijs in den Biunnen gefalifkn. Ich boffx, daß er diedmal rechtzeiti komm-n wird. _Erfteulich 1st_é's, „daß die Frage des allgemeixen STZuigesißes in den Hmtxrgrund gedrangt ist. Die beiden Redner des Zentrums wie der Kouserdattyen haben nur konstaiiert, daß sie an ihrem Standpunkt festbczlten. Wir thun das ebensallß. SoUte die Regierung noch einmal eme Probe machen, so wird die Bewegung eine ganz andere werden ais früher. Herr von Kardorff hat schon hervorgehoben, daß die Regierung statt der 8 Millionen nur 5 Millionen zur Durchführung des „Schulgesky-és verwenden will. Aaetdings ist der Etat seildxm reichlicher fur die Schule aukgestattet worden" das liegt aber an dem Yachsen des Schulwesens. Der Zustand ist unbaltbar, daß man den Volkssckpuiixhrern Gehalte:
iebt, die niedriger nd als die der Kaffenboten und ahnlicher Unter- ßeamten. Jm Re che Hud Miliionen über Millionen ausgegeben worden, in 23.ng au die Lehrer hat man geknickert. Wo der Staat Lehrer an seinen Anstalten _ju besolden hatte, da hat er ihnen ganz andere Gehälter gewahrt als die Vorlage eben will. Den anderen Volkssckuilebrern um der Staat ver- ?affun smäßig ein Mindestgehalt gewdbileisten. _i_e Lehrer find in ihren ordnungen sehr bescheiden gewejen; der Vorwurf, daß sie ja viel
Verlangen -- im Lande sind kräftigere Ausdrücke dafür gebraucht worden -, ist durcbmus unberechiigt. Der UnterrichtK-Min ster hat uns auf den Fmanz-Minister derrr-ieien. Er gab auf die Anfrage des Herrn von Heydebrand keine Antwort. DerFinanz-Miiister schwimmt 1th 'in Ueberschüsscn, er müßte drei) für die Volksschulen ein ge Millionrn übrig haben. Die Rkaierung lsbnt die GMP- fteliung der I.brer mit den Staatsbeamten ab; ab-r da, wo es den Lehrern unbrquem ist, bezü lich dkr Strfvrrsrß-ing, sollen sie den Staatdbeamtxn plötzich gleiÖgeitelit werden. Von dem gegknwärtigen KuitUS-Minister wird wohl kein Mißbrauch diescr Vorschrixt zu erwarten sein; aber die Minister wechseln, und die GeseZS bleiben, dedbaib fürchten die Lehrer diese Be- ßimmung und wir Recht; denn die Lehrer werden nicht immer so _brhandtlt, wie es grschebc'n müßte, wenn fie das. Lob verdienpn, das Hch bon Kardoiff ibn€n 98159,"st bat. Wir baben'im Sommer etWas don dcn Kdnduitenliften gelisen. Der Kultus-Mt-iister hat allerdings die Viriüi-ung sofort annullikrt. Aber" die „Volkszritung drache aus Wstpreußen eine Meldung, das; uber die politische Gesinnung, den Umgang des Lrbrers u. s. w. vdn drn G“meind9vorstchern Auskunft eingcbolt werde. Das wäre eme niedrige_ (Gefinnungsschnüffklii. Drr Kulfud-Minisier foUte sich sofort uber diese Dinge untcriirbtc-n und ihnen entgegentrrtrn. Deshalb weg mit dieser Bistimmmig aus dieser Vdrla-zc! Die Alters- zulagekaffen befördkrn die Freizüdigkiitdrr Lehrer, w-nn sie.