1835 / 10 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Ich bin uͤberßeugt, daß Ich, indem Ich es thue, nur der Wi— derhall Frankreichs bin.“

Dem Praͤsidenten der Fönig Folgendes:

„Ich empfange mit Vergnuͤgen diese neue Versicherung der Gesinnungen der Deputirten⸗ Kammer und der so gluͤcklichen Mitwirkung, welche Sie mir abermals verkünden. Durch die innige Einigkeit der drei Staats-Gewalten kann das große Werk erfullt werden, welches ihnen anvertraut worden ist, namlich das, zu gleicher Zeit den innern Frleden, die oͤffentliche Ordnung, die Herrschaft der Gesetze aufrecht zu erhalten, und uns allen Ver⸗ suchen, unsere Institutionen umzustuͤrzen und die Anarchie in Frankreich einzuführen, zu widersetzen. Ich heffe, daß die Ohn— macht derer, welche es gewagt haben, dergleichen Pläne zu schmieden, uns in Zukunst vor dem Ungluͤck einer Wiederholung derselben bewahren werde. Ich moͤchte jene traurigen Aufregun— gen auch bis auf die , Erinnerung auslöschen ksnnen. Ich wünschte, daß keine andere Spur davon zuruͤckbliebe, als die weise Lehre: daß, so lange die Kammern und der König sich in denselben Gesinnungen begegnen, so lange wir bei dem Systeme beharren, welches seit der Gruͤndung Meiner Negie⸗ rng, seit Meiner Thronbesteigung, seit der Charte von 1830 beständig befolzt worden ist, die Aufruͤhrer zu keiner Krast in Frankreich gelangen werden, und daß ihre eitlen Versache kein anderes Resultat haben koͤnnen, als Bedauern in uns zu erre— gen, und ihnen Niederlagen zu bereiten. Ihre Ausschwerfungen haben Mein Herz betrübt; Ich habe die Nothwendigkeit be— klagt, streng gegen sie verfahren zu muͤssen; aber Ich hoffe mit Ihnen, daß diese grausame RNothwendigkeit sich nicht von Neuem darbieten werde. Ich freue Mich, bse Wuͤnsche zu vernehmen, die Sie fuͤr Mich Und Meine Familie hegen; eimpfangen Sie dafür Meinen lebhaftesten und auftichtigsten Dank.“

Im Temps liest man: „Es ist ein Irrthum, daäß, wie ein FSournal gemeldet hatte, der Präsident der D putirten Kam— mer mit dem Präsidenten der Patts-Kammer, den Ministern und verschiedenen politischen Netabflitaͤten gestern Abend beim Könige eingeladen gewesen sy !“ .

Lord Bronzham ist am 27. Dez. in Nimes angekommen. Er hat nach n , g. von wenigen Stunden seine Reise na talien fortgesetzt.

, 9. Bordeaux vom 30. Dez. sagt: „Ja den lützten Tagen sind wir fast ohne Nachrichten von der Braͤnze gewesen. Das Treffen am 15ten scheint beide Partelen so geschwächt zu haben, daß keine wieder die Offensive ergreifen, sondern sich lieber mit der Reorganisation ihrer Streitkräfte in ihren respektiven Positfonen der fin, will. Man spricht übrigens von einer Bewegung bei St. Sebastian, wobet die Start, Milizen einen Angriff auf die Karlisten geinacht hätten. Wir haben aber noch keine Details erfahren. Es heißt auch, 6c 09 Jasurgenten seyen in der Nähe von Irun angekommen; diese Zahl ist jedenfalls sehr uͤbertrieben. Eltsondo ist noch im— mer blokirt.“

Großbritanten und Irland.

London, 3. Januar. Gestern hatten die Kommissarien fuͤr die Reduzirung der National, Schuld eine Zusammenkunft im Schatzamie. Sir Robert Peel war, als Kanzler der Schatz⸗ kanmer, dabei zugegen. 9 ,

Die Hof-Zeitung enthaͤlt jetzt die offizielle Anzeige von ver Ernennung des Herzogs von Doxset zum Over⸗Stallmeister und der Lords Ernest Brüce und Tüllamore zu Kammerherren

6s Koͤnigs.

. , Minister der Httomanischen Pforte, Namik Pascha, und der Oesterreichische Geschafterraͤger, Herr von Hummelauer, arl eiteten gestein im aus wärtigen Amte. Ersterer begab sich sodaun nach dem Kolonial, Amt, wo er Line Unterredung mit dem Grafen von Aberdeen hatte. Der Sar— dinische Gesandte, Graf d' Aglie, hatte Geschaͤste im Kriegs— Departement. ; ;

