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„der Geist der Knechtschaft“ von ber sanften herz— gewinnenden Gewalt des Christenthums, in den heiteren, alles vermoͤgenden Geist, einer „seligen Kindschaft“ verwandelt und umgeschaffen wird?!
Es ist wahr, das Leben der Christen ist, sobald es sich nach dem ihnen gegebenen heiligen Urbilde gelaäutert und gestaltet hat, „verborgen in Christo,“ reich im Innern, unscheinbar im Aeußern, und in der un gefätbten Demuth, die es trägt und nährt, ist seinem Sinnen und Trachten, jede äußere, glaͤnzend in die Augen fallende Auszeichnung fremd. .
Aber diese Auszeichnung, wird sie an Werth und Eindruck verlieren, wenn in der Brust, die sie ichmuͤckt, ein reines, ein fremmes demuͤthiges Herz schlägt? ein Herz, das bei jeder Worlthat dankvoll bekennet: „Nicht uns, nicht uns, nur Deinem Namen allein o! Herr, die Ehre.“
Scehet da, ar v. Z.! den erhabenen heiteren Stand— punkt, auf welchen dieses Fest wir stellen sollen, und den tiefer liegenden, festverschlungenen, segensvollen Zu— sammenhagg , in welchem es mit dem Christeuthume, und In dem selben, mit unseren hoͤchsten Angelegenheiten steht. Gesegnet sei nns diese ernste Verbindung und heilig die Stande, ns sie aufs neue unserm Verstande klar, unserm Herzen wichtigne un erm Leben heilbringend werden fell. Haben es doch von jeher dis, besten und ebelsten Menschen fur die hörte Wasgabe ihres Daseins gehalten, diese Vebindung der Sorge fuͤr ihren irdischen Beruf, mit der Sorge fuͤr das Ewige, in sich zu Stande zu bringen. Sehen wir auf das, was das tagliche Leben in der Erfahrung uns zeigt, so halten die meisten Menschen eine solche Verbindung fuͤr unmsglich.
Leichtsinnige, die, unter den Vorwande, die Menge und Vielseitigkert ik rer Be röeiten und Zer⸗ streuungen erlaube ihnen nicht, mit der Retigion sich zu befreunden, sie ganz aufgeben, und mit dem was man Anstand und Ehrbarkeit nennt, fertiz zu werden suchen Besorgte, um ihr Seelenheil Bekuümmerte, die auf die entgegengesetzte Seite übergehen, wahre christlichs Frömmigkeit mit dem unruhigen Thun und Treikben in der Welt fur unvereinbar halten, und durch stille mystische Abgeschiedenheit, sich fuͤr ihren ir di chen Bernf unbrauchbar n ichen. Sch wankende, die bald von einem z and i uͤbergehen, zwischen beiden ein Abkommen tre fen ölen, weder dem einen, noch dem andern angehßn, uns in diesem unruhigen Doppel.
̃ e Gört, noch der Welt gefallen.
höhe lichtvalle Glaube an den, „der um— hd Gutes that, der rastlos wirkte,
Füge es für ihn Tag war“ in uns lebendig ge,
orden, «dann werden wir vor der Gefahr solcher Ex eme, an denen unser Zeitalter so reich ist, dann wer— den wir gegen solche verderbliche Halbheit, verwahrt sein, und unser zeitlicher und unser ewiger Beruf wird sich zu einem schoͤnen, in sich verknüpften Ganzen ge. stalten. Wir werden es durch die That beweisen, daß der wahre Christ, „den man an seinen Früchten erkennet“ vergleichöngsweise auch immer der beste Soldat, der beste Staatsdiener, der deste Unterthan ist. Das was zer Landesherr, in christlicher Erleuch⸗ tung, zur Befoͤrderung wahrer Reltgioßtät, fuͤr die Kirche thut, wird uns eben so wichtiz sein, als was er fuͤr den Staat anordnet, in Beidem werden wir Lie Mittel zu Einem großen Zweck und Staat und Kirche in segensvoller Eintracht erblicken. Ist der Glaute an den Erloͤser in uns lebendig geworden, dann werden wie das Licht der Erkenntniß und die Warmen der Em * ache
pfindung, nie ven einander trennen, und an der sich.
