...I-. ; 1 U , _"von *" ecklenbur - urch KMW Udplf zu S aumburg- ippe, Regent "dos Y enthums Lrppe Seine Hoheit der Herzog Friedrich - ilhelm zu Mexklenburg, der Prin?) und die Prinzessin org; von „ S onburg-Waldenburg, er Graf Leopold Kur -- xo-Viester eld, der Prinz Heinrich von Schön- urg-Waldenhurg, der Prinz Hang zu Schönaich- Caxolath; tn Vertretun Seiner Durchlaucht des urften von Schwarz urg - Sondershausen: der uptmann von Hartmann; in Vertretung?h1er Hoheiien des erZogs und der Herzogin von Sack) en-Altenbur : der ammerh_err von Buchwgld; in Vertretung Seiner Dur - laucht des Fursicn Reuß ].L.: der Ober-Zof-Marschall und Kgmmxrherr Frexherr von Meysenburg; in ertretung Seiner Konikxlicben Hoheit des Herzogs von Cumberland: Haus- Mar chall und Kammerherr von Klenck und in Vertretung Seiner Durchlaucht des Fürsten zu Scha-umburg-Lippe: der Kammerherr Freiherr von Meysenbur . Die Trauerrede hielt dxr Superintendent 1). Trautvetter. ittags fand im Fürst- lichen Schlosse Hoftqfel statt, zu welcher die Theilnehmer an den Trauerfeierlichketten geladen waren.
Oefferreith-ngarn.
Der Herzog von Oporto ist in Wien eingetroffen und gestern'Mitta von dem Kaiser empfangen worden. Das öZerreichische Abgeordnetenhaus nahm Fstern sämmtliche Paragraphen der Vorlage, betreffend die ehälter _der Professoren an den Hochschulen, gn mit einem Zusaßantrage zu § 12 _ Verstaat- lichung der Kollegiengelder _, wonach über die Be- xreiung von den Kollegiengeldern auch künftig das Pro- efforen-Kollegium entscheiden soll. Ein Antrag auf Rück- verweisung an die Kommisfion wurde mit 155 gegen 78 Stimmen abgelehnt. Die Vorlage ist damit in zweiter Lesuné?i erledigt. Bei der dann folgenden Verhandlung über die egierunggyorlage, betreffend die Errichtung des Czartoryski'schen Fideikommisses, führte der Minifier ohne Portefeuille 1)r. Rittner aus: ganz Galizien sehe der Entscheidung mit großem Interesse und einem ge- wissem Bangen entgegen. Es handele sich darum, eine roßarti e kulturelle Stiftung in den Dienst der Allgemein- Yeit zu tellen und für al1e Folgezeiten zu sichern. Das Haus omme nicht oft in die Lage, ohne Opfer für die Gesammtheit ein so gemeinnüßiges Werk schaffen zu heißen und einen Wunsch zu erfüllen, ohne anderen Nationen wehe zu thun. Die Ablehnung der Vorlage würde niemand zu Licbe, aber _der anzen Nation u Leide Yin. Der Minister empfahl schlieZlich die Anna mc der orlagc. Gegen Ende der Sißung kam es zu einer lärmenden Scene, da die Linke we en der bereits achtstündigcn Dauer der Sißung den Schluß der elben verlangte, was das Haus ablehnte. Der gewählte Generalredner gegen die Vorlage Polak wurde von stürmischen Schlußrufen unterbrochen und verzichtete auf das Wort, worauf das aus einstimmig den Schluß der Sißung an- nahm. Die 'eratbung wird heute fortgese 1 werden.
Im ungarischen Unterhause bra te gestern der Abg. Polonyi folgende Interpellation ein: „Warum enthielt die Thronrede anläßlich der Eröffnung des Reichstages nicht einen Passus über die auswärtige Lage»?- Hat der Minister- Präsident von dem deuisch:rusßschen, bis 1890 bestandenen Vertrage Kenntniß? Liegen Anzeichen vor, welche auf eine Störung des Friedens schließen laffen? Wurde obiger Vertrag dem ungarischen Auswärtigen Amte mitgetheilt und wann“? Kennt die ungarische Regierung den Inhalt des Ver- tra s, und ist sie geneigt, dknselben dem Hause zu unter- bretten? Erachtet die Regierun diesen Vertrag mit Rücksicht auf dastischen Oesterreich: ngarn und Deutschland de- stehende ündniß für erlaubt? Hat die Regierung die Beruhigung gewonnen, das; Deutschland seit 1890 nicht wieder einen solchen Vertrag mit Rußland ab- eschlossen ?at?“ Der Abg. Kossuth fragte an, ob es wahr ei, das; de ungarische Regierung das ZoU- und Handels: bündniß mit Oesterreich gekündigt und warum fie vor der Kündigung Verhandlungen begonnen habe. Der Minister- Fräfident Baron Banfft) erklärte unter dem lebhaften Bei- all der Rechten: Er behalte sich eine eingohende sach- liche Beantwortung der Fntexpcüation des Abg. Polanyi für später vor. Er wo e 1281 nur feststeUcn, daß die Spisc der Ausführungen des Abgeordneten sick) gegen den Dreibund richte. Was die Thronrede betreffe, so sei die Re ierung für dieselbe verantwortlich; fie übernehme auch diee Verantwortung; daß in der Thronrede der gewohnte Saß über die äußere Lage fehle, sei ohne jcde Absicht der Re- gierun?) geschehen. Sie habe es nicht für nothwendig erachtet, zu wie erholen, was vor einigen Wochen in der Thronrede
elegentlich des Schlusses des ReichstaY gesagt worderx sei, da eit dem 6. Oktober bis zum hcutigen age die Lage sich nicht verändert habe. Was die Enthüllungen der „Hamburger Nach- richten“ betreffe,so hätten sie die auswärtigen VerhältniYsze Ungarns nicht geändert; sie hätten eben nur eine historische edeutung. Auf die Politik des heutigen Tages hätten sie keinen Einfluß. Die Regierung habe auch nicht die Absicht ebabt, eine Besprechung der auswärtigen Lage bintanzuZalten; denn, wie das Beispiel beweise, könne die aUStvärti e Lage auch ohne Erwähnung in der Thronredc im Hane besprochen werden. Das Geseß stelle genau den Einfluß Ungarns und seiner_ Rcßierunq auf die Leitung der aus- wärtigen Angelegenheiten est. Die 5Üraxi-s seit 1867 habe das Maß und die Art und Weise der usübung festgestellt, und die Regierung sei durchaus nicht Willens, daran etwas
zu ändern. Frankreich.
