1896 / 290 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 07 Dec 1896 18:00:01 GMT) scan diff

„_ dankbare tbränenreiäe Rolle der Christiane ab räuiein Ida Müker

» it kuaéper Umgebun der in der Aufgabe gscelb lie enden Gefahr,

.in übertriebene Sent mentalität zu zieratben. Die ekoration des

ten, im Warme Y.? Kirche spie enden Aktes hätte die Illusion nen

ame: unterstü . beate: Unter den Linden.

Seit Freitag wird Louis Rotb's OLerette .Der Lieutenant ur See“, deren Text E. Schluck un L. errmann ver aßt ben, neueinstudiert e eben und findet beim ubiikum wie fr ber vielen Beifall. Die u k ist reich an geiä ien Melodien und anmutbigen Tanzweisen' ie kompositorische Arbet kann zwar nicht * den Anspruch auf kräfti außgesprocbene Eigenart erheben; aber das Werk im Ganzen ifi d aus einem starken musikalischen Empfinden heraus geschrieben und erhebt sich in einzelnen Nummern weit über das DurchschnittSniveau der jüngsten Operetten- literatur. n den lyrischen Abschnitten wirkt die Musik durch die Melodienfü run anre end in den Tanzmotiven durcb eigenartigen Rhythmus vie1ach rezvoÜ. Was die Darstellunß anbetrifft, der wir vorgestern beiwobnten, so wurden die Hauptro in gut gesungen und gespielt. Herr Klein gab seine Rolle des jungen Ehemannes mit mor und brachte auch seine gesangliche Veranlagung er- eulicb zur Geltung. Die Herren Hanno “als Matrose Tom und Steiner als Marine- Offizier verdienten und erhielten für die Lösuyg ibrer esanglichen und darstelierischen Aufgaben Anerken- nung. err Well of stattete den Obersten der Heilöarmee mit seiner derben omik fehr belusti end aus. Von den Damen sind besonders bervorzubeben Fräulein ack, welche die artie der Wittwe Walter beifaUswürdig vortrug. und die Damen igl als Eva und Cornelli als Babette. _ Die Inscenierung war geschickt, die Ausstattung eschmackvou und glänzend; besonders in dem Maskenball des zweiten

ktes entrollte sich ein farbenprächtiges und lebensvolies Bild.

Im Königlichen Schauspielhause werden morgen Blumen- tbal's Lustspiele „Abu Seid“ und .Das zweite Gesicht" gegeben. Die BeseYun des ersteren Stücks ist folgende: Abu Seid: Herr Klein“ J raßim: Herr Vollmer; Fatma: Frau von Hochenburger; Juffuf: Herr Purschian; Achmed: Herr Heine. Das zweite Lustspiel ist, wie folgt, besetzt: Graf Von Men ers: Herr Klein; Kitty: Räu- lein Haußner' Gräfin Charlotte: räulein Lindner; Justiz- atb Drontbeim: err Molenar; Max Koberftein: Herr Blencke; Hans von Malti : Herr Herßer; Hermann Caspari: Herr Oberländer; Nöldicke: err Eichholz. '

In dem am 14. d. M. stattfindenden 7. Philharmonischen Konzert unter Arthur Nickisch's Leitung werden, wie schon ge- meldet, SÖumann's Musik zu .Manfred' bon Byron und Beethoven's 1T. Symphonie zur Aufführun? gelangen. Als Solisten haben ihre Mit- wirkung zugesagt: ])r. Ludw g Wüllner (.Manfred'), Frau Lucy Lindner-Orban (.Astarte' und ,Alpenfee'), Herr Woldemar Runge (.Erzäbler', „Abt“ 2c.), ferner Frau Amélie Gmür-Harloff (Sopran), Frau Louise Geller (Alt), Herr Carl Diericb (Tenor) und Herr Anton Sisiermans (Baß). Drn Chorvart übernimmt der Phil- harmonisÖe Chor (Dirigent: Siegfried Ochs).

Am Mittw wird im Konzerthause Herr Gustav Lazarus das Vorspiel soive die BaUet- und ZwisckpenaktSmusik aus seiner bOxoer .Mandanika“ und andere seiner Orchesterwerke zur Aufführung r ngen.

In der Marienkirche wird am nächsten Mittwoch, Mittags 12 Uhr, Herr Bernhard Irrgang, Organist an der Heilig-Krcuzkirche, Dienel's .WeibnachtS-Sonate' spielen. Fräulein Clara Huck und Herr Kammermusiker Plaß (Posaune) werden mitwirken. Der Einlaß ist unentgeltlich.

Jagd.

Morgen, DienstaZé findet Köni liche P arforce-Jagd statt. Stelldichein: ] /4 Uhr Jagdscßloß Grunewald, 11/4 Uhr am Saugarten.

Mannigfaltiges.

Der Magistrat hat den Vorschlägkn der städtischen Schul- deputation, die technischen Lehrerinnen nach und nach mit Pensions-

berechtigung bei 24 wöchentli§en Lebrftunden anzustellen, eine Zu- stimmung ertbeilt. _ ,Die auratbsstelle- für den auss eidenden Geheimen Bauratb DMobrecbt ift nunmehr mit einer Ge alts- umme von jährlich 12 .“ auSges rieben. Die Meldungen ben is spätestens den 15. Januar zu erfo gen.

Zn der Sitzunß des Vereins für deutsches Kunstgewerbe am itWocb. den .d. M. (im großen Saale des ArchitektenbauI'es), wird der Reichskommi ar Herr Gebe mer Regierungs-Ratb Dr. Ri bter einen Vortrag halten ber ,Die Weltaussteüun in atis 1900 und ihre Organisation“. .Der Zutritt ist nur den itg edern gestattet.

