Admiralitat steht, war anfangs zu dem Vice-Königthum von Irland bestimmt, soll es aher deshalb abgelehnt haben, zeil seine FJanalle in Irland, namentlich sein Schwager, der Graf von Inntsktllen, zu den eifrigstön Orangisten gehört. 6 gen fragen, ob es wahr sey, daß jeder Lord / Lieutenant von Jr lind nach seiner Enilassung auf eine jlhrliche Pension von 4600 Pfund Anspruch habe. . . .
Dem Hrafen von Aberdeen machte gestern eine Deputat on der Ur Vertheilung der Earschaͤdiung fuͤr die Westznoischen Pflanzer ernannten Kommissarten im Kelonial⸗Amte ihre Ausw wättkng.
dor Auckland hat erst gestern seine ehemalige AmtsUwohnung der Admiralität verlassen; es heißt, der Staats⸗Secretair fuͤr s Innere, Herr Geulturn, werde dieseltze fetzt beziehen. Tord Lowther reistt gestern von hier nach dem Norden von Englend ab. . Herr von Beconurt hat den neuen Franzosischen Geschästs— träger hei den Besuchen, die dieser den Winistern absta tete, be— glestet und gestern noch in auswärtigen Amte gtarbeitet.
Die Abresse der Kaufleute, Banquiers, Rheder, Handler und anderer mit der Londoner City in Verbindung ste henden Personen an Se. Majestaͤt den Konig, ju welcher die Times Heute nachträglich noch drittehäalb Spalten vell Unterschriften lefert, trägt deren nun im Ganzen, nach der eigenen Angabe der Times, 5739, und wurde gestern durch eine aus den Herren W. Ward, Lyall, Aderman Lucas, Alderman Brown, The— mas Wilson und Powles bestehen de Deputation des Aus schusses, der die ganzen Verhandlungen uͤber diese Abresse geleitet hatte, an Sir Robert Peel uͤberrcicht, der den Abgeorbntten die Ver— sicherunz gab, daß der Konig dieses Aktenstuͤck, welches er Sr. Majestäͤt bei der ersten Gelegenheit einhändigen wolle, gewiß mit der größten Genugthuung empfangen würde. Die Times he— merkt zugleich, daß das Mökeln einiger Zeitungen an dieser Adresse überaus erbärmlich sey denn es fanden sich auf der gan— zen Liste der Unterschriften hoöͤchstens ein halbes Dutzend Wieder— holungen, und was das Geschtei betreffe, das mehtere der Un— terzeichner in den Verstädten wohnten, so sey es doch wohl all— semein bekannt, daß nur sehr wenige Kaufltute in der City an— saͤssig seyen.
Die Times beharrt, allen Angriffen der Oppositlon 36 Trotz, bei ihrem einmal angensmmenen Systeme und fährt fort, nicht allein das Pee'sche Ministerium und das kenservattve Prin—⸗ zip aufs nachdruͤcklichste zu vertheidizen, sondern auch die soge⸗ nannten Reformer mit Hohn zu uͤberhäafen. Sie beruft sich auf die großen Dienste, die sie (die Times) von siher den oͤf— fentlichen Freiheiten geleistet, und erklärt ihre plötzlicht Sinnes Aenderung in felgender Weise: „Unsere Besorgniß wird gegen— wärtig weit mehr burch dit Androhung einer wirklichen, raschen, verzareifrlten Hinnetzung zur Revolutlon, als durch den Wahn einer unmöelichen Reaction gegen tie Abstellung von Beschwer— den oder Mißbräuchen angeregt. Unsere Pflicht ist es mehr als je, den Kampf des Volkes zu kämpfen, wenn dieses nicht für sich selbst zu kaͤmpfen weiß. Wir wollen dasselbe vor din F⸗l— gen des verwerflichen Leichtsinns oder der schaͤndlichen Bosheit derer reren, die dasstlbe mißleiten moͤchtinn. Haben wir dem Volke schen oft mit der groͤsten Gefahr fuͤr unser Eigenthum nid rasre Freiheit genützt, so wollen wir ihm jetzt den größten aller Dienste erweisen: wir wollen es vor sich selbst retten. Wir wollen mit Gottes Huͤlfe das Land vor dem Flüche einer zerstö— renden uns blutdurstigen Anarchie bewahren, worin eine gott— sose Faction dasselbe zu sturzen Tag und Nacht bemuͤht ist.“
Die Gyr? fler ul kl.; beklagen es mit Hinsidt auf ein oͤf— sentlich publizirtes Schreiben des Grafen ron Minto, worin dieser ich als histiger Gegner des jetzigen Ministeriums und als eifriger f geihan“, indem sie ihn, dem Standard felgend, unter den zu er— nennenden Kammerherren aufgefuͤhrt hätten. Der Albion hatte
. * ** y n ** 431 7 . . ĩ. * . I Ser ** 8 2eit 10 edoch schon fruher (vie selner Zeit auch in der Staats-FZeitung ;. 1. ö. ö schen Kirche, in Betreff der Finanz-Refornien und in Beteeff der den Agrikaturisten zu gewährt. einzubring; . Herzög rechnet bei diesen Maßregeln auf eine Majoritaät in bei—
gemeldet worden) die Ernennung des Grafen zu einem solchen Hosten als sehr unwahrscheinlick darzestelt.
