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ewigen Aufregung muͤde sey, die den ruhigen Arbeiter nur sei— nen Geschaͤften entziehe; doch verwahrte er sich zugleich gegen die Meinung, als ob er darin eine laͤssige Gleichguͤltig—⸗ keit und Apathie sehe; „nein,“ sagte der Redner, „ich bin vielmehr uͤberzeugt, daß diese Ruhe sehr gat mit der groͤß— ten Wachsamkeit und, wenn es noöͤthig ware, mit der ent— schiedensten Entschlossenheit vereinbar ist.“ Aber, meinte er, das Volk wolle nicht mit Gewalt vorwaͤrts gedraͤngt werden, es wole sich durch keinen von Außen kommenden Drang fortbe— wegen lassen, sondern es verlange nach ruhtger und besonnener Abstellung der Mißbraͤuche. Mit denen, die da meinten, man konne das Ministerium bloß um der Maßregeln willen, die es vorschlagen wuͤrde, wenn dieselben gut waͤren, unterstuͤtzen, ohne auf die Personen Ruͤcksicht zu nehmen, erklärte sich Sir Robert nicht einverstanden, sondern hielt vielmehr das öͤffentliche Ver⸗ trauen auf die Personen als ein nothwendiges Bedingniß fuͤr eine jede Verwaltung. „Richt bloß deshalb“, sagte er, „schen— ken Sie so ausgezeichneten Männern, wie Lord Lyndhurst und Sir James Scarlett, Ihr Vertrauen, weil Sie eine oder die ander? von ihnen ausgegangene Maßregel in der Rechtspflege fuͤr gut und recht halten, sondern weil Sie vermoͤge thres trefflichen und makellosen Charakters von ihnen uͤberzeugt sind, daß alle ihre Handlungen einsschtsvoll seyn und von dem aufrichtigen Ent— hluß ausgehen werden, das zu thun, was sie mit gutem Ge— vvissen glauben und fuͤr recht erkannt haben.“ Er schloß mit der Veisicherung, daß, wenn auch das Ministerium sich jetzt noch auf keine bestimmte Verpflichtungen einlassen koͤnne, doch ein je— des Mitglied desselben sich bestreben werde, das allgemeine Ver— teauen zu gewinnen. Der Herzog von Wellington, der nach dem Premler-Minister das Wort nahm, faßte sich sehr kurz und dankte nur für das Vertrauen, welches ihm während der Zeit, wo er mit der Bildung des jetzigen Ministeriums beschaftigt gewesen, von Seiten der Banquiers, Kaufleute und anderer Buͤrger von London zu Theil geworden sey, indem er . die feste Ue⸗ berzeugung aussprach, daß während dieser Periode die Interes⸗ sen des Landes in keiner Hinsicht gelitten haben duͤrften.
Auf die Versammlung der Konservativen, die gestern in der London Tavern statifinden sollte, um in einer Adresse dem Koͤ—⸗ nige eine Danksagung fuͤr die Ernennung des neuen Ministe⸗ iüms zu votiren und das vollkommenste Vertrauen zu der Ver— waltung Sir R. Peel's auszudruͤcken, war Alles sehr gespannt, und die Oppositions-Partei hatte es nicht an Machinationen feh— len lassen, um diese Absicht zu hintertreiben, was ihr aber nur zum Theil gelang. Eine ungeheure Volksmasse, von den Radi— kalen aufgereizt, draͤngte sich schon lange vor der fur die Eroͤff⸗ nung der Versammlung anberaumten Zeit nach der Taverne, um die Sale zuerst in Besitz zu nehmen. Bald entstand ein so furcht⸗ vares Gedraͤnge, daß man nur mit Lebensgefahr die Treppe be⸗ treten konnte. Um 12 Uhr wurde der Tumult noch aͤrger. Ein Theil der Anwesenden iwollte die Thuͤren einschlagen; An— dere aber schrieen, „Nein! Nein! Keine Gewaltthaͤtig— keit! damit die Tories nicht sagen, wir gehoͤrten zum Janhagel.“ Erst um 1 Uhr wurde die Hauptthuͤre geoͤffnet, And in wenigen Minuten war der große Saal mit mehreren Tausend Menschen angefuͤllt. Weder Hr. Ward, der auf die Adreffe antragen wollté, noch Hr. Grote, der Fuͤhrer der Op— positionspartel in der City, vermochten, sich Gehoͤr e verschaf⸗ fen. Der Laͤrm währte uͤber eine Stunde, und au erhalb des Hauses hatte sich eine solche Menschenmasse versammelt, daß man um 2 Uhr nicht mehr in die Naͤhe der Thuͤren gelangen konnte. Selbst Alderman Farebrother und mehrere der achtbar— sten Buͤrger mußten auf der Straße bleiben. Es war durchaus unmoglich, Resolutionen zu beschlleßen, bis endlich die Tories die Versammlung vertagten. Um 2 Uhr stroͤmten die Reformer in Maffe wieder nach der London⸗Tavern, und Hr. Grote woll⸗ te den Vorsitz uͤbernehmen, um Resolutionen uͤber den Zustand ter öffentlichen Angelegenheiten zu fassen. Aber auch diese Versammlung mußte vertagt werden. Herr Ward hatte sich unterdessen mit seinem Anhange in emen Feineren Saal zuruͤckgezogen, von welchem die große Masse des Volker ausgeschlossen wurde. Dort ward ihm fuͤr sein gemesse— nes Benehmen wahrend des Tumults Dank votirt, und er er⸗ mwederte darauf, daß er hoffe, allen Anwesenden wuͤrden die eben vorgesallenen Auftritte zur . dienen und ihnen zeigen, in welche Hände das Land fallen müßte, wenn sie nicht die je— tzigen Minister aufs eifrigste unterstuͤtzten. Er machte sodann merklich, daß den achtbaren Klassen immer noch ein Mittel übrig bliebe, ihre Gesinnungen auszusprechen, wenn es auch nicht in einer oͤffentlichen Versammlung geschehen koͤnne. Die— ser Aufforderung folgten die Anwesenden und begannen, die vor, veschlagene Adresse an Se. Majestaͤt zu unterzeichnen. Um 5 Uhr zahlte dieselbe bereits 599h Unterschriften.
