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Armuth, Hunger und Pest, auch noch von dem fürchterlichen Elend des Bürgerkrieges, des Blutvergießens und Morde heimgesucht werden, ober sol die christliche Kirche, um der Habsucht Genüge zu tbun, durch Menschenopfer auf dem Altare des Moloch unterstüͤtzt werden? Ich fordere von Ibnen, Sir, Gerechtigkeit fuͤr mein Vg⸗ terland, ich fordere von Ihnen, als Premier⸗-Minster Englands, als Staatsmann und als Christ, die ,, Anwendung Ihrer
Amtsgewalt. Ich habe die Ehre u. s. w. ö . ; Michael M Kenna.
An den sehr ehrenwerthen Sir Robert Peel u. s. w.“ Hierauf antwortete Sir R. Peel: J Mein Herr! Ich habe die Ehre, Ihnen den Empfang Ih⸗ res Schreibens vom 21sten anzuzeigen. Das Ministerium Sr. Maj. hatte schon fruͤher einen Bericht uber das sehr eklagenswerthe Er⸗ cigniß erhalten, worauf Ihr Schreiben sich bezieht, und hat die ihm ndoͤibig scheinenden Anordnungen getroffen. Ich habe die Ehre ur s. w.
Robert Peel. An Herrn Michael M' Kenna in Dublin“
Die Untersuchung uͤber die Vorfaͤlle bei der Zehnten-Ein— treibung zu Rathcormace in Irland hat begonnen und wird eifrigst fortgesetzt. Es ergiebt sich aus den Zeugen-Aussagen, daß unttr dem Volke die Meinung verbreitet worden war, die Soldaten hätten keine scharfe Patronen, und daß daher die Bauern ihren Widerstand zehn Minuten lang sortsetzten und sogar auf die Gewehre der anruͤckenden Soldaten mit ihren Sicken schlugen, bevor Feuer gegeben wurde. Ja, selbst alt die ersten vier Verwundeten nlederstarzten, sollen die ubrigen Bauern geglaubt haben, es sey dies nur Folge des Schreckens gewesen. Daß der kommandirende Offizter so wie die Seldaten den moͤglichsten Langmuth bewiesen haben, scheint sich klar zu ergeben. Die Aufregung, welche das Ereigniß hervo brachte, ist indeß so groß, daß man der Beendigung der Untersuchung gespannt entzegensieht.
Der Sunday Herald will wissen, Lord Brougham habe an Herrn O'Connell geschrieben und ihn gewarnt, in Allem, was er sage und schreibe, auf seiner Hut zu seyn, denn man laure auf eine Gelegenheit, ihm das Handwerk zu legen.
Ein Korrespondent der Dubliner Evening, Po st mel— det, daß der Archidiakonus Ryder am letzten Sonntag von vier bewaffneten Dragonern nach der Kirche von Gortree, in deren Naͤhe der mehrerwaͤhnte Zehnten⸗Kampf stattgefunden hatte, be— gleitet worden sey. Zur Unterstuͤtzung der Wittwen und Wai— sen der bei jener Rauferei Erschlagenen ist eine Subscription er— öffnet worden. Herr Hudsen, ein benachbarter Geistlecher der bischöͤflichen Kirche, unterzeichnete mit 5 Pfd. und Lord Clon— curry mit 360 Pfd.
Lord Ellenborough hat, als Praäͤsident der Ostindischen Kon— trolle, die beiden neuen Bischofssitze ven Madras und Bombay, welche noch vakant find, und mit deren jedem ein Gehalt von 2500 Pfund verbunden ist, zu vergeben.
Gestein gegen Abend brachte ein Expresser aus Falmouth die Nachricht nach London, daß das Schiff „Espoir“, welches Lis— sabon am 22. Dezember verlassen hatte, dort angekommen sty, u id daß sich, nach der Aussage der Sch ffs⸗Mannschaft, in der Spa⸗ nischen Provinz Galizien an der Portugiesischen Gränze eine Karlistische Bewegung gezeigt habe, so daß die Portugiesischen Truppen aus der Previnz Minho nach der Graͤnze hin beordert worden seyen. Mit dem genannten Schiff ist die Thron-Rede hier eingegangen, welche die Koͤnigin Donna Maria am 18. d. M. beim Schluß der diesjährigen Certes-Session gehalten hat. (S. Portugal.)
An der heutigen Boörse wollte man wissen, daß jene Nach— richt von Karlistischen Unruhen in Galizien sehr uͤbertrieben worden sey. Sie hatte anfangs die Spantschen und Portugie— sischen Fonds zum Sinken gebracht, zeigte sich aber bald als etwas sehr Unbedeutendes. Spanische waren auf 52 gefallen, Portugiesische auf 853, schlossen aber, erstere zu 537 à 1, letztere zu 85 z à 864.
Ein Privat⸗Schreiben aus Calcutta vom 2. Sexrtember meldet, daß das Wetter sehr guͤnstig gzwesen und viel Regen i en sey, und daß man die Indigo-⸗Aernte auf ob, (00 Koͤrbe schatze.