In der Versammleng der Kenstrvartven, welche vorgestern in der City gehaltn wurde, um Vorbereitungen zu den Kehl. n zu treffen, führte Her Themas Baring den Vorsitz. Diesr Læxöffnete die Ver sammlung durch eine Rede, worin er erklärt, an sich würde es ihm zich seyn, eb Whhlgs ozer Tories das Ruder fahrten; allein es sey ein großer Unterschied, ob man Reform und Abstellung von Mißdräuchn arf tuhigtm Vi ge ohne Aufregung oder kurch gewaltsame Mitttl und ohne Rück- sicht auf die verderblichen Folgen herbeifüͤhr⸗n wolle. Ohne unbedingtes Vertrauen in irgend cine Verwaltung zuns protestirt? er gegen jeden Eingriff in Lie Koͤniglichen Dr. oz a. tive und fordeste die Anwejenden auf, die von Sir Rosert Perl aufgestellten Grundsäte auf die Probe zu stellin. Ferütr trug er auf die kestenfreie Ernennung der Kandidaten an. Es wunde eine Reihe von Resolutionen beschlossen; eine von Alber⸗ man Brown, daß es die Pflicht aller derer sey, welche auf die J. stitutionen das Landes Werth setzten, zu dtten Vertheidigung gegen den Geist gewaltsamer Neuerung aufzutreten, der unse— ren censtitutinnkllen Reglerungsfarmen mit Umsturz drohe; eine ven Herrn Backs gegen das gesahrvolle Prinzip, den sich meldenden Kandidaten Baͤrgschaften gegn olle und jede? Haßregel der neu ernantzten Winister abzu fordern; von Herrn Gouls zu Gunsten einer umsichtigen Neferm; end— lich von Alderman enn wegen Aufforderung der Herrn Ward, Th. Wilson und G. Lyall, sich als Kandidaten fuͤr die City zu melben. Die Resolutionen wurden saͤmmtlich angenommen, und die drei letztzenannten Herren hielten Reden; die beiden Ersteren hatten zwar gegen die Referm ⸗Bill gestimmt, erklärten aber, sie warden sich sitzt, da dieselbe Landes⸗Gesetz geworden sep, ihrtnu Wirkungen nicht n , Beide versprachen sich von dem Herzoge von Wellington Frieden im Innern und nach Au— ßen. Hr. Lyall war vor der Zeit der Reform⸗Bill kein Parla— mentsglied gewesen, versicherte aber, er sey von jeher ein Feind der Westechüngen; ubrigens werde er vor allen Dingen die Con. stitution aufrecht halten, welcher England seinen Rang als erste Nation der Welt verdanke. Schließlich wurden ansehnliche Sum— men unterzeichnet, und man ließ den König, Sir Robert Peel und den Herzog von Wellington hoch leben.
Viele Wähler von Middlesex haben die Wiederernennung der Herren Byng und Hume, beibes Reformer, beschlossen. In einer Versammlung he Westminster wurde beschlossen, die Wie⸗ dererwählang des Obersten Evans zu unterstuͤtzen, und man be— schwerte sich uͤber das zweideutige Benehmen des Sir Frangis Bardett. In Southwark traten die Freunde des Herrn D. W. Harvey, eines der eifrigsten Reformer, zusammen, welcher unter Anderem erklärte, die ihm Glelchgestnnten waͤren die mahren Konservativen! Aehnliche Berichte gehen von beiden Parteien von verschiedenen Punkten des Landes ein. An sehr vielen Or— ten, wo man sonst an der Erwaäͤhlung von Reformern nicht ge—
zweifelt, sogar zu Birmingham, melden sich jetzt Tory Kandida—
Einige Zeitun⸗
Reformer erweist, daß sie demselben „großes Unrecht
setzen,
30
ten, mit aller Aussicht auf Erfelg. Graf Grey hat ein Cirku⸗ lar an seine Unterfasfen erlassen, worin er erklärt, sich jeder Einwirkung auf die Wahlen enthalten zu wollen. Man be⸗ schwert sich, daß hier und da Mittel gebraucht werden, um die Wäßler einzuschuͤchlern. Die Blaͤtter sind mit Adressen der ein⸗ zelnen Kandotdaten angefüllt, unter denen eine von Herrn Ten⸗ nyson an die Wähler von Lambeth besonders gelobt wird. Aus der Masse widersprechender Nachrichten ist es schwer, auf ein bestimmtes Resultat uͤber den Ausgang der Wahlen zu schließen; nur in Irland zweifelt Nismand an der Erwählung ven Nefor⸗ mern und Anti- Unionisten, aufer in einigen noͤrdlichen Graf⸗ schaften, wo die Orangisten die Mehrzahl bilden.
Dle Herren Spankie, Hobhoust und S. K. Young haben sich gewelßert, den Vorschriften eigen mächtiger Agenten von Kirchspiels-Versammlungen in Betreff der bevorstehenden Wah⸗ len zu gehorchen Die Times aͤußert ihre Freude hierüber und hofft, daß das maͤnnliche Beispiel dieser Herren zahlreiche Nach— ahmer finden werde.
Ueber den Plan, welchen das neuer Ministerlum, dem Par⸗ lament gegenuber, wahrscheinlicher Wetse befolgen dürfte, soll sich nach dem Bericht des Pariser Korrespondenten des Courier, der Furst Talleyrand zu einem Pair folgendermaßen ausgespro— chen haben: „Der Herzog von Wellington rechnet darauf, daß er durch die Aufiosung des jetzigen Unterhauses eine Majoritůt gemäßigter Manner, wo H Gunsten, so doch zu Günsten einer gemäßigten Politik gewinnen wird. Der Herzog glaubt, daß Lord Eßbrington nicht im Stande senn werde, eln neues Unterhaus zu uͤberreden, daß es eine Adresse an den Fönig votire, worin Se. Maj staͤt um eine Ver— anderung des Ministeriums ersucht wurden, oder auch nur, daß es die Resolutton vottre, das Haus habe kein Vertrauen zu den Ministern. Wenn auch ein neues Unterhaus nicht im ei⸗ gentlichen Sinne des Worts ein Tory⸗Haus seyn duͤrfte, so wird es doch ein gemäßigtes Haus seyn und ungefähr aus denselben Elementen bestehen, wie die jetzige Deputirten⸗Kammer, (indem, so wie aus diefer Kammer, fast alle leidenschaftlichen Maͤnner aus demseltzen ausgemerzt seyn werden. So baut denn der Her— zog darauf, daß er durch keinen Staatestreich von Seiten des ünterhausts ven seinem Posten verdraͤngt werden koͤnne, und daß es der Majoritaͤt des neüen Hauses nicht einfallen werde, dem Beispiel der Franzoͤsischen 221 zu folgen. Sollte aber wirklich eine Adresse an den König vetlrt werden, worin Se. Maj. er— sucht