Pei dem konservgtiven Diner, welches kuͤrzlich zu Maid— stone in der Grafschaft Kent gegeben wurde, praͤsidirte Lord Ma⸗ hon, Sohn des Grasen Stanhepe und Unter, Staats, Secretair ber auswärtigen Angelegenheiten. Die Gesundheit des Koͤnigs wurde mit großem Enthusigsmus getrunken, desgleichen die der Koͤnigin, bei der sich alle Anwesende von ihren Sitzen erhoßen, um kund zu geben, wie sehr man sie vor Allen den von der Dersammlung vertretenen Grundsaͤtzen geneigt halte. Als der Twast „Lord Hill und das Heer,“ ausgebracht wurde, ergriff ein anwe sender Oberst die Gelegenheit, um zu aͤußern, daß von al— len Ärneeen Europas keine einzige mit der Englischen verglichen erden köhne. Von dem Herzoge von Wellington, dem Sieger in tausend Gefechten, an gefshrt⸗ werde sie den kombinirten Streitkräften ber ganzen uͤbrigen Welt widerstehen. sident brachte darauf den Toast aus: „Die protestantische Verfassung n Staat und Kirche“ und meinte, es sey nie eine weniger begruͤndete Behauptung aufgestellt worden als daß die konservative Partei gegen die Verbesserung der Lage des Volks gestimmt sey; vielmehr seyen bie Konservativen viel bessere Vertreter der Reform Bill, als ihre Gegner, denn die Bestimmungen derselben seyen jedenfalls unter besserer Obhut in den Haͤnden von Leuten, welche sich da—⸗ bei beruhigen wurden, als in denen des Lord Durham, der be— haupte, fie muͤssen verandert werden. Der Graf von Winchel— sea sprach die Hoffnung aus, das Gleichgewicht unter den drei „on der Verfassung anerkannten legislativen Gewalten werde darch die . nicht so sehr gestoͤrt seyn, daß nicht die ZZahl-Berechtigten bei der Aufloͤsung des Parlaments ⸗Repraͤsen⸗ ronten wählen könnten, die vereint das Land dem drohenden Verderben entrissen; die Reform-Akte sey jetzt Landesgesetz, und gur die Verleumdung koͤnne behaupten, daß das Streben der Konservativen auf deren Vernichtung gehe. Wenn aber die constitutionnelle (im Gegensatz zu der radikalen) Partei sich in dem jetzigen Augenblick nicht um das Ministerium sammle, dann Eönne die Folgezeit verderblich werden,
Dle Dißffenters haben eine Versammlung in der Kings⸗ Head, Tavern gehalten, um ihre Mißbilligung Über die von Sir IM. Peel in Bezug auf sie aufgestellten Negierungs⸗Grundsaͤtze
auszusprechen.
Der Praͤ⸗
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Der Graf Durham hat folgendes Schreiben an den Unter— Staats⸗Secretair des Innern gerichtet:, Sir! Da ich nach ein— ander Adressen an Se. Majestaͤt von Dunfermline, Bannock— burn, Kilmarnock, Ceres, Newport, Airdrie, Paisley, Galston, St. Ninian's und Cork dem Staats Secretair des Innern ein— gesandt habe und von Sr. Gnaden (dem Herzoge von Welling— ton, der dies Amt anfangs bekleidete) nicht einmal mit einer formellen Anzeige uͤber den Empfang derselben beehrt worden bin, so nehme ich mir die Freiheit, von Ihnen, als Unter-Secretair, diese Hoͤflichkeit zu erbitten, und befoͤrdere zugleich an Sie eine Adresse der Stadt Irvine an Se. Majestaͤt, mit der Bitte, dieselbe Sr. Gnaden dem Secretair fuͤr das Innere zur Ueber— reichung an Se. Masestaͤt vorzulegen. Ihr gehorsamer und unter—⸗ thäͤniger Diener, Durham. Lambten Castle, 16. Dezember.“
In der am Freltag in der London-Tavern gehaltenen radi— kalen Versammlung aͤußerte Herr Travers, als von der Entlas⸗— sung der vorigen Minister die Rede war, daß es in der Macht der Londoner Buͤrger stehe, durch vereinte Bestrebungen der ungeeigneten Ausuͤbung der Königlichen Praͤrogative bei der Wahl der Minister Schranken zu setzen; ja, er ging so weit, anzudeuten, daß die Krone selbst eine Sache sey, die man nur dulde. .
Es war zu Rathcormae in Irland, wo es am 20sten d. bei der Eintreibung der Zehnten (wie gestern gemeldet) wieder zu blutigen Auftritten kam. Es wurden 12 Individuen durch das Militair getoͤdtet und acht verwundet. Die Soldaten feuerten
jedoch erst dann, als der kommandirende Major, ein Hauptmann . .
und mehrere Soldaten durch Steine schwer verwundet worden waren.
In der Versammlung der statistischen Gesellschaft zu London, am 15. Dezember, hielt der bekannte Statistiker Herr Jacob einen Vortrag uͤber die Statistik Englands, worin er unter Anderem sagte: „Es giebt heutiges Tages wohl nur wenige Personen, die nicht zugeben, daß das beste Mittel, um in Betreff der offentlichen Angelegenheiten die Besorgntß zu ver— scheuchen und Beruhigung zu verbreiten, die offene und genaue Darlegung ihres Zustandes und ihrer Verwaltung ist. In ei— nem Lande, wo Diskussionen uͤber einen jeden Gegenstand, der mit dem Wohl des Staates verbunden ist, frei geduldet und auf eine ausgedehnte Weise ausgeuͤbt werden, ist es die heiligste Pflicht derjenigen, welche am Ruder stehen, in der klarsten, ge—⸗ nauesten und gedraͤngtesten Form die Wahrheit mitzutheilen und Unrichtigkeiten zu vermeiden. Die Verbreitung wichtiger Kennt— niß der getreu gesammelten Fakta, der sorgfaͤltig geordneten Nachrichten, der daraus gezogenen Schluͤsse muß fuͤr ein Land, wie Großbritanien, weit nuͤtzlicher seyn, als fuͤr irgend ein an— deres Land, weil es im Interesse derjenigen, welche die Regte— rung verwalten, liegt, keine Handlung zu begehen, die nicht eine Pruͤfung ertraͤgt, und es ist ein ach. des bl süumꝰ gewor⸗ den, jede Art von Auskunft zu empfangen, die zu einer richtigen Beurtheilung der Faͤhigkeit, Thaͤtigkeit und Rechtüichkeit jener Personen fuhren kann. Eine allgemeinere Verbreitung genauer Kenntniß der offentlichen Angelegenheiten wurde die ö , und den Parteigeist vernichten, der oft durch falsche Darstellun— gen und Uebertretbungen hervorgerufen wurde, und der Regie— rung Kraäͤnkung und wenigstens eine temporgire Unzufriedenheit in der offentlichen Meinung verursachte. Ein großer Schritt hierzu ist geschehen durch die Einfuͤhrung des zehn he en Cen⸗ sus und durch die Bestaͤtigung, welche die vorhergehenden durch jeden folgenden Census erhalten. Eine allgemeine Verbreitung der Kenntnisse mancher Fakta, die gleichfalls genauer Bestaͤtigung faͤhig sind, konnte eine ähnliche Il rg Wirkung hervorbrin⸗ gen.“ — Herr Jacob alt nun alle öffentliche Anstalten auf, von denen statistische Angaben zu erhalten seyn moͤchten, und theilte wichtige Aufschluͤsse mit. Er erwahnte besonders das Stempel-Amt wegen der Aufschluͤsse, die es uͤber die Vermeh⸗— rung des National-Wohlstandes, insofern er das persoͤnliche Ei— genthum betrifft, zu geben vermag; ferner das Post-Amt, die Accise, die, wie Herr Jacob meint, wohl in keinem Lande besser organisirt seyen. Endlich erwähnte er noch das Zoll-Amt und theilte die aus fremden Ländern eingefuͤhrten Artikel in drei Klassen: 1) Solche, die allein die Grundlage des Englischen Fabrikwesens bilden; 2) die auch zum Theil fuͤr unser Fabrik— wesen wichtig, aber mit anderen gemischt sind; 3) die fuͤr den unmittelbaren Gebrauch eingefuͤhrt werden. Nachdem Herr Jacob noch mehrere andere gleich werthvolle Mittheilungen ge— macht hatte, behielt er sich die Fortsetzung auf die näͤchste Siz— zung vor. Herr Vardon theilte darauf noch Einiges mit uͤber das Parlament von England und Wales. Hieraus ergiebt sich, daß sich im Jahre 1831 fuͤr England und Wales 513 Mitglieder im Unterhause besanden. Durch die Reform-Bill wurde diese Zahl auf 5906 reducirt, die folgendermaßen vertheilt sind:
