1896 / 285 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 01 Dec 1896 18:00:01 GMT) scan diff

- 11] „m Lak *aus "ubm. Die] *énbe' 9-75ka5 “ein Mikko Motiv 111172111011 das, ua der Tonart 43-61" weitér-_ - " T*» “ck » füßrt, U'dem Moti „der .Éehnsucht“c?ibergebt. Ein weitererTbeil:

. IW eb1741213111; in? “s s 1 D “..,! ., ,ueum ][ ant

'*' Londonz meldet 'W- T* B'.“ dia?

pr. ;? oentgen in

aßregeln.

Spanien.

Die 1". Z. für Herkünfte von Ceuta erlaffene sanitätépolizeilicbe I. wieder aufgehoben worden.

Verordnuxtsß ist bereits im Februar d. (Vergl. .. .-Anz.' Nr. 10 vom 13. Januar d. I.)-

* o rt u g a [. Dur, Verfügung des KYniglicb portugiesischen Ministeriums des Innern ts der Hafen von Par6(Brasilien) für verseucht von Gelb-

fi eber erklärt worden.

Theater und Musik. Neues Theater.

anu Eleonora Duse «schien gestern Abend in zwei stark kontra1'tierenden Rollen. Zuerst trat sie in dem einaktigen Drama VM ])jr1bbic1611'anjma“ von Giuseppe Giacosa auf, einem Stück, das an derselben Stelle Vor einiger Zeit bei dem Gastspiel Mitterwürzer's in deutscher Sprache aufgeführt wurde und eines von die eigentlich den [eßten kt eines größeren Dramas bilden sollten. Die Handlung ist bereits die Katastrophe hier ein psyxko-

Rmen modernsten Bühnenwerken ist,

auf das höchste konzentriert und angespannt, unmittelbar bevorstehend. Das Problem ist logis besonders interessantes und bot der legen eit zur Entfaltung ciner trotz der Klein eminenten, seelisch vertieften Leistung. Die dann fol äjsra“ von

jener ganz anderen Richtung ihrer vielseitigen

wundern, die auf das Graziöse, Schelmische und Pikante zielt. Die kokette Florentiner Gastbaußwirtbin, die es so gesch1ckt versteht, flip“ Kavaliere zu nasführe'n und einen dritten wider Willen in

ck verlixbt zu machen, um schließlich in

brem Kellner die Hand den “entzückendsten Ronen ihres Repertoires und gestern reichstén Beifall cin. In dem

Partner der Frau Duse Erwähnung.

Konzerte.

Gestern fand unter Arthur Nikisch7s Leitung harmonische Konzert statt,

Nießsche's, die dem Komponisten die Anregun gab. Na

das fich durch das ganze Wérk hindurchziebt.

, .st etwa 2 Fabre. nacb kum axte » und wifsnz'scbaßlich wert volle Be- des Me

'anlä u der tri en (immlung der „Royal Society" siebenß Helebrtßesungter

au" die deutschen rof oren Vr. Ge enbaur in ekdelberg

ürz rg, Medai len erhalten aden.

heit der Partie gende [1088.11- Goldoni ließ die große Künstlerin dagegen in

. ehrharer zum Bunde zu retcben, gsbört zu

leßtgenannten Stück tbaten fich auch mehrere Mitglieder ihrer Gesellsckoaft heryyr, be- sonders die erren Capeai, Mazzanti und Bonivento. vorangegangenen Drama Verdient noch Herr Rosaspina als tüchtiger

in welchc'm eine Novität von Richard Strauß: „Also sprach Zarathustra“, Tondichtung für großes Orchester, ganz besondsres Interesse errkgte.

? zu seiner Tonschövsung ck der Einleitung, zu der die Bässe und die Wirbel der großen Trommel sick) ,mit den: tiefstsn Tone,?)cr Orgel ver- einigen, erhebt fich ein feterlicbks Mott“.- der vter Trompeten, Répertoire für die kommenden Tage folgendermaßen fest-acstelLt: morgen, am Donnerstag, Sonnabend und Sonntag: „Das Wktter- „Zwei Schwieaetsöhne“, Freitag: häuschen“ und „Gebilden: Menschen“.

Dkk hierauf folgenden Klagen der ,Hinterweltlkr“ bilden Line ernst? „und rüHrknd-c E isode. Aus dem unheimlich düsteren Tremolo dkl." Basse entwickelt si nun

ri i'Gebutt. ge

0-(1111' - Tonart

ausgezeichnet.

Künstlerin Ge-

Begabung be-

Wetse Cbopin's seltener

trug ihr auch

Aus dem bezeichnet werdcn

das 117. P [) il.

gastiert Fräulein Die Grund- '

bäußchen' und

eintritt, das den Schluß .„ erkr berbeifübrt. Ueberall ist die geschickte mu kalische Wiedergabe der . * Mheüsweseu' Thi “Weite" und Absperrungs- eigenartigen Dichtun sowie die ?länzende In trumentierung des durch manche andere Orche terwerke bel ebt gewordenen genialen Komponisten zu bewundern. Der entbusiastiscbeVeifall des zahlreich ersch1enenen§Yublb kams qalt dem Werke und zugleich der vortrefflich geleiteten Ausfü rung. Als Solistin trat die hier [an?? nicht mehr gehörte Pianistin Frau Sophie Meuter auf. M

über an der Künstlerin gerübmt wurde, doch mit tadelloses Technik racbte sie das erst vor kurzem in der Sing-Akademie espielte ]Is-äar- Konzer“ von Beethoven zu Gehör und erntete lebhaften

sohn zur Geltung kam. klin ender Stimme Gesänge von AstorYa, Iensen, Monkowski und MaHsenet vor, dknen „sie noch als Zuga

eme Blume" folgen lteß. Beide Vortragende Wurden durch Beifall

Untér den nachträg1ich zx: erwähnenden Konzerten der verftossenen Woche vexdient das der Klamervirtuofin Anna Hausters aus Köln exner Schulerin Hans'von Bülow's, besonders Hervorhebung. langerer, Pause erschten dge gescbatzte Künstlerin am Sonnabend wieder tm Saale der Stng-Ak Man t"; statedt geleiteten Philharmonischen Orchester. Mtt einer fast mannlichen Kraft, des Anschlags und ßcberer Beherrschung aller techmschen Schwßerixzketten vetnbmdet sie zugleich eine interessante, feine Art des Vqrtrags, dre eme selbstanyigé Auffassung erkennen läßt, ohne die Kxarhett der xbythmisckzen Gstederunaen dcr Komvofition zu beein- trachtigen. Dtese Vorzuge traten in Beethoven's WZ-äur-Konze-rt, in ' _ gehörten Variationen über Mozart's „Don Juan“- Arke: .Retch mtr die Hand, mein Leben“ und in einem Konzert von Raff ( aus von Bülow gewidmet) in glänzender Weise hervor, sodaß dre leb aftcn Bctfallébezkugungen und Hervorrufe als wohltWrdientc müssen.