Die leßte Slang der „Deutschen Gesellschaft von Freunden der Z otograpbie', welche wieder in der Aula der

riegs-Akademie tattfand, gestaltete sich durch die Vorfübrung des Kinematograp en seitens des Herrn Fuhrmann zu einer besonders interessanten. Den Hauptwertb le te jedoch die Gesellschaft nicht auf die Vorführung dieser „lebenden P otMraphien', sondern, ihrem Zweck enisprechend, auf eine Erklärung des echanißmus und der Wirksam- kext des Apparats. Herr Direktor Schulß-Hencke, der diese Erklärung übernommen hatte, führte etwa Folgendes aus: Schon Vor Jahren erläuterte Redner in einer Sitzung der GeseUsÖaft Edison's Kinetofkop, und wenn er damals die Verwirklichung der Idee von Edison, die Bilder des Kinetoskops in Lebenögröße auf eine Wand zu werfen, als in ferner Zukunft liegend betrachten mußte, so ist dieselbe heute durch die Thatsachen überholt worden. An der Hand von Modellen suchte Redner nun die Konstruktion des Apparats zu erklären indem er darauf hinwies daß die Wirkung desselben auf der Eigenschaft des Auges beruht, LiciZteindrücke eine gewiffe Zeit festzuhalten was man am besten an dem Kinderspiel erkennen könne wobei eine an einem Faden be- festigte [übrndeKohle im Kreiseberumgeichwungenwird und tropdemdie Kohle n jedem Augenblick nur an einem bestimmten Punkt sein könne, man doch einen geschlossenen gliZenden Kreis vor sich sehe. Es komme also bei der Reproduktion von ewegungen darauf an, auf dieselbe Sterile in schneller Reihenfolge die einzexnen Momentaufnahmen zu werfen, sodaß das Au 8, wenn es schon die folgenden Bilder mit Ver- änderter Stellung der liedmaßen,z. B. bei einer sich bewegenden Person, sieht, noch die vorher gesehenen Bilder festhält und auf diese Weise der Eindruck der stetigen, in einander übergehenden Bewegung erzeugt wird. Diese Aufgabe hat Edison dadurch gelöst, daß er in der Sekunde 45 Aufnahmen macht, sodaß für jede Aufnahme 1/45 Sekunde übrig bleibt. Aber diese 1/45 Sekunde kann nicht vollständig zur Aufnahme verwertbet werden; denn in diese Zeit ist zweierlei mit einbegriffen: erstens die Aufnahmezeit, während welcher die Platte in Ruhe sein muß, und zweitens die Zeit, die dazu nötbig ist, um eine neue Platte an die SteUe der vorhergehenden zu führen. Für ersteren Fall hat Edison 1/10 der 1R5 Sekunde reserviert und für den Ersaß der Platte 1/10 dieser Zeit, od_aß also die Bewegung in 1/4:50 Sekunde ausgeführt Werden muß. Die1e Aufgabe mechanisch zu lösen, schien beinahe un- möglich; denn man konnte nicht voraussetzen, daß die Bildschicht, wenn sie c'twa eine so schnelle Bewegung in 1/450 Sekunde außgeführt hat, im nachsten Augenblicke während der übrigen 4/10 der 1/45 Sekunde in Ruhe verharren würde; doch hat Edison, wie Redner an den von ihm gefertigten Modellen zeigt, diese Aufgabe in ebenso genialer wie außerordentlich einfacher Weise gelöst. Aber noch eine Schwierigkeit war zu überwinden. Während die Bilder sich in der schnellen Bewegung austauschen, mußte der Momeniverichluß geschlossen werden, damit man das sil) bewegende Bild während des Austausches nicht sehe; auch hierfür bat Edison einen Momeniverschluß konstruiert, wie er einfacher nicht gedacht werden kann, indem er einen Zylinder mit zwei geaenüberliegenden Schlitzen vor dem Objektiv rotieren läT-rt und auf diese Weise dem Licht nur ruckMise den Durchgang gestattet. Zum Schluß ibeilte Redner mit, daß es, glaubhaften Rach- ricbten zufolge, Edison gelungen sein sol], einen Kinemawgrapben mit drm Phonograpben zu Verbinden, sodaß man nicht allein die Be- wkgungen sehen, sondern auch das durch dieselben verursachte Geräusch hören könne.

Dem Verlinkt Zoologischen Garten hat Herr Konsul und Plantagenbesißer Dorenberg in Leipzig einen Ozelot aus Mexiko zum Geschenk gemacht. Es ist dem jeyi en Direktor des Gartens, Herrn 131: Heck, somit gelungen, zum er ten Male eine direkte Verbindung

mit dem tropi cken Nord-Amerika zu erlangen, woher son der . bandel fast ni ts bringt. Die Ozelots sind geLeckteKavek, NYM stärker als eine Haußkaße und ungef hr von derselben Größe wie der afrikanische Serval und die indische Tüpfelka e.

e nun der Servus in Afrika je nach den faunisiis n Gebieten, welche man unterscheidet, verschieden aussieht und wie man den Senegal-Serval von dem durch Matschie na ' Exemplaren des hiesigen Museums beschriebenen Togo-Seer und dem ostafrikanischen Serval schon auf den ersten Blick unter. s eiden kann, so la en sich auch mehrere Formen des ame. ri aniscben Ozelots er ennen. Der in ikaniscbe Ozelot bat läng- liche, in Streifen zusammenfließende 5 inden und wurde als Lou,; oabsuaba beschrieben. Jiri Amazonas-Gebiet ist der Ozelot sebr groß und kräfjiq; dort lebt die als 176118 aräaijs bekannte cForm. Jm Paranägebiet begegnen wir einer zierli en, spärlich gefle ten orm, der sogenannten sanften Kaye, KSUI mjbjs, die ihren Namen se r mit Unrecht trägt, da sie, wie alle Ozelots, so lange sie sich einer guten Gesundheit erfreut, keineswegs sebr zahm ist.

Allenstein, 5. Dezember. Amilich wird bekannt gemacht: Am 4. d. M., Abends gegen 8 Uhr, ist ein Fahrwerk auf dem Chaussee- uberwege zwischen Gatten und Johannisburg vom Zuge 828 iiber- fa_hren worden. Der Wagenfübrer ist getödtet, das Fubrwerk zer- trummert. Beschädigungen am Zuge sind nicht vorgekommen. Die Untersuchung ist eingeleitet.

Bo (bum , 6. Dezember. Auf Zeche . Constanti n “, Schacht 2, wurde gestern durch einen Sprengschuß ein B e rg m a n n ge t 5 d 1 et; zwei andere wurden schwer verwundet.

Brü , 6. Dezenxber. . In der leßten Nacht erfolgte, wie „W. T. .“ berichtet, tm EinbruchSJebiet der Katastrophe vom Sep- te'mber d. I. eine neuersiche Erdsenkung; der Vorgang war bis 3 Uhr Mor ens bemerkbar und ließ an mehreren Häusern Riffe und andere Me_ male zurück. Die Senkung dürfte mit Vobrlocharbeiten zusammenhangen. Jm Annabilfsschacbte haben kcinerlei Veränderun en stattgefunden. Der Betrieb der Aussig-Teplißer Bahn hat ke ne Störung erfahren.