- auf das Uanze Land aussedsbnt Find. 21er die selbständigkn Siadtkkkii? kann man doch wohl das „diesen Kaffen berauklaffen. Herr von Héyde-krand war auch'fur e'tne Verbeffe'ruwg der Strüung der Lrbrcr, abrr er ontx feme'wcitcre Belastung dcs platten Landes. Dagcgdn 5.158 ich mchte; einzuwrndkn, aber ich muß mich dagegen verwahren, daß desbaib dic? Stadte schlkchtek brbaiidrlt werken sonen. Die großen Ssadte sind das Lebendeicmmit dcs Staatcs. Von wo ("56ka dknn, dis große'n Weltbdwegungen aus? Die HNr-n find ja garnicht so, (“53:8 kdmme'n sehr gern nach Berlin. Ich schwärme viel mehr fur das Land, als die Yii-brzal)l von Ihnen Bechts). Warum dknii so ['Sie auf dix großen SWW? ,er Kuitqs-Yitnistkr memtx', dis Steurrrrform babe den Städten VWL Millionen gebrgcbt, de'm platti'n Lande aber nichts. Der Minister scheint du? Dz-nkscbriit des [aiidwirtbschaitlici'vcn Ministers nicht zu k?nnen, die Ein kdsibares Wkrk ist, Welches wir 060 Herren, Miche die großkn Viiitil Verlaitgrn, 11011) oft Vorfübri'n wcrde'n. Das platte Land bat 283 MiUionen Von den überwirscrrn Realstaqun erbalicn. Dcn Giltsbéiikki'n ist di? Grund- und Gebaiidestkizer donomm-“n erlassen, ich bedauere, daß drr Finanz- Mm_tster nicbt iofdrt dcn Kul'uß-Minisier berichtiqt bat. Auf dcm Géblk16dék Schule ieisist der Staat für das blatt? Land gkradr ?o- Vttzl, Wie das plain? Land an Einkdnimén- und Ergänzungsstkurr auf- 1311ng. Warm die Vorlage angenommen wird, "'Üsskn die WKM Stadts"Mtlitoie,'n opfsrn für das blatir Land. Die großen iädte siiid yrastatidnsfabig, wsii dis Politik dpd Bundxß dcr Landwirtbe vod dcr Ragtrrung michi iictrirbkn wird. Wo wären wir aber gc- bltkben, _wenn wir heute in einem kilkOVäisÖL'U Zdllkrirge uns bkfaiidcn.' Ledicilich dc'n H.]Udé'lßdkrträgkn ist ck zu danken, daß die großen Städte in der Lage sind, für das platte Land kxwas zu ibun. Da solite man die Städte nicbt noch mybr 1ch1digrn wxllrn. Es wäre auf (111611 Scitrn ch Hauirs angebracht, nicbt unnötbigkrwsife den Umfesscbikd zwischen Sfadt und Land berdorzubcbxn. Der Band dcr Landwirtbe bat die Sacbk! in einer WME bsbandi'lt. daß man nicbt anxicliMLn kann, der betreffrnd? Ariikrisckyre'ibrr babe jemals den Etat gcsebén. Dangch soiikn fiirdik LandwirtlsckyrstZZ Miliionrn, für Hands! und Ju- dusirie dagqgeu eiii? ganze Miliiarde ausgegchn wdrdrn sein; drr SÖké'ibkk ztebt namlich dir ganz:?ii EisLnbabm-n niir für Hunde! Und Industrie in Betracht, als, wenn fie? dkm piatten Lande garnicht zii awtc kämrn. Der KuituZ-Mtnistsr [)Zt bri der Einwribung 81060 Lkbrsrbeims in_Schretbsrbau eine “2191199711119 Netban, daf; rr chm writ-r g--*,*;an,zen ware, aber von, parlam-ntirisckoer S*."itr sei idm ixßsagt worrcn, daß das;? iiicht möglich ski. Wer find drnn die bösen Hirrcn? Dc'r K*:iius- IWmtst-xr so'llte doch Etwas mx'br Kurigk babe'n. Worm brim Finxx-z- Minister km Grundßsbalt von 1200 «: kurÖJi-drürki wärs, dann wurde der Zwang drr Situation d-n Widsrspruck) der ÖAW" von der chbtrn unterdrücken, W rd dds Middsstgrbalt auf 900 „16- fsstai'srßf, dann Wkldt'n schx-n zum nächstsn Etat dic Prtiiionsn der Lrbrrr kommen. 'Das Staatsintchffs vsrlangt ls, das:, endlich Abhilfe gr- schaffen wird. Als der 917010in Catnvbauscn für di? Schule nich1s geben wdlltr, da 000611 wir: Miqucl, Lasirr, Webrenpfc'nnig und ich ibn gründlichst _brarbeitei, und 86 fand fich schließlich das Geld. Zest likgt ('in abniichsr Fail Vor, 1130 Endlich Addilfs iW“ schaffkn werdrn muß. Macbrn Sir ganzs Arbeit, dann ivrrdrn Sir eine Raibe von Jahr?" Ruhe: babrn.