Die Armee-Kommission der Dcputirtenkammer hält, wie „W. T. B.“ berichtet, im Gegensaß zu der Ansicht dei; Regierung daran fest, daß die Kolonial-Armee dem Kri-rgs- Ministerium unterstellt bleibe.
Italien. . .Der - König von Serbien nahm qesiern, wie _ W. T." .“ aus Rom meldet, an dem Familiendiner bei Sem KMW v'on Italien theil. Bei dem österreichisch- .ungarischen „otschafter Freiherrn von P a s etti fand Abends zu Ehren des Konigs von Serbien ein Ylänzender Empfang statt. Am Nachmittag hatte der Kardßngl- taatssekretär Ram olla dem König iin Hotel „Zum Qurrmal“ einen Besuch abge attet, Welcher dreiviertel Stunden währte.
«'LH „Sein?"FU'ÉZaT?
mbrxank-A nini, in „8 Tagen aber das Aufgeben thraas zu erathen, mit 148 gegen 26 Stimmen, bei 53 Stimmxnthaltungen, ab. Vor der Abstimmung hatte der fruh„ere Minister des AuWärtigen Herzog von Sermoneta erklart, er w_erde für die Regierung stimmen, behalte sich aber vor, tm eeigneten Augenblick einen Antrag, betreffend das Aufgeben er afrikanischen Kolonie, zu stellen. Die Kammer seßte sodann den 7. Dezember für die Entgegennahme des Finanzexpos'és est und berietb hierauf über den Staatsvertrag, betreJnddte implon-Bahn. er 111 der Kammer vertheilte Motivenbericht zu den Zwischen Italien und Tunis vereinbarten Konventionen esagt: die Verhandlungen mit Frankreich bezweckten, mittels der neuen Vereinbarungen alle Interessen ItalieUs in der Regentschaft zu erhalten und zu beschüße'n, und wenn diese Verhandlungen gelängen, ein eeignctcs Gebiet für das Werk der Vernsöhnung in den BezieJungen Italiens zu Frankreich, den Wunschen des Landes gemäß, vorzubereiten.
Rumänien.
Das Ministerium hat seine Entlassung eingerei'cht. Dem „W. T. B.“ zufolge ist der Präsident der Deputirten- kammer Aureltan mit der Neubildung des Ministeriums, dessen Mitglieder wieder der liberalen Partei entnommen werden, betraut worden.
Bulgarien.
Wie die „Agence balcanique“ feststellt, hat aus Anlaß der leßten W ak) [ en keinerlei stärkeresPolizeiaufgebot oder Verlegung von Truppen stajtgefunden. Es ssi durch mehrere diplomatische Vertreter als Augenzeugen festgestellt worden, daß die Volks- wenige, in Sofia von den Führern der Oppofition gegen die Polizei geheßt worden sei. Die „Agence balcanique“ stcllt ferner fest, daß von der Bevölkerun?T niemand getödtet oder verwundet wurde. Der Rücktritt des riegs-Minifters Petrow sei seit langem eine feststehende Thatsache cwesen und nur die formell? Losung ve'rzögert worden. ertwm habe nie Gc- legenhett gehabt, sich als entschiedener Geqner der Zurück: berufung der M18 Ausland geganJenen Offiziere zu zeigen, da eme solche Frage niemals bestan en habe.
Asien.
Aus Manila wird berichtet, die Aufständischen seien bei Morong von den Spaniern geschlagen worden und hätten etwa 70 Todte verloren. _ Der Prozeß gegen 60Hauptanführcr der Erhebung sei zu Ende geführt. Das Urtheil werde unmittelbar erwartet.
Afrika.
Das AppellationSgericht in Alexandrien hat gestern die egyptische Regierung verurtheilt, die für die Dongola:Expedition gewährten 500 000 Pfund nebst Z insen zuruckzuzahlen und alle Prozeßkosten zu tragen, außer den- ]enigen der ersten Instanz, welche den Kommissarcn Englands, Deutschlands, Oesterreichs und Italiens auferlegt werden. Im Gcgensaß zu dem Beschluss der ersten Instanz sind der französische und der russische Kommissar nicht mit der Vollziehung des Urtheils zu betrauen. Das Appellations- gericht erklärt, der (Gerichtshof in Kairo sci zuständig gewesen, denn keine Gruppe der Bondsinhaber habe einen 106118 813011111. Dagegen habe jedes Mitglied der Schuldenkaffe einen RcchiSanspruch ge'gen die anderen Mitglieder und gegen die Regierung, sobald es eine Bestimmung als vercht erachte. Zur Entnahme von Geldern aus dc'm Ncscrvcfonds sei Ein- stimmigkeit der Kommission erforderlich.
Dem „Reuter'schen Bureau“ wird arts Sansibar _qe- meldet: der italienische (Hencral-Konsul in Sansibar Cccchi, die Kapitäne der italienischen Kriegsschiffe „Volturno“ und „Staffetta“, sowic ctwa 6 Offiziere seien durch Sonzalis in Mogdischu getödtet und 100 Mann verwundet wor en.