In den hiesigen Blattern liest man bereits die Aufforderun— gen der konservatlven Kandidaten Ward, Wilson und Lyall, so wie der reformistischen Word, Grote, Crawfard und Pattison; für die Ersteren hat sich ein Ausschuß unter Vorsitz des Herrn Th. Baring, suͤr Letztere ein „Union⸗Resform Ausschuß“ unter den Herren Kingscote und Travers gebildet. Die Ernennung des Herrn Crawford wird durch einen sehr reichen Mann, Hrn. Denifon, und die des Gouverneurs der Bank durch einen der wehrhabendsien Männer des Königreichs beantragt werden. Man scheint hierauf Werth zu legen, um zu zeigen, daß die großen Besitzer einer vernuͤnftigen Reform keineswegs abhold seyen. Auch die Kandidaten für die anderen Theile Londons raelden sich bereits beim Publikum. Herr H. W. Hobhouse, der in Fins⸗ bury ausiritt, ist ein echter Nadikaler; ex will dreijährige Par— lamente, Bellottirung, Aufhebung dr Wähler, Quote, Abschaf— fung tes 3ehnten⸗Spstems durch Ab oͤsung, allmaͤlige Auftzebung ber Kern? Gesetze, üeberwessung aller für den protestantischen Gottesdienst nicht nothwendigen Einkünfte der Irländischen Kirche an den Staat, gaͤnzliche Gleichstellung der Dissenters mit den au— bern Unterhanen des Koͤnigs, Abschaffung der Peitschenstrafe beim Heere und bei der Flotte, Reform des Munizipalwesens, R vision ber Pensionsliste, strenge Sparsamkeit und Erleichterung des Steuerdrucks, namentlich Aufhebung der Fenster⸗ Steuer. Da r fie neuen Mmister aller und jeder wirksamen Reform seind— ich ge nnnt glaubt, so erklärt er es fuͤr seine Pflicht, in unbe— bingier Dpposition gegen diasselben aufzutreten. In der City herrscht zwa. die grö Ruhe, aber doch große Spannung, und fast alle Gescharle stocken. Der Courier behauptet, man zweifle icht ah deim Erfolze der Reform-Kandidaten, und in den Klubs sey Zwei gegen Eins ze ihren Gunsten gewettet worden. Die⸗ es BVlatt enthält fortwährend sehr ngchdrückliche Aufforderungen an die Waͤhler, so wie anonyme Artikel gegen das Ministerium, welche sich bie Miene geben, von wedzutender Hand herzut hren.

Sir Francis Burdett Und Oberst Evans haben sich ausge⸗ sohnt, Und ihre Comitéen werden zusammen wirken, um ihre Wiedererwäahlung in Westminster zu sichern.

Sir C. MR. Sutton und Herr Goulburn haben sich nach Cambridge begeben, wo sie, wie man erwartet, ohne Wider⸗ sprüch von der Universität werden gewählt werden.

Als konservative Kandidaten suͤr Edinburg werden sich Lord Ramfay, der älteste Sohn des Grafen von Dalhéäsie, Lin 22 jähriger Jüngling, und Herr Learmonth, srüher Mitbewerder des vormallgen General-⸗Prokuraters, Sir John Campbell, mel— Hen; von Seiten der Reformer treten Sir John Campbell und

err Abercromby wieder auf. Letzterer ist bereits in Edinburg eingetroffen und wohnte einer greaßen Wöähler⸗Versammlung he. Er hielt elne Rede, worin er as Mitglied des vorigen Minl—⸗ steriums sich zu der Erklarung berechtigt außerte, daß das ganze Land bis zum 15. November in der tiessten Rühe gelebt, und daß die Finisterial⸗Veraͤnderung durch Leinen aäͤußeren Antrieb vergnlaßt worden. Ueber die Art und Weise, wie Lord Mel⸗

Deputirten⸗ Kammer erwiederte der

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bourne entlassen worden, druͤckte er sich sehr umsichtig aus. Er

erklärte es aber füuͤr durchaus unconstitutionnell, daß man die ganze Macht des Landes mehrere Wochen hindurch einem einzi⸗ gen Manne anvertraut habe, und wenn er auch keinesweges glaube, daß der Herzog von Wellington jemals die Absicht ge—⸗ habt, die Staatsgewalt zu usurpiren, so erachte er doch ein solches Beispiel hoͤchst gefährlich fur die Zukunft. Anlangend Sir Robert Peel, so sprach er sich mit großer Achtung uͤber dessen Perzoͤnlichkeit aus, fragte aber, ob dessen Ansichten mit denen von Millionen uͤbereinstimmten? Sollten aus dem jetzi— gen Kampfe verderbliche Folgen entstehen, so hatten die jetzigen Mintster allein die Verantwortlichkeit zu tragen. Er sorach sich gegen die Siebenjährigkeit der Parlamente, jedoch nicht zu Gunsten der Ballottirung aus; von einer Ausdehnung des Wahl— rechts wollte er fuͤr jetzt nichts wissen.

Herr J. C. Herres, der Kriegs-Secretair, ist von hier nach Harwich in der Grafschaft Essex abgereist, um seine Wie⸗ der Erwählung daselbst zu betreiben. Auch Lord Granville So⸗ merset, Sir Henry Hardinge und Herr Roß haben die Stadt zu gleichem Zweck verlassen. Herr Alexander Baring hat sich auf seinen Landsitz zu Addiscombe bet Croydon begeben.

Die Morning Chröniele spricht von Vertheidigungs⸗ und Schutz⸗Maßregeln im Tower: „Ein langes Palisadenwerk im Birmanischen Styl“, sagt dieses Blatt, „wurde letzthin naͤ— her an den engen Eingang am Westende des Towers, dem Lan— dungs-Platze Kingsstaͤirs gegenuͤber, verlegt und beträchtlich ver⸗— stärkt. Es läuft ein Bretterplatz an der innern Seite des Sta— kets herum, auf welchem 25 Soldaten stehen und wirksam mit den Gewehren auf Individuen von irgend einer Zahl selen koͤn⸗ nen, die an den Stufen aussteigtn und versuchen mochten, in diesen zugänglichsten Theil des Towers einzudringen. Das Sta— ket hat ausdruͤcklich den Zweck, diesen Eingang zu schuͤtzen und im Fall einer Volksbewegung oder . zu dienen; zu⸗ gleich ist eine Menge Schießscharten in den Mauern der Waa— renhäuser bei dem Tower gemacht worden. Der Herzog von Wellington ist Constable des Towers, und es heißt, wie wir glau— ben, mit sehr gutem Grunde, daß ein großes Quantum Muni— tion dort kuͤrzlich hingeschafft worden. Fremden ist verboten, auf den Wällen und Bastionen zu gehen, und Eindringende wer— den mit argwoͤhnischen Augen gehuͤtet. Das Depot in der Teo (y⸗Straße, das mit 15,060 Psund jährlichen Kosten beibehalten war, soll aufgehoben und das Geschäft nach dem Tower verlegt werden.“