London, 6. Dezerxiber. Der Vize-König von Indien bat, dcm „W. T. B.“ zufolge, hierher berichtet, daß in vielen Theilen Indiens weitere Regenfälle vorgekommen smd, daß die Kornpreise fallen uriddfür Verschiedene Bezirke Hungerßn otb nicht mehr befürchtet wir .

Paris, 6. Dezember. Durch einen heftigen Sturm ist das Feuer des Leuchttburms auf der Ile de Sein (Departement Finisidre) außgelbscbt worden. Eine schwarze Fahne rvebi auf dem Lxuchttburm. Das Verlöschen des Fruers ist eine große Gefahr für die Schiffahrt. Infolge)“; hoben Wellengangrs können Boote sich dem Leuchttburm nicht nabern.

Brest, 5. Dezember. Bei Gelegenheit der Feier des St. Barbarafestes _ est der Artilleristen _ durchzogen beute, einem Bericht des „W. T. 5 .“ zufolge, Unteroffiziere und Soldaten die Straßen mit ge'zogenem Säbel, bedrohten die Vorübergehenden, löschten GaHlaternen aus, drangen in kine Singspielbaüe und zerschlagen. diex Tische. Eine andere Gruppe warf Steine Saen dle Kasernen und beleidigte einen wachtbabenden

ffizier. Als die Polizei einschritt, leisteten die Soldaten den Polizistezi Widerstand und bedrohten sir mit dem Tode; auch den militäritchen Patrouillen wurde Widerstand entgegengese t. Ein Sergeant, der eine Patrouille führte, wurde durch einen äbelbieb am Kopfe verwundet, ein Polizeibeamter schwer verleßt. Infolge deffen sind mehrere Verhaftungen vorgenommen worden.

Rom, 6. Dezember. An den Küsten der Inseln Elba und Sardinien wütbet rin heftiger Sturm; die Schiffe suchen die i1ächsten Häfen auf. Man befürchtet, “raf; Unglücksfälle Vor- gekommcn sind.

(Fortseßung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)

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vom 7. Dezember,

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Stationen. Wind. Wetter.

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red. in Millim. Temperatur

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SÖiller. Opernhaus.

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Belmullet. . NNW Aberdeen . . 740 O bedeckt Cbrisiianfund 748 SO wolkig

3 wolkig 3 Kopenhagen . 743 ZSO Zbedeckt 2 1 11

Stockholm . 756 kbedeckt Haparanda . 764 SO bedeckt St. Petersbg. 771 SO wolkenlos MoSkau. . . 774 iti bedeckt

Coerueens-

town . . . 750 MW Cherbourg . 764 W elde“: . . . . 739 SO ylt . . . . 741 mburg . 740 winemünde 742

(Wotan) ;

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beiter bedeckt halb bed. bedeckt brdeckt bedeckt

Fremden-Loge

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Uebersicht der Witterung.

Eine umfangreiche Depression liegt über Weft- Europa, die tiefsten Barometersiände über der Nordsee'« aufweisend, während der Luftdruck über Nordost-Europa am höchsten ist. Bei schwacher, meist südlicher bis östlicher Luftströmung ist das Wetter in Deutschland, wo vielfach Niederschläge gefallen End, trübe und wärmer, erheblich in den östlichen ebietstbeilen. Mittel- und Süddeutschland, zum tbeil aucb Norddeutschland, nd frostfrei.

Deut ebe Seewarte.

„_ Theater. '

Will]? Bthausmele. Dienstag: Opern- burg. baus. Keine Vorstellung. Schauspielhaus. 277. Vorstellung. Abu Seid. Lustspiel in 1 AufzuB von Odear Blumenthal, Scene geseßt vom ber-Re?iffeur Ma Grube. _ Das zweite Gesicht. Lust piel in 3

bedrckt bedeckt wolkenlos

Regen bedeckt

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Anfang 7T Uhr.

der Liebe.

Straß. AnfanÖ Mittwoch:

als Gast.)

der Liebe.

71T Ubr.

ufzügen

von OScarBlumrnibal. In Scene geseßt vom Ober- Morgens. NFZsjeur Max (Grube.. Anfang 7.1 Ubr. tttwoch: Opernhaus.

1. Abend: Richard Wagner.

Sckoauspielbaus. frau von Orleans. Eine romantiche Tragödie in ] Vorspiel und 5 Aufzügen von AnfanYW Uhr" Bb fsts il D 11 dem ünene pe er Ring des Nibelungen“ von Richard Wagner Anfang 7i Ubr. wirken nachsiebcnde auswärtige Künstler mit: Frau Ellen Gulbranson (Brünnbilde); Heink Erda); «Herr Wilhelm Grüning (Siegfried); Herr €inrich Vogl (Loge); Herr Karl P

Hermann Bachmann (Donner). _ Das Ab ment ist für diese Tage an gehoben. Der Villet- verkauf findet täglich am Opernhauses von 9 bis 10 und 12z bis 1 Uhr statt. Die Preise zu Zeder keiner)Vorstellung sind fol ende:

4.44 Orchester-Loqe 24 „ii Erster ang, Balkon und Loge 18 „Fi 18 „FH; Reihe 11_16 15 „M; Reihe 17» 20

Berliner Theater. Dienstag: Renaissance.

Mittwoch: Kaiser Heinrich. Donnerstag: Renaissance.

Messing - Theater. Male: Das Oelkrügleiu. von Gustav Sarasin. _ Zum ersten Male: Jenseits Schwank in 3 Aufzügen von Rudolf 7? Uhr. ie goldne Eva.

Donnerstag: Das Oelkrüglein. _ Jenseits Goldene Herzen,

Kendenz-Theater. Direktion: Sigmund Lauten- Dienstag: Schwank in 3 Akten von Alexandre Bison und André Sylvane. Deutsch von Franz Hofer. Anfang stattun WM mit Gesang und Tanz in 6

. annstädt und Julius Freund. Musik Mittwoch: Bocksprüuge. von Julius Einöddbofer. Anfang 71“ Uhr. von Paul Hirschberger und C. Kraaß. _ Vorher:

Otto Erich Hartleben.