Im Königxichen Opernbause gelangen morgen HumperdinckD Marxensptel „Hansel und Gretel“ und das Ballet „Phantasien im Bremcr Rathökxller' zur Aufführung.

Im Kö,ntglich,en Schauspielhause wird morgen Paiücéron's brach Lustsptel „Dre Welt, 111 dLr man ficblangweilt' gegebén. Als Anna Haberland, die Suzanne spielt räulein . _ , _ Hausner, den Bellac Herr Klein, die Miß Wattson Fräulein Lindner. tdee ist jene großarttge, symboliscbc Gedankendtchiung Frredrtch Im Deutschen Theater beginnt die morgige Erstaufführung des Märchsndramas .Die [“ersunke'ne Glocke" yon Ecrhart Haupt- mann ausnathrveise um 7 Uhr.

Im Tbalia-Théatkr (vormals Adolf Ernst-Tb-Zatsr) ist das

ertönen als Ausdruck des Ab-

n der bellen werden.

es Werkes mit leise verhallenden Accorden

t weniger energischem Anschlaa, als

?ifaÜ.Besonders Dr" Naß einen

Die Sängerin trug mit kleiner, aber wohl-

? Schumann's „Du bist wie natürli

NMH 3111126 Freiherr

ademie mit dem von Franz

woblgelungene Schaper-Berlin

erzogin

überreicht.

.Das Wétter-

res „Von den renden und Leidenschaften“ ist durch die sich" Ka X:; d??? "YZF? ste

steigernde rhythmische ebendigkeit von roßer Wirkung und wandelt bald zu einer Tan melodie. ieraufg

chens und des Holmes ehr dra is wirkende Triller der Faßotte und das

Schwestern der Trompeten, [) 5 endlich der .Genesende'

wieder reier atbmet und das Gefühl der Erlösung Wskbm von H

B UFJ?“ "ZEKIWYMHLZL i Ds

(: a en ompon en ar oerve m ütcrnbrooker Gehöl mi t e Denkmal feierlich enthüllt. * “* rau von BothWell, wvbnte der Feier bei. ammeltensch _gegen drei,Uk)r guf dem im Flaagenscbmuck prangenden Festpla , emer tn das bergtge,m1tBuchcn und Eichen bkwachsene Terrain einschneidenden kleanLtckuung, und stellten sich im Halbkreis um da? Dsnkmal auf; zur Rechten nahm eine Fahnendevutation des akademtschen Ggfangverems Aufsteüung. Außer einer Reihe der bkrtwr- ragendsten Perjönltchkeiten der musikalis en Kreise und der biefigen Stadt nahmen an dsr Feier der Hofmars all Kontre - Admiral 5. 18.

Hoheit des Prinzen Hkinrich yon P StationS-Cbef,_ Kontre-Admiral Oldekop theil. Der Vorsiyende des Denkmals-Axthhusses, Professor Niemeyer, hielt die F der Ober-Burgermcister Fuß nach einer kurzen Ansprache das Denkmal

Mannigfakiiges. , rdtektovat . Seine M ät d chende . eutschre GthveefTb-Aues?

(1897 wird wiederum in, den von den erte brü Fereitwi ig zur Verfügung gestellten Zartérrerxuéée; M Hau es, Voßftraße 1, hergerichtet und am 27. Der Vorstand der Ausstellung, Ober-Iägermeifter vom Dienst

anuar 1897 eröffnet

bringt dies allen Freunden und Gönnern des edlen

aidwerks zur Kenntni zugleich mit der Bitte um eine recht reicbli e Beschtckuna der Aussie una mit Hirschgeweiben, Elcb- und Date:";- schaufeln, Rehkronen und Gemskrickeln, welche im Kalender abre 1896 von deutschen Iägern im In- und deutschen Iagdrevieken gewonnen sind. Prospekte und Anmeldelisten sind gratis von dem KöniglichenHof-Iagd-Amt, Ve . 9, Potsdamerstr.134a., zu beziehen.

In der alten .Urania“ Invalide t a "lt Vortrag über „(Das nsr ße) ba morgen Herr

Auslande oder von Aus ändern auf

Porzellan, seine Geschichte und

_ , stellung“, der durch Projektionsbilkcr und Vorführun e vo lobend zu erwahnen ist auch die Ausführung der Haydn'scben Symphonte er * . * - " " in D-äur und der „Tannhäuser-Ouvertüre“ von seiten des Orchesters. Frbetten auf derxTöpferfcheMkrden Mrd" Yn dkmselben Tage ließxn fick) die Damen Valerie Hanauet Klavter) ,und Else Widen (Gesang) im Saale der Sing- kad_emte bYren., Erstere verfügt über eine gut geschulte Technik und eme verstandmßvoäe AxIdrucksweise, die in der 45-0ur-Sonate Weber und be onders m „Liedern ohne Worte“ von Mendels-

Heute Nachmittag wurde das dem

Seine einzige nych lebende To ter, Dte Tbeilnebmer ver-

von Skckendorff in Vkrtretung Seiner Königlichen reußkn und der steÜvertretende

estrede, worauf

in den Schuß der Stadt übernahm. Nachdem man hierauf das Kunstwérk, WklchLs von dem Bildhauer Professor

eschaffkn worden ist, aÜseitfg beficbtiat batte, ver-

einigte sich ein gro er Theil dcr Anwe enden 11 einem etxa [ 11 d r „Seebadeanstalt“ s 3 F 1" [) 1 e

Oldenbung Schlosse braÖ, wre „W. T.B.“_ bkricbte't, beuteAbend gegkn 7 Uhr Jager, aus, und „zwar tm Mittélbau oberhalb der Gemäche'r Seiner Kxéntgltchen Hohktt dks (Exbgroßbc'rzogs. muhungen wurde man des Feuers wentg tn Tbätigkcit zu treten,

BraFfoZÖ, N " ren dEr Vexgangxncn acht in der Mitte "ines ro en Hauserblocks ein großcs F & J H In dem Block batten etwa 40_Firmen ihre Niederlaffungm. Der Schaden wird auf 200 000 Pfd. Stekl. gefchäßt.

