1835 / 4 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Selgien.

Brüuͤssel, 28. Dez. Ihre Koͤnigl. Hoheit die Prinzessin Elisabeth, Schwester des Königs von England und Tante un— seres Koͤnigs, ist am 23sten nebst Gefolge durch Charleroi ge⸗ kommen; sie kommt von Hessen⸗Homburg und begiebt sich uͤber Mons nach England.

Der Senat hat in seiner Sitzung am 27. Dezember das Budget der Mittel und Wege zur Deckung der Ausgaben ein, stimmig angenommen.

Die Repräsentanten⸗ Kammer nahm am 27. Dezem— ber das Kriegs-⸗Budget, im Betrage von 39,660,000 Fr., ein— stimmig (mit 60 Stimmen) an.

Dänemark. Kopenhagen, 14. Dez.

Stocken gerathen, und man sagt, daß wohl noch ein betraͤchtli— cher Theil des kommenden Jahres verstreichen konne, bevor die Landtage einberufen werden. Sehr gespannt ist man gegenwär— tig auf die Ernennung der Königlichen Kommissarien bei den Daͤnischen wie bei den Deutschen Staͤnden. Wenn man in den Herzogthuͤmern entweder den Staats-Minister Grafen Rantzau von Breitenburg, oder den Kanzlei-Deputirten Hoͤpp fuͤr die dortigen Versammlungen erwartet, so verlautet daruber hier in der Hauptstadt noch nichts mit einiger Bestimmtheit. Da— gegen werden hier suͤr die Rothskilder Versammlung mehrere hachgestellte Staats Männer genannt, zwischen welchen die Wahl schwanken soll. Unter diesen der Minister von Stemann; ferner der erste Deputirte der Daͤnischen Kanzlei, Konserenzrath Dersted, der gewiß von der Mehrzahl des Daͤnischen Volks ge— wuͤnscht wird, dem aber seine entschieden liberalen Grundsaͤtze, und ein damit verbundener sehr feuriger Geist vielleicht entge⸗ gentreten können; auch nennt man, als vom Koͤnige besonders beguͤnstigt, den Ober⸗Praͤsidenten von Kopenhagen, Kierulf, wel— cher fruͤher Mitglied der Kanzlei war, und, wie es heißt, wegen seiner Opposition gegen den Minister Stemann aus diesem Kol⸗ legium augtrat, dessenungeachtet aber beim Volke nicht allge⸗ mein beliebt ist; endlich spricht man auch vom General— Auditeur Aagesen, fruͤherem Assessor im hoͤchsten Gerichte, einem übrigens sehr tuͤchtigen Manne, dem aber seiner bis— herigen Stellung nach die erforderliche tiefere Kunde von den innern Verhaͤltnissen des Landes abgehen duͤrfte. Die zwoͤlf fuͤr Kopenhagen gewahlten Abgeerdneten haben saͤmmtlich die auf sie gefallene Wahl angenommen. Es spricht sich mit dem Aus⸗ fall der Wahl eine fast allgemeine Zufriedenheit aus, und es scheinen auch die verschiedenen Interessen der Stadt verhältniß— mäßig vertreten zu werden. Unter den Abgeordneten finden sich nemlich drei url in (1 Professor, 1 Obergerichts Advokat und 1 Kanzelist), zwei Professionisten, vier Kaufleute (Grossi⸗ rer), ein Weinhändler, ein Brauer, und ein Mechanikus. Am vielseitigsten mochte der Hr. Bierre erscheinen, denn dieser ist: Kandidat der Theologie, Bierbrauer, und Capttain beim Leib⸗Regimente des Königs.

Deutschland.

Hannover, 30. Dez. Vom Koͤnigl. Kabinets⸗Ministerium ißt zu Begutachtung des Planes einer Hannoverschen Eisenbahn nt Kommission, aus den Herren Geh. Rath von Scheele als Vorsttzendem, Ober⸗Bergrath Frhrn. Grote, OberZollrath Mei—⸗ necke, Hofrath Marcard und Direktor Hauptm. Gluͤnder beste⸗ hend, niedergesetzt worden.

Kassel, 25. Dez. (Schw. Merk.) Die nicht mehr zu bezweifelnde Nachricht, daß die verwittwete Landgräsin von Hessen-Rorenburg erklart hat, fich in gesegneten Umständen zu desinden, hat hier, wie man leicht denken kann, großes Aussehen geigacht. Uebrigens wird es noch darauf ankommen, ob die zu erwartende Nachkommenschaft männlichen Geschlechts sey, um Len Heimfall des Landes an Kurhessen ruͤckgͤngig zu machen. Die Geburt einer Prinzessin wuͤrde nur auf die Erbschaft des fllt iums von Einfluß seyn. Die Ober-Bauraͤthe Kuͤhner und Fick haben von Kassel aus in Mardurg der Feier der er— sten Erd sfuung der neu erbauten schönen steinernen Lahnbrucke, abe welch‘ die Heerstraße von Marburg nach Gleßen fuͤhrt, beigzwöhnt. Es fehlte auch sonst nicht an Meuglerigen, die von märburg und , Ortschaften sich an Ort und Stelle einge fundett Hatten.

. 277. Dez. Das gestrige Geburts fest unseres geliebten Großherzogs wurde an offentlichen Orten und in Pri— ac Jirkeln mit alt den Zeichen treuer Liebe und Anhaͤnglicheit mefelert, die sich bei jeder Gelegenheit fuͤr den innigst verehrten Färsten aussprechen. Wir vernehmen, daß Se. Königl. Hoheit er Großherzog an diesem seierlichen Tage verschie dene Ordenẽ⸗ Verleihungen verfuͤgt hat; dem Geheimen Rathe und Praͤsiden⸗ ten det Finanz⸗Ministeriums Freiherrn von Hoffmann, und dem (eheinen Ralhe und Präsibenten der Ober, Finanz / Kammer, Feiderrn von Kopp, das Großkreuz, dem Ober ⸗Appellationsge⸗ as, Rathe Horst, dem Buͤrgermeister der Nesidenz, Lauteschlaͤ⸗ ger, und dem Platz-Adjutanten Hauptmann Vogel das Ritter— Hen; ister Klasffe des Großherzogl. Ludwig-Ordens.