53 Grasschaften (die Insel Whigt wird zu die— sem Zweck auch fuͤr eine Grafschaft gerechnet) senden 160 Mitglieder.
203 Flecken, Staͤdts, die fuͤnf Haͤfen, die Uni— versitaͤten u. s. w. senden .... 340 .
/ Zusammen 500 Miiglieder.
Von den Ortschaften, welche das Wahlrecht hatten, haben 56 dasfelbe ganz, und 30 einen ihrer beiden Repraͤsentanten ver— loren; dagegen sind 43 neue Wahlflecken geschaffen, von de— nen 22 zwei Mitglieder und 21 ein Mitglied waͤhlen. Durch die Reform- Bill verlieren auch die Wahlflecken Weymoöuth und Melcombe Regis jwei ihrer fruͤheren Mitglieder. In den 53 Grafschaften giebt es 379,379 eingeschriebene Waͤhler, welche 1609 Mitglieder wählen, und in den 203 Flecken u. s. w. 236,968 eingeschriebene Waͤh— ler fuͤr 3460 Mitglieder, also im Ganzen 656,337 Waͤhler fuͤr 500 Repraͤsentanten, welches im Mittel 1313 Stimmen auf je— des Mitglied betraͤgt. Dieser Bericht kann jeboch nicht ganz genau seyn, da mehrere Waͤhler fuͤr mehrere Ortschaften einge— schrieben find. Die Kosten der Einschreibung der Stimmen für die 203 Flecken in England und Wales betrugen 10,512 Pfd. oder im Mittel etwa 52 Pfd. fuͤr jeden Ort; fuͤr die City von London 609 Pfd. fuͤr Bath 395 Pfd. und fuͤr Great Marlow 10 Shill. Vertheilt war die ganze Summe unter die 285,958 Waͤhler, so kommen etwa auf jeden 9 Pence. Dagegen betru— gen im Jahre 1832 die Wahlkosten fur jedes der 500 Mitglie—
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der von England und Wales etwa 114 Pfd. ö
Gestern war die Handels-Kammer zum erstenmale seit der Ernennung des neuen Ministeriums versammelt. Der Praͤsi⸗ dent, Herr A. Baring, und der Vice⸗Praͤsident, Lord Lowther, waren Beide zugegen.
Am vorigen Mittwoch wurden mit dem Packetschiff „Eng— . 950 Kisten Thee aus den Vereinigten Staaten hier ein⸗ gefuͤhrt.
Ein hiesiges Blatt bemerkt, daß es in Folge des letzen Be— schlusses der Tortes- Gläubiger jetzt seit 11 Jahren das erste
Nachschrift.
Mal sey, daß die Spanischen Fonds wieder an der hiesigen
Boͤrse notirt wuͤrden.
Im Boͤrsen-Bericht der heutigen Times heißt es: City wurde gestern den ganzen Tag uͤber durch die Vorsaͤlle in der London-Tavern und der Umgegend in einem fieberisch aufgt⸗
regten Zustande erhalten. Der Eindruck, der davon allgemein zuruͤckblieb, war die Ueberzeugung, daß ein Jeder, der irgend et,
was besitzt, welches auch seine politischen Ansichten seyn moͤgen, sich jetzt beeilen muͤsse, die Adresse an den Koͤnig zu unterzeich
nen und das jetzige Ministerium zu unterstuͤtzen, weil dies daz; Anzige Rettungsmittel gegen die Hertschaft des Poͤbels se). daß Bunde
Viele Personen, die sonst gewoͤhnlich ruhige Zuschauer bei den öffentlichen Ereignissen bleiben, entschlossen sich diesmal auch so gleich, die Adresse zu unterzeichnen, als sie hoͤrten, auf welche gewaltsame Weise die Verhandlungen in der London⸗-Tavern unterbrochen worden. In dieser Hinsicht wird also jene Ver, , viel Gutes gestiftet haben, wenn es auch zu bedauern st, daß ste
unbedeutend, weil fast alle Geschaͤfte suspendirt waren. wichen die Consols um J pCt., und auch die auswaͤrtigen Fondt waren alle mehr oder weniger gedruͤckt.“
— — London, 23. Dez.
schon nachste Woche, so daß waͤhrend der ersten Woche des ah
res die Wahlen vollendet seyn werden. Natuͤrlich sind alle Par. 3 teien um so thaͤtiger, und jeder Einzelne schmeichelt sich mit den Triumphe. Aber kein ruhiger Tory erwartet bei dem jetzigen Wahl, go, 00 Rthlr. hergegeben. Diese Stiftung besaß ult. 1834 eine Kapitalmasse von 350,000 Rthlr. Besitz eines noch bedeutend groͤßeren Vermoͤgens seyn. derselben gehoͤrize Gut Moͤrup, wo vor wenigen Institut fuͤr angehende Forst- und Landmaͤnner gestiftet ward, Das Institut hat, aus Mangel an
Verfahren eine entschiedene ministerielle Majoritäͤt, wenn er gleich der Hoffnung lebt, daß auch seine eigentlichen Gegner keine Mehr heit haben werden, und folglich das Ministerium keine sonder, liche Schwierigkeit sinden werde, mit der Vorschlagung von Re, formen das Ruder zu behaupten. Indessen scheint däe offene Erklaͤrung des Sir Rebert Peel weder die Nonkonformisten in England, noch die Katholiken in Irland befriedigt zu haben.
