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-- '»i- » --igm Serie der ausinbaren Urnentigen preuß [chen Schaßauweisungen von 1914 erßxr und zweiter AUSgabe, die am 1. April 1916 zur Nuckzahlung gelangen soll, ist die
Serie ]] gezogeti worden.
Die zu dieser „Serie gehörigen Schaßanweiiungen der ersten uiid der zwettxn AUSgabe werden den Best ern zum 1. April„1916 mit der Auxforderung gekün igt, die Kczpitalbetrage dieser Schaßanwei ungen egen Quittun und Rizckgabe der Schuldurkunden und der WZ dem Zeißpun te der Nuckzahlung fällig werdenden Zinsscbeine Nr. 5 bs 32 bei der Staatsschuldentilgungskaffe in Berlin 117. 8, Tauben- straße 29, zu_ erheben. Die Zahlung eifolgt werktäglich von 9 th Vyxmritqgs bis 1 Uhr Nachmittaqs, an dem Tage der Kasienrevision (m der Regel dem leyten Werktage des Monats) nur voii 11 bis 1 Uhr.
Die Einlöjung geschieht auch bei den Regierungsbaupi- „kassen, der Kreiskasse ] in Frankfurt a. M. und der Kreiskasse m A1_tona. Die Wertpayiere können diesen Steben schon vom 1. Marz 1916 ab eingereicht werden, die sie der Staatsschulden: ti1gungskaffe zur Prüfung vorzulegen und nach der Feststeliung die AUHzablung vom 1. April 1916 ab zu bewirken haben.
'Der Betrag der etwa fehlenden 3insscheine wird vom Kapitalzuruckbehalten. Mit dem 81. März 1916 hört die Verzinsung der gekündigten Schaßanweisunaen auf. _, Vordrucke zu den Quittungen werden von sämtlichen Ein: losunassteklen unentgeltlich verabfolgt.
Von den zum 1. April1915 gekündigten SchAZ- anweisungen, der Serie 71 - abzuliefern mit den ZinI: scheiben Nr. 8 bis 82 » ist eine große Anzahl noch nicht zur Einlosung vorgelegt worden. Die Inhaber Werden aufaefordert, dies zur Vermeidung weiteren Zinsverlusjes schleunigst zu tun.
Berlin, den 15. Oktober 1915.
Hauptverwaltung der Staatsschulden. 4“ von Bischoffshausen.
Bekanntmachung.
Gemäß F““ 46 des Kommunalabgabengeseßes vom _14. Juli 1893 (Geseßsammbmg S.152) wird zur öffentlichen Kmnitnis gebracht, das; der im laufenden Steuerjahr zu den Kom: munalabgaben einschäßbare Reinertrag aus dem Betriebsjabre 1914 bei der Zscbipkau - Finsterwalder Eisenbahn und der Zweigbabn Sallgast _ Lauchhammer auf 210 000 «11- festqeseßt worden ist.
Habe (Saale), den 15. Oktober 1915.
Der Königliche Eisenbabnkommiffar. I. V.: Scheringer.
Bckanntmacbung.
Ans dLn (Finkiinstcn dcr bci dcr Unibcrsität Blrlin bkstcbkndon Jobann Christian JiingkLn-Stiftnng sind an Stndisrcndk, insbesondcre Söhne bon UnivLrsitiiisprofessorkn Und von bbbercn Staatsbsamtcn, ivknn sis bon CML]? bbbcrcn BildungSanstalt mit dem Ze'ngnisse der Reife cntla scn sind, wäbrcnd ibrkr Berliner Studienzeit und auch über ihre «indisnzsii binaus, behufs Erlangun ciner bbbsrcn jviff€nschaftlicb€n Ausbildung, Untsr- stützungen bon jäkbrlicb 900 bis 1800 «11/- zu bergkbcn.
Die di'm Linzclnsn zn gswäbrsnde Unterstiißnng wird i111111é'1' nnr (mf ein Jabr bkwiUigt, kann jsdbcb dcmsslbcn Siibcndiatcn, sbscrn er sich bi'wäbrt, 4 biö 5 JUN? binfi'i'kiimndcr zusi'ibilt Wc'rdcn. Zur Zcit der erstmaligen kawsrbung muß dcr Autragstclicr jedenfalls an dsr bicsigsn Unibsrsiiät immatriknlikrt sein.
Siudicrcxnde babkn ibrcr BCWLTÖUUJ Ws Z-annis dcr RCifL, das Anmeldsbucb, dic? Abgangézc'ugniffc etwa friibi'r bcsncbicr Unibersi- täten und Ein Dskanaszengnis, in Mlckxm ausdrücklich bbrbbrgebbbkn sein muß, daß dis Priifmig bsbnf's BZWLrbung um cine Unfcrstiiymig aus der Jobann Christian JÜUJkCU-SÜftung crfolgi ist, beiznfithi. 116er die' Vcrmbgsns- und EinkbinnicriSVLrb(iltniffe DN“ Elfcrn ist Ein amilicbcs angnis oder ("ins Erkbii'img W.“; Vatsrs borznicgcn.
WisdsrbcxWrbcr, MWC uicbf me'br anf dsr bisfigsn Unibsrsiiät
immatriknlicrt sind, miisssn ibi“ ?)TCifézi'ngnis, ibrs Unibsrsitiitszmignissk, sowic angniffk 1":er ibrs sitilickx Führmig und ibrC wissmisck)aft[ich€ Tiicbtigkcii Sinrcicben. , Das Kurafbrimn ist außsrksm [*erck)tigf, bon jobsin BLMkbcr bor dcr Vsrlcibnng cim'n Liiigkbcndon Bcriabt iibi'r slim“. wissi'nfcbaft: Licbe' Tätigkéit sowic ('iUL' Tarlsgmig ssiiicr ibissmiscbaftiichi Zi01c zu erfordern, kann auch im Fall? dsr BQverbnng um Cina (371161116 VL!“- léibung cinen Wcéricbt iibcr dic Stndisn dcs [Ctzi'bkrgiingénbn VSL“- 1€i1)ung§jabr€s bsrlangen.