wurden, die Minister zu wechseln, so wurde der ir. sei⸗ nem Koͤn gl. Herrn ohne Zweifel rathen, dieselbe, als einen Eingriff in seine Praͤrogativen, nicht anzunehmen. Der Herzoz suͤrchtet sich also weder vor der Adresse, noch vor irgend einem hastigen Votum des neuen Unterhauses. Außerdem werden eine große Menge der neu gewählten Parlaments⸗-Mtglieder, wenn auch nicht gerade mie dem Vorsatz, die Verwaltung zu untersiuͤtzen, so doch auch nicht mit der vorgtfaßten Absicht, ihr gänzlich ihr Vertrauen zu verweigern, im Untemhaase erscheinen. Diese Mitglieder wurden sich zwar einer ruͤckwärts schreitenken Pelitik von Seiten des Herzogs widersetzen, si⸗ würden aber andererseits auch gegen de, der Königlichen Prärogrative Abbruch thuende Adresse oder Resolutton stimmen. Und selbst die Annahme ei— ner solchen Abresse oder Resosution durch eine Masoritaͤt des Unterhauses wuͤrde das Kabinet nicht verwirrtn oder ju seiner Austosung fuhren, denn der Herzog wuͤrde dem. Koͤnige rathen, auf seine Prärogativen zu fußen, und dieser Entschluß allein wurde sehr viele Mitglieder des Unterhauses erschürtern. Auf diese Weise wurde der Herzog von Wellington im Siande siyn, es selbst mit einer ihm feindsichen Masoritaäͤt aufsunch men, bis die Zeit heran kaͤme, wo das Budget oder die Mirtel und Wege diskutitt werden muͤssen. Von der Eroffnung der Ses— ston und Votirung der Adresse bis zur Erdrterung des Budgets wird aber natürlich eine geraume Zeit vorstreichen, und in die— sem Zwischenraume werden der Herzog und Sir Robert Peel Gelegenheit haben, ihre Maßregeln in Betreff der Irlaͤndi—
gewährenzen Abhuͤlfe einzubringen. Der
den Häusern und ist überzeugt, das, wenn tiese Maßregeln erst vorgelezt und genehmigt find, die Majorität des neuen Un—⸗ terhauses auch der Reglerüng das Budget und alie Mittel und Wege nicht verweigern wird. Zwar wäre es moglich, daß die Minister bei einigen Regierung Maßregeln eine Niederlage er— litten, aber dann werden sie dem Beispiel ihrer Vorgang er sol— gen und sich, wenn auch hin und wieder eine Abstimmung ge— gen sie ausfällt, deshalb nickt zuruͤckziehen. Die einzige Ge— fahr alss, die der Herzog zu besorgen hat, ist das erste Votum dez neuen Hauses, wenn dasselbe entweder dir Entlassung der Mintster verlangen ober dem Kabinet sein Vertrauen versagen sollte. Auf ditse Gefahr aber ist der Herzog gefaßt; er wird ihr zu begegnen wissen und sie bei seinem gewöhnlichen Gluck wehl auch besiegen. Wenn jedoch das Unterhaus eine Adresse oder einth Beschlaß votiren sollte, wodurch Mangel an Ber— trauen u dem Ministerium ausgedruckt würde, so wird das Oberhaus ein entzezengesetztes Votum abgeben, und der Herzeg wird wegen einer seinem Kaßtinet feindlichen Adresse des Unter— hauses nicht gleich seine Entlassung nehmen.“
Der neüe Eontroleur des Königlichen Haushalts, Herr Certhy, ist der Sohn des Ocangistisch gesinnten Lords Belmore; der zum Vice⸗Kgimerherrn ernannte Lord Castlereagh ein Neffe des ehmaligen Ministers Castlereazh.
Der Stamford Mercury meldet, daß der Federviehhand⸗ ler Herr Clark zu Bosten in der Grafschast Lincoln in den letz. ten beiden Wochen die ungeheure Quantität von 13,000 Stück Gänsen und 2060 Stuck Kalkuttischen Haͤhnern zum Weihnachts— Markt nach London gesandt habe.
Belgien.
Brüssel, 1. Jan. Sir Rebert Adair, Englischer Gesand“ ter zu Brussel, ist gestern von Paris hier angekommen.
Ein Portugiesischer Gesandtschafts⸗Secretair bei dem Lon— doner Hofe ist gestern auf seiner Reise von London nach Muͤn— chen hier durchpassirt. h
Der gestrige Ball beim Kaͤnige ist ungemein glaͤnzend gewesen; das diplomatische Corps, die Minister und die Mitglieder des Se⸗ nats waren im Kostüme, die Mitglieder der Repraäͤsentanten⸗ Kammer in schwarzen Kleidern ohne distinktive Zeichen; die Damen⸗Toilette war sehr reich und geschmackvoll. Ihre Ma—⸗ jestaͤten erschienen um 8 Uhr und haben sich erst spät wieder entfernt. Der Ball hat bis 2 Uhr Morgens gedauert.
Bruͤssel, 2. Jan. Der Moniteunr Belge vom heuti— gen Tage enthält die Anreden an den Konig, welche am gestri— gen Neujahrstage von den Praͤsidenten der Repraͤsentanten⸗ Kammer, des Cassations., des Rechnungs-, des Ober⸗-Militair⸗ Gerichtshofes u. s. w. gehalten worden sind, so wie die Ant—⸗ worten, welche Se. Masestaͤt darauf ertheilt haben. An der
Spitze des diplomatischen Corps, welches ebenfalls seine Gluck nn che abstattete, befand sich der Englische Gesandte Sir Ro⸗ bert Abair. Der König hat namentlich der Repräsentanten⸗ Kammer auf ihre. Anrede geantwortet, daß es ihn freue, der Deputatlon mittheilen zu konnen, wie die Besorgnisse, welche zu
Tade des abgelaufenen Jahres nicht ohne Grund sich verbreitet
e enwärtig als Janz beseitigt angesehen werden zürften, . Maj. an, 9a e . Erkundigungen die voll kommenste Gewißheit in dieser Beziehung erhalten haͤtten, so daß bestimmt anzunehmen wäre, daß der Europaͤische Friede von kei⸗ ner Seite bedroht sey.
De utschland. .
Hamburg, 6. Jan. Das hitsige große Kirchen⸗Kollegium
u S. Petri hat gestern den Professor der Theologie, Pr. de. He in Sasei, zum Hauptpastor an dieser Kirche erwählt.
Altona, 5. Jan. Ein fuͤr die beiden Herzogthuͤmer erlas senes Platat vom 24. Dezember v. J; ver fuͤgt, daß der durch das Plakat vom 10. Dezember 1831 fuͤr Gußeise n. Wa aren besttmmte Einfuhr -Zoll von 3 Rbthlr. 12 Rbßl. 2 100 Pfund, annoch auf fernere 3 Jahre, vom 1. Januar 1835 angerechnei,
en soll. serit e gr or feierte am 1sten d. M. der General Majc von Teschly, Ehef des Regiments „Koͤnigin“, sein bo jaͤhrige⸗ Dien st / Jubtlaͤum.