leitenden Hand eines vernuͤuftigen Glaubens, eben so sehr vor Unglauben auf der einen, als vor Schwe mern auf der an ern Seite geschuͤtzt sein. Glauben wir an Jesum, den Herrn, so wird unsere Froͤmmigkeit eint gemeinnuͤtzige Wirksamkeit fuͤr das Beste der Welt, und auf die Ewigkeit, der wir entgegeneilen, werden wir uns am besten vorbereiten, durch die unwanzelbar— fremme Treue, mit der wir auf dem uns angewiesenen Standpunkte alles geworden sind, und alles geleistet haben, was wir werden und leisten konnen und sollen. Welch' ein hohes gläͤuzendes, jetzt der Welt ent— ruͤcktes, aber der Verehrung unvergeßliches Beispiel aus der neuesten Zeit, tritt uns hier ermunterud und herzerhebend entgegen. Ein klarer Verstand — und ein tiefes Gemüth. Heiterkeit und Ernst. Anmuth und Warde. Festigkeit und Milte. Gerechtigkeit und Gugde. Mit tausend wichtigen Dingen beschäftigt, und doch in sich gekehrt und gesammelt. Age Anstren, zungen des Krieges, alle Bestrebungen des Friedent, leitend und foͤrdernd, und, der Stifter des heiligen Bundes, alles voll Licht und Liebe, gruͤndend auf dem einzig festen Grunde, des biblischen Christenthums, der Verbreiter desselben durch das große Werk christlichet Missiens-Anstalten und Bibelgesell schaften. Unaufhoͤr, lich und rastlos thaͤtig fuͤr die Wett und ihre Anlegen— heiten, und doch Gott, Jesum und die Ewigkeit, als das hoͤchste Ziel im Auge und im Herzen. — Ein mäͤch— tiger großer Kaiser, ein gepruͤfter demürhiger Chris; der treue Bundesgenosse, der zärtliche Freund unsere Koͤniges und Herin, der Freund unseres Volkes; der Wohlthäter Europa's. Von uns allen gekannt, verehrt, geliebt und jetzt beweint, — heweint von der Welt. Ach! an den herben Schmerz Ihn so bald verloren zu haben, schließt sich um so inniger das heiße Gebet: Gott erhalte! Gott segne den Konig! Mit allem, wa wir sind und haben, weizen wir uns auf's neue seinem Dienste in frommer Treue. Sein Gerechtigkeit ist die Buürgschaft unserer Ruhe. Seine Milde unser Gluͤck. Sein christliches Beispiel unsere Erbauung. Er mit
Vaterlandes. Gott segne, Gott erhalte den König! und ein jedes Herz und ein jeder Mund spreche Amen!
Schausypiel
Im Schanspielhause: „Dit ö NMal⸗
Königliche
Bekehrten,“ Lust richt in 5 Abtheilungen, von E vach. Hierauf: „Der Bar und der Bassa,“
8 in.
Im Operhhause: Redoute. Einlaß -Billete 3 Rthlr. für jede Person, stud his Dienstag Nachmitis 5 Uhr bei dem Kastellan Herrn Sattler im O vause, bei dem Kastellan Herrn Atler im Schau banse, und Abends nach Erüffnung des Haures«
Es werden auch Zu
Bilets zu den Logen des dritten Ranges verkat daher diefe Blets gegen Bezahlung Rtolr. für das Stück, ven Dienstag Morgzen? bis Nachmittags- 5 Uhr, bei den beiden geng Kastellͤuen zu haken. Die Kasse wird um 9 Uhr oͤffnet. Ende der Redoutꝛ: um 5 Uhr.
Mittwoch, 25. Januar,. Im Schauspiel Laßt di: Torten ru pen,“ Lustspiel in 3 Aoth5 E. Raupach. Hierauf: „Alexis und Susetta, Dr Weinlesfe bei Montolivette,“ kom, Ballet in 2 Abtheilangen. .
beiden Kassen ztz, haben.
i,. in 1 Aufzug, von C. Blum. 1
und sind
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it alienische
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Gedruckt bei Frister und Eisersdorff.