Dem italienischen Ministerium des Auswärtigen ist heute Vormittag folgende Depesche vom italienischen Kon: salat iii Sansibar zugegangen: Der Konsul Cccchi hatte sich an Bord des „Volturno“ nach Mogdischu (Mogadoxo) begeben, um eine Karawane zur Erforschung des Ufers des Flusses chi-Schcbehli zusammcnxustcllen. Am 25. November, Nachmittags 3 Uhr, trat Cscchi in Begleitung des Kommandanten der „Staffctta“ Maffet und des Kommandanten des „Volturno“ Monqiardini, des Zolldirektors, sowie mit 7 Offizieren und 6 Unteroffizieren und Soldaten die Reise an. Die Karawane war von 70 bewaffneten Askaris begleitet. Sämmtlichc W:“ißc waren mit Pferden versehen. Nach fünfstündigkm Matsche übernachtete die Karawane in Sofoli, etwa 20 km von Mogdtschu entfernt. Hier wurde das Lager gegen 1 Uhr Nachts unver- muthei von nomadisierendcn Somalis angegriffen, welche 6 Askaris tödteten. Die Wachtposten der Karawane schlugen den Angriff zurück, wobei sie mehrere Somalis nieder- machten. Nach TageSanbruck) wandte sich der Zuq nach Mogdischu zurück, wobei derselbe ein Feuer auf die Somalis unjerlZielt, die sich in sehr großer Zahl wieder eingestellt hatten und ich fcindselig auf den Weg drängten. Die Italiener vertheidigten si weiter auf das tapferste, bis sie schließlich unterlicqen mu ten, da die Askaris zum jheil gefallen, zum thell geflohen waren, und die Pferde von dem anstrengenden Marsch er chöpft und auch verwundet waren. Nux ein ver- wundeter orporal und zwei Soldaten konnten sich reiten; 18 Askaris wurden niedergemacht, 17 derselben sind ver: wundet. Die ersten Nachrichten trafen am 26. No- vember, 101/2 Uhr Morgens, in Mogdischu ein. Der italienische Kommissar ergriff schleunigst alle Maßnahmen. Die Krie sschiffc erhielten Befehl, 100 bewaffnete Matrosen an Land zu eßen, auch wurden gleich alle verfügbaren Askaris zur Hilfe aus;]efandt. , Es. ergab sich aber, daß beim Eintr en der erstenNachrtchteano di chu an den Thatsachen nichts mehr zu ändern war. Die auSge ch'i te Kompagnie erkannte alle 14 Leichen wieder und kehrte Abends nach Mogdischuchurück Ta 5 darauf, am 27. November, wurde eine durch skaris verßärkte Kompagnie wiederum entsandt, welche mit Kameelen und allem Nöthigen versehen war, um die Leichen zu ber en und zurückzubringen. Alsbald wurden auch viele en schuldi en Stämmen angehörige Somalis ergriffen und e emp arische Bestrakung eübt. Die „Staffetta“ ist von
ogdischu nach San ibar a gegangen; sie geht über Barawa und bringt den Befehl für den ,Govexnolo“, in Merka zu stationieren. Der „Volturno“ verbleibt m Mogdischu.
„[Die*Depuliktéiikammer lehnte gestern dén Antrag.-
Paétameutarische Nathrichten.
Der Beri 1 über die estri e Si an des R i s- tages befindet 111) in der Er ten BTilage.tx g e ck
_ In der heutigen (139) Sißun des Rei sta es, welcher der Staatssekretär des anxrn,g Staats-MFiisierer. von_Boettrcher, der Staatssekretär des Reichs-Marineamts, Admiral Hollmann, der Staatssekretär des Reichs-Schaß- amts ])1'. _Graf von Posadowsky und der Kriegs-Minister, General-Lteutenant von Goßler beiwohnten, wurde die erste V?erxhung des Reichshaushalts-Etats für 1897/98 fort- ge e .
Das Worx n'abm zuerst der Abg. Liebknecht (Soz.), dessen Rede der Schluß des Blattes noch fortdauerte.
_ In der heutigen (7.) Sißung des auses der Abgeordneten gelangten vor Eintritt in die ageßordnun enx Telegramm'Seiner Majestät des Kaisers un Komgs und ein Telegramm Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Heinrich von Preußen zur Ver- lesung. Das erstere lautet:
„Ick spreche Ihnen für die Glückwünsche, die Sie an Mit:!)
im Namen de? Hauses der Abgsordneten aus Anlaß der
Geburt, des zweitxn Sohnes Meines Bruders, des Prinzen Heinrich
YFM?“ Nobert, gerichtet haben, Meinen herzlichen Dank aus. 8 m ."
Das. zweiTe Telegramm lautet:
„Kiel, den 2. Dezember. Ich danke Ihnen und den Mit- gliedern des Hauses dxr Abgeordneten herzlich für die uns zur Gehurt unserxxs zweiten Sohnes dargebrachten Glückwünsche. Heinrich, Prinz von Preußen.“
Nux der TageSordnung stand zunächst die erste Berathung des (Ge eßeqntwurfs wegen Aenderung dcs Geseßes, betreffend, dle Besteuerung des Gewerbebetriebes im Umherzieben.
Gensral-Dirxktor der, direkten Steuern Burghart verleibt dem Bedauern des Fina'nz-Mniistcrs Ausdruck, daß deiselbe durch fort- dauerndes Unwohlsein verhindert ist, den Verhandlun en beizuwohnen, uiid fuhrt dann etch Folgendes aus: Die Vorkjage schließt sich direkt an das Reich:“geseß an, w€1ch€s nach langen Ver- bandlqngen zu stande gekommen ist. Diejenigen, welche ohne Vorherige Bcauftragung Besteüungen aufsuchen, sollen nach dem Reichögeseß den Wandergewerbescbein führén, fie sonen nach der Vor- lage 0uch der„Wandergewerbescbeinsteuer unterworfen werden. Eine fiskalische Absicht liegt dem (Gesetz nicht zu Grunde, denn die Aus- nahmen, welche der Bundksiatk) gestattet hat, sind sehr zahlrcich, und jede ausdrückliche Aussoxderung macht die Detailreifenden auch steuer- frei. Die Schreibkreren, welche den Behörden erwachsen, stehen außer Verhältniß zu der_ exwacbsenden Einnahme, sodaß die Verwaltung diingsnd eme Vereinfachung wünscht. Die Mehrheit dks Reichstages wollte die Auswüchse des ijailrsisens beseitige'n; sie hätte, wenn fie dazu kompetent ngLsi'n rräre, auch steuerliche Maßnahmen ergriffen. Jedenfalls setzte man aber voraus, daß die Landesgesetzßebung der Reichégeseßgebung folgen würde. Von diesem Standpunkt aus ist der Geseßentwurs zu betrachten.
Abg. 'vo'n E'ynern (nl,): Der (Heseventwurf erscheint sebr klein u_nd ,ist lediglich11n€ Folge der Reichßgessßgedung. an welcher ich keine Kritik üben 111111“ Jm Jntxreffe des jeßbaften Gewerbcbetriebes soÜte das Dksallketskn beschränktwerden. Der Bundeskatb hat davon Ausiiabmkn zugqlassen. Die Tragweite dkr Vorlage kann man nicht übersehen, und ich beantrage dssbalb die Beratbung der Vorlage in einer KommiMon Von 14 Mitgliedern.