Ueber die Wahlen in Berkshire, wo bekanntlich Herr Wal— ter, Hau pt-Eigenthümer der Times, als Kandidat austritt, wird dem Globe von dorther Felzendes gemeldet: tangen zu den Wahlen in dieser Grafschast werden mit der groͤß⸗ ten Thätigkeit berieben, obgleich alle Parteien uͤber die Gewiß— heit der Wieder⸗Erwaͤhlunn des Herren Palmers und uͤber die neue Wahl des Capita Dundas und des Herrn Pusay, so wie uͤber die Verwerfung des Herrn Walter einerlei Meinung sind.

Es h-ßt sogar, daß Letzterer seine Stellung so gut kennt, daß«

er die Absicht zu erkennen gegeben hat, fuͤr einen der Flek— ken Abingden oder Wallingford als Kanzidat aufzutreten, wenn er in der Grafschaft durchfallen sollze. Zwischen Herrn Walter und dem Capitain Dundas hat eine ziemlich heftige Korrespondenz stattgefunden, worin Ersterer sagt, daß er Alles, was in seinen Kraͤften st'he, an wenden werde, um Letzteren zu verdraͤngen. Dies wird ihm, wie wir glauben, un— geachtet der geheimen und offenen Unterstuͤtzung der konservativen Rinbs in Londen und der Tory-Geistlichen dieser Grafschaft, nicht wenig Muͤhe kosten, da er bei der letzten Wahl nur eine Majorität von 69 Stimmen hatte und allein in dem Distrikt von Newbury wenigstens 550 bis 6090 Stimmen, auf die er rechnete, verloren haben soll. Einer der Haupt-Agenten des Herrn Walter in Reading hat, um seiner eigenen Tonsequenz willen, bei dieser Gelegenheit alle politischen Verbindungen mit jenem abgebrochen.“

Die heutige Times beginnt ihr Blatt mlt folgenden Be— trachtungen uͤber den Wahlkampf: „Die Berichte aus der City von gestern konnten fast in dem Glauben bestäͤrken, daß das kon— servative Interesse sich nicht mit der den Anstrengungen seiner Gegner die Waageschale haltenden Lebhaftigkeit rege, und daß weder die noͤthige Geschicklichkeit noch Thaͤtigkeit angemandt werde, um eine Sache zu vertheidigen, um deretwillen man zu keinem politischen Kampf hätte herausfordern sollen, wenn ihre Verfechter nicht auf ihre Huͤlssquellen bauen kennten und darauf vorbereitet waren, dieselben in volle Bewegung zu setzen. Ver— ständigen Mannern muß es einleuchten, daß man, um einen maͤch⸗ tigen Feind aus einer befestigten Stellung zu verdrängen und eine große Schlacht zu gewinnen, keine geistige und materielle Anstrengungen vernachlässigen darf. Wenn wir aber nicht falsch unterrichtet sind, so haben die Anti⸗Destruktiven bisher einen be— klagenswerthen Mangel an Wahl Talent gezeigt, wir meinen jenes rechtliche und gestrtzmäßige Talcht, seine moralische Stärke bei den Wahlen . ermitteln, zu vertheilen und zu gebrauchen. Nicht bloße Reden oder ulbresfsn oder Versamm⸗ lungen zu Tausenden sind es, wodurch sich an einem so 6 dehnten und von einer so zahlreichen und verschiedenartigen Waͤh—⸗ lerschast bewohnten Ort, wie London, eine Wahl ausfuͤhren laͤßt. Es gehört dazu große Erfahrung in den bei einer Wahl noth— wendigen Geschäften, eine weitläufißje und gut geordnete Orga— nistrung von Ausschuͤssen und Agenten, ein gehoͤriges Zählen und Mustern der Stimmen, Prufung der Wähler-Listen, Qual fizi⸗ rung von Personen zu Parlaments, Mitgliedern ) und Aufbie— tung aller anderen Hebel und Befoͤrderungsmittel, deren eine Sache in einem so heftigen und muͤhevollen Kampf be— darf, wo es sich fuͤr sie um Tod und Leben handelt. Sollte es sich am Tage der Entscheidung erweisen, daß man bei der Anwendung aller dieser zur Sicherung des Erfolgs noͤthigen Huͤlfsmittel schlaff zu Werke gegangen, daß man es dabei an Entschlossenheit, an unermuͤdlicher Energie und an Klugheit feh— len lassen, und daß die Sache dadurch verloren sey, so wuͤrden alle, welche den Interessen eines gemäßigten Konservatismus, in welchem zugleich das Streben nach gehoͤrig verdauter Reform lie— gen muß, wohlwollen, mit Recht an diejenigen, von denen diese

anti-destruktive Demonstration ausgegangen ist, die Frage richten

koͤinen, warum sie einen so hohen Einsatz auf so schlecht berech neten Erfolz hin gewagt, warum sie eigentlich die politische Ruhe von Lenden gestoͤrt, ohne sich eines dat urch ö gewinnenden und

jenen Uebelstand aufwsiegenden Vortheils fuͤr die Sache einer

guten Verwaltung versichert zu haben? Wir sagen dies mur in

der Voraussetzung, daß bedeutende Fehler begangen, daß naturliche

9. Hierunter sind die sogenannten canveyanees gemeint, wodurch

man in England die Bestinimung der Verfasung, daß ein Parla— ments⸗Mitglied 300 Pfund Eintünste von Grundbesitz. haben muß, zu umgehen weiß. Dem zu Wäͤhlenden wird naͤmlich von seinen Gönnern ein Gut von dem vorschriftsmäßigen Ertrage zum Schein verkauft, und so hat er in den Augen des Gesetzes die nöthige Qualification.