(Schluß des Blattes.)
Statistik und Volkswirthschast.
Zur Arbeiterbewegung.
Aus Hamburg berichtet das .Woiff'scbe Bureau“ übkr den Aus- stgnd der Schaucrleute imd andrwn Hafi'narbeitc-r: Von 0116- warts sind gcstern so virlr Ersaylcute ein;;ctirffx'n, daß die Stanek tbxen Bcdarf„_an Arbeitrrn gut dcck«n konntrn. Jm Verkin Mit der Sei'cffdbesaß *:ng wird Von dirscn Linien auf drn Dampfern fiott_ grarbeiikt. Anck) von den (111 der Siart liegendkn Oberlankcr K'äbncn haben sich Personcn zur Ueber- nabmc_vm_1Schiffsatbkitdemeldet. -- Jufolgc dcs Außstandkd bat sicb f'ur Hamburg und Altona ein Ve'rrin drr Jmportsure eng'lischcr Kobiengebiidkt, drr in Uebereinstimmung mit dcn Schiffsaaenirp b81chloss€n bat, daß Arb-iter nur auf Grund eines revrdiertrn Tarifs wikdrr zugelassen Werden srllen. - Nach einer Brkanntmacbung der bamburgiscbkn Hat:- delskammér werden die Empfänger der mit der Bahn in Ham- burg eingehenden (Güter aufxikfordkrt, schle-unigst Anordnung zu treffen, um die Wanken bon dkn Güterschuppsn dsr Bahn abbolc'n zg lassen und möglichst aücs zu Lager zu nehmen, da eine Ueber- fullung der Schuppen die Eisenbahnverwaltung zu anderweitigen Maßnahmrn Veranldffx'n könnte. Um die Zuführung von Waaren unter den auienblicklichen Verbältnissrn einzuschränken, wird in der Bekanntmachung anbc-xmgegebkn, die Absendung don zur Verschiffung bestimmten (Gütern aus dem Binnenlande jbunlicbst hinauszuschieben. _ Eine von Tausenden besuchte Versammlupg der Werftarbeiter bcx'scbioß, erxst in den allgemeinen Ausstand einzutreti-n, wenn die aus- standtgkn f«chauerleute dazu aufsordrrn. An den Senat wurde eine Resoiution gesandt, in we'lcher gegc'n den Zuma iialirnischer Arbeiter Einspruch erhoben wird. Auch der Verein der Maschinisten mill die hrutige Besckdlußfasfung über kkn aÜgemeinrn Ausstland abwarten, ebx dre Mitglieder die Arbeit niederlegen. Der englische Arbeiterfuhre'r Tom Man, der sich einige Tage in Altona aufgehalten hatte, ist gestern Abend in Eimx-büjtel verhaftet und an Bord des zur Abfahrt bereiten T*ampfers ,Nottingbam' ge- brachj worden. Das Sch|ff ging iodann nacb Grimsby ab. Die Hafenarbeiter in Harburg haben beschlossen, sicb d;!m Ham- burger Ausstande anzu'ckpließen.