Frankfurt a. N, 2. J ꝛ gran furt, Herr Konsistoriat⸗ Rath Anton Kirchner, 3 von ausgezeichneten Eigenschaften, ist gestern im 5östen Nahr seines Alters mit Tode abgegangen. a,,,
— — Frankfurt a. M., 3. Jan. Die Erg enisse der Abrech⸗ nung fuͤr den ah, Segenlber waren fuͤr die ,,, auf n lch guͤnstig. Orschon die Liquidation beim Far resschluß gi⸗
wöhnlich die bedeutenbste ist, weil sich da viele Engage ments unn
rämicnhändel auflösen, gingen dennoch diesmal sa mint icht Aut e lh rasch ö. gluͤckllch voruͤber, und von keinem Eff. ite ben Stücke uͤbrig. Dle zeitherigen Versendungen De st erreich ischn und Hollandischer Papiere nach cinigen auswaͤrtigen Maͤrkten, ein der Zufluß an baaren Mitteln, gaben die naͤchste Veranlassung zu dem befriedigenden Stande unserer Boͤrse. Durch den Ueberfluß an Fomptanten fiel der Zinsfuß bei Prolongationen auf A pCt., bei Depét auf 3 pCt. Unfere Kapttasisten, denen dieser niedrige zink. fuß nicht zusagt, haben am Liquidatlons-Tage neuerdings starlt Posten- Effekten gegen baar ankaufen lassen, wodurch ein merklichts Gefuch in Metalliques, Actien und Integralen entstand. Dlt Schwankungen der 66 ö Dezembers waren nicht bi— raͤchtlich. Die sproc. Metalliques hoben l . err gn. um z; pCi, Actien um 12 Fi. pr. Stück. Integt lt siiegen üm 113 pEt. Dagegen blieben die Spanischen Fonds z pCt. im RNachtheil. Preußische Praͤmien. Scheine stiegen von Ch guf Co s, Polunische von 673 auf 681. — Mit Beginn des neuen Jahres war nig Leben im Jondeh en del zu beobachten: bie umsatze wichen chr beschraͤnkt. Man fand die e ,. Notirungen, welche von Wien und Amsterdam lamen, und in dem Mangel an Aufträgen von auswärts. — Das Geschäs in den Spansschen Perpetuellen liegt ganz danieder;: ez zeigten sich fuͤr diese Fonds weder Geber noch Nehmer. Von den Paplerh welche nicht im täglichen Börsen-Verkehr sind, waren die 23ptit. Do mestlcal⸗Obligationen sehr gesucht, und wurden bis 32 pCt. bi⸗ zahlt. — Das Wechsel⸗ 3 T fn i nicht belebt: Amsterdam, Ham burg und London waren am meisten begehrt. Paris, Augsburg und Berlin waren cher ausgeboten. Diskonro⸗Papier wurde zu zr pCt. angebracht.
Oe sterre ich.
Agram, 27. Dez. Am Isten d. M. wird der Bischaf
ton Agram, Alexander von Alagowich, sein „goldenes Meßopfer⸗ abhalten; es werden namlich an diesem Tage fanfzig Jahr, daß der genanntt hohe Prälat die pristerliche Weihe empfangen. Als ein seltenes Ereigniß ist es wohl zu bezeichnen, daß auch der vorige Bischof von Agram hier sein goldenes Jubilaͤum ge eiert hat. ; 3! Zara in Dalmatien starb am 7. d. M, der in der g lehrten Welt, namentlich wegen seiner ausgezeichneten Latinitit, bekannte Schrlftsteller Appendini, Prlester aus dem Orden de frommen Schulen.
Spanien.
Englische Blätter enthalten folgende Privat-Mittheilum zen aus Madrid bis zum 20. Dezember: „Die Sitzung de Prokaradsren, Kammer vom 12ten wurde mit nutzlosen Disti sionen ausgefüllt. Der Praͤsident und die vier Secretaire bilden nämlich ein Bureau (la mesa), welches auch die Kommissiontz zu ernennen hat. Letzter waren nun der Meinung, daß, aug den Kommissionen zur Pruͤfung der einzelnen Abtheilungen del Bungets, auch noch eine Kommission ernannt werden müsse, di uber das Ganze einen Bericht abstatte; der Praͤsident dagegn hielt dieg für unnsihig und verlangte, daß die Diskussion eim Abtheilung, naͤmlich der Civil Liste, ,, . solle. Nit einer langen Debatte nahm endlich die Diskussion der letzteren ihr
mentlich wollten durch weitere Hinausschiebung der Dis kussiol den Minister noͤthigen, einen Pan hinsichtlich der inneren Schuh vorzulegen. Doch hatten ste dabei durchaus nicht die Absih
die Regierung ohne Geld lassen zu wollen, vielmehr erliltt
eints der heftigsten Oppositions- Mitglieder sich bereit, der Ra gierung, zur Bestreitung der nothwendigen Ausgaben, eines Supplementar⸗Kredit bewilligen zu wollen. — Der neue Krieg Ninister, Liauder, hat in der Proceres⸗-Kammer den Eid gelesstt und darauf seinen Sitz daselbst eingenommen. Bei einer kussion aber die Vermehrung der Armee empfing er einen scha sen Verweis von dem General⸗Major Marquis von Asxgch⸗ einem Procer, und der neue Minister war sehr verlegen. Kuß darauf begab er sich in die Kammer der Prekuradoren. — der Sitzung der Prokuradoren vom 17. bemerkte der Graf deln Na vaß, bei Gelegenheit einer Debatte uͤber eine Bewilligung won 28 Millionen Keulen, er wolle ein Dokument vorlegen, worten hervorgehe, daß Joseph Buonaparte waͤhrend seiner Regie weit wentzer gebraucht habe, als die jetzige Regierung. Die Arußerung veranlaßte eine beredte heftige Erwiederung pon Sn ten des Ministers Martintz de la Rosa, wobei er sich einig beleidigender Worte bediente, die jedoch nicht genau verstandel wurden. Man behauptet indeß, daß er gesagt habe, wer ra, Gefühl fuͤr Schaam oder Vaterlandelle be eld werde derglt chen Dokumente nicht vorlegen. So wie diese Worte gespe eh waren, gerieth das ganze . in Aufruhr, der Ruf „zur nn nung“ ertoͤnte von allen Seiten, und es herrschte eine voli . Verwirrung. Die Ruhe wurde jedoch endlich wiederherge und die Bewilligung der 28 Millionen mit 78 gegen 43 Stin men angenommen. Der Graf de las Navas ließ wegen der,? gefuͤhrten 2 dem Minister, ungeachtet derselbe er klin daß er Riemnand persynsich gemeint habe, die Wahl, ob er bssent
an. Der Verfasser der Geschicht . ein Mann
sich um I pCt, die worn.
