1896 / 298 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 16 Dec 1896 18:00:01 GMT) scan diff

M Lk MWMlskxdt, a'ndta hat in seiner estrxk en S un den „entwurf, Öfend die anderweite un dei;s DLenft- , ommenx der Geistlichen der Landes irche, worin das Mindestemkommen der definitiv an eftellten Geistlichen auf 2100 24, das Maximaleinkommen der elben auf 3600 24 'feftgesest wird, angenommen.

Deutsche Kolonien.

Nach xmer Meldung aus, Dar-xs-Saläm hat _die von dem StattonS-Chef am Ktlimandxaro, Kompagmeführer Johanyes, aus Anlaß der kürzlich erfolgten Ermordqng von zum deutschen Mis onaren un1“ernommene Strafexpedition vollen Erfolg gehabt. ie an dem Ueberfal] betheiligten Land- schaften Meru und Groß-Arusha smd gkzüchttgt und voll- kommen unterworfen worden.

Ueber einen Zug nach der Landschaft Uhehe u_nd die Be ründung einer Station in Kuwenga wird im „Deuts en Kolomalblatt“ folgender Bericht des Kompagnie: führers Prince veröffentliTt:

Lager, zwei Stunden östli Jringa, den 20. Srptember 1896. Dem Kaiserlichen Gouvernement melde ich geborsamst, daß ich in drei Etappen, je sieben, zwölf und zwanzig Stunden von Perondo (leßtere noch acht Stunden südlich Jrinqas), untsr 'edrßmaligem Bau eines befestigten Magazins _ 1200 Laster) mit a t Europäern, 170 Sol- daten, 800 Trägern und Boys, zwei Maxims, ein Berggesrhüy bis zum 20. August nach Jringa vorgeschoben bab_e. Von vornherein ließ der Quawa (Ober-Häuptling der Wahebestamwe), der alle meine Boten unter Todesdrobun :?n zurückgejagt hatte, uns durch be- waffnete Wachen beoba ten und , zwang mich dadurch, in größter Kamvfbereitschaft zu xnarscbtrren: Soldaten geschlossen vom, im Abstande dahinter tn großen Gruppen die Träger und sonstige Nichtkombattantcn. Unterwegs und in Iringa absoluter Kriegözustand: kriegstanzende, uns verböbnéndc Wachen, Kosten, die in üblicher Weise vor 11:15 zgrückfielkn; Weiber, Nicht-

egec in den Bergen versteckt; samm111che Krieger im Kriegslagér südwestlich Jringas um Quawa konzentriert. Ein? halbe Sjunde vor Jringa zogen sich die Patrouillkn, als ich Schaun anzuknüpfkn ver- suchte, joblend in die Stadt zurück; hinter“ den Mauer- trümmern und Büschen westlich, dersrlben lauerten bewaffnete Abtbeilungen. Troßdem hielt :ck die Truppe zurück, mußte jedoch, um Schami zu ermöglichen, selber un'bewaffnxt und allein an die Krieger herangehen, an dieser Steue theilweise .Gesandte“, die vor kurzem noch in Dar-es-Salam iznd Kiloffa_ gewesen. Ich habe alles Friedliche versucht. Zehntägtge Schaurts blieben erfolglos. Der Quawa schickte eine Menge aufgrpußte Wasxagtra, durch die er Zeug und Gewehre ,erbittcn', mir den baldigen Abmarsch auß Ubehe anheimsteuen und seine Erlaubnis; zur Statioxzsanlage unweit Marore (eine Dornenwr'xste) übermitteln ließ. Auf dtL von mir zur Beseiti- gung seines angeblichen Mißtrauens vorgeschlaxzenx Blutsfre'undscbaft verzichtete er; sein Vater habe auch nicht mit Europäern verkehrt. 'Meine Erlaubniß, für seine Person fern zu bleiben- und zum Verkehr mit mir, bis er sich von europäischer Loyalttat uberzeugt, sich ver- mittelnder Wafsagira zu bedienen, nakbm' er scheinbar an. Jchließ eine für eine Station ünstige Stelle ;,th bts drei Stuqnden östlich Iringas erkunden und scha te die vielen La ten dahin. Wahrend er aber die Rückkehr der Leute bis zum_ 31. versprach, schaffte er Weiber und Vieh derselben, theilweise m_tt Gewalt, nach dem 35 Stunden ent. fernten Ubenalande und schickt? mtr erst dann, wie zum Hohne, Kiloffaboten zu, die jene Station aur 3. August Mit, der Post des Kaiserlichen Gouvernements übxsr thnga an den Lieutenant Graf Fugger esandt und die er fett dem 8. August festgenoxümen batte. Ick) erwä ne noch, daß die Vom Arabcrwali „Kondoas 1€inerzeit ge- hißte Flagge an einem krummen Holze "Wert von der Résidenz- tembe in kotbigem Gébüsch wehte, wahrend auf _dem eigent- lichen hoben Flag enbügel, 77811 "der Ottawa vdr Feiner Tembe hat aufwerfen la en, ein Geschutzsatt€l dcr Zelewskt-Expedition prangte. Als Mittags drs 31. 1165erlaufer, dersn Weiber gebunden fortgeschleppt worderi waren und die selber wege'n Verdackts der Friedensliebe battenYetödtetherden sdllen, zu mir fiüchteien marschierte ich augenblicklrf mtt funf Europasrxr, 113 Mann undzwei Maxims ab, sprengte glxtch vier Stunden we111tch Jringas ein gut außgebautes Lagcr von mindestcns 6000 Mann (der äußere Doppel- büttenrina batte? allein 1600 Schritt Umfang), jagte sie in die wildeste Flucht, schloß sofort energische Verxolgung der Hauptspuxxn an, lagerte vom 1. September in dcr Haudttembe Myangires, Bruders des Quawa, passierte am 2. Ssvxembcr in Mbueni zwsi weitere La er für je 700 bis 1000 _Maxm, Ubenakontingent, war am Äormittag des 3. September m_thunda, cinsr riesigen éaupttembe (etwa 3 ](111 Umfaiig) des Quawa m'Ubena, fast 40 Stunden üdweftlich Irin as, schickte hier dic Truppe m verschiedenen Abthei- lungen los und alte bis zum Abend dés' 4. Septeu1b€r über 2000 Stuck Vieh aufgespürt und erbeutet. Hierbei [st 65 zu einseitig blutigen Zusammenstößcn zwischen Wabßbe "'),d Truppe gekommen; die Schnelligkeit unserer Märsche, dre" vollig uberrasckycnden Angriffe jagten dem numerisch koloffal uberlegenen Femd , panischen Schrecken ein. Damit war, obgleich ich es damals nicht wissen konnte, die Angelegenheit m der Hauptsache erledigt. Schon von erondo aus hatte ich Station Langenburg ,witgetbeilt, daf; erücbte gingen, der Quawa wolle, wknn kr hier nicht rrusiere, im Süden Ubenas ausbrccbcn und sich mit Mharulc ag- Wangwara) vereinigen, mit welxbem xr seit Jahr und Tag Gesandt- schaften und Geschrnke (Elfenbßm, Vltk'b) ansJetauscht hat. Noch am 24. August, also während meiner erga-Verbandlun en, find zwei Wassagira mit Elfenbein über Mbveras 'zu Mbarule (: gegangen, um Unterstüßung gegen uns in Ubena zu erbitten und mitzutbeilen, daß, wenn der Kampf ungünstig ausfiele, Qiuawa niit Kind und Kegel des reinen Wabebe-Stammes zu ihr:; auswandern würde. Ich hatte am 6. August auf zwei vcrschredepen Wegen Bot- schaft an Langenburg geschickt, mit _der Blité, emkn Euro- päer, dreißig interlader an der, Durchbrucbssteüe zu postierén, wobm ich glei zeiiig Kiwanag rnit fünf Soldaten und einigen seiner und Jagamanga's Leute als Wache entsandtr. DeSgleichen bat ich die Küste des Nyaffa zu_ixberwachen, da du: Wangoni des Tutu auf englischer Seite mitbejbetligtsein sollte;"; rbenso bei Mbarule durch Raschid bin Maffand, an den ich 'Jetcbfaüs Warnung für ersteren richtete, Schritte zu thun. Da ! von Langenburg nichts Zörte, wiederholte ich am 6. Septcmbcr von Ubena aus jene Bitte in