BCiverbimg-Zn um die fiir das Jabr 1. April 1916/17 51! VA"- ebsnden Uiiicrstiiyiingsn sind schriftlich an Wi UUszÜÖMLSU Vor- Zßßnden des Kiiraiorinms bis 311111 30.D938n1bcr 7). J. citizn- TLLÖLU- NÖZUJEÖLTL im Zimmcr N r. 8.
Beriin, 13611 16. Oktobsr 1915, Das „Kuratorium dEr Jobann Gbristian Jiingkcn :Stifttmg. Der z. Rßktbr dsr UniVsrsität. von Wilamowixz : Möllkndorff.
Bekanntmachungen. [
' Das beworsiebende Studienbalbjabr unsercr Unibersiiät nimmt mit bein 15. Oktober seinen gesetzlichen Anfang. Jndsm wir bie? bterdurck) zur allgemeinen Kenntnis bringen, machen wir die- 1emgen, Welche die Absicht haben, die hielsi c Unibcrfität zu bssuchn, darauf_ aufmerksam, daß fie sich pünktiL) mit dem Be inn _des Semesters bier einzufinden haben, um sich dadurch Vor den acht€1l€n zu bewahren, welche ibnsn durch das Versäumen des Anfangs der Vor- lesungen erwachsen müssen. In Ansebung derjenigen Studiérenden, welche auf Grund Vorschriftkmäßiger Dürftigkéitsatteste die Wohl- tat der Stundung des Honorars fiir die Vorlksungen in Anspruch zu
nehmen beabsichtigen odkr um ein akadkmiscbes Stipendium fich be- Z
werber) woÜsn, bemerkkn wir, daß dcn geskßlicben Vorschriften zufolge berartige Gesuche bei Vermeidung der Nichtberiicksichtigung innerhalb der ersten vierzehn Ta e nach dem geseßlicben Anfange des Semesters eingereicht werden miis?en.
Bonn, den 14. Oktober 1915. Rexktor und Senat der Rbkinisclyen. Friedriä; Wilhelms-Universität. L a n o s b e t g. l]. Die I m m a t riku [ a ti on für das beborstebende Studienbalbjabr
onnen nach den bestehenden Vorschriften nur diejenigen Studierenden
“*"-".;“ eium.oder sq e - *? 'tuuationspaptere sowie eim usweu über die _ orderlicbe SOUlbi dung, 2) diejenigen, welche von and_eren Uni- verfitaten_kot_nmen außer den vorstehend bezeichneten Papieren noch ein vollstandiges'Äbgangsseugnis von jeder früher besuchten Universität vorzulegen., Diejeni en Inländer, welcbe feine Reifeprufun be- stanchi, beim Besu der Uniberfität auch nur die Absicht aben, sich cine allgemeine Bildung für die böbtxrßu Lebenskreise odcr eiiie besondere_Bildung für ein gewisses Bernssmch zu eben, ohne daß sie sich fur den eigentlichen gelehrten Staats- O_der 1rchendienst beitimmen, können am Grund des § 3 der Vorschriften vom 1. Ok. tober 1879 immatrikuliert werden. Jnländerinnen jedoch nur nach vorheriger Genehmigung des Herrn Ministers der geistlickvea und Unterricbtßangeleaenbeiten.
Ebenw bedürfxn Ausländerinnen in jedem Falic zur Im- matrikulation ministerieller Gsnkbtmgung. .
Juländerinnkn mit (“km Lebrerinnenzeugnix für mittlere und böhkké Z).)kädcbcnschulen, Miche das Unchrfitatsitudium mit dem Ziele dar Ptüfun für das böbere Lebramt (ppc) kaoblmiiz 110097161) bkginncn wollen, aben zum Zwecke ihrer“Immatrikulation Sine bon dem Direktor der wiffenschaitiickycn Prüsunaskommisfibn ausgksiellte Bcsibeinlgung karübsr szUlé'gCn, daß hinsichtlich ihrer Vorbiidbng mix ihrer praktischen chrlätigfcit die VoraUOscxnnge-n für bis 3a- laiyung zur erwähnten _Priiiung gémäß dsr Zikiinisterialvsriügung Dom 3, April 1909 zutchku.
Bonn, FM 14. Oktobxr 1915.
Dis Immatrikulation?kommission. L (1 nd (; b 6 r g.
YécHiamtiicßes. Deutsches Reick).
Preußen. Berlin, 151, Oktober 1915.
Am gestriaen Gebnrtstag weiland Seiner Majestät des Kaisers: Friedrich 11]. legten, wie „W. T-„B.“ meldet, Ihre Majestät die Kaiserin und Königin „und Ibre Königliche Hoheit die Prinzessin Friedrich Karl von „Hessen am Sarkopbaq des Entschlafenen im Mansolenm bei der Friedenskirche in Potsdam Kränze UiLdLL“.
Der hanseatische (;;-zsandie Ti“. Zicvekinq iit umi) Berlin zUriickgekebrt imd hat die Léitimg dcr Gesandtschaft wieder übernommen.
Der ck)i[enische Gesandts (Truchaga ist nach Bsrlin zuriick- gekehrt und bat die Leitung der Gesandtschaft wieder iiber- nommen.
Am 15. d.M. verstarb in Bad Wildungen, wo erÖcilung von längerem Leiden zu finden gehofft hatte, im 67. Lebens- jahre der vortragcnde Rat im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, Geheimer Oberbanrat Hoßfeld. Mit seinem Hin- scheiden beklagt die preußische Sjaathauverwaltung einen sehr schweren Verlust, denn in dem Hsimgcgangenen vereinigten sick) in seltener Weise bedeutendes künstlerisches Können und reiches Wissen mit gewisssnbaftester Pflichltrelié uud Arbeite;- freudiakeit im Amte.