— — London, 37. Dez. Die Proclamatson in Bezug auf die Auflösung des Parlaments erscheint in dem heutigen Regierungs⸗Dlatte, und somit faͤngt das neue Jahr mit Kampf und Streit an, ohne daß sich auch nur im entferatesten vorher— bestimmen ließe, ob das Resultat zur unmittelbaren Beruhigung des Landes oder zu neuen Unruhen Anlaß geben wird. Daß die Minister nicht anders handeln konnten, läßt sich leicht er klaͤ— ren; aber gleichwohl ist es gewiß, daß sie ein Großes wagen. Denn sollte die Entscheidung des Landes gegen die Verwaltung ausfallen, bevor dieselbe noch , . gehabt, ihre Plaͤne zu entwickeln, so koͤnnte dies fuͤr ein Verdammungs-⸗Urtheil der gan⸗ zen Tory⸗Partei gelten, obgleich es wahrscheinlich nur die Folge des Mißtrauens wäre, welches die Verbindung der Ultra Tories mit dem Kabinette verursacht. Der Herzog und Sir Robert Peel wollten sich durch die Aufnahme derselben so zu sagen die rechte Flanke decken; aber gerade dadurch, daß sie Maͤnner, welche bisher gegen alle Verbesserungen waren, befriedigt zu haben scheinen, werden die Besorgnisse Aller erregt, welche Verbesst⸗ rungen in Kirche und Staat erwarten, besonders aber bei den Katholiken und Nonkonformisten, gegen welche jene sich all— zeit so feindselig bewiesen haben. Unter andern sollen die Herren Lefroy und Shaw zu Mitgliedern des Irlaͤndischen Geheimen-Raths ernannt worden seyn, Manner, die auf pro— testantischer Seite beinahe so heftig gewesen sind, als O Connell auf der katholischen, und deren Gegenwart im dortigen Kabinette bei den Katholiken gewiß eben so große Besorgnisse erregen wurde, als die Gegenwart dieses Demagogen im Ministerium bei den Protestanten erregen muͤßte; und zwar um so mehr, als Herr Goulburn, der Minister des Innern, ebenfalls als Ultra— Prottstant bekannt ist. Die Whigs vedienen sich natuͤrlich aller dieser Umstände, um den Argwohn des Volks gegen die redlichen Absichten des Ministeriums zu erregen. Es sind dieselben Per sonen, sagen sie, welche zu sagen pflegten: Zeigt uns, wo etwas Fehlerhaftes an der Ver fassung ist und wir wollen es beseitigen, zugleich aber das, was alle Welt als sehlerhaft erkannte, als Schönheit und Vollkem⸗ menhelt priesen, den rotien horonghs das Wahlrecht behaupte—⸗ ten und es den größten Städten verweigerten. Hierdurch ver—⸗ einigen sie denn alle Klassen der sogenannten Reformer in eine allgemeine Opposition gegen die Torles, und auf diese Weise — so unbequem ihnen auch später die Allianz mit den Radikalen fallen durfte — mag es ihnen wohl gelingen, eine Mehrheit gegen die Regierung zu erhalten. Freilich fehlt es der letzteren auch nicht an einem großen Anhang. Nebst der zahl. und ein⸗ flußreichen Klasse der wirklichen Tories, schließt sich Alles an sie an, was der . muͤde ist, und Ruhe ünd Gicherheit des Eigenthums allen Reformen vorzieht, ja sogar der Hoffnung lebt, daß sie mitten in dieser Ruhe und Sicherheit die nothwen⸗ digsten Reformen nicht vernachlaäͤssigen werde; dann die sey⸗ große Anzahl der bisher schwankend gewesenen E pektanten
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der Kirche, im Advokatenstande, beim Militair wie in andern Faͤchern, die sich nun versichert glauben, daß am Ende bei der Tory⸗Partei die Gewalt des Staates eher permaniren werde, als bei den Whigs. Dieses zeigt sich klar aus den vielen Dank— Adressen, welche aus allen Gegenden des Landes an den Koͤnig ergangen; besonders an den 5 — 6000 Unterschriften, welche die loyale Adresse der City erhalten, wie sie in der gestrigen Times in 24 Spalten der Laͤnge nach aufgefuͤhrt erschei⸗ nen. Es ist freilich keine sehr große Anzahl im Ver— hältnisse zu der Masse der Bevölkerung der Hauptstadt; aber es finden sich darunter eine sehr große Anzahl der reichsten und angesehnsten Männer der Stadt, auf deren Unterstuͤtzung jede Regierung stolz seyn durfte; und — was mehr — sie finden sich nicht, wie die Namen eines Grote, Prescott, Crawfurd, Grenfell und anderer achtbarer, Resormer, in Berbindung mit solchꝛn, deren Gesellschaft Niemanden Ehre macht. — Cobbett hat in seinem letzten Stuͤck des „Registers“ einen in seiner be— kannten pöͤbelhaften Weise abgefaßten Brief an Sir Robert Peel als Kommentar auf dessen ministerlelles Mantfest abdrucken lassen. Nachdem er dasselbe Paragraphweise zergliedert und gezeigt hat, daß alles, was Sir Robert darin verspricht, die Na⸗ tion nicht befriedigen würde, koͤmmt er auf den letzten Punkt, welcher bei dim allzemeinen Lärm von Jedermann fast uͤbersehen worden: den offentlichen Kredit und die Finanzen. Er vergleicht hier Sir Robert's Sprache mit der von Pitt und schließt mit folgenden Worten. „Leider aber, mein Herr! Pitt setzte Papier in Umlauf; Sie ziehen es ein; Pitt hatte Walzen zu 15 Schil— linge das Bushel; Sie haben 36 zu 5. Pitt wurde dem Staat entnommen, als der schwachkspfigen Thoren sinkender Fonds dle Schuld nur auf 100 Millionen wachsen sah, wahrend der Wai⸗ zen 15 Shillinge galt; Sie haben eine Schuld von 800 Mil— lionen und fuͤr den Walzen nur 5 Schilling. Pitt befand sich mitten in einem ruͤhmlichen, kopfverwirrenden Kriege, und hatte uns mit dem Frieden Aussichten van endloser Gluͤckseligkeit vor— zuhalten; Sie stehen am Ende eines zwanzigjaͤhrigen Friedens, und haben uns kein Gluͤck zu verspkechen, als eiwa solches, das aus einem neuen Kriege entspringen konnte! Hier liegt Ihre wahre Schwierigkeit. Heer ist das Ungeheuer, welches, wenn Sie ihm nicht degegnen, und enischlossen sind, es zu uͤber⸗ winden, in nicht langer Zeit Sie uͤberwinden wird.“ Damit es dem Minister indessen nicht zu leicht werde, das Ungeheuer zu uͤber⸗ winden, kuͤndigt er ihm an, daß er so eben ein Buͤchlein heraus— gegeben hat, „in rothem Leder gebunden, Preis 16 Pence, das jeder Tageloͤhner in seiner Westentasche tragen kann, unter dem Titel: Cobbet's Vermaächtniß an die Tagelöhner; oder was fuͤr ein Recht haben die Lords, Baronets und Squires auf Grundstuͤcke in England ver anderen Leuten voraus? Mit einer Zuschrist an Sir Robert Peel.“ Dies, faͤhrt er fort, sey ihm ab gezwun— gen worden durch die Beistimmung, welche Sir Robert und der Herzoz von Wellingten der Armenbill gegeben hätten, und er werde diesen Krieg gegen allen Besitz so lange fortsetzen, bis durch die Widerrufung jenes Gtsetzes den Armen das Ihrige zurückzegeben worden. — Abends. Das Parlament ist wirk— sich aufge oͤst; und die Versammlung des neuen Parlaments auf den 19. Februar festgesetzt; vor dem Ende Januars jedoch wer— den alle Wahlen beendigt seyn.