Neues Theater. Dirrktion: Sigmund Laufenburg.

Der Ring des Nibe- Das Rheingold. Von Anfang 8 Uhr.

278,Vorste[1ung. Die Jung-

riedrich Von berger und

Komödie in 1 Akt von Otto

Frau Ernestine Duse.

erron Unter dem

onne-

ageskaffenscbalter des “l'eaoum.

Parquet Reibe 1-10

„Reservesaß Nr. 5. 6, 7, 8'- Donnerstag: Gräfin Lea.

Dienstag : Anfang 7 & Ubr. (Teja.

Die der-

Direkiion: Julius Frééscbe. Fritzchen.

Lieutenant zur See. einer älteren Idee) von E.

Dienstag : Zum ersten

Lustspiel in 1 Aufzug

Luard Selby. _ Darauf:

Gebildete Menschen. Viktor Léon. Anka

(Georg Engels Zwei Schwiegersöhue!

C. Karlweis.

Zentral - Theater. Alte

Versthwuuden. (])jgpaw.) Direktion: Richard Schulß.

von

Schmmk in 3 Akten Mittwoch: Eine wilde Sache.

Die fittlickxe Forderung. Komödie in 1 Akt von

SÖiffbauerdamm 4a. /5. Dienstag: Bock- spriiuge. Schwank in 3 Akten von Pau! Hirsch-

C. Krauß» mit Benutzung einer fran- zösischen Idee. _ Vor er: Die sittliche Forderung. Erich Hartleben.

Mittwoch: Abschieds-Vorstelluug von Eleonora 1.8 Signora claus Lamelle. Peer Donnersta :* Wohlthätigkeits - Vorstellung. [[erböchiten Protektorat Ihrer Majestät

. - . _ der Kaiserin und Köni in Friedrich zum Besten der Herr Ffw Friedrichs (Alberich) ' Herr Hinterbliebenen der au? dem ,Iltis“ Verunglückten.

§chiller-Theater. Dienstqg, Abends 8 Uhr: Mittwoch, Abends 8 Uhr: Der Bureaiikrat.

Theater des Westens. Kantstraße 12. (Wahn- weiter Rang, Balkon und Loge 10 ck hof Zoologischer Garten.) ang Bayou und Loge 6.44 Vierter Rang Sißplaß 3 «FH; Stehplatz 2 .,;- Die Billets tragen die Bezeichnung Dienst- und Freipläße haben keine Güitigkeit.

Deutsches Theater. funkeue Glocke.

Mittwoch: Ulorlturs. Das Ewig-Mäuulickje.)

Donnerstag: Die versunkene Glocke.

Dienstag: Zivistheu Himmel nud Erde. Anfang 71 Uhr. Mittwoch: Zwisckzen Himmel und Erde.

Theater Unter denMndeu. Bebrenstr. 55/57. Dienstq: Der verette in 3 A ten nach Schlack und L. err- mann. Musik von Louis Roib. Regie: HerrHanno. ,?)iräaént: Herr Kapellmeister Kordlanyi. Anfang

Mittwoch: Der Lieutenant zur See.

Thalm-leeater (vorm Adolph Ernst-Tbeater)- Dresdenerstraße 72/73. Direktion: W. Hasemann. Diensta : Das Wetterhäuscheu. no.) usikaliscbes Genrebild von Adrian Roß. Deutsch von Hermann Hirschel. Musik von Bertram Zum leßten Male: Zeitbild in 3 Akten von

n 711 Uhr. Mittwoch: Das ZSetterhäuseheu. _ Darauf:

Freitag, den 11. De ember: Zum er ten Male: cbwank in 4 kten von

Jakobstraße Diensta : Thomas a. E. Eine wilde Sache. ro e Aus-

Konzerte.

Img-Mademte. Dienstag, Anfang 8 Uhr; Konzert des Vokal-Quartetts Emmi Lampe, Clara Leithold, Sophie Braun. Mar ar. Krause. unter gütiger Mitwirkung des Herrn ro- feffors Waldemar Meyer (Biol.).

Konzerthaus. Dienstag: Oudrrturen

Karl Meyder - Konzert.

.Oberon' bon Weber, „Teil“ von Rossini. „Frühlingsjubcl' von Wagner. Gynt-Suite Nr. 1 von Grieg. Walzer .Minnen und Werben“ bon Bion. Phantasie „ba Rravjuba“ von Verdi. „]J'anaiZjS (16 balidb“ Zit Violinr von Beriot (Herr Scbmidt-Reinrcke). . n der Weser“ für Cornrt-Tz-Piston von Preffel (Herr Werner).

Baal MaWin. Dienstag, Anfang 71 Uhr: 111. Abonnements- Konzert des Böhmischen Streich-Qnartetts.

Familien - Nachrichten. "'

V e r e h e l i ck t : Hr. Rrgierungs-Affesior Friedrich Frhr. von Falkenhausen mit Frl. Marte Charlotte von der Marwiß (Schloß LieberoseZN_ Hr. Lieut. z, S. Marks mit rl. Harriet ori (Berlin). _ Hr. Pastor Bot o Klaehre mit Fr . Lilii von Ortkn'oerg (SalzwedelF. '

Geboren: Ein So n: Hrn. Pastor Wilhelm Meinhold (Baumgarten b. Rackttt i. Pomm.). _ Eine Tochter: Hrn. Amtßrichter Kramer (Veuiben O.-S.). _

Gestorben: Mathilde Grafin von Schlippenbacb, eb. von Goldbeck (Arendsee). _ Fr. Agathe von Bülow, eb. von Wedel, verw. Freifr. von Vietinghos? (Hrffelde). _ Hr. Arthur von Usedom (Köni sberg). _ Verw. Fr. Regierungs- und Lands afts-Geometer Marie Queisser geb. von Neß (Strehlen). _ Hr. Kanzlei-Ratb Ferdinand Blaescke (Berlin). _ r. Amwricbter Hermann Westram Arco, Südt rol). _ Fr. Geheime Regierungs- atb Hedwig Wittmack geb. Schmeiser (Berlin). _ Fr. Geheime Iusiiz-Ratb Clara Bu enius, geb. Haendler (Leipzig). _ Fr. Kom- mis ons-Ratb Johanna Un er (Erfurt). _ Hr- Vize-Konsul a. D. Achilleß Fuerstenberg (Berlin).

(Wsabbsr or

Verantwortlicher Rcdaktrur: Siemenroth 30, in B e r [in.