orm einer quuifition und schickte Antrag nach Kimatinde um 1 is 2 Euro äer, 60 Mann und 1 Maxim. Ich Felber sandte gleich Lieutenant raf Fugger mit 1 Unteroffizikr, 3821) ann und 1 Maxim - in die Durchbruchßgegend. Mit dem Rest dkr_Truppe trieb ich das Vieh unter großen Schwicrigkeiten bi? Mbuem, 20 Stunden westlich Jringa, wohin ich den Feldwxbel Spiegel mts" 30 noch marsch- fähigen Soldaten aus Jringa kommen ließ, Wahrend ich am 15. Lieutenant von Stocki mit Arzt 1)r. Stierltng und 52 Mann ebenfaüs in die Durchbruch§gegend sandte, trieb ich rnit Feldwebel Spiegel, Unteroffizier Hammermerster, 1, „Maxim und dem Rest der Mannschaft das Viel), zu dem n„och einige Hundert [ck1an- ekommen, eiligst nach Jringa, um die Verbaltyissedaselbst zu erfahren. i'Zlm 17. erhielt ich über Peronda, Jringa Mttthetlung Lanßenburg's, daß meinen Bitten Folge geleistet sei: Wache am Amelia ai Feld- webel Hägele mit 12 Regulären, 30 Jrregulärrn, 1'Maxtm sert dem 1. September bei Mbejeras. Aut sclben Tag? erhtklt ich Gou- vernements- und Kommandobefebl, betreffsnd (Entsendung des Detache- ments Kleist. Am 18. traf ich im La er östlich'thnga em. „Vyr Jrknaa kamen dix Waffagira der Süd älftc der Stadt die vollzabltg zurückgekehrt, tmr entgegen. Bis heute strömen Wassagira Yes Quawa zu DU enden, Leute 111 Hunderten bkrbei, die schon wah- rend meiner 'bwesenbett theilweise zum Feldwebel Spiegel gc- kommen waren; infolge dessen bir) ich mrt Unterwerfungsschauris derart in Anspruch genommt'n, daß 1ch viele Quawa und die Wabrhe

Fieber her schwache

belmklen'oe Weiten MWM und das Kaiserliche Gouvernement bitten muß'xxeuüoigteft- vorerst die nachfolxende kurze Yugabe 'der weiteren 11 treffenden Maßregeln obne ausf brlicbe Begrundung der- selben qe en zu '*1 en, zumal Feldwebel Sxießel dom perniziosen

u enebat, deshalb beimS rei enmcbt belfext kann, während Unteroffizier Step b a n seit fast vier Wochen Lungenßntéundung hat. Bis jeßt ist alles über meine Hoffnung birzaus guntig ab- gelaufen. Durch unsere Gewaltmärscbe, urplötzlccbe Angriffe 'm winzigen Trupps und das lobenswert!) prompte Handeln der Statton Langenburg und des Kiwan a sind wir dem Quawa zuboxgekoxnmen und haben den Wabebe Iiiefpekt eingejagt. Quawa wareFur'dkc Ma wang-wara der unken im Pulverfass geworden. Die gefahrlzcbe Verßindung ist durch reuzt, die Auswanderung 8111er bedeutenden, meh- reicben Menschenmrnge aus Ubehe, die mögliche Uebersiedelung in ausländisches Gebiet find Verhindert. Dxr Glaube der Wabxbe an den Quawa, der nicbt einmal sein Vic!) sichern könne, ,:st,zer- trümmert; die kompakte Organisation, welchr die: Wabebe mit ibrrn Tributären gefährlick) machte, ist gelockert. Die Leute faxlen allerort'en von ibm ab; zwei Drittel der Bevölkerung Jringas tsé da,*östlich Irin as bis zum Raaba siizt wieder jrdermann an ssiner_SchoÜx. Die Jkicbt-Wabebe bitten um Einseßung stammderwandtkr (Chefs, dle Wabehe wollrn weder vom Quawa noch Von seinem Brudcr Mpay- aire für das (Gebiet_ Ubebe selbst etwas wissen., Sie außern fur Neger überraschend klare Begriffe organisierter Regtxrung und wollen für Ubena als Oberhaupt Merkre haben, und drm andrre Salta»)? (selbständig nur untrr Station) von Ubena" bis Marorx haben Die Wandongwe, ein zahlreicher Stawm sudöilicb Irmgas, wollxn Vksattima, Sohn ihres [eßtcn eigenen Coefs, der zur Zeit 'in Ugogo weilt, als “Sultan babkn u. s. w. Zur Zeit tst es natürlich viel zu früh, dxfinitiveCntsciyluss? zu fassen, feste Programme aufzusteüen. Vorlaufia babe ich in Zringa selbst einen Ober-Msagira eingeseßt und Einen anderen Msagtra zur Wahr- nehmung dcs Quawa'schen persönlichen Befißes an T€mben, Schamben, Sklaven u. s. w. bestimmt. Sein Viel) wird niir von der) Mafia- ira. die es bis jeyt gebüict, stellknwcise an ezetgt. 'An die Elfen!- Jeinfrage will ich noch nicht herangehen. _ m übrtgcn blsib't die Waffagira-Wirtbschaft, die gut zu funktionwren schemt, so wie fie bisher gewesen, vorläufig bestehén. Nac!) Bsrubigung' dks ganzen Gebiets, d, h. in spätestens zwei Monaten babe_ich smc? Genergl- versammlung der Wassagira in Aussicht gestellt, 581 der alles Ern- schlägige zur Sprache kommen soll.