öffentlich ausgesprochen, daß die Versprechungen, welche densel— ben in jener Erklaͤrung gemacht werden, nuͤge thun.
deren erhaͤltnisse gegen
die Kirche gar nicht hat. Auch scheint es, daß die dortigen Whigs, welche
sich bisher teutral gehalten, sich mit den O Connellisten vereinigt haben, so daß der Herzog von Leinster bei einer von diesen ver, J zersan Bei einer solchen Vereinigung wird nattrlich Irland eine große Mehrzahl Refor und bei dem Mißtrauen der Nonkon⸗ formisten ist zu fürchten, daß auch in England in den Städten wenigstens diese Klasse die Mehrheit ausmachen werde. Die
anstalteten Versammlung den Vorsitz fuͤhren sollte.
vor Reformers waͤhlen;
Whigs werden natuͤrlich allenthalben fuͤr sich selbst thaͤtig seyn —
wenn sie auch hier und da etwa einen Tory gegen einen Radikalen
in den Sattel helfen sollten — so daß auch in den Grafschaften viele Reformer erwaͤhlt werden durften. Die Weigerung des Lord Stanley und seiner Anhaͤnger sich mit den gemaͤßigten Torys zu vereinigen, setzt diese in die doppelte Verlegenheit, daß sie nicht mit Gewißheit auf jene so wichtige Abtheilung der Whigt und dadurch auf das Zutrauen eines sehr großen Theiles der Nation rechnen koͤnnen, und daß sie sich haben durch Ultra-To— ries verstaͤrken muͤssen, deren Daseyn im Ministerium Schwierig⸗ keiten herbeiführen konnen. Es hat daselbst eben eine große Versammlung sogenannter Ultra
Protestanten stattge funden, wobei der Triumph des Protestan⸗— tismus durch die neue Regierung als eine ausgemachte Sache
verkuͤndet ward, und nach welcher mehrere vornehme Manner, welche sich bei derselben haͤtten hoͤren lassen, sich als Orangisten
aufnehmen ließen, und unter dem Aufspielen bekannter Lieder kerung sich auf 1,223,857 Seelen belaͤuft. 1801 gab nur die Summe von ga 974; mithin haben wir ei— Nun ĩist freilich * che erhalten von 298,833 Menschen, oder 32 bi Prozent. Durch ein Plakat vom Zten d. wird befohlen, daß die von er National-Bank im Jahre 1819 ausgestellten, auf 50 Rbthlr. utenden Zettel nicht laͤnger als bis zum 1. Februar 1835 als ahlungs⸗Mittel im Publikum gelten sollen, wogegen diese Zet⸗ tel bis zum 1. Maͤrz als Zahlungs-⸗Mittel in den Koͤnigl. Kassen angenommen werden können. Erfreulich ist die Wahrnehmung, daß das Band, welches en Skandinavischen Norden vereinigt, ein immer festeres zu werden scheint, indem namentlich zwischen Daͤnemark und Nor— wegen auf literarischem Wege ein lebhafterer Verkehr besteht, wie denn auch die Schwedischen Gelehrten mit den Dänischen 3 ehrfach in nähere Verbindung getreten sind. Monatsschrift fuͤr Literatur enthaltene Recension des in Norwe— gen erschienenen Werkes: „Systematische Entwickelung des con— itutionnellen Rechts Norwegens“, sucht die Wichtigkeit und othwendigkeit eines geistigen Zusammenhaltens beider Natio— nen, der Daͤnischen und der Norwegischen, hervorzuheben, indem beide Lander durch Staats-Einrichtung, Sorache und alle Erinne— rungen der Geschichte eng verbunden, in literarischer Hinsicht fort— waͤhrend als ein Ganzes 6. eigenem Gedeihen und Interesse betrachtet isher der Haupt-Impuls von Dänemark gangen, so sey von der seit 1814 in Norwegen aufgewachsenen rastigen und lebensfrischen Generation nunmehr ein Abtrag der Schuld zu gewaͤrtigen, und in solchem Sinne erscheine Norwe— gen fortwaͤhrend als Provinz, nicht von Daͤnemark, sondern je— ner großen Sprach-Einheit, welcher beide Lander angehören, so an gegen alles protestiren muͤsse, welches der Idee dieser n, hinderlich seyn koͤnne, die in so hohem Grade beider eiche Wirkungskreis und Hulfsmittel erweltere. gende Werk nun, welches sich mit Darstellung einer Verfassung die Norwegen aus drohendem Schiffbruche gerettet, Finanzen desselben dergestalt gehoben hat, daß die Schaͤtzun— aͤndig herabgesetzt werden koͤnnen, in die gesammte Administration des Lan— ie fortwirkende Energie gekommen lliger Anerkennung und aufmerk—
mit dem Abzeichen des Ordens und unter einer Menge Flinten schuͤsse in der Stadt herumgetragen wurden.