Nachdem er sicb als junaer Baumeister durch Erfolge bLi öffentlichen Wettbewerben hervorgetan batte, wurde er zunächst als Königlicher .Hofbauinspektor in Berlin angestellt und nach bester Bewährung in dieser Täxigksit im Jahrs 1.888 in die Bauabteilung dex; Ministerinms der öffentlichen Akbkitsm be- rufen, um hier anfangH als Hilfsarbeiter und OOMUÜÖÜ ach vortragcnderRat eine Wirksamkeit zu finden, die ganz sciner hoben Begabung und seiner persönlichen Nsigimg entsprach. Ibm wurde das wichtige Dezernat fiir Kirchcnbmi iibertragen. Damit war in seine Hand die Prüfung und Feststellung der Entwürfe fiir alie Kirchenbauten de-Z Staates und der (mf staatliche Unterstiitzung mmemiesenen Gemsinden «21291. Eine stattliche Zahl von Gotteshäusern in alien TVULU der MonarchiL bc: zeiigsn, wie er diesoS Amtes gLWlllkLk, wie er durch eigene schöpfßriscix Tätigkeit Werks bon bleibbndcm WM geschaffen hat. Tsr kleinsten wie der größten Axis- gabe widmete er sich mit gleicher Hiiigabc. Ter ansprnchIlosi-n Dorfkirche wie dem monmnentalen GotTLI: Hause der “Stadt mußte er das richtige, eigenartige (Hoprägc zu ÜLÖLU, den Forderungen des 3111111121 dabei in zweck- mäßigstör Weise 511 entsprechen und auch bei besch)eidenste11 N'iitteln in der äußeren Erstbcimmg wie der innsrcn Aus- gestaltung iiberall die kirchliche Würde zu wahren. So er- freUte er sich mit Rccbt in Künstler- Und in Laicnkreisen, bei Behörden und bei Gemeinden, eineE bolzenAnselwns und allge- meiner Beliebtheit. Nicht in Preußen ailein, (Luck) in andean Bundesstaaten wurde in baukiinstleriscben Fragen von be- sondere!" Bedeuiimg imd bsi wichtigßn Angelegenheiten der Denkmalpflege sein Urteil angerufen, sein RM bsfolgt. In weiten Kreisen wird deHhalb sein Name dauernd 'in Ehren ge- halten WLTÖLU.
Gestern vormittag hat hier die erste Sißung des Beirats der R 8ich§priifung§zstelle fiir LebenSmittelpreise statt- gefunden, die von dem Stellvertreter des Reichskanzlers, Staats- minister, StaatHsekreiär des Jnnern Dr. Delbrück persönlich eröffnet wurde. Nach einem cinleitendenBericht über den Auf: gabenkreis der Reick)»:-priifungsstelle, insbesondere die VreiSrege- lung, Lieferungs- und Verbraucbsrcgelung wurde, wie „W. T. B.“ meldet, allseitig anerkannt, daß schnelles Eingreifen und daher
* forderlich sei.
JTeilen Rußlands haben zu .? zw1schen di-sen und Deutschland gefiihrt. Zu dessen Neubelebung ? und Förderung bat die Zivilverwaltung fiir Nussisch-Polen,
kfindet vom 19 Otwk' er bis zum 6. Novembei d. J einschl. statt. Später ,
sofortiges Zusammentreten der zu wählenden Ausschüsse er- In großen Zügen legte der Voxsißende ein Proxiramm fiir die Arbeit disser Au§schiisse dar. Nach alige- meiner AuBsprache wurdon 4 Ausschüsse (1) Viel), Fleisch, Wurstwaren, Fische; 2) Milch, Butter, Käse, Eier; 3) Kar- toffeln, Gemüse, Obst; 4) Kolonialwaren, Vorkost- und Teig- waren) gewählt, die ihre Tätigkeit schon bcgounen haben.
Die aus militärischen Gründen notwendig gewordenen Er- schwerungen des Personen- und Warenverkehrs in den besetzten einer Hemmung des Handels
einer Anreaung ihres Mitgliedes, des Geheimen Kommerzien- rats Aronsohn in Bromberg folgend, den Wunsch nach Be- gründung einer Handelsorganifation mit behördlichem
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ck- V-wabnklnuom hoben
. mieldet, die Handelskammern in Berlin, Basix?
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Öromberg, Danzig, Graudenz, Oppeln, Posen und Thorn im Eitwersländuis mit dem Minister fÜr ydel und Gewerbe am 14. Oktober 1915 in Warschau die chtung der Amt- lichen Handelsstelle Deutscher Handelskammern vollzogen; den Übrigen deutschen Handelskammern ist daS Recht des Anschlusses vorbehalten worden. Vorsißender dcr Vereini- gung ist der Geheime__Kommerzientat Argnsohn. Stell- vertretende Vorsiéende nnd die Herren Michalski, Mit: glied der andels ammer zu Berlin, und, Dr. Freyznarkt, Syndikus er Handelskammer Breslau. Die von der andels- steÜe einzurichtenden Geschäftsstellen (Handelöaaenturen soÜen allen Handel- und Gewerbetreibenden Deutschlands gegen
Zahlung mäßiger Gebühren behilflich sein zum Absaß und
_ soweit möglich - zum Bezug ihrer Waren und zur Ein- -
iehung ihrer Außenstände in den besthen (Hebieien. Sie be- ißen im übrigen kein Handelömbnopol, sodaß kemxsivegs die eigene Tätigkeit der deutschen Kaufleute'und Jndunr'ielix'n zur Anbahnung und Pflege unmittelbarer BextehiZiigen beemtmchtjgt wird. Die Zivilverwaltung, deren Chef, Priindent von KULT), der Warschauer Sitzung persönlich beiwobnte, hat der Handew- stelie in Anerkennung des behördlichen Charakterseder Organi sation weiiestgebende Unterstiitzung zugesagt, Zamentlich mird diese Unterstiißung auch bei der Einziehung von Jorderuygen gewäbit werden; auch werden sonstige dringende Wünsche aux der_n Gebiete dex; GÜierauItauscheS (Warenbeförderung, WarenauSsubr) und des Jiachrichtendienste§ bei den zuständigen Militär-gmb Zivil stellen von der ivilverwaltung vertreten werden. ,Die Direkiion der Handelsste 2 hat ihren Sixz in Warschau; Generaldirektor ist der Kommerzienrat Wieler aus Danzig, weiteres Direktions: mitglied der Syndikus; der „Handklskammxr in Berlin', Meyer,- stcin. „HandelScigentm-en werden, außer der Direktion 111 Warscban,“ alsbald eingerichtet werden in Lodz, SoSUowics, Czenstocbait, Wloclamec und Mlama; die Ein1zichtung weiterer Agsnturen wird nach Maßgabe des Bedürfnisses folgen. - Niibkre Mitteilungen fiir die Interessenten werden von den Yandel-I- kammern veröffentlicht werden.