Oesterreich-Ungarn.

Zn Obergrafcndorf bei St. Pölten fand gestern Mittag die Leichenfeier für den verstorbener: Präsidsntc n des Herrenhauses, Grafen Trautmannsdorff, statt, welch9r außer den Mit„ liedcrn der Familie dss Verstorbencn der Oberst-Hofmeister Brinz von und zu Licchtcnstein als Vertreter Seiner Ma'estät des Kaisers Franz Joscph, der deutsche Botschafter raf u Eulenburg als Verirrtsr Seiner Majestät dcs eDeutschr- Kaiscrs, der Minister- Yräsidcnt Graf Vadeni, der Minisicr drs Auskoärtigcn

raf Goluchowski, der Minister für Ackerbau Graf von Ledcbur, der Justiz-Minister Graf GleiSpach, dic Prä- sidien sowie zahlreiche Mitglieder der beiden Häuser ded Reichsrathes und des hohen Adels bsiwobnkcn.

Der Budgctausschuß des österreichischcn Ab: geo rdn ct cn [) aufeH verwarf gestsrn mit 20 gegen 10 Stimmcn den Antrag des 215091103 aquufhebung dcsZeitungs: stempels vom 1. März 1897 ab, nahm dagegen den Antrag des Abg. Haase mit 18 gegen 10 Stimmen an, den Zcitungs: stempel vom 1. Januar 1898 ab aufzuheben. Auch wurde der Antrag des Abg. Romanczuk genehmi 1: den Zeitrmgsstemprl für nicht öfter als dreimal wöchentlich, er?cheincndc Blätxrr schon vom 1. März 1897 an aufzuheben. Zum Bcrichtcrstattcr wurde der Abg. Ruß bestrllt.

Die „Wiener Zeitung“ vom heutigen Tage veröffentlicht ein Kaiserlichcs Patent, durch wslcheé: die L andtagc von B5 hmcn, Galizien, Niedrr-Ocstcrrcick), Steiermark, Krain, Mähren, Schlesisn und (Hörz-(Hradiska (mf den 28. d. M. einberufen werden.

Der Minister des Innern hat der „Neuen Züricher Zaitung“ das Postdcbit für Oesterreich entzogen.

Jm ungarischen Unterbause sprach fick) gestern bei der weitersn Brrathung dcs Adrcßentwurfs der Abg. Kom1atht), von der Koffuth-Fraktidn, mißbilligcnd darüber aus, daß in dcr Thronrede ein auf die: auswärtigen Beziehungen bezüglicherPaffus fehle. Was die Ausgleichsfrage an?]rhe, so sri er der Ansicht, daß nur bei einem getrennten Zo gebiete die beiden Staaten ihre Jntrresscn verfolgen könnten. Der Dualidmus habe weder Ungarn nach Oesterreich glücklich gemacht. Der Großmachtstollnng der Monarchie wiirde es eher enlsprechen, wenn beide Staaten selbständig wären. Der Minister-Präsident Baron Banfft) erklärt?, die Regierung sei für 16de Buchstaben der Thronredc verantwortlich; cr würds nicht auf seinem PlaÉZ stehen, wenn in dcr Thronredc etwas gegen seinen illcn stände. Dcr Tbronrcdc fehle jede Tendenz, die staatliche Selbständigkeit Ungarns; einzuschränkcn. Dies bewiesen dis Kundgebungen des Yrrschers während der Millenniums- fcier. Er (der Minister: räsident) lege großechwichtdarauf, daß die Großmachtstellung der Monarchie gesichert werde; der Weg, welchen der Abg. Komjatlm empfehle, führe nicht dahin; die sicherste (Hmmdlage für die Großmachtstcllung ssi der AUSJleich vom Jahre 1867. Auf dieser Grundlage wolle Ungarn dieses Ziel erstreben.

Frankreich.

Die Dcputirtcnkammcr scßte gestern dic Brrakbung des Budgets dcs Marinc-Ministcriums fort. Dcr Berichterstatter de Kerxégu meinte, wie „W. T. B.“ berichtet, dir Ausstellungen des Dcputirtcn Pclletan vom Tage vorher seien schr Übertrtebcn. Einzelne Verbesserungen seien versus, in gewissen Dienstztvcigen eingeführt wordcn; es se: ,aber nöthig, eine allgemeine Reorganisation und durchgreifende Umgestaltungen vorzunehmen. Besonders Fur es noth, den Posten eines Ersten Direktors für

eubauten zu schaffen; auch müsse die Rechnungsführung vereinfacht werden. _Der Berichterstatter erkannte an, daß, wenn plößlich Verwrckelungen entstünden, die Streitkräfte Frankreichs im westlichen Mittelmeer drr Flotte des Drei- bundes nicht gewachsen sein würden. Das Nordost:Gcfchwader sei zu schwach; indessen werde die Kammer alle nothwendigen Kredit“: bewilligen. Der Deputirte Lockroy führte aus, es sei nothwendig, die drei großen Dienstzwelge der Marine _ Flotte, Werften, R2chnungswefen_ aUSeannder zu ixalten. Zeder Dicnstzweig müsse seine selbständige Verwaltxmg haben. Der Marine-Mtnister, Admiral BeSnard vcrtheidt tc den Marine-Etat, gab aber zu, daß das Nordgeschwader zu kchmmch sei, doch fehlten die Kredite z11_dcffcn Verstärkung. Die Flotte Yolje nicht erncu-srt, sie müsse ]evoch untcrbaltrn werden. Da ie Regierung die Zahl der Neubauten nicht vermehren