Ursache der Stockung in den un⸗
2xehnjaͤhrigem Gefaͤngniß verurtheilt.
Die Regierun Anfang. Vlele Opposttions⸗Mitglieder und mehrere ministeril⸗ Deputirten waren auf Seiten der Secretaire, und Erstere n zgewallsamer Maßregeln verhindert.
wäöerrufen oder ihm Genugthuung geben wolle. Herr Arguel— ses, welcher zum Schieds Richter in dieser . er⸗ maunt ist, giebt sich alle Muͤhe, den Streit zu schlichten, und ute (20sten) erfahre ich, daß die Sache im Guten beigelegt t. — Die Königin erschlen unerwartet am Sonnabend in der hper, kehrte darauf nach dem Pardo zuruͤck und kam am sol— lenden Morger. nach Madrid, um hier zu bleiben. Der In— sant Don Francisco de Paula und seine Gemahlin sind nach dem Escucial abgegangen. Die Spannung zwischen beiden Schwest ern droht in offene Feindschaft uͤberzugehen. Die Köͤ— nigin hat dem Infanten Don Francisco und seiner Gemahlin das Prtvilegium, ihre Wagen von einer Leibwache beglesten zu lesen, genommen, eine Ehre, die nach der Hof-Etiquette dem Irfanten gebuͤhrt, und als dieser deshalb eine Audienz bei Ih— er Masestaͤt verlangte, erhielt er zur Antwort, er koͤnne nicht vorgelassen werden, sondern solle sein Gesuch schriftlich vorbrin⸗ en. — Die Geruͤchte von einer unter dem Namen der Isabelinas zestehenden geheimen Gesellschaft, welche den Infanten Don Fran, cisco zum Regenten erheben will, sind, wenn auch nicht ganz unge— gründet, doch jedenfalls sehr uͤbertrieben. Eine andere Intrigue geht damit um, das gegenwartige Ministerium zu stuͤrzen ünd den General Llauder an die Spitze eines neuen zu stellen. Der Schlag ist vornehmlich gegen Martinez de la Rosa und Toreno gerichtet. Die liberale Opposition nimmt natuͤrlich an derglei⸗ ten Umtrieben nicht Theil. Eine Verwaltung, die weniger li⸗ beral ist, als die jetzige, kann sich nicht eine Woche vor der Prokuradoren, Kammer halten, und auch von Seiten der Pro— ceres ware die Unterstuͤtzung zweifelhaft und jedenfalls ohne
Gewicht. — Das Wetter ist unertraͤglich kalt und es herrschen
allgemein Krankheiten. Der Graf von Almedovar, Praͤsident der Prokuradoren⸗Kammer, ist ernstlich krank, und bei seiner Anwesenheit in der Kammer waͤte der Streit zwischen Marti— net de la Rosa und dem Grafen de las Navas gewiß nicht so weit gediehen. — Außer Llauder, der als Premier-Minister das sriegs⸗Departement beibehalten soll, nennt man jetzt auch noch Torremija fuͤr das Ministerium des Innern, und den Banquier Remisa, einen Verwandten des Kriegs,Ministers, fuͤr das Fi⸗ anz ⸗Ministerium. Ich glaube jedoch von dem Allen nichts. — Die Siege Mina's in Navarra sind insofern wichtig, als sie der Armee neuen Muth einfloͤßen.“ (Die Sitzungen der Pro— uradoren Kammer vom 18. und 19. Dezember, so wie die An—
ahme der Civilliste, sind schon in Nr. 3 der Staats Zeitung mitgetheilt.)
Dle Times giebt ein Privat-Schreiben aus Madrid pom 20. Dezember, worin es unter anderm heißt: „Am 18ten Vormittags wurde das Gesetz fuͤr die Ausschlseßung des Don Carlos und seiner Nachkommen vom Spanischen Thron in Ge— genwart der Garnison, der Stadt⸗Miliz und einer großen Volks— enge von dem Balkon des Rathhauses und an einigen der be— cbtesten Orte pußllzirt. Die an demselben Tage eingegangenen
achrichten von den erfochtenen Siegen floͤßten den Karlisten großen Schrecken ein, und mehrere begaben sich aufs Land, weil sie Beleidigungen von Seiten des Poͤbels fuͤrchteten; es ereignete sich jedoch nichts. Estefani, welcher der Verschwoͤrung gegen die Königin angeklagt war, ist zu — Diese Sentenz hat sedoch die heftigen Liberalen nicht befriedigt, indem sie sagen, er sey ein reicher Mann, und da in Spanien das Geld nicht ge⸗ hangen werde, so muͤsse man dies mit den Besitzern desselben
thun, auch sind sie der Meinung, daß er bald wieder aus dem Gefaͤngnisse entkommen werde. Die gegenwartige Regierung be—
folgt ein versoͤhnendes System, sie sucht so viel als möglich Hin—⸗ richtungen zu vermeiden, vorzuͤglich wegen politischer i e. — Man spricht fortwährend von einer hauptsaͤchlich unter den Geistlichen bestehenden Verschwoͤrung, und es haben sich in ver— schiedenen Gegenden Beweise davon gefunden. Ein Geistlicher, welcher vor einigen Tagen uͤber die Graͤnze nach Portugal zu entwischen suchte, wurde ergriffen und bekannte, um sein Leben zu retten, daß in der Hauptstadt einer jeden Provinz eine Kar— listische Junta bestehe. Er gab genauere Nachrichten und he— wies durch Vorlegung von Papleren, daß diese geheime Besell— schaft uͤber gan Spanten verbreitet sey. Aus den von ihm ge— gebenen Aufschlüssen ergiebt sich Folgendes: 1) Der Zweck die— ser Verbindung ist, die Religion, die Bourbonisch⸗ Dr aastie
und die Legitimität zu unterstuͤtzen; 2) der Mittelpunkt dieser
Hesellschaft kefindet sich in Madrid; 3) ihr Protektor ist der König Karl V.; 4) in jeder Provinz befindet sich ein älteres Mitglied, um die Neuangeworbenen zu vereidigen und die Zwecke der Gesellschaft zu befoͤrdern; 5) dieses Mitglied, wel—
ces allein alle ubrigen kennt, hat das Recht, diejenigen, wel—