Emil Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin.

Druck der Norddeutschen Bu druckerei und VerlaJS- Anstalt Berlin ZW., Wi elmstraße Nr. 32.

Acht Beilagen (einschließlich Börsen-Beilage).

ildern

Erste Beilage

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

M 290.

Deutscher Reichstag,

141. Sißung vom 5. Dezember 1896, 1 Uhr.

Auf der Tagesordnung stLhM KornmissiongrriMc iiber Petitionen. _

Ueber den Anfang der Stßung wurde am Sonnabend eri tet.

b ck)Dic Petition des Deutschen Fleischerverbandes, brtreffrnd Abänderung des § 367 Ziffer 7 des Strafgrsrßbuch, „mird dcn verbündetcn Regierungen zur Kenninißnahme iibcrwresen.

Ueber die Petition von Namn) vom Hof zu Hombreffen, betreffend Verbrffcrung und Verschärferung der §§ 223 und 232 des Strafgeschuckw sowie um noch anderweitigen „_grseß- lichen Schutz für Ehrfrauexr gcgen rohr, lasterhafte Ehrmanner, wird zur Tagesordnung iibergegangcn.

Die Petition dcr Verrinigten Fabrikanten von mechanischen Musikwerken we'gcn Abänderung der Berner Uebereinkunft, betr. die Bildung eines internationalen Verbanch zum Schutze von Wcrken der Litrratur und Kunst, wird dem R9ichskanzler als Material überwicsrn.

Ueber die Petition der Vorstandschaft des deutschen Trichinen: und Fleischbcschaucrbundes, betreffend Regelung, der Fleischbeschau in Deutschland, wird zur Tagesordnung uber- c UU_ M. . , . g g Bie Petition, betreffend Erlaß LMLS Verbots der Virn- fektion, überwcift drrNrichstag den'. Reichskanzler als Material für eine künftige Revision des StrgfgesYbuchE.

Hoffmann's Stärkefabrikcn pcttttomcrrn um HerabicYung odcr gänzliche Aufhrbung des 801173 auf den ZM; Starkr- fabrikation vrrwrndctcn Reis. Das Haus gibt uber die Petition zur Tachordmmg iibcr.

Hinsichtlich der Petition dcr Gewrrdrkamincr zii Hanau wird bcschloffcn, über daS Prtitum dcs Beitritts drs Deuiscben Nrichs zu der Union ziim Schuß? drs qrwcrbitchrn Eigen: thums zur Tachdrdming überzugehrn, TUV Bitte dagegen, dahin zu wirken, das“ der dcutfchrn cbcmi1chcn Industrie der Schuß ihrrr Erfindungen auck)_1_n dcn NWDR landrw und der Schweiz gesichert wrrdr, dcchrchkanzlcr zur Brrr:ck]1chttg1mg zu überweisen.

Ueber die Petition drs Senators Ochchkt uiid (Hrnoffcn aus Tönninqen, bcircffrnd dic (GewährUngrines Iicichszrxychusscs zur (Hrradrlcgimg dcr Eider von RendIbnrg diszur Mimdung, wird zur Tagec-drdnunq iibrrgrgangcn.

Die Petition dcr Ticfbaiigenoffrnsckwft wcricri Rcvmon des Baunnfallgcseßrs iibcrweist das Haus dcm'Rrickwkanzlcr als Material, ebenso die Petition dcs desiandes des deutschen Thicrschußvrreins um Erlaß cines Verbots des Maßen- iranSports lebender Wachteln durcb Britischland, _ '

Die auf Einfiihrimg drs BcfciizrgUngsnachweisch im Vaugcwcrbe grrichtsirn Petitionen wrrdcn, entgegdn cmcm Antragc Fischbrck auf Uebergang zur Tachordriiing„ dcm Reichskanz er als Matcrial fiir die (Hrscßqrbung _iiberwwsrn; Über eine diesrr Petitidnrn, wrlche auch die Cmfnhrung drs Paßzwan cs fordert, wird ziir Tagesordnung ubergangcn.

Die ?Zetition des Magistrats zu Tondcrir, bctrcffendden Neubau eines Postdienstgcbäudrs daselbst, Wird dem Reich.:- kanzler zur Ketmtnißnnhme überwiesen, '

Mündlichcn Bericht crstatict dcr Abg. Graf von O'rid'la nl.) Über zahlreiche, die Acndrrung .der, Militar- Yensionsgeseßc betreffende POUUOULW dlL wirdcrum dic

cwäbrung cines Ehrcnsoldcs fiir dir Zirrrgsthriliicbmcr, die Aufbesserung dcr Pensionen, Erböbung dcr Vcrstmrimelurigs- uiagen, Entschädigung fiir dauernde oder zcrtwcrsr NICHT- ?oemixzung des Zit)iiocrsorgunasschcms, Bélasiung der Militar- pension für die Neichs-, Staat“; imd Komnmnalbeamicn U. s. w. betrcffcn. Diese Petitionen sollen drm Reichs- kanzler als Material überwiesen werdcn. Ueber eine Rrihe anderer Petitionen wegen Penfionscrhohung sdll zur TageSordnung iibcrchangrn wcrden. Außcrdcm schlagt die Kommission die Innahmc eincr Rcsolation vor: „Den Reichskanzler zu ersuchen, cine nacb dcn einzrinrn Bundes- staaten geordnrte statistische Zusamme'nsteiiung zu vcranlaßrn, aus der ersichtlich ist: :x. die Zahl drr Kriegstbetlnrbmrr, ivrichc fick) als gänzlich erwerbsunfähig und unierstülsuragsbcdurstig zu der durch das Geseß vom 22. Mai 1895 befchos1eren Beibtlfe gemeldet haben, b. die Zahl derjenigrn Krirgstbeilnebmrr, welche 13on drr Behörde als gänzlich Erwerbruniäbig und unterstziyungßbcdurfng anerkannt worden sind, 0. die Zahl dcrjrnigen Kriegsthetlnrbmsr, wch-lche die Beihilfe erhalten haben, und diese 'Zusammrnsiellung baldmöglichst zur Kenntniß des Rrichtaacs zu brinkgcnk Genrrai-Major von Viebabn: Dir Milliarderwaltung ist anz einberstanden mit der Kommission im Punkte des Wohlwoliens ür unsere Invalidrn; sie hat fich aber an die bestebrnden Grséße und im Rahmen der vorhandenen Mittel zu halten. Sie kann u'. a. nicht anerkennen, daß die Verstümmelungszulage fiir die Jiibäliden Yi glrokist, Eriksxndene dHärten und Ungleichheiten sollen nach * 5 i eitause i en wrren. _ ,

8Abg. GrafngnOriola weist aufdie überschüssi rn Vrstande tm Nricbs-Jnvalidenfonds bin, Welche für diese Zwr e zu vcrwenden wären. Die Kriegstbeilncbmer hätten eirxrn gerechter Anspruch darauf. Die 4prozentigcn Papiere des Fonds wären zu diesem Zwecke von der Kondersion aUSzuschiirßen.