.

30. November. Im Großherzoglichen

' Nach einstündigen Be- He'rr; dtc FLUUJWLbr brauchtc nur

1. Dethnber. Nach einer Mkldung dcs .W.T.B.'

euer aus und _legte densc'lbkn in Asche.

Athen", 30.5)1'0118111961'. D'or französischeKonsul im Piräus l)_at de_m Burgermctstsr im Auftrage seiner Regikrung 1000 Francs fur dre durch die letzten

Uebsrsckchmmungkn Geschädigten

(Fortsetzung des Nichtamtlichen in der Ersten und Zweiten

Beilage.)

?LSUWSkZ/WL' m 0 CL]

MC.

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Wind. [ Wettsc.

MN.

säus

Stationen.

Hsdkckt , 5 , halb bed. , 1 ;. [)Wkckk ! 4 - wolkenlos 1 1 bkdéck! Z- ] wolkenlos 8

Belmuklet. . Aberdeen .. Christéanfuad Kopenhagen. Stockholm . Haparankq .___»W, Coerueens- Z town . , . * RegeZn ' Cberbmng . wolkig [der, . . . SW [)deth vlt . . . . * NW wolkig mburg . . NW , H(Bkckk winemüxxdc ' [WNW hcitsr Neufabrwasser WNW halb bed. Meme! . N SCHULZ __ Kris . . . . “NNO wc-[kenlos ünster . . . SY Z(édsckt KarlSrubc . . SO wolkenlos Wiezbaden . :NO halb bed. Münckjen . . |SW wolkenlos Cbemniß . “' NW Schnee Berlin , WNW bedkckt Wien . . . * * W bxkech Breslau . . WNW" bedeckt Ile d'Aix . . 'SO _ bedéckt iza . .. *. stil! beiter Trkest . . . . 767 .O Zbaxb bkd. ]

UebErsichT *Der Witterung.

Das Hochdruckgxbiet, das sick) yon der Nordsee südsüdostwärts nach Italien erstreckt, bat an Höhe ab- genommen, während Vorm Kanal und „über den russischen Ostseéprovinzen tiefe Deptesswnsn er- schienen siad, die in ihrer Umgebung stürmische Luf1- bewegung hervorrufen. Bei mäßigen :1ördli en 515 westlichen Winden ist das Wetter in Deutsch and im Norden trübe und mild, im Süden heiter und kalt; auf dym ersteren Gebiete haben Niédcrsckyläxxe statt-

efunden. In Süddeutschland liegt die Temperatur bis9Grad unter Null, dagegen istNorddeutschland

at rotrei. fs f sf Deutsche Seewarte.

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COMO

Theater.

Köntgltaxe Zrhansptele. Mittwoch: Opern- JEM" 242. Vorstellung. Hänsel und Gretel. ärchenspiel in 3 Bildern von Enaelbert Humper- dinck. Text von Adelheid Wette. In Scene qeseßt Ober-Regiffeur Te laff. Dekorative Einrichtung vom Ober-Inspektor Zandt. Dirigent: Musik- direktor Steinmann. *- Phantafien im Bremer Mbskeller. Pbantastischeß Tanzbild frei nach Wilhelm Hauff, von Emil Graeb. Musik von Adolf Sky,!nmann. Dirigent: Musikdirektor Stein- mann. Anfang ?; Ubr. Schauspielhaus. 271. Vorstellung. Die Welt,

ab? Gast.) Anfang 751151“.

Domnsrstag : OPTULÜÜUÖ. Meistersinger von Nürnberg. 39111911 von Richard Wangr.

Anfang 61 Uhr.

Gast) Anfang 7? Ubr. Richard Wagnsx statj.

H.?rr Hxinria) V0g1 (Loge);

Hermann Baahmann (Donner). - ment ift anfgehobcn. dLU ganzen Cyclus wcrden (Viüet - Bureau, Opernhaus.)

dkn 3. Dezcmbcr ab aller übrjzkn BiÜLts statt. (einer) VorstkUung find folgende: 24 „44 Orchester - Loge 24 „M Balkon und Loge 18 «ck 18 „46; NEU)? 11-*16 15 5/4;

Drittsr Rang Balkon und Loge» 69/61 die Bazcichnuna

Deutxxizes Thsatcr. Male; Die versunkene Glocke.

7 [Tb it : WFLFYJ

Anfang 7ck Uhr. Donuerötag: Reuaifsance. Freita Heiuri .

Donnerstag: Die goldne Eva. als Gast.)

***“! der man sich langweilt- Lustspiel 1" 3 Auf“

zügkn von CdouardYailleroxz, überskßt von Emmerich von Bukthcs. In Scene gexétgt vom Ober-Negisseur

M*“): GMK" (Hérzoqin: Fräulein Anna Havcxland, 3 Aktcn 5011 Paul Hirs bkrger und C. Krauß mit 243.V5rsthUn5;. Die Benutzung einér franzöfi ch9n Idec.-- Vorbcxr: Die Groß: Opkr ixj

Stx-lzéxmx H("ék EU:?! GSW), Kzönichbür Kamxmer- sanqsr, Blck'me'ssir: Her FUL Frtchch, als- Gastk.) ' ' “*

Schauspielhaus. 272. Vorst'kUung. Die Braut

von Messina, oder: Die feindlichen Brüder. Direktion: _ Trausrspicl in4NufzÜaen vom Frikdrick) von Schiüer. ,Vicrter Dusc-Abend. [ck secomla "103110-

(Donna Isabella: Fräalein Anna Haycrland, als Wie IWM?" FWW) Schauspicl 111 4 Wiki“: VM

Jm Königlicbkn OPUUÜQUW finket am 9., 10. UDW? 13Yczcmbcr einchufsYan? dss I?,ühnen- sittliche Forderung. fe Hias er Ring es iemtgen 50:1 Nachstchcndc auZwärti-„x-I 11103119- Künstler wirlkn in' Den BoxstellunNt-n mit: rau EÜLU Gulbranson (Brünjxhildx); Frau Ernx'tinc HCiUk (Erda); Herr Willxlm (Grüning (Siegfried); Herr Karl erron Zum crstén Male: “kelleum.