Aus London meldet „W. T. B.“: Die Abstimmung des Lon- doner Tbeileß der Jnternatioxialen Vereinigung der Schiffs-, Dock- und Flußarbeiter ist zu (Gunsten der Arbeitöeinstrllung auf den Londoner Docks aUSgefallen. Es ist indessen ungewiß, ob dieser Beschluß aus;]efübrt werden wird, da die Leiter der Dockers- Veremtgung noch nicht bkschlcssen haben, den aligemeinen Ausstand zu empfehlen oder die. Entladung der aus Hamburg kommenden Schiffe zu verhindern. Die Leiter weigern fick), über ein end ültiges Verhalten sich in äußern. - Auf dem Albert-Dock werden orke'drun en zur Her- richtung von Unterkunftsstätten für nicbtunionistiscbe rbeiter durch die Aussteuung der alten eisernen Baracken getroffen, welche bereits bei fxüberen Ansttänden verwendet wurden.
Kunst und Wifiensckmft.
_ Der Verein für deutsches Kunstgewerbe Veranstaltrte am Mittwoch, den 25. November, im Architektenbauie einen Fachabend für dekorative Malerei, bei dem eine große Zahl von Original- zeickmurgen alter Meister und neueren Aufnahmen charakteristischer Innenraums des 17. und 18. Jahrhunderts, farbenprächtige Bilder, meist von der Hand des Professors Max Koch und seinen Schülkrn, auggpstrilt waren. ])r. E. Renard 1Pk0ch im Anschluß daran „über die Farbe in der Dekoration des Rococo“. Er legtr die Wand- lungen des koloristiscben Geschmacks in Frankreich von der Regierungs- zeit Ludwig's )(117. bis zum Rococo dar und erläuterte eingehend die pracbivOUen D-nkmäler deutscher Dekorationskunst, welche die Schlösser in Süd- und Nordkeuisckxiand auszuweisrn haben.
-- Die „,-4080011110 ka-U90180“b37, wie „W. T. B.“ aus Paris meldet, in ihrer leßten féié'liiÖSU Jabrsdsißung den Gobert- Preis im Bcirage von 10000 Fr. dem Minister Hanoiaux für seine „Geschichte des Kardinals Richelieu“ zuerkannt.
Literatur.
Von der schönen biographischen Arbeit. in welcher 1)r. Karl Theodor GaederT unter dem Titel „Aus FriJ Reuter's jungen und alten agen“ den beliebtesten niederdrutschn Dialekt- dichter in Verbindung mit allen jenkn Gestalten zeichnet, die in den Werken des Dichte'rs cine Rosie spiklen und ibm im wirklichen Leben tbatsäcblick) brqrgnet sind, liegt je'ßt schon, also nach einem Jahre seit ibrem ersten ErsÖLiULn, dic? ziveite Auflage vor. Die Eriiänzung des Titels, in welcher der Vexfasskr den Inhalt seinks Werkes dahin charaktrrisiert, daß es .Niuc's über des Dichters Leben und Werden auf Grund ungsdruckter Briefe und klkiner Dichtungen“ bringe“, gilt von der xweiten Auflage noch mehr ald Von der ersten; denn wiederum hat drr Vsrfasser mancherlei neue Züae entdeckt, die das Gssammt- bild Reuter's ergänzen und VerboUständigc-n, Auch der Bildkr- und Porirätschmuck, der das Gadderß'icbe Buch so anziehend macht, ist bedeuirnd berei-ä'dkrt worden. en ist z. B. ein von Reuter gemaltes Porträt des Pastors Neutér in Jabel, seines Oiikkls, bsi dem er nach dsr Rückkehr von dsr Fkstung lie'brvolie Aufmunterung fand, ferner Or. Liebmann (Doktor So und So) mit Tochter (dem „Lütt Akseffer" im 111. Theil der S1ronxtid) in srinrm Wagrn vor dem Bürgkrmeistkrbauß in Staven- baiii'n; dann Bilder von dcn Gebrüdcrn Boll, drm Ratbskc'liermristkr Ablrrs und dem Banquier Viktor Siemsrling in Nrubiandenburg, nach Originalsn Vom Hofmaler Schloevke. Eins.