Deutschland.
Leipzig, 2. Jan. Zufolge der mit Anfang des Jahres erschienenen Listen sind im verflossenen Jahre in unserer Stadt 233 Paare getraut, 1314 Personen geboren worden und 1294 verstocben. Unter den Geborenen befinden sich 670 männlichen und 644 welblichen Geschlechts, 13 Paar Zwillinge, 229 unehe— liche Kinder und 73 Todtgeborne (darunter 22 Uneheltche). Im Vergleich mit dem Jahre 1833 sind 183 weniger verstorben und 13 mehr geboren. Seldöstentleibungen werden 3 gezählt; dagegen beläuft sich die Zahl der verungluͤckten und umgekommenen Per— senen auf g. An Schlagfluͤssen starben 51 Personen, an den Blattern 2. .
Aus Hartha wird unterm 31. Dez. geschrieben: „Gestern Abend gegen 8 Uhr brach hier ein Feuer aus, welches binnen kurzem 16 Gebäude (darunter eins aus dem angraͤnzenden Dorfe Reinhardsthah gänzlich zerstoͤrte und mehrere andere zum Theil bedeutend beschaͤdigt?. Zwei Knaben, in dem Alter von 8 und 13 Jahren, kamen in den Flammen um. Der nur am Mobi—⸗ liar verurfachte Schaden wird vorläufig auf 5000 Rthlr. an⸗ geschlagen.“
Munchen, 1. Jan. Am W Dez. hatten die Portug lesi⸗ schen Abgeordneten eine Audienz bei St. Maj. dem König. Am nämlichen Tage eilte der Französische General Graf Montets⸗ quiou als Courier von Wien nach Paris durch Munchen.
Dem Vernehmen nach wird Se. Hoheit der Herzog von Leuchtenberg nur von seinem ehemaligen Erzieher, dem Grafen Mesean, und einem Secretair nach Lissabsn begleitet werden, und Beide werden in einigen Monaten nach Munchen zuruͤck— kehren.
; Die zum Vellzug des Gesitzes uͤber die Errichtung einer Bayerischen Hypotheken- und Wechsel-⸗Bank ernannte Kommis⸗—
sion macht zur Beantwortung mehrerer Anfragen bekannt, daß
das Gesetz nur die Haupt, Bestimmiungen enthalte, die weitere Ausfuhrung aber den Statuten vorbehalten habe, zu deren Be— rathung die Actionairs, deren bereits mehrere ihre Beitritts— Erklärung uͤbergeben haben, berufen werden sollen, sobald eine genügende Anzahl vorhanden seyn wird. Einstweilen wird aber erklaͤrt, daß die Actien auf 5660 Fl. festgestellt, in den vorzuͤg— lichsten Städten des Köͤnigreichs Filial- Banken errichtet und Einleitungen zur Erhebung der Zinsen und Dividenden auf den großen Handelsplätzen des Auslandes getroffen werden, zu welchem Geschäͤfte schen mehrere der vorzuͤglichsten auswaͤr— tigen Handelshaͤuser sich bereit erklart haben. Die Kommis— sion macht darauf aufmerksam, wie dieses Institut nicht nur wohlthaͤtig im Interesse des Gutsvesitzers und der Gewerbe, und zur Wiederbelebung des so sehr gesunkenen Pri— vat⸗-Kredits sey, sondern auch den Geldbesitzern eine vollkommen sichere und vortheilhafte Kapital⸗Anlage biete. Selbst den Fonds nur zu 19 Millionen angenommen, so stehen, nach Befrtedigung des nächsten Bedarss der Gutsbesitzer, der Bank noch 4 Millio— nen, und nach Abzug des . behaltenden Kassen⸗Vorraths von einer Million, noch 3 Millionen baar und 4 Millionen in un⸗ verzinslichen Banknoten, also 7 Millionen (ohne die wahrschein⸗ lich sehr zahlreichen Darleihen) zu Gebote, womit sie andere vor. theilhafte Wechselgeschäͤfte beirelben kann. Den Gewinn aus diesen auch nur auf 6 pCt. gerechnet, wahrend die Zinsen der Hypotheken⸗Darlehen schon mit 4 pCt. gedeckt sind, ergiebt sich immer eine ansehnliche, und um so mehr gesicherte Dividende, als der Bank durch das Gesetz die prompteste Execution, deren Todalitaͤten sie selbst festsetzen darf, zugesichert ist. Die Kom⸗ mission wird naͤchstens jene Commissaire bezeichnen, bei welchen die Subscriptionen zum Beitritt angemeldet werden können. Das erste Bataillon des Königl. Bayerischen 10ten Linien⸗
Infanterie⸗Regiments ist am 21. Del auf 8 Schiffen, von dem Königl. Griech. Marine Lieutenant Raphtis gefuͤhrt, . , Ta gen von Navaren in Triest eingetroffen, und wird nac; 4 gehab tener Quarantaine seinen Ruͤckmarsch nach Bayern antreten. Augsburg, 29. Dez. . h schen Beobachtungen bekannte Dom-⸗Kapitular Stark hat unterm heutigen Tage Folgendes publizirt: „Heute gestattete seit Langem wieder einmal der heitere Himmel einen freien Anblick der Sonne, auf welcher drei Flecken- Gruppen zu sehen waren, wovon du erste in der nördlichen Sonnenhälfte schon nahe am westlichen Rande, und nur zwischen 5, 0 bis 6. 3 von demselben entfernt stand; die zweite befand sich in der suͤdlichen Sonnenhaͤlfte und zwiscen 16, 7, und 11, 2 von demselben westlichen Somnn⸗ fand ab; die dritte war nur 12,7 vom oͤstlichin Sennentam entsernt, aber so schwach, daß man eine mittlere und mehr kleine Oeffgungen kaum von der sie umgebenden Untiefe untn heiten konnte. Dafur aber zeichnete sich in der zweiten Gryyn eine große Oeffnung aus, die ungefähr 18 im Durchmess hielt, was 1833,ů21 geographische Meilen beträgt; und h felbe, einige Abweichungen ungerechnet, beinahe kreis formt wa so nahm sie einen Flaäͤchenraum von 2,553, 851 geograrh ischn Meilen ein. Außer dieser großen Oeffnung enthielt die se Grun noch eine mittlere und drel kleine Oeffnungen. In der ah erwähnten ersten Gruppe aber sah man zwei Untiefen, in dem westlichere rel mittlere fast genz vereintgie und zwei kleine Os nungen enthielt; dit nur 1, 3 davon entfernte oͤstlichere Unti enthielt eine große und eine mittlere Oeffnung, die ebensah ganz nahe bei einander standen; außerdem befanden sich nu zwischen beiden Untiefen einige kleine Oeffnungen. Das Ban meter stand auf 27“, 2“, 0, eine Höhe, bis zu welcher es diesem ganzen Jahre nicht sich erhob; und heute h Uhr fruͤh dem die Kätte aher 10 einen halben Grad, da der Thermometer fa in Nord 10, 5 Grad R. unter dem Gefrierpunkte stand; n 2 Uhr Mittags Geft lerpunte⸗ und ein gleich harmontrendes suͤdlich frei geg die Sonne zeigte beinahe 2 Grad Warme ober dem Gesrin
te.“ . ß 31. Dez. Vorgestern Abend starb hier nu kurzem Krankenlgger, Hr. Dr, Schwabe, Großherzogl. Hef evang. Praͤlat, Mitglied der Isten Kammer der Staͤn de, Sunn intendent der Provinz Starkenburg, Ober⸗Prediger der Ry denz Darmstadt 20, bekanntlich vor noch nicht zwei Jahren von' Weimar auf diesen Posten hierher berufen.