„Die Vorberei⸗

und rechtliche Mittel zum Siege außer Acht gelassen word ist moͤglich, daß die Aengstlichkeit unserer Korrespondenten . leitet hat, sich Sachen einzubilden oder Kleinigkeiten zu

In diesem Fall wuͤrden nasürlich obige Ruͤgen und Klagen Boden fallen, und das Einzige, was man zu bedauern ha

Wunde, so tief sie auch seyn mag, unvermeit lich

tie], und von de Art war, daß die Freunde der constitutionnellen

formen immerhin, ohne daß es ihnen Schande machen wird, aut dem Buche des Feindes entlehnen, die Lehre, was Ernst und Kraͤftigkeit heißt.“ ;

Die Geistlichkeit von Glasgow hat eine Adresse an derz Stanley gericht't, in welcher man folgende Stelle bemerh „Als Diener und Vater der Schottischen Kirche ist es unsen Pflicht, gegen alle systematische Versuche, welche kuͤrzlich gegn unsere Kirche und ihre Schwester, die herrschende ( Angllkam sche), gemacht wurden, um die Institutionen, auf welchen d Existenz des Landes beruht, umzustuͤrzen, zu protestiren.“ Lon Stanleh antwortete darauf, daß er ganz und gar die Wuͤnsc und Ansichten der Schottischen Geistlichkeit iheile und sich vn genommen habe, so viel nur in seiner Macht staͤnde, für di 5 und Verbreitung der Grundsaͤtze der Staats⸗Religin zu sorgen.

Winchester und neun andere Personen vor die nächsten Asssa von Surrey geladen seyen, als irrig, wieder zuruͤck.

Der General Burton, der sich schon seit mehreren Jahttj aus dem Dienst zuruͤckgezogen hatte, ist am 2ten d. M. n Tsten Jahre seines Alters mit Tode abgegangen. Er war nn Geburt ein Amerikaner und in fruͤherer Zeit Gouverneur yn Nieder⸗Kanada. Zuletzt kommandirte er das 1ste Bataillon in ßosten Infanterie Regiments. Er war zweimal Parlament Mitglied fur Beverley in der Grafschaft 86

Herr Holman, der bekanntlich ganz blind ist, hat so ehn den zweiten Theil seiuer „Reise um die Welt“ herausgegeben Der erste Band enthielt die Ergebnisse seiner Reise nach de Westkuͤste von Asrika und Suͤb⸗Amerika. Im zweiten Banh schildert er seine Beobachtungen in Brastlien, Suͤd-Afriht, Mauritlus und Madagaskar.

Ein Einsender in der Times, der sich Senex unterzeichnet, und der uͤber Ceylon, wie seine Erwähnung der speziellsten Va haͤltnisse andeutet, aufs gruͤndlichste unterrichtet scheint, erhell die groͤßten Zweifel uͤber das Komplott, das im Gebiet vc Kandy im Juli entdeckt und unterdruͤckt worden seyn sollte, ih dem ein solches Geruͤcht seit der Britischen Eroberung von Kann im Jzhre 1815 sich jedes Jahr beim Eintritte eines groß Volksfestes daselbst erneuere und uͤberdies die Reglerung in mehrere Monate spätere Nachrichten haben muͤsse. ;

Aus Jamaika hat man Berichte bis zum 8. Novembtt, im Ganzen war es juhig auf der Insel; bloß auf den Pflan zungen von Green-Valley und Old, England zeigten die Negh sich widerspaͤnstig.

Niederlande.

Aus dem 6 4. Jan. Der Baron F. C. de Jongt, Mitglied der ersten Kanmner der Generalstaaten und Presssden,

der Ritterschaft der Provinz Seeland, ist am 31sten v. M. 6

Middelburg mit Tode abgegangen.

Amsterdam, 3. Jan. Im Jahre 1834 sind hier ah See 2153 Schiffe angekommen, 216 weniger als im J. 183) und 88 weniger als im Jahre 1832.

Die Einfuhren betrugen im Jahre 1834 zu Amsterdam zu zu und Rotterdam Hamburg Bremen

ohß 731 Zl, 303 g, ibn

2,084 9,515 5, 6hl

21,502 9, 193 5h

31, 058 98, 14 31,46

ga, 680 18,317

21,669 4, 169 24,0

17, 250 11,252

25, 640 44, 098

Kaffee: Ballen

2 Faß Zucker: Faß

* Kisten

v Saͤcke ꝛe. Amerik. Taback: Faß Reis: Faß

7 Ballen Baumwolle: Ballen Thee: Kisten 26, 667 39, 405

a ute: Stuͤck 158,575 219, 113

e wurze: Faß u. Ballen 15,662 13, 284

Belgien.

Bruͤssel, 3. Jan. Unsere Blatter widersprechen der vn Franzoͤsischen Zeitungen gegebenen Nachricht, daß der jetzt i Paris befindliche General Niellon von unserer Regierung ruͤck berufen worden sey.

2,3] h, il 7h 8d gh 3,0

Die Beurlaubten der verschiedenen Armee-Corps, dern Urlaub am 1sten d. M. abgelaufen war, sind bereits zu iht

Regimentern zuruͤckgekehrt.

Deutschland. .