General-Dirckwr dsr ditskten Steuern Burghart: Die Be- triebe, für Welck)? der Wandergewerbeschéin nicht vorgeschrieben ist, unterlikgen auch nicht der Besteuerung. ,
Abg. Von Brockb aufen (kons.) exklärt fick) für die Vorlage, welxbe lediglich eine Ko;»ssquenz der Reichsgescngebung sei, eine Kom- milsiondderatbung hielten die Konservatidsn nicht für nötbig, Weil dadurch die dxfinitivk Annahme der Vorlage vor 13-111 1. Januar verhindert Wkrdsn körmte. Redner 0111111811 an einen Beschluß des Hauses von 1893, der über ein;: Heranziehung des Wander ewerbes zur Kommunalbkstkueruna gefaßt tvorden ist, und bittet um uskunft über die AuÖfübrung desselben.
General-Direktor der dirkktcn Stkuern Burghart: Die Vor- bkreitungen zur Ausführung des Beschlusses bgbenZortscbriite gemacht; über das Ergebnis; soüte man abkr lieber memxn _crrn Chef befragen.
Abg. Richter (112230180): Die Frage ist nicht so einfach; ein Steakrgeseß darf man nicht so kurz Vor seinem Inkrafttreten einbringen, noch dazu ein solches mit so hohen Steuersäyen. Wenn die leerbetreibenden wegen der hohen Steuer das Detail- rciskn aufgebcn, dann bäjten sie ihren Angestellten schon _am 15. No- 110111er kündigen müffsn. Die Bundesraths-Yeroidnung 1st erst Exide Nodember erschienen und hat große: Kreise uberrascht, wml sie nicht von 126111 Verbot des Dsfailreisend ausxzenommen sind. Zu erwarten war allerdings ein solches (Hesexz, aber eine u_nbcdin_gte Kon- sequenz dcs Reichßgescßes liegt nicht, vor. Es „Ware mchts v_er- loren, Wenn das (Hes? zu einem spatkren Termm in Kraft trate. Man braucht die Scheme ja nicht immer für das Kalenderjahr 0115- zusteücn. Da das Umberzieben fich schließlich auf das ganze Reich ausdehnt, könnte man überlegen, ob die Wander -Gewcrbe- sikuer nicht Von Rsichswegc'n gkregklt werden könnte. Aber darum kümmert sicb Preußen nicht. Die Schneider, die Bestellungen aufsuchen untcr Vorlegung von Proben, werden in ihrem Betriebe beeinträchtigt; die Kunden werden geradezu in die Magazine: getrieben, und das nennt man eine handwerker- freundlich€ Gcssßgebmtg! Das preußische Steuergesetz kennt Aus- 11111111!le von der Stsuerpfiicht, soweit der Gemeindeb-zirk und seine nächstc Umgebung in Betracht kommt. Die darüber geltenden Bes1_im- mungen müssen aufs nene geprüft werden, auch die Höhe der Steuersahe. Für die Verwaltungc-bebördsn wird die Ausführung des Geskyes sehr schwer sein, Wkil ('s nicht leicht 1cin wird, zwischen eineni steuer- pfi;chtigkn und 81118111 skkucrfrcicn Detailreisenden zu unterscheiden.
Geheimer Finanz-Ratb 1)r. Strutz: Die Staatßregterun war nicht in der Lage, die Vorlage früher einzubringen, e e der Bundeöratb seine Eniscblisßungen (;(-faßt batte; ww haben nicht einmal bis zur Veröffentlichung derselbcn gewartet, sondern sind vor- gegangen, sobald sich deren Inhalt übersehen Zieß. Und ftuber gls niit der Eröffnung des Landtages konnten wir die Vorlage aucb mcht machen. Dafür, daß die (Gewerbetreibenden zur „rechten Zeit in den Besiß ihres Wandergewcrbeschkines gelangen, Wird die Verwal- tung sorgen, ebenso wie für den Erlaß dyn Ausführungsbesttmmungen, welche den Steuersaß dem Umfange des Betriedes anpassen. Preußen mußte mit dikser Aenderung vorangebcn; ubrigens haben einige Staatkn, Elsaß-Lotbrin en und die beiden Mecklxnburg, bereits Hausietsteuergeseße, wel € über das prkußische Weit bmaußgehxn. "
Ab?" Kirsch (Zentr.) hält eine Kommissionsberatbung nicbt fur erforder ich; durch dieselbe würde nur verhindert werden, daß die Vor- lage rechtzeitig fertig gestellt wird.,
Abg. von Eynern (nl,) pflichtet den Al_uNübrungen des Abg. Richter bei. Von der Reichge cvgebung wurden nur die großen Waarcnbäuser einen Vortheil aberi. Wexm die Kommijsions- beratbuna abgelehnt werde, so mü e eme audfubrliche Erörterung im Hause statjfinden, die boffentli n cht durcb Schlußanträge verhindert werde. Die Gewerbeordnungsö ovelle enthalte große Unklarheiten; dasselbe gelte auch von dem neuen Stempelsteuergesev. Deswegen müsse man vorfickpti sein.
Abg. Brös e ( ons.) hält die vorgetragenen Bedenken nicht für durchschlagend; denn die Detailreisenden seien nicht bloß auf die Be- steuungen der Privatleute angewiesen, sondern suchten wobl meist die Geschäfte auf. Redner verweist auf die Verhandlungen des Zentral- Vereins deutscher Kaufleute, der sich für die Gewerbeordnungs-Novelle ausgesprochen habe.
' Abg.'1)r. Kkaus e (111): “Visbér war es aügemeiner parlamen- tarischer Brauäl, wenn große Parteien eine Kommissionsberatbung wünschen, eine ol e stattfinden zu lassen. Ich möchte deshalb bitten, eine Kommission nzuseßen. „ Der Antrag auf Kommissionsberathung wird indessen ab- gelehnt.
(Schluß des Blattes.)
_ Dem Herrenbause ist der Entwurf eines Geseßes, betreffend die Hexan iebung der Fabriken u. s.w. mit Vorausleistungen 1111: den Wegebau in der Provinz Pommern, zugegangen.
_ Im Hause der Ab eordneien ist Von den Abgg. Or.dLangerhans und Geno sen folgender Antrag eingebracht wor en:
Das Haus der Abgeordneten wolle beschließen, nachstehenden: Gesa entwurf die Zustimmung zu ertbeilcn: ntwmf eines GeseZeS, betreffend die Verpflickptungen der bürgerlichen Gemeinden bezüglich der Bauten und Reparaturen von Kirchen-, Pfarr- und Küstergebäuden.
§ 1.