Am 25. Dezember haben Se. Königl. Hoheit der Gr herzog dem zweiten Präsidenten des Ober⸗Appellatio ns und Ci fattong Gerichts, Dr. Franz Joseph v. Arens, den Charalu eines Wirksichen Geheimen Raths mit dem Praͤdikat Excellen und dem Geheimen Kabinets-Secretair Andreas Schleiermach
den Charakter eines Geheimen Raths verliehen.
Spanien.
Madrld, 20. Dez. Ihre Majestät die Königin hat g stern in einer Privat-Audtenz die Botschafter Englands in Portugals und den Daͤnischen Geschäftsträͤger empfangen. N Botschafter Englands hat der Koͤnigin ein Schreiben sem Souverains, und der Dänische Geschäftsträger ein Schreihf der Koͤnigin von Daͤnemark uͤberreicht, welche Ihrer Masesl fuͤr die Üebersendung der Insignien des Marie Louisen⸗ Orden dankt. Der Botschafter Portugals hat Ihrer Majestät die R signien der Orden Portugals uͤberreicht, welche die Königin Donn Maria an Isabella II. uͤber sendet. ⸗
— Enzlische Blätter enthalten folgende Privat- Mt theilung aus Madrid vom 20. Dezember: „Die Pre kuradonn nahmen heute mehrere Reductionen mit dem Budget der au wärtigen Angelegenheiten vor. So wurden ron dem dikherüz Gehalte des Spanischen Botschafters in Paris, welches 600 dl Realen (150 000 Fr.) betrug, 100,600 Realen abgezogen. so reducite man die Gehalte des uͤbrigen in Paris angjestellt Gesandtschafts Personals. Beibehalten wurde dagegen das 8 halt des Spanlschen Gesandten in London mit 360, 00 si len. Das Gehalt des interimistisch in Lissabon beglaubigt Votschafters, Herrn Perez de Tastro, kuͤrzte man ebenst um 5, 60h Realen, behielt dagegen die Gehalte unserer diz matischen Agenten in Washington, Rio-Janeiro und Grieche land bei, nachdem vergeblich versucht worden war, die letzt Function in ein bloßes General-Konsulat zu verwandt Als man hierauf an die 76,000 Realen kam, welche fuͤr ein Agenten in Rom beantragt wurden, fragte der Graf de l Navas, welcher Art diese Agentschaft se? Herr Martin de la Rosa entgegnete, sreilich habe der Papst, als well Macht betrachtet, die Königin Isabella noch nicht anerlam allein, obwohl man niemals eine solche Anerkennung erben werde, sy glaube er doch, man muͤsse durch Beibehaltung ein solchen Agenten seine Willsährigkeit beurkunden, die diplemt schen Verhaͤltnisse mit dem Roͤmischen Hofe wieder an ulnuͤyst Zwar erinnerte Herr Arguelles an das enerzische Wersahn welches vor 100 Jahren von Philipp V. gegen den Roͤmistt Hof beobachtet worden sey und denselben, da er eben so wie jetzt dien erkennung verweigert, zur Nachgiebigkeit gezwungen habe; sein b langen, daß man diesem Beispiele folgen solle, war jedoch vergeblt Nachdem Herr Martinez de la Rosa darauf noch einmel! merkt hatte, man duͤrfe fich mit dem Haupte der Christenm nicht geradezu erzürnen, sondern muͤsse ihm die verweigh Anerkennung der Königin Isabella zu Gute halten, da di Weigerung nicht die Absicht zu Grunde liege, Spanien ju leidigen, dieselbe vielmehr nur dem Einslusse anderer Hoͤfe bej messen sey, wurden die 70.090 Realen fuͤr den Agenten in Rr bewmilligt. Ein ähnlicher Beschluß wurde dann in Betreff! Neapolitanischen Hofes gefaßt, indem man bemerkte, daß, ohm derselbe ebenfalls die Königin noch nicht anertannt habe, doch schicklich sey, die Verbindung mit demselben nicht gan zubrechen, weil dort die Mutter der Regentin residire.“
— Die Algemeine Zeitung berichtet in einem Schr aus Turin vom 21. Dezember: „Wir haben Briefe aus Di celona, die keine erfreulichen Aussichten suͤr die Königin Nez tin eröffnen. Es heißt darin, daß die Bevölkerung von Mah das groͤßte Mißvergnuͤgen uͤber das Betragen der Regentin gere, und daß ein flußreiche Personen die Nothwendigkeit einsih sie entweder gaͤnzlich von den Geschaäͤften zu entsernen, oder einen Regentschafts⸗Rath beizugeben, um unter den gegen
en schwserigen Umstäͤnden nicht ohne eine thaͤtige und kräsh r, zu bleiben. Mehrere Proceres sollen sich offen 2 Königin ausgesprochen haben, und auf dem Punkte stehen, Motion zur Errichtung einer neuen Regentschaft zu mae
Die Königin hat von diesem Vorhaben Kunde, und soll darh, sehr bestuͤrzt seyn. Ihre Freunde und Anhänger wünschen, die drohende Le n. abzuwenden; allein die besten Rathschlaͤge
den bei der Durchlauchtigen Frau kein Gehoͤr, denn wenn leich Scharfsinn genug besitzt, um ihre Lage zu beurthen f ist sie doch andererseits leidenschaftlich und unbesonn
Der hlesig', durch seine astrenom
aber stand derselbe auf 7, 3 Grad unter dun i