(Wotan); Herr Frrs Frikxdrichs (Alberich); Hkrr

Viüetbestkünngcn auf cntgegengenommen. „_ , _- Die Vorbsstaaten bos Zoologtichex Sarjkxx.) Mittwoch: Schiedsmann Billets für alle vie'r Vorsteüungen werdsn zxiorßcn Hempel. Anxang 75 Uhr.

an dsr TagW-Vcüetkasse von 9 bis 10 Uvr und 10.2“ bis 1Ul)r angegebcn. Von findst die Veranßgabung , DiE Preise zu jeder 3 Uhr: Drxtte Schul€!-2*orstcllung,

Parqust Reihe 1-10 12 „,t-. Zweiter Rang, Balkon urid Loge 10 «7. Sißplaß 3 „M; Stehplatz 2 „16 Die Villets tragsn „Reservssaß Nr. 5, 6, 7, 8'. Diknst- und Freipläße haben keine Gültigkeit. Die von

psrmanent reservicrtkn Plätze werdsn, bis Einschl. 3. Dézember zur Eventl. Abyolung bereit gehaltxn.

Mittwvch: Zum ersten Märchendrama Von Gerhart Haupt r.

Donnsrstaa: Der Kaufmann von Venedig. Die versunkene Glocke.

Freitag: Der Abend. (Georg Engels als Gast.) Direktion:

Reßdenz-Theater. Direktion: Sigmund Lauten- burg. Mittwoch: Bocksprüuge. Schw-.mk in

sxtxliche Forderung. 110211651.- in 1 Aöt von Otto (Eklch Hartlsbsn. Anfang “**-Z Uhr.

5 1 (WANN von Donnerstag: Vcrschtvnnden. (l)iI[3m'il-)

MLUV“! Theater. SÖiWauerdamm 4a./ 5. Sixxmund Lautenbnrg. Mittwoch:

Pinerx). Anfang 72“ Uhr. _ Donnerstag: Bocksprüngc. » Vorhsr: Dic Frsitag: Fünfter Dufc-Abcnd. 1.8 800011115 ZchiUcr-Thratrr. Mittwoch, Abends 8 Uhr: Domwrstag, Absnds 8 Uhr: Demetrius.

Theatex d»?!- Wkßcns. Kantstraße 12.55.11)...

Das Abonne-

Donnerstaa: .Sckxicxxsmam: Hempel. Freitag: Schiedsmann Hempel.“ Nackpüittags

Sonnabend den 5. Dszembcr, , Bei klkinen Frkmdkn - Logx? Preisen: Trenc.

Erster Rang, In Vorberkitung; Zwis-yen Himmel und Erde.

Donnerstag,

Reibe 17-20 . -, . Theater Unjer dMMUdM. Bchrknstr. 55/57. VMM NMI Dirkktion: Julius Friyscbc. Mittwoch: Ter Mikado, odsr: Ein Tag in Titipu. Burleske Operette in 2 Aktsn von W. L. thbert, dsutsch Iulius Frißscbk. Mufik von A. Sullivan. Dirigent: HCN“ Kap-cüxxkéistcr Koxxlanyi. - Hierauf: Unter den Linden. Balletphantafie in 3 Akim Von Benno Jacobson. Mufik Own Paul Lmcks. Dirigent: Hsrr Kapemnkister Dahms. Der chorso- YaZbÉschestTh§l arrÖngicrtl sxdeeinsSFudikrt [FOM - a emei er reco oggioe . n cene gc 851 MM ÖWYFZ von Julius Frißsche. Ausang 73 U .-.

' Donnersjaa: Der Mikado."- Uuter den Linden. Freitag: Neu einstudiert: Lieutenant zur See.

Axxfang

Thalia-Theater (vorm. Adolph Ernst-Tbeater). Dresdenerstraße 72/73. Direktion: W. Hasemann.

Merline): Theater. Mittwoch: Renaissance. Mittwock): Das Wetterhöusckxen- (MWS! 01“

Uk.) Musikalisches Gynrebild von Adrian Roß. Deutsch mm Hermann Hirschel. Musik von Bertram [bv Darauf: Zwei Schwieger-

(12' Abonnements-Vorstellung): Kaiser IKZ! (“Zehn“)an? in 4 Akten dem M. Boucheron.

Deutsch von Max SÖoenau. Anfang 7Z-Ubr. Donnkrsta : Das Wetterhäuschen.-Darauf:

Lessmg- Theater. Mittwoch: Der Abend, .Zu-ei Schw egersöhne! (Georg Engels als (Gast.) Ankcmg 71; Uhr. "***

(Georg Engels Zentral .Theater„ Alte Jakobstraße 30.

Richard Schultz. Mijtwocb: (Emil Thomas u- G. Eine wilde Sache. Gro (? Aus- stattungsposfe mit Gesang und Tanz in 6 ildern

von W. Mannstädt und Julius rcunFJINWk von Iulius Einödxbofyr. Anfang 7-1? Uhr. ck

Donnerstaxz: (Hine wilde Sache.

Konzerte.

Bing-Ikadyméx. ?.kkittwoch, Anfana, 7.[ m):: 111. Qnartett-Abeud von Joachim. Krusc- Wirth, Hausmann.

Kxinzertkzaxxs. Karl Vichdcr-Konzert.

Mittwwch: Ouvxrturkn „Der V-herrschcr der Geisiér' 5011 Weber. „Miguon“ von Thomas, „Das Glöckckxcn dcs «('mit-,n" Don Maxüart. Pbantasie aus „Lob-xngrin“ vox". Wagner. Walzer .Gkkcnk- 1*1ättc':“ yon Strauß. Pvtpourri .Me'lodicn-Kongrkß“ von Cm1radi. ,C.7r111€11“-Pk§antasik *,Ür Violine Von Hubav (Herr Cärnier). „Klänge- an? Stkykr- mark“ für Cornct-Tx-Piston don Hoch(.H€1r WßrnLr).