Die auf dem u1ärkischen Provinzialrecbt, insbesondere der Vifitations- und Konsistorial-Ordnun des Kurfürsten Johann Geor von 1573 (Mylius Band 1 * btbeilung 1 Seite 273) und der lecken-, Dorf- und Ackerordnung vom 16. Dezember 1702, beruhenden Verrftiäotungen der bürgerlichen kaeinden bezüglich der Bauten und Reparaturen von Kirchew, Pfarr- und Küster- ebäuden werden aufgehoben. Die bezüglichen, zur Zeit bestehenden
etpflichtunxen der bürgerlichen Gemeinden geben auf die Kirchen- gemcinden 1": er.
„ § 2. Dieses Geseß tritt am ....... in Kraft.
_ Bei der heute im 3.Breslauer Wahlbezirk ((Groß- Wartenberg, Namslau, Oels) vorgenommenen Wahl zum H aufe der Abgeo rdneten wurden inSgesammt 221 Stimmen abgegeben; davon erhielten Major von Willert zu Gießdorf (kauf.) 212 und Landrath Wiliert zu Namsmu (kons.) 6 Stimmen. Ersterer ist mithin gewählt.
*:.
Nr.49 der .Veröffentlichungen desKaiserlichenEesund- beitßamtö' vom 2. Dezember hat folgenden anzlt: Gesundheits- stand und Gang der Volkskrankheiten. _ Zeitweilige Maßregeln gegen Cholera 2c. _ DeSgl. gsgen Pest. _ DeSgl. gegxn Gelbfieber. _ GesundbeilLWe-sen in HaniburJ, 1894. _ Geseßgebung u. s.w. (Deutsches Reich.) Sublimaj asillen. _ (Preußen.) Hebammen-
rüfungen. _ (Provinz Sa sen.) Gebeimmittel. _ (Reg.-Bez.
assel.) Anlagen zur Verarbeitung Von Tbierbaaren. _ (Sachsen- Altenburg.) Viebseucben. _ (Hamburg.) Tuberkulose.-(Oesterreich,) Lleiscbwaffer. _ (Salzburg.) Todtenbeschaugebübrén. _ (Schweiz.)
uberkulöse Thieren _ (Großbritannien). Schweinefiebc'x. Schweine- märkte. _ (Hana der Thierseuckpen in Dänemark, 3. Vierteljahr. _ Rindetpest in Afrika. _ Zeitweilige Maßregeln gegen Tbierfeucben. (Preuß. Neg.-Bezirke Stade, Aachsn, Schnyeiz, Frankre'cb, Kapland). _Verbandlungen don geséßgebendkn Körperschaften. (Gro britannien.) Ladensch1uß. _ Vcrmischtes. (SchMi5.) Bericht“. der abrikinspek- toren, 1894/95. _ (Belgien.) Nabrungßmittelgeseß, 1893/94. _ (Dänemaik.) Vieberusic'. _ Wochentabelle über die Sterbefälle in deutscbkn Orten mit 40000 und mehr Einwohnern. _ 338491. in größeren Städten dss Auslandss. _ Erkrankungen in Kranken- häusern deutscher (Großstädts. _ Dchl. in deutschen Stadt- und Landbezirkxn. _ Witterung.
Nr. 33 des „Eisenbabn-Verordnungsblafts“, heraus- egeben im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, vom 1. Dezember, Zar folgenden Inhalt: Bekanntmachung des Reichskanzlers, betreffend Ratifikation der zusäßlichen Vereinbarungen zum Internationalen Uebereinkomtncn über den Eisenbahnfrachwerkebr seitens der Nieder- lande sowie Oesterreichs und Ungarns, vom 7. November 1896. _ Erlasse des Ministers der öffentlichen Arbeitcn: Vom 12. Nowember 1896, betreffend Aenderung dcr Mustersa ungen für Vaukrankenkaffen; vom 19. Novembkr 1896, betreffend ?Prüfung zum dautecbnischcn Eisenbabn-Sékretär; Vom 24. November_1896, bstreffend Kranken- vkrfichkrungsvfiicht der weiblich"n Bediensteten; Vom 24.910130mber 1896, betreffend Verleihung von Außzkichnungen für Rettung aus Gefahr. _ Nachrichten.
Statistik und Volkswirthschaft.
Zur Arbeiterbewegung.
Aus Hamburg wurde gestern untcr den nach Schluß der Re- daktion eingegangenen Depcsckysn gemeldot, daß die ausständiam afen- und anderen Arbeiter in Liner Versammlung beschlossen aben, das Schiedsgericht unter d€n gsstcÜth Bedingungen an- zunehmen und sich seinem Schiedsspruche zu unterwerfen. Die Versammlung des Arbeitgeberverbandes von Hamburg- Al'toxia, bestehend aus Delegirten der 12 Berufsverbände und Mitgliedern dsr gewerblichen und kaufmännischen Unternehmen, lehnte dagkgen, wie „W. T. B.“ meldet, die Einseyung eines Schiedßaerichts Li'nstimmiÉ ab. Der Verband der Arbeitgeber begründet in einern“ cbreiben an den Senator Hachmann die Ablehnung der Vermitteluiig des Schiedsgerichts. Die Arbeiter- fübrer hätten im Vertrauen auf die Unterstützuna fremder, insbesondere englischer Arbeiter den Ausstand provoziert. Aber die Arbeiterführer, die in so frivolcr Weise den Ausstand eschürt hätten, hätten sich in ihrer Hoffnung auf fremd? Zilfe getäußbt. Nirgends, am wenigsten in England, werde ihrem 5 eispiel gefolgt. Auf pekuniäre Unter- stützung sei nicht zu rechnen, und die Kaffcn der Union seien leer. Inzwischen gshe die Arbeit im Hafen, allerdings mit Störungen, weiter, und es zögen immer mehr fre_mde Arbeiter zu, welch? gern zu den bamburgisÖen Lobnsayen arbeiteten. Unter die1kn Umständen sei für die Arbeitgeber die Durch- führung des Kampfes unbedingt geboten, nicht nur um ihrer selbst willen, sondern auch im Jmcresse der Arbeiter und des sozialen riedens überhaupt. Ein fauler Friede würde in kurzer Zeit zu neuen ämpfen fiihren,das hätten vielfackke ErfahruuxZen bewiesen. Zu einer ZchiedSthlichen Vermittelung sei d e gegenwärt ge Lage nicht angetban, e ware vielleicht vor Ausbruch des Kampfes am Plage gewesen), Nachdem derselbe aber von den Arbeitern eröffnet sei und_ mit solcher Rücksichtslofigkeit geführt werde, müffe er durchßekampft werden. Zu einem schiedsamtlichen AUSgleich eigne sich u erbaupt nur ein Lobnstreit. Ein solcher liege aber hier nicht vor, wie der ganze Hergang zei e. Pier handele es sich um einen Machtstreit. Jeßt würde der Versu einer fchied5amtlichen Vermittelung nur zur Ver- längerung des Kampfes führen können, unter welchem ganz be- sonders die zum großen Theil verführten oder in ihrer freien Entschließunxz behinderten Arbeiter leiden würden. Aus diesen Gründen mußten die Arbeitgeber bedauern, auf die schiedöamt- liche Vermittelung nicht ein eben zu können, auch abgesehen davon, daß sie gegen die beab tigte Besequ des Schiedöamts mit einem Vertreter der Arbeit e er und vier ertretem der Arbeiter entschiedenen Widerspruch w rden erheben müffen. _ Wie der „BvT Ztg.“ berichtet wird, rief die Ablehnung des Schiedögerichts dur
die Rheder große Erbittexung bei den Ausständigcn hervor. _ Die Mittheilung des „Vonvarts“, daß die Hamburger Steinsetzer ibren AUSstand aufgehoben haben, war nicht zutreffend.