demnach einer klugen Handlungtweise durchaus unfaͤhig. Es waͤrg also möglich, daß naäͤchstens eine wichtige Verän— derung in Spanien vorginge, und daß die Koͤnigin⸗Regen⸗ tin vermochz wuͤrde, das Land zu verlassen, oder daß sie einen Mitregenten erhielte. Sollte Letzteres der Fall seyn, so däcfte der Infant Don Francisco, der sehr populair ist, be— rufen werden, die Leitung der Regierung mit zu uͤbernthmen. — In Catalonien herrscht seit Llauders Abberufung große Göhlung, und man fuͤrchtet eine Explosion. Der neue Gene— ralapitain wird mit mehr Schwierigkeiten als sein Vorgänger kämpfen haben, denn Llauder war von den Cataloniern ge— zchtet, wenn auch nicht geliebt. Der Eintritt der schlechten Jahres eit soll sich sehr nachtheilig fuͤr die militairischen Opera— sonen in Navarra anlassen; die Artillerie, die vorzuͤgliche Waffe der Christinos, ist bei den schlechten Wegen nicht fortzubringen, und insofern befinden sich die Karlisten im Vortheil. Der Re— gen fiel stromweise in ganz Spanien, und hatte in Valladelid, Sevilla, Gibraltar große Verheerungen angerichtet. In letztge— nannter Stadt wurden durch die Regenguͤsse Felsenstuͤcke losge— nissen, die einige Haäuser verschuͤtteten. — General Van Halen, der einen Streifzug gegen Aragonien hin gemacht hatte, ist fast von Truppen entblößt zuruͤckgekehrt. Es scheint, daß die Karli— stischen Parteigaͤnger ihm an Geschicklichkeit oder Truppenzahl uͤberltgen waren.“ ;
Portugal.
Lissabon, 13. Dez. Die Lisfsaboner Zeitung theilt den Hetraths⸗Vertrag zwischen der Koͤnigin Donna Marta und dem . von Leuchtenberg mit; derselbe lautet folgen— dermaßen:
„Machdem die Unterzeichneten: Ildesonso Leopold Bayard,
Ritter des Christ Ordens ꝛ6. durch Ihre Maj. Donna Maria Il, Königin von Portugal und Algarbien, hierzu ernannter und su diesem Ende ermaächtigter und mit den gehsrigen Vollmachten versehener Minister⸗Kommissar; und der Graf Stephan Mejean, Kammerherr Sr. Maj. des Königs von Bayern ꝛc. durch Se. Koͤnigl. Hoh. den Prinzen August Karl Eugen Napoleon, Her— zog von Leuchtenberg und Santa Cruz, Fuͤrsten von Eichstaͤdt, ersten erblichen Pair des Koͤnigreichs Bayern, ermaͤchtiget und mit Vollmachten versehen, sich versammelt haben, um die Bedin⸗ gungen der durch Se. Kaiserl. Maj. den Herzog von Braganza, als Regenten Portugals, zwischen der sehr hohen und sehr maͤch— tigen Señora Donna Maria II., Koͤnigin von Portugal und Algarbien, Tochter Dom Pedro's, Kaisers von Brasillen und Koͤnigs von Portugal, Herzogs von Braganza, und der Kaiserin Karoline Josephine Leopoldine, Erzherzogin von Oesterreich 6 Gott in seiner heiligen Gluͤckseligkeit haben wolle), und Sr. Königl. Hoheit dem sehr edeln und Durchlauchttgsten Prinzen August Karl Eugen Napoleon, He 23 von Leuchtenberg und Santa Cruz, Fuͤrsten von Eichstäͤdt, Sohn Sr. König, l. Hoheit des sehr hohen und Durchlauchtigsten Prinzen Eugen Napo— leon, . von Leuchtenberg, seligen Andenkens, und der sehr hohen und Durchlauchtigsten Frau Auguste Amalie, Köoͤnigl. Prinzessin von Bayern, entworfene Vermaͤhlung zu beschließen und . Nachbem der Minister⸗Kommissar J. Majestaͤt der Koͤ— nigin von Portugal und Algarbien erklärt hat: daß besagte Koöͤ— nigin alle in Betreff dieser Vermaͤhlung durch ihren erlauchten Vater, den Herzog von Braganza, der, mit ihrer Bewilligung und Uehereinstimmung ihr Se. Königl. Hoheit den Prinzen Au— aust Herzog von Leuchtenberg und Santa Cruz, Fuͤrsten von Eichstadt, wegen der hohen Meinung, die er von den Tugenden und edlen Eigenschaften dieses Prinzen, und ebenfalls aus seiner festen Ueberzeugung, daß dieser Prinz nicht nur seine erlauchte vielgeliebte Tochter gluͤcklich machen, sondern auch zur Wohlfahrt der Portugiesischen Monarchie und zur Befestigung der von Sr. Kaiserl. Maj. verliehenen Institutionen beitragen wurde, zum Gemahl bestimmt hatte, getroffenen Anordnungen genehmigt und bestaͤtiget habe; und nachdem besagter Minister bezeugt hat, daß Ihre Majestaͤt die Köoͤnigin, seine erlauchte Souverainin, kraft der vollen Ausüͤdung der Rechte, die ihr durch die Gnade Gottes und durch die Constitution der Mo— narchie zustehen, welche Ausuͤbung ihr durch die allgemeinen und außerordentlichen Cortes der Portugtesischen Nation, nach— dem sie das Alter der Großjährigkeit erreicht, uͤbertragen und ferner, kraft der durch besagte Cortes bewilligten Dispensation ermäͤchtiget worden, sich mit einem fremden Prinzen zu vermaͤh⸗ len, beschlossen hatte, besagten Minister⸗Kommissar nach Muͤnchen zu senden, um mit dem Kommissar, der in jener Hauptstadt durch Se. K. Hoh. den Herzog von Leuchtenberg und Santa Cruz die Bedingungen ihrer Vermählung mit dem Prinzen abzuschließen und zu unterzeichnen, sind besagte Kommissare, nachdem sie ihre Vollmachten ausgewechselt, uͤber solgende Arti⸗ kel uͤbereingekommen;
Art. J. Die durch Se. Kaiserl. Maj. den Herzog von Braganza vorgeschlagene, durch Ihre Maj. die Königin von Portugal und Algarblen Donna Maria II. zwischen besagter Koͤ⸗ nigin ünd Sr. K. H. dem Prinzen August Karl Eugen Napoleon, Hirzog von Leuchtenberg und Santa Eruz, Fuͤrsten von Eich stäͤdi genehmigte und bestaͤtigte Vermählung soll zu Lissabon (wo gegenwartige Uebereinkunft ratifizirt werden wird) mit der er— lauchten Person, welche durch Procuration die Person des Her— zogs von Leuchtenberg im Vermaäͤhlungs-Vertrage repräsentiren wird, gefeiert werden. Die religioͤse Ceremonse soll nach den Gebräuchen und Formen der katholischen, apostolischen und Roͤ— mischen Kirche stattfinden; sie soll vor dem Altar durch Se. Königl. Hoh. den Prinzen in Person bestaͤtiget werden, wenn er zu Lissabon ankommen wird.