könne, werde fie deri Werth der vorhandenen G tk einheiten 'erhöberz. _ Em Entwurf, betreffend die Küsten- vertheidigung,„ se'l m Vorberexitung. Der Minister beton daß die franzofischen Panzerschtffe und Kreuzer denen andereé Nationen an Werth gleich, seien; Die tm Bau beßndlichen Kreuzer würden dym jeßtggn Stande des Fortschritts ent- sprechen; es werde thncn Starke, Gedie-gcnheit und Schnellig- keit eigen sein. Die Marine qrbeite; ste sei keine Feindjn ortschritts, sic thus ihre Pflicht und werde dieselbe Weiter 1 un. Der Depulirte Lockror) brachie hierauf einen Antrag ein auf Brwilligung vort 50 Millionen Francs zur Er- neuerung des Flottenmatertals zmd zg Neubauten, als erste Rate eines Kredits, welcher 111 „drei aufeinanderfolaenden Budgetjahren 200 Millionen „erretcbqn solle. Der Redner führte aus, sein Antrag wolle du- Marmc in den Stand sexzen im Falk: eines Krieges mit Vorihcii_ u kämpfen. Er, Dcr'dié Lage kenne, wolle nicht, daß gcgen tßn Vorwürfe, wie geqm die Männer. von 1870,» erhobcn werden könnten. Der Markne- Minister BeSnard erwiderte, es sei unmöglich, einen Kredit zu verlangrn, che dessen Yrrwendung bestimmt sei. Die Kessel der Schiffe seicn gut; wozu 116 also verändern? Die Rxgierung werde dcr Kammer ein entsprrchendcs Programm unterbreiien, mich.: dem dasselbe dcm Obcr-Marixxeamt vorgelegrn habr. Der Deputirte Lockrox) rief: Waxm? DerDeputirteDeldmbre Yprach sick) namens der Kommission gegen den Antrag Lockroi) aus, (: dic PUYUUY dcr Finanzfragc bci cincr derartigen Maß- nahme Sa 8 er Regierung sri. Dcr Ministkr=Präsident Méline theiltc mit, das; die Einbringung einer Vorla *.* fei; tens dcr Regicrung am Anfang dcs nächsten Jahres rrPOlgcn werde. Der Dcputirtc Pcllctan fragre an, welchen (Gebrauch die Regierung von den zu bemiUigenden Geldern zu machen gedevke, worauf der Ministcr-Präsident Méxlinc er- klärte, es wsrdc die Matcrialerncuerung nach Maß abe des Bedürfnisses durchgrführt werdeii. Die Kammer wi ?, daß hinter dem Anfrage Lockrow MZF eine politische Frage verberge. Sodann tadelte dcr Midister: räsidcnt den von vornbkrem gefaßten Entschluß, an dcr Marine ungünstige Kritik zu üben. Schließlich wurde der Antrag Lockrod mit 331“) gegen 73 Stimmen abgelehnt.

Dom„Tcmps“ szolgc hat der franzöfiscbe Botschafter in Lcmdon Baron de Courrcl endgültig den Entschluß gefaßt, zurückzutreten, doch werde der Rücktritt erst in der zweiten

älfte drs Jm-iuar erfolgen, um die schwebcndcn diplomatischen * rrhandbmgcn nicht zu Unt-Irbrcchc-n.

Rußland.

Nack) drr (russischen) „St. Petcrdburgcr Zritmxg“ "47"; die Frage, ob die (Heschworenengerich10 aszschaon ssicn, In der hierfür eingrseßicn dcsdndcrcn Kommission zur erbavdlung qclMgt. Die Kommission sprach sich mit großer Majorität für die' Bcibrhaltung dor Geschworcnrngcrichw aus,

Italien.

311 dcr gestrigen Sißung dci" Dcpukiricnkammcr cr- klärtc, wic „W. T. 23.“ berichtet, der Marine-Ministcr Brin auf eine Anfrngc dks Deputirtcn Santini: dcr amtiickw Wort: laut der Entscheidung des Priscngerichts in der An- gelegenheit ch „Doclwyk“ sci noch nicht veröffentlicht, doch wiffe er, daß dieser Wortlaut mit der bereits veröffentlicbtrn JnhaltMngabe übereinstimmc. Nack) dcr Vrröffemtlichuna dcs ge- nauen Wortlauts werde er ch Justiz-Minister brfrach, ob Anlaß vorliege, gegen die Entschcidm1g dcs Priscngerichts Berufung cin*ulegen. Das „Haus bkaann biermxf die Berathung des zwi chen Italien und Tnnis abgcsckvlosscncn „Sandkis- vertrages. Dcr Ministrr dss Arußcrn Biosonti Venofta gab dabc-i einen historischen Uebcrblick über die Verband: lungen, betrcffc'nd 0071 italicnisck) : tuUcstsck)en Vertrag, welcher die Aufhcbrmg dks Vertrages von 1868 in sich schlicßc. Dic italicnischc Rrgicr1111g scx vor die Wahl zwischen zwei politischen Wegen gcstrÜi wordrn, deren riiicr sie zu Verwickelungcn und Zwisten geführt Hach würds, welchc obendrein danach angcthan sricn, sick) mrbr und mcbr zu ver- schärfen. Dic chisrung habe daher grglaubt, einen Akt der Staatsklughcit und politischen Weichit zu bcgcben, wenn sic dsn Weg cincr rhrcnhaftcn Versöhnung vorzögr Und eine Vcrsinbaruwg irc'ffr, die bestimmt sein konne, Uer- mittcis 001“ guten Grfinnungin, 11011 wclchcn bcidk Regie': rungen crfÜth scicm, dcn rrstcn Schritt zu andern Abmackzrmgcn zu bilden, und Mick)? zu bcidrrscitigentVortheil in einem drm Frieden und der Wohlfahrt dicnendcn Werke cin Unterpfand für bis guten politischen Beziehungkn zu erlangen strebe, wie fis den Jntercffcn beidrr Völker entsprächon. Dic Sismig wnrds sodann anfgchdbrn.

Portugal.

-Die Lissaboncr Blätter von geskcrxi veröffcritiicch, orm „W. T. B.“ zufolge, cine halbamtlichc Note, welche bcsagi: Dic Wiederholung bedauerlichcr Vorkommnisse in Lourcngd Marquez, vori welchen drr deutschc 310111111 bc: troffen worden sei, erfordcrc, daß cDcutsébland für die' beiden bereits bekannten Fälle gcmalttbätigerAus- schreitungen (Henngtbuung _chcb-x'n werde. DieAnge: irgenycit sxi cht Gegrnstand dcr Unterbandluna. 21116 Berichte von rinrm gewaltsamen Vorgchn scitrns Deutschlands seien dollkommen unbegründrt: rs ssi unwahr, daß, Deutschland die Ufer des Cuncnc:Fluffcs odcr irgrnd cinen anderen Punkt portugicfischrn Gebiets bLscßt babe.

Schweiz.

Der Ständcrath gcnchmigtc hcutr ohm" wcitcrr Be: sprechung den Vertrag mit Italien Über den Simplon- Durchstich.

Belgien.

Der Senat bcrictl) gcstzrn, wir „W. T. B meldet, die Vorla e, betreffcnd dic börsrnmäßigcn Wctten 11110 Spielgc ckäftr. Art. 1, welcher [)(-sagt, daß die Tcrmm- käufe gesetzlich anerkannt und wir jede erlaubte Vcr- embarung ausführbar seien, wurdc angenommed. Sodann wurde auch Art. 2 angenommcn, wonach börsenmäßige Wettén oder Spirlgesckzäftc als ch guten Sitten erri- gegsn von Rcchtswegcn ungültig sein sollen, ebenso Art. 3, welcher bestimmt: Börsenmäßiger- Wett: odcr Spirigcschäst sek jede Vereinbarung, bei wclcber es die Absicht beider Thsxle sei, die Lieferung und den Empfang der Produkts, Waarrn oder beweglichen Wctthc, Über welche sie nur zmn SchLUÉ ahschlossc1h auszuschließen und den Vcrtragögegqnstand all? die Ptffercnz nach dem Steigen oder Fallen der Kurse ZU“ be- 1chranfen. Nachdrm noch drei weitere Artikel drr Vorlage angenommrn waren, wurde die Sißung aufgehoben.