IU B„kkWM bat eine gestern Abend abgehaltene Versammlung der Ausstandigen, wie „W. T. B.“ meldet, den von der Lager- haus-Gesellschaft und der Lobnkommisfion vor dem EinigungSaMt des Gewerbeqericbts dereinbarten Einigungsvorschlag nach dem Bericht der Kommission einstimmi angenommen.
In Wiesbaden ha en, einer Mittheilung des .Vorwärtß" zu- folge, die Z_iizimerleute den Meistern mittbeilen laffen, daß fis vom n§chsten Frubxabr ab zebnstündige ArbeitSzeit und 40 „3 Mindestlohn fur 'die Stunde verlangen *und gesonnen sind, diese Forderungen nötbtaenfalls im Wege des Ausstandes durchzuseyten.
Jn Weißenfels ist nach demselben Bla e der Ausstand der wicker in der Schuhfabrik von Gebr. Schieck beendet, da die orderungen der Arbeiter zum größten Theil bewilligt worden sind. Vgl. Nr.'283 11.231.)
Hier in Berlin haben die Stricker der Strumpfwaaren- Fabrik von Nathan Guttfeld u. Comp. _ 16 an der Zahl _ die Arbeit wegen Lohnverkürzung niederaelegt.
Aus London meldet „W. T. B.“: Der Ausstand der Werftarbxiter der Firma Gray u. Co. in West-Hartlepool ist durch gutlichen Außgleich zwischen den Werftbesißern und der Arbeiterschaft beendigt.
Kunst und Wifienséyaft.
Am Kurfürstlichen SÖlosfe in Mainz sind, wie das ,Centxalb1011 der Bauverwaltung“ mittbeilt, Wiederberstellungs- arbxrten in Aus 1cht genommen, die vom Staate und der Stadt gemeinsam außgefü rt werden soÜen. Zur Uebeiwachmrg der Arbeiten wurde ein Ausscth gewählt, der aus folgenden Herren besteht: Obex-Baudireklor, rofessor Or. Durm in Karlsruhe, Geheimer Regiexunas-Rath, Profkffor J. Raschdorff in Berlin, Professor Gabriel Seid! in München, Geheimer Bauratb, Professor Dr. WaÜot in Dresden, Professor Hauberriffer in München; ferner aus Mainz: Obex-Bürgermeister 1)1'. Gaßner, Geheimer Bauratl) Kreyßig, Dom- Kaptfular ])1'. Fricdrich Schnkider, Archit-kt Opfermann, Archit€kt W. Usinger und Bauunternehmer F. I. Usinger.
Land- und Forstwirthsihaft.
Reisernte Italiens im Jahre 1896.
Amtlichen Scbäßungen zufolge stkÜt fich das diesjäbri eErgebniß der Reisern_1e in Italien auf 3 726 749 111 98 en 5993 671 im Vor- thr;.l;1111s die verschiedenen Regionen vcrtsxeilen sick) diese Zahlen, 11116 0 g :
LandWirtbschastliche Ernte 1896
Regionen
' Ernte [m Jabre1895 in 0/0 zur Ernte
111 von 1895
2 340 635 65 2 808 259 56 464 652 77 Ligmien ...... Emilien ......
345-766 ZZ '
Marken und Umbrien * i
1
1
1
i
1
!
, 111
1 530 810 1 578 862 358 443 219 081
13-362
ZUM ont ...... ombardei Venetien ......
Toskana ...... 8 285 113 Latium . . . . . _ _ Adriatiscbe Südregion _ Mittelländifche „ 780 80 Sizilien ...... 25 294 117 Sardinic'n _ _
Das ganze Königksich
_624 29 567
5 993 671 62 3 726 749.
Handel und Gewerbe.
Bei den Abrechnungsstellen der Reichsbank wurden im Monat November 1). J. 1 818 424300 34 ab crcchnct gegen 2074 328 000 34 im Oktober 1896, 1 773 868 400 34 im November 1895, 1 616 005 600 34 in 1894, 1506 688200 34 111€? 911893, 1 326973600 34 in 1892 und 1 418 035 300 34 in
Die Wochenübersicht der Reichsbank Vom 30. November 1896 weist bei einem gesammten Kassenbestande von 889125000 (1895 937 223 000) 34 der Vorwoche gegkvüber eine Abvabme don 14393 000 (1895 Abnahme 14514 000) 34; der Metaübestand 857 673 000 (1895 902 931 000) 34 allein bat fich um 11240000 (1895 um 16671000) 34 vermindert. Der Bestand an Wechseln yon 684 539 000 (1895 675 548 000) 34 hat sich um 20821000 (_1895 um 11000 000) 34 vermehrt, und der Bestand an Lombardforderunaen von 110 158 000 (1895 90 929 000) 34 ist um 9764 000 (1895 um 11309000) 34 angewachsen; auf diesen beidyn Anlagekonten zusammen ist also ein Zugang von 30 585000 (1895 von 22 309 000) 34 kimgetretkn. Auf passiver Seite erscheint der Betrag der umlaufenden Noten mit 1065 453000 (1895 1148 755 000) 34 um 12941000 (1895 um 31147000) 34 höher als in dkr Vorwvche; quch die sonstigen täglich fälligi-n Verbindlich- keiten (Girogutbaben) zeigkn mtt 50190000 (1895 448 680 000) 34 eine Zunahme um 4835000 (1895 Abnahme 22 046 000) 34
Tägliche Wagengestellung für Koble-t und Koks an der Ruhr und in Oberschlesien.