Art. 2. als Portugiesischer Prinz naturalisirt werden und von der Na— tion eine jährliche seiner hohen Stellung angemessene Subsidie erhalten, die nicht geringer als 50 Contos de Reis jahrlich seyn darf und von der durch Ihre Maj. die Koͤnigin seiner Gemah— lin angewiesenen Dotation, nach den Instructionen des Minister— mite Ihrer Maj. vom 3. Okt. 1834 unabhaͤngig seyn
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Art. 3. Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz August, Herzog von Leuchtenberg und Santa Cruz, verspricht, sich mit besagter Subsidie zufrieden zu erklaͤren und auf jeden anderen Anspruch auf die Dotation oder die anderen Guter, welche die Dotation der Königin, kraft der Gesetze Portugals, constituiren, so wie auf alle uͤbrige Guͤter, welche seiner erlauchten Gemahlin gehoͤ⸗ ten oder in Zukunft gehoren werden, zu verzichten. Se. Koͤnigl.
oheit wird dieses Versprechen, wenn es nöthig ist, bei ihrer
nkunft zu Lissabon vermittelst einer ausdruͤcklichen und foͤrmli—
chen rr nn, bestaͤtigen. rt
4. Ihre Maj. die Koͤnigin verspricht ihrerseits, in
dem Falle, wo sie ihren Gemahl, den Herzog von Leuchtenberg
und Santa Cruz, uͤberleben wurde, keinen Anspruch auf die Guͤ—⸗ ter ihres Gemahls zu machen, weiche (sie mögen Patrimonsal—
den 3, August nach Lissabon gesandt werden wird.
Nach vollzogener Vermählung soll Se. K. Hoh.
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Buͤter, oder vor oder nach der Vermaͤhlung erworben worden seyn) auf die natuͤrlichen Erben des Prinzen oder auf diesenigen Personen, die er entweder durch Testament oder auf eine andere Weise bezeichnet haben wird, uͤbergehen werden. In jedem Falle wird Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz die volle und freie Verfüͤ— gung uͤber alle seine Guͤter, gemäß den in den Laͤndern, wo sie sich befinden, in Kraft bestehenden Gesetzen haben.
Art. 5. In dem Falle, wo der Prinz seine erlauchte Ge— mahlin uͤberleben wuͤrde, wird er fortwährend die Substdie ge— nießen, wovon im Art. 2 die Rede ist, und ferner wird man ihm einen der Koͤnigl. Palaͤste zur Wohnung geben; aber die Subsidie wird auf die Halfte vermindert werden, und er wird keinen Anspruch haben, fuͤr den zu seiner Wohnung bestimmten
Palast entschadigt zu werden, wenn er außerhalb des Königreichs
residiren wird. Art. 6. Die Soͤhne und Tochter, welche aus der Ehe Ihrer Majestaͤt der Koͤnigin von Portugal und Algarbten mit Sr. Koͤnigl. Hoheit dem Herzog von Leuchtenberg und Santa— Cruz gezeugt werden durften, konnen das Königreich ohne aus, druͤckliche Ermaͤchtigung der Cortes der Portugiesischen Nation nicht verlassen; weöer die einen noch die andern können Ehen ohne die Einwilligung ihrer erlauchten Mutter, und im Falle des Absterbens derselben, ohne die Einwilligung des erlauchten Oberhauptes der Familie, das ihr auf dem Throne Portugals folgen wird, kontrahtren. Endlich versprechen, im Namen und von Seiten Ihrer Maj. der Koͤnigin von Portugal und Algarbien, im Na⸗ men und von Seiten Sr. Königl. Hoh. des Prinzen August, Herzogs von Leuchtenberg und Santa⸗Cruz, wir unterzeichneten Kommissare unter der Beglaubigung und dem Königlichen Worte unserer erlauchten Mandanten, daß die oben besagten sechs Artikel, so wie sie abgefaßt sind, beobachtet und erfullt werden sollen, und kraft der Ermächtigung, welche uns die besagten Vollmachten verleihen, unterzeichnen und hestätigen wir dieselben, damit von diesem Augenblick an ihre Vollziehung beginne, Wirkung zu haben durch die Procuration, die durch Se. Königl. Hoheit Su dessen Urkunde unterzeichnen wir den gegenwärtigen Vermaͤh— lungs⸗Vertrag und druͤcken demselben unsere Siegel auf. Gegeben zu Muͤnchen, 8 November 1834. (Unterz. Ilͤdefonso Leopoldo Bayard. Der Graf Mejean.“
Lissabon, 22 Dezember. Die Koͤnigin hat am 18ten d. die diesjahrige Session der Cortes mit folgender, von ihr in Person gehaltenen Rede bis zum 2. Januar prorogirt:
„Meine Herren Pairs ünd Deputirten! Es ist Zeit, die Arbeiten der allgemeinen Cortes auf kurge Zeit zu unterbrechen. Die Abgeordneten beduͤrfen nach so emstger Wahrnehmung der
Angelegenheiten des Landes einiger Ruhe; auch wird durch die
herannahende Weihnachtszeit eine fromme Rast von einigen Ta— gen gefordert. Zwei Hauptgegenstände fuͤr das offentliche Wohl waren Ihnen zur Erwägung empfohlen: die Fortdauer der Re—
gontschaft während Meiner Minderjährigkeit, in der Person