Auch im G6ten Wahl⸗Bezirte von Starkentzurg (Lorsch) ist zer Dexutirte der Opposition, Fretherr von Gagern, der be— annrlick die Auf osung des letzten (6ten) Landtages veranlaßte nd ben Bezirk auch auf dem vorletzten (5ten) Landtage ver— rat, nian wieder gewählt worden, sondern an seine Stelle der nt Antne ann Camesagca zu Lampertheim, ein fuͤr das Beste es Velkes von jeher eifcig thaͤtiger Mann, der mit Maͤßigung und Hesonnenheie in diesem Geiste fortwirken wird. Im 7ten , Bezirke (Heppenheim) hatte der Deputirte der Opposition Heß, ven Hilters klingen, gleiches Schicksal. Hier wurde der Oer Appellationsgerichts Rath Ludwig, ein allgemein geachteter Mann und erfahrner Rechtsgelehrter, Mitglied unseres hoͤchsten Gerichtshofes, gewahlt. Herr von Gagern wird indessen doch auf dem Landtage erscheinen koͤnnen, da er in Worms gewaͤhlt werden ist.

Schwelz.

Wir glauben, auf den, in der Nr. 361 der St. Z. vom vor. Jahre, nter Zurich vom 19. Dez. gegebenen Artckel in Be— ff des id dem dortigen großen Rathe uͤber die Frage des Ver⸗ äsungs-RatHes unterm 17Jtin v. M. gepflogenen Verhandlung uücklonmen zu müͤssen, um unsern Lesern die im Verlaufe derselben von dem Buͤrgermeister Hirzel gehaltene interessante Itebe ihrem wesentlichen Inhalte nach nachträglich mitzutheilen.

Der Redner entwickelte von Anfang an den Satz, daß der Berfasfungsrath, schon der Einheit gleich sey. „Man keen den einen nicht wollen ohne die andere,“ sagte er. „Was ist der Verfassungsrath? Eine National- Versammlung.

14

tone. Jener setzt die Nationalitaͤt voraus, diese folgt aus der Kantonal⸗Souverainetaͤt. Nach den einen Prinzipien sind die Kantone selbststaͤndig, so weit sie nicht abgeben von ihrer hoͤch⸗ sten Gewalt an das Ganze. Nach den andern ist das Ganze mächtig, und giebt Beliebiges an seine einzelnen Theile ab. Der Antrag St. Gallens macht den Vorbehalt der Kantonal-Souve— rainetaͤt Diese soll doch bleiben, wenn auch der Verfassungsrath zusammen berufen wird. Liegt darin nicht wieder eine Instruc— tion? Aber wird sich der Verfassungsrath an die Instruction binden? Es liegt in ihm jedenfalls der Samen der Einheit. Die Frucht wird reifen, die Einheit wird aus ihm hervorgehen. Mit ihm werden wir einen eidgenoͤssischen Großen Rath erhal⸗ ten, eine eidgenoͤssische Vollziehung, eidgenoͤssische Ober Gerichte. Ihnen untergeordnet, von ihnen abhängig werden die Gro— ßen Räthe, die Vollziehungs⸗ Behoͤrden, die Gerichte

. l (Allg. Ztg.) Die fuͤr die. S tände⸗Versammlungen erforderlichen Vorarbeiten sind durch die Krankheit des Kanzlei⸗Praͤsidenten, Grafen Moltke, etwas in ist auf dem Wege des Föderalismus zu einem Staate geworden:

der Kantone und Bezirke eine andere, tiesere Stellung er— halten. Welches System ist der Schweiz angemessen? Föͤdera—⸗ lismus oder Einheit? Jener ist das historische. Die Schweiz

seit 500 Jahren beruhen alle ihre Verfassungen auf dieser na— turgemäͤßen Entwickelung. Eine Einheit ist ihr fremd, von Außen hereingebracht. Der Foͤderalismus gestattet seinen Gliedern freie Eigenthumlichkeiten; und wahrlich die Verschiedenheiten der Sprache, der Religion, der Gewerbe, der Sitten, der Lebensart sind groß. Im Föderalismus können sie sich alle frei bewegen. Anders, wenn wir Einheit haben. Diese fordert Gleichtörmig— keit. Man denke nur an Neuenburg (Neuchatel). Wird es nicht seine ganze monarchische Verfassung aufgeben muͤssen? Und wird dieses geschehen? Der Foͤderalismus ist der Freiheit guͤnstig. Jedes Mitglied des Bundes aͤußert sich, wie es will; es richtet sein Hauswesen ein, wie es fuͤr das— selbe paßt. Von unten herauf machen sich alle Eigen— thuͤmlichkeiten geltend. Die Einheit fuͤhrt Unterordnung mit sich. Von oben herab kommen die Befehle und for— dern Gehorsam. Der untere Wille muß sich dem obern unterwerfen. Mit dem Föderalismus können wir unsere staatg⸗ rechtliche Stellung, die Neutralitaͤt aufrecht erhalten; die Ein⸗ heit wird uns zwingen, Allianzen einzugehen. Aber wird das

moglich seyn? Wir leben nicht mehr im Jahre 1802, wo Ein Staat uͤbermächtig war. Wir nahen dem Jahre 1835. Man spricht viel von dem Amerikanischen System. Dieses hat zwei Kammern. Das ist ein Wagen, an dessen beiden Seiten man Pferde gespannt hat. Sie ziehen auf entgegengesetzte Seiten hinaus und zerreißen den Wagen, wenn er nicht fest gebaut ist. Betrachten Sie die moöͤglichen Faͤlle. Geben Sie der National— Versammlung eine kleine Kompetenz, und eine große den Kantonen; was fuͤr eine laͤcherliche Rolle wird dann die National⸗Versammlung haben? Mehrere hundert Schwei— er sind beisammen, berathen, und zehren das Geld des andes auf, um nichts auszumachen. Geben Sie ihr