. des Mini

Lübkei. Wiener „Telegraphen-Kdrrespondenz-Bureau“ “wird aus JYstantinopel gemeldet, daß in der !eßten Sitzung

erra_ths der Vorschlag, betreffend die Amnestie

ür die rmenter, berathen worden sei. Das armenische

f . . . . .

r at habe dcr Pforte schriftllch die Verftcherung er- 18 xlttr 1v?xßfhmenn die Amnestie_ erlassen werde, die Begnadigten' sj künftig ruhig verhalten wurden, und daß denselben in den- Kirchen der Eid der Unterthanentreue werde abgenommen

n. , werdeDw Pforte hat den Botschaftern versprochen, Sa ad Eddi" Pascha von Kreta abzuberufen.

Der StaatSratk) Theodoruki ist zum (Gehilfen des Ball von Adrianopcl, der frühere General-Konsul Zkiadcs zum Gehilfen des Vali von Siwas und der Negiebeamte Dimitra- kopulo zum Gehilfen dcs Vali von chrut ernannt worden. 2016 drei smd (Hriechen. ' . '

Jm Bezirk des 111. Armec-Korps smd vier Rodif: Bataillone entlasser: worden.

Bulgarien.

Dic Herzogin Clementine vyou Sachscn-Coburg und Gotha ist gestern Abend in Sofia eingetroffen.

Amerika.

Jm Senat befürwortete, wie dem „W. T. B.“ aus Washington „berichtet wird, der Senator Morgan" eine Resolution, worm dic Vorlegung dcs SchriFmechscls gewunscht wird, der sich auf Cuba und auf das Verfa ren bczirhe,welchcs auf Cuba gegen die Mannschaft des Dampfers „Competitor“ eingeleitet worden sei. Morgan drang in feinen Ausfüh- rungen auf “eine sofortige Jntcrvcntion der Ver: einigten Staaten auf Cuba, „nm dcr grau: samen, kaltblütigcn Niedermeßelung der Einwohricr ein Exide zu bereitrn“. Die Vereinigten Staaten sollten nicht zögern, Spanien, w-snn nöthiq, dsn Krieg 311 crkkärxn. Die Zeit sei nahe", wo Am9rika, wie in der Botschaft Cleve- land's angedeutet sei, in entschicdcnkr Weise vorgehen müsse. Das Haus nahm die Resolution an, _ Das Rep räscntanton: haus überwies eine Resolution Woodman's, worin der Präsrdcnt zur Intervention aquuba und znrAnerken- nung der Unabhängigkeit Cubas mxfgefordert und die Art der spanischen Kriegführung auf das strengste vrrurthcilt wird, an*dkn Ausschuß für ausivärtige Angelegenheiten.

Dcr „Times“ wird aus New-York gemeldet, 06 habe sich dort cinr Liga zur Förderung der Sache Cubas ge- bildet. Den Vorsitz führe Ethan Allen; außerdem bvthciligtcn sich an dcr Vcwcgung 11.21. der frühere Gouverneur von NewYork Flower, drr frülzrrc: Mayor Gilror) und der Polizei- Präfidcni Roofrvelt.

Afrika.

Aus Sansibar wird der „Agenzia Stefani“ berichtct, einc Varkx der Eingeborensn habe aus Mogdifchu Briefe des Kommissars Dulio, datiert vom 3. Dozcmber, mitgebracht. Das Krirg§schiff „GovrrnoLO“ habe danach am 2. De: zember das Dorf (Hezira, zehn Meilen südlich von Mogdischu, bombardiert, welches von Nahans bewohnt merdr, die sick) an der Nicdcrmcßrlung drr Expedition Ceccbc bethciliqt hätten. Zn Mogdischu sci sodann das Ver: fahrer: gcgen diejcnixzcn Nnxxrctfcr dcr Exprditiom, welcbe man gefangen genommen habe, fortgeseßt worden. Fünf derselben, die man fur schuldig befunden habe, ssidn bereits erschossen wordcn. Dirsc rnergisckze Maßnahms habr eincn wirkungö- vollen Eindruck grmacht.

Die in Prätoria Erscheinendc „Volksstem“ bringt, mik „W. T B.“ ('lfähkt, cinen Leitartikel, worin jic erklärt, cin offizicüer Empfang“ Cecil Rhodcs' in Kapstadt würde von den BOWEN als rim? absichtliche Vrlcidiguns; angeschc'n werdcn. DUE Blatt wendet sich (111 die cinslußrrichcn Persönlichkriicn drr Kap-Kolonie, indem es hervorhebt, daß deren Siillschwsich in dicser Sache von den Bevölkerungen ch Oranjs-Frristants Und Transwaals so gedeutet wcrden würde, 016 wc-nn fie das Vorgehen derjenigen diUigtM, welchc in Cecil Rhodos cinen .Hcldc'n sähm.

Parlamentarische Nathriéhten.

Drr Bericht Über dic gestrige Sißung dcs Rcirds: iages befmdrt sich in der Ersten und chitcn Beilage.

_ In der beutigcn (148) (51010751, des Reichstages, wxlcher drr Sinatssckivtär drs Reich Justizamts [)1'. Rieber: dtng bciwohntc, stand auf der TagesordnUng zunächst die crstc BeraiHung der Erklärung zwischen dcm Reiche und Fratzkretch, bctre_ffe'nd di? Regelung der Ver: trngsbcztehungrnzw1sche11Deutschland und Tunis.

Aba. 1)1'. Hasse: (ml.) spricht seine karie'dimeg darübrr aus, daß der Vertrag mit Tunis; nur bis 1903, 1114 zum „151an dsr Handels- ertrage abgesckoloffeu ici. Der Vortrag selbst“, fübrt Redner (1115, bringt ("ML Eenaäytbriligimg Drmschlands mit sich. (Es Find mehrfach? Wand- [Zlngen ringetrsten durch das franzöfiscbe ProLij'rr-at. Frankrcicb nimmt fur sicb das Rkch11lt Anspruch, franxöfisäye Waarxn onfrki einzufübrc'n, wabrkud andcre Waarcn Verzollt Waden müsfcn. Deuschland Erhält mit den übrigxn ((J-„'Taatx'n dus chbt dcr Méistbegünstigung. Etwas mehr war wbt)! jkat nicht 31: (?rrrichon. Brdauerlicb ist, das,“ Deutsch- land 111621 auf a11dcrcn Ge'birtrn (31116 K*dmvcnsation dafür Erhalten hat. Auf dem kolonialkn (3695191? smd manche Dinge wünschenswkrtb, dercn

kiülluxig von Frankrrich dÜkin abhängt. Wynn Ländc'rgcbiatc in 010 Abhängigkeit Von (mdsn'n Staojcn gclangen, so muß das völkerrecht- tch anrrfannt wcrdmr, und Deutschland mus; dafür Kompe'nsationc'n kkbülkén- Das muß dds Ziel dEr Weltpolitik sei".