nicht einzusehen, warum diese Leute jetzt von dem Herzog die . Wiederherstellung ihrer Suprematie erwarten, da er ihnen doch
im Jahre 1820 einen, man sollte meinen, unvergeßlichen Beweis von Nachgiebigkeit gegen die Katholiken gegeben, und zwar zu einer Zeit, wo diese nicht uͤber die Wahl der . der Landes-Vertreter zu gebieten hatten. Aber schon, daß sie es er— warten, und daß einige wenige Maͤnner im Ministerium sind, die solches vor kurzem noch mit ihnen zu erwarten schienen, ist hinlaͤnglich, um Besorgnisse dei den Katholiken zu erregen. Auch hat eben wieder der Feldzug gegen die Erhebung des Zehnten
sehr unselig angefangen, indem es zwischen dem Landvolke und
dem Militair zum Gefechte kam, wobei auf beiden Seiten 1 Menschen das Leben eingebuͤßt haben sollen. Nun aber weisen, Katholiken und Whigs, absichtlich auf das Ministerium, als auf die Personen hi, welche das in der letzten Session vorgeschla— gene Abkommen verhindert hatten, und die nun an dem neuen Blutvergießen Schuld seyen. Indessen laufen im— mer noch viele Adressen dafuͤr gedankt wird, daß So soll auch heute in der City eine Versammlung von Kauft leuten u. s. w. stattfinden, um über eine Adresse an den Koͤnig zu entscheiden, die Sr. Majestaͤt versichern soll, daß sie beren⸗ seyen, ihn bei seinen unbezweifelten Rechten zu unterstuͤtzen. Zwar erwartet man dabei große Opposition, indem eine solche Adresse als eine eigentliche Billigung, nicht der Aus bung einer Koͤniglichen Praͤrogative, sondern der Wahl der Minister angesehen wird; aber die Adresse selbst duͤrfte doch wohl, zu Stande kommen. Lord Stanley hat die Gelegenheit seiner Einsetzung als Lord-Rektor der Univer— sitaͤt Glasgow ergriffen, um sein politisches Glaubensbekenntniß auszusprechen. Sie finden die Rede in den gestrigen Blaͤttern, und werden daraus erkennen, daß er noch immer ein eifriger Reformer anerkannter Mißbraͤuche, aber dabei auch ein eben so entschiedener Gegner des Zerstoͤrungsgeistes ist, als je. Auch hat er den Vortheil vor Anderen, daß der erste Theil dieses Charakters eben sowohl als der zweite ihm allezeit angehoͤrte, und nicht durch Umstaͤnde aufgezwungen worden ist. — Die heutige Versammlung ist toll genug abge— laufen. Es erschienen naͤmlich so viel Liberale dabei und diese machten einen so illiberalen Laͤrm, daß die Konservativen nicht zu Worte kommen konnten. Praͤsident, sich so weit verstaͤndlich, daß es gar keine oͤffent—
wo sie unter dem Vorsitze des Herrn Grote eben so ungestoͤrt, wie jene, Beschluͤsse nach ihrer Art faßten. Niederlande.
Aus dem Haag, 26. Dez. Se. Maj. der Koͤnig haben, als Großherzog von Luxemburg, in Uebereinstimmung mit den Deutschen Bundesbeschluͤssen vom 30. Oktober d. J., den Refe⸗
„Die ge
Sitz
theilen/
Man zweifelt nun nicht mehr - rin daran, daß das Parlament aufgeloͤst werden wird, und . . ö
poll jetzt verpachtet werden. Eleven, zu bestehen aufgehoͤrt. * ᷣ . ö. Der Schleswigsche Landtag, fuͤr welchen die Abgeordneten— Jene haben bereits durch ihre bestaͤudige Deputation in London Wahlen nunmehr beendigt sind, wird folgendermaßen zusammen— gesetzt seyn: ihnen nicht Ge⸗ Und in Jeland ist die O' Connell'sche . nur um so ,,. geworden, da Sir Robert der Katholiken und
erwaͤhnt
Auch Irlands Zustand ist bedenklich. .
an den Konig ein, worin ihm er sein Ministerium verändert.,
erden muͤßten. Wie ausge traͤsti
daß man
. beschaͤftigt,
gen und Abgaben be durch welche . des ein neues Leben und eit ind, fordert daher zu bereitwi samem Studium Daͤnischer Seits um so mehr auf. e Der neue Schwedische Götha⸗Kanal bedroht den Däͤnischen und-Zoll mit einem bedeutenden Abbruch. Roch diesen Som— rte ein Schooner mit Kolonialwaaren den Kanal, und Daͤnische Zoll-⸗Amt dadurch um 2000 Rthlr. Silber
ner passt Snd ' 4 passi Endlich aber machte Herr Ward, der bat das
ch
liche Versammlung sey, und die Liberalen uͤberließen nun den Tories den Saal und begaben sich in einen anderen Gasthof,
Sr. Durch
rendar Stist und das Mitglled der Regierungs⸗-Kommission in Luxemburg, Dr. Muͤnchen, zu Mitgliedern des Deutschen Schieds— richts ernannt.
Die Zahl der Verificateurs bei den Staats-Einnahmen ist von acht auf vier reduzirt worden.
Belgien. Bruͤssel, 25. Dez.
Belgien gebunden sey.
Dänemark.
Vom Koͤnige ernannt: Mitglieder der Schleswigschen Ritterschaft Virilstimmen fuͤr das Augustenburgische Haus. , Fuͤr die Universitäͤt . Gewaͤhlt sind: Von den Besitzern adeliger Guͤter Von den staädtischen Distrikten ..
Hierunter 1 Prinz, 2 Gelehrte, 8 Kommunal⸗ Beamte, 1 Kaufmann, 1 Landmann, 1 Fa—
brikant. Von den kleineren Landbesitzern
Hierunter 1 Geistlicher, 1 Professor, 2 Advo⸗
katen, 1 Gerichtshalter, 12 Bauern. Von den gemischten Distrikten
ö Die vor kurzem beendigte Volks-Zählung in Daͤnemark (mit Ausschluß der Herzogthuͤmer, fuͤr welche uͤbrigens ebenfalls schon eine Zaͤhlung angeordnet ist) hat ergeben, daß die Bevoͤl— Die Zaͤhlung von
Deutschland.
BRraunschweig, 25. Dez. Unterm 20sten d. M. ist von D, . laucht unter Zustimmung der getreuen Staͤnde ein ehrliches Gesetz zur Errichtung vnn Sparkassen im Lande n worden. 9 . in zweites Gesetz vom 21sten d. M. enthalt Folgendes: ( Da es nothwendig erscheint, diejenigen Nachtheile zeitig abzu⸗
Von der letzten (gestern erwähnten) ung der Repraͤsentanten⸗Kammer ist noch nachtraͤglich mitzu— daß Herr Gendebien seine Zweifel daruͤber aussprach, Frankreich, in dem Falle einer Intervention des Deutschen s in Sachen des Großherzogthums Luxemburg, derselben
ch widersetzen wuͤrde, worauf der Minister der auswaͤrti—
en Angelegenheiten entgegnete, daß er sich keinesweges deranlaßt sehe, diese Zweifel zu theilen, indem Frankreich durch Traktate an Dem Journal des Flandres zufolge, haͤtte unser Mi— der Anlaß zu so tumultuarischen Auftritten war, nister des Ausmaͤrtigen eine demselben nicht sehr erfreuliche Note Die Wirkung, welche dies auf den Geldmarkt ausuͤbte, war des Deutschen Bundes in Bezug auf die Luxemburgische Ange— Doch legenheit erhalten.
Kopenhagen, 23. Dez. An die Stelle des verstorbenen zen von Hessen-Philippsthal ist der Kammerherr, Oberst General-Quartiermeister-Lieutenant F. Loͤbenorn von Bar— doecnfleth, zum Commandeur der Garde zu Pferde, so wie auch um Chef des Koͤnigl. Land-Kadetten-Corps ernannt worden.