ihn zu

eine große Kompetenz und den Kantonen eine kleine, so wird sich zwischen ihnen ein Kampf entwickeln, der mit dem Unter— gang der Kantone enden wird. Bedenken Sie die nächsten nothwendigen Folgen des Verfassungs⸗Rathes. Die Schweiz wird sich in zwei Theile trennen. Der Versassungs⸗Rath wird in Sempach, die Kantone, die an dem Bunde festhalten, in Schwyz zusammentreten; wo ist die rechtmäßige oberste Gewalt? Der Verfassungs-Rath wird, von der Gesahr bedroht, sich fuͤr permanent erklaͤren. Er wird, wenn er bedroht ist, das Vater⸗ land in Gefahr sehen. Er wird einen Wohlfahrts-Ausschuß bil— den, einen General ernennen, Geld ferdern, Truppen begehren; er wird National⸗Guͤter erpressen und das Vermoͤgen der Kantone verzehren. Der Buͤrgerkrieg wird die un— gluͤckliche Schweiz zerreißen. Wird das Ausland still— schweigen? Gewiß nicht. Es wiirden Protokolle erschei—⸗ nen, Armeen unsern Gräͤnzen nahen, anfangs beobachtend, später einmischend. Eine nene Mediation wird wieder erfolgen. Aber wir duͤrsen nicht einmal zu dem Verfassungsrathe stimmen; es waͤre gegen den Inhalt und Geist unserer Verfassung. Sie ist eine Verfassung des Kantons Zuͤrich, dleser wird als Freistaat erklrt. Sie ertheilt das Recht der Gesetzgebung ihrem großen Rathe innerhalb der Schranken der Bundes-Verfassung. Sollten wir nun Hand bieten, diese Bundes, Verfassung so zu ändern, daß auch unsere Kantonal⸗Verfassung daruber zu Grunde geht? Soll unser Große Rath zu einem Wahl-Kollegium herabsinken; soll er bloß noch die Steuern verlegen fuͤr die Einheits-Re— gierung? Soll der Regierungsrath zur Verwaltungs Kammer werden? Die Verfassung wollte die Revolution durch einen neuen geordneten Zustand beseitigen. Sechs Jahre soll er nach §. 98 nicht veraͤndert werden. Und nun soll die Verfassung waͤh— rend ditser sechs Jahre uber den Haufen geworfen werden. Es ist unsere Aufgabe, uns bestimmt auszusprechen. Mäßl— gung ist das System des Kantons Zuͤrich. Die Zuͤricher sind ein verstaͤndiges, wohlwollendes, freiheitliebendes Volk; so muß auch seine Regierung seyn, so sein großer Rath handeln. Wir haben die Pflicht, die feindlichen Bestrebungen im Innern zu versohnen, wir sind verpflichtet, dem Auslande keine Bloͤßen zu geben, indem wir uns spalten. Nur der Frieden kann uns zu— sagen, nicht aber der Krieg. Das Vertrauen muß wieder ge— genseitig erstarken. Mir ist es, wenn ich den bluͤhenden Zustand ber Schweiz bedenke, und ich hoͤre, ein Verfassungsrath sey da, erstoͤren, wie dem Bauer, der sein reiches Feld voll schoͤner . betrachtet, waͤhrend ein Hagelwetter Alles zu zerschmettern droht.“ Ueber den ferneren Gang, so wie uber das Ergebniß der Berathungen ist bereits in der vererwähnten Nummer der St. Z. berichtet worden.

Spanien.

In einer zu Paris erschienenen Schrift des ehemallgen Oberst- Lieutenants der Königl. Spanischen Garde, Don Emil O Dennell, befinden sich hoͤchst interessante Ausschluͤsse uͤber die Entstehung der gegenwärtigen Spanischen Revolution. Wir entlehnen daraus die nachstehenden Stellen, welche von einigen Parteiführern der einen, so wie der andern Seite, und von dem Beginn des Insurrections Krleges an der Portugiesischen Graͤnze handelt: .

„Don Thomas Zumalacarreguy, gebhuͤrtig aus Gui— puzcoa, war seit 1824 Oberst Lieutenant mit Obersten⸗Rang. Man gab ihm ein Linien-Regiment und bald nachher ein leich— tes Infanterie⸗Regiment zu kommandiren, da er große Kennt— nisse in der Taktit dieser letzteren Truppen besitzt. Er befand sich als Oberst an der Spitze seines Regiments zur Zeit der Vor—⸗ faͤlle von la Granja. Man nahm ihm sein Kommando und setzte ihn auf halben Sold; sein Verbrechen war, in den Jah⸗ ren 1820, 1822 und 1823 Truppen gegen die Constitutionnellen befehligt zu haben. Quesada, General-Inspektor der Infan⸗ terie, bei dem er sich beklagte, sagte ihm, er konne nicht ver— meiden, ihn als verdächtig vom Dienste auszuscheiden. Zu—

sonderbar es sey, daß er, Quesada, unter welchem sen in Navarra gegen die Constitutionnellen gefochten halt setzt das Vertrauen der Koöͤniain besitze, und seinen ch maligen Untergebenen seiner Anstellung beraube. Aber Quesgh schloß die Thuͤre zu, und räͤchte sich dadurch, daß er ihn nich auf halben Sold, sondern vollig auf Retraite⸗Gehalt setzte, von welchem es unmoglich war, eine Familie zu erhalten. Zumaln carreguy thellte einigen Freunden sein Vorhaben mit, gleich nach dem Tode Ferdinands nach Navarra zu gehen und Karl V. n proklamiren, zu welchem Ende auch sie ihren Abschied nehm und sich in senen Gegenden sixiren sollten. In Pam pẽhn fuhrte er ein hoͤchst eingezogenes und vorsichtiges Leben; 9 die Befehle waren gegeben, und die Ropalisten-Volontairs n

den bereit, bei dem Tode Ferdinands die Waffen zu ergresn So geschah es, und Quesaba fand sich balb seinem ehemalsg Offizier gegenüͤber. Quesada war im Jahr 1822 Gouvern

von Santander. In einem Contreband-Prozeß verwickelt u eine Zeitlang arretitt, fluͤchtete er sich aus Vittoria nach Fran reich als angeblicher Royalist, und flößte so viel Vertrauen en daß man ihm mehrere fuͤr die Spanischen Emigranten bestimmte Sn men anvertraute, die er mit der Comtoir⸗Aufseherin eines Kaffeehauns in der Straße froͤhlich verzehrte. Als er kein Geld mu hatte, ging er nach Baponne, und erhielt von Eguia den

fehl über die Royalisten⸗Armer in Navarra. Damals ließ! alle Constitutionnellen, so wie jetzt alle Ropalisten fuͤsiliren.