Staatssekretär des Reichs - Schaßamts ])r. Graf von Posadowsky-Wehner: .

Meine Herren! Der Herr Referent bat die vorliegende Brite und eine große Anzahl von sonstigen Wünschrn ehemaliger Kriegs- tbeilnebmer und ebémaliger Angrbörigen des Heeres befürwortet. Ich muß anneHMen, daß die Kommission bei ihrer Befürwortung von der Ansicht ausgegangen ist, daß der Reicbs-JnValidenfonds zur Be- frksdigung dieses Bedürfnisses noch größere Fonds bestße, als er that- sächlich aufweist. Wir hatten im Reicbs-Invalidenfonds vor Erlaß des GSießrs vom 22. Mai vorigen Jahres noch einen Kapitalbestand von 83 Miaionen, der nicht lxypotbeziert war mit Verpflichiungen gegenüber den Kriegstbeilnehmern. Das Gesetz vom 22. Mai v. I. hüt aber seine Bewilligung auf die Zinsen dieses Resikapitais_an- gewiesen, soWLit sie reichen. Dieses Restkapital bringt gegenwartig Ungkfäbr noch 3 Millionen Zinsen. Die Bewilligungen aus dem Geseßvom 22- Mai 1). J. betragen zur Zeit jährlich 2600 000 „M Hieraus sylßk, daß der Invaiidenfonds noch für Bewilligungen in Hökbe von 400000 „za die erforderlichen Mittel bieten würde. Die verbundeten

Berlin, Montag, den 7. Dezember

Regierungen sind aber allerdings auch der Ansicht, daß man diese 400 000 „jk: bis auf weiteres reservieren müsse, Weil die Zwecke, zu denen das Gesrß Vom 22. Mai v. J. ergangen ist", nämlich hilfsbedürftigkn, nicbt anerkannten Kriegstheilnehmern ihr Lebensloos zu erlrichiern, natürlich immer dringender wdrden, je älter die Leute wsrdrn, und deshalb scheint es recht und billig, diese verbäittiißmäßig kleine Restsumme zu Gunsten jenrr Katrgorie der nichtanrrkannten Militärinbalidext zu reservirren. Im übrigen kann ich sagrn, die verbündeten Regierungen haber das gutö Gewisirn, daß fir, namentlich in den leßten Jahren noch in chritertem und reichlichem Maße, dafür gesorgt haben, das Loos der Kriegsinvalidcn zu bkrbessrrn. Dem Wunsche des Herrn Referrnten, in dem Konyartierungsgeseß eine AuSnahme zu Guristsn der Wertbpapiere zu machen, die im Tresor des Reichs-Jnvalidenfonds sich brfinden, glaubr ich, wird man nicht Entgegenkommen könnrn; denn die Anleihe- titrl im Reichs- mealidenfonds, dic zum tbril aus prsußischen Staatspapieren, zum Theil aus Reichöanleibrn, zum tbeil auch aus Kommunalanleiben bestehen, sind eben Inhaberpapiere, und man kann nicht zu Gunsten einzelner Inhaberpapiere AuÖnabmr-n fest- stellen don drr aÜgemeinen Konbrrsion. Das, Was zn Gunsten des Reicbs-Jnvaiidrnfonds gefeixshcn wl], würde meines Eracbtrns mit voükommen girichrm Recht auch Für eine große Anzahl humanitärer und Wohltbätigkritsfbnds grfordert wcrdrn können; was wir aber da ablehncn, könnm wir dem Reich-Jnvalidrnfbnds nicht gewähren. Eins solche Maßrrgelwürde auch tbatsäclylich keinen andrrrn Charakter tragen, als daß ein baarer Zuschuß aus Mitteln des Reiches ziir Aus- füÜun-g drr ziirückgrizendrn Révenürn des Rrichs-analidsnfonds ge- währt wird. Dazix brauchrn wir aber keine AuMahmrn von dcm Kondertierungsgrseß zu machen.

Nachdcm Goncral-Major !) on Virbabn noch erklärt bat, daß im Laufe des nächsten Jahres einr übersichtiich6 Zusamrnsnsteüung aÜer je- t in Gritung brfmdlicbrn Pensionsgcsrse vom Kriegs-Ministcrinm Ver- 5 entlicht wrrdrn würde, fiihrt

Abg. Stadtbagrn (Soz.) aus, das; drr dringrnde Apprll drr Militärinbalidrn an drn Reichstag sebr berechtigt sei und nicht un- berücksichtigt gi-lassen Wcrdrn dürfe. Er habe im Lauft: des Sommers cbknfalls aus den betrrffendrn Krcisen Hundrrtx; bon Zuschriftrn c'rlwlirn. Dic Verbündctrn Regierumgrn müßtcn auf diriem Gebirtr 611d1ich ibre Pflicht thun.

Staatssekretär des Reichs :Schaßamts V1". Posadowski):Wchncr:

Mrine Hsrren! Dic: Ausfiihrungrn des Hrrrn Vor- redners werden das gute Gewissen der Verbündeten Regirrungsn nicbt erschüttern, welche glauben, daß sie ibre Verpfiichtungrn auf diesem Gcbicte in weitem Maße erfüllt Haben. Ich gestalte mir fernrr, an die Ent- stkbung drs RcichF-analidrnfbnds zu érinncrn. Als seiner Zrit dic Höh? dcs analidrnfonds festgesrßt wurde“, Herrschtc im ganzrn Hause inhaltlich dcr stenograpbischcn Bsrichte die Ueberzeugung, das; die bewiliigtrn Summen sehr writ über das Bedürfniß bemessen wärs". I.)?an sagte damals abrr: in solchen Sachen muß man mit weiter Hand geben und es kommt Vorläufig nichtdaranf an; es können später Rücklagen stattfinden. Und jeßt ist der ganzr Juralidcnfcnds thaisäcblici) buchmäßig verausgabt, Vol] belegt und brrpflichiet.