- Zeicbnuna drs aus der . Stromtid' bkkannten Zimmerlings Schulz bon Ludwig Piktscb- sowie ein trrffliches Porträt 0011 ,Drrcblänmx ting" werdrn Ebenfails interesfirren. Fcrnrr ist das Grabdenimal zu Eisrnach, vor wrichxm der Dichter und 181118 Gattin rubkn, nach einsr neuen pbotograbiyisckyrn Aufnahme wicdrraegebkn worden. Im übrixen kann nur das beim Er1cheinen der ersten Auflage über das Verdienstlichc Werk Gesadte wiederholt werden. Von deSr Skike gkwinni man den Eindruck, daß es dem Vcrfaffrr Ernst war mit der Absicht, das kaanbilk) des Dichters auf Grund seinsr Beziehungen zu den Menschsn, in dkren Mitte er lebte, und auf Grund der Orrtlicbkiitsn, an dinc'n er wirkte, zu entkvkrfen, und das: er diese Absicht nicht nur mit Floisi, sondem durchdrungkn don iiMiJLk Vkrshrung für dkn Dichter bolisiändig Verwirklicht bat. Die Hiustorff'schy Hofbuchbar:d- lung in Wibmar bat die zwkite Auflagr drs Vortrefflichen Buches ebenso glänzend angsstattet wie dic erste.
* Künstlerroman. Von F. W. Hackländer. Illustriert von A. Langhammrr. Verlag von Carl Krabbr in Sfrxttgart. 3 Wände. Pr. geb. 12 „56 - Disse figurcnreichc, dramatisch belebte Grschichte mit ihren frffrlnden Daisteliungen aus dim Düffrldorfrr Künstlerldben, ihren intrreffanten Erörterungen (1er Kunst und künstlerische Aufgaben und ihren bunten Zeichnungen aus drm br- rübmtcn Kölner Karnsbal erregte Vor einem Mknschenalier viel Auf- sebrn. Isst liegt fie in eiiirr stattlich€n, von A. Langhammer reich und rorttrfflich iUiistrierten Ausgabe neu vor. Die Lektüre disse:“, Romans wird den Leser davon überzrugen, daß Hackländer zu den wrnigcn Rdinanscbriftsirilcrn gehört, die nic Veralt-én. Cr sch-ldezrt eben wirkliÉ-Ls Leben und wirk1iche Me'iifcbsn, und zwar bei seiner außerordsntiichen Writ- und Lebknskrnntmß und seiner schmisn Bsobackitungsgabe, die durch den glücklichsten Humor noch verklärt wird, in so vollendeter Art, das; seine Btldkr noch heute in dcn irisch€ft€n Farben strahlen. Die kongenialen JUustrationrn des außerorde'mlick) begabten Z-*ichners A. Langbx-mmer, der die Haupt- fi,;iir€n aucb änßerlicbircffcnd charaktkrisiert und konsrqu-Zntfestgehalten bat, vrrleibmi dem Ganzen noch einen besondersn Reiz.
Land- und Forstwirthschaft.
Dkk französische Ackerban-Minister hat durch Vcrordnunq vom 20. d. M. wegen des Auftretens dkr Maul- und Klauenseuche in H„[iand die Ein- und Durchfuhr bon Rindvieh, Schafen Zicgc-n und Schweinen aus dem Niederlandkn nacb bezw. durch Frankreich berboien.
Saatcnitand in Spanien.
Die zwriie Hälfte drs Oktober hat in ganz Spanisn zahlreiche Rc'genfälle gebracht, die ist Landwitibschaft sebr zu stattcn kamen. Sir babs" das Keimen des bereits gesäeten Getrrides begünstigt und dcn 110ch unbestrlltcn Ackerbodrn in krwünschter Wrise für die Saat vorbcrcitc't.
Saatensiand in Serbien.
_Jnfolge anbaltenden Regens sind die Feldarbeiten etwas im Rückstand. Durch die Ueberschwrmmunßen in dcn Morawa-Gcbieten sch€int bisher Schadkn n'cht Verursackst zu skin.