Die Erklärung wird darauf in zweiter Lesar- ohne weitere Debatte genehmigt. g

T _Es xolgen W'ahlpri'tfungen. Die Wahl des Abg. «„Dies ( . k. F. rm sechsten clsaß-lothringisMn Wahlkreise Wird nach dcm ntragc der Kommission für gültig erklärt. Bezuglick) der Prüfung der Wahl des Abg. Holß (Rp.) beantragt E“Abg. Gang!) (Rp.) wMen dcr 111ichtix1sn Fragen, die dabei zur W11ch1ldung Fame", dn: Absetzung von der Tachorduung, damit die * ab! Von cmem b€schlu fabtaen HZUsC crkc-digt werde. Redner br- WÜfEÜ 111111810) die Vest!) ußfähigkeit des Hauses. ' Od Sg.,Spahn (Zenn) beantragt, den weiter auf d€_r Tages- r nung stehenden Eeseyentwurf, bettrffknd die Zwangsbersteigeruna,

vorw :) . * * u - WWMMWHUHMMW. 5113119011 qur 011) tm Laufe? drr Zeit das Haus

_ Abg. Gump erklärt, daf; er auch bei dieser Veränderung der TFFösordnung den Zweifyl an der Beschlußfäbigkeit aufrecht erhalten w e.

Abg. Dr. von Benni sen (nl,): Der rr Präfident bat den dringenden Wunsch, daß der Jeseßeniwurf über ie Zwangsversteigerung noch vor Weihnachten in erster Lesung beratben wird, damit" die Kommission gewählt Werden und sicb konstituieren kann. Ich dachte dbx, man solxte diesen Wünschen des Präsidenten nicht entgegen- Wl en.

Abg. Gump: Wir wollen auch die erste Beratbuyg noch er- ledigen. Deshalb habe ich die AbskYung der Wahlprüfung von der Tageßordnuna beanTra 1.

Ab . Rickert (Fr. B J.) emp ebli, wenn sich die Beschluß- unfäbigixeit herausstellen soßtc, die e-i13ung nach einer halben Stunde wieder zu eröffnen. .

Dsr Namensaufruf wird vorgenommen und ergiebt dle A11wesenheit von nur 194 Mitgliedern; das Haus ist also nicht beschlußfähig, Die Sißung wird abgebrochen.

Schluß nach 2 Uhr. Nächste Sißung Ngchmijtqgs 21/2 Uhr. (Dritte Berathung der Erklärung bezüglich Tunis; erste Betaihung des Gcseßentwurfd, betreffend, die qungsver- steigerung, und Prüfung der Wahlen der Abgg. Rerchmuth und Holtz.)

_ Die heutige (Z.) SiFmg des Herrenhauses, in welcher der cFinanz-Mimsicr 1'. Miquel, der Minister der öffentlichen Ärbeiten Thielen, der Minister der c_istlichcn_ 2c. Angelegenheiten 1).1)1'. Bosse“. und der JUJUzZMimstqr Schönstedt zugegen waren, rröffnetc der Erste Vize:Präst: th Freiherr vnn Manteuffel, mit der Miétbetlung, daß er Seiner Majestät dem Kaiser und König und Seiner Königlichen Hoheit dem Prinzen Heinrich von Preußen anläßlich dcr (Gcburt des zweiten Sohnes des Prinzen Heinrich tclrgrapbiscl) die (Glückwünsche des Hauses dargebracht hat. Die Dankschreibrn Seiner Majestät dss .11ai1erö und Seiner König1ichen Hoheit des Prinzen Heinrich gelangten zur Vcrlesun , welche das aus stehend anhörte. ,

Vertorben ist am 7. November das erblicheMitglted des Hauses Fürs: zu Fürstenberg. Das Haus ehrte sein An: denken in der Üblichen Weise. _

Neu berufen und bereits eingetreten istHcrr von Kessel.

Eingegangen ist eine Interpellation des Grafen Udo zu Stolberg, betreffend das Bestehen von sog. Frübbörsen; dißsclllbe wurde auf die TageMrdnmig der nächsten Sißung ge'tc t. _

Das Haus schritt zunächst zur Wahl des Erxten Präsidenten, welchc durch Stimmzettel _crfolgte. Es wurdcn 177 Stimmzettel abge (“ben: 97 entfielen auf den Fürsten 511 SolmsÖohenfolm-Z- ich, 78 auf den Herzog von Ratibor, 1 auf von Levexow, 1 Zettel war unbeschrieben. First zu Soln1s:Hol)en olms-Lich ist somit zum Ersten

räsidcnten gewählt.

Der Gcmähltc war nicht anwesend; rs wurde sofort nach Lich die trlegraphische Nachricht von der Wahl abgesandt.

Hierauf gelangte der Gcscßentwurf, betreffrnd drn Er: werb dcs Hessi1chen Ludwigsbahernternehmcns fiir den prcußiscben und hessischen Staat, sowie die Bildung cinrr Eisenbahn-Beiricbs: und :Xinanz: gemeinschaft zwischen Preußen und Hessen zur Be: rathung.

Die vcrstärktc F111anzkdmmission empfahl, dcnsrlbcnunvcr: c'indcrt aannrhmcn.

(Schluß drs Blattes.)

Statistik und Volkswirthschast.

Dic deutschs Übersecisch Auswanderung

11067." druischc Häfrn, Antwerpen, Rdjterdam und Amsisrdam stcÜte fick,“

nach den Errnitielungen drs Kaisrrlicbe'n Statistischen Amts für

N oßchbrr 1896 und dcn gleicheanitraum WZ Vorjabrc§ folgcnder-

ma ('n: Cs jvnrdrn befördsrt im Novxmbcr

über 1896 1895 Brrmcn ........... 683 949 Hamburg ........... 641 958 andrrc dcujsÖ-x Häfen (Stettin) 33 33 deutsche? Häfcn zusammc'n. . , 1357 1940 Antrvkrpkn .......... 257 360 Rotterdam .......... 60 67 Amsterdam .......... 7 25 überhaupt . . . 1681 2392.

Aus drutscbrn en wurden im Modrmbrr 1896 neben dcn vor- ,;c'riannten 1357 de'uts cn Auswandcrcrn noch 4294 Angsbörigk fremde? Staatkn bsfördkrt. Bayou gingen Übkr Brrmrn 2404, Hamburg 1809, Stettin 81.

Zur ArbeitU'bejvrgung.