Was dir Anfübrangrn des Herrn Grafcn bon Oriola betrifft, so grstaitc ich mir cins noch zu brmrrkcn. Er ist zurückgekommcn auf eine Acußrrimg drs Herrn Unter-Staaiösckretärs im Rsichs-Scbaiz- amt, wclche dahin ging, daß, wrnn irh die Zahlrn richtig behalten babs, in Bayrrn 1600 analidrn bereits Untrrstüßnna auf Grund drs (Hrsrtzrs Vom 22.Mai v. J. erhielten, 200 aber erst als Anwärter noticrt scicn. Ick gestalte mir zu bemerken, daß disse bayrrischkn Durch- schnittszahlen nicht maßgrbcnd find für alTe drutscbrn Landrstbcile. Dic BrwiUigmigcn auf Grund des Geseßcs Vom 22. Mai v. J. werdcn nac!) dcn Krirgsleistungen auf die einzelnen Staairn in Form kinds Pausquuantums Vertheili; in einzelnem Staaten hat man aber diese Summen nicht einmal ganz vcrauSgaben kbnm'n, rvcil dine entsprcchendc Anzahl geeigneter hilfsbedürftigrr Bewerbrr nicht Vorbandrn war. Wenn der Herr Abg. Graf Oriola einen besonders traurigen Fal] angeführt hat, so muß ich cbrlicb ge- stehen: nach drn Grundsäßcn, soweit ich sie kenne, die für dir Ge- währung drr Beihilfen maßgebend sind in den einzelnen Theilen Deutschlands, ist es mir unbegreiflich, aus welchen Gründen ein Mann, der Kricgstbeilnebmer war und außerdem blind ist, krine Unter- siüßung bekommt. Wenn man sich aber ein Urtbeil über solche Fälie erlauben will, so muß man sie im einzelnen kenncn. Bei näherer Unrersuchung sehen solche Fälie manchmal anders aus, als nur bei der einfachen Betrachtung ihrer äußeren Mrrkmax. t d ß d

' . -, . sri t die Wut uns aus, a ie finanYlér Yeixkreixetr FLYER? GTieberit der EtatSberatbung' noch näher ewürdigt werde. Die Anspruche der Peienten verdienten jedenfaJs dic ernstesie Erwägizng.

Die Kommisswnsantra e werden darauf, angenommxn. _

Die Petition des Vichßändlers FWH Feilzer zu Muiheim am Rhein, daß ihm aus Rc-icbsmntrln als Entschadigung für während des Krieges 1870/71 auf dem Transport in Frankreich gciaUene bezw. gctodtete 55 Ochsen 41250 «E nebst 5Proz. Zinsen aUSgezablt werden, soll dem Retcixskanzler Zur Berücksichtigung überwresen werden; dagegen sonlb uber dgs Petitum desselben Pctenten, betreffend die Entschadtgung fur den bei dem Selbsthilfcverkauf von 10000 Hummeln nach- gewiesenen Verlust, zur Tagesordnung ubergegarigrn werden.

General-Maior Freiherr von Gemmingen bestreitet,daß irgend welche Verpflichtung von der Militärverwaltung eingegangen oder irgend ein schriftlicher oder mündlicher Lieferungsauftragdew Petenten seiner Zeit ertbeilt worden sei; jedenfaüs sei ein schrtftlicher Kon- 1rakt nicht auffindbar. Erlebne es daher auch namxps der Verwaltung ab, auf die Entschädiguugöansp1üch§ desselben sicb einzulassen.

Der Kommissionßantrag mird angenommen.

Die P.tition der öffentlichen Bauhandwerkerversammlung in München vom 17. November 1895 um staatliche Ve- aufsichtigung dckrleZLFlsxeYuten wird dem Reichskanzler

e . zur ZFYUYÉRHEN.) beantragt, die Petition als Material an den Reichskanzler zu überweisen. In 7 Jahren seien durch Bauunfalle

Graf von

1896.

nicht weniger als 5000 Personen tödtlicb Vsrwundet “worden; eine große Anzahl sei schwer verletzt und dauernd erwerbßunfäbig e- worden. Solchen Zahlen grgenüber habe der Reichstag alis Ursa e, s1ch mit drr Sache Etwas gründlicher zu befaffrn. Dir Gewerbe- Jnspcktion seiSache der Einzelstaatrn; man müsse aus diesem Anlaß das Verlangen wiederholen, daß die Gemerbe-Jnsprktion auf das Reich übertragen und einheitlich gestaltrt werde; mindestens sei rm Reichsgeseß zu erlassen, durch wrlches die Regierungen angewiesen würdcn, für eine Entsprechendr Inspektion im Baugrwcrbe Sorge zu tragen. Srit Einigen Jahren seien in Zürich, aber auch in Ham- burg und Mühlhausen Einrichtungen getroffen, welche eine Inspektion der Bauten unter Tbeilnahme von Arbeitern vorsähen. Hier biete fich ebenturll ein Außweg. *

Die Abgg. Rickert „(fr. Vgg.), Spahn (Zentr.), Baslser- mann (nl,). sch1ießen sick) dem Antrags Bebel an, we cher darauf ripstiMMig angenommen wird.

In uber hundert Petitionen wird die Einführung eines Wdllzolles verlangt. Die Kommission will dieselben dem Reichskaxrzlrr als Material iibrrwicscn wiffrn.

Die Abgg. Rickert und Gen. beantragen, daß über die Petitionen zur Tagcßordnung übergégangen werde.

Auf Antrag des Abg. O1". Kruse (ul.), der auf die Abwesenheit des Refrrenten Abg. von Werdeck (d. kons.) hinweist, wird drr Gegenstand von der Tachordnung abgeseßt.

Die Petition ch „AlldeMschen Verbandes.“ wegen Erlaß eines Gcscßcs über das Auswanderungswesen und anderweitiger Regelung des Verlustes und Erwerbes der Reichs- UNd Staatsangehörigkcit soll nach dem Antrags der Kommission drm Reichskanzler zu einer brvorstelxnden Aenderung der Geseß- gebung überwrcsen wrrdcn.