Meines erhabenen Vaters, und die Annahme des nothwendig gewordenen Grundsatzes, daß Mein kuͤnftiger Gemahl aus der Reihe der auswaͤrtigen Fuͤrsten gewählt werden solle. Beide Fragen wurden von den Kammern auf die den Ge— fuͤhlen des Portugiesischen Volkes am meisten zusagende Weise geloͤst, was mithin Meinen besten Dank erheischt. Ein beklagenswerthes Ereigniß änderte die erste der genannten Maß— regeln — und erfuͤllte jedes Portugiesische Herz mit Trauer. Die ungluͤckliche Krankheit, welche Mich in wenigen Tagen Meines hochgeliehten, ewig verehrten und beweinten Vaters beraubte, machte es schlechterdings nothwendig, daß fuͤr die kuͤnftige Regierung des Landes gesorgt wuͤrde. Die Kam— mer der Abgeordneten erklaͤrte Mich mit völliger Einstimmig— keit, und die der Pairs mit sehr großer Mehrheit fuͤr voll⸗ jaͤhrig, und in Folge dessen ist die Regierung der Nation auf Mich gekommen.“ Im weiteren Verfolg giebt die Königin viele feierliche Versprechungen, daß sie auf et! als auf das Wohl des Landes bedacht seyn wolle. Sie benachrichtigt dann die Kam⸗ mern von ihrer Vermaͤhlung und sagt ihnen, welches Gluͤck sie durch dieselbe fuͤr sich und ihr Volk erwarte. Sie dankt den Cortes fuͤr die freigebigen Bewilligungen, welche sie fuͤr sie, die Herzogin von Braganza und deren Durchlauchtige Tochter ge— macht, und wodurch sie die strengste Beachtung des Verlangens ihres erhabenen Vaters gezeigt haͤtten. „Fortwaͤhrend“, sagt sie weiterhin, „erhalte Ich von Meinen autzwartigen Verbuͤnde⸗ ten dieselben Versicherungen der aufrichtigen Freundschaft, und der Friede, welcher zwischen der Portugiesischen Na— tion und den anderen Maͤchten Europa's bestanden, wird bald in Einklang mit dem wechselseitigen Vortheile der Nationen und dem allgemeinen Frieden Europa's befestigt seyn.“ Hier— auf wird des innern Landes- Zustandes gedacht, der im Ganzen als sehr zufriedenstellend geschildert wird, indem die Behoͤrden jetzt mit gebuͤhrendem Nachdruck zu Werke gingen und die we— nigen Irregeleiteten, die noch Miguelistischen Gesinnungen an— hingen, bald von ihrer Thorheit uͤberzeugt seyn wurden. Hier— bei wird der gesetzgebenden Gewalt ein leiser Vorwurf gemacht, daß sie nicht alle ihre Zeit auf Maßregeln verwendet habe, die den Zustand des Volks, die Rechtspflege und innere Verwaltung haͤtten verbessern koͤnnen, und die Hoffnung ausgesprochen, daß dies in der bevorstehenden Session der ordentlichen Cortes allem Anderen vorangehen werde.
Graf Linhares, der Schwager des Herzogs von Palmella, ist als Gesandter nach London bestimmt; der Graf von Villa— real, wie es heißt, nach Paris. In der Hauptstadt und in den Provinzen ist jetzt Alles ruhig.
Herr Carvalho ist damit beschäftigt, ein den Cortes am 15. Januar vorzulegendes, bedeutende Ersparnisse bezweckendes Bud— get fuͤr das nächste Jahr zu entwerfen.
Am nächsten Montage sollen wieder 140 aus dem Dienst entlassene Englaͤnder eingeschifft werden; auch die Belgier sind auf dem Punkt, fortgeschickt zu werden.
Am 19ten d. wurden hier 50 Contos (etwa 12,500 Pfd.“) Staats /Schuldscheine oͤffentlich vernichtet.
Griechenland.
Nauplia, 30. Nov. Die zwei Mitglieder der Königl. Regentschaft, Herr Graf von Armansperg und Herr von Kobell, sind Sonntag Abends von hier nach Athen abgegangen. Das dritte Mitglied, Herr von Heideck, blieb in Nauplia zuruͤck, wie man sagt, um den Konig zu begleiten, welcher von hier am 10. Dezember abreisen wird. Desselben Tages ging auch der Justiz⸗ Minister, Herr Praides, mit seinem ganzen Personale dahin itz desgleichen die Ministerien des Krieges ünd der Marine. Auch die andern Ministerien ruͤsten sich zum Aufbruche, und keine Behoͤrde ist in Nauplla mehr in Thaͤtigkeit. —
Briefe aus dem westlichen Griechenland melden, daß in Al⸗ banien (wie bereits erwaͤhnt) ein allgemeiner Aufstand ausgebro⸗
chen ist; die kriegerischen Einwohner haben sich von der Psorts unabhaͤngig erklärt. Taphil⸗-Muzis haͤlt an der Spitze von 6090 Mann Perali . die Zsokiden aber Tepeleni und Argyroka⸗ stron. Ueberall haben die Aufruͤhrer die Lokal⸗Behsrden dertrie— ben. Zwei Anfuͤhrer stehen an der Spitze der vordersten Ab⸗ theilungen, von welchen die eine gegen Janina vorruͤckt; die andere richtet sich auf Pitolia. Wo sie durchkommen, wird ge⸗ brannt und geplündert. Die Albanesen haben sich durch einen Eid verbunden, die Waffen nicht niederzulegen, bis sie ihre Un⸗ abhängigkeit erobert haben. Ein Rath (Tsumanto) ist von ih⸗ nen eingesetzt worden, und man versichert uns, daß der Charak⸗ ter des Aufstandes sehr ernsthaft sey.