„Baal Leryßein. Mittwoch,? Unéang 71 Uhr: Licder-Abe

Vsrlobi: 5711. Paula Frikdländcr nxit Hrn. PWM.- Lieut. KML Schillcr (Berlin- Allenstein i. Ostwr.). - Fr). Bcrtba 5911 Ammon mit Hrn Sec.- Lisut. HMI von Tütnplmg (Bsrlin-Mülhausen

1. C.).

Vercbslicht: Hr. Otto Von Vorckck“ mit Frl. Anna von Hgklcv'mmm (Stc'ttin). -- H1". PrenwLieut. Paul HassZ mit Frl. Frida KOM (Stkttin). _ Hr. Pre'n-Lix'ut. Wilbklm von Kummsr mjt Frl. HILML 72'.«:én(ke (Bkrlin-Torgax-k). _ Hr. Haupt- mann Wilhelm Grow mit Frl. (Emma Schroeter (Wcrlin--B1'leau).

(Geboren: Ein Sohn: Hrn von Enckcvort- GW (Gartz). _ Hrn. Lic'ut.Rktter Von leander (Hagexoau 1. E.). - Hrik. Prsdkasr Caeragcner ( Breslau). Hrn. Rittyrgutßpächtxr Beninde (Albcndork). _ '

G ft 0 r b c n : chrw. Fr. Krerxgerichts-Dircktor Emilte Reißenstkin, Keb. Köhler (Straßbura i. E.). - Hr. Eduard von “(Eichel Streiber (Eisknacb). - Hrn. BürgerMLtster Seydyl Tochter EU:: (Wrescbc-n). - Hr. abrikbefixer Carl Goerne- mann (Zahna. «- ,r. Architckt Oskar Göbel (Berlin). _ Vkrw. Fr. Superintendknt Mathilde Gebser, geb. Von Sonnenberg (Dresden).

Verantwortlicher Redakteur: Siemenroth in Berlin.

Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin.

Druck der Norddeutschen Vu druckerei und Verlags- Anstalt Berlin ZW., Wi elmstraße Nr. 32.

Zehn Beilagen

(einschließlich Börsen-Beilage), sowie die Inhaltsangabe zu Nr. 6 des öffent- lichen Anzeigers (Kommanditgesellsckxasten auf Aktien und Aktiengesellschastcn) fiir die Woä): vom 23. bis 28. November 1896.

.DE? 285.

Deutscher Reich?;dag. 136. Sißung vom 30, November 1896, 1 Uhr.

TageSordnung: Erste Berathung des Entwurfs eines Gesetzes, betreffend die Feststellung des Reichshaushalts- Etats für das Etatsjahr 1897/98, nebst Anta on, mit der Ergänzung zum Entwurf des Neichhaushaüs: tats für das Etatsjahr 1897/98 nebst erläuternder Denkschrift und zugehörigen Berechnungen, in Verbindung mit der ersten Berathung: des Entwur S eines Geseßes, betreffend die Aufnahme einer An- leihe "r Zwecke der BMW lungen dcs Reichsheeres, der Marine und der Reichs-Eikenbahnen, und des Entwurfs eines Gese es, betreffend die Fc1stellung des Haushaltsßtats für die chußgebiete auf das Etatsjahr 1897/98, nebst Anlage.

Staatssekretär dcs Reichs-Cchaßamts ])1'. Graf von Posadowsky:Wel)ner:

Meine Herren! In der Reichs-Finanzverwaltung herrscht in hohem Maße der Grundfaß der Oeffentlichkeit. Alle Monate w.?rden Ueberfichten über die Einnahmen des Reichs veröffsntlicht, und ebenso findet sofort nach den Finalabschlüssen die Veröffentlichung der Ergebnisse des ganzen Reichshausbalts für das abgelaufkne Jahr statt. Der Vertreter der Vexbündeten Regierungen kann fich deshalb für die abgelaufene Periode des Jahres 1895/96 in seinen Be- merkungen ziemlich kurz faffen. Als ich die Ehre hatte, den Etat für das laufende Jahr in das hohe Haus einzubringen, scbäyte ich den voraussichtlichen Ueberschuß aus der eigenen Wirtbschaft des Reichs für das vergangene Rechnungsjahr auf etwa 112 Miklionen. Diese Schäyung ift mit mathematischer Richtigkeit eingetroffen: gsnau so viel hat der Ueberfchuß aus dem Haushalt des Reichs betragen.

Aber auch in anderer Beziehung war das abgelaufene Rech- nungsjahr für die ReichSverwalsung Ein besonders günstiges. Bereits im Jahre 1894/95 war die SoÜausgabe geringer gegenübér dem Etatssol]. Scheiybar ist allerdings die Istaußgabe im Rechnungs- jahr 1895/96 höher gewesen wie das Etatssoa; in den Außgaben be- findet fich aber eine geseßliche Etatsübersckpreitung, d. h. diejcnigen 2k Miüionen, die durch das Invalidengeseß vom 22. Mai 1). I. auf den Reichs - Invalidenfonds angewiesén find , ohne daß man dieser Anwsisung durch Nachtrags-Etat eincm etatSmäßigen Aquruck gegebkn bat. Zieht man diese gesésliche Etatsüberschreitung yon der Ge- sammtausgabe dcs Iabrrs 1895/96 ab, so hat auch das Jahr 1895/96 mit einer MinderauMabe gegenüber dem Etatssoll abgeschlossen.

Cbknso bat fick) das Verhältniß der Etatsüberscbreitungen, die so häufig Gegenstand des Angriffes in diesem hohen Hause ware'n, wesentlich günstiger gestaltet. Zieht man wieder jene 21Millionen aus dem Invalidenfonds ab, so haben die“g€sammten Etatsüber- schreitungen des Vergangenen Rechnungsjabrcs nur die Summe von 145 Millionen betragen. (Bewegung.)

Meine Hsrrkn, ich gestehe gern zu, daß auch diese Summe noch immer eine unerfrsuliche Höhe hat; aber es ist immerhin der geringste Betrag von Etatsüberscbreitungen in den [ELTA] fiebkn Jahren.

Die Ueberwkisungkn waren im Dezember 1). I. auf ein Plus geschäxzt gegenüber dem Etat Von 30 MiÜione-n. Sie? haben that- sächlich 40 Millionkn mehr gkgen dcn Etatssaß bstragen, weil erstens die Börsenftkuer Lk Millionen, die Zölle etwa 10 Millionen g€g€n- über der damaligen Schäßung mcbr eingetragen haben.