Die Kommune hat zu einem neuen Universitaͤts- Gebaͤude
Die Akademie Sordͤe soll im
Jahren ein
9 Zusammen 44
In der Hauptstadt, wo die Wahlen am 24. No. beendigt wurden, sind folgende 12 Abgeordnete gewählt worden: Dr. jur. Bang (1059 Stimmen), Kanzlei-Secretair Algreen— Ussing (1021), Prokurator Haagen (1014), Weinhaͤndler Han— sen (971), Brauer Bierre (892), Grossirer Hoids (313), Me— chanikus Gamst (813), Grossirer Kundtzon (803), Gerber Lin— storf (755), Bank⸗Direktor Ehristensen (733), Maurer⸗Meister
Eine
Das vorlie⸗
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wenden, welche bis zum Erlasse des Unsern getreuen Staͤnden vorgelegten Gesetzes uͤber die Landes⸗Brand⸗Versicherungs⸗Anstalt aus einer vermehrten Versicherung der in den hiesigen Landen belegenen Gebaͤude bei auswaͤrtigen Brand⸗VersicherungsAnstal— ten entstehen wurden, so wollen Wir, unter Zustimmung Unse— rer getreuen Staͤnde, das nachstehende Gesetz hiermit erlassen. §. 1. Die hiesige Brand ⸗Versicherungs⸗Anstalt soll fuͤr die in den hiesigen Landen belegenen Gebäude, in sofern sie nach den bisher befolgten Grundsaͤtzen aufnahmefaͤhig sind, die allein auͤl— tige Versicherungs-Anstalt seyn, und die Bersicherung solcher Ge—⸗ baude in einer fremden, Privat oder oͤffentlichen Assekuranz⸗Ge— sellschaft ist bei einer, den Versichernden sowohl, als auch den hiesigen Agenten treffenden Strafe von 50 Rtylr. fuͤr jeden Con— traventions⸗Fall, und àußerdem bei Strafe der Eonfiscation der von der auswaͤrtigen Versicherungs⸗Gesellschaft im Falle eines Brandes erfolgen den Versicherungs⸗Summe, ausdruͤcklich untersagt. Dieses Verbot soll vorerst nur bis zum 31. Dez. 1835 in Kraft bleiben; die eingehenden Strafgelder sollen in die Landes-Brand-Versiche⸗ rungs⸗Kasse fließen. §5. 2. Diejenigen Gebaäͤude⸗Besitzer, welche vor Publication dieses Gesetzes Versicherungs⸗-Vertraͤge bei aus— waͤrtigen Brand-⸗Assekuranzen abgeschlossen haben, sind verpflich— tet, davon binnen zwei Monaten nach Publication dieses Ge— setzes unter Vorzeigung der Versicherungs-Police bei dem be— treffenden Herzoglichen Amte oder Magistrate Anzeige zu ma— chen und den Anfangs- und End-Termin der Versicherung nach— zuweisen, und soll in Ansehung solcher gehoͤrig angemeldeten und bescheinigten Versicherungen das im vorstehenden Paragra— phen ausgesprochene Verbot auswaͤrtiger Versicherungen erst nach Ablaufe des Versicherungs-Vertrages eintreten. Die Dauer des abgeschlossenen Versicherungs⸗Vertrages darf jedoch einen Zeitraum von sieben Jahren nicht uͤberschreiten. 5. 3. Die bis zum Schlusse dieses Jahres in die Kataster eingetragenen Versiche— rungs⸗Summen sollen vom 1. Jan. 1835 an, ohne Berechnung eines Aufgeldes, als in hiesigem Courantgelde bestehende Be— traͤge angenommen, und die Entschaͤdigungen in den eintreten den Fällen danach bestimmt werden.“
Frankfurt a. M., 24. Dez. (Hamb. Korr.) In der gestrigen Sitzung des Senats wurden die Herren Schoͤff von Guaita und Senator Bansa als die Glieder einer Deputation er— nannt, welche in den ersten Tagen nach Berlin abgehen werden, um die Unterhandlungen wegen des Beitritts unseres Freistaates zu dem großen Zoll-Verein zu eroͤffnen.
D e st eld ei ch.
Wien, 23. Dez. Die Wiener Zeitung enthaͤlt neuer— dings ein Verzeichniß von Veränderungen und Befoͤrderungen bei der Armee.
In Agram wird vom 1. Januar 1835 ab zum erstenmale eine politisch literarische Zeitung in Kroatischer Sprache erscheinen. Als Redacteur wird Herr Dr. Ludwig von Gay genannt. ;
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— — Rom, 15. Dez. Die Paͤpstliche Regierung hat den Ankauf mehrerer Denkmaͤler der Campanarischen Sammlung etruskischer Vasen beschlossen; zwei beruͤhmte Vasenbilder, den Gesang des Thamyris und den Abschied des Hektor vorstellend, befinden sich darunter. Ueber eine andere betraͤchtliche Anzahl von Denkmaͤlern, welche gleichfalls den noch immer ergiebigen Ausgrabungen der Volcentischen Graͤber verdankt werden, steht der durch seine einsichtigen und gluͤcklichen Ankaͤufe beruͤhmte Kunst-Liebhaber Herr Durand aus Paris in Unterhandlung. Viele andere schoͤne Denkmaͤler, welche sich hier und da in Pri— vat-Besitz befanden, hat Herr Durand, dem Vernehmen nach, bereits erworben. — Die Ausgrabungen haben an vielen Punk— ten wieder ihren Anfang genommen. Der Prinz Borghese laͤßt an mehreren Stellen seines ausgebreiteten Grundbesitzes graben; mehrere andere Versuche werden von Roͤmischen Kunsthändlern angestellt, unter anderen auch bei Amiternum. Am meisten jedoch bleibt die Aufmerksamkeit der Alterthumsfreunde noch im— mer auf die Entdeckungen Etruriens gesoannt, obwohl nach den Erfahrungen der letzten Jahre der verborgene antiquarische Reichthum dieses Landes sehr im Abnehmen seyn duͤrfte.
Haupt⸗Momente
neuerer Finanz- und Polizei-Gesetzgebung des Auslandes, so weit selbige den Handel betrifft. XVI.
Berlin, 26. Dezember 1834. „Großbritanien. Es ist bestimmt worden, daß gewalkte Zeuche (tissus- foulards) nicht zu demselben Eingangszolle zugelassen werden können, wie ossene Zeuche (tisstis-gazes). Doch soll von jenen nicht, wie von diesen, der Zoll mit 17 Shill. oder 1 Pfd. 17 Shill. nach Unterschied ihrer figurirten oder schlichten Qualität erhoben werden, sondern, obne Rücksicht auf diesen Unterschied, mit 20 pCt. ad valorem.