Die „St, Petersburger Telegraphen-Agentur“ meldet unter dem 8. d. M., daf; dcr friihere russische Konsul in Köningerg Polianowskt) nach vierzehnmonatiger Ge- fangenschaft freigelassen und in Stockholm eingetroffen sci. Sein (Hesundheitßznstand sei besser als angenommen worden wäre.
Hierzu bemerkt daS „W. T. V.“:
Die „St. Peteisburger A entur“ hat leider unterlassen binzuzn- fügen, daß Herr Polianowskv ??inen längeren Aufenthalt in Déulich: land lc'diglich seinkr eigenen ngierung zuzuschreiben bat, die in ibrkm Hasse gigen den obne Grund Verhafteten deutschen Konsul Freibexrn von Lerchenfeld sOWLit ging, dab fie dsr deutschen Rx'gierung anheim- steUie, Herrn Polianowsky für Herrn Von Lerchenfeld als Gölsk'l zu- rückzubebalten. Sch0n im August 1914 und dann wiederholt bei [',-ro schiedenen anderen Gelkgenbeiten ist Polianowsky der 1111si1chen RS- gierung zum Austausch für den beutscbe-n Beamten angeboten wordyn. Zest endlich ist dieser Auktauicb ausgeführt worden, und Freiherr bon Lerchenfeld isi_socben in_Deutscbland cinaetroffcn. Leider läßt sich über seinen (GeiundbeitNuitand nicht dasselbe sagen, wie über den Polianowskvs. Er bat durcbbierzebnmonatigs Einzelhaft, die er teil- weise in schwerster Form aus der Peter-Paul-Festung zu verbüßen hatte, einen erheblichen Schaden an seiner Gesundheit daVOngetragen.
Der heutigen Nummer des „Reichs: und Staatsanzßixiers“ liegen die Airsogaben 740 und 741, der Deutschen Verlust: listen bei. Sie enthalten die 357. Vcrlnstliste der preußischen Armee, die 208.Verlust1iste der sächsischen Armee und die 286. Verlusiliste der württembergischen Armee.
Großbritannien und Irland.
Anf eine Anfraxie des Abg. Barlow, ob entsprechcnde Maßnahmen zum Schuß? der Westminsterabiai, der St.PaulEkatbedrale, des britischen I)iufeumcö, der Galerisn usw. gegen Luftangriffe getroffen seien, gab der Premierministe'r NÖqUitk), wie „W. T. B.“ meldet, schriftlich die Antwort, ecZ sei offenbar unmöglich, Schritte zu Um, die einen bölliqen Schuß dcr genaniiien Gsbäiibe gemährleisteten, aber “Schritt? sLien getan, um den Gebäuden einen gewissen Scbuß zu gc- wäbren, Es sei zu hOffLU, das; der Vcrteidigimgsdienst 1171191“ Perc!) Scott weiteren Versuchen nnteischiedHloser Zcrstörung von Eigentum wirksam bsxiegnen werds.
-*« DW [81318 Verllistliste nennt 107 Offiziere imd
“2321 Mann. Rußland.
Durch Kaiserlichen Ukas ist 'iibsr Skadi imd Distrikt von Moskau der BelagLrungIzustand verbiingi worden. Gegen den fiiiberen Stadtbauptmcmn von Moskau Adlianow, der die Monauer Unruhen nicht verbiUdert hat, ist das gericht- liche Strafverfahren eingeleitet.
- Die rnssischen Städte beschweren sich 1mchciner Meldung dex; „Rußkoje Slowo“ darüber, daß der UUQÜnsÜQL Stand des russischen Geldwertes im Auslande die städtischsn Anleihen schädige, und fordern, das; die Regierung dcm Sinken des Rubelkurses unbedingt abhelfe.
Spanien. Der König ist vorqéstern in Begleitung des I)iixiistci'- präsidenten Dato nack) Valjodolid und San Sebastian gereixt. *- Die Madrider Blätter melden, das; der Rücktritt des Kabinetts Dato durch Meinun«Sverschiedenheiten der Minister iiber das Budget verursacht worden sei.
Norwegen.
Auf Befehl der norwegischen Regierung hat die Gesandt- schaft in Berlin der deutschen Regierung die Aufklärungen iiber den Torpedoangriff auf den Dampfer „Jris“ mtt- geteilt, der sich am 8. Juni auf der Reise von England nach Norwegen befand. Das deutsche Auswärtige Amt hat nun- mehr, wie „W. T. B.“ meldet, der Gesandtschaft geantwortexk- da der Inhalt des norwegischen Seeverhörs mit den dienxt- li en Berichten aller Unterseebootsfiihrer vexglichen wordxn sei, die zur Zeit des Ereignisses in dem betreffenden (Hebiei Dienst getan hätten. Es hätten sich daraus indessen keinerlsl AnbaltSpunkte dafiir ergeben, daß der Dampfer von einem deutschen Unterseeboot angegriffen worden sein könnte.
'die Höhen des MUIlin
““Die 'iZn“ Üéivée, "& ““F“-staété a , die SerbisFeITlationglbank u'nd ßbie sxbischensäStYiats- archive nach Monastir gebracht worden find.
Bulgarien.
Nach xmer Meldung der „Bulgarischen Telegraphen- Agentur“ sind an dxx bulgarischen Küste des Schwarzen Meeres und des Aeggxschen Meeres Minen gelegt und die Leuxhxfeuer aUSgeloycht. Tie Einfahrt neutraler Schiffe in den Ha'sen von Dedeagatsch Wird von nun ab unter der Führung huigarischer Lotsen erfolgen.
Afrika.
_ 'Die'YUskLaUYg des Wahlkampfes in der Süd- afrikantichen xiiiion, der morgen endet, ist den „Times“ zufolge quf das hochste gestiegen, besonders in den ländlichen Wahlbezixken, in denen sick) der Kampf zwischen den :)Zatmnabjten ,und der südafrikanischen Partei zu einer beispiel: losen. Bitterkeit entwickelt. Nur 8 von 180 Sitzen seien 1111- beitritten. 'Die alte südafrikanische Partei sei völlig gespalten. Ein Kennzeichen des Wahlkampfes sei es, das; namentlich in dél' Kappromnz arm? Buren zur Geltung kommen. Die Engländer rechnen auf die Stimmen der Negsr.