Das Ergebnis; der dies'äbrigen Maikicrnte wird sowohl qualitativ als (1110) quantitajiv als seér gut bezeichnet.
eft 21 der .Mitthrilungen der Deutschen Landwirt!)- scba ts-Gesellschafx“ vom 20. Nobember (Vrrlaq von P. Parey in Berlin) bringt Aufiäxze übrr Kalkrüngungsversuche und über die Landwirtbschaft Uruguays, sowie Miijbeilimgen über die aus- aese ten _Preisecdkr in der Zeit vom 17. bis 21. Juni 1897 in amburg siatjfindenden aligemeinen deuischen landwiribickoaftlicbkn Aysstellurg. -- In der die Beriäxtersiattung der land- und forst- wtrtbscbaftlicben Sachverständigen bei den Katserlicbe'n Vkrtretunézen im Auriande entbaitendmt Beilage find Aufsäy-z über die emli e Buitereinfubr von dem Sachvcrständigrn in London, Über den Zucker- rübenbauin Oesterreickz yon dem Sachve'rständiaen in Wien, und die Fortsetzung des Berichts über die Landwirtbscbaft dsr Republik Uruguay von dem Sachverständigen in Buenos Aires Veröffentlicht.
GesundheitZtvesen, Thierkrankheiten und Absperrungs- Maßregeln.
Spanien. Durch Kbnialiäxe Verordnung Vom 11. d. M. ist die für Her- künfte aus Kalkutta i. Z. angeoidncte Quarantäne untrr den üblichen Bedin ungen wieder aufgehoben worden. (Vergl. .R.-Anz.' Nr. 256 vom 7. v. M.)
Handel und Gewerbe.
Infolge der wischen Deutschland und Frankreich wegen Tunis abgeschlo enen Vereinbarung kommt bekanntlich auf de_utsche Waaren bei der Einfuhr in die Regentschaft, ebenso wre auf die Wanken der übri en Vertragsstaaten, bis auf weitxres der frühere tunesi che Zolltarif zur An- wen un .
g Nach diesem haben an Einganasxoll in Tunis zu ent- richten: _ _
a11e nicht besonders benannten Waaren 8 Proz. vom Werth, goldene Uhren . . . . . . , „ „ „ silberne und andere Uhren . . 1 „ „ . goldene, mit Edelsteinen beseßte „ Bijouterien . . . . . . 0,25 „ „ andere goldene Bijouterien. . 0,5 silberne Bijouterien . . . . 1 Goldwaaren mit einem Fein- gehalt von 750/1000 und darüber 3 „ „ Wein und Spirituosen . . . 10 „ „ „ ollfrei find: Getreide, Bücher und eitungen, (Gold- und ilberwaaren, Pferd:: und Rindvieh, S nie und Ziegen, Schweine, lebendes und todtes Wild und Gcftügcl; fsrner landwirtbschaftlichn Maschinen und (Heräthe, wenn nachgcwiesen wird, daß diese zum Privatgebrauch und nicht für den Handel bistimmt smd. Zderei sind außerdem Zuchtthiere zur Ver- besserung einheimischer Nassen.
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In Spanien ist nach einer in der „Gaceta“ vom 20. d. M. veröffer-tlichten Bestimmung dcs spanischen Finanz- Mimsters, vom 11. d. M., die zolifreie Zulassung auf “Zeit für dsdtsche Wadrenmuster, welche deutsche kaiidlungsreisende mit sich führen, nach densclbrn Grund- saßen gewährt worden, wis fre den iibrigen Läudrrueingeräumt ist. Es müssen biOrbxi dic Vorschriften dcs dritten Tdcils der 14. Anlage zu dcn spanischen Zollvcrordnungen beobachtet werden. Eine Ucbersrßung dicsrr Vorschriften findet fich im Deutschen Handelöarchiv, Jahrgang 1895, Band 1 Seite 849.