Kassel, 4. Jan. Die vorgestern (in Nummer 7M Staats Zeitung) mitgetheilte Notiz uͤber ein in Betreff der Aw wendung des 5. 68 der Versassungs- Urkunde uber das Verhltz niß der Deputirten und Stellvertreter erstattetes Gutachten ergaͤnzen wir dahin, daß dieser Gegenstand mittelst Berathum des standischen Ausschusses mit anderen staͤndischen Mitgliedern namentlich auch mit dem Herrn Vice⸗-Praäsidenten, dahin geoth net worden, daß derselbe vorlaͤufig fur erledigt zu halten ist.

Weimar, 7. Jan. bis zum 24sten v. M. in Venedig verweilt und darauf die Neö⸗ uͤber Padua und Vicenza nach Mailand fortgesetzt. Alle Nach richten, welche am Aten d. M. hier aus Italien eingetrofft sind, bestaͤtigen, daß Sich Se. Koͤnigliche Hoheit des besben Wohlbefindens erfreut.

Leipzig, 7. Jan. Als ein Zeichen der Anerkennung d hohen Wichtigkeit des hier errichteten Deutschen Buchhaͤndlan Vereins fuͤr . Stadt, und der regen Theilnahme der leh teren an der Feier der Grundsteinlegung zur neuen Buchhändltn Boͤrse, hat unser Stadt⸗Rath, im Verein mit den hiesigen Stahß verordneten, bei der gedachten festlichen Gelegenheit den srerdan Er Einweihung deputirten Buchhaͤndlern, Herrn Enslin qu

erlin, Herrn Frommann aus Jena und Herrn Schetzschh aus Halle, nicht weniger den beiden auswärtigen Mitgliedenn des Verwaltungs- Ausschusses, den Herren Perthes aus Goth⸗ und Duncker aus Berlin, das hiesige Ehren⸗Burgerrecht ertheilt

Muͤnchen, 3. Jan. Der Königl. Staats-Minister den Finanzen, Freiherr von Lerchenfeld, hat (wi? Keren en

e. „n KRirschinger, bit

uͤber ben, und daß uns das Benehmen der constitutionnellen ge.

mer, oder vielmehr ihrer Agenten, falsch dargestellt worden is

ware dann nur, daß die der offentlichen Wohlfahrt rl.

: Freiheit sie mit aller menschlichen Tugend und Vorsicht nicht ganz hatten abwen den koͤnnen. Ein Blatt mogen indeß die Vertheidiger weiser R.

6. M

Der Erbgroßherzog hat vom 15tn

in Portefeuille abgegeben, und dieses ist dem Geheimen Rathe , Vorstande der Ober, Zoll⸗Admini⸗

station, üͤbertragen worden. Unsere offiziellen Blätter schweigen war bis jetzt uber dieses Ereigniß, es ist aber daran nicht mehr u zweifeln. Auch soll der Geheime Rath von Wirschinger be⸗ . zum Staatsrathe im ordentlichen Dienste ernannt seyn. Befanntlich hat dieser Staatsmann wesentlichen Aniheil an dem Enistehen der Zoll, Vereine gehabt, auch war er auf mehreren kandtagen Königl. Commissair im Finanzfache. Daß ihm bereits ahre 1832 nach dem Abgange des Grafen von Armansperg

be Btelle des Finanz-Ministers bis zur Ernennung des Herrn von Mieg provisorisch übertragen war, braucht kaum erwahnt werden. Herr von Wirschinger steht im kraͤftigsten Mannes⸗ Hr. Seine Bemuhungen um die Zoll⸗Vereinigungen wurden yon mehreren Deutschen Regenten durch Verleihung ihrer Or— den anerkannt. Dem Freiherrn von Lerchenfeld soll der Posten tines Gesandten in Wien zugedacht seyn. Der Königl. Ge— feral-Lommissair des Isar-Kreises, Herr Graf von Seinsheim, tchielt waͤhrceid der Krankheit, die seit ein paar Tagen den srsen von Oettingen-Wallerstein befallen, bis zu erfolgter Wie⸗ Derherstellung desseiben, das Portefeuille des Innern. Die Vesserung des Fuͤrsten macht so erfreulich schnelle Fortschritte, bah man die voͤllige Wiedergenesung in kurzer Zeit soll hoffen

durfen.

Wuͤrzburg, 2. Jan. Das Gut des Grafen von Mentz— dorf, Hokirchen, ist abermals von einem Brande heimgesucht

; ; . ‚. „und zwar auf eine Art, daß man fast als gewiß anneh— Die Times nimmt ihre Angabe, daß der Bischof un worden, z f

men kann, daß das Feuer gelegt wurde. Ueber 6900 Garben

ungedroschenes Getraide und viele andere Vorraͤthe sind ein Raub der Flammen geworden, und nur die angestrengte Thaͤ—

tigkeit der Einwohner der Umgegend, Uedingen und Roßbrunn, ist es zu danken, daß man Herr des Feuers wurde, und daß die Schaf⸗Heerden ꝛc. nicht zu Grunde gingen. ;

Schon seit einigen Tagen sprach man hier von einem Duell wischen dem Major von Brandenstein und dem juͤngeren Fuͤr— sten von Oettingen Wallerstein (Beide in Muͤnchen). Nun

hören wir, daß der Zweikampf auf Pistolen wirklich stattgefun⸗

din habe, und daß Fuͤrst von Oettingen-Wallerstein geblieben sey. Die Veranlassung des Duelis ist uns unbekannt.