che sich eines Vergehens schuldig machen, zu strafen und selhtt das Todes- Urtheil uͤber sie auszusprechen; 6) um Verdacht zu vermeiden, werden keine Bersammlungen ge— halten; 75 jedes Miiglled ist verpflichtet, seinen ganzen Einfluß anzuwenden, diejenigen Personen, welche der Ge— (llschaft von Nutzen seyn könnten, im Amt zu erhalten. ; soll schon das ganze Jahr hindurch von dieser erbindung Kenntniß gehabt haben, allein die Schwierigkeit, die verdaͤchtigen Individuen zu uͤberfuuͤhren, hat die Anwendung — Mehrere schreiben das Er— scheinen der zahlreichen Raͤuberbanden der Wirksamkeit dieser Gesellschaft zu. — Man erwartet, daß die von Herren Ardouin kontrahirte nleihe in kurzem vor die Kammer gebracht werden witd, um die Neugier des Publikums zu befriedigen, da noch kein offizieller Artikel in dieser Beziehung in der Hof-Zeitung erschienen ist. Es sollen in diesem Monat schon mehrere Sum min gezahlt worden seyn, namentlich 11 Millionen Realen in
adrid und 6 Millionen an Mina. Man spricht von der nahe bwvorstehenden Abreise des Hrn. Ardouin nach Paris, da nunmehr alles in Betreff der Anleihe abgemacht ist. — In Hinsicht der inneren Schuld sieht man auch baldigen Maßregeln des Finanz— Ninisters entgegen. Bis das Budget beide Kammern passikt seyn und die Königliche Bestaͤtigung erhalten haben wird, hat bie Kammer der Prokuradoren vorlaufig ein Gesetz angenommen, welches die Regierung autorisirt, die Abgaben nach der alten
eise zu erheben. — Die Regierung hat Anordnungen getrof— n, um ungeachtet der bestehenden Censur die Herausgabe von
chern ꝛc. zu erleichtern. An saͤmmtliche Gouverneure der Provinzen ist der Befehl ergangen, in jeder Hauptstadt drei llentvolle Manner, von denen wenigstens einer ein Geistlicher siyn muß, zu Censoren zu waͤhlen. Sie erhalten keine Besol— dung, aber die Versicherung, daß ihre Dlenste später beruͤcksich⸗ ligt werden sollen. — Die Post aus Saragossa bringt die Nach⸗ richt, daß der Insurgenten-Ehef Carnicer so lebhaft verfolgt werde, daß ein Soldat ihn schon am Rock ergriff, allein sammt— iche Insurgenten, 15 an der Zahl, waren zu jferde und ent— lamen. Ein Oberst Anon wuror tödtlich verwundet und gerieth nit drei anderen Insurgenten in Gefangenschaft. Letztere wur— den sogleich erschossen. Viele Prokuradoren waren in der vori—
‚litischen Gegnern steht, seinen Zweck erreichte. — Man
31 gen Nacht bei dem Leichenbegaͤngnisse des verstorbenen Jose Maria de Trueba y Cosio, eines Bruders des Prokuradors, zugegen.“
Portugal.
Die Times enthaͤlt nachstehendes Schreiben aus Lissa— bon vom 29. Dezember: „Die Deputirten⸗Kammer beschäftigte sich in der letzten Woche unter Anderem auch mit der Abschaf— fung der Zehnten, und es wurden bei deser Gelegenheit sehr heftige Bemerkungen gemacht uͤber den Nachtheil, welcher den offentlichen Einkuͤnften durch die Fortdauer des Tabacks⸗Mono⸗ pols erwachse. Die Regierung ist in dieser Beziehung jedoch außer Schuld. Der Graf Farrobo, fruͤher Baron Quintella, unterstuͤtzte die Regierung der Koͤnigin in Porto mit 18 0056 Pfund, die groͤßtentheils zur Bezahlung der Flotte unter dem
dmiral Sartorius verwendet wurden. Er erhlelt für dlesen Dienst auf mehrere Jahre das Tabacks-Monopol, das er indeß gegen einen jährlichen Gewinn von 16,900 Pfd. Anderen uͤber— ließ. Er hat also das von ihm vorgeschossene Kapital nebst Zinsen schon laͤngst aus dem oͤffentlichen Schatze zuruͤckerhalten und seint patriotische Uneigennuͤtzigkeit erscheint hierdurch nicht in dem besten Lichte. Ein Gesetz zur Versorgung der Wittwen und Waisen der Gebliebenen wurde fast einstlmmig angenommen. . Außer mehreren Gesetzen von bloß lokalem Interesse wurde noch die Abschaffung der Juiges ordinarios (Vosts,Richter) und die Einsetzung von 130 gesetzlichen Richtern, so wie die Zulas⸗ sung aller Waaren in Funchal auf Madeira, sie moͤgen daͤselbst verbraucht oder wieder ausgefuͤhrt werden, beschlossen. — Es sind nun einige Tage, bis jur Wieder-Versammlung der Cor— tes, Ferien; aber der Geist der Opposttion ist, allem An— schein nach, so heftlg wie jemals, obgleich Viele glauben, daß einige von den Fuͤhrern dieser . sich mit der Regie⸗ rung versöhnen wollen. Ich bin uͤberzeugt, daß die Herren Silva Carvalho und Freire Alles anwenden werden, um dies zu bewirken, und es sollte mich nicht uͤberraschen, wenn Ersterer, bei der großen Achtung, worin er bei Allen, selbst bei seinen . at be⸗ merkt, daß Saldanha's Krankheit mit dem Schließen e, mern verschwunden ist; er befindet sich sehr wohl und erscheint uberall. — Der Nacional enthaͤlt eine Liste von 49 De⸗ putirten, die unter verschiedenen Vorwaͤnden von der Re— gierung Geld erhalten und die daher fuͤr dieselbe stim⸗ men, wodurch y, in einer Kammer, die nicht mehr als 95, und gewoͤhnlich nur 83 Mitglieder zahlt, sich immer eine Majoritaͤt sichert. Diese Angabe ist indeß nicht ganz rich⸗ tig, wenn sie uberhaupt wahr ist, denn bei mehreren Gelegen— heiten haben vier bis funf von den genannten Mitgliedern gegen die Regierung gestimmt. — Es ist der Regierung gelungen, die Entschädigungs-Frage bis zur nächsten Zusammenkuͤnft der Cor⸗ tes hinauszuschleben; dann wird es aber auch um so noͤthiger seyn, sie sogleich zu erledigen, weil die dabei Betheiligten schon ungeduldig werden und laut die Erfuͤllung der Versprechungen verlangen. Wird Silva Carvalho's Plan, einen Theil der Ent— schäbigungen mit National- und Kirchenguͤtern zu bezahlen, an— genommen, so wird die Erledigung