Dit insurgirten Provinzen ernannten eine Provinzial⸗Versam lung, um im Namen K

Während dies vorging, suchte Don Carlos vergebens das rrnehmen auch auf der Portugiesischen Graͤnze zu beginn Am 4. Oktober war Cordova, der Spanische Gesandte, m Lissabon nach Santarem abgereist, und hatte Don Carlos

Namen der Köoͤnigin Christine zur Anerkennung der Nachfy ihrer Tochter aufgefordert. Der Infant fragte ihn bloß, ob er seing Koͤnigl. Rechte oder den Intereffen seiner Nichte ergeben sey, undi Lordova antwortete, er diene dem Rechte Isabellens II., so schloß D Tarlos mit den Worten: „Ich habe Dir nichts zu sagen; ah sey gewiß, daß ich meine Rechte mit beharrlichem Ila drn geltend zu machen wissen werde.“ Am andern Morgen (5. o tober) bestieg Don Carlos sein Pferd und begab sich ohne folge nach Marvao an der Graͤnze; aber seine Erwartung, da die Truppen sich fuͤr ihn erklären wuͤrden, ward getaͤuscht. G sendete eine Boischafst an Rodil, sechs Meilen von dort; diest General weigerte sich nicht nur, ihn anzuerkennen, sondern g klaͤrte, er wurde ihn gefangen nehmen, wenn er den Spanischna Boden betraͤte. Noch mehr. Rodil gab 200 Festungs-Gefsn genen (presidiarios) die Freiheit, unter der Bedingung, daß s einen Handstreich gegtn die Person des Infanten aut fuͤhnn sollten, und dieser ware ihnen unvermeidlich in die Hande gef len, wenn ihn nicht ein Portugiesischer Offizier, Namens Co rea, bei Zeiten von dieser Verletzung der Portugiesische Graͤnze benachrichtigt hätte. Don Carlos fluͤchtete nach randa. Er hatte kein Geld und der größte Theil der Diama ten seiner Gemahlin war von den Truppen Dom Pedro's ht ihrem Einruͤcken in Lissabon weggenommen worden. Die Floth Dom Pedro 's machte eine Einschiffung zu gefährlich; Dom M guel ließ sich von den Drohungen Christinens schrecken; M Maßregeln an der Graͤnze von Seiten Spaniens waren so stren daß man Jeden, den man eine Meile von der Graͤnze ohn Ausweis ertappte, als der Emigration verdächtig, mit deln To

uͤber die Gränze, und mehr als Ein Emigrant wurde ihr Opfa Unter diesen Umständen konnte Don Carlos nie uͤber 860 Mam und 100 Pferde zusammenbringen, meistens Offtziere und Gard Soldaten. Er erhielt die Rachricht, daß 8000 seiner Anhänger vn Galizien her anruͤckten; er eilte daher nach Villareal an d Graͤnze, erfuhr aber bald, daß diese Luͤge ausgestreut wordt war, um ihn den Spanischen Truppen, welche zum drlttenmal die Gränze uüͤberschritten, in die Hände zu liefern. Er begth sich nach Lamego und sofort nach Viseu, und sendete einige 9 jiere nach Navarra ab, um sich endlich mit den Insurgentin von denen er keine gewisse Nachricht hatte, in Verbindung! setzen. Sie kamen mitten durch die Christinische Armee gllt lich an ihrem Bestimmungtorte an. Der König Karl V. nahn alle Emigranten, die zu ihm kamen, herzlich auf. „Was sagt man von mir in Spanien?“ fragte er einen Garde⸗-Offizier, aus diesem Lande kam. „Sire“, antwortete dieser ohne Bed ken, „die Christinos behaupten, Laß es Ew. Majestaͤt an M

fehlt, und daß Dieselbe nicht wagen wuͤrde, sie anzugreife

„Ich werde ihnen das Gegentheil beweisen“, entgegnete der Kön „wenn ich nur wenigstens ein Drittheil von ihrer Staͤrke habe Der Gedanke seiner unvermeidlichen Thaͤtigkeit lies ihn ni

ruhen. Er versuchte von Guarda (sechs Meilen von der Graͤnzt

den Tod nicht, und wenn ich die Vergießung Spanischen B

tes hindern kann, so werde ich mir diesen Versuch Dank wisse

Die Königin (Don Carlos Gemahlin) mit den Köͤnigl. Kinde blieb in Guarda. Don Carlos, von 50 Offizieren begleitet, n herte sich bis auf eine geringe Distanz den Spanischen Truppg welchen einige jener Offiziere die Nachricht gaben, daß ihr nig Karl V. sich hier befinde, und sie einlade, ihn 3 nen. Die Truppen schienen betroffen und blieben unbeideglich eine Ladung gegen die Karlisten ab, und die ganze Arme Rodil's setzte sich in Bewegung. Dem Köoͤnige empfindlich. „Nun wohl“, sagte er, „habe ich nicht richtig ge urtheilt? Aber ich will nicht weggehen, bis ich diese Leute au ihren König schießen gesehen habe.“ In der That kostete viele Schwierigkeit, ihn zur Entfernung zu bewegen. Don Car, los retirirte nach Almeida, von Rodil verfolgt, und da er Ver— ratherei fuͤrchtete, stieg er von neuem zu Pferde und ließ sem Offiziere den Nachtrab decken, waͤhrend er mit acht Offiziern den Weg nach Guarda einschlug. Er war kaum eine Vierte meile marschirt, als er mit der Bemerkung, daß der Feind die sen Weg abgeschnitten haben muͤsse, und trotz der Gegen- merkungen, die man machte, sein Pferd auf einen Seitenwen lenkte, den er die ganze Nacht versolgte. Um 8 Uhr Morgen langte er in Guarda an, wo er ersuhr, daß die Spanier with lich ein Defil auf dem zuerst eingeschlagenen Wege besetzt gehabl haiten. Schon war Robil wirder in der Naͤhe. Die Königin

,, . die Infanterie sollte die Bagage des Kön bedecken; aber bald blieb kein anderes Mittel, das Silder, Ce raͤche und einige andere Stuͤcke von Werth zu retten, als se von den Soldaten in ihren Saͤcken forttragen zu lassen. Da groͤßte Theil der Baggge fiel den Feinden in die Hande, welcht den Nachtrab einige Meilen weit verfolgten. War es Verralh gewesen, der dem Koͤnige den Rath gegeben hatte, sich so un; kluger Weise der Gränze zu naͤhern? Don Carlos

Was ist dagigen die Tagsatzung? Eins Versammlung der Kain⸗

malacarregüp bemerkte ihm mit vieler Geistesgegenwart, wie

vereinigte sich mit der Miguelistischen Armee in Santa

em, er ne Kleidun niere ob Doch irn sie, sich mit dem Feinde zu messen,

arls V. die Regierung zu fuͤhren, . ö He G z ö Spani f 6686 kennte drei Tage vor ihm derzog von Granada, Grand von Spanien, an der Sp ö. , Tüten an än ttt, hi Dom Miguel suchte in Evora seinen Oheim auf, und erklärte Spanien gehen und wolle sich seinem ieser Streich ist Deiner würdig“, sagte Don Don Carlos fuͤr sich konnte we⸗