Tägliche Wagengestellung für Kohlen und Koks
A d 5ZnZ.sersRubr)uan MObstLilscheYen' ck ck nkr.*ur1n0am;.d. .grci] 2,niire tzcit griielit 1945 Wagen. ig
Liquidationskurse der Berliner Börse für Ende Novrm 061: 1896. 30/0 Deutsche Reichs-Anleibe 98,20, 30/9 Preuß. Konsols 98,30, Orsterreirkyische Krsdit-Akticn 228,75, Lombarden 41,25, Franzosen 149,75, Bcrinrr HaiidrlsJeselischaft 150,00, Darmstädter
ank-Aktien Mark-St. 154,25, Deutsch€ Bank-Aktien 191,25, Dis- konto-K'ommandit-Antheils 206,00, Drrsdnsr Bank 156,50, National- bank für Deutschland 138,75, Russische 5Bank für auswärtigen Handel 126,50, Aachen-Maastricbt 90,75 Dorimund-Gronau 164,50, Lübcrk-Büchcner 147,00, .Mainz-Éudwigsbaftner 118,00, Marienburg-Mlawka 95,50, Ostpreußisckye Südbahn 93,00, Busch- tehradkr 267,00, (Canada Pacific 52,25, Gotthardbahn 165,25, Jtrckisnische Meridional 123,00, do. Mittdlmc'cr 95,90, Jura- Simplon (konv. Schwz. W.) 97,75, Osstcrrt-ichiiche Nordivest- bahn 133,50, do. do. Eibetbai 136,50, Prince Hrnri 87,50, TraiisVaal 224,75, Schweizer Zentralbabn 136,00, do. Nordost- babn 131,25, dr). Union 87,25, Warschau-Wi€ner 264,75, Jtaiienische 50/0 antr 90,60, Yiexikani'r 60/0 Anleihe: 94,90, do. i). 1890 94,90, Ocst. 16608r Loose 149,10, Russische 40/0 Konsols 103,25, do. 40/9 80er Anleihe 102,75, do. 40/0 Rente 66,60, do. 96 er 30/0 Gold-Anlribk 99,00, Türken kom). 19.90, do. Loose 99,75, Türkische? *Taback -,-, Ungarische 4019 Gold-antr 103,70, do. Kroncn-chtc 99,90, Chi- nesikcbc 50/0 do. 97,75, Bochumer Gußstahl 160, Konsolidation 243,00,_ Dannenbaum 115,00, Dortmunder Union 60/9 Stamm- Yrioriiatcn 44,00, Gelsenkirchen 165,50, Guano 79,75, Hamburg. acketfabrt-Akt. 133,75, Harpener 165,75, Hiernia 177,75, Königs- und Laurabüttc 158,00, Norddéutschsr Lloyd 113,75, Trust Komp. 180,25, Russische Banknoten 217,25, Vusnos Aires 28,75, Mexikaner 1893 9,200. Hdutigkr amtlicher Durchschnittskurs für drutsche Fonds und_ Eiscnbabn-Aktie'n. Amtlicher Durchschnittskurs dom Fi db M. für Oesterreichischs Notén, Wechsel pr. Wirn u, St. c err- urg.