Kriegsnarhrilhten. Großes Hauptquartier, 18. Oktober. (“W. T. B.)
Westiicher Kriegsschauplaß.
DWZ in die feindlichc ZWUULUL weit vorspringeiide Wékk nordbstlick) Vcrmelch wurde [1011 den Eogiiindsrn wiederholt mit xtarken Kriiftbn mmegriffen. Alle Angriffe schlugen unicr sebr schweren Verlusten fiir den (Ziegner fehl, Tas Wexk blieb fest in Unsersm Besiiz. Llnqriffsbersuche OLT Franzosen bei Tabnre wnrden durcb Jener nieder: gebalten. Ein neuer fe indl ick) er Vorstoß zur Wiederkrobernng box verlorenen Ztellnngsiidlich vonLcintrei) blieb erfolglos, foxiete die "Franzosen aber neben starken blutigen Ver- iuytcn €,; Offizikre, 17 Unteroffiziere und 78 Jäger an (539- fangenen. Am Sck)ra13männlc konnte der Feind im Angriff tros Einsatzes einer erheblichen Menge von Munition kkinen Ins; breit Boden wiedérgcwinncn. De:1tsche Flug- geschwader griffen gLstern die Festung BLlfOl't an, wer: irisben die feindlichen Fliegkr und belegten dis Fesmng mit 80 Bomben, wodurch Brände hervorgßrufcn wurden.
Oestlicher Kriegsschauplaß.
Öseresgrnppe des- Generalfeldmarsxhalls von Hindenburg. Der Angriff siidlick) von Riga machte gute Fortschritte. 2 Offiziere, 280 ManU blieben als Ge: fcmgenc in unserer Hand. R11ssische Angriffe westlich von Iakobstadt wnrden abgewissen.
Westlich von Jlliirt bemächtigten wir Uns in etwa „“Mix! Frontbreite dcr feindlichen Stcliimg. Weiicr siidlick) bis in die Gegend von Smorgon wnrden mehrfache, mit starken Kräfteixunternommcne rnssische Vorstöße untcr starken Vsr_1_urten fiir den Gegner zurückgeschlagen. EI wurden ? Ossizikre und 175 :biann zu changenen gemacht.
, Heeresgruppé des Gensralfeldmarschall§ Prinz Leopold von BQULkU. Ein mssisckxr Angriff beidcrieits der Baba Ljacbowitschi Liaranomitschi brach 400 111 vor Unserer Stcibmg im Fensr „znsmnmen.
Öyeéxesgruppc dés Generals von Linsingen. Am Sii)r-zz*1u11_e 111311 Rafalowka bis Kiilikowicz [) babsn 1ich mite örtliche Kämpfe entwickelt.
BalkiinkriegssciMiiplaY.
In der Makbn bcxiinni dcr Féitid zu weicben. Auf dem .T»ö[)e*nxieléinde siidlick) Belgrad sind unsore Truppen im Vorschreitcn gegen Cbetkow-(Ii'ob UNd den Ort Brciii. Südöstlich von Pozm'cbai“ sind Ml. Crnice und Vozswac gonommcn. Bulgarisci)8 Triippen Haben Perkin Und Babin-“Zub Weiter siidlici) dringen sie iiber Exiri Palanka vor.
Oberste .Heersöleiimig.
bcscßt.
Wien, 18. Oktober. (W.T.B.) Amtlich wird gemeldet: Russischer Kriegsschauplaß.
In Ostgalizién, an deerma und im wolhbnisckwn Jost 1xng§gebietc auch gestern keine besonderen Ereignisse. Ani Kormyn-Backde und (im unteren Stnr iii[)rte der Femd eine Reihe heftiger Angriffe. Bei Kulikowice, Nowo Sielki mid Rafalonka wird noch gekämpft. An aUen anderen Punkten war der Gegner schon gsstern abend bxlUtig abgewiesen. Seins Verluste sind groß: am Kormbn räumie er in voller Auflösung unter Zurücklaffung VFM Gewehren und Riismngsstücken das Gefeckxtsfeld. Auch die an der oberen Szczara stehendcn K. und K“. Strsiikriifte schlltgen einen stärkeren russischen Vorstoß ab.
Italienischer Kriegsschauplaß.
„ An der Jsonzofroni entwickeln die Italiener wieder eme lebhaftere Tätigkeit. Es kam auch gestern abend im NordWestabschnitte des Plateaus von Doberdo bei Peteano zltbeftigeren Kämpfen. Starke italienische Infanterie M)] neuerdings unsere dortigen Steliungen cm, gelangte teil- raeqe bis nahe an die: Hindernisse heran und wurde schließlich kaxier schweren Verlusten zuriickgejagt. Sonst im Filljtxnlande sowie im Tiroler Grenzgebiete Geschüß- tmp e.
Südöstlicher Krieg§schauplaß.
,Die im Avala-Gebiet geschlagenen serbischen Divisionen Wktnchen beiderseits der nach Süden führenden Straße ZUruck. Unsere Truppen befinden sich im Anqriff auf die noch nördlich der Ralja stehenden feindlichen Abteilungen. Auch M der Macva wurde der Gegner zum Rückzug §,95Wungen, Beiderseits der unteren Morawa gewannen ie deutschen Divisionen abermals Raum. Die Bul- garen haben die „Höhen des Mnslin-Percin und dec:-
:- ,
aW- it" «ck“? .» 7 -übetEgri-
Palau a vor. Der Stellvertreter des des Generalstabes.
von Hoefer, FMrschallmwant.
Sofia, 18. Oktober. (W. T. B.) Tem Bericht des bulgarischen Großen Generalstabs vom 15. Oktober ist folgendes zu entnehmen: Jn Mazedonien schreitet unser Vor- dringen gegen die obere Brejalnica fort. Unsere Truppen erreichten die Linie Drancsac-Sukavolac, die Berg- gegend vonKavka und GolakPlaning. Unsere Truppen eroberie_n Zarevoselo, Pehtschevo [Md BUVW- Auf dem weyilichen Abhang des Großen Balkans erreichten unsere Truppen die Linie Novoforito-“' ldinacYRepuznicaM Rovnobucse« Tscherni Vrh. infere Truppen beseßten im Moravatale das strategisch wichtige Vranja Glava.