536 ĩ ; Truppen en. n, Zumalacarreguy ein besonderes oh!! ; i. Die Crnntsben Tramm machten ster; enn. * kon hin gab dem Boten, der den n,,

Antwort forttragen sollte, ihr eigenes auf dem sie die Reise durch Portugal gemacht hatte, und Meilen des Tages zu laufen iin Stande war. Di es Thier war der Gegenstand einer besondern Aufmerksamkeit, als der Bote in Navarra angelangt war.

ten.

sich nochmals den Vorposten Rodi's zu nähern. „Ich für;

schen Begleiter: der Lehrer seines

endlich, vermuthlich auf Anstiftung ihrer Offiziere, feuerten st Kehfsn enn ech ner Dian anten an,

M Wm te n der Koͤnig Abschitd zcar“ kl Am 2ten Juni nahm de J

vDataillon, das

mit der Familie brach zuerst auf, der König folgte mit 80 Ku

2 Meilen von 3 ohne Schuhe,

es⸗ Sold.

nd dies war um so nothwendiger, als

13 m es keinen Anhaltspunkt mehr gab, r. Pedroistischen Armee in drei Echelons von in einer Strecke von 20 Meilen einen

te Stellung der 6, bis Santarem in hten Ausgang des Angriffs hoffen li

seinem eeren , nr bie Ca f haut in ‚arolutionnairen (6) leiten, el und der Soldaten hatte r Ausschiffung Dom en, die Boldat:

nde kapitulirte

so0 Pferden und 40 Stuͤck Geschuͤtzen

und ohne die er den

einliches wanderndes Leben in Portugal, wo er zuweilen ohne Fuß durch die Gebirge dringen mußte, mit der

rung zu ; . ginn tigkeit ertragen, un

s Kameraden behandelt. Miguel versprochenen . in

Fobil war 5 Etappen⸗ hm anlangen

hm, er koͤnne nicht nach Bruder ergeben. „Diese arlos, „ich erwartete ihn.“ en Geldmangel nichts unternehmen. atke Summen in Elvas, a ach Italien dienen. Moͤglich ware ewesen; in Sevilla hätte ewisses Ehrgefuͤhl hielt Don genheit ging verloren. In Brief von Zumalacarreguy it der größten Lebensgefahr ganz Der General lud ihn ein, Volkes zu stellen Mitte wird den Muth erfcisch ellen, denn ich kann es Ew. M ab unter dem Volke, welches durch ei Ew. Maj. voͤllig wortete, daß die aber seine Rechte sich Wort, mich in kurzem an pitzt venn das Mißgeschick mich noch einmal ch meinen aͤltesten Sohn, den Prinze den. Halte Dich noch eine and ich werde zu Dir stoßen oder in ommen. Besonders bewahre das gröͤ Borhaben. Sage den Truppen, daß meine Freiheit nicht darunter leidet,

Evora

Umstaͤnde ihm bisher vorbehalten hab

zerpflichtet und habe in keine Abtretung irgend eines meiner . Statt „Ich der Konig“ (yo el rex), wel⸗

Rechte gewilligt.“ ; ches die Formel ist, unterzeichnete der Zeiche geben. hatte und hier welckes 20

nun die

jemand etwas von diestr Botschaft. saubniß, Don Carlos und seine Fam Was follte aber aus 300 Offizieren u die dem Prinzen gefolgt waren? Don dem Englischen Gbersten, der ihn gele sicherung, daß sie unter Englischem wuͤrden,

Carlos ein Schiff, auf welchem ungef nisst enthaltene Offiziere dem Koͤnige Die Einschiffung z

m 3 Uhr Morgens sestgesttzt. Tage vorher war der Platz von Ev zu Fut und zu Pferde angefuͤllt, Der Köniz stieg zur bestimmten einer Schwadron Miguelistischer La ovo begleitet, wo er den Pedroist,

urde, die ihn bis t hn nicht, betrug sich aber

von einem Pedroistischen Soldaten, mußten sie die groͤbsten

Begleiter gesorgt werde, und seine

ihnen, daß sie unter dem Schutze des

sie sich auf dem bereits gemietheten ] j ord und ging am 4ten unter Se—

den. Er selbst begab sich an V

gel. Kaum war der Konig fort, als das die Zuͤgel riß. In jener Nacht forcirten sie

ser, in denen die Spanier logirt wa verwundeten viele und pluͤnderten Garde⸗Offiziere vertheidegten sich Portug iesen, als zwei Franzoͤsische eben in Aldeg Gallega

rere Soldaten an dem Aufstand Th

bloßem Saͤbel herbei eilten, den Poͤbel auseinander trieben, die

Coldaten in die Kaserne fuͤhrten, und die Ruhe bis zum mit seinen Schaluppen anlangte. laͤnder verscheuchte die Portugiesen, zitre schifften sich unter Anfuͤhtung d

Lagland ein. Marie Christine hat te Jo offentlichen Meinung gemacht, dazegen die Libe— Person der Infantin D

schritte in der ralen sich in der . wicht gegen die Königin vorbehalten

ganz heimlich Medaillen mit der Umschrlft:

un, e) Constitucional geprägt wurden;

zwei Schwestein eine unversoöͤhnliche en der Königin vermochten nich

Guarda. Die Armee war in blem

Neffen alles dies zu Gemuͤthe, wurde aber Versprechungen abgefertigt und fand sich endlich Nebergabe der Portugiesischen Armer mitbegriffen, denn ulation sprach von ihm nicht. Dom Miguel, c Portugal dasselbe Spiel, wie Fer h unlen gespielt. Er entfernte die Roalisten, ließ sich von den

Pedro's verloren. Die Offiziere waren die dem Feinde den Rücken kehrten; verkaufte Generale leiteten die Operationen, und am Dom Miguel an der Spitze von 16 000 Mann,

Sein Plan war,

arsche von Sevilla entfernt, Don Car—

aber diese mu

man Hulfsmittel gefunden; aber ein Carlos ab, und die kostbare Ge—

erhalten, durch einen Boten, der Spanien durchkreuzt hatte. sich an die Spitze seines getreuen „Das Anlangen Ew. Majestat in unserer erfeischen und das Vertrauen wiederher⸗ daj. nicht verhehlen, beides nimmt

entmuthigt werden wuͤrde.“ die Spitze der Acmee zu stellen, und

einen Monat, unter asse kein

bis sie Reisepässe nach den von ; Aufenthalts ⸗Orien erhalten haͤtten. Dessenungeachtet miethete Don

des Koͤnigs war auf den 30 Mai 1834 Seit 5 Uhr Nachmittags am

Stunde in einen Wagen, von Lanzentraͤger bis Montemor

Aldea Gallega eskortirten. in insu desto ungebaͤrdiger gegen seine Spani⸗ Sohnes erhielt eine Ohrfeige

Beleidigungen hören. Das Volt und die Lis⸗ saboner National- Garden in Aldea Gallega setzten die argsten Dro⸗ hungen hinzu. Don Carlos bestand alsdann bei dem Englischen Ober⸗ sten durchaus darauf, daß fuͤr die Einschisf Gemahlin bot um die Kesten zu versichern.