An der Ruhr smd am 2. d. M. gesteUt 13 308, nicht rechtzeitig gesxküt keine Wagen. , ' In Oberschlesien sind am 2. d. M. gesteüt 5555, nicht recht- zeitig gesteüt 519 Wagen.
Berlin, 1. Dezember. Marktpreise nacb Ermittelunqen des Königlichkn Polizei-Präsidiums. (Höchste und niedrigste Preise.) Per 100 kg für: Richtstrol) 4,82 34; 4,16 34. _ Heu 7,00 34; 4,00 34 _ Erbsen, gelbe, zum Kochen 41,00 34; 20,00 34. _ Speisebobnen, weiße 50,0034; 25,00 34. _Linken 60,0034; 25,0034. _Kartoffeln 6,0034; 400 34. _Rindfleiscb von der Keule 11xg 1,6034; 1 1034. - dito Bauchfleisch 1 113 1,20 34; 0,90 34. - Schweinef1eisch 1 1x 1,50 34; 1,0034. _ Kalbfleisch 1 kJ 1,60 34; 1,00 34. _ Hammel- fleisch 1 113 1,5034 0,9034. _ Butter 1 kg 2,80 ; 2,20 34. _ Eier 60 Stück 4,60 34; 2,4 34. _ Karpfen 1 g 2,4 '
_ Aale 1 kx 2,40 34; 1,20 . _ 2 _ Hechte 1 kg 1,60 34; ,
_ Schleie 1 kg 2.40 ;
_ Krebse 60 Stück 16,00 34;
Berlin 2. De ember. Marktpreise nacb (Ermittelizngen des Königlichen Polizei- räsidiums. ( öchfte und niedrigste Preise.) Per 100 kJ für: Richtstrob 4,6634; 4.00 34. _ Heu 7,20 34; 400 34. _ Erbsen, gelbe, zum Kochen 40,00 34" 20,00 34. _ Speiseßobnen, weiße 50,003; 25,00 34. - Linsen 60,0034; 25.0031. - Kartoffeln 6,0034; 4,0034. _ Rindfleisch von der Keule 1113 1,6034" 1,10 34. - dito Bauchf1eisch 1 kg 1,20 34; 0,90 .“. _ chweinef1ei 1,5034; 1,0034. _ Kalvflkiscb 1 kg 1,60 34; 1,00 34. fleisch 1 113 1,50 34; 0,9034. _ Butter 1 kg 2,80 34" Eier 60 Stück 5,2034; 2,4034. _ Kaipfen 1 kg 2,40 _ Aale 1 kJ 2,40 34; 1,2034. _ Zander 1 kg 2,40
)
_ Hechte1 kg 1,6034; _Sckoleie1k 240“ ' _ Krebse 60 Öück 16,
Verkehrs-Austalteu.
Bremen, 3. Dezember. (W.T. B.) Norddeutscher Lloyd. Der Schnelldamvfer ,Havel“ ist am 1. Dezember Mitiags von New - York nach der Weser abgegangen. Der Postdampfcr .Weimar' hat am 2. Dezember Ltzard pasfiert. Der Postdampfer .Bonn" ist am 1. Dezeuzber in Montevideo angekommen. Der Reichs- Postdayipfer „Friedrich der Große " hat am 2. Dezember Morgens die Reise von Genua nach Ne-ape fortgesetzt. Der Sebneüdampfer .Spree“ hat am 2. Dezember Morgens Dover passiert. Der Postdampfer .Salier“ hat am 2. Dezember Mittags die Reise von Antwerpen nach Corunna fortgesetzt. Der Reicbs-Postdampfer .Darmstadt' ist am 2. Dezember Nachmittags in Albany ange- kommen. Der Schnelldamvfer .Labn' ist am 2. Dezember Nach. mittags in Southampton angekommen und bat die Reise nach Bremen fortgesetzt; er überbringt 237 Paffaaiere und volle Ladung.
London, 2. Dezember. (WT, B.) Der Union-Dampser .Greek“ ist am Sonnabend auf der Auskeise von Southampton abgeFengen.
. otterdam, 2.Dezember. (W.T.B.) Holland-Amerika- Linie. Der Dampfer ,Spaarndam' ist heute Vormittag von Rotterdam abgegangen.
Belgrad, 2. Dezembér. (W. T. B.) Die durch die Ueber- scbwemmungkn vielfach gestörten Eisenbabn-, ost- und Fel?HÜTPZben-Verbindungen sind nunmebrvollsi ndig wieder erge e .
Theater und Musik.
Deutsches Theater.