Zum Ausstandc der Hamburger Hafsnarbeitcr wird dem .Wolff'scben Burcau" aus London gemc-ldrt, daf; gestern Abend auf Ersuchrn dcr „Zbippr 160915111011“ 63 freie Arbkitkr auf dem Dampfer .Luttrrwortb“ nachHambura abgeben soUtrn. DicBurcaux der Federation find bon zahlreichen Bewerbern umstcmden, welche in Hamburg rcrwkndrt zu wsrden wünschcn. _ Diese Meldung ist in so fern brmcrkcnswchk), als der „Boss. Ztg.“ am 14. Dezember aus London !elc'grapbirrt wurde, der Präfident dss deutschen Hafen- arbeiter-Verbandes Kellermann sei dort angekommen, um die weitere Entse'ndung englischer Dockarbcitcr nach Hamburg zu Verbindcrn.

us Oranienburg wird drm ,Vorwärjs' berichtet, daß sämmtliche Mctallarbriter der doxtigen Schilderfabrik von Jobannsrn die Arbeit iiirderaelegt haben. Als Ursache wird die Wieldöreinstc'llung eines den Arbc-itcrn mißlirbigen Werkmeisters an- JCZTVU.

Hirc in Berlin ist ein Zentralverband der in städtischen Betrieben _ in GaLanstalten, in Wasser-und Kanalisationswerkeu, in dcr Straßenreinigung IL. _ bkscbäftigten Arbeiter gegründet Wordrn. Den Stamm der Mitglieder bilden vorläufig, wie die „Voss. Zig,“ bemrrkt, die' Brrlinrr städtischkn GasanstaÜSarbeiter, Die Leitung hat der Sattler Bruno Pörsch übernommen; ein Ver- bandßblatt ,Die ercrk1chaf1“ wird heraus c,;eben, dessen Redakteur, Verlkger und Expedient wiederum Bruno örscb ist.

Aus London mrldet „W. T. B.“: Eine Versammlung, in Welcher die Londoricr Abtheilungen der Vereinigungen der Dockleute uiid Seeleute vertreten warrn, beschloß, allen _Dockleuten und Wafferarbsitern des Hafens von London zu empfehlen, eine Lohn- erhöhung Von 10 Shilling für die Woche zu verlangen, und wenn ?lixse nicht bewilligt werden sollts, den «Ugemeinen Ausstand zu er-

aten.

Aus (Glasgow wird dem „M. T. V..“ bkrichtrt: Der Aus- stand der Seeleute und Heizer dehnt sich beständig Weiter aus. Am Montag sind überhaupt keine Dampfer abgefahren. ZWS! Schiffe liegen in Grernock fest, da fie nicht im stande- sind,_ Mannschaft 911- zumustern. Dic aUmonatlich nach dem Kontinknt sabrrndkn Schtffc sind ebenfalls sämmjlich obne Mannfchast.

Knust ....„ Wiffutschafi-

Dem Königlichen Museum für Naturkunde sind an: 8.Iul1u1_1d am 29. August d. I. Sendungen zoolo ische: Gegenstande, welche von dem Stationsleiter Grafen ech zu Ketc-Kratyi im Togo ebiet esammelt worden nd, zugeganß . Sie enthieltezi: 2 Säuget iere in lkobol, 34 Vogel älge, „3 El stk mit Vögeln in Alkohol, 50 Reptilien und Amphibien, 45 Fische ( um tbeil nur Köpfe), 20 Schmetterlingßraupen in sieben Arten, 25 er- miten in zwei Artkn, 1 Blattide mit Jungen, 3 Fliegenlarven, 2Tausendfüßler, 2Krebse, 1balben Fadenwurm. Die Konservierunkr der Thiere War im Ganzen gut. Den wertHVollsten Theil der Sendung b [den die Vögel. Die Anzahl der bisher aus Togo bekannten Vogelarten wird durch sie um weiterqsechs Spezie's vermehrt, sodaß die Gesammt- zahl der für das Togoqebtct nachgkwiesenen Vogelarten nunmehr 230 beträgt. In der ornitboloaischen Abtheilung des Museums für Natur- kunde smd jeßt Vertreter sämmtlicber in den einzelnen Schußgebieten nachgewiesenen Vogelarten zusammengestellt. Die in die Kolonien hinausreisenden Beamten Ic. können sich daher bier jeßt leicht über die Vogelwelt ihres künftigen Wirkungskretses unterrichten. Die Reptilien enthielten einige seltene Frösche der Gattung Rappia. Die Fische waren wegen ihrer Fundörter bemerkenßwertb, dis Krebßart mm für das Museum und deshalb recht wilikdmmen.

Gesundheitswesen, Thierkraitkheiten und Absperrnugs- Maßregeln.

Hamburg, 15. Dezémber. (W. T. B.) Die Polizeibehörde macht bekannt, Y)? bei vier Kälbern auf dem hiesigen Schlachtbof der Austbruckyst der (1111- und Klauenfsnchr amtlich festgestellt wor ('n r .

Handel und Getverbe.

Tägliche Wagengestellung für Kohlen und Koki! an der Ruhr und in Oberschlesien. A1? d:“c Rubr 117.5 am 15. d. M gkstcüt 1334, nicht reäxtzkéiig .",c-itc-llx ke'me Wagen. In Oberschlesien ßnd am 15. d. M. 927161116694, nicht recht- zeitig gkstellt kein€ Wagsn.

Berlin, 15.Dezember. Marktprsisc nacb Ermittelungcn des Königlichen Yolizc'i-Präsidiums. (Höchst? und niedrigste Preise.) Pet 100 kg für: 5 ichtstrob 4,50 24; 4,00 24. _ Heu 6,60 2é; 4,20 2i." _ Erbskn, gelbe, zum Kochen 40,00 26; 20,00 24. _ Speisebobnen, weiße 50,0026; 25,00 25. _Linfeu 60,0024; 25.0026. _Kartoffcln 6,00 26; 4,00 24. _ Rindfleisch von der Keule 1 ]xJ 1,60 24; 1,10 24. _ dito Bauchfleisch 1_1chg 1,20 26; 0,90 24. _ Schweinefleisch 1 FS 1,50 26; 1,0026. _ Kalbfleisch 1 ](J 1,60 24; 1,00 26. -- Hammk - fleisch [ 1chZ 1,50 26; 0,90 211. _ BURN: 1 [(J 2,80 ' 2,00 . -_ Eier 60 Stück 5,2024; 2,60 26. _ Karpfen 1 ÜF : _ Aalr 1 ÜF 2,40 24; 1,2026. _ Zander 1 kJ _ H(chte ] kg 1,60 24; 1,00 26._ Barsche 1, ](Z _ Sch[610 1 kx 2,40 24; 1,20 26. _ Bleis 11chJ _ Krebfs 60 Stück 12,00 24; 2,00 24.