, was sie konnten. v gegen den Anfall der rasenden Offiziere von dem Franzoͤsischen

Morgen erhielten, Der bioße Anblick der Eng—

im Ruͤckstand eines Jah⸗

nach dem Ruͤckzuge von und die feh⸗

Don Carlos fuͤhrte immer mit de faco

eg.

sagt O Don⸗ Ferdinand VII. in

Ergebenheit des gemeinen Thron einen Monat nach

umsonst murrte der Don Carlos hatte sein

d seine Begleiter immer mit den von Dom Andalusten einzudringen;

z aber Dom Miguel, von hielt sein Wort nicht.

Dom Miguel hatte noch ßten ihm zur Reise die Unternehmung immer

hatte Don Carlos einen

ne verlängerte Entfernung Der Koͤnig ant— entgegen gewesen, daß er e. „Ich gebe Dir mein daran verhinderte, wuͤrde n von Asturien, dahinsen⸗ Mittel dazu, meinem Unternehmen um— ßte Geheimniß uͤber mein wenn ich mich einschiffe, ich habe mich zu nichts

Konig bloß „Carlos“, um n seines Wohlwollens zu

Maul⸗ Die⸗

In Portugal wußte Niemand hatte die Er—⸗ ilie an Bord zu begleiten. nd 800 Soldaten werden, Carlos sprach deswegen mit itete, und erhielt die Ver⸗ Schutze im Depot bleiben ihnen zu waͤhlenden

ähr S0 in einem Verzeich— nach England folgen soll—

ora mit seinen Anhängern alle bereit, ihm zu folgen.

schen Soldaten uͤbergeben Man insultirte

und wahrend zwei Tagen

schissung seiner Spanischen einem Lissaboner

von ihnen und sagte Obersten Well blieben, bis Fahrzeuge einschiffen wuͤr⸗

Volk von Aldea Gallega die Thuͤren der Haͤu— brachten mehrere um, Zwanzig

as

ren,

lag, und von welchem meh⸗ eil genommen hatten, mit

Patrouillen aussendeten wo der Oberst Well

und die Spanischen Offi—⸗ es Generals Bellenger nach te unterdessen schlechte Fort⸗

onna Carlotta eine Gegenge⸗ , und es kam so weit, daß Francisco primero, so brach zwischen den Feindschaft aus. Die Waf⸗

13

Sarsfield bekannte in einem umstaͤndlichen Berichte, daß nur die Ueberredung und ein weises gemäßigtes Betragen die Ruhe herstellen koͤnne; er verlor daruͤber das Kommando. Als Marie Christine die Einschiffung Don Carlos erfuhr, ließ sie in die Madrider Zeltung einruͤcken, daß er nie wieder einen Fuß nach Spanien setzen werde und bot den Insurgenten einen General⸗ Pardon an. Aber man antwortete ihr, daß Don Carlos kein Gefangener, sondern im vollen Besitze seiner Rechte sey, welche man bis auf den letzten Blutstropfen vertheidigen wuͤrde. Don Carlos suchte waͤhrend der Ueberfahrt allen Verdacht zu beseiti⸗ gen, und gab die Absicht vor, ein Landhaus in der Nähe von kondon zu miethen, bis er nach Schweden gehen köoͤnne, obgleich er uͤbrigens nicht verhehlte, daß er glaube, Christine werde ei— nen harten Krieg zu fuͤhren haben und am Ende selbst ein Opfer der Revolution werden. Bei seiner Ankunft in Ports⸗ mouth verlangte der Graf v. Florida Blanca ( Spanischer Gesandter, jetzt Marquis v. Miraflores) ihm vorgestellt zu werden, welchts der König ihm bloß als Privatmann und als Landsmann gestattete; er sehe, bemerkte er, die Stellung Christinens und ihrer Toch⸗ ter als eine bloße Usurpation an, und konne also keine Ge—

sandtschaft annehmen. Der Graf bestand nicht weiter hierauf,

und kehrte nach London zuruͤck. Don Carlos hatte ein Hotel in Portsmouth und ein Landhaus in der Nähe von London ge⸗

mierbet. Er ließ den Bischof von Leon und Herrn Anguet, ei⸗ nen Franzosischen Offizier, der ihn in Portugal begleitet hatte, ru⸗ fen, und vertraute ihnen seinen Plan. Dieser letztere wurde zum Reisegefährten erwaͤhlt und beauftragt, Passe zu verschaf⸗ ken. Sodann ging der Konig nach Lendon, und von da auf sein Landhaus. Seine beiden Rathgeber waren der Meinung, es sey sicherer, zur See nach Spanien zu gehen, aber Don Car⸗ los entschted sich nach einigen Tagen fuͤr die Reise durch Frank⸗ reich. Er schnitt feinen Schnurrbart ab, ließ sich den Kopf scheeren und fetzte eine schwarze Peruͤcke auf, an welcher ein schwarzer Backenbart hing. Die Schwierigkeit, Paͤsse zu belom⸗ men, war dennoch groß, aber indem der Koͤnig auf die Zer⸗ streuung Talleyrand's und sein kurzes Gesicht rechnete, setzte er sich nebst seinen Reisegefaͤhrten allen Gefahren aut, und es war der Franzðösische Gesandte selbst, w:lcher ihnen vieleicht im Na⸗ men der Quabrupel⸗Allianz die Pässe gab. Ein bereits in Eng⸗ land befindlicher Bote Zumalacarreguy's wurde mit der Nach⸗ richt zuruͤckgefertigt, daß der Koͤnig am 9ten uͤber die Franzoöͤ⸗ sische Granze gehen wurde. Dieser Bote erreichte eben falls uͤber Frankreich gluͤcklich seine Bestimmung. Ploͤtzlich verbreitete sich in London das Geruͤcht, Don Carlos sey krank. Mihrere Per— sonen sahen ihn im Bett, aber zwei Tage nachher erklärten die Aerzte, der König sey schlimmer, man nahm keine Besuche mehr an, und die Königin schien sehr traurlz. Am 1. Juli war Don Carlos bereits nach Boulogne eingeschifft; er hatte eine sehr un— terhaltende Ueberfahrt in Gesellschaft einer bedeutenden Person. In Boulogne nahm er die Diligence nach Paris, hier hielt er sich zwei Tage ganz oͤffentlich auf, sah seine Freunde und die Oper „Robert der Teufel“ und gab mehrere Ordres. Von hier fuhr er in einer Post-Chaise nach Bordeaux, wo er einen Tag verweilte. Von Bayonne aus ging er am 9. Jult uber die