"Arn 1.N01)rmb€r dJ. ist, wie seiner Ze'it berirbtst wurde, der neue Fischereibafen zu Geestemünde nach Liner Bauzeit von füanabien feirriick) Eröffnet und der dortigrn Fi!chereibafen-Betriebs- gcnosienscbaft übergebkn worden. Der Hafen, der eine Kajenlänge Von 1200 m und einc Bikits Von 65 U] auiwkist, ist dcr größie des Kontinents und dazu bestimmt, der Hochseefischerei, insbeiondere der mit Dampfrrn betriSISnen Fischerei, zu diknen, den Absaß der FW)? nach d€m Binnenlande zu erleichtern und die Verbreitun der Scefische ald acsunrrs und 01015165 VolksiiabrungNnitte durcb Massenbrrtrieb und sch11'*ÜL Befördkrung zu unterstützen. Die Fischbaük, wklck)? an einz-xlne Fisch€rei-Jntereff9nten verpachtet ist, erstreckt sich in eincr Länge Von 450 m längs drs Bodlwérks und soll demnächst auf 600 111 crrve'itrit werden. In ihr finden die Ge- schäftsräume drr Fitcbbänrler ihren Play; außerdem befindet sich darin an der Wasssrsritk cine große“. Auktionshalje, in der die an- gkbrachte-n Fänge vcrstcigert werden. Dkk Erlös dcr Versteigerten Waare fließt in erst r Linie der Fischsrei-Bktrirngenoffensckoaft zu, ein Theil gxbübrt vcrjriigsmäßig dem Fiskus und den Auktionatoren. Jm Anicbluß an _die Ligkntlichkn Hufenbauten sind umfangreiche Grleis- und Gütrrabscrtigungs-Aniagen der Eisenbahnvsrwaljung und kin Jirstaurationdgebäude zu vermerken. Letzterks enthält gleichzeitig Räume für die Post und Telegrapbie und ein Seemannsbeim, das unter geistlicbkr Autsichf stkbt und Gslegknbeit bictrn sol], dcn ab- gemusikrten Secleutrn billige und zweckentsprechend: Unterkunft zu gewähren. Im Ansadluß an das Sesmannsbeim wird ver- sucbt werden. dem vrrderblicben Eiifluß drr querbafe, wie er vielfach in den Hafenstädten fich geltend macht, entgegenzutreten. Der neue Haien liegt zum großen Theil im Zollausschlußgebiet; die betbc'iligten Gewsrbetreibendsn haben jcdocb den Wunsch, daß die Fischere'ifabrzrugé, welche zur Zeit in die im Zdüinlande belkgene Geeste Liniamrn, auch in Zakunft im Zollinlande löscbi'n können, da anderknfaüs die in dkn Packbäiisern zum Versand in Körbe verpackten Fiscbc bcim Eintritt in das Zollgkbiet der oürevision unterliegen und iniolge de'r zeitraubendrn Abfertigungen Lerspätungen bei der Ver- sendung nicht zu vermeiden sein Wüldé'n. Ferner wüide für die ein- aebrachten, von dsr Mannschaft deutscher abrzeuge an der deutschen Küste gc-fangenen Schaltbiere cine besonrere Jdentitätskontrole in dem ausländischen Tbkile des Hafens erforderlich werden, von „welcher die Jnterxffenten nicbt obne Grund eine Schädigung des Geschäfts befürchten. Um diesen Mißstänken vor- zubeugen, ericheint cs geboten, den Fischereihafen bis auf einen kleinen, zur Errickptung von Proviantla ern bestimmten Theil der Südmole dem Zollgebiet anzuschließen. Ber Bundesrat!) hat deébalb in seiner gestrigen Sißung beschlossen, daß der neue Geestemünder Fischereihafen bis auf einen zur Errichtung von Proviantlagern bestimmten kleinen Theil der Südmole dem Zollgebiet angeschlossen und die nähere Fesisrßung der Zoligrc'nze, sowia dik'. Bestimmung des Zeitpunktes für den Anschluß dem Königlich preußischen Finanz-Minister überlassen werden soi]. Die Belassung eines Theils des neuen Hafens außerhalb der Zoligrknze ist für nothwendig erachtet worden, damit die Fischerei- fabrzeuge zu jeder [“it ihren Proviant unverzollt und ohne Aufenthalt an Bord nehmen k nnen.
Verdiuguugen im Anklande.
* Rumänien.
14. Januar 1897. Kriegs-Minifterium in Bukarest: Lieferung von 120000 Haleinden 80000 Stück Kautschuk für Halsbindeu, 120000 Taschentücher 12000 leinenen utmsäcken.
16. Januar. Ktirgs-Minifterium !! Bukarest: Lieferun von 40000 wollenen FuFlapr'm, 30000 gesäumten Brotbeuteln, 00000 beinernen Kämmen, 0000 blecheinen Schmierbücbsen. *
20. Januar. Kriegs-Minifterium in B u kat e fi: LieferunB v? * 01!
41000 111 verschiedenen wollenen Salons, 55000 m