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RNedactenr John.
Seinem Hause, der Ruhm, die Ehre, die Hoffnung, des
8 e —
zur allgemeinen Preuß.
Zeitungs-Nachrichten.
A u s land.
Paris, 17. Januar. Die in Paris anwesenden russischen Unterthanen haben vorgestern in die Hande des russischen Botschafters, Grafen Pozzo di Borgo, S. M. dem Kaiser Nicolaus den Eid der Treue geleistet.
In Montauban ist der Taro ausgetreten und das bis zum zweiten Stockwerk der Haͤuser angeschwollene Wasser hat große Verwuͤstungen angerichtet. Die Gar nison und die Gendarmerie haben sich durch ihren Ei ser, den Ungluͤcklichen zu Huͤlfe zu kommen, ausgezeich, net, und nur ihrer kräftigen Mitwirkung hat man es
ju verdanken, daß kein Einwohner das Leben verlo. Albula schen am S. Deg, mehrere Fu
ren hat.
Vorgestern hat sich bei Herrn Laffitte die Commis⸗— sion versammelt, welche einen Preis suͤr das beste Ge dicht uͤber die Reise des Generals Lafayette nach den vereinigten Staaten ausgesetzt hatte. Obgleich nur 2 Monate seit dem Aufrufe verflossen sind, so warten doch mehr als 80 Gedichte eingegangen; das dithyrambische Lied des Hrn. Caöbßat hat den Preis davon getragen.
n , hne 98 Fr. 25 C. — Dreiproc. 67 Gin,,
London, 13. Jan. Die Hofzeitung vom 10ten enthält die unterm 20. Decbr. v. J. erlassene Koͤnigl. Proklamation, wonach vom 4. 5. M. ab gerechnet die großbrittannischen Gold- und Siibermuͤnzen auch in Irland gleichmäßigen Cours haben sellen.
Am verwichenen Dienstag wurde der Koͤnigsbote Hunter mit Depeschen nach Paris abgefertigt; Tags vorher war ein anderer Koͤnigsbote nach Wien abge- gangen.
Der Zustand des Geldmarkts hat sich seit gestern nicht gebessert.
Consels 82. —
Brüssel, 18. Januar. Die hiesige Sociétè du commerce hat E000 Brodte und A0 000 Pfund Stein— kohlen unter die Armen vertheilen lassen.
Die Zeitung l Impartial sagt, vor den letzten Ferien wären auf den beiden Flanderschen Universitéten noch 1500 Studirende gewesen, — gegenwärtig befinden sich dort uur noch 10600, und von der fehlenden Zahl hätten sich uͤber 300 nach Frankreich begeben, um bei in Jesuiten zu studbiren.
Stuttgart, 17. Jan. Zu Anfang des gegenwaͤr— igen akademischen Winter-Halbjahrs befanden sich auf der Universität zu Tuͤbingen 831 Studierende, worun— 72 Ausländer. Evangelische Theologie studierten 2, katholische Theologie 1046, Rechtswissenschaft 105, zeil- und Wundarzneikunde 146, Staetswirthschaftibo, gemeine Vorbereitungswissenschaften 213 und jäuͤdisch— heologie 1.
Aus der Schweiz, 14. Januar. Die Unterhand— ingen der schweizerischen Kommissarien mit dem groß erzogl. Babischen Kommissair zu Zürich, haben in
nersten Tagen des Jahres eine guͤnstigere Wendung genommen und man faßt neue Hoffnung fuͤr einen er wüänschten Ausgang derselben. Zur Berichterstattung
d Einholung nochmaliger Aufträge hatte sich der ein, ven den schweizerischen Kommissarien, Hr. Staatsrath von Roll, am 8. Januar nach Luzern verfuͤgt.
Eine Kundmachung der Staatskanzley Solothurn vom 21. Dec. zeigt die Eroͤffnung der Werbung fuͤt das
errichtende Bataillon in Königl. neapolitanischem dienst an.
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Staats ⸗Zeitung Nr.