39 Album anzulegen, in welchem saͤmmtliche Dichter und Gelehrte

Deutschlands mit ein paar Zeilen den großen Dichter ihres Volks

begruͤßen sollten, wird verwirklicht werden. Aus allen Theilen Deutschlands, aus allen Klassen der Gelehrten⸗Republik sammeln sich die fliegenden Blaͤtter, welche einst einen Kodex ganz eige— ner Art bilden werden, und die Beiträge mehren sich mit jedem Tag. Bereits hat sich auch der Königliche Dichter, König Lud— wig von Bayern, denjenigen angeschlossen, welche ihn mit Stolz als ihren Geistes-Genossen betrachten, und seinen Kranz auf dem Altare des Mannes niedergelegt, der in den Herzen so Vieler im Volke als Dichter⸗Koͤnig lebt. Einige in Petersburg

lebende Deutsche haben, veranlaßt durch die Aufforderung des

hiesigen Vereins, eine Subseription veranstaltet. Ihr Erfoltz ist ein schoͤner Beweis fur die Dankbarkeit eines Landes, das sich zu seiner geistigen Entwickelung Deutscher Kultur als eines

sten Bluͤthen dieser Kultur. eingegangenen Beitrage sind im Betrag von beinahe 3000 Ru— beln Banco hieher uͤbermacht worden, die Subscription ist aber noch nicht geschlossen. Es ließ sich voraussetzen, daß der Verein auch die Deutschen Frauen nicht vergeblich zur Theilnahme an einem Werke, dessen Vollendung wohl Ehrensache fär die Nation seyn moͤchte, aufgefordert haben wuͤrde. Die Orte, an welchen bis Etzt Frauen Sammlungen veranstaltet haben, sind so uͤber ganz Deutschland zerstreut, daß man wohl sieht, keine Provinz will sich einem Unternehmen entziehen, bei dessen Foͤrderung sich die patriotischen Gefuͤhle des Weibes auf die natuͤrlichste und un— zweideutigste Weise aussprechen koͤnnen. Schwerlich wird am Ende eine Deutsche Stadt in der Liste derjenigen fehlen, deren Unterstuͤtzung es der hiesigen Stadt moͤglich macht, ein Geluͤbde zu loͤsen, das ihr schon lange schwer auf dem Herzen liegt. Die Fruͤchte, welche bisher der Aufruf getragen hat, berechtigen zu der Hoffnung, daß es in kurzem moglich seyn werde, ein des großen Mannes und seines Vaterlandes wuͤrdiges Werk zur Ausfuhrung zu bringen.“

Mainz, 1. Jan. Der Koͤnigl. Preußische Hof Kapellmei⸗ ster, Herr Meyerbeer, hat der hiesigen Liedertafel, deren Ehren⸗ Mitglied er ist, einen fuͤr dieselbe komponirten (vom Dr. Karl Rosenberg gedichteten Festgesang zur Verherrlichung Gutten, bergs, des Erfinders der Buchdruckerkunst, aus Paris uͤbersandt. Die genannte Gesellschaft geht damit um, die ihr auf diese Weise von dem beruͤhmten Komponisten erwiesene Ehre dadurch zu erwiedern, daß sie eine kostbare Ausgabe jenes Festgesanges veranstalten laͤßt.

Spanien.

Einem von Franzoͤsischen Blättern mitgetheilten Schrei⸗ ben aus Madrid vom 24. Dezember zufolge, machte der Graf de las Navas in der Sitzung der Prokuradoren⸗Kammer vom 23sten den Antrag, dem General Mina einen Dank zu votiren. Es wurde jedoch beschlossen, die offiziellen Berichte uͤber seine Siege abzuwarten, obgleich die Kammer einstimmig seine Ver— dienste anerkannte. Die Koͤnigin hat der Stadt-Miliz durch den Kriegs Minister ihre Zufriedenheit zu erkennen gegeben, und zum Beweise ihres Vertrauens befohlen, daß sie sogleich Dienste thun solle.“

Portugal.

In einem von der Morning Chroniele mitgetheilten Schreiben aus Lissabon vom 22. Dez. heißt es: „Die Königin wurde bei der Vertagung der Kammern mit dem größten Enthu— siasmus empfangen. Mehrere Personen hatten die Aufloͤsung der gegenwärtigen Cortes verlangt, allein der Minister Silva Carvalho hat sich sehr entschieden dagegen erklaͤrt. Man sollte meinen, daß jeder Minister froh seyn mußte, sich von einer zu— weilen so heftigen und in numerischer Beziehung der ministe— riellen Seite fast gleichstehenden Opposition befreit zu sehen, al— lein Silva Carvalho ist jetzt so populair geworden, im besten Sinne des Worts, daß er nicht noͤthig hat, irgend etwas zu thun, was ihm mit dem Besten des Landes nicht verträglich erscheint. Seine Popularitaͤt gruͤndet sich vornehmlich auf die allgemeine Anerkennung, daß die von ihm getroffenen Maßregeln nicht bloß einen finan— iellen Zweck hatten, sondern auch in politischer Hinsicht von der oͤchsten Wichtigkeit waren. Die Folge hiervon ist, daß die Op— position beinahe nur dem Namen nach noch existirt, denn meh— rere ihrer urspruͤnglichen Anhänger haben sie aus Ueberzeugung verlassen. Das Hauptmotiv Carvalho's, sich der Aufloͤsüng der jetzigen Cortes zu widersetzen, war wohl die Erwägung der hoͤchst⸗ wichtigen Ereignisse, an denen sie Theil genommen haben, und von denen ich einige hier erwähnen will. Die Kammern ver— sammelten sich am 15. August. Eine ihrer ersten Handlungen war die Uebertragung der Regentschaft an Dom Pedro. Dann ertheilten sie ihre Zustimmung zur Vermählung der Koͤnigin mit einem fremden Prinzen, und erklärten, nach dem Tode Dem Pedro's, die Koͤntgin fuͤr volljährig. Außerdem haben sie allen Gesetzen, Dekreten und Maßregeln, welche wahrend der Regent— schaft Dom Pedro's erlassen wurden, die größte Aufmerksam⸗ keit geschenkt und sie zu Gesetzen erhoben. Sie haben die Vernichtung des Papiergeldes bewilligt, eine Maßre— el, die ohne Ausnahme von Jedermann gebilligt wird.