dieser hoͤchst wichti⸗ gen Angelegenheit um vieles erleichtert. — Die unter dem Namen Caza de Braganza bekannten Guͤter sind durch ein Dekret der Königin, auf ausdruͤckliches Verlangen der Kai— serin, dem oͤffentlichen Schatz uͤberwiesen. Alle Brastlianer, welche im Dienste Dom Pedro's standen, als: der Marquis von . Gomez da Silva, der Leibarzt Tavarez, Almeida, der Erzbischef von Lacedamon, alle Adjutanten Dom Pedro's, haben, mit Ausnahme des aͤlteren Almeida, des Kammerherrn der Kaiserin, auf Verlangen der Königin den Palast Necessida— des verlassen. Dies Verfahren wird von dem Volke sehr gebil— ligt, doch sind einige Personen der Meinung, daß die Koͤnigin aus Achtung gegen ihren Vater noch einige Zeit mit Ausfuͤhrung dieser Maßregeln haͤtte warten sollen. Uebri— gens glaubt man, daß das Ganze auf Anrathen der ver— wittweten Marquisin von Ficalho geschehen sey. — Marschall Beresford soll an den Kriegs-Minister geschrieben, und die Aus— zahlung einer ruͤckständigen Summe, verlangt haben. Ich habe weder das Schreiben noch die Antwort gesehen und kann daher die Richtigkeit der ganzen Erzaͤhlung nicht verbuͤrgen. — Wie ich höͤre, hat die große Summe, welche der Königin bewilligt worden ist, große Unzufriedenheit im Lande erregt. — Der Marquis von Niza, ein Nefft des Herzogs von Palmella, hat sich geweigert, fich mit der Herzogin von Goyases, einer natür— lichen Tochter Dom Pedro's, zu vermahlen und steht im Begriff, sich mit der zweiten Tochter des Grafen da Ponteé, welche sich setzt in Paris aufhaͤlt, zu verbinden. — Die Pairs haben eine Deputation an die Königin gesandt, um fuͤr das ihnen beigelegte Praͤdikat Excellenz ihren Dank abzustatten.“
Griechenland.
Eine Bekanntmachung vom Minister des Innern, Joh. Kolttti, meldet, daß die Königl. Regierung, um die Uebersiede— lung der Samier zu erleichtern, ihnen alle oͤssentlichen Gebäude in Chalkis uͤberlassen habe, und unter ihnen die ebenfalls oͤffentlichen Aecker in der Nähe der Stadt veriheilen werde, im Betrage von 59,0900 Stremmen. Ein Geometer sey abgeschickt worden, das Kataster der Gegend herzustellen. Die Diatriben der Journale gegen den Praͤsidenten des Minister⸗Rathes (Koletti) werden im Sotir als cynische, einfaͤltige, besoldete Angriffe, die keiner Widerlegung verdienen, bezeichnet, gerichtet gegen ei— nen Mann, dessen Patriotismus und Verdienst aligemein aner— kannt sey, und der durch den Haß der Schlechten nur noch mehr geehrt werde. — „Die Kommission“ sagt die genannte Zei— tung, „welche beauftragt war, im westlichen Griechenland die Natur der Klagen gegen die Finanz- Verwaltung zu untersuchen, hat, wie wir höoͤren, dort noch andere und schwere Beschuldigun— gen an das Licht gezogen, als welche wir bezeichnet hatten.“ — Eine Klage, in welcher der Finanz Minister des Mißbrauches der Amts⸗Gewalt beschuldigt wird, ist beim Tribunal von Nau—⸗ plia eingegeben worden. — Die Verdienste mehrerer Beamten um die Zufriedenstellung der Maina werden angefuͤhrt, der Hrn. Praides, Monasteriotis und Baltinos; hiernaͤchst unter mehreren andern Griechen und Bayern in ganz besonderer Ausfuͤhrlichkeit das Lob des Major Feder, „welcher zuerst in den Angele⸗ genheiten der Maina abgeordnet wurde, und dort mehr ge— than hat, als alle Uebrigen. Er durchreiste allein die ganze Maina, zwei⸗ und dreimal, brachte die Thuͤrme des Landes ö Ordnung, und leitete den Vollzug der Königlichen Verordnun⸗ gen u. s. w.“ „Die Natur, scheint es, beeiferte sich, diesen aus— gezeichneten jungen Mann mit allen guten und glaͤnzenden Eigen— schaften zu schmuͤcken, die Vertrauen und Neigung erwerben. Er ist tapfer und selbst ein kuͤhner Soldat, ein scharfsichtiger und kluger Anfuͤhrer u. s. w.“ — In einem Artikel über die Palikaren heißt es; „Der Palikare ist das echteste Original des militairischen Geistes in Griechenland. Er ist Kun stler in seiner Art, in seiner Person. Keiner hat, wie er, diese schoͤne und origi=
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nale Haltung, Wendung, Sitte, mit mehr Unerschrockenhelt im Auf⸗ treten, mit mehr Feinheit und Ironie im Blicke. Er ist Krieger, von Natur brav, abgehärtet und mäßig bis zum Unglaublichen, gut, enthusiastisch, ergeben, und in dem allgemeinen Berderbniß hat er allein Zuͤge der großen Gestalten seiner Vorfahren erhalten.“ — Dasselbe Blatt sagt uͤber Colonisation: „Griechenland er— wartet von ihr seine materielle Wiedergeburt. Vor Allen die Einwohner des Landes ansiedeln, naͤchst ihnen die Fluͤcht— linge aus Kreta, Samos, Thessalien, dann erst Fremde be⸗ rufen nach dem Beispiele anderer Staaten, mit dem Blicke auf den Segen und das Wachsthum, welches vorzuͤglich Deutsche Kolonisten in die Walder von Amerika und die Step— pen von Rußland gebracht haben, das sey Plan der Regie— rung.“ — Dle Anwendung des Militairs zu öffentlichen Arbei⸗ ten wird gewunscht Schon sey mit 2 Compagnieen vor den Thoren von Nauplia ein guter Anfang gemacht. Nicht entwaff— nen koͤnne und duͤrfe man jetzt, wo bie inneren Feinde bereit waren, wieder zu dem Schwerdt zu greifen, um ihre alten Plane durchzusetzen, und nur durch die Furcht im Zaume gehalten wuͤr— den, wohl aber nuͤtzlich gemacht konne Allts werden, was man als bewaffnete Macht halten muͤsse.