Frankreich. Zur Erledigung der Reservation in der Königlichen Ordonnanz vom 8. Juli d. J. — zugleich aber in Erwägung der Bil— ligkeit, den vor dem 1. September d. J. fabrizirten Französischen Woll⸗ zeuchen, welche noch den Einfuhrzoll des rohen Materials mit 33 pCt. vom Werthe getragen haben, wenigstens 6 Monate lang auch den alten senem höheren Eingangszoll korrespondirenden Prämiensatz bei der Aus— fuhr angedeihen zu lassen, wurde in diesem Sinne durch Königliche Ordonnanz vom 28. November d. J. verfügt, und die Einführung des neuen Prämien-Tarifs vorläufig bis zum J. März 1835 vertagt. Wie er dann normirt werden solle, ist vorläufig unentschieden geblieben: . hoffte man, bis dahin das neue Douanen-0Gesetz fertig gebracht zu haben.
Neue, den Handel angehende Gesetz-Projekte wurden bis jetzt noch nicht in die Kammern gebracht, mit Ausnahme desjenigen, wel= ches das Tabacks⸗-Regal, dessen gesetzliche Befugniß mit dem f. Januar 1837 ablaufen würde, bis dahin isa7 zu verlängern bestimmt sst. Es wird dabei in einem besonderen Artikel angeführt, daß künftig auch alles nicht aus Tabacksblättern, sondern aus analogen Stoffen fabri— zirte Rauch- und Schnupf⸗Material im Regal begriffen feyn soll.
Außerdem hat jedoch guch der Handels-Minister bereits auf Le— galisirung der seit letzter Session in Handelsfachen erlassenen Königl. Ordonnanzen angetragen, und zugleich einige ihm seitdein wünschenz— werth erschienene Abänderungen derselben bemerklich gemacht. So z. B. beantragt er eine Ermäßigung des Einfuhrzolles auf fremde Uhrwerke, weil der, dem früheren Einfuhr-Verbot substituirte, von 6 und 10 pCt, noch zu hoch sey, um den Schleichhandel zu entmuthigen; serner eine Verändernng des Einfuhr Tarifs für fremde Leinsaat auf Fr. pr. Lentner in Französischen und 1 Fr. 30 Cent. in fremden Schiffen; eine Gleichstellung des Eingangszolis für Amerikanischen In— dige mit dem für Ostindischen; eine Ausdehnung der Eingangs-Er— laubniß für rohe Ostindische Foulards auf alle desgl. fremde; endlich die Aufhebung des bestehenden Eingangs-Verbotes fremder Teppiche mit Suhstituirung eines Einfuhrzolles.
Wenn diese Anträge sämmtlich dem Geiste einer liberalen Han⸗ dels-Politik entsprechen, und an sich also wohl geeignet wären, für den
ganzen Komplexus der in dieser Session festzustellenden Zoll-Gesetzge= kung ein günstiges Vorurtheil zu erwecken, so sind doch leider in die⸗ sem Augenblicke mehr Gründe als jemals zu der Besorgniß vorhanden, es werde diese Gesetzgebung im glücklichen Falle nicht über halbe Maßregeln hinauskommen, und namentlich das bisherige Prohibitip= System in Bezug auf fremde Urstoffe und Fabrications-Materiale, welche Frankreich auch erzeugt, nur wenig wesentliche Veränderungen erhal— ten, Alle verständige Französische Tagblätter vereinigen sich in diefer Ansicht, wenn sie auch in Zufriedenheit oder Unzufriedenheit mit den Gründen derselben sehr von einander abweichen. Die Anwendung des neuen Gesetzes vom 21. Mal d. J. über Stempelung der Wechsel und Staats-Papiere hat eine lebhafte Dife— renz zwischen dem Finanz-Minister und der Französischen Haupt⸗Bank hervorgerufen. Diese soll, nach Meinung des Ministerz, dse Annahme aller nicht nach dem Gesetz gestempelter Effekten verweigern; sie leugnet aber jede statutenmäßige Verbindlichkeit für eine solche Art polizei scher Kontrolle der Regierung zu Diensten zu stehen. Ob und wie man! ssch einigen werde, ist noch nicht entschieden; die Sache aber nicht ohne Wichtigkeit, weder für den Effekten-Verkehr an der Bank, noch für den Fiskus, welcher einen bedeutenden Theil der aus obenerwähntem Gesetz erwarteten Vortheile einbüßen würde, wenn die Bank in' ihrer Weigerung Recht hätte und behielte. . Nach dem Monitenr Algerien vom 29sten v. M. soll die Ein⸗ fuhr aller Waaren, Französischer sowohl als fremder, so wie die Ausz— fuhr aller Produkte aus den Französischen Besitzungen des nördlichen Afrika nur durch die unter Französischer Herrschaft befindlichen Häfen geschehen können; hingegen für Ein und Ausfuhr nach und aus dem Gebiete der ehemaligen Regierung zu Algler in seinem ganzen Umfange eine ,. . seyn. ö Das stehende Leuchtfeuer auf dem alten Thurme zu Barfle 8 Seemeilen zu O. 4 NO. von Cherburg, soll unit? ,, 1835 eingehen, und an dessen Stelle ein Drehfeuer auf dem kürzlich erbauten Thurme, 61 Metres S. 250 17 B. des alten Thurmes, be ginnen. Der Heerd dieses Feuers wird sich 72 Metres über dem Ni⸗ veau des Meeres bei hohem Wasser, zur Aequinoctialzeit, befinden, und der Schein desselben regelmäßig von halber zu halber Minute sich fol gen. Bei hellem Wetter wird er auf s Meilen weit sichtbar seyn die Abwechselung des Scheins und Schattens aber erst in einer Ent⸗ sernung von A Meilen sich deutlich wahrnehmen lassen.