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In Freyburg geht man jetzt sehr ernstlich mit der Ausfuhrung des laͤngst gehegten Planes um, eine Bruͤcke zu erbauen, welche die obere Stadt in unmittelbare Verbindung mit der Bernerstraße auf der Höͤhe jenseits der Saane bringen wird. Diese Bruͤcke fuͤr Fusganger und F hrwerke soll sich üßer eine Tiefe von 160 Fuß erheben, 840 Fuß Laͤnge und 25 Fuß Büeite haben. Es ist dafuͤr von dem Oberst Dufon in Genf der vollständige Plan eingesandt worden. Sie soll auf zwanzig aus Eisenerath verfertigter Ketten erbaut werden und nur in der Mitte auf einem steinernen Pfeiler ruhen. Die . sind auf höchstens. 325,000 Schweizerfranken be— rechnet. .
Nach Berichten aus Graubuͤnden wurden auf dem hon hrleute von einer Lauwine überfallen, vermochten aber sich loszumachen; am 22. verschuͤttete am gleichen Berg ein Winoschild (8. i. ein vom Wind an Felsenwänden gebildetes Schnee gewolbe) den Engadinerkotenn mit 17 Personen und 15 beladenen Schlitten; einige konnten sich losarbeiten und
retteten die Mh tizen. ö
Spanien. Die Zeitungen haben viel von einem viplomatischen Diner gesprochen, welches der Herzog von Infantado am 6. Deebr. gegeben habe, und insbe— sondere von einem kostdaren Porcellain⸗Aufsatz, worauf sich die glaäͤnzend beleuchtete Statue ines Mexicaners in alter Nationaltracht, mit der rechten Hand auf Spa— nien zeigen“, befunden habe. Dieser Mexieaner uns bie⸗ es Spanten waren, nach einem in der Etoile befiadli⸗ chen Schreiben aus Madrid vom 2. Januar, nlchts imnger« als die Gruppe des Pygmalien und der Gala— thea von altem Biscuit aus Sevres und die Illumi— nation des Mexteaners bestand nur in ven zahlreichen Kerzen, womit die Tafel kesetzt war.
— Dasselbe Schreiben enthaͤlt zur Berichtigung einer fruͤher von der Quotidienne gegebenen Nachticht über einen Streit zwischen dem Marquis von Zambrano (Kriegs Minister) und einigen i der spanischen Garde ils Officiere steher Folaendes: „Der Mar⸗ quis v. Zambrano ließ n. Gan g Cavallerie passtren und unzufrieden über diele ner jener Offictere ein Menoeuvre er ihm solches ziemlich leühft zu er
sogar einige wenig adgemessene die
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Franzosen, gegen die er, wie man sagt, eine Abneigung
gegen
hegen soll, fallen ließ. Der Obrist von Merignan, der bei diesem Auftritte nicht zugegen war und der seiner— seits unter den Befehlen des Brigadier v. Pierradbt, eines franzöͤsischen Ausgewanderten steht, in dessen Ge— zenwart derselbe statt gefunden hatte, glaubte nichts deste weniger direkt an Se. Maj. eine Anklage gegen den Minister richten zu muüssen. Nachdem letzterer sol⸗ ches vernommen, ließ er ihn kommen, druͤckte ihm seine ganze Unzufriedenheit aus und füzte sogar einige Dro— hungen hinzu. Vielleicht hat der letztere Umstand an ih nichts sehr anstsßiges, noch sehr üͤberraschendes und wenn Hr. v. Merignan, vordem bloßer Brigadier in der französsischen Leibgarde, jetzt Obrister in spanischen Diensten mit einer Stelle in der Garde von 7000 Fr. Gage, wenn also Hr. v. Merignan, ungeachtet feines Schrittes in seinem vortheithaften Posten belassen ist, so darf man glauben, daß Hr. v. Zamerane nicht so gar feindlich gegen die Franzosen, noch so rachsuchtig ist, als man ihn darstellt.“
Die von dem Journal des Debats mitgetheilt Nöchricht: daß Agenten mehrerer Legationen zu Madrid Paͤsse genommen, um sich nach Gibraltar zu begeben,