Der Krieg zur See.
_ (Jefbe, 19. Oktober. (W. T. B.) Wie „Nordlands- posten“ m1tteilt, erhielt due:- Ministerium des: Aeuszern von der (“Zesgndtschaft in Petersburg die Nachricht, das; der Dampfer „N_ike“ aus Geile von einem englischen Untersbeboot anxggbracht und nach Reval gefiihrt worden sei. Der Lammer war mit Eisenerz von Lulea nach Stettin unterwegs.
Der Krieg der Türkei gegen den Vierverband.
Konstantinopel,18.0kiobcr. (W.T.B.) Das Haupt- qugrtier teilt mit: An derDiirdanellenfront beiAnafarta (1113er Scharmiixzkln zwischen Anffl-(irungÉ-abteilungen und ans- seßsndem Yirtilieriexikfeclß 111chT§5 vonBedeutUng. BeiAriburun brachten unskre KÜÜLXWÜULÜLU feindliche Torpedoboote, die Line zeitlang wirknimslos Unscre Stellungen beschossen batten, zum Schweigen. Wir sprenglen Line Mine, die der (??ind bei Timili Tepe gegrnbsn bciitc. Bei Sedil Bahr Tschof; der Feind am 11; Oktober iii 24 Stunden mehr als tausend Haubißen ab, Olmo irgend eiiie Wirkung zu erzielen. Sonst nichts von Bedeutung.
Parlamentarische Nachrichten.
Scine Majestät der Kaiser und König und Seine Königliche Hoheit der Prinz Joachim von Preußen haben auf die anläßlich der Verlobung dec?- [eßteren von dem Ersten Vizepräsidenten des „13 e r r L n [) a it s ekz und dem Priisidentsn des Abgeo rdnotenk) auscs iibermittelten Glückwünsche Dank- telegrcimme gesandt.
Literatur.
„* Bisinarck Von Martin Spahn. Zweife, varmebtte Auflags. Drixtks bis ficbkntes Tausknd. 1915. MünMn-Gladback), Voik9bereins-Verlaa, (Heiellscbaft mit beschränktkr Haftung. 3 „ii. Das vbriiegenrc Werk, in Lkstek “Auflage „iu Wißmarcks bnndertsiem (Hsburtstag erfcbiknen, bat nur Wanka? Monate bis zu einer zweiten Auflage gcbraucbt Wie Martin Spahn im Vorwort bemerkt, mußxe er bei der Sksten Niede11chrift darauf sehen, den Umfang des Bucbks in den bon bomberein bkabfichtiaten Grenzen zu halten; er bat_desbalb dau-als nur die aquärticie Politik Bismarcks mit gleich- mäßigkr _'.'111§fiibrlichk21t behandelt, die innere Politik daaegen bloß in ibrénxObbxbunktcn » Bundesvkrfassiing, Kulturkampf, (Entfernung bon dcn Liberalen Ulid (Ksseizäebung der Fabre 1878 bis 1880 » ein- gkbenb geksnnzeicbnct. Die Einheit dss Buches litt darunter, und das Verstandnis dk? innkren Politik dks Kanzlers konnte bei der Nötigunb, bie Vökbinkébdén Fäden blos; anzndeuten, nicht in dem aewünscbtcnUmfang ersxblbffsn WLWM. Hier sucht die szkiie Auflage Untermffenes nacb- zbbbskn. Einer bolistätbigsn Neubkarbkiwng wurkk dic» Erzäblyng ké'r Jabra "nch 18750 unterzogen. Es handelt sicb alsoumwesentlicbe Ergänzungen. DUS BUÖ ist j 131 fast bnnd-Ztt S*Zklkn stärker und hat auch durch die beigefbxiic Zcitlafei zu BiSmarckö sten sowie durch Five kurze kritiscbc Iitératmüberiickst und ein Namenverzeicbnis an ert gywonncn. Bksbndere Bkacbtung bar bei Sbabn der wikder- bolt? Sthunngscbiel Wißmarcks npqexiübxr den politischen Parteien gcfunden; Was kr daiüber sagt, isi scharf durchdacht und aufscblzißreicb.
- Das Oktobeibit 'c-Lr Süddeutschsn Vkonatgbefte tragt die Nkzeicbmmi; .Déutscblands Zukunft“ und bar folgkndk'n Inhalx: Die Partei der Paricilosen. Karl Alexander von Müller: Die deutsche Not. Adolf Diir: Unsere bkxlorknen Söhne. Josef Hos- tniÜer: Soil unsere Jugsnd Enaliscb oder Französisch lernen? Friß Ble: Die Zukunft der Deutsckyamerikaner. Leo von Egloffstein: WiUensbilbung. Aus Briefkn Kaiser Wilhelms 1. Deutsche Sprüche bon Friediicb von Logan. Frikdrich Theodor Viickper: Die Deutschen. Max von Gruber: Die Sichsrung unserer Zukunft. Immanuel Kant: Der Sinn der Weltgeschichte- Vetgangenbsit und anumt. Ernst Jobann Faber (Nürnberg): Elf Monate in russischer KriegSgefangc-nschaft. Fr. W. Von Wissing: Dc'r Weltkrieg in französischer Auffassung. BliLfL bon deutschen Frei- maurern. (Hemeinkame geistige? Arbeit nach dkm Krieg? Spectator Novus: Die franibsiicbe Anklaaescbriit gegen D8ut1chland. *Frixz (Tndsre: Ayesha. Friis Behn: Organisation der Frauen. Tagebuch,
Kunst und Wiffensckxaft.