Bei Gelegenheit der Etatsberatbung in der vorigen Tagung ist wiederholt die Frage der Schädigung der Reichöeinnabme'n durch die Handelsverträge und in Vkrbindung hiermit die Gestaltung unsercr Handelsbilanz überhaupt besprochen worden. Es ist bei diesén Erörte- rungen vielfach zurückgegangen wordkn auf Vergleichsjahxc vor dem Jahre 1889. Will man aber derartige Uctheile nicht auf Hypothesen basisren, sondern auf gleiche statistische Grundlagen, so vkrmag man die Gegenrvart nur zu vergleichen mit dem Jahre 1889, dknn im Jahre 1880 haben sich die statistischen und im Jahre 1888 die territorialen Grundlagen unserer gesamm1en HandelSstatistik Wesent- lich verändert,

Betrachten wir zunächst vom ßnanzicüen Standpunkte aus die Einwirkung der HandelsVLrträge, so sind die Ausfälle, rein finanziell und in absoluten Zahlen betrachtet, längst anßgegliehen wordkn; dknu im Jahre 1895/96 haben unsere ZoÜeinnabmkn 34 Miüionen mebr betragen wie 1889/90 und 15 MiÜionen mehr wie im Jahre 1890/91. Welche Wichtigkeit die territorialen Veränderungen unseres ZoU-„xebiets von 1889 für die Gestaltung der Handelsbilanz Haben mußten, ergisbt fich aus der Einen Tbatsach daß infolge des Zollanschlusses von Hamburg und Brsmen dom Iaßre 18883u 89 der Véinderwertk) unserer Ausfuhr um fast L Milliarden zunahm. Also finanziel] betrachtet, hat fich im Jahre 1895 gegenüber dkm Jahre 1889 unsere Handels- bilanz günstiger gestaltet, wenngleich unssre Mebreinfuhr der Menge nach infolge der gesunkenen Waarenpreise an sich gestiegen ist.

Betrachiet man unsere Handelsbilanz nach den drei großen Klaffen der Ein- und Ausfuhr, so ist im Jahre 1895 gegen das Jahr 1889 unsere Mehreinfubr an Rohstoffen der Menge und dem Werthe nach gesunken, während unsere Mehrausfubr an Fabrikaten rer Merqge und dem Werthe nach gestiegen ist. Ich meine, das ist ein klarer Beweis für die Prosperität unserer Industrie. Allerdings hat die Mehreinfubr bei der NabrungS-, Genußmittel- und bei der Vicbeinfuhr gegen 1889 zugcnommen. Im Jahre 1895/96 betrug derjenige Theil der Zoll- einnabme, welcher auf die fünf Hauptgeireidegattungen fäUt, 25 0/o unserer gesammten Zolleinnabme. Nur im Jahre 1891/92 war unsere Getreideeinfuhr größkr. Aber diese Mehrkinfuhr an Nahrungs- und Genußmitteln und Vieh gegenüber dem Jahre 1889 erklärt sich zunächst meines Erachtens einerseits durch die steigende Konsumtionsfävigkeit der Bevölkerung, andererseits durch die steigende Bebölferungözabl überhaupt.

Auch gegenüber dem Jahre 1894 hat das Jahr 1895 für unsere Handelsbilanz fich günstiger gestaltet, indem der Minderwertb unserer Ausfuhr gegenüber der Einfuhr um 400 Millionen zurückgegangen ist.

Betrachten wir den Abschluß des abgelTufenen Jahres in seiner Wirkung auf die BundeSftaaken- so erhalten die Bundesstaaten nacb

' , " ; Erste Ve'ilage * -* zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

Berlin, Diensmg, den 1. Dezembex

Deckung der etatSmäßigen sogenannten Spannung und nach Abzug derjenigen 13 Miüionen, welche durch Geseß Vom 13. April d. I. zur Schuldentilgung bestimmt sind, noch einen über die etatSmäßige Erwartung binaußgebenden reinen Ueberschuß von 175 Miüionen. Es schkint hiernach, daß, nachdem wir im Reich 10 Jahre gehabt haben, in welchen die Bundesstaaten Ueberschüffe vom Reich erhielten, und zwei Jahre, in welchen fie Zuschüsse an das Reich zahlen mußten, wir jest wieder eine Periode der Ueberschüffe bekommen. Es liegt meines Erachtens darin eine srnste Mahnung, daß fich das hohe Haus mit den verbündeten Regierungen einigen möchte über die anderweitige Gestaltung des finanzieüen Verhältnisses des Reichs zu den Einzelstaaten. (Sehr richtig! rechts.) Vom Jahre 1883/84 bis zum Jahre 1892/93 habkn wir 486 Millionen an reinen Ueber- schüsfen an die Bundesstaaten herausbezahlt. In demselben Zeit- raum hat aber das Reich 1349 Millionen Schulden gemacht für solche Zwecke, welche eine Verzinsung nicht in Ausficbt stelLen. (Hört, Hört! rechts.) Was folgt darauß? Ich glaube, es folgt daraus mit plastischer Klarheit, daß der dritte Tbcil jener Schuldsumme eingegangen ist, um Ueberweisungen an die Bundesstaaten berauszablen zu können. (Sehr richtig! aus dsr Mitte.) Meine Herren, was ist das Reich? Das Reich ist der verfassungsmäßige Name für die ver- fassungsmäßig zu einem Bundesstaate geeinigten Einzelstaaten; die Schulden, die das Reich kontrahiert hat, sind Schulden der Einzelstaaten. Sie könnten jeden Augenblick nach dem Matrikular- beitragsfuß auf die Einzelstaaten repartiert werden, und wenn die Einzelstaaten aus den Ueberweisunsen, die sie Vom Reich empfingen, dauernde oder einmalige Außgaben auf ihren Etat übernommen haben, so haben sie diese Außgaben tbatsächlich geleistet aus dem Schulden, die zwar das Reich als nsZobiornm gsxbio der Einzel- staaten kontrahiert hat, die aber auf den Finanzen der Einzelstaaten mit hypothcziert sind. (Sehr richtig! aus de'r Mitte.)