Krucifix ein neuer Beweis der Gnade und Huld Sr. Maj. des Königs wäre, der mit wahrhaft vaäͤterlichem Sinne das große Wahrzeichen des Christenthums zum Chrisigeschenk gesandt habe, da 1 in Aller Augen Thränen der Ruͤhrung, und nur ein Gesuͤhl dankbarer Liebe beherrschte die ganze Gemeinde. Viele traten nach geendigtem Gottesdienste an den Altar, nicht allein um das Geschenk des besten der Könige näher zu betrachten, sondern auch, um ein treugemeintes Gebet zu Gott fuͤr ihn em⸗ por zu senden.“

Einer in der neuesten Nummer des Milstair⸗Wochen⸗ blattes enthaltenen Nachweisung zufolge, sind im Jahre 1833 1105 Militair⸗Personen, und zwar 61 Offiziere und i044 Un—⸗ teroffiziere und Gemeine, durch Anstellung im Civildienst versorgt worden. .

Aus Halle schreibt man unterm 1sten d. M.: „Unter den oͤffentlichen Gebäuden, die im verflessenen Jahre hier auf— gefuͤhrt worden sind, nimmt das neue Universit ats Bebande unstreitig den ersten Rang ein, indem 6 sich eben sowohl durch die Großartigkeit und Solidität der Bauart, als durch die g= schickte Benutzung des Raums und die außerordentliche 3 und Freundlichkeit in allen Zimmern auszeichnet. Die ein ache Ueberschrift: Fridericus Gullielmus III. Rex Universitat Li- terarum Fridericianae MhCCCXXXIV. nennt in beredter Kurze das Geschenk des verehrten Monarchen, dem Halle diesen Be weis landes väterlicher Huld verdankt. Das Gehäͤude selbst wird seit dem 1. Nov. 1834 benutzt und gewahrt den Siu direnden eine bis dahin in Halle ungekanntt Bequemlichkeit beim Desuche der Vorlesungen. In einem anderen Theile der Stadt am Ufer der Saale erheben sich stattlich die Gebäude des neuen Packhofes, den der Halle'sche Kaufmannsstand mit Genehmigung des vorgesetzten Ministeriums seit laͤnger als einem Jahr ahzu⸗ legen begonnen hat, wie auch in Nr. Z der Staats, Zeitung vom vorigen Jahre gemeldet worden ist. Die Haupt-Gebaäude sind berests fertig, alles massiv steinerne, feuerfeste Lokale, und matt hofft, im naͤchsten Fruͤhjahr die ganze Anlage zur Benutzung der Behörde stellen zu können. Enoͤlich sind auch inehrere großere Ge⸗ baude zu gewerblichen Zwecken von Privat Per onen aufgesuͤhrt wor⸗ den, wie namentlich die Kruͤger sche Zucker Fabrik, die nach dem Yean⸗ de vor 2 Jahren in einem bedeutend großeren Maßstabe wiederherge⸗ stellt worden ist und dennoch den an ste , nn,. kaum genügen kann. Auch werden die Erd⸗Arbeiten auf der neuen Promenade, welche zwischen dem ehemaligen Stein, und Ulrichs⸗ thore angelegt ist, fortwährend betrieben und neue Haäuser an der selben erbaut, uͤber die das Universitaͤts Gebäude mit seiner Kuppel emporragt. Die Schifffahrt auf der Saale ist so lebhaft gewesen, als es sich bei dem niederen Wasserstand erwarten ließ, und der Handelsstand hegt fortwährend gute Hoffnungen fuͤr die Si: wirkung des Zoll⸗Verbandes auf die Stadt Halle. Ebenso war der Getraidemarkt fortwährend delebt, da außer den benachbarten Preußischen , , auch das Saͤchsische Erzgebirge Zufuhren a2 Getraide zu beduͤrfen scheint“

REerlin er Börse. Den 3. Januar 1835.

Graͤnze von Navarra und langte am 1è1en in Elisondo an.“

Griechenland.