Gestern cht im Preußiicben AbgeordttStenbause die erste alnge- meine Veriammlung der deutschen Gefellsclpaft fur Bevölkerungspoiitik mit dem Hauptziel dcr Bekämpfung des Geburtknrüchanges stattgefunden. Zum Vorfißenden Wurde, wie . - T. B." mxldet, Gebximrat, Professor Julius W911 gewäblt. Das Wort ergriffen im Sinne der Notwendigkeit der Gründung die ngkordneten Baffeimarm, Naumann, Frei- bcrr bon ZedliZ-Neuiircb, (Graf Wkstatv, Faßbendsr, ft-rner General von Blums, KabinettSrc-t a. D. von Behr, der Vor- sisende des Zentralrats der deutschen Gewerkvereine Gustav Hart- mann, die Professoren Neißer, Hofmeier und Seeberg, der Vor- siyende des Ausschusses der preußischen Aerztckammern, Geheimrat Störer und die Vorsißknde des Deu11ch-Evangelischen Frauenbundes Paula Mueller. Der Reichskanzler hatte einen Vartreter entiandt. Der Beifall des dicht besetzten Hauses, der vielfach begeisjexte analt dg Reden und Telegramme bcwi-s, daß es sia) bier um kme bedeutsame Kundaebunq eines großen Teiw des deu11chen Volks handelte. Im Anschluß an die allgemeine Versammlung Wurde eine Mitgliedervkrsammlung abgehalten, in der (Geheimrat, Profeffor Iulius Wolf-Berlin zum Präsidenten, der Senatsvräsident von Strauß
und Tornev-Betlin, der Unterstaatssekretär 3. D., Professor Georg ,“ bon Mayr-Münckoen Und der Vorfißende des Deutschen Yerüebereins- [' bandes, Sanijätsiat “"Hilfe-Leipzig zu Vizeptäfidenten gewahlt wurdet. *
Die. «*»t- !:.ljt-kio “' --
ibm ' m:: dm .. „ , , Selex ibr At injabr 1915-1916. Der “- ' „ ebreude Worte de! Gedächtnisses den jüngst va «*, - - - Foriker! Ytofeffor Rotbmann-Berlin, dem amerikan chen Etbuoampket rederif Ward Pittman, efiProfeffor Martin Bernbatd-Berlkk- Proseffor Ortb-Verliu, Prof or Widmann und dem auf deux Felde der Ehre gefallenen Dr. Breuer; auch des Schweizer Artbaotog-“n Jacob Nuescb gedachte Profesor Selex, der dureh die Grabunsgey in .Schweizer§bild' und am „Keßleriocb' fich um die Vorae chichte Jkoße Verdienste erworben hat. Professor Alfred L. Kroeber xou der Universität in San FranciSco besprach das geg'enseitiße Verhältnis des Sozialen und des Organtsäpeti n Antbropologic und Völkerkunde. Er führte etwa aus: Zwisebeu dem Organischen und dem Soiialen, das der Vortragende mit dem Kuliurelien gleichseyt, gibt es äußerlich Weinbar viele Aean-bksW die zum Teil darauf beruhen, daß wir auf beiden (*I-bieten eme Entwicklung wahrzunehmen vermögen. So kann man die Parabele aufsteUkn zivisckoen der Entwicklung im Tierreich und der Entwicklung dkr Kultur, und d-nnocb find beide Gebiete grundbetscbiekeu. AU Beispiel kann die Entwicklung der Vögel axé Tierkiasie aus ihren Vorfahr": den Reptilien gelten, die duvcb AUSlese J€1chlcht, so UVK- das; bis Urahnen der Vögel Flügel bekommen und Schuppen verlieren, Zähne bcrlieren und einen Schnabel anießen. Durch_ Vererbung eines Organs wird jede neue Eigenschaft im OrganUrben weiter gebracht. Diesem Vorgange dürfte im KultureUen die Erfindunqbes Luftschiffes enispreckxcn, die von dsr Entsiebung der Vosel aus den Reptilien ganz bericbic'dkn ist; denn die kulturelle Entwicklung vxrändert die organischen Unterlagen beim Menschen nicht, die Erbliébksit beim Menschen wird diLkch seimn kulturellen oder sozialen Fort1chritt kaum berührt. Betubt demnach die organische Entwicklung ans anaeborenen Eigenbbaijen, fo icbreitet die kulturelle oder soziale Entwickluna durcb Aneignung Vorwärts. Freilich können auch durch kalturklle Entwicklung gewisse Abänderungen der Art des Individuums Von Vat-r auf den Sobn oder vba Stamm zu Stamm überlrage-n werden, doch sind die Prozkffe, die hier zugrunde liegen, anz Verschieden bon dknkn, die im Teganiscken in Geltung find. st so auch eine Ukbc'rtragung ves Materiaxs bes emen Gebiets auf das andere obne Bedeulung, so ge]chiebt sie dennoch, und zwar nicbt nur dmc!) Laien, sondem selbst in der Wissen- ichait. Ein Bsiskicl hierfiir lisgt in dem Problem bot, das als Bkrtxrtuna der einzelnen Raffen auch in der Wissenschaft zu lebbaftyn (Frörierungen Anlaß gigeben bat, aber es 1cheint_ doch, als ob niemand bier etwas wüßte, und die Arguxnente, die dafur an- gsiübrt werden, Ob eine Rosie beaabter sei als die andere, schetnen sick) im Kreise zu bewWen. Der Biologe und Dkk Naturforschxxr schlisßt aus dym sozialen Vollbringen einst Rasse auf deren organiiche Vor- züge gegenüber einer andern, die solche Resultate nicht au1wei1en kann, etwa der Europäer gegenüber den Negern, wogegen der Ethnologe Und der Historifsr aui organisäxk Gieicbbeit ziveier Rasen schließt, :rade weil er annimmt, daß kulturelle oder soziale Untersehiede einer LHruvbe oder zweier untsreinander auf geographische Bedingungen zurückzuführen sind, allgemein durch das Milieu entstanden sind, uud dieje Auffqffung ist für den Eibnologen und den Historiker brakti1ch richtig; denn obne sie als Vorausseßung wäre seine Wiff-mscbaft nicbt mebr Geschichte, sie würde zur schlechten Naturwisicnschaft. Und doch müffen wir alie bei der Behandlung der Rafferiartirage annehmen, das; Es soziale Einfiüffe gibt; denn viel?. Unterschiede bestimmter Gruppen untereinander beruhen durchaus auf