Abg. Bassermann empfirblt den Kommissionßantrag unter bcsonderrm Hinweis?, auf die Schwirrigksitrn, bis sich aus der Hand- habung der bisherigem Brsiimmungrn iiber Erwrrb und Verlust der Rrichs.1ngrk)örigkrit in zahlreichen 'F-FiÜ-In zum großen Nachtbeil der Bciroffrnen ergeben Hätten. _

Abg. Bebel schlics3t sicb die'srn Ausrührungrn an und nimmt Bezug auf rinrn neuerdings borgrkbmmenrn Fall, in dem ein ebe- malige'r Rrichsangrbörigrr das Staatsbürgrrrrcht nicht wiedrr hätte er- langen könncn, angrblick) wrgrn seinrr Politisch mjßliebigen Grfinnung, d. h., Wril er Soziakdémokrat sei.

(Hebrimer Zikairrungs-Ratb Richter giebt anheim, dirsen Fal], drr den bestrbrndrn Vorschriftru drs Staatsangehörigkrtts- (Hrsrßrs durchaus widcrsprkchr, in srinrn näheren Details der Ver- waitnng mitzutbrilrn. " , ,

Abg. 1)r. von Marquardskn (ni.): Es giebt tbatsacblrcb keine Nation, die drn Verlust der Staaisangrbörigkeit für ihre Bürger so leicht macht wie Dcntschland. Es maß birr RktnkdUk geschaffen werden.

Abg. Bibel biribt dabri, daf; der borgctragene Fail fo liege, wie er angegeben. , ,

Dcr Komm1ssronsantrag gelangt darauf zur Annahme.

Dic Petition von Arbeitern in Mühlhausen 1. Tb. mz! Aufhebung der Kinderarbeit und Stcllzrng der Hauswdustrie der Strickwaarcnbranchc unter die Benimmungcn der Reichs- Gcwerbrordnung beantragt die Kommission, dcm Reichskariéler als Material zur Abänderung der Gcscßgcbung zu uberwct en. Ein Antrag des ng. von Strdmdeck, FZentr.) wrll die Petition zur Bcriicknchtigung iibrrwresen misxen.

Lcßtcrer Amtrag wird angenommen.

Drr Bcrlincr „Frauenverein“ petitioniert dahin, es möge der Zutritt u den deutschen Un'iversitäteWn den Frauen unter dcnscébcn Bedingungew wre den Manpxrn gestattet werden. Die Petitionskommission hat der Pktlllon durchaus sympathisch gcgeniibergcstanden, kam aber nach Lage der ge- scßlicbcn Bestimmungen, wc'lchc dem Reiche _eine Kompetenz auf dcm Gebict dcr Unterrichtsvprwaltung nicht zuerkennen, zu dem Antrag auf Uebergang zur Tageöordnung._

Abg. Rickert beantragt, die Prtition durch die Erklarung, Welche in dieser An clegenbrit der Stgatssekretär von Yvetttchex fruher und skin KommifJar in dcr Kommiisibn abgegrben batten, fur erledigt zu Durch drn Ucbrrgang zur Tagesordnung möchte der falsZe

rrklärcn. , _ , Schein rrwkckt werden, daß der Reichstag diesen Brstrebungen tzi mrbr seine Sympathie zuwende. Redner bedauert, daß der preußif e Kultus-Ministcr die Univsrsitßtslc'itungkn nicht veranlaffc die Zu- laffnng drr Fraurn obne [imstande und Weiterungen zu gestatten.

Na dem auch Abg. 1)1'. Langcrhans (fr. BolksP.) in gleichemch Sinne gesprochen, wird der Antrag Rickert ange-

nommen. Dic Petitionen wegen Erhohung des Zollxs auf Kamm ug werden dem Reichskanzler zur Kenntmßnahme

überwie en. _ _ _

Dcr Obcr-Postasjistent Thicr, friiher m Haile a. S., xeßt in Angerburg, Ostprcußen, fiihrt Wiederholt beim Reichsrage Beschwerde über seine Bystrafung, Zwangsyerseßuwg und Ver- feßung aus dem Bureaudicnft in den Betriebsdicnst wegen seiner Agitation fiir den Postassiiteptrn-Vcrband und verlangt die Einleitung dcsAförmlick)cn DrSziplmarverfahrens auf Ent-

ernun aus dem mt. ' '

f DJs Kommission wisll die's5s3etition dcm Reichskanzler zur

erücki ti un überwieen tm en.

B AbsgéhPYul? (RZ.) erklärt, daß der Reichstag "mit der_Zu- stimmung zu diesem ntrageTnur DJSziplinlofigkeit befordern wurde, nd beautra t Uebergang zur agesor nung.

u Geheimger Ober-Postratb Spilling führt _aus, da Thier sick) eständlich eines groben Vertrauensbrucbrs schuldig erna 1 habe. Er abe ferner unricipitichkH 5Yliacipriclizptr'nt tüber die Ges aftsfubrung des

- 0 tdirektors n a 8 ver ret e . _ , OberZZngi Vielbaben (Reform-P.) tritt fur den Kommissions- antraa ein, wäbrrnd _

Ab. reiberr von Stumm (Rp.) den Grunden des Abg.

auli bTipFichtet und die Unterstützung des Unit 2 desPerentsy, Fir einen Einbruch in die Disziplinarstxafgewalt der' ebörden erklärt.

Ab . Vogtherr (Soz.) nimmt fur den ReichstaÉ das Recht in Anspru , in der Sache einen Beschluß zu fassen. s handele sich hier um die Wahrung des PrtitwnSrechtes der Staatsbürger u denen doch auch die Beamten gehörten. Von besonderer Unparteiliix- keit zeuge das Verhalten der Lheren Postbebörden nicbt.

Abg. Liebermann von Sonnenbercß (Reform-P.) empfiehlt ebenfalls den Kommissionsantrag. wofern ni t etwa der etent sein Recht, die Einleitung des förmlichen Verfahrens gegen ck zu be- antragen, ir endwie verwirkt babe.

Unter- aatssekretär im Reichs-Postamt 131“. Fischer: Nach dem klaren Wortlaut des Geseßes hat der Ober-Postassiftent Thx“ nicht das Recht, die Einleitung des Verfahrens gegen sich zu ver- langen. Die Annahme des Kommissionßantra es würde der Ver“ Tatung die Aufrechterhaltung der Disziplin n hohem Maße e:.

weren.

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