Rußland. Durch Kaiserlichen Us vom 8. Oktober d. J. ist in Bezug auf Agio- und Cours-Verhältniß bei zu leistenden Zahlun= gen, mit Rücksicht auf den Inhalt des Manifestes vom 20. Juni i810 Folgendes festgesetzt worden: ö (
I) Alle einheimische Geld-Verbindlichkeiten, welcher Art sie auch seyn mögen, sowohl zwischen Privat-Personen, als auch bei Lieferun. gen, Stellungen und Anschaffungen für die Krone, sollen nicht anders abgeschlossen und geschrieben werden, als, buchstäblich dem Gesetze ge— maß, auf Russische Münze in Bank-Assignationen, Kupfer, Gold oder Silber, nach dem Nennwerthe dieser Münzen, und sollen dabei keine Bedingungen auf Zahlung nach dem Cours auf Münze gestattet seyn. Verpflichtungs-Schriften, die mit dergleichen Bedingungen geschrieben wären, sollen sür ungültig gehalten und nirgends zur Vorzeigung, noch zum . zugelassen y,, ö ⸗ 2) Die Regel im vorhergehenden Artikel hat Bezug schrift⸗ liche Verbindlichkeiten. Der baare Kauf und Verkauf J völlig frei ist, hängt von gegenseitiger freiwilliger Uebereinkunft und mündlicher Vereinbarung des Käufers und Verkäufers ab; aber bei Abrechnungen mit gemietheten Arbeitsleuten und bei mündlichen Ab— machungen mit denselben soll die allgemeine im 1sten Artikel enthal— tene Regel nach ihrer vollen Kraft befolgt werden, nämlich daß die Zahlungen für diese Mieth⸗-Annahmen und mündliche Verabredungen nicht gemacht werden nach dem Münz- Cours, wie er bei der Abrech⸗ nung steht, sondern ganz in derselben Münze, auf welche die Verabré— dung oder Uebereinkunft getrossen ist, ohne irgend einen Abzug des Agio. Im Falle von Klagen über die Verletzung dieser Regel oll die Orts-Ohrigkeit dem Bevortheilten gesetzliche und schnelle Hülfe leisten
3). Die im 1sten Artikel angegebene Regel über die Ausfertigung schriftlicher Verpflichtungen, ohne Bedingung nach dem Eours“ auf Münze zu bezahlen, soll in Kraft treten von dem Tage an, wo in jedem Orte diese Verordnung bekannt gemacht wird. Alle Verbindlichkeiten die his zu dieser Zeit mit den genannten Bedingungen bestanden sol⸗ len, als auf Treu und Glauben und gegenseitige Einwilligung der Be⸗ then n, . ihre ,,, behalten.
eber Aufbewahrung und Gebrauch der Mäkler-Büche ält ei
Allerhschst bestätigter Reichs-Raths⸗-Beschluß vom 26. , . tz 9 folgende Bestimmungen: ö
1) Die den Börsen-⸗Mäklern zum Verzeichnen der Ha zgeschä ertheilten Bücher sollen nach Ablauf des , für . , theilt wurden, zum Aufbewahren mit den Siegeln der Mäkler einge— liefert werden: im St. Petersburgischen Hafen ins Departement des auswärtigen Handels; an den Orten, wo Handelsgerichte bestehen, in diese Gerichte: wo Wettgerichte sind, in die Wertgerichte: wo äber weder die einen noch anderen sind, in die Magistrate und Rathhäuser 2) Die Bücher der Börsen-Mäkler sind keiner Revision zu unter⸗ ziehen, sondern aufzubewahren zum Nachschlagen für Aufschlüsse in Fällen vorkommender Streitigkeiten oder Beschwerden zwischen Ver— käufern und Käufern, oder bei Geschäften, die in Gerichts -Behörden verhandelt werden. Dieses Nachschlagen soll geschehen, nachdem die— selben Mätler, welehe den Büchern die Siegel aufgedrückt, sie gelb haben, und in Gegenwart der Mäkler selbst, im Falle diese' zur Stelle sind kö . 3) Wenn bei den Auszügen aus solchem Nachschlagen für Auf— schlüsse in den Büchern der Börsen-Mäkler eine nr geen, il derselben sich ergäbe, so sollen die dessen schuldig befundenen Mäkler auf Grundlage des Allerhöchst bestätigten Reichs-Raths-Gutachtens vonl 17. November 1813, dafür ihres Amtes entsetzt und nicht mehr zu der— gleichen ,,, . werden. ] .
Das Finanz-Ministerium hat nachstehende Tarifs-Modisieatione oder Erläuterungen zur Nachachtung publszirt: J
1) Gemäß dem Tarifs-Artikel „Karillons oder mechanische Werke welche vermittelst stählerner Federn musikalische Stücke shielen . Kästchen oder Schachteln von gemeinem Holze, mit 2 Rub. Gllber dal Stück belastet“ — sollen auch zugelassen werden Karillons in Kastchen aus allerlei Holz von gemeiner Arbeit, d. h. ahne Schnitzwerk von Me— tallen, Knochen, Perlmutter u. dgl., mit Ausnahme des nothwendthen zube rg i Ec r, [, Hängen u. dgl. 6
2) Gemäß dem Tarif-Artikel „Karillons in ordinairen blecherne Schachteln, mit 2. Rubel Silber das Stück ber ien ern, durchzulgssen Karillons in bemalten blechernen Kästchen; nur dürfen diese Kästchen, wenn die Karillons herausgenommen sind, nicht Tabacks⸗ dosen und andere ähnliche im Tarif verbotene Sachen bilden. 64 3) Hölöerne Pflüge mit ihrem Zubehör und alle Ackerwerkzeuge insgemein sollen, bis auf anderweite Bestimmung, zur Einfuhr ug lassen werden, gemäß dem zollfreien Tarifs-Artikel: Maschinen und Modelle für den Ackerbau, für Fabriken, Künste und Gewerbe.“ .
, Glanzlederne Handschuhe mit Zwickeln in der Mitte von mecha⸗ nischer oder Handarbeit und mit Knöpfen, ohne alle andere Verzierun — sollen zur Einfuhr zugelassen werden, gemäß dem Tarif-A rtikeJ: . Da , schuhe, glanzlederne, Manns- und Franenhandschuhe, weiße un * bige, mit Rub. Silb. das Pfund belastet.“ . i
5 9. n nn n, ne
4. litophanische Ansichten oder Gemälde, aus glasirtem Porze ber⸗
fertigt, dem zollfreien Tarif · Artikel: e n fir in ö 9 .
deren Farben, gemalt auf Holz, Knochen, Kupfer, Leinm— 96
Stein und Perggment, wozu auch Gemälde auf unglasirten ,.
g ent fn, ö. n mn,
. Pflaumenmuß zum Verbot-A1Artikel des Tarifs: „einma ö . Obstsaft mit Zucker gesotten, als an Kirft . en g hte men und anderen Früchten.“ ven, Pflau⸗ . [ g ö ; . ; , zu Perücken zum TariföArtikel: „Stahl, Rasir- und
Fe ermesser mit Hol oder Hornstielen, Schrauben Ahlen u. d
mit 30 Kopeken Silber das Pfund belastet“ KJ
d. Weißes gerändertes Papier zum Tarif-Kirtikel: „farbiges Papier