sozialer Basis; ob nun abZr auch der Rest ihrer Gleichbeiten und Ungleichheiten auf soziale oder organische Gründe zurückgzbe, das der Wklt Positiv zu béweiien, isi bxute noch niemand imstande, da die Grenze dks Sozialen und des Organischen bisher noch nicht gezeigt worden ist, wenngleich vielC Ansätze dazu gemacht Worden sind. Der Vortraasnbe wics auf die Arbeit eines amerikanischen Jor- i-bers bin, der die biologische Stellung und den Josialen Wert der Mulatten bbbandklt; das Wäre dasselbe, als wenn man Anthro- pologie mit Vöikérkunde bsimtscben, oder Geschichte durchschoffen mit Darwxni-Stnus bebandc-ln wollte. Eine Folge iolcher Vermischung von Organi1chem und Sozialem zeigt sich in der vielumstritt-nen Eugenik, obwohl die Begabung wie die hohe géiftige Fähigkeit Galtons“, Pearsons und ihrer Scbülx-r außer Zweifel steht. Besteht aber der grundsäßlicbe Unterschied zwischen Orsaniscbem und Soztalem, so steht die Eugenik mit ihren Bkstrebungen auf einem Trug1chluß; denn 173 ist ibre Absicht, den Versuch zu wagen, ku1tureUe Zwecke mlt oraaniscben Mitteln zu erreichen. In diesxm Falle wäre es denkbar, das; d-Ir Mensch nicht durch Verbcfferung der Konstruktion des Lust- ?cbiffss flisgkn lemte, sondern durch Ansetzsn bon Gefieder. Die _Ver- wecbsclung von Organiscbem und Kulturellem ist nach Pronskffor Ktoebeis Ansicht deshalb so weit bsrbkeitet, weil das Verhaltnis von Kötverlicbem zu Geistigem häufig übertragen wird auf das Ver- bältnis des Organticbyn “zum Sozialen. (Salton wil] bsweisen, daß ebenso gßisiige Eiaenscbaitsn, Talent (;.-9111115), wie moralisch Eigen- schaften Uk'lt'.“1' Blaisberwandten w Othkilt sind, wie körper1iche Merkmale; bas; bei GLsÖWisiEkU dcr Kmrslatiobsinbex dt'r geistigen Eigsnschaftsn dcr alsicbs sei, wie etwa der der chfformen; das be- deutet, es srUsn atisiixx- Eig-nscbafien wie körvßriicbc beretbt Wkrden. Disse Vermutunxi mußim kik Naturforscher bxgen und Gaitons Ar- bciten sind im Lanzen keineSMgs Inf€chlbüil Qbkr diese Foricber machen dabki ÖM Fkblxr, das: s:? dir Meinung fink, die Weiterentwicklung, der Fortickzritt im Sozialen oder Kultureilkn beruhe auf einem „Aufikeibkn“ des Geistes bsim Individuum. Das Soziale wirkt selbst Wciter, abér nur auf Soziales, es ist zugleich Ursache und Wirkung. Galwn und seine Schüler, die selbst Biologen smd, er- kennsn das Skziale „als so1chcs nicht genügend und zexlegen _es des- halb in organixcbe (biologische) Elememe, was für den Naturforscher an 1111) ganz richtig ist, nur sind die_bon ihnen aus dissem Veufabren gezogenen Schlüffe nicht berechtigt. Gxichichtk wissenschaft uni) Völkerkunde dürfen sich nicht mit dim Oiqanischen gls soichem beiaiicn, denn das Soziaie hyginnt, wo das Biologische auiböit, die memcvlicbe Kultur ist eine Entität, ein Wesen “für fick). Die GeichichtSW1ff6nschaft kann das Jk-dibiduum nur als Brücke zum Sozialen werten, sie kann das Prinzip der mechanischen Kausalixät aÜein nicht gelten laffen. Ein Berbeis dafür, daß dem so ist, 1i€at in der oft sicb wiedcrbolenden Gleichzeitiokeit bon Erfindungen skiiens boneinander vaig etrsnntcr und unabhängige? Z).)iänner. So entstanden die ForschungSerge nisse bon Datwin und Wallace gleichzeitiq, ebenso wie Adams und sterrier die Neptunbahn zur selben Zeit "rast berccbneten; die Erfindung des Telepbbns wurde ron zwei beiscbikdénen Elfindern zur Pateniierung fast am gleicbkn Tage eingeréicht. Was kann dies bkdeutc-n? Es hat keinen mystischkn Grund, wenn man diese Taisacben in geschichtlichem Sinne betrachtet. Alle diese Eifindungen und Entdeckungen wären gemacht Wbtben, aucb wknn die Männer, deren Namen beute mit ihnen verknüpft sind, nicht ("lebt oder nicht zu ib1er Zeit gelebt hätten. Obne Darwin und Wallace winden wir beme auch nicht mehr aus der Stufe der Eikenntnis stebxn wie in Lamarcks und Cuviers Tagen; das ist_undcnibar, obne daß auch nur im geiingsten an dem Genie jkner For1cher gkszifelt zu Weiden bmvcht, auch hätte Darwin, w-nn er um die Mitte 195 18. Jahrhunderts gelebt bäkte, seine An'chauungen nicht in der Weise zu begiünden vermocht, wie er es zu seiner Zeit konnte, und Wenn er nur 25 Jahre später mit seiner Lebte gekommen wäre, 10 wäre er schon zu spät gekommen. Das Individuum als 1olches zählt in der Kulturge1chichte nicht mit. Nach Millionen von Jahren organiseber Entwickiung elangen wir zu den Eolitben und zum Pitbekantbropus, wo das Kulture e oder Soziale erst beginnt, das nun sich gegenüber dkm Organischen, das über den Neandetibaler bis zum modernen Menschen sich langsam verändert und vorschreitet, in enorm schnkUem Tempo zeitlich genommen eutchkelt bat. Darum können wir n'cht a-neren von der Entwicklung des Organiscben auf die des Sozialen schließen. Sonacb ist, im Gxunde genommen, die Antbjcvologie Biologie, die Vöxkeikunde Geschichts- wiffenscbaft, letztere muß ficb auf das Soziale b:!cyränken. Det ' ufall fügt es, daß beide Wissenschaften sich mit dem „Menschen“ be affen. Es kann zweifelhafterscbeinen, ob im praktischen Sinne eine Trennung eiwün1cht ist, und Professor Kroeber wün1cht sie keinesfalls, nur
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