BV rag sfil ien
Folgendes ist der Entwurf des Schutz und Trutz⸗Büundnis⸗ ses mit den Vereinigten Staaten, welches nächstens in der Re— präsentanten Kammel zur Diskussion kommen soll: „Art 1. Das Kalserreich Brasilien Und die Vereinigten Staaten von Nord— Amerika bilden einen gemeinschaftlichen Bund zur gegenseitigen Vertheidigung gegen jtben fremden Angriff und zum gemein— schaftlichen Vortheile der inneren Interessen ihrer Staaten. 2) Die beiden Nationen werden einander mit aller ihrer Macht ge— gen einen feindlichen Angriff beistehen und werden jährlich zu diesem Zwecke eine noch näher zu bestimmende Summe zusam⸗ menschießen. 3) Jede der beiden Nationen wird in der Natso⸗ nal ⸗Versammlung der anderen ihre Vertreter haben. ) Die Erzeugnisse einer jeden Nation werden in jedem Hafen der an— deren eben so behandelt werden, wie die Erzeugnisse der eignen Nation, und von allem fremden Zolle befreit seyn. 5) Die bei⸗ den Nationen werden einander gemeinschaftlich Huüife leisten, um eine Verhindung zwischen Beiden zu Stande zu brin⸗ gen; nuͤtzliche Instltutionen, Kunst und Production so von jetzt an zwischen beiden Nationen gemeinschaftlich seyn. 6) Die Buͤrger der beiden Nationen genleßen auf dem Gebiete der andern alle Vorrechte der Eingebornen. 7) Rechtsfragen, wel⸗ che sich zwischen den Buͤrgern der beiden Rationen erheben, sol⸗ len entweder durch gemeinschafiliche Uebereinkunft oder durch Schiedsrichter, oder durch ein Geschwornen⸗Gericht aus einer gleichen Anzahl von Personen beider Nationen entschieden wer⸗ den. 8) Die beiden Nationen machen sich verbindlich, sich ge⸗ genseitig zur Aufrechthaltung einer nationalen Form der Regle⸗ rung und gegen jede Gefahr, welche ihre moralische oder phy⸗ sische Vervollkommnung bedrohen koͤnnte, Huͤlfe zu leisten. 9) Die Brasillanische Regierung wird sich Mi e geben, zu diesem Zwecke einen Allianz-Vertrag zu unterhandein, welcher daurrad seyn soll.“
§3nlan d.
Berlin, 5. Jan. Nachdem Se. Maj. der Koͤnig die Auf⸗ loͤsung der bisher in Königsberg bestandenen General-⸗Com⸗ mission zur Regultrung der gutsherrlichen und bäuerlichen Ver— hältnisse und die Uebertragung der von ihr bearbeiteten Ge⸗ schaͤfte an die Koͤnigl. Regierungen zu Königsberg und Gumbin⸗ nen zu genehmigen geruht haben, ist diese neue Einrichtung mit dem 1. Januar d. J. in Ausfuhrung gekommen.
— Se. Königl. Hoh. der Herzog von Cumberland traf am 30. v. M. gegen Mittag nebst Gefolge in Achen ein und setzte noch am Abend desselben Tages die Reise nach London fort.
— Auf der hiesigen Koͤnigl. Friedrich⸗Wilhelms Universitaͤt be⸗ fanden sich in dem Semester von Ostern bis Michaelis 1834 v. J. 1863 Studirende. Es gingen ab 521, und traten fuͤr das gegenwartige Semester hinzu 458, so daß die Gesammtzahl der immatriculirten Studirenden fuͤr das Semester von Michaelis 1833 bis Ostern 1835 1890 beträgt. Hiervon zahlt die theolo⸗ gische Fakultät 424 Inlaͤndar und 129 Ausländer, die juristi⸗ sche 66 ä36 Inländer und 135 Ausländer, die medizini⸗ sche Fakultat 230 Inländer und 138 Ausländer, die philoso⸗ phische Fakultat 202 Inländer und 106 Ausländer. Außer diesen immatriculirten Studirenden besuchen die hiesige Univer⸗ sitàaͤt noch, als . Hören der Vorlesungen berechtigt, 554 Per⸗ sonen, so daß uͤberhaupt 2354 an den Vorlesungen Theil nehmen.
— Der zu Wetzlar gebildete Verein fuͤr Deutsche Ge⸗ schichte und Alterthums kunde hat die Bestaätigung des Koͤnigl. Ministeriums der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal⸗Angele⸗ genheiten erhalten.
— In Weißenfels fand am 2ten d. M. die feierliche Einfuͤhrung der Mitglieder des neu errichteten Land⸗ und Stadt⸗ Gerichtes statt, welches zuerst unter den in der Provin; Sach⸗ sen neu organisirten Land- und Stadt ⸗/ Gerichten ins Leben tritt. Nach der Feierlichkeit hatten der Magistrat und die Stadtver⸗ ordneten von Weißenfels den neuen Direktor, Kreis-Justizrath von Koͤnen, und die Übrigen Mitglieder des Gerichts zu einem festlichen Mahle auf dem Rathhanse eingeladen, an welchem eine große Anzahl von Buͤrgern der Stadt, unter ihnen auch die Königlichen und staädtischen Beamten, Antheil nahmen. Die 9 Stimmung herrschte in der Versammlung, deren erster
rinkspruch dem Wohle Unsers Allergnädigsten Königs galt, und die durch mehrere von einem Musik- Corps vorgetragene patrioti⸗ sche Lieder noch erhoͤht wurde. Am Abend brachten die Buͤrger, die in dem neuen Gerichte eine Vermehrung des staͤndischen Wohlstandes wahrnehmen, dem Direktor desselben eine feierliche Musik unter Fackelbeleuchtung.
— Die Königl. Regierung zu Posen bringt im neuesten Stucke ihres Amtsblattes zur öffentlichen Kenntniß, daß die Kö niglichen Ministerien des Innern und der Finanzen einen An— trag der Stadtverordneten ⸗Versammlung und des Magistrats der Stadt Posen genehmigt haben, wonach der statt der Miethg— Steuer bisher bei der Mahl- und Schlacht-Sreuer erhobene Kommunal⸗Zuschlag von 46 pCt., vom 1. Jan. d. J. ab auf 50 pEt. erhöht werden soll.
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Meteorologische Beobachtung.
Morgens Nachmstt. Abends Nach einmaliger 6 üubr. 2 uhr. 10 Uhr. Beobachtung. * — 2 3A, 3 * war. Ml, 30 Par. 34A, Var Auellwärme 7, 3 Y R. 2, ; 9 16 23 Fluß wärme 1,2 * R. 1 pCt. Bodenwärme 2, 29 R. neblig. 1utzdünst. 0, o 1 0 Fx. Pꝛiederschlag 0, o o 3 Mh.
h W. W. Wolkenzug . —
Zur Erlduterung der in der Staats⸗Zeitung taglich ersch einen⸗ den meteorologischen Beobachtungen wiederholen wir hier fuͤr di⸗
1833. A. Januar.
Luftdruck. gLuftw arme Thaupunkt Dunstsaͤttg.