Als der verstorbene Freiherr yon Franckenstein die sogenannte Franckenstein'sche Klausel hier im Reichstage durchseßte, War das Re'ics) nur in Höhe von 129 Millionen mit Schulden belastet für solche Außgaben, die an fich zinslos smd. Ich habe damals nicht die Ehre gehabt, in geschäftlichen Beziehungkn zu dem hohen Hause zu sieben; ich glaube aber, hätte Freiherr Von Franckenstein die Ent-. wickclung der Zukunft vorausssbén können, so würde er den staats- männischen Gedanken skinkr Klausel in eine andere geseßlicbe Form gegossen haben. Es waren deshalb meines Erachtens die Aus- führungen des Zentrueredners in der Vorigen Tagung des Reichstages durchaus zutreffend, daß die (31111181118- Franckenstein nicht ein Petrefakt sein dürfe, sondern daß fie entsprechend den veränderten thatsächlichen Verhältnissen zu modernisieren ssi. Die Verbündetkn Regierungen müffén dcsbalb auch an dem Entwurf der zweiten Finanzreform, Walcher die Bilance zwischen dem Ueberweisungen des Reichs an die Einzelstaaten und den Zahlungen der Einzelstaaten an das Reick) vor- sah, festhalten, soweit es fick) um die zwei grundsäylichen Punkte handelt: Schuß der Einzelstaaten gegen die Wechselndsn und unerwarteten Anforderungen des Reichs, Wenn auch nur in befristeter Form, und Schuldentilgung nach Maßgabe der finanziellen Entwickelung der Einnahmequellen des Reichs.

Ick gestatte mir nun, zur üblichen Schäßung der finanziellen Ent- wickelung für das Jahr 1896/97 überzugehen.

Im Außwärtigen Amt rechnet man auf eine Mebrauögabe Von Etwa ZMionn, darunter glaubt die KolonialVerwaltung mit einer Etatsüberscbreitung von ck Million fich behelfen zu können; ich wil] aber jLYs schon darauf aufmerksam machen, daß es voraussichtlich nicht möglich sein wird, die Schutztru'ppc'n in Süd-Afrika in dem bc- absicbtigten Umfange zu entlasten, weil sie vorausfichtlich nötbig sein Werden zu AbsperrungSmaßregeln gegenüber der fortschreitenden Gefahr der Einschleppung der Rinderpest.

Im Reichßamt dss Innern glaubt man, auf eine Mebraußgabe Von 1 Million rkchnen zu können, wir werden 1,1 Millionen mehr an Reichszuschuß für die Invaliditäts- und AlterSVerficherung aus- geben, während & Million an AuSgaben für den Kaiser Wilhelm- Kanal gespart wird.

An einmaligen AUSJabsn werden etwa ck Million für die Kosten der Berufs- und Gewerbezählung des Jahres 1895 entstehen.

Bei der Marine rechnet man zur Zeit mit einer MebrauSgabe von über 2 MiUionkn bei dyn von früheren Jahren her be-

kannten Titeln. Es würde also im Ganzkn mit einer Mehraußgabe yon

21 Millionen zu rechnen sein.

In der Minderausgabe figuriert zunächst das Reichsbeer mit 31 Millionen we-nkger, darunter allein Preußen mit 2 Millionen weniger infolge niedrigerer Ankaufßpreise für Brotgetreide uud Fourage. (Hört, hört! rechts.)

Bei der Reichsschuld werden 33? Millionen an Zinsen gespart. Ich bemerke, daß noch 118 Miuionen flüssige Kredite find, und wenn man disjenige Summe abzweigt, die im laufenden Jahre zur Schulden- tilgung voraussichtlich verfügbar ist, so würden um!) 93 Millionen durcb Außgabe von Anleibescbeinen zu realißeren sein.

Die Mehreinnahmen gestalten sich dieses Jahr e'rfreulicher Weise schr erheblich. Dadurch, meine Herren, daß nach der Zuckersteuer-Novelle zwar der erhöhte VerbrauehSabgabesatz schon vom 30. Mai des Jahres in Kraft trat, während die erhöhten Prämien erst vom 1. August ab zu zahlen smd, genießt das Reich während vier Monaten troß des sechSmonatlkchen Kredits die Einnahmen noch im laufenden Jahre aus der Erhöhung der Verbrauchßabgabe, während die erhöhten Prämien nur für zwei Monate zu zahlen sind; denn bekanntlich werden die Prämien erst sechs Monate nach der Ausfuhr fällig.

Ferner kommt bei der Zuckersteuer hinzu, daß im Mai des Jahres, mit Rücksicht auf den zu erwartenden höheren Steuersaß, eine sehr starke Vorausversteuerung stattgefunden bat, deren Mehr- einnabme noch im Laufe des Rechnungsjabres zur Geltung kommt. Wir rechnen deshalb bei der Zuckersteuer auf ein Mehr gegenüber dem Etat von 10 Millionen. Ich bemerke aber, daß diese Mehr-

1896;

einnahme steh im zukünftigen Jahre nicht wiederholen wird, in!- besondere weil die Ausfuhr von Raffinade gegenüber der Ausfuhr von Rohzucker erheblich gestiegen ist.

Bei der Salz- und Brausteuer wird auf eine Mebreinnabme von je 2 Millionen, beim Spielkartenstemvel, bei der Wechselktempel- steuer, den statistischen Gebühren auf eine Mebreinnabme von fast 1 Million gerechnet.

Die Post- und Eisenbahnverwaltung rechnet auf eine Mehr- einnabme von je 3 Millionen.

Wir würden hiernach für das Reich im Ganzen eine Mehr- einnahme von 21 Miüionen haben. Mindereinnabmen haben wir zu erwarten von 11Millionen bei der Maischbotticb- und Brenn- materialsteuer; ich habe bereits im vorigen Jahre darauf hingewiesen, daß der Etatsdurchscbnitt des laufenden Jahres das Iabr1893/94 mit seinem sehr umfangreichen maischbottichsteuerpflichtigen Betrieb enthält, und ich habe fcrner darauf hingewiesen, daß die Einnahme Vorausstchtlich dadurch fich schmälern wird, daß der Export an Spiritus steigen wird. Diese Eventualität ist eingetreten.