uͤgt man hierzu noch die Abschaffung der Zehnten, die Ver— wendung der National ⸗Guͤter zur Tilgung der inneren und aus— wärtigen Schuld, die Errichtung von ier ul er an en, die Anlegung von Straßen und Kanälen u. s. w., so wird man der Meinung Carvalho's gern beistimmen. In der Hof-Zeitung vom 19ten wird angezeigt, daß die Dividenden der Englischen Anleihe kuͤnftig auch sowohl in Lissabon, als in London gezahlt werden sollen. In Folge dieser Maßregel steht die 6proc. innere Schuld schon uͤber pari und die 5proc. 9353. Unter mehreren nuͤtzlichen Unternehinungen sind besonders die Verbindung der Fluͤsse Tajo, Guadiana und Zado vermittelst Kanäle und die Bildung einer Dampsfschifffahrts-Gesellschaft von großer Wich— tigkeit fuͤr das Land. Dem Herzog von Palmella wird es von seinen Feinden sehr uͤbel ausgelegt, daß er seine beiden Schwe— stern, die Graͤfinnen von Villareal und von Linhares, zu Hofoda— men 9 ernennen lassen.“

Die Times enthalt folgendes Schreiben aus Lissabon vom 27. Dezenber: Wenn die beabsichtigten Veranderungen in dem hiesigen diplomatischen Corps ins Leben treten und der Graf von Villareal als Gesandter nach Paris geht, so wird der Her— zog von Palmella, mit Beibehaltung der Praͤsidentschaft des Tonseils, das Portefeuille der auswärtigen Angelegenheiten uͤber— nehmen. Dom Francisco d' Almeida soll, wie es heißt, der Nach— folger Lima's am Spanischen Hofe werden, sobald die Angele— genheiten in diesem Lande eine festere Stellung gewonnen haben. Herr Abreu e Lima wurde dann nach Rom gehen. Es sind

ten worden, und obgleich die dort verhandelten Gegenstände nicht

bekannt geworden sind, so weiß man doch soviel, daß die Frage

Hauptwerkzeugs bedient hat und seiner Achtung vor den schön⸗ Die bis zum vorigen Dezember

hier, daß sie von den Miguelisten aufgereizt worden sind.

mehrere Minister Conseils bei dem Herzog von Palmella gehal⸗

in Erwägung gezogen wurde, ob in Folge des Ministerwechsels in England irgend eine Veränderung in der Verwaltung der öͤffent— lichen Angelegenheiten vorzunehmen sey. Die ultra⸗liberale Partei hatte das Uebergewicht im Kabinet, und bestand darauf, dem von Dom Pedro vorgezeichneten Wege der Reform auch ferner zu felgen und der Gerechtigkeit der Sache, so wie der Stärke der oͤffentlichen Meinung zu vertrauen. Wie ich haͤre, hatte der Herzog von Palmella dieselbe Ansicht und nur ein Minister war anderer Meinung. Es sind wieder mehrere Miguelisien in verschiedenen Theilen des Landes ermordet worden, obgleich die Regierung Alles aufbietet, um diesem Unfug ein Ende zu ma— chen. Außer Herrn Alexander Sarmento, der stuͤndlich aus Madrid erwartet wird, haben noch zwei andere von Dom Pe— dro ernannte Pairs, die Grafen Porta Santo und Penafiel, ihre Sitze in der Pairs-Kammer nicht eingenommen. Der Erste wird fuͤr den gelehrtesten Mann in Portugal gehalten, und Beide gel— ten fuͤr Manner unbescholtener Ehre und Rechtlichke it. Man sagt, die Kammer werde gleich nach ihrer Wiederversamm⸗ lung im Januar, beide Pairs auffordern, ihre Sitze einzuneh— men. Wer werden hier bald ein Franzoͤsisches Schauspiel ha— ben, indem vorgestern eine aus 34 Personen bestehende Schauspieler-Gesellschaft aus Havre hier angekommen ist. Mit dem ersten Januar wird hier ein neues Blatt, O Inde— pendente, erscheinen, das eine Mittelstraße zwischen den Re— gierungs- und Oppositions-Blaͤttern befolgen und das Organ der unparteiischen Meinung seyn wird. Die verwittwete Kaiserin hat dem Militair⸗Institute zu Runa, welches sruͤher unter dem Schutz der im Jahre 1828 gestorbenen Infantin Donna Maria Francisca Benedicta, einer Tante des Köoͤnigs Johann Vl, stand, 2 Contos de Reis geschenkt. Es finden jetzt die Wahlen fuͤr die Munizipal⸗Kammer von Lissabon statt und man glaubt, daß der jetzige Praͤsident derselben, Franzisco Antonio de Campos, wieder erwählt werden wird; auch spricht man von der Wahl des Rodrigo Pinto Pizarro, Ex⸗Deputirten fuͤr Porto, dessen An⸗ gelegenheiten die Kaminer mehrere Tage beschaͤftigte. Von den in Peniche und St. Jullao stehenden Irlaͤndischen Grenadieren kamen vor einigen Tagen 45 Gemeine hier an, weil ihnen der ruͤckstäͤndige Sold nicht ausgezahlt worden sey. Man glaubt Der Oberst Shaw hat von der Regierung schon einiges Geld erhal— ten, um die Soldaten zu befriedigen. Die hliesige Franzoͤsische Gesandschaft machte gestern sehr ernsthaft einen Aufruf an die Mindestfeordernden zur Verproviantirung der Franzoͤsischen Flotte im Tajo fuͤr das nächste Quartal bekannt. Die genannte Flotte besteht aber nur aus einer Brigg von 14 Kanonen.“