Dle Times giebt folgendes Privat-⸗Schreiben aus Nau! plig vom 25. November: „In meinem letzten Briefe bengch= richtigte ich Sie, daß die Gefangenen, welch sich in Itsch⸗Kale befanden, nach Navarin gebracht worden seyen, um dort vor dasselbe Kriegs-Gericht gestellt zu werden, welches uͤber die bet der letzten Empörung in Morea e,. genommenen Indivi⸗ duen kichten soll. Seitdem sind Kalergi und Spiltades in Frei— heit gesetzt worden. Zerbint, ein Neffe Kolokotconis, wurde zu fun frehnjährigem Gefangniß verurtheilt. Mitro Petr owitsch, der zum Tode verurtheilt ward, ist seines hohen Alters wegen der Föͤniglichen Gnade anempfohlen worden. Grizellis und ei—⸗ ner feiner Soldaten wurden erschossen. Polpzotdes und Ter, zetti, deren Freisprechung ich in meinem letzten Schrei⸗ den erwähnte, slnd wieder in ihre Posten an dem Tri— bunal zu Mauolis eingesetzt worden, was allgemeine Zu⸗ friedenheit erregt hat. Zwei Bataillone leichter Truppen in Fustenella's werden zu St. Giorgio, unweit Argos, gebildet. der König hat ihre Uniform besichtigt, die fast fuͤr etwas zu lose gehalten wird, doch ich glaube, sie werden sich in der Linie ganz gut ausnehmen. Dlese Maßregel, obgleich sie zu loben ist, hat bei den alten Palikaren doch nicht den allgemeinen Veifall ge— funden, der ihr zu Theil geworden waͤre, wenn man sie gleich bei der ersten Organistrung der Armee angenommen haͤtte, als der General Church sie vorschlug und Graf Armansperg sie un— terstuͤtzte; sie glauben jetzt, daß die Regierung genthigt worden sey, sich ihrer zu bedienen, um sie ruhig zu erhalten, und das ist auch gewiß der Fall. Die Mitglieder des Kriegs-Gerichte, welches in Rumelien an der Graͤnze niedergesetzt wurde, um aber die Palikaren zu richten, welche die Dörfer in der Umgegend von Zeituni pluͤnderten, sind zuraͤckgekehrt, nach⸗ dem sie zwei Individuen zum Tode und einen alten Prie— ster nebst ein paar Anderen zu ewiger Gefangenschast ver⸗ urtheilt hatten. Graf Armansperg hat, ungeachtet der ge—⸗ gen ihn angezettelten Intriguen, doch seinen Plan, nach Athen u ziehen, durchgesetzt; die Graͤfin und ihre liebenswuͤrdigen Ed n verlleßen Nauplia vorgestern an Bord der Fregatte „Portland“ und werden, sobald die Regentschafts⸗ Fregatte zu⸗ rüͤckgekehrt seyn wird, auf derselben nach Athen abgehen; der König reist in zehn Tagen zu Lande ab; die Jahreszeit ist zwar ungünstig, aber doch nicht hindernd; wenigstens sieht man das Volk von allen Seiten luͤstig nach Athen wandern, so sehr liegt es den Griechen am Herzen, ihre Hauptstadt in dem weltberuͤhm⸗ ten Athen zu gruͤnden. Es ist jetzt ein Engländer hier der sich erboten hat, eine Dampsschifffahrt zwischen Athen, Marseille, Malta, Smyrna und Konstantinopel einzurichten; die Regierung hat versprochen, alles Mözliche zu thun, um sein Unternehmen zu beguͤnstigen.“

F hlanh

Berlin, 3. Jan. Die Königsberger Zeitung enthält Folgendes: „Als Se. Maj. der König im vergangenen Som mer die hiesige Domkirche besuchten, geruheten Allerhöͤchstdiesel⸗ hen aus Allerhoͤchsteigener Bewegung ein großes Krucifix zum Schmuck fuͤr den Aliar zu versprechen. Als nun am diesjaäͤhri⸗ gen Weihnachts-Abend die bunten Christbaumchen zu flimmern begannen, da traf das verheißene Krucifix ein, und schmuͤckte schon am ersten Feiertage die ihm bestimmte heilige Stelle. Durch seine Große, edle Arbeit und reiche Vergoldung zog die— ses herrliche, wahrhaft Koͤnigliche Weihnachts -Geschenk bald die Aufmerksamkeit der Gemeinde auf sich. Als aber am Schluß der Predigt der Superintendent Dr. Gebser auf eine wuͤrdige und

Amtl Tondz. und Cell. Cours Lettel. Een Germ

I ,,,, n

St. · Schuld · Sch. A 1004 6 995 luuz Er. Engl. Obl. 390. 4 86 953 Prüm. Sch. d. See. 68i 61 1 ji0os? Kurm. OGbl. m. I. C. 7E

725

stpr. HFfandhr. Pbomm. do.

Kur- u. Neum. do. Schlesische do. RksSt. CL. d. K. u. N. JT. Sch. d. K. u. X.

Neum. Int. Sch. do. kerl. Stadt. Obi. 1 Könignab. do. Elbing. do. Danz. d0. in Th. Westpr. Pfandbr. A

oe. HPoa. 40. A a - s

W ech al- Cours.

Holl. vollw. Duk. Neue do. Friedrichud'or ..

Disconto ..... e : ta c D t O

1

a X

* 1

2

Hnreissi. (oc.

Fre, fern.

Amsterdum 250 FI. , . 250 Pl.

wann, dito 300 Mb.

London

Paris

Wien in 20 Xr. ..

Augsburg

, . ö

Leipzig

Frankfurt n. M. WZ J.

Hetersburg 1530 Rbl.

Wurschau

kurz 2 Mt.

*

11131 ęEIII1

r

3 Woeh. Kurz

* n.

Auswärtige Esrae m Amat ùsrdaim, 29 Dezember. wirkl. Schuld S. 58 do. 99. Aurg. Schula Kanz-Hill. 25 A8 Amort. Sei. 3523 75. Rus. 583. 28. Preuss. Präm. Scheine 109. du. Az Aul. Span.

z 3 26.

Nicderl. 14.

Car orr.

2. St. Petersburg, 26. Dezember.

Loudan 8 Mt. 105. Hamburg 3 Mt. 3,“ Awat. d Mi. 33.

paris III. iiber- ubel 289. Siber Ipsen Ser I Iii u ,

Königliche Schausptele. Sonntag, 4. Jan. Im Opernhause: André, Luftspiel in U Akt, von C. Bium. Hierauf: Der Aufruhr im Serail, Ballet in 3 Abth,, von Ph. Taglioni. Im Schauspielhause: Emilia Galotti, Trauerspiel in 5 Abth. von ö E. 966 Jö. Montag, 5. Jan. Im Schauspielhause: Zum erstenmale: Franz Walter, Charakter⸗Gemaͤlde in 4 Abth., von em Hierauf; Der Roman, Lustspiel in 1 Akt, nach dem Franz, von 8. b 6 Dienstag, 6. Jan. Im Schauspielhause: Die Alpenhütt , h ö . ,. t Mustk . Dig. midt. (Neu besetzt. Hierauf: Der reisende Student n 86 ö . . n Potsdam. Lieb' im Kriege und Krieg um Läiede, Lu spiel in 1 Akt, aus dem Franz, von A. vom Tarn. in we Die beiden Klingsberge, Lastspiel in à Abth, von Koßehut. ö . n onntag, 4. Jan. Da nigreich der Weiber, oder: verkehrte Welt, Burleske mit Gesang in 2 Akten, von in 3 . B 3 . in 2 Akten. ontag, 5. Jan. Zum erstenmale: Die Mahrin u⸗ spiel in ã Akten, von Ziegler. (Mad. ge , . .

is gegen die Royalisten.

herzliche Weise der Gemeinde verkuͤndete, daß dieses kostbare

als fuͤnfte Gastrolle⸗)