_ Der Deutsche Fischereiverein bielt am Montag unter dem BMW des rinzen Heinrich zu Schönaich-Carolatb, welch€r den erkrankten ürstrn von Ha feldt vrrtrat, hiérselbü eine Ausschußfißung ab, die eine be ondsre Bedeutung dadurch ge- wann, das; der VorfitZane dabei Veranlassung nahm, dem anWese_r:dm Vorstanddmirgliexde .SchiUmry€r-München, welcher auch Vor- standßmitglied des bayerischen Landesfischereivereins ist, den Ehrenpreis Seikirr Majestät des Kaisers, einen prachtvoklen silberndn Humber], 'für den Landesfischkreibercin zu überreichen und dabei der Verdienste des bayerischen Vereins um die Hebung der Salmonidenzuchr zu grdrnken. Vorgelkgt wurds die neu;", Von dem Hof radeur Otto ausxissübrte Verdiensimünze, welchs der Verein in Süßer odcr Bronze für besondkre Vsrdienstc um die drutsche Binnen- fischc'rei auszugkben gedcr-kt. _

_ Wic dic „Rhein-Wejif. Ztg.“ meldet, hofft, die Vsrwaltung drr Zeche „Gcneral“, daß dis oberirdische Wafferbaltung in rinigkn Tagen wicht betriebsfäbig sein werdr. Es ist anzunehmen, daß die vierte Sohle _borübergehend unter Wasser kommt; die in der Grube bcfindlichrn Pscrdx sind auf der dritten Sohle und dabrr dor- läufig ungefährdet.

Königsberß, 15. Dezembe'r. (W. TB.) Getreidemarkt. Weizer? bebauptet, Rogßen unberändert,vr. 2000 Pfd. 31111 ewicbt 109. (921116 rubig, (Faser unbchrändert, dc. loko br. 2000 PZd. Zoil,;ew. 128. Weiße .rbfen br. 2000 Pfd. Zollgxwickpt 116,00. Spiritus pr. 100 Liter 100% 1de 36,20, do. vr. Dezember 36,50, ds. pr. Frühjahr 38,50.

Danzig, 15. Dczrmbkr. (W. T. B.) Getreidemarki. Wcizxr- 11111) feste'r, Umsay 200 t., do. inländ. bochbunt und wr" 167, do. inländ. bellbunt 161_163, do. Transit bochbuntunb wri 131,00, "dd. briibunr 127,00, do. Termin zu freiem Verkehr pr. Dezkmber 164,50, do. Transitbr, Dezembcr 130,00, Ncgulierunqsprkis zum freien Verkebr163. Roggen loko blbauptet, inländ. 109,00, do. russischer und polnikcbkr zum Transit 76,00, do. Tkrmin pr. Dkzember 113,00, do. Termin Transit pr. Dezcmber _,_, do. Re - lierungsprx'js zum freien Verkehr 110. Gerste,1]roße (660--700 Gramm) 128. (Eerste, klein? (625_660 Gramm) 111,00. Hafcr, inländischer 123,00. (Erbsén, inländische 127,00. Spiritus loko kontingentiert 55,75, nickt kontingxntiert 36,00.

Stkrtin, 15. Dezember. (W. T. B.) Getreidemzrft. WÉÄZSN gexchaftslos, Loko _,_, per Dezember _,_. Rogen still, loko 120-122. Pommcrscber Hafer loko 128_133. Rüböl Toko rubig, pcr Dezsmber 55,20, per NPer-Mai 55,00. Spiritus ruhig, loko rnit 70 24 .Konsumstcuer 36,00. Pexrdleum loko _,_.

Breslau, 15. Dczember. (W. T. B.) (Säoluß-Kurse.) Bres- lauer Diskontobank 118,00, Breslauer Wechslerbank 104 75, Kredit- aktien 233,75, Schl??- Bmxkverein 129,75, Bresl. Spritibr. 133,00, Donnerrnc-rk 156,00, Brédl. elefxr. Straße*nbabn 185,00, Kattowißer 155,60, Oberscbl. E11. 90,00. (Card HegensÖeidt Akt. 125,10. Oberxckxl. P. 3. 133,00, Opp. Zement 149,00, Giesel Zem. 126,00, L. Jud. Kramfta 141,60, Schles. Zement 195,50, Schl. Zinkb.-A. _,_, Laurabütte 157,25, BWL, Oelfbr. 99,50.

_ Extreidc- urrd Produktenmarkt. Svititus per1001 1002/11 Zkl. 50 24 Verbrauchsabqaben pr. Dezember 54,70 Ed., do. do. 70 24 erbrauckysabgaben pr. Dezember 35.20 Gd.

Magdcburg, 15. Dezember. (W. T. B.) Zuckerberieht. Kornzucker exkl. von 92% _,_. Kornzucker exkl. 88% Rkndrm. 9.60»-9,75. Nachprodukte exkl. 752/11 Rendcm. 7,20 -- 7,80. Ruhig. Brotraffinade 1 23,50. Brotraffinade 11 23,25. Gem. Raffi- nade' mit Faß 23,25_24,00. Gem. Melis 1 mit Faß 22,50. Ruhig. Robzucker 1. Produkt Transiw fr. a. B. Hamburg pr. Dexzember 9,024 (Hd., 9,05 Br., pr. Januar 915 bez. und Br., pr. Januar-„März 9,250», 9,27 Br.,vr.April-Mai9,50 (Hd., 9.52.1251, pr. Jul: 9,7211 (Hd., 9,77,x * r. Stetig.

Frankfurt a. IN., 15. Dezember. (W. T. B.) (SÖluß-Kurse.) Lond. Wachs. 20,352, Pariser do. 80,60, Wiener do. 169,50, 3 0/0 Reichs-N. 97,90, Uni?. Egypter 105,40, Italiener 91,20, 3% ort. Anl. 25,70, 50/0 amort. Rum. 99,90, 40/0 ruff. Konsols 10,70, 4% Russ. 1894 _,_, 49/4 Spanier 59 50, Mainzer 118,00, Mittelmeerb. 96,90, Darmstädter 155,60, Distont-Komm. 207,60, Mitte'ld. Kredi: 113,50, Oest. Kreditakt. 315z, Oest.-Ung. Bank 797,00, Reichsbank 159,50, Laurabütte 157,20, Westeregeln 174,30,

PrwatdisÉMft ?1 S t (“ahl ) O

_ s c cn- ozie ät. S u. csterr. Kredites?!“ 3141, Gotthardbahn 166,20, Diskontoa. omm. 207,20, Laurabültct: 157,10, Portugiesen 25.75, Schweizer Nordostbabn 131,30, Italien.

Mittelmeerb. _,_, Mexikaner _,_, Italiener 91,00. lußbericbt.

B teme n, 15. Dezember. (W, T. B.) Börjen - Naffinikrtks P s tr c 113 u m. (Offizielle Notierung der Bremer ekrolcum-