Die erste Aufführung von Gerhart Hauptmann's “neuer Tbeaterdichtung .Die versunkene Glocke, ein deutsches Märchen- Drama in fünf Akten,“ gestaltete sich für den Verfasser äußerlich sebr
lücklich. Nach jedem Aufzuge rief ein wilder Beifallsjubel den
ichter unzählige Male vor die Gardine. Der verzauberte Grund im RiescZZebirge mit seinen neckischen Elementaraeistern und reizenden elbischen esen hatte es offenbar den Zuschauern angetban. Daß eine so entzückende (Eiscbeinung, wie Frau Sorina aus dem Rautendelein, einem elbischen Wysen, schuf, den kranken Glockengießer Heinrich, der mit feiner (Glocke zugleich in die Tikfe stürzt, bezaubert und ibn binauflockt zu ihren luftigen Vergksböhen, auf denen er den Reiz einer“*urwüchsigen Liebe genießen und die Kraft zu neuer Arbeit finden soll, ist in der That nicbt "verwundarlich. Doch dieser Flug in die märchenhaft wonnigen Spbgren bringt dem Glockengießer keine innexe Befriedigunzi. Durch die Erscheinung seiner beiden Kindlein im Mondlicht, die ihm ein Krüglein mit der Mutter Thränsn bringen, und durch den erst leiskr, dann mächtiger Fönc'nken Klang dsr Versunkenen Glocke, die seines todten Weibes Fin er tief im See in Schwingungen verse 1, wird web- mutbsvylle („rinnerung an sein Leben im Thale in i m wach und lähmt seine Tbatkraft. Er kann die Vergangenheit nicht vergessen und auch sein Sehnen in die Höhe und Weite ist nicht gestillt. Er fühlt sich fremd und heimisch zugleich in beiden Welten: in der niederen im Thale und in der höheren Welt der Ideale, und geht an diesem Zwiespalt zu Grunde; denn „er kann über seine Todten nicht fort“, so verkündet die gebeimnißvoüe Busckogroßmuner; darum Werden feine Sonnentempkl und seine Bergeßglvcken nie vollendet werden. In den Armen Rautendelein's, die sich zur Zeit seiner GewissmSangst dem Nickelmann, einem Waffergeist, vermählt hat, und aus dem Brunnengrund noch einmal heraufsieigt, stirbt der Glockengießer. Die Wirkung des Märckoen-Dramas ist in den verschiedenen Scknen ungleich. Die Waldscsnen im ersten und letzten Akt, die auf einer rein märchen- haften Stimmung ruhen, befißen manche hohen, dichterischen Momente, we'lcbe die Phantasie und das Auge des Zuschauers fesseln. Der Reiz weicht aber, sobald seine Gestalten, die Elementargeister und besonders die Mensckyen anfangen zu philosophieren und in symbolischer Rede den gebeimnißvyllen Drang ihres Innern ausseufzkn und ausjubeln wollen. Es wird viel von Sonnentempeln, von Sonnenkindern, welcbe fich nach ihrer Muttkr Sonne sehnen, in blühenden Worten und schwungyyllen Wyndungen gssprocben, aber der eigentliche Sinn der Red? ruht so tief verschleiert unter den leuchtenden Sym- bolen, daß nicht jedes Menschenkind zu ihm binabdringen kann; wenn aber das Verständniß für den Sinn klangvoller Worte fehlt, so kann auch der bkgeisiettste Vortrag deryclben nicht mehr entzücken. Die Wortbilder klingen übrigens ebenso wie die Gestalten und Geschehnisse d€r Dichtung fortwährend an alte Märchen an ; bald glaubt man Undine zu schaucn, bald Tannhäuser im Venusberg zu belauschen, und bald erschein! das Tbränenkrüalein bcrzbeWe'gend im Mondeslickpt. Nur bat dcr Dichter noch 11161 Myslisches und Symboliscbes nach seiner Er- findung zu diesen Märchenerinnerungen hinzu?;than. Der Dichter wiU sicher seiner Märcbc'ndichtung nur eine ' usleaung untergelegt haben, _ viellsicht: dss Künstlers Ringen um das Ideal; aber der Hörkr und Zuschauer wird manche Auslegung finden, die ebenso gut zutrkffen würde. Dkk Erfolg des Abends wurde durcb die Darstellung gesichert. Frau Sorma als Rautkndelein glitt als ein köstlichcs, zartes (Elfenwesen, voll berückender Anmut!) und Schelmerei im Waldesdunkel vom Brunnen- rand und übte ibren Zauber auf Menschen und Geister; mit Web und in rübrender Tmuer hielt sie den Kopf des Sterbenden, der nach den Sonnenglocken frast, im Schoß. Herr Kainz sprach seine schwierige Rolle: mit schwungdoüer Begeisterung. Herr Hermann Müller konnte fich mit prächtigem Humor sogar _in die Rolle eines Froschkönigs und Brunnengeistes finden und mi1chte sebr Crgöylich Menschen- und Thierlaute in seine Rede.
Neues Theater. „ '1'110 50001111 UrJ. Pangusrax“ das vieraktige Schau- spiel dcs bekannten englischem Bübnenschriktsteülrs Arjbur W. in ero, welchss im Mai des Vergangenen Jahres an gleicher tätte in deutscher Ueberseßung unter dem, Namen „„Die zweite Frau “' ohne besonderen Erfolg in Scene ging, erschten gestern als „118. 5000111111 1110 Ilia“ in italienischerVerkleidung unverdienter- maßen wikder auf dem Plane. So hoch man'auch' die Kunst der Frau Duse stellen mag, von der Eitelkeit, kme gute ' one in einem schlechten Stück spielen zu wollxn, ist sie demnach auch nicbt freizusprechen. Nur so'kann die Stilverwirrung zu stande gekommen sein, welche ein im Geiste französis er Unsitte'ndramen ges riebenes englisches Schauspiel in italienis Darstc-Uung hervorru en mußte. Weder die Zeit noch die neue Ueber- tragung, noch auch die Virtuosität der Frau Duse haben das Werk annehmbarer gemacht. Es handelt sicb darin um das bekannte Thema der Frau mit einer „Vergangenheit“; der Inhalt 111, wie seiner Zeit mitgetheilt wurde, fol endet: Paula, die_He1dm des Dramas, hat als junges leichtfinniges ädcben den Kapitan Henry Arkale kennen und lieben gelernt. Er aber 111211“?3 sie und ging nach Indien. Nach einem lockeren Leben wird aula dte zweite Frau des Aubrey Tanqueray, dessen Tochter erster Ehe, Ellen gleichzeiti aus dem Kloster in das Vaterbaus zurückkeßrt. Wabngßnnige EiTerfucht gegen das unschuldige Kind und maßlose anno?- wele uälen aula auf dem Landfiv Aubrey's, und als 13 en wider 1 ten W! en von einer älteren befreundeten Dame nach Paris entführt wird, ladet Mrs. Tanqueray eine frühere reundin ein, die „Lady“ Orreved geworden ist. Aber diese Gesek cbaft bebagt ib: nicht. Es kommt zu unangenehmen Auftritten, und mitten in diesen Zwiespalt hinein kebrt Ellen aus Paris zurück mit dem Geständniß, daß e enry Ardale liel-e. Das Unvermeidlicbe muß nun gedche en: aula erkennt in dem Kapitän ibren llüberen Geliebtek wieder, und Ellen muß erfahren, da sie diesen 11 e wiedersehen .
bergan en habe, und ewendet cbvoll Abs eu von ihr weg.
Wie ein Blix; durYuckt fie die bnunF daß Paula sich mitei lm
Augen lick tiefster elbstvera tung tödtet sich“ denn die zweite Mn. Tanqueray, und damit fchließt das Stück. Daß es der großen