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Konstantinopel, 13. Dez. (Allg. Ztg.) Allmaͤlig kehrt das Vertrauen zuruͤck, und Jedermann hofft, daß der Friede nicht gestoͤrt werden wird. Wenigstens lauten die Nachrichten aus Alexandrien beruhigend, und Mehmed Ali scheint sich in die Verhaͤltnisse finden, und den gerechten Forderungen der Pforte entsprechen zu wollen. Zwar hat er schon mehrmals eine ver— söhnliche Sprache geführt, ohne deswegen wirklich Neigung zur Versoͤhnung zu fühlen. Diesmal moͤgen jedoch die Drehungen der fremden Mächte ihren Eindruck nicht verfehlt haben, mehr aber wohl noch die schwierige Lage seines Sohnes Ibrahims unter den aufruͤhrerischen Syriern. Er will nun, heißt es, die Wuͤnsche des Sultans erfuͤllen, und besonders den Distrikt von Orfa räumen, der nach der Convention von Koniah nie von Arabischen Truppen haͤtte besetzt werden sollen. Da er aber, wird hinzugesetzt, befuͤrchtet, daß die Besetzung dieser Landstrecke durch Ottomanische Truppen die uͤble Stimmung, welche in Sy— rien gegen ihn herrscht, vermehren konnte, weil man darin eine Schwache erblicken wurde, so wuͤnscht er den Distrikt von Orfa als neutrales Gebiet behandelt, und weder von seiner, noch von Großhertlicher Seite, unbeschadet jedoch der oberherrlichen Rechte des Sultans, Truppen dahin verlegt zu sehen. Dieses ist nun eine etwas bedenkliche Klausel, welche die Pforte nicht leicht eingehen wird, und welche wahrscheinlich den Gegenstand zu langwierigen Unterhandlungen geben dürfte; ein Umstand, der Mehmed zu statten kommt, und auf den es zuletzt wohn allein abgesehen ist. Indessen wird hier schon von der nahen Raäͤu— mung Orfa's gesprochen, auch will die Pforte an Reschid In— structionen abschicken, die noͤthigen Anstalten zu treffen, daß Orfa augenblicklich von Ottomanischen Truppen besetzt werden koͤnn, wenn er den Befehl dazu erhalte, und zwar, ohne daß die Einwohner durch Krientkosten zu leiden hätten. Das heitzt also, er soll sich mit Vorraͤthen für eine gewisse Truppen⸗Anzahl versehen, die zur Besetzung e Disteikts hinreicht, und sie die— sen nachfuͤhren lasscn. Die Etoͤffnung, welche Mehmed Ali ge— macht worden, daß der Sultan ihm die ruͤckstaͤndige Tributs— Zahlung nachfehen wolle, sobald er sich erneuert anheischig mache, alle durch die Convention von Koniah uͤbernommene Verpflich— tungen von nun an genau einzuhalten, und den Tribut pünkt— lich zu bezahlen, scheint dem Vice-Koͤnig sehr angenehm gewesen zu seyn. Er soll bei dieser Gelegenheit wieder die huldreichen Gesinnungen des Sultans sehr hoch gepriesen und vetsichert ha— ben, daß er gern vermieden haͤtte, die Nachsicht des Großherrn abermals auf die Probe zu stellen, wenn er nicht von den Umstaͤnden gedrängt, und füuͤr den Augenblick außer Stande ge— wesen ware, Geldzahlungen zu machen. Er hoffe aber, fuͤr die Folge seinen Haushalt so einzurichten, daß er alle Verpflichtun— gen gehoͤrig erfuͤllen konne, und dann wuͤrde er nicht ermangeln, die Pforte vollkommen zu besriedigen. Ueber diesen Punkt scheint Mehmed Ali schon lange mit sich einig: er zahlt, wenn er kann, wo nicht, so befolgt er das System aller Schuldner, und bleibt schuldig. Die Frage uͤber die Tribut-Zahlung ist je— doch nun insofern geloͤst, daß das Prinzip von Mehmed aner— kannt wurde, es handelt sich also nur darum, ob er es praktisch zu besolgen gedenkt. Der Gesundheits-Zustand ist in Konstan— ö befriedigend, die kältere Jahreszeit macht die Pestfaͤlle selten.

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Berlin, g. Jan. Nach Ausweis der so eben im Druck er— schienenen Uebersicht der fur das Jahr vom 1. Oktober 1833 bis letzten September 1831 in Berlin zu zahlenden Brand ⸗Entschädi— gungs Gelder und der verursachten Mebenkosten, so wie der auf— zubringenden Beiträge, haben sich in dem gedachten Zeitraume in der Hauptstadt uberhaupt 16 Brände ereignet, wofür 6246 Rthlr. zu verguͤtigen sind; die Nebenkosten betrugen 5287 Rthir., wozu noch an frirten Besoldungen 560 Rthlr. und an Tan— tieme fuͤr die Stadt-Wachtmeister 137 Rthlr. kommen, sp daß die ganze Summe des aufzubringenden Bedarfs sich auf 12,269 Rihlr. beläust. Zur Deckung desselben sind, da sich noch etwa 10,282 Rthlr. in Kassa befinden, 1948 Rthlr. erforderlich, wozu der niedrigste Beitrag von vier Silber— pfennigen fuͤr jedes Hundert der Versicherungs-Summe, die sich