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Kunst⸗Nachrichten.
Berlin. In der Versammlung des wissenschaftlichen Kunst⸗ Vereins am 5ten d. M. legte Hr. Eichens der Gesellschaft dis von ihm so eben vollendete Zeichnung nach Raphaels Anbe⸗— tung der heil. drei Könige, hc! im Besitze der Familie Ancajani in Spoleto, jetzt eines der schaͤtzbarsten Kleinode des Koͤnigl. Museums,/ vor. Bekanntlich befindet sich dieses Ge⸗ maͤlde in einem sehr zerstoͤrten Zustande, indem die gruͤne und blaue Farbe der Gewänder fast spurlos verschwunden ist. Wun— derbarer Weise haben sich die Fleischtoͤne der Kopfe sehr gut er— halten, und da sich zur Bestimmung des Faltenwurfs die ur— spruͤngliche Zeichnung mehrentheils erhalten hat, so war es Hrn. Eichens moglich, das Ganze in seiner Zeichnung wiederherzu— stellen. Allerdings bedurfte es zu dieser Arbeit eines sehr geüb— ten Kuͤnstlers, welcher sich so ganz in den Geist Raphaels hin⸗ einzudenken vermochte, um das Fehlende zu erzeugen, und mit fene ls. gluͤcklicher Erfindung die Linien eines Sanzis weiter ortzufuͤhren und auszufuͤllen. Dies ist Hrn. Eichens vollkom— men gelungen, und da er nun daran geht, das Blatt in Kupfer zu stechen, so konnen wir die Kunstfreunde zum Voraus auf eine schoͤne Bereicherung ihrer Sammlungen ö machen.
Meteorologische Beobachtung.
ö. Nachmitt. Abends Nach einmaliger 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.
. e, 3A, a ag unn 5 Pat. 343, Var Quellwärme 7, * Ji. uftwäaͤrme — 2,0 2 R. 0, ; 1 ö Thaupunkt — 14,3 0 Y. . 3, 3 Plutwarme 0,0 R. Dunstsaͤttg. s2 pCt. 69 pCt. Boden warme 2,90 R. Rus dun. 0, a 3c,
helter. heiter. Piederfchlen 6.
18335. 6. Januar.
Wolken zug —
NW. Rü.
Aus wüärtige Börsen. St. Petersburg, 30. Dezember.
Lond. 108. Hamburg 953. Baris 1113. Silber- Rub. S383.
Königliche Schau spiele.
Donnerstag, 8. an. Im Schauspielhause: Zum ersten— male wiederholt: Franz Walter, Charakter⸗Gemaͤlde in 4 Abt., von Bauernfeld. Hierauf: Zum erstenmale wiederholt: Jugend muß austoben, Lustspiel in 1 Akt, nach dem Franz., von L. Angelv.
Freitag, 9. Jan. Im Opernhause: Die Hechzeit des Fi— garo, Oper in 2 Abth., mit Tanz. Musik von Mozart.
Im Schauspielhause: 1) Ketily, vaudeville en 1 acte. 2) Camilla, vaudeville en 1 acte, par Scribe. 3) Les freres lerocis, grand melodrame en 1 ace, par Carmouch's.
König städtisches Theater.
Donnerstag, 8. Jan. Zum erstenmale wiederholt: Sappho, Trauerspiel in 5 Akten, von Grillparzer. (Mad. Crelinger, K. , Sappho; Dlle. Bertha Stich: Eucharis; Olle.
lara Stich: Melitta, als letzte Gastrollen.)
Neueste Nachrichten.
Paris, 1. Januar. Das Bureau der Deputirten⸗Kam— mer hatte vorgestern Abend die Ehre, dem Könige den von dle— ser Kammer angenommenen Gesetz⸗ Entwurf uͤber das Avange— . der Zoͤglinge aus der Militair-Schule zu St. Cyr vorzu— egen.
Die allgemeine Debatte uͤber den Gesetz- Entwurf wegen des Baues eines neuen Gerichts, Saales fuͤr den Pairshof, ist auch in der gestrigen Sitzung der Deputirten⸗ Kammer noch nicht geschlossen worden. err Berryer, der nach dem Gene— ral Bugeaud die Rednerbuͤhne bestieg, hielt einen sehr interes— santen Vortrag wider den Gesetz⸗ Entwurf. Er schloß densel⸗ ben mit folgenden Worten: „Wenn man sich zum Richter über eine politische Meinung aufwerfen will, so sollte man wohl be— denken, daß eine exaltirte Ansicht, wie man sich auszudrücken pflegt, niemals eine voruͤbergehende ist; daß sie vielmehr aus einer gewis⸗— sen Ueberlegung, aus den im Lande mehr oder weniger verbreiteten Begriffen hervorgeht. Versetzen Sie sich einmal in die Zeit von 1830. Erinnern Sie sich an die geheimen Gesellschaften, die damals gebildet wurden, an die Maͤnner, mit denen die Jugend sich umgab. Wie nun, wenn sich unter denen, die man setzt zu Richtern der Theilnehmer an den letzten Unruhen bestellte, ür gend Einer befände, dem ein Republikaner ins Gesicht sagte: „„Auf demselben Dolche, wie Ihr, habe ich dem Königthumt ewigen Haß geschworen!““ (Gensation.) Sie werden fühlen, m. H., wie ernst eine solche Frage waͤre. Ich begreife sehr wehl, daß, wenn man, nachdem man in den Reihen der Oppo— sition gefochten und die Einbildungskraft der Jugend entflammt hat, sich am Staats⸗Ruder befindet, 9 begreife wohl, sage ich, daß man alsdann gern jenem Strome Stillstand gebieten mochte, dem man alle Schleusen geoͤffnet hat. Ich begreife wohl, daß Ihr Minister Euch nach Kräften abmuͤht, die moralischen Hin, dernisse, die sich Euch von allen Seiten entgegenstellen, zu besiegen, so daß Ihr sogar auf fremdem Boden den Professor sucht, der dem Lande das constitutionnelle Recht lehren soll. Dies