In der Brennsteuer werden wir eine Mebreinnahme von 1 Million haben. Wie den Herren bekannt ist, trägt aber die Vrennsteuer nur den Charakter einer durchlaufenden Einnahme, und 1Million Ueber- schuß bkdeutet mithin nichts Anderes, als eine Restausgabe, die aber, wie ich bei Erörterung des Etats für 1897/98 näher nachweisen werde, in den kommenden Jahren Verbraucht werden wird.

Bei den verschiedenen Verwaltungöeinnabmen dürfte eine Minder- einnahme von ck MiUion eintreten. Es trägt dazu bei, daß derjenige Theil des Gartens des Kriegs-Ministeriums, deffen Erlös mit 1 800 000.“ in den Etat eingesteüt war, nicht zum Verkauf gelangen wird, weil dort das neue Gebäude für das Reichs-Marineamt errichtet werden soll.

Auch die Einnahmen aus dem Kaiser Wilhelm-Kanal weisen Line Mindercinnabme von fast 1 Million auf.

Im Ganzen würden demnach die Mindcreinnabmen über 1 Million betragen. NeÖncn wir inSgesammt dis Mindsrausxzabe mit 42 Millionen und die Mehreinnahmen mit fast 20 Miükonen zusammen, so ergiebt sich aus der eigenen Wictbschaft des Reichs ein voraus- fichtlicher Ueberschuß Von 24i Millionen. Meine Herren, i(h gestatte mir aber, daran zu erinnern, daß durch die beiden Nachtrags-Etats 9 Miüionen zUnächst auf den Ueberschuß des laufenden Rechnungsjabres angewiesen find. Da dieser Ueberschuß die nöthigen Mittel zur Be- gleichung des Nachtragbedarfs darbieten wird, so würde in den Etat des Jahres 1898/99 aus der eigenen Wirtbschaft des Reichs nur ein Ueberscbuß von- 15 516 16 Millionen einzustellen sein. Hierzu würde aUerdings noch 1 Miüion aus der eventuellen Konvertierung treten unter der Vorausseßung, daß der Oktoberkupon noch nach dem bis; berigen Zinsfuß Von 4 0/0 zur Einlösung gelangt.

Was die Ueberweisungssteuern betrifft, so würde sich neu!; der bisherigen Schätzung aus dem Zoll und der Tabackfteuer eine Mehr- einnabme von 61.1 Miklionen ergeben. Aus der Branntwein-Verbrauchs- abgabe und dem Zuschlag rechnen wir auf Mehreinnahmen von über 21 Millionen. Diese Mehreinnahmen der Branntwein-Verbrauchs- abgabe rühren daher, daß der Konsum im Jahre 1895/96 sich außer- ordentlich günstig gestaltet hat, und diese Mebreinnabme infolge des Kreditwesens im laufenden Nechnungsjabre erst in Erscheinung tritt. Der Mebrkonsum im Jahre 1895/96 gegenüber dem Vorjahre belief fich auf 75 000 111. Ferner war das Jahr 1894/95 noch mit Be- rechtigungsscheinen aus der provisorischen Kontingentierung des Jahre! 1893/94 belastet: eine Belastung, die im laufenden Rechnungsjabre fortfällt.

Ich glaube, es wird nicht Voreilig sein, wenn ich bei dieser Ge- legenheit, nachdem die Branntweinsteuer - Noche über 11 Jahre in Geltung ist, mir ein Urtbeil darüber erlaube, inwieweit diese gesetz- liche Asnderung den an sie gestellten Erwartungen cntsprvchen hat. Wir haben im Iabre1895/96 eine Kartoffelernte gehabt, die die größte nächst der des Jahres 1893 war. In Preußen war im Vor- jahre die Kartoffelernte sogar noch um 50/0 größer wie im Jahre 1893. Die Kartoffeln hatten ferner, ebenso wie die Melasse, einen so niedrigen Preis, wie seit dem Jahre 1887 nicht, und unsere Produktion an Branntwein war ebenfalls die stärkste seit dem Jahre 1887. Troßdem, meine Herren, hat sich der Bestand an Branntwein am Schluß des Betriebsjahres 1895/96 nur um 15000 111 erhöht gegenüber dem Bestande am Schluß des vorigen Betriebsjabres, und auch im Laufe des Monats Oktober ist die Abnahme des Be- standks erheblich größer gewesen als im Laufe des Monats Oktober dcs vorhergehenden Jahres. Ferner hat fich troß der Faktoren, die ich vorhin erwähnte und die geeignet waren, auf die Preisbildung schädlich einzuwirkkn, der Preis hier in Berlin auf 37 .“ und da:- über gehalten, während sonst der Spiritus in der Hauptbrennperiode zwischen 31 und 34 „44 fich zu bewegen pflegt. Endlich hat üch unser Export seit der Zeit, wo der spanische Markt uns verschlossen ist, d. 1). seit dem Februar 1892, fast verdreifa-Ot. Ick glaube, es ck deshalb nicht unrichtig, zu sagkn: die Branntweinsteuer- Novelle bat die Erwartungen etfüUt, die an fie seinerzeit geknüpft wvrden find. *

Aus der Stempelsteuer von Wertbpapieren werden wir eine Mindereinnabme von über 1 Million haben. Der Effektenftemßel und der Stempel für Loose aus Privatlotterien haben zusammen zwar im 1. Semester des laufenden Jahres über 1 Million zugenommen, _ dagegen ist der Umsaßstempel um 1? Millionen hinter dem Etats- ansaß zurückgeblieben.

Im Ganzen würden hiermit die Ueberweisungsfteuern dy Etatssoll um 63 Miüionen und die Summe der Matrikularbeütäye um 511 Millionen übersteigen. Rechnet man hiervon 25k Milliou'én zur Schuldentilgung gemäß dem Gescß vom April d- I- ab, '"so würden den Bundesstaaten über die etatSmäßigen Erwartungen binary“ noch 37,1 Millionen zufließen. - *

Meine Herren, das Anleibesoll im laufenden Iabre betkäst

“351 Millionen; aber, wie ich bereits früber andeutete, sind durÖ-W

ersten Nachtrags-Etat prjuoipaljrsr 81Millionen auf den UebEtsÖUß , aus der eigenen Wirtbfcbaft des Reichs und erst, falls dieset'yM-Ü reichen sollte, auf Anlelbekonto verwiesen. Der Ueberscbuß aus*